Leseprobe: Das Fundament der Ewigkeit
 - Ken Follett - eBook

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inkl. MwSt.

Bastei Entertainment
Historische Romane
36 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-5175-0
Ersterscheinung: 04.07.2017

Leseprobe: Das Fundament der Ewigkeit

Historischer Roman
Übersetzt von Dietmar Schmidt, Rainer Schumacher

(28)

Leseprobe zu Ken Folletts "Das Fundament der Ewigkeit":
1558. Noch immer wacht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge über die Stadt. Doch diese ist im Widerstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Freundschaft, Loyalität, Familie – nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein. Auch der Liebe zwischen Ned Willard und Margery Fitzgerald steht der Glaubensstreit im Weg. Als die Protestantin Elizabeth Tudor Königin wird, verschärfen sich die Gegensätze noch. Die junge Queen kann sich glücklich schätzen, in dieser schwierigen Lage den treuen Ned an ihrer Seite zu haben – als Unterstützer und als ihren besten Spion. Die Liebe zwischen Ned und Margery scheint jedoch verloren zu sein, denn von Edinburgh bis Genf steht ganz Europa in Flammen ...
Diese Leseprobe enthält zusätzlich noch ein Interview mit Ken Follett über seinen Roman "Das Fundament der Ewigkeit". 

 

Rezensionen aus der Lesejury (28)

Leserin71 Leserin71

Veröffentlicht am 23.04.2018

Protestantismus vs. Katholizismus

Hatten mich die beiden Vorgängerbücher schon in ihren Bann gezogen, tat es "A Column of Fire" auf andere Art und Weise.
Während es bei den Vorgängerbänden mehr um mittelalterliche Lebensweise ging, den ... …mehr

Hatten mich die beiden Vorgängerbücher schon in ihren Bann gezogen, tat es "A Column of Fire" auf andere Art und Weise.
Während es bei den Vorgängerbänden mehr um mittelalterliche Lebensweise ging, den Bau der Kathedrale und geniale Baumeister, ist das neue viel politischer. Die Bücher sind völlig unabhängig voneinander.
Als Nachfolgerin von Heinrich VIII, der sich von Rom losgesagt und die anglikanische Kirche gegründet hatte, ist seine Tochter Maria Tudor Königin von England. Sie ist überzeugte Katholikin und lässt Protestanten, die ihren Glauben leben, verbrennen.
Ned Willard, der in Kingsbridge mit seiner Mutter, einer Kauffrau lebt, erfährt die Repressalien auf sehr drastische Weise. Seine geliebte Margery darf nur einen Katholiken heiraten und das Geschäft seiner Mutter wird in den Ruin getrieben. Ned setzt alles auf die Nachfolgerin von Maria Stuart, Elizabeth, die Religionsfreiheit will.
Der Streit um die wahre Religion ist der rote Faden im Buch und findet nicht nur in England, sondern in ganz Europa statt.
Die verschiedenen Schauplätze fand ich sehr gut eingebunden, z. B. die Bartholomäusnacht in Paris und die Hugenottenverfolgung.
Mit den Protagonisten habe ich gerne mitgefiebert und bin froh, in einem Land leben zu können, das christliche Meinungsverschiedenheiten friedlich austragen will. Ein bisschen gewundert hat mich, dass der Name Martin Luther nie erwähnt wird, immerhin taucht Calvin auf.
Alles in allem ist auch dieses Buch wieder ein Muss für Ken Follett Fans bzw. Geschichtsinteressierte und auch auf Englisch gut zu lesen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Nabura Nabura

Veröffentlicht am 08.04.2018

Ein neuer Kingsbridge-Roman mit frischen Charakteren und großer Politik

Kingsbridge im Jahr 1558: Ned Willard kehrt nach einem Aufenthalt bei seinem Onkel in Calais in die Stadt zurück. Er ist fest entschlossen, nun endlich seine geliebte Margery Fitzgerald zu heiraten. Als ... …mehr

Kingsbridge im Jahr 1558: Ned Willard kehrt nach einem Aufenthalt bei seinem Onkel in Calais in die Stadt zurück. Er ist fest entschlossen, nun endlich seine geliebte Margery Fitzgerald zu heiraten. Als Sohn der reichsten Kaufmannsfamilie der Stadt ist er keine schlechte Partie. Doch obwohl Margery seine Gefühle erwidert, drängt ihre Familie sie energisch dazu, Bart zu heiraten, den zukünftigen Grafen von Shiring. Als Neds Familie fast alles verliert, hält ihn endgültig nichts mehr in Kingsbridge. Er tritt in den Dienst der protestantischen Elizabeth Tudor, die der katholischen Mary Tudor auf den Thron folgen will. Sie will sich dafür einsetzen, dass niemand mehr aufgrund seines Glaubens getötet wird. In Frankreich und der spanischen Niederlande beobachtet man die Entwicklungen genau – hier ist man katholisch und hat eigene Vorstellungen davon, wie man mit Protestanten umgeht. Wird es Ned gelingen, einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander der Religionen zu leisten?

Nachdem ich vor Jahren sowohl „Die Säulen der Erde“ als auch „Die Tore der Welt“ begeistert gelesen habe, habe ich mich sehr gefreut, als ein dritter Kingsbridge-Roman angekündigt wurde. Seit den Ereignissen des zweiten Buches sind gut 200 Jahre vergangen und im Zentrum der Handlung stehen die Nachfahren der früheren Protagonisten. Ich war gespannt, wie es ihnen ergehen wird. Man braucht aber nicht zwingend das Vorwissen der anderen Bücher, um in diese Geschichte eintauchen zu können.

Das Buch beginnt wie einst „Die Säulen der Erde“ mit einer Hinrichtung. Der Erzähler merkt an, dass er den Verurteilten jahrzehntelang gejagt hat und verhindern konnte, dass dieser den größten Teil der Königsfamilie tötet. Wann dies passiert und wer Erzähler und Verurteilter sind, wird vorerst nicht aufgeklärt. Stattdessen findet man sich im Jahr 1558 wieder, wo Ned Willard gerade von Calais nach Kingsbridge zurückgekehrt ist und feststellen muss, dass seine Geliebte gegen ihren Willen mit dem zukünftigen Grafen von Shiring verheiratet werden soll.

Schnell konnte ich einen ersten guten Überblick darüber gewinnen, wie die verschiedenen Personen zueinander stehen. Durch die erzwungene Heirat Margerys, einem Angriff auf Calais und einer Klage gegen Neds Mutter wurde die Handlung schnell spannend und dramatisch. Wer die Vorgänger kennt, der weiß, dass für die sympathischsten Charaktere erst einmal alles schief geht. Ned lässt deshalb schon bald alles hinter sich und tritt in den Dienst von Elizabeth Tudor, wo er in den folgenden Jahren das politische Geschehen hautnah miterleben wird.

Neben den Kapiteln in England erfährt man auch mehr über die politische Situation in Frankreich, Spanien und der spanischen Niederlande. Die Handlungsstränge sind zu Beginn unabhängig voneinander, laufen später aber alle zusammen. Auch hier werden dem Leser Geheimnisse und Intrigen geboten. Da ist zum Beispiel Neds Bruder Barney, der aus Spanien fliehen muss und zu diesem Zweck in die Armee eintritt oder Sylvie, deren Vater in Paris streng verbotene protestantische Schriften verkauft und die sich in einen Spion der Katholiken verliebt. Gut und Böse sind insbesondere bei den fiktiven Charakteren recht klar verteilt und ich fieberte mit, ob sich die mir sympathisch gewordenen Charaktere behaupten und ihre Pläne verwirklichen können.

Viele Charaktere stehen bald im Dienst von einflussreichen politischen Persönlichkeiten. Beim Lesen erfährt man viel über die politischen Entwicklungen und insbesondere das Thema Katholiken versus Protestanten spielt eine wichtige Rolle. Der Autor berücksichtigt in seiner Geschichte viele historische Ereignisse und verschafft den fiktiven Charakteren wichtige Rollen darin. Die einen planen Verschwörungen, während die anderen versuchen, sie aufzudecken – letzteres nicht immer erfolgreich. Das fand war oft spannend, insbesondere im Mittelteil hätte ich mir aber oft eine straffere, weniger ausschweifende Erzählweise gewünscht. Über 60 Jahre lang begleitet man die Charaktere durch Höhen und Tiefen bis hin zu einem letzten dramatischen Anschlagsplan und einem runden Schluss.

In „Das Fundament der Ewigkeit“ versuchen Nachfahren der Protagonisten der früheren Kingsbridge-Romane, ihre Pläne zu verwirklichen. Dabei spielt das Ringen zwischen Katholiken und Protestanten bis hin zum Bürgerkrieg eine große Rolle, denn die fiktiven Charaktere sind bei vielen historischen Ereignissen hautnah dabei. Der Aufbau der Geschichte ist seinen Vorgängern nicht unähnlich und manche Entwicklungen hätten straffer beschrieben werden können. Insgesamt bietet dieses Buch gelungene Unterhaltung, die sich kein Ken Follett-Fan entgehen lassen sollte!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Liebeslenchen Liebeslenchen

Veröffentlicht am 05.04.2018

–Kingsbridge 3.0 Unterhaltsamer historischer Roman fernab von Kingsbridge, mit einigen Längen

Vor Jahren habe ich Folletts Meisterstück „Die Säulen der Erde“ und einige Zeit später „Die Tore der Welt“ verschlungen. Ich zähle sie zu den besten historischen Romanen, die ich, neben Rebecca Gablés ... …mehr

Vor Jahren habe ich Folletts Meisterstück „Die Säulen der Erde“ und einige Zeit später „Die Tore der Welt“ verschlungen. Ich zähle sie zu den besten historischen Romanen, die ich, neben Rebecca Gablés Büchern, überhaupt jemals gelesen habe.

Obwohl ich mich unglaublich auf den dritten Band „Das Fundament der Ewigkeit“ gefreut und dem Erscheinungstermin entgegengefiebert habe, haben mich die ersten kritischen Leserstimmen etwas verunsichert und zum Teil kann ich diese nun sogar nachvollziehen.

Fangen wir aber erst mal mit dem Positiven an.
Richtig gut gefallen hat mir definitiv die erste Buchhälfte. Diese strotzt vor Spannung und hält für die Charaktere, zu denen man schnell eine Verbindung aufbauen kann, viele böse und heftige Überraschungen bereit.
Die Handlung nahm mich sofort gefangen und ich brannte darauf zu erfahren, welche Wendungen das Schicksal und die Schwierigkeiten des 16. Jahrhunderts für die Protagonisten noch bereithalten. Sowohl die Prota- als auch die Antagonisten hat Ken Follett stark und facettenreich entworfen. Obwohl er schnell unzählige Figuren ins Spiel bringt, macht er es den Lesern leicht, sie voneinander zu unterscheiden. Gekonnt stellt er sie den historischen Figuren an die Seite und erzählt durch sie die krisenreiche Geschichte Englands während des elisabethanischen Zeitalters.

Doch leider werfen nicht nur die blutigen Glaubenskriege dunkle Schatten auf die Handlung, es gibt tatsächlich ein paar kleine Kritikpunkte an diesem fulminanten Histo-Schmöker.
In den folgenden Abschnitten orientiere ich mich einfach mal an einigen kritischen Aussagen anderer Leser und gehe kommentierend darauf ein:

---„Spannung flaut immer wieder ab“
Ja, besonders in der zweiten Buchhälfte gibt es einige Kapitel die weniger fesselnd sind, besonders für solche Leser, die sich mit den historischen Ereignissen schon recht gut auskennen. Das Schicksal der schottischen Königin Maria Stuart zum Beispiel habe ich schon einige Male durchlebt. Daher konnten mich besonders die Szenen mit ihr nicht sonderlich fesseln. Aber das kann ich Ken Follett nicht zur Last legen.
Wirklich schade finde ich hingegen, dass er das Potenzial einiger Handlungsstränge und Charaktere nicht vollends ausgeschöpft hat. Anstatt sich mit seinen starken fiktiven Figuren zu beschäftigen, lenkt er das Augenmerk der Leser beinahe schon krampfhaft auf die historischen Fakten und dem Lauf der belegten Ereignisse. Die zuvor packende Spannung flaut dadurch leider ab.

---„Kingsbridge ist nur Nebenschauplatz“
Ja, das finde auch ich sehr schade. Auf der anderen Seite verdeutlicht diese Entwicklung die Veränderungen des 16. Jahrhunderts. Die Engländer begannen, die Welt zu erforschen. Trotzdem hätte es mich sehr gefreut, wenn Kingsbridge auch in diesem Band der Fixpunkt der Handlung gewesen wäre. Immerhin war die Vorfreude, nach all den Jahren wieder dorthin zurückzukehren, unermesslich groß.

---„Zu detailverliebt“
Besonders in diesem Genre ist es schwierig, die perfekte Balance zwischen Oberflächlichkeit und Detailverliebtheit zu halten. Historische Romane brauchen immer eine gewisse Detailtreue, einfach um dem Leser ein authentisches Gefühl für die Vergangenheit zu übermitteln. Ken Follett umschreibt natürlich viele Kleinigkeiten umfassend, was mich im groß und ganzen kaum gestört hat. Erst zum Schluss (ab Buchabschnitt 5) fällt diese Tatsache für mein Gefühl negativ ins Gewicht.

---„Fühlt sich unendlich an“
Diese Aussage muss ich leider so unterschreiben, wobei es eigentlich nur die letzten Kapitel sind, die sich so unendlich zäh in die Länge gezogen haben und einen Schatten über die sonst so ereignisreiche Story werfen.
Zum einen macht Ken Follett zum Ende hin vollkommen unerwartet große Zeitsprünge, die ich schwierig zu verarbeiten fand. Zudem erzählt er die Geschichte über den Tod Königin Elisabeths hinaus, um die letzte große Verschwörung mit in die Handlung zu bringen. Mir wäre es lieber gewesen, wenn er die historischen Fakten mal außer Acht gelassen und seinen fiktiven Protagonisten das Ruder überlassen hätte, einen persönlichen Showdown in Kingsbridge zu liefern.

Mein Fazit

Ken Follett ist einer der größten Geschichtenerzähler unserer Zeit und die ersten zwei Buchabschnitte (von insgesamt fünf) sind extrem einnehmend geschrieben. Trotzdem flaut die Spannung im Verlauf der Handlung spürbar ab. Für mein Gefühl hat sich Follett zu sehr an den historischen Fakten orientiert und damit unfreiwillig von seinen starken Charakteren abgelenkt, die charakterstark und einnehmend entworfen wurden. Mir hätte es besser gefallen, wenn er sich mehr auf seine eigene Fantasie verlassen und den Fokus deutlicher auf Kingsbridge gelegt hätte.

Trotz meiner teils harschen Kritik hat mir dieser Histo-Schmöker viele großartige Lesestunden beschert und mir fällt es schwer, mich von den liebgewonnenen Charakteren zu verabschieden. Für alle „Kingsbridge“-Fans ist dieser Finalband auf jeden Fall ein absolutes Must-Read!
Wer die Vorgängerromane noch nicht kennt, der kann „Das Fundament der Ewigkeit“ dennoch lesen, da die Geschichte selbst vollkommen unabhängig ist und kaum Bezug auf die vorherigen Geschehnisse hat. In dem Fall muss ich euch „Die Säulen der Erde“ einfach wärmstens ans Herz legen. Es gibt kaum einen besseren historischen Roman (außer vielleicht „Das Lächeln der Fortuna“ von Rebecca Gablé ?)

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Ignacio Ignacio

Veröffentlicht am 24.02.2018

Für Liebhaber historischer Romane ein "Must-Have"

Was kann man schon groß zu einem Roman von Ken Follett als Rezension schreiben?! Wie immer: brilliant! Im Nu befindet sich der Leser in der historischen Kulisse, die durch die Liebe zum Detail sich schnell ... …mehr

Was kann man schon groß zu einem Roman von Ken Follett als Rezension schreiben?! Wie immer: brilliant! Im Nu befindet sich der Leser in der historischen Kulisse, die durch die Liebe zum Detail sich schnell vor dem inneren Auge aufbaut. Man hat fast das Gefühl die Umgebung zu spüren und zu riechen, so sehr taucht man darin ab. Auch in diesem Roman zeigt sich, wie sehr diese Zeit von Intrigen und Machtkämpfen geprägt war und in welche Abgründe sie die Menschen gestürzt haben. Ken Follett ist und bleibt ein Meisterautor unserer Zeit!

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Girdin Girdin

Veröffentlicht am 12.02.2018

Ken Follett lässt Geschichte lebendig werden

„Das Fundament der Ewigkeit“ ist der dritte Band der „Kingsbridge“-Reihe von Ken Follett. Ebenso wie die beiden Bücher „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ spielt der Roman zu einem Teil in der ... …mehr

„Das Fundament der Ewigkeit“ ist der dritte Band der „Kingsbridge“-Reihe von Ken Follett. Ebenso wie die beiden Bücher „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ spielt der Roman zu einem Teil in der fiktiven englischen Stadt Kingsbridge. Zeitlich macht die Geschichte einen Sprung von rund 200 Jahren, von den letzten erzählten Begebenheiten an betrachtet. Rechts unterhalb des mittelalterlichen Kalenders, der sich im Zentrum des Covers befindet, ist der Name der englischen Königin Elisabeth I. zu erkennen. Er gibt bereits beim Anschauen des Schutzumschlags den Hinweis, dass der Roman den Leser in ihre Regierungszeit Mitte bis Ende des 16. Jahrhunderts entführen wird. Doch zunächst schreibt die Erzählung das Jahr 1558 und in England regiert die Katholikin Maria I., auch Maria die Blutige (Bloody Mary) genannt, weil sie viele Protestanten wegen Ketzerei hinrichten ließ. Diesmal ist die Grundlage des Handlungsbogens nicht die Errichtung eines Bauwerks wie in den beiden vorigen Büchern, sondern es sind die Glaubenskriege in Europa mit Schwerpunkt auf England und Frankreich.

Ned und Barney Willard entstammen einer Kaufmannsfamilie aus Kingsbridge, die der protestantischen Glaubensrichtung anhängt. Ned und Margery Fitzgerald kennen sich seit Kindertagen und haben sich ineinander verliebt. Doch die streng katholische Familie von Margery hat für sie die Ehe mit einem Adligen der Umgebung vorgesehen. Nachdem die Willards auf tragische Weise ihr Vermögen verloren haben, geht Ned nach London und gehört bald zu den Vertrauten Königin Elisabeths. Sie wird für ihr Versprechen geschätzt, dass sie niemanden mehr aufgrund seines Glaubens hinrichten lassen wird. Doch sie hat trotzdem eine große Anzahl Feinde allein aufgrund ihrer protestantischen Religion. Ned reist in ihrem Dienste in geheimer Mission auch nach Paris, wo Pierre Aumande, ein Bastard der mächtigen de Guise-Familie, während der Hugenottenkriege nach Namen und Adressen von Protestanten sucht, um sie zu denunzieren. Währenddessen gelangt Barney bei seiner Flucht aus Spanien, wo er für die kaufmännischen Tätigkeiten der Familie zuständig war, auf ein Handelsschiff, das sich auf den Weg in die Neue Welt macht.

Ken Follett schafft auf gewohnte Weise lebendige Szenen, die wie ein Film vor Augen beim Lesen ablaufen. Doch diesmal verweilte ich nicht lange in Kingsbridge, sondern ließ mich mit nach London, Frankreich, Belgien, Spanien, Schottland und anderswohin mitnehmen, denn in ganz Europa streiten die Menschen für ihre Glaubensrichtung. Je nachdem wer gerade in welchem Staat herrscht, dessen Religion nimmt die Vorrangstellung ein. Kaum hat ein neuer König oder eine Königin den Thron bestiegen, werden im Hintergrund Ränke und Intrigen zum Umsturz geschmiedet. Zunächst benötigte ich einige Zeit, um mich in Neds Umfeld zurecht zu finden, doch der Autor hat zu Beginn des Romans ein Personenverzeichnis zusammengestellt durch das ich den Überblick über die zahlreichen Charaktere behalten konnte. Fand ich die Ortswechsel, verbunden mit den verschiedenen politischen Hintergründen bis etwa zur Hälfte des Buchs noch interessant, so flachte die Spannungskurve für mich durch die scheinbar nie endenden Glaubenskriege allmählich ab. Ken Follett stellt hier zwar erstklassig die damaligen Tatsachen in leicht lesbarer Form dar, jedoch fehlte mir etwas die fiktive Würze beispielsweise durch die Weiterentwicklung von und in Kingsbridge wie es bisher der Fall war.

Nach dem großen Zeitsprung von etwa 200 Jahren hat der Autor natürlich ganz neue Charaktere entwickelt, aber einige Figuren der zwei vorigen Bücher leben als Vorfahren oder durch ihre Taten weiter und finden kurz Erwähnung. Der Roman ist allerdings ohne jede Vorkenntnisse des ersten und zweiten Bands ohne Einschränkung lesbar. Sicher haben gerade Ned in England und Pierre in Frankreich ihren Anteil an der großen Politik der Länder, jedoch sind die Figuren auf ihrer Linie von vornherein festgelegt und entwickeln sich nur in engem Umfang weiter, genau wie die meisten Personen im Roman. Neben Machtspielen und Krieg zeigt auch die Liebe sich in einigen Facetten.

Ken Follett ist es wieder einmal gelungen mit dem Roman „Das Fundament der Ewigkeit“ Geschichte lebendig werden zu lassen. Er schreibt auf hohem, unterhaltsamem Niveau und schafft ein nachvollziehbares Bild der damaligen Verhältnisse in Europa. Gerne empfehle ich daher den Roman an Leser von historischen Büchern weiter.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

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"Das Fundament der Ewigkeit" von Ken Follett - ab 12.09.2017 im Handel

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Autor

Ken Follett

Ken Follett - Autor
© Olivier Favre

Ken Follett, Autor von über zwanzig Bestsellern, wird oft als „geborener“ Erzähler gefeiert. Betrachtet man jedoch seine Lebensgeschichte, so erscheint es zutreffender zu sagen, er wurde dazu „geformt“. Ken Follett wurde am 5. Juni 1949 im walisischen Cardiff als erstes von drei Kindern des Ehepaares Martin und Veenie Follett geboren. Nicht genug, dass Spielsachen im Großbritannien der Nachkriegsjahre echte Mangelware waren – die zutiefst religiösen Folletts erlaubten ihren …

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