Ich bin das Mädchen aus Aleppo
 - Bana Alabed - eBook

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15,99

inkl. MwSt.

Bastei Entertainment
Autobiografien
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-5587-1
Ersterscheinung: 26.01.2018

Ich bin das Mädchen aus Aleppo

Ich widme dieses Buch allen Kindern im Krieg. Ihr seid nicht allein.

(10)

Bana Alabed war sieben Jahre alt, als sie sich an die Welt wandte, um die Gewalt, die Angst, den Horror auszudrücken, die sie und ihre Familie im Bürgerkrieg in Syrien erlebten – per Twitter. Ihre Botschaften bewegten die Welt, sie gaben dem Elend und Millionen unschuldigen Kindern eine Stimme.
Ich bin das Mädchen aus Aleppo erinnert uns an die fast grenzenlose Kraft, die dem Menschen innewohnt, an den unermesslichen Mut eines Kindes, und an die Macht der Hoffnung. Es ist ein Buch, das uns alle verändern kann.

Rezensionen aus der Lesejury (10)

myra myra

Veröffentlicht am 20.02.2018

Leben im Krieg

Bana und ihre Familie leben in Syrien, genauergesagt in Aleppo. Dort wird sie, lang ersehnt im Sommer 2009 geboren, ein paar Jahre später folgt ein kleiner Bruder.Die beiden wachsen behütet und geliebt ... …mehr

Bana und ihre Familie leben in Syrien, genauergesagt in Aleppo. Dort wird sie, lang ersehnt im Sommer 2009 geboren, ein paar Jahre später folgt ein kleiner Bruder.Die beiden wachsen behütet und geliebt in der Großfamilie auf. Die Familie gehört zur Mittelschicht und es geht ihr gut. Sie haben genug zu essen, eine schöne Wohnung.....
Doch dann ändert sich alles. Der Krieg beginnt. Die ersten Bomben fallen......
Noch machen sich alle keine all zu großen Sorgen....
Doch es wird immer schlimmer. Bana muss erleben, wie um sie herum die Welt, die sie liebt in Trümmer fällt, Häuser werden zerstört, Familien auseinader gerissen, Menschen, auch Kinder sterben......
Es wird immer schlimmer - die Stadt wird belagert, sie leiden Hunger, es gibt kaum Wasser, immer öfter müssen sie den Bunker aufsuchen....
So etwas sollte, niemand, erst recht kein Kind erleben.
Fazit undMeinung.
Das Buch ist aus der Sicht von Bana und ihrer Mutter geschrieben. Bana ist ist als Twittermädchen bekannt geworden. Sie hat Nachrichten ausderbelagerten Stadt in alleWelt verschickt....
Und hier kommen Zweifel auf. Bana war da gerade mal sieben Jahre alt.
Gerade der Teil des Buches der von Bana stammen soll lässt mich verwirrt zurück. Es klingt zum großen Teil sehr erwachsen, was sie schreibt und passt nicht zu einem kleinen Mädchen. Klar reifen Kinder, die Schlimmes erleben schneller. Aber vieles passt trotzdem nicht. Nur selten kommt das Kindliche durch.
Der Teil den die Mutter geschrieben hat, ist sehr emotional. Er ist in Briefform an ihre Tochter verfasst und der Leser spürt, die große Liebe, die die beiden verbindet.
Trotzallem lässt dieses Buch mich zwiegespalten zurück. Es ist gut, dass die Welt erfährt, was da los ist in Syrien. Und es ist ja auch noch nicht zu Ende.....
Und die Welt hört sicher eher zu, wenn ein kleines niedliches Mädchen davon berichtet.
Bana und ihre Familie leben heute in der Türkei - der Krieg ist für zu sie zu Ende.
Trotz aller Zweifel möchte ich dem Buch knappe 4 Sterne geben und Danke dass ich bei der LR dabei sein durfte.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

schlossherrin schlossherrin

Veröffentlicht am 20.02.2018

Ich bin das Mädchen aus Aleppo

Ein Buch, das den Leser wirklich ratlos zurückläßt und der sich fragt, was diese Menschen alles aushalten müssen und auf sich nehmen, um zu überleben. Bana, ein siebenjähriges Mädchen erzählt die Geschichte ... …mehr

Ein Buch, das den Leser wirklich ratlos zurückläßt und der sich fragt, was diese Menschen alles aushalten müssen und auf sich nehmen, um zu überleben. Bana, ein siebenjähriges Mädchen erzählt die Geschichte ihrer Familie vor und während des Krieges in Aleppo. Sie und ihre Mutter wechseln sich bei den Berichten ab und schreiben es je aus ihrer Sichtweite auf. Bana ist für ihr Alter ein sehr reifes Kind, was aber bestimmt die Kriegserlebnisse ausmachen. Dann aber träumt sie wieder von ihren Puppen und ihren pinkfarbenen Stiefelchen, was sie gleich wieder kindlicher aussehen läßt. Sie erzählt, wie alles mit dem Krieg anfing, wie ihr Vater gefangengenommen wurde, ein Onkel schwer verletzt wird, von ihrer Freundin Yasmin, die bei einem Bombenangriff getötet wurde, vom Hunger, von der Lebensmittelknappheit, von den vielen Bomben, die ständige Flucht in den Keller und die ständige Angst, getroffen zu werden. Als ihre Mutter schwanger wird, fliehen sie zur Entbindung in die Türkei, kommen dann aber wieder zurück, um dann später abermals zu fliehen. Banas kleinerer Bruder ist derart traumatsiert, dass er nicht spricht. Die Flucht aus Syrien war dann letztendlich ihre Rettung. Bana und ihre Mutter teilen ihre Sorgen per Facebook und Twitter der Welt mit und baten inständig um Hilfe. Auch die vielen Bilder, die das Buch enthält zeigen uns, wie schlimm die Lage in Aleppo ist. Eich Buch, das uns aufrüttelt und zeigt, wie gut es uns allen in unserem Land geht, wo wir alles bekommen und jeder ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen kann. Ich bewundere den Mut dieses Mädchens, sich mit ihrem Anliegen an die Weltöffentlichkeit wandte.

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sabrina_sbs sabrina_sbs

Veröffentlicht am 20.02.2018

Das Mädchen aus Aleppo öffnet dem Leser die Augen

Bana Alabed lebt mit ihrer großen Familie in Aleppo und ihre ersten Lebensjahre sind noch glücklich – doch dann bricht der Bürgerkrieg aus. Aus dem unbeschwerten Mädchen wird ein Kind, welches sich mit ... …mehr

Bana Alabed lebt mit ihrer großen Familie in Aleppo und ihre ersten Lebensjahre sind noch glücklich – doch dann bricht der Bürgerkrieg aus. Aus dem unbeschwerten Mädchen wird ein Kind, welches sich mit seiner Familie vor den Bombenangriffen manchmal Ewigkeiten im Keller verstecken muss, das unter den Rationierungen von Strom, Wasser und Nahrung leidet, den Tod und die Unmenschlichkeit tagtäglich erleben muss und trotzdem immer noch stark ist. Bekannt wurde sie, weil sie über Twitter versucht die Welt auf die Schrecken in Syrien aufmerksam zu machen.

Für dieses Buch die richtigen Worte zu finden ist unglaublich schwierig. Die Gräueltaten werden gut nachvollziehbar und bildlich dargestellt und haben mich nicht selten heftig schlucken lassen. Gelegentlich musste ich das Buch auch komplett zur Seite legen, weil es einfach schrecklich ist, was syrische Männer, Frauen und vor allem die Kinder Tag für Tag erleiden mussten. Die Ängste, die Zwänge und die Unsicherheiten werden in diesem Buch sowohl bei den Ausführungen der Mutter, als auch bei Banas Abschnitten sehr deutlich und lassen jedem emphatischen Menschen fast das Blut in den Adern gefrieren. Wobei mich die Ausführungen der Mutter deutlich mehr emotional packten, als Banas Schilderungen. Die Mutter hat eine gewisse Authentizität, die mir bei Bana stellenweise etwas fehlte. Natürlich werden Kinder, die keine echte Kindheit haben schneller erwachsen, was sich vielleicht auch in der Art des Schreibens niederschlägt, allerdings waren mir Banas Abschnitte viel zu verkopft (obwohl der Stil recht simpel gehalten ist, ist er fast nie kindlich, auch wenn ab und an mancher kindliche Gedanke verarbeitet wird), nur selten hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte wirklich von der Kleinen geschrieben wurde. Viel häufiger erscheint es mir, dass Banas Geschichte von einem Erwachsenen verfasst wurde. Das kann ich natürlich nicht beweisen, aber es ist eben auch nur so ein Gefühl gewesen. Genau dieses Gefühl brachte mich auch zum Recherchieren ihrer Twittergeschichte und ich wurde auch prompt fündig. Einiges nährt gewisse Zweifel, auch die Frage, ob es in Ordnung ist Kinder zu instrumentalisieren (zumindest habe ich bis zu einem gewissen Grad den Eindruck, dass genau das geschehen ist) und einiges anderes lässt sich kritisch hinterfragen, sodass das Buch auch besonders viel Stoff für Lesezirkel bietet. Aber auch andere Themen, wie beispielsweise die Hoffnung oder Heimatverbundenheit lassen sich toll diskutieren. Das Buch als solches ist vielleicht alles andere als perfekt, aber die Auseinandersetzung mit dem traurigen und erschütternden Schicksal der Syrer muss stattfinden.

Auch die Bewertung als solche ist unheimlich schwierig. Ohne dieses Hintergrundwissen (wobei auch da – die Bilder auf Banas eigenen Kanälen einmal ausgenommen - zumindest theoretisch einiges falsch dargestellt sein könnte) hätte ich nur geringe Abzüge, wenn überhaupt vorgenommen. Da ich nun aber diese im Buch entstandenen und im Netz verfestigten Zweifel gegenüber Banas Urheberschaft hatte, wollte ich nur drei Sterne geben. Nachdem nun etwas Zeit nach der Lektüre vergangen ist, ist mir aber klar geworden, dass es viel zu wichtig ist, was Bana und ihre Mutter berichten, welche Message die das Buch – jenseits dessen, wie es nun wirklich geschrieben wurde- transportiert, sollten möglichst viele lesen. Es rückt in jedem Fall jedes kleinere Problem, das man im europäischen Alltag so hat, in ein anderes Licht…

In keinem Fall sollte dieses Buch ein Kind lesen, Jugendliche wohl nur, wenn sie etwas befestigt sind und sich mit anderen darüber austauschen können.

Dieses Buch mag man irgendwann gelesen haben, aber solange der Krieg tobt, wird der Leser es nie komplett beendet haben.

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Tintenpatrone Tintenpatrone

Veröffentlicht am 19.02.2018

Man kann beides sein, tapfer und voller Angst

Seit 2012 ist Bürgerkrieg in Syrien. Ungefähr 500000 Menschen sind seitdem durch Bombenanschläge getötet worden, tagtäglich werden es mehr. Tausende Familien haben seitdem ihr Zuhause und ihre Zukunft ... …mehr

Seit 2012 ist Bürgerkrieg in Syrien. Ungefähr 500000 Menschen sind seitdem durch Bombenanschläge getötet worden, tagtäglich werden es mehr. Tausende Familien haben seitdem ihr Zuhause und ihre Zukunft verloren. Kinder, Männer, Frauen, Alte, Kranke. Sie flüchten in andere Länder, verfolgt von Armut, Trauer, Angst und Hoffnung. Und mittendrin Bana Alabed, das Mädchen aus Aleppo.

"Viele Kinder waren auf ihren Schulbänken gestorben, während sie einfach nur lernen wollten."

Bana war gerade einmal 4 Jahre alt, als die ersten Bomben auf Aleppo hinunterregneten. Seitdem sind es unzählige weitere geworden.
Bana und ihre Familie hatten alles was man für ein glückliches Leben braucht: Arbeit, Nahrung, ein Zuhause, ein Land, das sie stolz machte, Zusammenhalt und Liebe. Mit Erschrecken erzählt Bana, wie ihnen alles genommen wurde, was ihnen wichtig war. Sicherheit, Freude, ein Dach über dem Kopf, Familie, Freunde.
Und wie aus der einst so lebhaften und sonnigen Stadt Aleppo ein zerbomter Trümmerhaufen inmitten von Angst, Wut und Verzweiflung wurde.

"Einer der schlimmsten Aspekte von Krieg ist, wie schnell man sich an die Gewalt und den Tod ringsum gewöhnt."

Durch die Augen eines kleinen Schulmädchens wirkt der Krieg noch größer und unbekannter als er uns eigentlich schon sein sollte. Es wirkt wie ein Abenteuerroman, wenn Bana erzählt, wie sie sich das unzähligste Mal mit ihrer Familie im Keller verstecken musste, um nicht von den Bomben getroffen zu werden. Nur ist es eben kein Abenteuerroman. Es ist die Realität.

"Es ist nur sehr schwer vorstellbar, wie grauenhaft es ist, an einem Ort zu sein, wo rundum Bomben fallen, die ganze Zeit über."

Das Buch wird abwechselnd aus Banas Sicht und der Sicht ihrer Mutter erzählt. Mir persöhnlich hat das sehr gut gefallen, da man dadurch auf eine wirklich emotionale und ergreifende Reise durch den Krieg mitgenommen wird. Bana betrachtet den Krieg aus Kinderaugen, erzählt die aktuelle Lage in Syrien und wie es ihr und ihrer Familie ergeht. Ihre Mutter betrachtet das alles aus erfahrenen, erwachsenen und mütterlichen Augen. Sie spricht dabei direkt zu Bana und erzählt wie es ihr erging, während ihre Kinder dem Krieg, Armut und Gewalt ausgesetzt waren. Wie es ist, das was man am meisten liebt - seine Kinder- vor dem schützen zu wollen, was so unvermeidlich ist. Und dabei niemals die Hoffnung zu verlieren.

"Der menschliche Hang zum Optimismus ist unsere größte Stärke und unsere größte Schwäche zugleich."

Der Lesespaß bleibt bei dem Buch ein wenig auf der Strecke liegen, und ich denke es ist klar warum. Dennoch ist es unglaublich ergreifend geschrieben, und aufgrund der kindlichen Schreibweise sehr schön "leicht" zu lesen. Auch ihre Mutter hat einen ungalublich fließenden Erzählstil, der mir persöhnlich sogar noch besser als der von Bana gefällt.

"Man weiß nicht, was echter Schmerz ist, bis man in die Augen einer Mutter blickt, die ihr Kind verloren hat."

Was mir auch sehr gut gefallen hat ist, das es auch Fotos von Bana, ihrer Familie und den Ausmaßen des Krieges gibt, die Bana und ihre Mutter während des Kreiges dort mit ihrem iPad gemacht haben. Obwohl man sich die ganzen zerbomten und zertrümmerten Gebäude manchmal gar nicht wirklich vorstellen möchte.

"Ich verstand nicht, warum überhaupt gekämpft wurde."

Das Ergreifendste an der ganzen Erzählung ist jedoch, dass Bana ihr Hang zum Optimismus nie verlässt. Sie glaubt fest daran, dass alles wieder gut wird und dass sie später einmal wieder in die Schule gehen kann und mit ihrer Familie in Aleppo leben wird. Bestärkt wird sie dabei von ihrer Mutter, die ihr und ihren zwei kleinen Brüdern immer wieder erneut Hoffnung macht und sie dazu ermutigt nie aufzugeben.

"Das ist das Paradoxe am Krieg - man schmiedet ebenso eifrig und entschlossen Zukunftspläne, wie man sich darauf einstellt, dass man vielleicht gar keine Zukunft hat."

Paradox ist auch, das ein kleines Mädchen anfängt ein Buch über das Leben im Krieg zu schreiben.
SPOILER Gerade gegen Ende des Buches wird es immer schlimmer. Der Familie geht es von Tag zu Tag schlechter, keine Nahrung, kein sauberes Wasser, Kälte, Krankheit und Perspektivlosigkeit SPOILER.
Und Bana, das kleine Mädchen, das mittlerweile gar nicht mehr so klein ist, sondern viel zu schnell erwachsen geworden ist.
Und sie ist nicht das einzige Kind auf der Welt, dem es so ergeht. Viel zu viele Kinder erleben im Krieg eine Welt, die sie nicht verdient haben. Die NIEMAND verdient hat. Und das schlimmste daran ist, dass sie den Krieg irgendwann als Selbstverständlichkeit hinnehmen.

"Es ist schon seltsam, dass die Bomben irgendwann zu Hintergrundgeräuschen wurden, die wir ausblenden konnten, wie Voglegesang oder Regen."

Bana war während des Krieges aber auch sehr aktiv auf sozialen Netzwerken, insbesondere auf Twitter. Ständig fragt sie sich, ob wir überhaupt wissen, was dort bei ihnen passiert und warum wir denn nicht helfen würden. Sie bekommt zum Geburtstag ein iPad geschenkt, mit dessen Hilfe sie die Menschen auf der ganzen Welt darüber informiert, was genau gerade in Syrien passiert, wie es ihr und ihrer Familie geht und dazu aufruft zu helfen. Dazu gründete sie sogar den #Standwith Aleppo.

"Ich war es müde, ums Überleben zu kämpfen. Ich dachte, vielleicht wäre es besser, wenn uns eine Bombe traf und wir nicht mehr so weiterleben mussten."

Dieses Buch ist es auf jeden Fall Wert gelesen zu werden. Nicht weil es lyrisch oder literarisch auf einem enorm hohen Niveau ist, und auch nicht, weil es so unglaublich spannend ist. Nein. Weil es mit viel Liebe und Herz über das berichtet, das keiner von uns will. Krieg. Und weil es Mut macht. Und dazu aufruft, niemals die Hoffnung zu verlieren.

"Für Krieg gibt es einfach keinen guten Grund. Denn wenn erst alle tot sind, was dann? Was ändert sich dadurch?"

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katrin297 katrin297

Veröffentlicht am 19.02.2018

Krieg aus den Augen eines Kindes

Der Bürgerkrieg in Syrien scheint für viele Menschen ganz weit weg zu sein, man kann sich nicht vorstellen was da wirklich passiert und erklären kann man es sowieso nicht. Bana Alabed, ein sieben-jähriges ... …mehr

Der Bürgerkrieg in Syrien scheint für viele Menschen ganz weit weg zu sein, man kann sich nicht vorstellen was da wirklich passiert und erklären kann man es sowieso nicht. Bana Alabed, ein sieben-jähriges Mädchen berichtet von ihrem Leben in Aleppo. Bana ist ein sehr wissbegieriges, aufgewecktes Mädchen, die rosa und Glitzer liebt, Wackelpuddung isst und mit ihrem Vater gerne schwimmen geht. Sie wächst umringt von einer großen Familie auf und fühlt sich beschützt und behütet, bis sich plötzlich alles ändert. Zuerst wird ihr Vater festegenommen und dann fallen Bomben. Plötzlich wird Bana mit Zerstörung, Ungerechtigkeit, Verlust und Tod konfrontiert. Niemand ist auf einen Krieg vorbereitet, schon gar nicht ein Kind. Ab und zu gibt es Abschnitte, die Banas Mutter an Bana gerichtet schreibt, vor allem in diesen Abschnitten spürt man die Angst der Mutter um ihre Kinder und die Hilflosigkeit. Sie erklärt die Verbundenheit udn Liebe zu Syrien, so dass man besser versteht, warum sie nicht gleich geflohen sind, sondern immer gehofft haben, dass die SItuation sich entschärft. Doch die Situation wurde nur schlimmer.
Banas Geschichte geht einem unter die Haut. Ich musste ab und zu das Buch weglegen, weil ich es erst mal verdauen musste, was sie alles erlebt hat. Zwar bewunder ich dieses kleine Mädchen, dass sie kämpft und eine Twitter account gründet um die Welt auf Aleppo aufmerksam zu machen, gleichzeitig bringt sie sich und ihre Familie dadurch in Gefahr, denn für das Regime ist das ein Dorn im Auge. Darüberhinaus wird dieses Mädchen als Propagandamittel benutzt.
Trotz allem finde ich es wichtig, dass ihre Geschichte erzählt wird und ich hoffe, dass noch viel mehr Menschen den Mut finden ihre Geschichte zu erzählen und somit der Welt die Augen öffnen. Niemand sollte Bomben unterscheiden können, schon gar nicht ein Kind. Niemand sollte hungern, schon gar nicht ein Kind. Mit Kindern empfinden die meisten Menschen mehr Mitleid als mit Erwachsenen, deswegen hoffe ich, dass man Banas Geschichte lesen wird und handeln wird.
Ich finde es gut, dass am Anfang deutlich wird, dass Aleppo am Anfang eine ganz normale Stadt war und sich keiner vorstellen konnte, dass es dort Krieg geben wird. Das vergessen viele. darüberhinaus kann Krieg jeden treffen. Ich hoffe sehr, dass banas geschichte die Menschen sensibilisiert zum Thema Flüchtlinge und die Menschen motiviert zu helfen.
Von dem Schreibstil habe ich mir mehr "Kindlichkeit" gewünscht. Vor allem die Abschnitte von Banas Mutter haben mich sehr berührt, weil diese sehr emotional sind.
Dieses Buch sollte jeder lesen!

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Autorin

Bana Alabed

Bana Alabed - Autor
© Bana Alabed

Im Dezember 2016 verstummte die Twitter-Stimme, die am Ende 360.000 Menschen erreichte. Bana konnte mit ihrer Mutter aus Aleppo fliehen und lebt vorübergehend im Nachbarland Türkei. Sie ist heute acht Jahre alt und glücklich, wieder zur Schule gehen zu können. Sie wird weiterhin für den Frieden in Syrien kämpfen.

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