XXL-Leseprobe: Ich, Eleanor Oliphant
 - Gail Honeyman - eBook

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Bastei Entertainment
Frauenromane
80 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-4336-6
Ersterscheinung: 02.03.2017

XXL-Leseprobe: Ich, Eleanor Oliphant

Roman
Übersetzt von Alexandra Kranefeld

(57)

XXL-Leseprobe zu Gail Honeymans "Ich, Eleanor Oliphant":
Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.
Mit ihrem Debüt "Ich, Eleanor Oliphant" ist Gail Honeyman ein anrührender Roman mit einer unvergesslichen Hauptfigur gelungen. Ihre erfrischend schräge Sicht auf die Dinge zeigt uns, was im Leben wirklich zählt. Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Und vor allen Dingen die Freundschaft.
„Absolut mitreißend.“ Jojo Moyes
 
Diese Leseprobe enthält zusätzlich ein Interview mit Gail Honeyman zu Ihrem Debutroman sowie einen Autorensteckbrief.

Rezensionen aus der Lesejury (57)

Bibbey Bibbey

Veröffentlicht am 08.06.2017

Absolutes Highlight!

Inhalt
Eleanor Oliphant lebt ein sehr einsames Leben. Sie arbeitet unter der Woche und verkürzt sich ihr Wochenende und damit das Warten auf die einzig wirkliche Beschäftigung in ihrem Leben mit Alkohol ... …mehr

Inhalt
Eleanor Oliphant lebt ein sehr einsames Leben. Sie arbeitet unter der Woche und verkürzt sich ihr Wochenende und damit das Warten auf die einzig wirkliche Beschäftigung in ihrem Leben mit Alkohol und dem daraus resultierenden Schlaf. Doch schließlich verliebt sich die junge Frau. Sie findet neuen Lebenswillen und schöpft Hoffnung, plant ihr Leben und startet damit, es zu gestalten. Was für die meisten Menschen alltäglich, ja sogar „normal“ ist, stellt Eleanor Oliphant immer wieder vor neue Herausforderungen. Doch sie geht ihn, den Weg, so schwer er auch erscheint. Und dabei findet sie vor allem eines: Sich selbst.

Meinung
Das ist das erste Mal, dass ich eine Rezension schreiben möchte und nicht weiß, wie ich beginnen soll. Ich kann so viel verraten: Ich bin berührt von diesem unglaublichen Buch! Es hat mich so sehr mitgenommen wie es schon lange kein Buch mehr geschafft hat! Es hat mich selbst verändert, mein Denken, mein Handeln, mein Empfinden. Und es ist schwer, diese grenzenlose Begeisterung in Worte zu fassen.

Eleanor Oliphant, unsere Protagonistin, war mir auf den ersten Seiten tatsächlich unsympathisch. Ich kann nicht sagen, woran genau das gelegen haben mochte und ich schäme mich heute sogar ein bisschen dafür. Diejenigen, die das Buch vielleicht selbst schon gelesen haben, verstehen sicherlich, was ich meine. Allen anderen sei gesagt: Lasst euch bitte, bitte von diesem Roman überraschen. Es lohnt sich! Meine anfängliche Skepsis wurde schnell wieder weggefegt und schon bald musste ich feststellen, dass Gail Honeyman eine Reihe einzigartiger Charaktere geschaffen hat. Ich möchte sogar so weit gehen zu sagen, dass Eleanor Oliphant eine meiner liebsten Figuren überhaupt ist.

Selten hat die Ich-Perspektive bei einer Geschichte so gut funktioniert. Unvorstellbar gut hat die Autorin es geschafft, mich in Eleanors Gedankenwelt mitzunehmen und hat mir Stück für Stück begreiflich gemacht, warum sich die Protagonistin so verhält, wie sie es tut. Sie hat eine Handlung geschaffen, die ich so keineswegs erwartet habe. Ich denke, der Klappentext suggeriert etwas anderes, als das, was tatsächlich in dem Buch steckt. Ich habe selbst mit einem „typischen Frauenroman“ gerechnet und wurde eines Besseren belehrt.

Die Themen Liebe, Freundschaft und Familie kehren immer wieder, allerdings auf unterschiedliche Art und Weise. Oft findet man sein eigenes Leben in der Handlung wieder. Die Geschehnisse sind nicht übertrieben, nicht unrealistisch, sondern einfach aus dem puren Leben. Hin und wieder haben wir es natürlich mit Klischees zu tun, aber die treten an Stellen auf, an denen es beinahe nicht mehr auffällt, weil man sie aus dem eigenen Leben kennt. Dieses Spiel mit Klischees hat mich sehr berührt. Denn oft ist das, was wir gemeinhin als Klischee abtun, mittlerweile so sehr in unseren Köpfen verankert, dass wir es tun, ohne nachzudenken. Mich hat schockiert, wie gleichmütig, wie uninteressiert manche Charaktere im Buch waren. Doch als ich gemerkt habe, dass einem diese Figuren tagtäglich wirklich begegnen, da schlug die Schockiertheit in Wut um. Manchmal ist es, als säße eine kleine Eleanor auf meiner Schulter, die mich daran erinnert, dass das Leben, das ich als normal bezeichnen würde, für andere unvorstellbar ist. Und ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich Sachen hinterfrage, die mir vorher vielleicht gar nicht aufgefallen sind.

Das Buch ist aber nicht nur traurig und ergreifend, es ist vor allem auch amüsant. Eleanors Ausdrucksweise ist köstlich, ich finde ihre Art sehr erfrischend. Sie sorgt dafür, dass die Gefühle des Lesers permanent schwanken. Aber ein Gefühl bleibt auch noch lange nachdem der Buchdeckel zugeklappt ist: Hoffnung.


Fazit

Ein sehr aufwühlender Roman, der tief in meinem Kopf und meinem Herzen verankert ist. Ein absolutes Highlight mit Gefühlsachterbahn und einer unvergleichlichen Hauptperson! Tut euch selbst einen Gefallen und lest dieses fabelhafte Buch!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Andraja Andraja

Veröffentlicht am 07.06.2017

Das Gute über wiegt das Schlechte nicht

Erscheinungsdatum: 24.04.2017

Autor: Gail Honeyman

Seitenzahl: 528 Seiten

ISBN: 978-3-431-03978-8

Erhältlich: hier

Klappentext:
Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand
Eleanor ... …mehr

Erscheinungsdatum: 24.04.2017

Autor: Gail Honeyman

Seitenzahl: 528 Seiten

ISBN: 978-3-431-03978-8

Erhältlich: hier

Klappentext:
Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.

Mit ihrem Debüt "Ich, Eleanor Oliphant" ist Gail Honeyman ein anrührender Roman mit einer unvergesslichen Hauptfigur gelungen. Ihre erfrischend schräge Sicht auf die Dinge zeigt uns, was im Leben wirklich zählt. Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Und vor allen Dingen die Freundschaft.

Rezension:
Eleanor ist nicht wie die anderen Menschen. Nein, sie ist auf ihre ganz eigene Art besonders. Aber ist es wirklich immer gut sich aus der Masse hervor zu tun? Und wer sagt, was "Normal" ist und was nicht?

Gail Honeyman gestaltet mit ihrem Debüt-Roman "Ich, Eleanor Oliphant" eine ganz besondere Protagonistin mit keinem ganz so normalen Leben.
Honeyman erzählt das Leben der Eleanor Oliphant und lässt den Leser den Alltag der jungen Frau miterleben. Zu Beginn ist Eleanors Andersartigkeit sehr unterhaltsam und es ist beeindruckend, wie die Autorin ganz normale Dinge, wie eine Pizza zu bestellen, verkompliziert. Dadurch erkennt man sehr gut, dass wir Menschen so selbstverständlich mit unseren Gegebenheiten umgehen. Doch recht schnell verliert dieser Coup seine stärke und man wird nach den ersten schockierenden Handlungen der Protagonistin lange Zeit nicht mehr wirklich überrascht. Die Handlung wird infolgedessen sehr eintönig und fad. Erst ab dem letzten Viertel scheint der kaum vorhandene Spannungsbogen wieder bergauf zu gehen, ab diesem Moment wird Eleanor mir persönlich etwas nahbarer und menschlicher. Der letzte Teil inklusive dem Ende war es, der das Buch noch einmal wirklich interessant machten und die Handlung retten.

Unsere Protagonistin Eleanor Oliphant ist auf den ersten Blick ganz normal. Sie arbeitet in einer Designagentur als Büroangestellte, ist sehr fleißig und ruhig und telefoniert wöchentlich mit ihrer Mutter. Doch das war es dann auch schon mit "normal", das ist schließlich "langweilig".
Essen, Arbeiten, hier und da mal eine Flasche Wodka trinken und Schlafen. Das ist Eleanors Leben - beinahe jeden Tag. Soziale Kontakte oder Aktivität? Fehlanzeige! Doch dieses ruhige Leben ändert sich von jetzt auf gleich... Verliebt in einen Rockstar, ein alter Mann kippt vor ihrern Füßen um und ein ungepflegter, aufdringlicher Nerd, der sie nicht mehr in Ruhe lassen will. Alles eindeutig ungeplante Hindernisse im Leben der jungen Frau, die dazu führen, dass sie ihren gewohnten Rhythmus verlassen muss.

Eleanors Leben verändert sich im Lauf der Handlung drastisch. Dies merkt man nicht nur an ihrem Handeln, sondern auch an den eigenem Empfinden, während des Lesens.
Anfangs fand ich die Protagonistin noch sehr unterhaltsam und besonders, was sich dann aber schnell in Mitleid änderte, als ich merkte, wie unbeholfen sie doch wirklich ist. Später wurde es dann zu Unverständnis und Abneigung gemischt mit Desinteresse. Und schließlich -nach dem großen Knall- zu schwacher Sympathie.
Mit jeder dieser Gefühlsfasen kommt fast immer eine Änderung im Leben der Eleanor Oliphant einher. Aber egal was geschieht, es bleibt dieses beklemmende Gefühl einer "geistigen Schwäche" allgegenwärtig.
Es ist auch unverkennbar, dass in Eleanors Vergangenheit etwas Schlimmes passiert sein wird. Besonders die Gespräche mit ihrer "Mommy" und ihr besonders starkes Verhalten darauf, regen zum Rätseln an.

Aber jetzt genug mit Eleanor, wie sieht es mit den Nebencharakteren aus? - Schwach...
Wenn man am Ende des Romans auf die Figuren zurückblickt, denn bleibt einem kaum eine von ihnen wirklich im Gedächtnis. Um ein Beispiel zu nennen: Raymond spielt eine größere Rolle, aber viel Charaktertiefe erhält man nicht. Selbiges gilt für Sammy und die wenigen anderen wichtigeren Charaktere. Einzig "Mommy" hinterlässt, wenn auch negativ, starken Eindruck auf den Leser und rettet den Leser aus einer stumpfen Welt.

Bewertung:
Wie man vielleicht schon gemerkt hat, viel es mir sehr schwer, diese Rezension zu schreiben. Die meiner Meinung nach recht schwachen und teils dünn ausgearbeiteten Charaktere gepaart mit der doch sehr uninteressanten Handlung stehen im Kontrast zu den wenigen aber dafür sehr guten Momenten des Romans. Mehr als einmal was der Wunsch ganze Kapitel einfach quer zu Lesen beinahe übermächtig. Lediglich das letzte Viertel hat das Buch "Ich, Eleanor Oliphant" noch gerettet.
Aber ich möchte nicht nur das Negative nennen. Besonders das wirklich sehr besondere Ende und die schön dargestellten "Twitterbotschaften" sind kleine Highlights des Romans.

5/10 bzw. 2,5/5 Sterne (runde ich gern auf 3 auf, wenn nötig)
★★★★★☆☆☆☆☆

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Ann-Sophie Ann-Sophie

Veröffentlicht am 01.06.2017

Eine Geschichte wie keine andere

Cover:
Ich finde, das Cover passt aus meiner Sicht zu der sonderbaren Geschichte. Es ist bunt, so froh und damit doch so anders wie der Großteil der Geschichte. Doch irgendwie passt es wiederrum, weil ... …mehr

Cover:
Ich finde, das Cover passt aus meiner Sicht zu der sonderbaren Geschichte. Es ist bunt, so froh und damit doch so anders wie der Großteil der Geschichte. Doch irgendwie passt es wiederrum, weil es dadurch doch sehr besonders ist und damit aus der Masse heraussticht. Dies tut es auch auf der inhaltlichen Ebene.


Inhalt:
Gail Honeyman erzählt in ihrem Debüt eine besondere Geschichte. Es ist keine typische Liebesgeschichte, denn durch Eleanor werden uns wirklich die Höhen und Tiefen vermittelt, die es auch in unserem Leben gibt.
Es war interessant, Eleanors Vergangenheit auf die Spuren zu kommen. Man kommt immer mehr hinter die Gründe für Eleanors Verhalten und ihre Persönlichkeit. Bis zum Ende fiebert man dahingehend mit und wird selbst dann noch überrascht.
Manchmal konnte es mich nicht ganz so packen. Es mangelte mir teilweise an Spannung, weswegen es mich nicht gänzlich überzeugen konnte.
Doch trotzdem hat mich Eleanors echte Geschichte berührt, muss ich sagen.

Charaktere:
Eleanor ist eine sehr spezielle Person. Sie ist wahrscheinlich die eigenartigste aber doch irgendwie berührendste Protagonistin, die mir bisher begegnet ist. Sie ist ein starker Kontrast gegenüber den typischen starken, emotionalen Figuren.
Eleanor ist weltfremd, sehr zurückhaltend, weswegen sie nur schwer neue Kontakte knüpfen kann. Die junge Frau steht hier auf jedem Fall im Mittelpunkt und ich fand es beeindruckend, wie ihre Entwicklung beschrieben wurde. Man lebte mit Elanor mit, wuchs mit ihr an den auftretenden Herausforderungen.
Vor allem dieser Aspekt hat mich an der Geschichte sehr beeindruckt.
Auch die anderen Charaktere wurden sehr authentisch gestaltet, sodass man richtig mitfühlen konnte.


Schreibstil:
Gail Honeyman konnte mich mit ihrem Schreibstil auf jeden Fall überzeugen. Sie brachte so viel Autenthizität in das Geschehen rein und hauchte dabei vor allem Eleanor viel Leben ein.
Die Protagonistin wurde uns nicht nur durch die gut durchdachte Struktur der Geschichte nahe gebracht, sondern auch die Ich-Perspektive hat ihren Teil dazu beigetragen, sodass man Eleanor besonders nahe sein konnte.
Trotz der inhaltlichen Tiefe, weist die Autorin einen leichten Stil auf, der sich sehr gut lesen lässt, sodass man die Geschichte in einem angenehmen Tempo verfolgen kann.

Fazit:
"Ich, Eleanor Oliphant" ist ein besonderes Buch. Eine besondere Gestaltung, eine besondere Geschichte. Es konnte mich zwar nicht rund um die Uhr gänzlich fesseln, aber ich kann euch diese Geschichte absolut empfehlen. Eleanor ist eine besondere Protgaonistin wie ihre Geschichte selbst.

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Griinsekatze Griinsekatze

Veröffentlicht am 31.05.2017

Ein Klappentext, der mich ein bisschen in die Irre geführt hat

Die Einschätzung zu "Ich, Eleanor Oliphant" von Gail Honeymoon fällt mir gar nicht so einfach. Ich habe anhand des Covers und des Klappentextes eine andere Geschichte erwartet. Mehr Hoffnung, mehr Liebe ... …mehr

Die Einschätzung zu "Ich, Eleanor Oliphant" von Gail Honeymoon fällt mir gar nicht so einfach. Ich habe anhand des Covers und des Klappentextes eine andere Geschichte erwartet. Mehr Hoffnung, mehr Liebe und mehr Gefühl.

Eleanor ist als Protagonistin sehr skurril, sie hat viele unsympathische Charaktereigenschaften und konnte mich einfach nicht für sich einnehmen. Alltägliche Interaktionen auf Arbeit, beim Einkaufen oder Spazierengehen kennt sie gar nicht. Sie ist eine sehr intelligente und gebildete Frau, die Wert auf gute Manieren legt, sie selbst behandelt aber alle von oben herab und ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass jeder für sie dumm ist. Dadurch konnte ich mich nicht in sie hineinversetzen und hatte meine Probleme mit ihr. Natürlich merkt man schnell, dass hinter ihrem Auftreten eine verzwickte, ja sogar grausame Vergangenheit steck. Und alleine meine Neugierde, was damals passiert ist und was ihre Mummy damit zu tun hat, hat mich dazu bewegt weiterzulesen. Emotional konnte mich die Geschichte aber leider gar nicht packen. Zwischendrin gab es ein paar Szenen, die mich leicht berühren konnten, aber das war dünn gesäht, denn selbst als Eleanor sich veränderte und langsam an die anderen Menschen anpasste, kam ich ihr nicht näher.

Raymond ist ein großer Bestandteil der Geschichte. Er ist ein Computernerd, der das Herz am rechten Fleck hat und ich frage mich immer noch, warum er so hartnäckig geblieben ist und sich mit Eleanor angefreundet hat. Sie ist vom Verhalten her unfreiwillig komisch, aber eben auch beleidigend. Ihre ersten Eindrücke von Raymond sind alles andere als freundlich. Der Beziehungsaufbau zwischen den beiden hat mir aber gefallen. Raymon ist ein Goldstück, der nicht locker lässt und die seltsame Eleanor aus ihrem Schneckenhaus holt und sie Stück für Stück ins Leben bringt.

Die Wandlung die Eleanor nach und nach durchmacht, ist gut zu lesen, aber das alleine hätte mein Interesse nicht behalten können. Es war das Geheimnis um ihre Vergangenheit und die Narbe, das mich zum Weiterlesen gebracht hat. Ich wollte wissen was passiert. Leider war es oft langatmig, für mich emotionslos und Eleanor ging mir oft genug auf die Nerven. Pluspunkte konnte das Buch aber für die originellen Charaktere trotzdem bei mir sammeln, und obwohl Eleanor und ich vielleicht nicht die besten Freunde werden, ist sie mir gegen Ende doch ein klein wenig ans Herz gewachsen.

Eines muss ich der Autorin aber lassen. Ihr Schreibstil ist klasse! Die Seiten ließen sich trotz meiner Probleme gut lesen und sie beschreibt die Situationen und Eleanors Charakter sehr gut.

Fazit
Ein Klappentext, der mich ein bisschen in die Irre geführt hat. Eine originelle aber nicht unbedingt liebenswerte Protagonistin, spannendes Geheimnis, aber langatmige Story. Leider bin ich vom Großen und Ganzen enttäuscht und hatte etwas anderes erwartet.

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giselasleselust giselasleselust

Veröffentlicht am 29.05.2017

Vor dem Feuer-Nach dem Feuer.

Vor dem Feuer-Nach dem Feuer.

Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Diese drei Worte haben ein großen Stellenwert in Eleanors Leben. Vor allem die Hoffnung.

Eleanor arbeitet für einen Hungerlohn im Büro. Ihre ... …mehr

Vor dem Feuer-Nach dem Feuer.

Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Diese drei Worte haben ein großen Stellenwert in Eleanors Leben. Vor allem die Hoffnung.

Eleanor arbeitet für einen Hungerlohn im Büro. Ihre Wochenenden verbringt sie einsam, mit genügend Wodka.
Ich fand Eleanor von Anfang an sehr rührend. Man merkt, dass irgendwas in ihrer Kindheit schiefgelaufen ist. Sie ist in verschiedenen Pflegefamilien aufgewachsen. Als Leser tappt man ziemlich lange im Dunkeln, warum das so war.
Der Sprachschatz von Eleanor mutet wie aus einem Klassiker von Jane Austen an. Ich fand ihren Wortschatz ziemlich gestelzt. Jedoch hat er mich auch zum Lachen gebracht.
Eleanor ist eine Frau ende 20. Eine Gesichtshälfte ist durch Narben entstellt. Das Haus ihrer Kindheit brannte. Eleanor ist ein einsamer Mensch. Sie ist jedoch der Meinung, dass man mit sich allein leben lernen kann.
Das fand ich besonders traurig. Als sie einen Konzertgutschein gewinnt, verliebt sie sich auf Anhieb in den Sänger der Band. Er hat ihr einen Blick zugeworfen. Für Eleanor der Beweis dafür, dass der Sänger der Mensch ist, welcher ihr Leben verändern wird.
Ihre Klamotten sind normalerweise zweckmäßig. Schminke hält sie für überflüssig.
Doch, was tut man nicht alles, wenn man den Mann für´s Leben gefunden hat?
Ein neues Outfit lässt sie für den Moment selbstbewusster erscheinen.
Im Büro lernt sie den IT-Mitarbeiter Raymond kennen. Ein Typ mit Turnschuhen und einer unmöglichen Aussprache. Mails werden von ihm in Kurzsprache versendet. Der reinste Frevel für Eleanore. Zigaretten rauchend, mit zuviel Bauch wegen ungesunder Ernährung, und ohne Manieren beim Essen, erobert er langsam aber sicher das Vertrauen, der etwas merkwürdigen Eleanore.

Raymond gehört zu den Menschen, bei denen sich jeder angenommen fühlt. Seine legere Art und sein liebevoller Umgang mit der verklemmten Eleanore, haben mir sehr gut gefallen. Er hat erkannt, dass hinter Eleanores Fassade ein tieftrauriger Mensch steckt. Er ist der erste Mensch, der sich um die merkwürdige Frau bemüht.

Fazit

Es gibt Menschen, die man wegen ihrer arroganten Art nicht leiden kann. Die andere stets bemängeln und dies auch offen zur Schau tragen.
Gail Honeymann hat das in ihrer Geschichte deutlich gemacht. Hinter der Fassade solcher Menschen herrscht oft ziemlich viel Verzweiflung. Depressionen haben die verschiedensten Gesichter.

Eleanor lernt von Raymond, das Leben anders zu betrachten. Die Verwandlung zu beobachten hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ihre Art zu sprechen hat bei mir regelrechte Lachkrämpfe ausgelöst.
Eleanor hegt viele Vorurteile, deren Ursprung in der Kindheit zu finden ist.

Der Schreibstil ist flüssig und aus der Sicht von Eleanore.
Eleanors Leben: Vor dem Feuer-nach dem Feuer!

Zitate

Gedankengänge von Eleanor, nachdem Raymond sie auf einen Drink eingeladen hat: >>Alles in allem schien es angezeigt, Raymoinds Ansuchen stattzugeben.<< (Seite 99)

>>Augenlider sind im Grunde nichts anderes als fleischige Vorhänge für unsere Netzthaut, denn Augen lassen sich nicht einfach ausschalten, sie sind immer in Betrieb.<< (Seite 114)

>>Er rauchte dabei, und ich wechselte erst mal die Seiten, um mich windabwärts der giftigen Wolke zu positionieren.<< (Seite 161)

>>Der Gedanke zu verbrennen behagte mir nicht sonderlich. Am liebsten wäre es mir, man würde meine Überreste im Zoo verfüttern. Das wäre eine nachhaltige, umweltschonende Methode und zudem ein schöner Leckerbissen für die fleischfressenden Zootiere.<< (Seite 318)

Die Zitate in diesem Buch sind besonders köstlich mit der Reaktion der anderen Protagonisten darauf. Eleanor ist eine Frau, die trotz gewöhnungsbedürftiger Aussprache, Wertschätzung verdient hat.

Um es mit den Worten von Eleanor zu sagen: Ich erachte es als äußerst erstrebenswert, sich diese Geschichte zu Gemüte zu führen. Die Protagonisten haben trotz schlechter Manieren und mangelnden Schreibstils, ihre Berechtigung in diesem Werk.
Meine aufrichtigen Glückwünsche gelten der Debütiantin Gail Honeyman. Möge sie weitere Bücher in tadelloser Qualität schreiben. Mein Dank ist ihr gewiss.

Ich bedanke mich bei der lieben Monika Schulze von "Süchtig nach Büchern"für das Rezensionsexemplar.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Gail Honeyman

Gail Honeyman - Autor
© Philippa Gedge Photography

Gail Honeyman lebt und arbeitet in Glasgow. Sie bekam bereits mehrere Preise für ihr Schreiben. Ich, Eleanor Oliphant ist ihr erster Roman.

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