XXL-Leseprobe: Ich, Eleanor Oliphant
 - Gail Honeyman - eBook

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

0,00

inkl. MwSt.

Bastei Entertainment
Frauenromane
80 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-4336-6
Ersterscheinung: 02.03.2017

XXL-Leseprobe: Ich, Eleanor Oliphant

Roman
Übersetzt von Alexandra Kranefeld

(62)

XXL-Leseprobe zu Gail Honeymans "Ich, Eleanor Oliphant":
Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.
Mit ihrem Debüt "Ich, Eleanor Oliphant" ist Gail Honeyman ein anrührender Roman mit einer unvergesslichen Hauptfigur gelungen. Ihre erfrischend schräge Sicht auf die Dinge zeigt uns, was im Leben wirklich zählt. Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Und vor allen Dingen die Freundschaft.
„Absolut mitreißend.“ Jojo Moyes
 
Diese Leseprobe enthält zusätzlich ein Interview mit Gail Honeyman zu Ihrem Debutroman sowie einen Autorensteckbrief.

Rezensionen aus der Lesejury (62)

Lilli33 Lilli33

Veröffentlicht am 07.07.2017

Ein ruhiges Buch mit einem besonderen Blick auf die Menschen

Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth) (24. April 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3431039788
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Preis: 20,00€
auch als E-Book ... …mehr

Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth) (24. April 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3431039788
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Preis: 20,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Ein ruhiges Buch mit einem besonderen Blick auf die Menschen

Inhalt:
Eleanor Oliphant arbeitet als Debitorenbuchhalterin. Es ist kein besonders aufregender Job, aber genau deshalb passt er zu ihr. Denn auch Eleanor wirkt zunächst recht trocken und langweilig. Erst als die 30-Jährige sich plötzlich verliebt, kommt etwas Schwung in ihr Leben. Auch die Kontakte zu ihrem Kollegen Raymond tun ihr gut. Er holt sie aus ihrem Schneckenhaus. Es gelingt Eleanor immer mehr, sich der Welt und auch ihrer Vergangenheit zu öffnen.

Meine Meinung:
Anfangs tat ich mich mit dem Schreibstil sehr schwer, ich musste immer wieder Pausen einlegen. Eleanor erzählt in der Ich-Form, wodurch man einen tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle bekommt. Allerdings gibt es leider nur sehr wenige Dialoge, sodass das Ganze wie ein Monolog wirkt und einige Längen aufweist. Mir war das einfach zu trocken. Auch störte es mich anfangs, dass vieles vorhersehbar ist. Witzigerweise fand ich genau das später sehr charmant.

Eleanor ist eine ganz besondere Person. Aufgewachsen in vielen Pflegefamilien, hatte sie zwar immer zu essen und ein Dach über dem Kopf, aber die Liebe einer Familie hat sie nie erfahren. In der Folge kann sie mit menschlichen Emotionen schlecht umgehen. Sie wirkt fast ein bisschen autistisch, Empathie ist ihr fremd. Auch mit vielen gesellschaftlichen Gepflogenheiten kann sie nichts anfangen. So ist sie zum Beispiel sehr irritiert über die (Un-)Sitte, bei Einladungen später zu kommen als zur genannten Zeit. Ironie und Sarkasmus erkennt sie nicht, sondern nimmt alles für bare Münze. Dadurch tritt sie oft ins Fettnäpfchen, was zu (für den Leser) witzigen Situationen führt. So hat sie mich oft zum Schmunzeln gebracht.

Schnell wird klar, dass es eine Sache in Eleanors Vergangenheit gibt, die sie verdrängt und die ihr immer noch das Leben schwermacht. Erst ganz allmählich lernt sie, sich zu erinnern und sich damit auseinanderzusetzen. Hier ging die Autorin sehr einfühlsam vor, was mir hervorragend gefallen hat.

Ich mochte Eleanor mit ihrer schrulligen und etwas naiven Art von Anfang an. Und auch Raymond war mir sofort sympathisch. Die beiden ergänzen sich toll, wobei sie sehr gegensätzlich sind. Auch einige andere Charaktere habe ich im Lauf des Buches liebgewonnen.

Gail Honeyman hat in ihrem Debütroman geschickt Eleanors Entdeckung der sozialen Welt dargestellt und mit Szenen aus der Vergangenheit verwoben. Durch Eleanors unverstellten, offenen Blick auf ihre Umwelt sieht man selbst diese auch mit ganz anderen Augen. Viele alltägliche Dinge werden hier genau unter die Lupe genommen, Kleidungsstile, gesellschaftliche Rituale usw. und man macht sich als Leser unwillkürlich Gedanken über deren Sinn oder Unsinn.

Fazit:
Nach einer anfangs etwas öden, fast monologartigen Erzählung gewinnen die Protagonisten und die Handlung im weiteren Verlauf immer mehr an Charme. Eleanors Weltfremdheit bringt einen immer wieder zum Schmunzeln, ihre traurige Geschichte kann aber auch zu Tränen rühren. Mir wird Eleanor sicher noch lange in Erinnerung bleiben, sie ist schon sehr besonders.

★★★★☆

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

LisaReadable LisaReadable

Veröffentlicht am 27.06.2017

Eine neue beste Freundin!

Eleanor Oliphant braucht den routinierten Alltag in ihrem Leben.
Ihr Tagesablauf sieht immer gleich aus, durch ihr rationales Handeln hat sie keine Freunde, aber all das stört sie nicht.
Sie kennt es ... …mehr

Eleanor Oliphant braucht den routinierten Alltag in ihrem Leben.
Ihr Tagesablauf sieht immer gleich aus, durch ihr rationales Handeln hat sie keine Freunde, aber all das stört sie nicht.
Sie kennt es nicht anders und findet auch keinen Grund überhaupt etwas zu ändern.
Ihr Leben steht jedoch plötzlich auf dem Kopf, als Raymond in ihr Leben tritt. Während sie aus der neugewonnen Freundschaft einen Nutzen zieht, schafft er es, Eleanors Mauern nach und nach einzubrechen. Bietet die Freundschaft vielleicht mehr, als es beide zu glauben wagen?

Eleanor schließt man sofort ins Herz. Man belächelt ihr Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen, aber man leidet auch mit ihr, wenn es um ihre Vergangenheit geht. Eine Figur, die man sich trotz ihres Verhaltens als treue Freundin nur wünschen kann!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

JanaBabsi JanaBabsi

Veröffentlicht am 26.06.2017

Eleanor Oliphant

Eleanor Oliphant hatte keine schöne Kindheit. Sie verbrachte die meiste Zeit in Heimen und Pflegefamilien, wo zwar ihre körperlichen Grundbedürfnisse wie Wärme, Essen und Schutz, nicht jedoch ihre emotionalen ... …mehr

Eleanor Oliphant hatte keine schöne Kindheit. Sie verbrachte die meiste Zeit in Heimen und Pflegefamilien, wo zwar ihre körperlichen Grundbedürfnisse wie Wärme, Essen und Schutz, nicht jedoch ihre emotionalen Bedürfnisse nach Liebe, Nähe und Zuneigung gedeckt wurden. Aufgrund dieser mangelhaften Prägung ist Eleanor sozial inkompetent, was bedeutet, dass sie nicht in der Lage ist, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihnen Empathie entgegenzubringen.

Mit 17 ist sie in eine kleine Sozialwohnung eingezogen in der sie, 13 Jahre später, immer noch wohnt. Den Wohnraum teilt sie sich mit ihrer Papageienschnabelblume namens „Polly“, die sie vor Jahren zum Geburtstag geschenkt bekam und die in der Regel ihr einziger Gesprächspartner ist.

_Und wenn eine Frau, die ganz allein ist, gelegentlich mit einer Topfpflanze spricht, gilt das dann als Lebenszeichen oder als Zeichen der Unzurechnungsfähigkeit? Ich glaube, dass es ganz normal ist, hin und wieder mit sich selbst zu reden. Es ist ja nicht so, als würde ich eine Antwort erwarten. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass Polly eine Zimmerpflanze ist. (Position 913)_

Um ihrem Leben Struktur zu geben, läuft jeder Tag wie der vorherige ab – von Montag bis Freitag arbeitet sie tagsüber als Debitorenbuchhalterin in einer kleinen Firma, abends hört sie interessante Sendungen im Radio und löst Kreuzworträtsel und von Freitag Abend bis Sonntag betrinkt sie sich mit Wodka und verschläft den Rest vom Wochenende.

In ihrem bisher eher ereignislosen Leben passiert dann aber doch etwas, was ihre Scheuklappensicht nach und nach verändert. Sie lernt ihren Arbeitskollegen Raymond kennen, vor ihren Augen bricht ein Mann auf der Straße zusammen und sie gewinnt eine Eintrittskarte zu einem Konzert. Drei auf den ersten Blick voneinander unabhängige Ereignisse, die jedoch den täglichen Trott von Eleanor durchbrechen und den Weg ebnen, doch noch ein einigermaßen normales Leben führen zu können, in dem sowohl eigene Emotionen als auch die Gefühle anderer Menschen eine Rolle spielen. Doch bis zu diesem Punkt ist es ein langer und harter Weg.

Die Geschichte wird von Eleanor in der Ich-Form erzählt. Generell mag ich es eher weniger, wenn der Protagonist von sich selbst erzählt – hier war es jedoch genau der richtige Stil. Gerade weil Eleanor über sich selbst spricht, erfährt der Leser jedes auch noch so kleine Detail ihrer Denkweise und was gerade in ihr vorgeht. Der Schreibstil der Autorin trägt ein Übriges dazu bei, dass man sich als Leser wirklich sehr genau vorstellen kann, was gerade in Eleanors Kopf vor sich geht

_Ich fragte mich, ob ich mich unter Umständen auch für eine Feuerbestattung entscheiden würde. Der Gedanke zu verbrennen behagte mir nicht sonderlich. Am liebsten wäre es mir, man würde meine sterblichen Überreste im Zoo verfüttern. Das wäre eine nachhaltige, umweltschonende Methode und zudem ein schöner Leckerbissen für die fleischfressenden Zootiere. Konnte man in seinem Testament eine entsprechende Verfügung machen? Ich nahm mir vor, bei Gelegenheit den WWF anzuschreiben und nähere Informationen einzuholen. (Position 3590)_

Der Charakter Eleanor ist jetzt nicht unbedingt von Anfang an ein Sympathieträger. Im Gegenteil – ich brauchte einige Zeit, bis ich mit ihr warm werden konnte. Die meisten Dinge, die ihr begegnen und die sie nicht kennt, werden ausgiebig unter die Lupe genommen und hinreichend kritisiert. Ich hoffe meine Großmutter dreht sich nicht im Grabe um, wenn ich das jetzt schreibe, aber irgendwie kam Eleanor mir anfangs wie meine Oma vor – an allem und jedem gibt es etwas auszusetzen. Wenn man dann jedoch die allwöchentlichen Gespräche mit „Mummy“ verfolgt, dann erschließt sich einem sehr schnell, warum Eleanor so ist wie sie ist und meine anfängliche Abwehr wandelte sich zuerst einmal in Mitleid um. Je besser ich Eleanor dann kennen lernte, desto mehr fing ich an, sie zu mögen.

Raymond, ihr Arbeitskollege aus der IT-Abteilung, ist der typische Nerd. Vom Äußeren her etwas ungepflegt und am liebsten spricht er über Computer und was man damit alles machen kann. Sein Kleidungsstil wird von Eleanor natürlich auch unter die Lupe genommen:

_„Er trug Jeans, die unerfreulich tief auf seinen Hüften hingen; wenn er einem den Rücken zuwandte, konnte man einen Streifen Unterhose erkennen – weinrot, ich wünschte, ich hätte es nicht gesehen – und blasse, mit Sommersprossen gespenkelte Haut. Ich fühlte mich an das Fell von Giraffen erinnert, die ja eine ganz ähnliche Musterung haben, wenngleich in deutlich größerem Maßstab. (Position 1316)_

Aber auch er entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einem wirklich liebenswerten Typen. Er ist für die Entwicklung von Eleanor unwahrscheinlich wichtig und hilfreich und schon gleich zu Anfang der Geschichte dachte ich mir, dass die 2 zum Ende des Buches sicherlich ein Paar sein werden. Ob das auch so eingetroffen ist? Das verrate ich natürlich nicht.

Eine andere wichtige Person in der Geschichte ist Sammy. Er ist der Mann, der vor den Augen von Eleanor und Raymond auf der Straße zusammengebrochen ist. Auch er spielt eine wichtige Rolle im Entwicklungsprozess von Eleanor.

Zu „Mummy“ möchte ich gar nicht viel schreiben, sie ist die Person, die an allem Ungemach in Eleanors Leben Schuld ist und zum Ende der Geschichte ist Dr. Maria Temple diejenige, die den Knoten bei Eleanor endgültig zum Platzen bringt.

Mir hat lange Zeit beim Lesen die Spannung gefehlt. Die Geschichte plätschert eigentlich nur so vor sich hin. Es passiert immer etwas, auch Dinge, die einen zum Schmunzeln bringen, aber es passiert nix wirklich mitreißendes. Trotzdem wollte ich das Buch zu Ende lesen um zu wissen, was genau in Eleanors Kindheit passiert ist, was sie so hat werden lassen, wie sie ist.

Auf den letzten Seiten wird es dann wirklich richtig spannend, aber auch traurig und jetzt, nach ein paar Tagen Abstand, muss ich zugeben, dass mir das Buch doch besser gefallen hat als ich zuerst dachte.

Eleanor Oliphant – die Geschichte einer Frau, die 30 Jahre ihres Lebens in einem gefühlsarmen Raum gelebt hat, und dann das Leben mit all seinen Emotionen für sich entdeckt.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Charlotte Charlotte

Veröffentlicht am 14.06.2017

Anders sein...

Eleanor Oliphant ist anders als ihre Mitmenschen. Und deswegen versteht sie oft nicht, wie diese denken und handeln. Elenor ist ehrlich, manchmal zu ehrlich. Sie hat keine Freunde und Familie und bei ihren ... …mehr

Eleanor Oliphant ist anders als ihre Mitmenschen. Und deswegen versteht sie oft nicht, wie diese denken und handeln. Elenor ist ehrlich, manchmal zu ehrlich. Sie hat keine Freunde und Familie und bei ihren Kollegen einen schweren Stand.
Doch dann verliebt sie sich. Das erste Mal und so richtig. Und plötzlich ist alles anders...

"Ich. Eleanor Oliphant" von Gail Honeyman ist ebenfalls anders. Anders als das Buch, das ich erwartet hatte. Anders als viele Bücher, die zur Zeit auf dem Buchmarkt zu finden sind,
Mein Dank gilt zunächst netgally.de, dass ich dieses andere, besondere Buch lesen durfte. Dass ich Eleanor kennen lernen durfte. Es war mir ein Vergnügen.

Zunächst sah es für mich gar nicht so aus, als ob ich Vergnügen an dem Buch haben könnte. Ich fand nur schwer den Einstieg zur Geschichte. Eleanor ist nicht unbedingt die auf Anhieb sympathischste Person. Doch je besser man sie kennenlernt, desto mehr versteht man, warum sie ist, wie sie ist und umso mehr mag man sie. Mir ging es auf jeden Fall so.
Am Ende des Buch fiel es mir sogar schwer von Eleanor und ihrer Geschichte Abschied zu nehmen.

Die Autorin Gail Honeyman hat ihre Geschichte aus der Sicht der Hauptfigur geschrieben und so erlebt der Leser viele alltägliche Dinge aus Eleanors spezieller Sicht auf unseren normalen Alltag. Genau an diesen Stellen habe ich herrlich geschmunzelt und an anderen Stellen habe ich mit Eleanor mitgelitten. Zum Ende hin konnte ich mich kaum noch von der Geschichte lösen, die mir zu Beginn dort reichlich Schwierigkeiten bereitet hat.
Deshalb mein Tipp an alle, denen es ähnlich geht:

Durchhalten, es lohnt sich!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Josia-Jourdan Josia-Jourdan

Veröffentlicht am 11.06.2017

Dieses Buch kann mehr als nur unterhalten!

Eleanor Oliphant ist alleine. Einsam trifft es am besten. Ihr Leben funktioniert nur, weil sie genaue Routinen einhält. Doch dann verliebt sie sich; in einen Sänger. Ein Mann, welcher sie nicht mal kennt, ... …mehr

Eleanor Oliphant ist alleine. Einsam trifft es am besten. Ihr Leben funktioniert nur, weil sie genaue Routinen einhält. Doch dann verliebt sie sich; in einen Sänger. Ein Mann, welcher sie nicht mal kennt, sie nie angesehen hat. Eleanor verliebt sich jedoch nicht nur, sie schliesst auch das erste Mal seit langem wieder eine Freundschaft. Raymond arbeitet im gleichen Geschäft wie sie und durch einen Zufall müssen sich die beiden miteinander abgegeben. Bald entwickelt sich eine Freundschaft, welche als Leser interessant zu verfolgen ist. Eleanor weiss nicht, wie man eine Freundschaft pflegt. Ihre Naivität und Unbeholfenheit widerspiegeln sich im Umgang mit Raymond sehr gut.

Sie lernt in dieser Zeit allgemein sehr viel. Nicht nur charakterliche Veränderungen finden statt, sondern auch äusserliche. Was von einigen Lesern des Buches kritisiert wird, kann ich nachvollziehen. Es wird kritisiert, dass Eleanor sich verändern muss, um Kontakte zu knüpfen, um nicht mehr einsam zu sein. Aber ist es nicht genauso? Zeigt das Buch nicht genau, dass man als Mensch der «anders» ist einfach kaum Freunde findet? Sowas ist traurig, aber es stimmt leider.

Die Handlung entwickelt sich noch in eine weit traurigere Richtung. Das Buch berührte mich zutiefst und Eleanors Vergangenheit ist weit schlimmer, als ich erwartet hätte. All die Emotionen, neuen Erlebnisse und Begegnungen mitzuerleben, war für mich sehr schön und berührend. Sie reagierte oft naiv und einige Male auch sehr heftig. Ich habe oft Mitgefühl mit Eleaonor empfunden. Niemand auf dieser Welt sollte die gleiche Kindheit wie Eleanors haben.
Fazit

Gail Honeyman erzählt uns in «Ich, Eleanor Oliphant» die traurige und trotzdem positive Entwicklung von Eleanor. Ihr Leben war nie sonderlich schön, dass gibt Eleanor selbst zu, aber sie erweist sich auch immer als sehr dankbarer Mensch. So sagt sie, dass sie glücklich sein kann, dass sie eine eigene Wohnung und genügend zu Essen hat. Das Buch schafft mehr als nur zu unterhalten, aber es versucht nie besonders emotional zu wirken. Alles wirkt sehr authentisch. Das Buch weist wieder einmal auf, dass wir Menschen leider viel zu oft oberflächlich sind.

Ich gebe dem Buch ⭐⭐⭐⭐⭐ von 5 Sterne, da es mich überzeugen konnte. Eine Empfehlung an jeden der ein Buch über Freundschaft und das Leben mit einer starken, sowie aussergewöhnlichen Protagonistin lesen will.
Ich danke dem Lübbe Verlag fürs Zusenden meines Exemplars.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Gail Honeyman

Gail Honeyman - Autor
© Philippa Gedge Photography

Gail Honeyman lebt und arbeitet in Glasgow. Sie bekam bereits mehrere Preise für ihr Schreiben. Ich, Eleanor Oliphant ist ihr erster Roman.

Mehr erfahren
Alle Verlage