Die Tochter des Fechtmeisters
 - Sabine Weiß - eBook

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8,49

Bastei Entertainment
Historische Romane
703 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-3058-8
Ersterscheinung: 09.12.2016

Die Tochter des Fechtmeisters

Historischer Roman

(53)

Rostock 1608. Als Tochter eines Fechtmeisters ist Clarissa von der Kunst des Fechtens fasziniert. Für sie geht ein Traum in Erfüllung, als sie ihren Vater nach Frankfurt begleiten darf, wo sich die besten Schwertkämpfer des Reiches messen. Doch zwischen den verfeindeten Fechtbruderschaften schwelt ein Krieg, und dann wird Clarissas Vater bei einem Überfall ermordet.
Mit dem jungen Räuber Leander macht sie sich auf die Suche nach den Mördern. Dabei stößt sie auf eine Verschwörung, die das ganze Reich bedroht: Kaiser Rudolf soll ermordet werden - ausgerechnet von einem Fechter ...

Rezensionen aus der Lesejury (53)

Svanvithe Svanvithe

Veröffentlicht am 10.03.2017

Die Tochter des Fechtmeisters

Als einzige Tochter des Rostocker Fechtmeisters Fritjoff Nykrantz führt Clarissa 1608 ein behütetes Leben, das ihr aber auch Vorteile gewährt. Sie darf fechten und an der Seite ihres Vaters auf die Reise ... …mehr

Als einzige Tochter des Rostocker Fechtmeisters Fritjoff Nykrantz führt Clarissa 1608 ein behütetes Leben, das ihr aber auch Vorteile gewährt. Sie darf fechten und an der Seite ihres Vaters auf die Reise ins ferne Frankfurt gehen, wo die Meisterschaft der Fechtbrüder stattfinden. Auf dieser Reise lernt Clarissa nicht nur neue Menschen und ihren Vater kennen, sondern erlebt Abenteuer, von denen sie im beschaulichen Rostock keine Ahnung hatte.

Sabine Weiß hat ein Händchen für historische Romane, wie sie mit "Die Tochter des Fechtmeisters" erneut beweist. Durch umfangreiche Recherche des historischen Hintergrundes gelingt der Autorin eine intensive Verknüpfung der fiktiven Geschichte und Figuren mit einst real existierenden Gegebenheiten und Personen. Hier werden einerseits die Streitigkeiten im Dunstkreis des Kaisers und andererseits die religiösen Auseinandersetzungen zwischen den Verfechtern des katholischen und protestantischen Glaubens, die zehn Jahre später im Dreißigjährigen Krieg münden werden, dargelegt. Zudem führt Sabine Weiß den Leser in die Welt der Fechtkunst. Dabei ist fachliche Anteil des Fechtens im Roman hoch. Ein legitimer Aspekt, sichert diese Ausführlichkeit doch der Geschichte ihre Lebhaftigkeit und versieht sie mit einem gewissen Reiz.

Die Autorin thematisiert neben dem Recht der Menschen auf freien Glauben auch Werte wie Freundschaft, Liebe, Kameradschaft, menschliches und ehrenvolles Verhalten. Denn _"Ehre ist nicht nur eine Frage des Standes. Ehre ist eine Sache des Herzens.“_ (Seite 368)

In dem zeitlich und örtlich versetzten Geschehen sind außerordentlich viele Personen eingebunden, die sich mittels Register im Blick halten lassen. Sie alle werden unterschiedlich präsentiert und erfahren differenzierte Darstellungen, die teilweise eine Zuordnung in "gut" und "böse" möglich machen, im Verlauf der Handlung überraschen, enttäuschen oder Zweifel verursachen. Durch die zahlreichen Figuren wirkt die Schilderung allerdings manchmal etwas überfrachtet und unruhig.

Die titelgebende Protagonistin Clarissa ist schön, lebhaft, stark, jedoch auch mit einem gewissen Eigensinn und einer rührenden Naivität und Arglosigkeit versehen, die sie möglicherweise heil durchs Leben bringt. Sie teilt die Begeisterung ihres Vaters für das Fechten, und im Haus ihrer Eltern hat sie die Möglichkeit, Teil dieser Welt des Vaters zu sein. Sie sieht das Fechten als eine Ertüchtigung, die den Körper stärkt und den Geist zur Ruhe bringt. Aber töten will sie niemanden. An sich ist Clarissa harmoniebedürftig und möchte mit jedermann gut Freund sein möchte.

Auf der anderen Seite steht Leander. Sein Dasein als Vagant ist ein freies und vielleicht auch von einer gewissen Romantik geprägt, gleichzeitig bedeutet es doch ebenso Rechtlosigkeit, Hunger, keine Bleibe, Unrast und Unruhe und mit dem Alter auch Schwierigkeiten, das Leben auf der Straße zu meistern. Trotz aller Kümmernisse, die sein Vater verursacht, hält Leander zu ihm, versucht, ihm beizustehen, ihn auf den richtigen Weg zu bringen. Erst als erkennen muss, dass scheitern wird, entscheidet er sich, seinen eigenen Weg zu gehen und sein Leben so zu leben, wie er es für richtig hält...

Sabine Weiß hat eine abenteuerliche und emotionale Geschichte geschrieben, die einem nicht nur eine Zeit des Umbruchs näher bringt, sondern daneben an der Begeisterung fürs Fechten teilhaben lässt.

4,5 Sterne

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StefanEAWagner StefanEAWagner

Veröffentlicht am 26.02.2017

Charmantes Barock-Epos

„Die Tochter des Fechtmeisters“ war mein erstes Buch von Sabine Weiß, die ja bereits mehrere historische Romane geschrieben hat (etwa „Hansetochter“ oder „Das Geheimnis von Stralsund“).

Ich selbst bin ... …mehr

„Die Tochter des Fechtmeisters“ war mein erstes Buch von Sabine Weiß, die ja bereits mehrere historische Romane geschrieben hat (etwa „Hansetochter“ oder „Das Geheimnis von Stralsund“).

Ich selbst bin ebenfalls ein leidenschaftlicher Degenfechter und wurde auf Sabine Weiß’ Buch in meinem Fechtsport-Magazin aufmerksam. Das Buch hat einen ordentlichen Umfang (etwa 700 Seiten), liest sich aber unglaublich gut.

Im Mittelpunkt der Handlung steht, wie im Titel angeklungen, Clarissa, Tochter eines Fechtlehrers und Schmiedes aus Rostock. Zusammen mit ihren Kumpanen Marius und Alexander bestehen sie viele Abenteuer, etwa im Kampf gegen den unverschämten Baron Reipenstein.

Das Buch hat mir nicht nur deswegen gefallen, da es spannend und abwechslungsreich geschrieben ist, sondern vor allem auch, da Sabine Weiß es schafft, eine authentische Atmosphäre zu erschaffen. Besonders beeindruckt hat mich die Schilderung der Universität Rostock und des in ihr gepflegten Umgangs. Mittelalterliche Universitäten und Ritterakademien müssen faszinierende Orte gewesen sein – die Universität Altdorf, an der Wallenstein ein Semester lang eingeschrieben war (ehe er wegen ständiger Raufereien zwangsweise exmatrikuliert wurde) erinnert ja bis heute mit einem eigenen Museum an die damalige Zeit.

Insgesamt: Ein sehr schöner historischer Roman :) Absolut lesenswert ;)

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Blubb0butterfly Blubb0butterfly

Veröffentlicht am 05.02.2017

Annehmbar

Der Schreibstil war gut, die Geschichte ließ sich ziemlich gut lesen. Ich fand nur, dass es oftmals zu viel Handlung oder Politisches besprochen wurde und das hat mir so die Lust am Lesen genommen. Auch ... …mehr

Der Schreibstil war gut, die Geschichte ließ sich ziemlich gut lesen. Ich fand nur, dass es oftmals zu viel Handlung oder Politisches besprochen wurde und das hat mir so die Lust am Lesen genommen. Auch war ich manchmal etwas verwirrt, weil so viele Namen genannt wurden und ich erstmal meine Zeit brauchte, um die Namen in meinem Gehirn zuordnen zu können. Ich weiß, es gab am Anfang ein Namensregister, das ich mir auch durchgelesen hatte, aber ich mag es nicht so, während des Lesens immer dahin zu blättern. Deshalb hat sich bei mir das Lesen sehr in die Länge gezogen.
Ich war etwas enttäuscht, denn als ich die Leseprobe gelesen hatte, habe ich mir irgendwie mehr erwartet. Ich kann nicht ganz beschreiben, was ich mir erwartet hätte, aber das Buch war doch anders als ich gedacht hatte.

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Ani-reads Ani-reads

Veröffentlicht am 05.02.2017

Fechten im Mittelpunkt!

Inhalt: Rostock 1608. Von Kindesbeinen an ist Clarissa von der Kunst des Fechtens fasziniert. Für sie geht ein Traum in Erfüllung, als sie ihren Vater, einen angesehenen Fechtmeister, nach Frankfurt begleiten ... …mehr

Inhalt: Rostock 1608. Von Kindesbeinen an ist Clarissa von der Kunst des Fechtens fasziniert. Für sie geht ein Traum in Erfüllung, als sie ihren Vater, einen angesehenen Fechtmeister, nach Frankfurt begleiten darf, wo sich alljährlich die besten Schwertkämpfer des Reiches messen. Doch zwischen den verfeindeten Fechtbruderschaften schwelt ein Krieg, und bei einem heimtückischen Überfall wird Clarissas Vater ermordet - und sie selbst als seine Mörderin verleumdet. Als sie von einer Verschwörung hört, die das ganze Reich ins Chaos zu stürzen droht, muss sie sich fragen: Hatte ihr Vater etwas damit zu tun? Wer sind seine wahren Mörder?


"Vom Pferd aus ließ Clarissa ihren Blick den Hügel hinunter in den Hafen schweifen, wo die Segel der Schiffe im Blau leuchteten. Es roch nach Meer und Weite." - S. 681

Bei "Die Tochter des Fechtmeisters" handelt es sich um meinen ersten Roman von Sabine Weiß, von der ich bis dahin so gar nichts gehört hatte, aber der Titel und das Cover haben mich verlockt und ich musste mehr erfahren.

Es ist ein historischer Roman mit einer starken Protagonistin, der aber durch die Thematik heraussticht, das Fechten in der damaligen Zeit - der Kernpunkt des Buches.
Bis dahin war mir kein Roman begegnet, der so viele Informationen dazu geboten hat und ich habe viel Neues kennengelernt. Genau das hat mich beim Lesen gepackt und mir sind zunächst die knapp über 700 Seiten nicht aufgefallen. Man begegnet im Laufe der Handlung allerlei Charaktere und stößt auf verschiedene historische Begriffe, aber am Anfang des Romans gibt es ein Personenverzeichnis und am Ende auch ein Glossar mit hilfreichen Erläuterungen.

Mit der Zeit wurde es immer wieder zäh, da die Spannung wirklich in die Länge gezogen wurde und ich musste es öfters zur Seite legen. Aufgelockert haben es die paar schillernden Beschreibungen, wobei ich mir da mehr gewünscht habe. Oft erstreckte es sich in einer Reihe von ereignisreichen Abfolgen, die aufregend waren und Wendungen besaßen, aber mit der Zeit wurde es ermüdend.

"Marius folge Benjamin durch die von Schülern des Doppelsölderns flankierte Tür. Plötzlich strauchelte Benjamin. Klirrend ging der Waffensack zu Boden. Der Glatzkopf lachte höhnisch; er hatte Benjamin ein Bein gestellt." - S.222

Ich habe mehr auf ausführliche, schmückende Ausführungen gehofft, weil die, die ich antraf, mir einfach gut gefallen haben.
Es ist durch und durch ein klassischer historischer Roman, der Wert darauf legt informativ zu sein und der Schreibstil passt sich auch der damaligen Zeit an. Die ziehenden Stellen wurden noch einigermaßen mit den vielen Ereignissen überdeckt (es geschieht einiges!!!), sodass ich mich jetzt nicht durch die Seiten quälen musste. Und die Charaktere empfand ich auch als angenehm und vielschichtig.
Da wäre einmal die Protagonistin Clarissa, die im Roman eine Entwicklung durchzieht, wobei sie von Anfang an eine starke Persönlichkeit hatte, nur wurde es später besser in den Situationen hervorgeholt. Neben ihr gibt es noch einige männliche Charaktere und natürlich entwickelt sich auch ein Liebeswirrwarr, indem ich für eine Person gehofft und gebangt hatte, aber ich möchte nicht zu viel verraten!

Wer gerne informative historische Romane liest und das Thema Fechten interessant findet, der sollte auf jeden Fall nach diesem Buch greifen. Es ist sehr gut recherchiert und die Autorin spinnt leicht die Fakten und Informationen in den Roman ein. Trotz seiner Höhen und Tiefen ist "Die Tochter des Fechtmeisters" zum weiterempfehlen!

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Honigmond Honigmond

Veröffentlicht am 05.02.2017

Des Fechtmeisters Tochter

Zum Buchinhalt:
Rostock 1608. Von Kindesbeinen an ist Clarissa von der Kunst des Fechtens fasziniert. Für sie geht ein Traum in Erfüllung, als sie ihren Vater, einen angesehenen Fechtmeister, nach Frankfurt ... …mehr

Zum Buchinhalt:
Rostock 1608. Von Kindesbeinen an ist Clarissa von der Kunst des Fechtens fasziniert. Für sie geht ein Traum in Erfüllung, als sie ihren Vater, einen angesehenen Fechtmeister, nach Frankfurt begleiten darf, wo sich alljährlich die besten Schwertkämpfer des Reiches messen. Doch zwischen den verfeindeten Fechtbruderschaften schwelt ein Krieg, und bei einem heimtückischen Überfall wird Clarissas Vater ermordet - und sie selbst als seine Mörderin verleumdet. Als sie von einer Verschwörung hört, die das ganze Reich ins Chaos zu stürzen droht, muss sie sich fragen: Hatte ihr Vater etwas damit zu tun? Wer sind seine wahren Mörder?

Mein Leseeindruck:
Ich war sehr überrascht, dass ich bei der großen Anzahl der Teilnehmer an der Leserunde teilnehmen durfte und mich darüber sehr gefreut.

Das Buch war sehr spannend zu lesen und ist fesseld und flüssig geschrieben. Die Hauptprotagonisten sind vortrefflich ausgewählt und werden von der Autorin sehr gut beschrieben, so dass man sie sich gut vorstellen und sich in die Personen und in die mit ihnen verbundene Handlung hineinfühlen kann. Es gelingt der Autorin vortrefflich, den Leser an die Handlung zu binden und sie die Handlung wird durch eine hervorragende Recherce zu den geschichtlichen Hintergründen unterstrichen.

Das Cover passt sehr gut zum Buch und gefällt mir außerordentlich gut.

Alles in allem ein sehr guter historischer Roman, den man den Historien-Fans auf jeden Fall weiterempfehlen sollte. Die Autorin kannte ich bisher noch nicht, aber ihren Namen und den werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

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Autorin

Sabine Weiß

Sabine Weiß - Autor
© André Poling

Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitet nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Historischen Roman, der zu einem großen Erfolg wurde und dem viele weitere folgten. Im Sommer 2017 erscheint ihr erster Kriminalroman, „Schwarze Brandung“. Unabhängig davon, ob sie gerade einen Krimi oder einen Historischen Roman schreibt: Sabine Weiß liebt es, im Camper auf den Spuren ihrer Figuren zu reisen und direkt an den Schauplätzen zu …

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