Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
 - Akram El-Bahay - eBook

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10,99

inkl. MwSt.

Bastei Entertainment
Fantasy Bücher
382 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-3939-0
Ersterscheinung: 25.08.2017

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt

Roman

(40)

Sam ist ein Dieb – aber mit einer List gelingt es ihm trotzdem, in die Palastwache von Mythia aufgenommen zu werden. Er träumt von einem neuen Leben, von großen Aufgaben. Vielleicht wird er gar als Wache des Weißen Königs eingesetzt? Doch statt des Königs soll er nur alte, staubige Bücher bewachen, in der riesigen Bibliothek unterhalb der Stadt. Wie langweilig! Sam kann nicht mal lesen. Bald jedoch erfährt er am eigenen Leib, dass die hallenden Bücherschluchten ebenso gefährliche wie fantastische Geheimnisse bergen ...

 

Rezensionen aus der Lesejury (40)

Siraelia Siraelia

Veröffentlicht am 19.09.2017

Phantasievoller und mitreißender Start für diese neue Trilogie

Akram El-Bahay ist mit „Bücherstadt – die Bibliothek der flüsternden Schatten“ ein fulminanter Start in diese Trilogie gelungen!

Der Autor entführt einen schon von der ersten Seite an in die Stadt Mythia ... …mehr

Akram El-Bahay ist mit „Bücherstadt – die Bibliothek der flüsternden Schatten“ ein fulminanter Start in diese Trilogie gelungen!

Der Autor entführt einen schon von der ersten Seite an in die Stadt Mythia – der Autor hat Barcelona als Vorbild für die Schaffung dieser wundersamen Stadt genommen – und in die Stadt unter der Stadt: Paramythia. Man kann sich richtig vorstellen neben dem Hauptprotagonisten Samir das Abenteuer in der Bücherstadt zu beginnen. Sam war bisher als Dieb aktiv und wechselt aus Gründen, die der Leser nur nach und nach erfährt zur Wache des weißen Königs. Allerdings wird er nicht als Mitglied der Leibgarde eingesetzt (was er sich erhofft hatte) sondern muss eines der vielen Tore der Bücherstadt bewachen. Aber auch dort wird es nicht langweilig. So trifft er dort auf Fabelwesen und muss sich erst nach und nach orientieren, wer auf welcher Seite steht und wem man trauen kann. Es dauert nicht lange und er muss wieder in seinem alten Job, als Dieb aktiv werden.

Akram El-Bahay konnte mich mit seinem Schreibstil, der sehr mitreißend ist und mich das Buch nicht aus der Hand legen ließ, total überzeugen. Nach und nach werden weitere Informationen in den Plot eingewoben, sodass man durchgängig am überlegen ist, welche Wendungen der Plot noch nehmen kann. Die Charaktere haben Tiefe und die Szenen sind bildlich und überzeugend beschrieben. Lesegenuss pur! Da von vornherein klar war, dass es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt, war vorhersehbar, dass das Ende nicht alle offenen Stränge abschließt. Ich freue mich auf den zweiten Teil, der nächstes Jahr auf den Markt kommen wird und kann jedem das Buch jedem Fantasy Fan ans Herz legen. Für diesen Lesegenuss vergebe ich verdiente 5 von 5 Sterne.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Lrvtcb Lrvtcb

Veröffentlicht am 19.09.2017

Sehr bildhafte Sprache und viel Handlung, aber zu wenig Gefühl

Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass ich eine Bibliophile bin. Ich liebe Bücher, die Geschichten, die sie beherbergen, und die Gemütlichkeit, die sie in der Wohnung ausstrahlen. Wie sollte ... …mehr

Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass ich eine Bibliophile bin. Ich liebe Bücher, die Geschichten, die sie beherbergen, und die Gemütlichkeit, die sie in der Wohnung ausstrahlen. Wie sollte ich da der „Bücherstadt – Die Bibliothek der flüsternden Schatten“ widerstehen. Schon das Cover zeigt eine traumhafte Bibliothek, durch die ich super gerne schlendern würde.

Der Leser muss bei dem Buch nicht lange warten bis er auch in die Bücherstadt eintauchen kann. Es wird wirklich eine Bibliothek in Größe einer Stadt vorgestellt, in der eine Abteilung so groß ist, wie ein Stadtviertel und in der es ellenlange Gänge gibt. Durch die Ruhe dringt ab und zu ein Flüstern der versteckten Geschichten und der vielen Bücher. Ich habe mich direkt in die Bilder, die in meinem Kopf entstanden sind, verliebt.

Mit diesem positiven Gefühl habe ich weitergelesen. Ich habe Sam, den Dieb, kennen gelernt, dessen neue Berufung die Bewachung der Bibliothek ist. Ab dem Moment überschlagen sich die Ereignisse. Es bleibt eigentlich keine Zeit, um einmal Luft zu holen und alles zu verarbeiten. Bei all dem, was passiert und wie sich Sam verändert, ist er mir dennoch ein Fremder geblieben. Die Geschichte wird zwar aus seiner Sicht geschrieben, aber über sein Innenleben erfährt der Leser eigentlich nichts. Ich brauche bei einem Fantasy-Buch nicht zwingend eine Liebesgeschichte, aber ich hätte gerne mehr Gefühl gehabt. Ich hätte bei dem Lesen gerne einmal Angst, Spaß oder Zugehörigkeit empfunden. Stattdessen hat mich die Geschichte leider zu keiner Zeit berührt. Die meiste Zeit habe ich mich wie ein passiver Beobachter gefühlt, der an der Seitenlinie steht und dabei zuschaut, wie die Geschichte vorbeizieht.

Durch die fehlenden Emotionen hat sich die Geschichte für mich sehr gezogen, sodass ich am Ende eigentlich froh war, als ich das Buch ausgelesen habe. Auch wenn das Buch sehr zauberhaft begonnen hat, so hat es zum Ende hin sehr stark nachgelassen. Die magischen Momente sind ausgeblieben und selbst die Beschreibungen der schönen Bibliothek konnten irgendwann nicht mehr die Distanz zu den Charakteren wettmachen. Für mich endet hier wohl die Reise durch die Bücherstadt.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Schulli Schulli

Veröffentlicht am 19.09.2017

Eine mystische und geheimnisvolle Geschichte für Fantasyfans und solche, die es noch werden wollen.

Dieses Buch durfte ich als Teilnehmer einer Leserunde bei der Lesejury.de lesen. Es war meine erste Leserunde und sie hat mir sehr gefallen, woran dieses Buch nicht unwesentlichen Anteil hatte. Bereits ... …mehr

Dieses Buch durfte ich als Teilnehmer einer Leserunde bei der Lesejury.de lesen. Es war meine erste Leserunde und sie hat mir sehr gefallen, woran dieses Buch nicht unwesentlichen Anteil hatte. Bereits die erste Leseprobe hat mir sehr gefallen.

*Achtung die nachfolgende Zusammenfassung und das Folgende kann Spoiler enthalten!*

Die Geschichte spielt in einer mittelalterlich und orientalisch anmutenden Stadt. Der Held dieses Buches ist ein Dieb, der allerdings alles andere als ein ganz gewöhnlicher kleiner Schurke ist. Wie man im Laufe des Buches erfährt, kann man ihn getrost als Meisterdieb bezeichnen, der in seinem Fach bereits einige beeindruckende Taten begangen hat. Umso verwunderlicher scheint es, dass Samir, so heißt unser Held, beschließt seine „berufliche“ Laufbahn an den Nagel zu hängen und etwas völlig anderes zu machen. Er bewirbt sich um eine Stellung in der königlichen Palastwache und wird dort auch angenommen, wobei er auch hier etwas nachgeholfen hat. Er wird sodann den Wächtern der Bücherstadt Paramythia zugeteilt. Nur am Rande erfährt man zunächst, dass ein tragisches Ereignis diesen Schritt gefördert hat. Auch sonst erfährt man zunächst wenig von seinem bisherigen Leben. Die Tätigkeit als Wächter der Bücherstadt ist zunächst recht gewöhnlich. Doch es dauert nicht lang und die Ereignisse überschlagen sich förmlich. Samir gerät in eine sehr ungewöhnliche, gefährliche und mystische Geschichte. Er lernt dabei unter anderem die Dienerin Kani und ihren Vater kennen. Mit deren Hilfe und der Hilfe weiterer mystischer Geschöpfe versucht er ein großes Geheimnis zu lüften. Doch es gibt auch mächtige Gegenspieler die genau das zu verhindern versuchen …

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Der Anfang ist zunächst etwas holprig geschrieben, sodass ich das Gefühl hatte, dass zwischen den einzelnen Szenen Pausen oder Sprünge eingefügt worden. Aber dies ist nur bei den ersten Seiten der Fall. Vielleicht muss sich auch erst an den Schreibstil gewöhnen. Doch es stellt sich dann recht schnell ein flüssiges Lesevergnügen ein, welches den Leser fesselt und in seinen Bann zieht. Am Anfang ist die Geschichte noch geradlinig, aber dies ändert sich schon bald und die Ereignisse überschlagen sich. Der Autor hat es in einer sehr schönen Art und Weise geschafft die Spannung recht schnell aufzubauen und konsequent bis zum Schluss zu erhalten. Der Schluss der Geschichte kommt dann sehr abrupt und man möchte eigentlich weiterlesen, da noch so viele Fragen offen sind. Zwar haben sich unsere Helden bis zum Schluss durchgekämpft, wenn auch mit Verlusten, aber die Gefahr ist noch lange nicht gebannt und schaut ihnen nach. Hier wird deutlich, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Auch der Schreibstil von Akram El-Bahay gefällt mir gut. Man kann sich super in die Geschichte und ihre Orte und Charaktere reinversetzen. Die Beschreibungen sind detailreich, aber trotzdem nicht überzogen. Er hat es verstanden dem Leser ein gutes Bild von den Geschehnissen zu vermitteln ohne, dass die Spannung darunter leidet. Dies fällt auch dadurch auf, dass der Leser die Informationen zu Samirs bisherigem Leben nur stückweise präsentiert wird. Man erfährt immer gerade so viel, wie es eben gerade ausreicht um seine Bewegründe nachvollziehen zu können. Doch der Rest bleibt erstmal verborgen. Auch am Ende bleiben viele Fragen ohne Antwort und weitere ergeben sich.

Die Charaktere sind ebenfalls toll ausgearbeitet und dargestellt. Zum einen haben wir den geheimnisvollen Helden Samir, der es irgendwie schafft die richtig guten Fettnäpfchen nicht zu verpassen. Dabei wird er ein ums andere Mal von neuem gefordert. Doch er stellt sich mutig entgegen und überwindet die Hürden auch dank seiner Mitstreiter. Dann wäre da noch Kani, welche wir zunächst als eine der Dienerinnen des Palastes kennen lernen. Aber auch bei ihr wird schnell klar, dass sie mehr als das ist. So trifft Samir sie eines Nachts bei einer sehr ungewöhnlichen Jagd und erhält einen Kuss zum Dank. Zwischen den beiden entwickelt sich im Laufe der Geschichte mehr als nur ein Zweckbündnis und vielleicht auch noch mehr als nur eine Freundschaft. Aber auch bei Kani versteht es der Autor eben nur so viel zu verraten, wie wir zunächst wissen müssen und sogar dadurch ergeben sich weitere Fragen, welche die Spannung auf die Fortsetzung hochhalten.

Auch den Vater von Kani, einen Gelehrten der Universität, lernen wir kennen. Durch seine große Erfahrung und seinen Entdeckerwillen hilft er den beiden bei der Suche nach dem Geheimnis der Bücherstadt. Diese Figur ist ebenfalls schön dargestellt und beschrieben. Man kann sich den alten und neugierigen „Professor“ sehr gut vorstellen.

Auf der Seite der Gegenspieler steht unter anderem die Beraterin des Königs, die doch weit mehr als das zu sein scheint. So ein bisschen hat man das Gefühl, dass sie die eigentliche Herrscherin sein könnte, aber es bleibt eben auch nur so ein Gefühl. Bis zum Schluss bleibt dieser Figur geheimnisvoll, gefährlich und höchst mystisch.

Dann wäre da noch das ein oder andere Fabelwesen, welche auf zunächst unbekannte Weise aufgetaucht sind. Ihnen gehört die eigentliche Geschichte, bei der deren Geheimnisse gelüftet werden sollen. Diese Wesen sind zwar angelehnt an andere Fabelwesen unserer Zeit, dennoch hat es der Autor geschafft sie ganz individuell für diese Geschichte zu erschaffen. Die Beschreibungen fallen zwar etwas dürftig aus, doch es reicht aus um sich ein Bild zu machen und den Rest der eigenen Fantasie zu überlassen.

Insgesamt hat man hier ein sehr gutes Buch, bei dem man von Anfang bis Ende guten Lesespaß bekommt und dazu noch eine Option auf mehr. Durch die schöne Schreibweise ist dieses Buch wohl nicht nur für erwachsene und eingefleischte Fantasyfans geeignet, sondern für Jugendliche und für Genreeinsteiger.

Zum Abschluss noch etwas über den Anfang des Buches. Das Cover ist sehr schön gestaltet. Es birgt im Vordergrund ein sehr geheimnisvoll anmutendes Buch, womöglich ein Hinweis auf die folgende Geschichte, und im Hintergrund eine Andeutung einer alten Bibliothek. Umrahmt wird das ganze durch die Worte „BÜCHER STADT“ in goldenen Lettern. Unten findet sich auch noch eine kleine Erläuterung durch die Worte „Die Bibliothek der flüsternden Schatten“. Auch diese flüsternden Schatten kann man im Hintergrund erahnen. Haben wir sie nicht alle schon in einer Bibliothek gespürt, diese flüsternden Schatten welche uns dazu aufgerufen haben die Bücher zu lesen …

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

PMelittaM PMelittaM

Veröffentlicht am 17.09.2017

Bildhaft und mit viel Phantasie

Sam möchte kein Dieb mehr sein, lieber wäre er Wächter im Palast des Weißen Königs von Mythia. Und tatsächlich schafft er es in die Wache, allerdings soll er Paramythia bewachen, die Bücherstadt unter ... …mehr

Sam möchte kein Dieb mehr sein, lieber wäre er Wächter im Palast des Weißen Königs von Mythia. Und tatsächlich schafft er es in die Wache, allerdings soll er Paramythia bewachen, die Bücherstadt unter der Stadt. Niemals hätte er gedacht, dass dieser Job gefährlich sein kann …

Endlich ist der erste Band der neuen Trilogie des Autors erschienen, auf den ich mich schon sehr gefreut hatte. Dieses Mal geht die Reise in das fiktive Land Mythia. Allzu viel erfährt man noch nicht über dieses Land und seine Bewohner, es mutet leicht orientalisch, aber nicht allzu modern an, wird monarchisch regiert, und es scheint eine gewisse Form von Magie zu geben.

Sam, eigentlich Samir, ist mir gleich sympathisch gewesen, so dass ich in gerne begleite. Die weiteren Charaktere sind noch nicht alle gänzlich einzuordnen, da gibt es z. B. Sabah, die Beraterin des Königs, die ganz sicher mehr als ein Geheimnis hat, Kani, eine junge Dienstmagd, deren Vater Hakim Gelehrter in der Universität ist, Assasil, der Herr der Wache, der immer eine Maske trägt, oder die bunte Schar der Diebesgilde. Nicht jeder, mit dem Sam hier zu tun bekommt, ist menschlich.

Die nicht-menschlichen Wesen sind dieses Mal nicht den Geschichten aus 1001 Nacht entlehnt, erinnern zwar teilweise an bekannte Mythen und Legenden, sind aber wohl Neuerfindungen des Autors. So kann man gespannt sein, mit was Sam und der Leser es noch zu tun bekommen wird, und welche Rätsel und Lösungen noch darauf warten, entdeckt zu werden. Wie in der Flammenwüste-Trilogie gibt es auch hier wieder Geschichten in der Geschichte, die für das Geschehen nicht unwichtig sind, und die man gerne liest.

Für mich ist Akram El-Bahay ein begnadeter Geschichtenerzähler, und das zeigt er auch hier wieder, er spinnt eine Geschichte, die relativ harmlos beginnt, aber Sam, und mit ihm den Leser, nach und nach immer tiefer in eine Geschichte verstrickt, deren Ende noch lange nicht in Sicht ist, und die mit einigen Überraschungen aufwartet. Der Autor erzählt sehr bildhaft und voller Phantasie, die Geschichte ist spannend, man mag sie kaum aus der Hand legen, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Am Ende sind ein paar Fragen beantwortet, aber längst nicht alle, so dass man sehnsüchtig auf die Fortsetzung wartet.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, ich mag einfach den märchenhaften Stil der Romane des Autors und freue mich schon sehr auf die Folgebände. Von mir gibt es volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für alle Fantasy-Fans.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Stephie2309 Stephie2309

Veröffentlicht am 17.09.2017

Wer phantastische Geschichten liebt, in denen Bücher eine zentrale Rolle spielen, liegt hiermit genau richtig!

„Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt“ ist ein wahrlich magischer Fantasy-Roman, der den Leser in eine faszinierende Welt entführt, die das Herz eines jeden Bücherwurms höher schlagen ... …mehr

„Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt“ ist ein wahrlich magischer Fantasy-Roman, der den Leser in eine faszinierende Welt entführt, die das Herz eines jeden Bücherwurms höher schlagen lässt.

Akram El-Bahay hat ein großartiges, geradezu paradiesisches Setting erschaffen, ober- wie unterirdisch, das man nur zu gern selbst einmal erkunden - und vermutlich nie wieder verlassen - würde. Trotz der phantastischen Elemente hat die fiktive Welt, in der die Geschichte spielt, viel mit der unseren gemein. Die Gesellschaft ist jedenfalls alles andere als perfekt und auch Rassismus ist Samir leider nicht fremd.

Sowohl Mythia als Paramythia, die scheinbar unendliche Bibliothek voller geheimnisvoller Bücher mit einem mysteriösen Herzen aus Tinte, in dem sich womöglich einzigartige Fabelwesen verbergen, werden sehr detailliert und anschaulich beschrieben, wobei der eigenen Vorstellungskraft keine Grenzen gesetzt werden. Generell fällt der wunderbare, bildhafte Schreibstil des Autors schon nach kurzer Zeit positiv auf. Manche Sätze sind so schön formuliert, fast schon poetisch, dass man sogar das Bedürfnis hat sie mehrfach zu lesen.

Mit Ausnahme des Prologs sowie des Epilogs wird die gesamte Geschichte aus der Perspektive von Samir geschildert, dem man sich ungeachtet des Rückgriffs auf einen personalen Erzähler sehr verbunden fühlt. Die übliche Distanz zu den einzelnen Figuren, die mit dieser Erzählform leider oft einhergeht, spürt man hier insofern nicht.

Der Protagonist Samir ist einem auf Anhieb sympathisch, obwohl er ein Dieb und folglich nicht gerade ein strahlendes Vorbild ist. Doch er stiehlt grundsätzlich nur von jenen, die mehr haben als sie brauchen, und ist denen gegenüber, die weniger haben als er selbst, ausgesprochen großzügig, was ihn sehr liebenswert macht. Außerdem will er sich ändern und wird daher Mitglied der Palastwache, muss aber zu seiner Enttäuschung statt des Königs „nur“ eines der Tore in Paramythia bewachen, die in das Herz führen, zu dem nur Wenige Zugang haben. Diese Aufgabe stellt sich jedoch nicht als so ereignislos und ungefährlich heraus wie ursprünglich angenommen.

Der Grund für Samirs Sinnes- bzw. Lebenswandel liegt offenkundig in seiner Vergangenheit. Die genauen Umstände werden aber zunächst nur angedeutet und erst am Ende offen gelegt. Man hat allerdings relativ schnell einen Verdacht, der sich schließlich auch bestätigt.

Neben Sam gibt es aber, abgesehen von den ohnehin faszinierenden Fabelwesen, noch einige andere, interessante Figuren, allen voran Kani, die wunderschöne Dienerin, die im Verlauf der Handlung sein Herz erobert. Sie ist eine mutige, starke und kluge junge Frau, die in das Herz Paramythias gelangen will, um mehr über die Fabelwesen und deren Herkunft zu erfahren. Ihrem Vater, Hakim, war es als Gelehrtem früher noch erlaubt Paramythia zu betreten, weshalb er viel über die Bücherstadt weiß. Er sucht ebenfalls nach Antworten, sodass diese drei ungleichen Charaktere schließlich zusammenarbeiten.

Sabah, die geheimnisvolle Beraterin des Königs, ist ebenfalls eine sehr interessante Figur und wird umso faszinierender, je mehr man über sie erfährt. Sie vereint zwei verschiedene Seiten in sich und es ist schwer einzuschätzen, ob sie nun gut oder böse ist- oder beides - und was eigentlich ihr Ziel ist.

Der weiße König wurde hingegen bislang nur erwähnt und spielt selbst noch keine aktive Rolle, doch das wird vermutlich nicht so bleiben. Auf jeden Fall möchte man mehr über ihn erfahren, insbesondere ob er weiß, was seine Beraterin im Schilde führt, oder ob er so ahnungslos ist, wie Sam glaubt.

Die Handlung ist komplex, tiefgründig und durchgängig fesselnd, denn die seltsamen Vorkommnisse in der Bücherstadt häufen sich und werfen ständig mehr Fragen auf. Obwohl er sie mit eigenen Augen gesehen hat, fällt es Sam verständlicherweise schwer sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass die Gestalten, wie die geflügelten Asfura oder die behuften Nushishan, die er bisher nur aus Sagen und Märchen kannte, tatsächlich existieren.

Paramythia hütet also zahlreiche Geheimnisse, die es zu lüften gilt, was nicht ungefährlich ist, da andere offenbar um jeden Preis verhindern wollen, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Auf der Suche nach Antworten stellen sich immer mehr Fragen, von denen zumindest ein paar am Schluss erfreulicherweise schon beantwortet werden, während diverse andere Rätsel natürlich ungelöst bleiben, immerhin sind ja noch zwei Fortsetzungen geplant, in denen man hoffentlich mehr über die Sahiras und die Geschichte sowie die Entstehung Mythias und der Stadt darunter erfährt.

Vor allem im letzten Drittel nimmt die Spannung dann sogar noch einmal zu. Mehr als einmal geraten die Charaktere in riskante Situationen, bei denen demzufolge auch traurige Verluste leider nicht ausbleiben. Bei den vielen Gefahren war es allerdings absehbar, dass nicht alle Beteiligten mit dem Leben davon kommen würden, alles andere wäre zudem schlicht unrealistisch gewesen, so sehr man sich das Überleben der einen oder anderen Figur vielleicht auch gewünscht hätte.

Das Ende ist, wie im Hinblick auf die Fortsetzungen zu erwarten war, relativ offen gehalten und die Geschichte natürlich nicht in sich abgeschlossen. Akram El-Bahay hat aber einen guten Moment für den vorläufigen, sehr vielversprechenden Abschluss gewählt und quält seine Leser wenigstens nicht mit einem nervenaufreibenden Cliffhanger. Die letzten Ereignisse werfen noch ein paar neue, ausgesprochen spannende Fragen auf und die nächsten Bände, die sicher ebenso mitreißend sein werden wie der Serienauftakt, wird man sich infolgedessen auf keinen Fall entgehen lassen.


*FAZIT*

Mit „Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt“ hat Akram El-Bahay einen ausgesprochen spannenden und sehr empfehlenswerten Auftakt zu einer geheimnisvollen Reihe geschrieben, der definitiv Lust auf mehr macht.

Wer phantastische Geschichten liebt, in denen Bücher eine zentrale Rolle spielen, liegt hiermit genau richtig!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autor

Akram El-Bahay

Akram El-Bahay - Autor
© Julia Reibel

Akram El-Bahay hat seine Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf gemacht: Er arbeitet als Journalist und Autor. Als Kind eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter ist er mit Einflüssen aus zwei Kulturkreisen aufgewachsen. Dies spiegelt sich auch in seinen Romanen wider: klassische Fantasy-Geschichten um Drachen und Magie, die ebenso sehr an den "Herrn der Ringe" wie an orientalische Märchen erinnern. Mit seinem ersten Roman "Flammenwüste" war …

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