Die Tochter des Fechtmeisters
 - Sabine Weiß - eBook

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8,49

Bastei Entertainment
Historische Romane
703 Seiten
ISBN: 978-3-7325-3058-8
Ersterscheinung: 09.12.2016

Die Tochter des Fechtmeisters

Historischer Roman

(9)

Rostock 1608. Als Tochter eines Fechtmeisters ist Clarissa von der Kunst des Fechtens fasziniert. Für sie geht ein Traum in Erfüllung, als sie ihren Vater nach Frankfurt begleiten darf, wo sich die besten Schwertkämpfer des Reiches messen. Doch zwischen den verfeindeten Fechtbruderschaften schwelt ein Krieg, und dann wird Clarissas Vater bei einem Überfall ermordet. Mit dem jungen Räuber Leander macht sie sich auf die Suche nach den Mördern. Dabei stößt sie auf eine Verschwörung, die das ganze Reich bedroht: Kaiser Rudolf soll ermordet werden – ausgerechnet von einem Fechter …

Rezensionen aus der Lesejury (9)

Sabrinchenchen Sabrinchenchen

Veröffentlicht am 15.01.2017

historisches Abenteuer einer starken Frau die das Fechten liebt.

Mit einem wunderschönen historischen Cover begrüsst uns Sabine Weiß mit ihrer Tochter des Fechtmeisters.
Das Buch hat ungewöhnlicherweise einen runden Buchrücken das hat Leserillen vom Lesen vermieden. ... …mehr

Mit einem wunderschönen historischen Cover begrüsst uns Sabine Weiß mit ihrer Tochter des Fechtmeisters.
Das Buch hat ungewöhnlicherweise einen runden Buchrücken das hat Leserillen vom Lesen vermieden. Auf der anderen Seite aber war innen die Klebefalz zu sehen und das finde ich nicht so schön.
Natürlich ist das aber Geschmackssache.

Auf 706 Seiten erleben wir ein historisches Abenteuer um eine starke Frau die das Fechten in die Wiege gelegt bekommt und es liebt, aber in dieser Zeit nicht ausleben darf.
Durch blöde Umstände läuft dann alles aus dem Ruder und die Protagonistin schlägt sich mit verschiedenen Weggefährten durch.
Zur Zeit in der die Handlung spielt, hat das Fechten eine grosse Rolle was im Buch auch sehr bildlich und beschrieben wird.
Der Schreibstil ist angenehm und nicht leicht zu lesen.
Der Erzählstil ist spannend mit ein paar Längen die aber immer wieder zurückfinden, in die richtige Bahn.
Es gibt verschiedene Erzählstränge zu verschiedenen Zeiten und auch Standorten die ein bisschen verwirren.
Am Anfang hatte ich leichte Probleme in das Buch zu finden das legte sich aber dann.

Die Charaktere sind sehr verschieden und auch farbig beschrieben.
Mein Lieblingscharakter war hier Alexander der mich am Schluss noch überraschen konnte.

Es gibt einen Spannungsbogen der Auf und Ab geht durch die verschiedenen Stränge, zum Ende hin führen sie zusammen und erklären sich auch.
Der Inhalt ist interessant und kann am Schluß noch überraschen.
Die Tochter des Fechtmeisters ist somit eine historische Geschichte die gut unterhält, nicht leicht zu lesen ist und trotzdem irgendwie fesselt.
Klar ist das Konzept starker Frauen im Mittelalter nicht neu erfunden aber hier erlebt man Clarissa nicht nur stark und generelle Hilfe nimmt sie auch an.

Von mir gibt es 4 Sterne da ich nicht restlos überzeugt bin, aber es mich gut unterhalten hat, interessante Lektüre ist und mit dem Fechtthema sich ein bisschen von den üblichen Mittelalterromanen abhebt.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

ChattysBuecherblog ChattysBuecherblog

Veröffentlicht am 13.01.2017

Mein Leseeindruck

Als ich dann endlich, pünktlich zum Erscheinungstag, das Buch in Händen halten durfte, war ich angenehm überrascht. Fühlte es sich doch so griffig an. Möglicherweise lag es daran, dass es eckig sondern ... …mehr

Als ich dann endlich, pünktlich zum Erscheinungstag, das Buch in Händen halten durfte, war ich angenehm überrascht. Fühlte es sich doch so griffig an. Möglicherweise lag es daran, dass es eckig sondern eher rund verleimt ist. Aber auch das Cover hat mich begeistert. Die alte Hansestadt Rostock mit seinen Schiffen, eine Frau im rotbraunen Kleid und natürlich das Schwert. Somit ist das Bild stimmig mit dem Titel.

Bevor es mit der eigentlichen Story losgeht, erhält der Leser mittels einer Karte in der Klappe, einen Überblick über Rostock um 1608. Auch die umliegenden Länder und Besitztümer sind sehr schön dargestellt und bestimmt wird auch jeder Leser seine Stadt bzw. seine Landeszugehörigkeit suchen. Ich denke, dass so etwas den Leser schon mal etwas an die Geschichte bindet und gleich mit einbezieht.

Im Anschluss geht es direkt weiter mit dem Personenverzeichnis, das auf jeden Fall jede Menge unterschiedlicher Charakteren verspricht.

" Ihr jungen Kerle schnarcht und furzt sicher wie die Stiere." (Seite 88)

Der Handlungsort ist Rostock um 1608. Dort lernt der Leser die Hauptprotagonistin Clarissa kennen. Mit ihren 18 Jahren erscheint sie sehr mutig und tough, aber gelegentlich auch etwas blauäugig. Ganz wie ihr Vater, so liebt auch sie das Kämpfen mit dem Degen. Allerdings nur als Sport für Körper und Geist, und nicht als Waffe, um zu töten. Bei diesen Fechtkämpfen macht ihr kein Mann so leicht etwas vor. Sie erscheint hierbei sogar etwas burschikos, was sie aber nicht unsympathisch wirken lässt.

Aber auch Fritjoff, ihr Vater, spielt eine wesentliche Rolle. Sehr eindrucksvoll beschreibt die Autorin, den Werdegang des Fechtmeisters. Mehrfach hatte ich beim Lesen der Rückblenden einen Kloß im Hals, da es teilweise an Dramatik kaum zu überbieten war.

Auch Carls Zorn beschreibt die Autorin großartig. Er agiert zwar für meine Begriffe immer sehr emotional und auch gedankenlos, aber gerade diese Charakterzüge sind es, die seine Geschichte so speziell macht.
Gerade auch, als Carl seinen Freund Hans verliert, spürt man, dass hinter der rauen Schale doch ein weiches Herz klopft.

Allerdings waren mir diese ganzen Marsch- und Kriegsszenen etwas zu langatmig und ich muss zugeben, dass ich dann und wann ein paar Seiten überblättert habe.

Sehr gut haben mir die dialektischen Einlage der Rostocker Sprache gefallen. So fühlte ich mich den Land und Leuten während des Lesens etwas näher.

Leider muss ich nun aber auch sagen, dass es sehr viele Handlungs- bzw. Nebenstränge gibt. Sie sind nicht uninteressant, lenken aber von der Hauptgeschichte (wir erinnern uns an den Titel des Buches!?) sehr ab.

Fazit:

Trotz der kleinen oben beschriebenen Mängel hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich. Gerade im Bereich des Fechtens hatte ich doch sehr viele Wissenslücken, die ich nun schließen konnte.

Die Protagonisten haben mir sehr gut gefallen, stellenweise hatte ich sogar das Gefühl, ich müsste in die Geschichte eingreifen und meinen Unmut gewissen Personen ins Gesicht schmettern. Aber .... es ist ja nur ein Roman.

Ich würde mich sehr freuen, wenn es eine Fortsetzung mit Clarissa geben würde, da ich ihren Lebensweg gerne weiter mitverfolgen würde.
Für Liebhaber historischer Romane und/oder der Fechtkunst ist dieses Buch ein wahres Schätzchen.

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vielleser18 vielleser18

Veröffentlicht am 08.01.2017

Spannender Ausflug ins 17. Jahrhundert

Clarissa darf ihren Vater Fritjoff, seines Zeichens Fechtmeister und Fechtlehrer, mit seinen Schülern Marius und Alexander von Rostock nach Frankfurt begleiten. Dort will sie ihn unterstützen einen Buchdrucker ... …mehr

Clarissa darf ihren Vater Fritjoff, seines Zeichens Fechtmeister und Fechtlehrer, mit seinen Schülern Marius und Alexander von Rostock nach Frankfurt begleiten. Dort will sie ihn unterstützen einen Buchdrucker zu finden. In Frankfurt angekommen, hat ihr Vater aber kaum Zeit für sein Buch. Was beschäftigt ihn so sehr, außer die Zusammenkunft der Schwertkämpfer? Auf der Rückreise geraten sie in einen heimtückischen Überfall, bei der ihr Vater getötet wird und sie wenig später in Gefangenschaft gerät.

Die Tochter des Fechtmeisters vermittelt nicht nur historisches Wissen, ganz nebenbei, es erklärt dem Leser auch die Fechtkunst. Und dies sehr spielerisch, sehr verwoben in die Geschichte, so dass man auch als Laie in diesem Gebiet keine Schwierigkeiten hat, dem zu folgen. Vor allem aber, wird auch das damalige Leben in seinen vielen Facetten dargestellt. So u.a. am Kaiserhof in Prag, als Fechtmeister in Rostock, als Pater in Passau oder als Gaukler in Frankfurt. Es sind anfangs viele Handlungsstränge, viele Personen, dennoch hatte ich keine Schwierigkeiten mich in dieses Buch hinein zu finden. Nach und nach klärt sich alles auf und wird von der Autorin bis zum Ende hin zusammengeführt.

Gefallen haben mir die Hauptprotagonisten. Da ist zum einen Clarissa, die von ihrem Vater von Kindesbeinen an auch im Fechten unterrichtet worden ist und die dadurch so manche schwierige Situation in ihrem Leben meistern kann.
Leander, der Gaukler, der durch eine Tat seines Vaters keine Bürgerrechte mehr besitzt und mit ihm und einigen anderen als fahrendes Volk durch die Lande zieht. Dennoch bleibt er seinem Gewissen treu und lässt sich trotz Hunger und Not nicht zu allem hinreissen.
Aber auch weitere Protagonisten, die in diesem Buch wichtig sind, wachsen einen beim Lesen ans Herz und in mach einer spannenden Situation bangt man als Leser um sie.

Sabine Weiß hat es geschafft, mich durch die vielen Seiten (fast 700), die dieses Buch hat, hindurch an die Handlung zu binden. Immer wieder neue Aktionen, spannnende Szenen, Hintergrundwissen, aber auch die Liebe fehlt in diesem Buch nicht. Es ist ein Buch, dass vieles an Wissen vermitteln möchte, ein detaillgetreues Bild der damaligen Zeit aufwerfen möchte und dabei dennoch die handelnden Protagonisten nicht aus dem Blick verliert. Die 700 Seiten sind schon eine Herausforderung, dennoch hat es mir die Autorin mit ihrem flüssigen Schreibstil damit leicht gemacht. Hilfreich ist auch das Personenregister am Anfang des Buches (das ich mir aber eigentlich nur vor dem Lesen angeschaut haben, das andere erklärt sich auch beim Lesen) . Interessant ist allerdings auch das Nachwort der Autorin (das bitte aber erst am Ende lesen, damit man nicht zufällig auf die letzte Seite des Buches blättert und sich einiges an Spannung nimmt).

Fazit:

Detaillreicher und sehr gut geschriebener Roman, in dem Liebe, (Fecht)Kampf, und Historie fein verwerbt worden sind.
Für alle Fans von historischen Büchern eine Empfehlung von mir.

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Dreamworx Dreamworx

Veröffentlicht am 07.01.2017

En garde!

1566 Mecklenburg. Der 11-jährige Carl und sein sechs Jahre jüngerer Bruder Fritjoff werden zu Waisen, als ihre Mutter bei einem ungleichen Kampf ihr Leben verliert. Fortan müssen sie sich allein durchschlagen. ... …mehr

1566 Mecklenburg. Der 11-jährige Carl und sein sechs Jahre jüngerer Bruder Fritjoff werden zu Waisen, als ihre Mutter bei einem ungleichen Kampf ihr Leben verliert. Fortan müssen sie sich allein durchschlagen. Carl ist so voller Wut, dass er immer wieder Probleme bekommt während Fritjoff sich mit den Gegebenheiten abfindet und eine Stelle bei einem Schmied antritt. Das Verhältnis zu seinem Bruder Carl wird immer schwieriger, so dass jeder bald seiner eigenen Wege geht.
1608 Rostock. Fritjoff hat sich einen Namen als Fechtmeister gemacht und unterrichtet nicht nur Schüler, sondern auch seine Tochter Clarisse in der Kunst. Als Fritjoffs Schüler Alexaner und Marius ihre letzte Prüfung in Frankfurt ablegen müssen, macht sich der Fechtmeister in Begleitung seiner Tochter und den beiden Prüflingen auf die Reise. Dort angekommen geraten sie in den Konkurrenzkrieg verfeindeten Fechtbruderschaften, und Fritjoff verliert bei einem Überfall sein Leben. Clarissa wird schnell als Schuldige angeprangert, doch sie ergibt sich nicht in ihr Schicksal, sondern macht sich selbst daran, die Mörder ihres Vaters ausfindig zu machen. Dabei führt sie ihr Weg nach Prag, wo sie einige Überraschungen erleben wird und ebenfalls in Gefahr gerät. Wird sie den Mördern auf die Spur kommen?

Sabine Weiß hat mit ihrem Buch „Die Tochter des Fechtmeisters“ einen sehr spannenden historischen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist schön flüssig, schon während des Prologs wird der Leser regelrecht durch die Zeit katapultiert und findet sich im aufregenden Mittelalter wieder, um dort einiges über die Fechtkunst zu lernen und Clarissa bei ihrem aufregenden Abenteuer zu begleiten. Die Handlung unterteilt sich in verschiedene Zeitebenen, die eine gewisse Konzentration beim Lesen erfordern. Der Spannungsbogen wird schon in den ersten Seiten angelegt und steigert sich innerhalb der Geschichte immer mehr bis zum Finale. Der historische Hintergrund über die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit ebenso wie die sehr detailreiche Beschreibung der Fechtkunst wurden von der Autorin sehr akribisch recherchiert und mit der Handlung gekonnt verwoben. Auch die Schilderung der Städte Frankfurt und Prag ist so bildhaft und farbenfroh, dass der Leser ein mittelalterliches Bild der Metropolen von heute vor Augen hat.

Die Charaktere sind sehr vielschichtig und detailliert angelegt, so wirkt die Handlung durch die Vielfalt der Protagonisten glaubhafter und wie im wirklichen Leben. Fritjoff ist ein guter Lehrmeister, der auch keine Vorbehalte hat, mit seiner Tochter eine Frau zu unterrichten. Bereits in seiner Kindheit ist er durch eine harte Schule gegangen und hat versucht, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Er ist sympathisch und selbstbewusst, hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und liebt seine Tochter Clarissa sehr. Diese hat sich bei ihrem Vater den Mut abgeschaut und weiß sich zu wehren. Oftmals wirkt Clarissa jedoch auch noch etwas naiv und gutgläubig, doch innerhalb der Handlung macht sie eine starke Entwicklung durch und wandelt sich zu einer selbstbewussten Frau. Marius ist ein undurchsichtiger und eher unsympathischer Zeitgenosse, man traut ihm einfach alles zu. Alexander dagegen ist eher von gutmütigem Wesen. Leander ist ein sympathischer Zeitgenosse, der ein hartes und entbehrungsreiches Leben auf der Straße geführt hat, jedoch nie seinen Wunsch von seinem Platz in der anerkannten Gesellschaft aufgegeben hat. Er ist mitfühlend und zugleich hilfsbereit, man kann sich auf ihn verlassen. Die Begegnung mit Clarissa bringt seine besten Eigenschaften zutage, die er vorher noch im Verborgenen hielt. Auch die weiteren Protagonisten verleihen mit ihren eigenen Episoden und Geschichten der Handlung Leben und zeigen ein buntes Bild der damaligen Zeit.

„Die Tochter des Fechtmeisters“ ist ein sehr spannender und unterhaltsamer historischer Roman, durch den man einiges über die Kunst der Degenführung lernen kann, während man den Charakteren bei ihren Abenteuern in Gedanken zur Seite steht. Eine Leseempfehlung für alle, die nicht nur ein Geschichte herunterlesen möchten, sondern sich auch für Fakten und historische Hintergründe interessieren.

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tinstamp tinstamp

Veröffentlicht am 05.01.2017

Von Fechtmeistern, Glaubenskriegen und Vaganten

Nach Piratinnen und Heidentöchtern durfte ich nun Bekanntschaft mit der Tochter des Fechtmeisters machen. In einer Lovelybooks Leserunde hat uns Sabine Weiß die große Fechtkunst näher gebracht.
Doch dieser ... …mehr

Nach Piratinnen und Heidentöchtern durfte ich nun Bekanntschaft mit der Tochter des Fechtmeisters machen. In einer Lovelybooks Leserunde hat uns Sabine Weiß die große Fechtkunst näher gebracht.
Doch dieser Schmöker hat soviel mehr an geschichtlichen Informationen und Handlungssträngen zu bieten, dass man sich für dieses Buch wirklich Zeit nehmen muss.
Clarissa, die uns im Klappentext vorgestellt wird, ist nämlich nur eine von vielen Protagonisten, die alle in irgendeiner Art und Weise, mehr oder weniger, miteinander verbunden sind.

Es beginnt in Mecklenburg 1566, als eine Frau von einem bereits verbotenen "Schwurgericht" gegen einen reichen Großbauern kämpfen (!) muss und dabei ihr Leben verliert. Die beiden Kinder, die ihre Mutter verlieren, sind fortan auf sich allein gestellt. Niemand kümmert sich um die Waisen, dem fünfjährigen Fridjoff und dem elfjährige Carl. Während Carl nur Zorn und Wut in sich verspürt und überall aneckt, fügt sich der kleine Fridjoff schneller seinem Schicksal. Als er beim Schmied Thiel eine Stelle findet und sich mit dem Sohn, Jodocus, anfreundet, möchte Fridjoff bleiben. Doch Carl bereitet erneut Schwierigkeiten und verlässt daraufhin seine Arbeitsstelle. Die Wege der Brüder trennen sich....

Rostock 1608: Aus Fridjoff wurde ein geachteter Fechtmeister, der Schüler unterrichtet. Seiner Tochter Clarissa hat er ebenfalls die Fechtkunst beigebracht, die für die damalige Zeit auch eine sehr toughe junge Frau ist. Als Fridjoffs Schüller Marius und Alexander in Frankfurt ihre allerletzte Prüfung ablegen müssen, begleitet Clarissa ihren Vater und die beiden jungen Männer auf die Reise, die damals beschwerlich und nicht ungefährlich ist. In Frankfurt angekommen beginnen jedoch die Probleme erst richtig....

Der Handlungsverlauf ist sehr umfangreich. Die vielen verschiedenen Personen und Handlungsstränge, als auch verschiedene Zeitebenen, machen das Lesen nicht leicht. Das Personenverzeichnis vorne und das Glossar hinten, helfen dem Leser sehr. Trotzdem braucht man seine ganze Aufmerksamkeit, denn es schleichen sich auch einige Längen in die Geschichte ein. Manchmal musste ich mich richtig aufraffen um weiterzulesen, doch sobald man erneut ins Geschehen eintaucht, ist man sofort wieder gefesselt. Trotzdem war dies für meine Bewertung auschlaggebend, weshalb ich einige Abzüge machen musste....
Ein weiterer Minuspunkt war für mich, dass viele Kapitel mit einer Art Cliffhanger aufhörten. Danach kam es zum Wechsel von Ort und Person und wenn man wieder zum ursprünglichen Punkt zurückkommt, wird die Lösung nur sehr kurz präsentiert und in wenigen Sätzen abgehandelt. Da die Geschichte sehr detailliert ist, verstehe ich nicht ganz, warum gerade bei solchen Szenen eingespart wurde.

Im Endeffekt ist es aber eine sehr interessanter historischer Roman mit vielen geschichtlichen Hintergrundinformationen geworden. Man erfährt einiges über den Kampf der Habsburger innerhalb der eigenen Familie und auch über den bereits schwelenden Glaubenskrieg. In der zweiten Hälfte des Buches befinden wir uns in der Residenzstadt Prag, der damals drittgrößten Stadt in Europa. Auch hier sind viele historische Begebenheiten, wie der Bruderzwist zwischen Erzherzog Matthias und Leopold von Habsburg mit Rudolf II. miteinbezogen. Da Prag damals alle Glaubensrichtungen anerkannte und diese friedlich nebeneinander lebten, wurde es zum zentralen "Wunschobjekt" der Herrscher, die ihre Religion als die einzige Wahre verkaufen wollten, was zu Glaubenskriegen führte. Leider ein Thema, das sich bis zur Gegenwart hinzieht....
Und natürlich lernen wir besonders zu Beginn viel über die damalige Fechtkunst und wie viele verschiedene Arten und Fechtmeister es eigentlich gab.....sehr interessant!

Cover:
Der neuartige runde Rücken ist für mich leider keine positive Errungenschaft. Ich bin eine sehr vorsichtige Leserin und trotzdem hat sich nach cirka 300 Seiten das Cover verschoben. Als ich es richten wollte, löste sich der ganze Buchrücken! Außerdem finde ich die Papier/Kartonstärke des Covers viel zu dünn! Ich mag keine Leserillen, aber bevor sich das Buch in meinen Händen auflöst, obwohl ich damit sehr, sehr vorsichtig umgegangen bin, habe ich lieber Leserillen!

Schreibstil:
Die Autorin hat wirklich großartig recherchiert und Geschichte lebendig gemacht. Genau das liebe ich an den historischen Romanen. Allerdings war es mir diesmal fast zu viel und zu detailliert. Die Charaktere sind sehr lebendig und obwohl es wirklich viele verschieden Figuren in diesem Buch gibt, sind alle äußerst authentisch beschrieben. Auch die Orte wurden vor meinen Augen lebendig, sei es die Stadt Prag mit ihren verschiedenen Vierteln oder Rostock, das von Clarissa sehr oft bildreich beschrieben wurde.

Fazit:
Ein Roman, der es mir schwer macht ihn zu bewerten! Viele Handlungsstränge und Personen erfordern viel Aufmerksamkeit beim Lesen. Diese werden sehr authentisch beschrieben und auch die historischen Hintergründe sind großartig recherchiert und miteinbezogen. Allerdings hat der Roman viele Längen und hätte an manchen Stellen bereits beendet werden können. Für mich wäre etwas weniger mehr gewesen....
Ich vergebe 3.5 Sterne, die ich hier auf 4 Sterne aufrunde.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Sabine Weiß

Sabine Weiß - Autor
© André Poling

Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitet nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Historischen Roman, der zu einem großen Erfolg wurde und dem viele weitere folgten. Im Sommer 2017 erscheint ihr erster Kriminalroman, „Schwarze Brandung“. Unabhängig davon, ob sie gerade einen Krimi oder einen Historischen Roman schreibt: Sabine Weiß liebt es, im Camper auf den Spuren ihrer Figuren zu reisen und direkt an den Schauplätzen zu …

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