Die Frau aus Oslo
 - Kjell Ola Dahl - eBook

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12,99

inkl. MwSt.

Bastei Entertainment
Krimis
428 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7325-7209-0
Ersterscheinung: 28.06.2019

Die Frau aus Oslo

Kriminalroman
Übersetzt von Thorsten Alms

(27)

Oslo, 1942. Die Stadt ist von den Nazis besetzt. Die Jüdin Esther kämpft im Widerstand – bis sie verraten wird. In letzter Sekunde gelingt ihr die Flucht nach Schweden. Ihre Familie jedoch wird deportiert. In Stockholm trifft Esther den Widerstandskämpfer Gerhard Falkum, der ebenfalls aus Oslo geflohen ist. Er steht unter Mordverdacht an seiner Frau. Ein Verdacht, der nie ausgeräumt werden kann und Esther Jahrzehnte später noch beschäftigt. Denn zurück in Oslo will sie herausfinden, wer ihre Familie damals in den sicheren Tod geschickt hat ...

Rezensionen aus der Lesejury (27)

Nellie1302 Nellie1302

Veröffentlicht am 14.07.2019

Widerstand in Norwegen

Der Krimi von Kjell Ola Dahl beginnt in der Jetztzeit in Stockholm, Schweden. Turid, eine ältere Frau erkennt in einem zur Versteigerung angebotenen Armband das Schmuckstück ihrer im Krieg ermordeten ... …mehr

Der Krimi von Kjell Ola Dahl beginnt in der Jetztzeit in Stockholm, Schweden. Turid, eine ältere Frau erkennt in einem zur Versteigerung angebotenen Armband das Schmuckstück ihrer im Krieg ermordeten Mutter..
Dann führt uns die Geschichte ins Jahr 1942. Oslo ist von Nazis besetzt. Hauptfigur ist die Jüdin Esther, die als Mitglied einer Gruppe von Widerstandskämpfern in Oslo aktiv ist. Als einige der Gruppe auffliegen und ermordet werden, fliehen die anderen über die Grenze nach Schweden und versuchen, den Zurückgebliebenen von dort aus zu helfen. Einer davon ist Gerhard, der verdächtigt wird, seine Frau Ase ermordet zu haben.
Ein anderer Handlungsstrang führt ins Jahr 1967. Gerhard taucht in Oslo auf. und will Kontakt mit seiner Tochter Turid aufnehmen. Esther beschäftigt immer noch der Mord an ihrer Freundin Ase und sie will herausfinden, wer damals ihre Familie in den Tod geschickt hat.
Meine Meinung.
Das Cover passt gut in die Zeit und hat mich neugierig gemacht. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Mir war die Situation der Juden in Skandinavien nicht bewusst und auch nicht welche Rolle die Nationalsozialisten dort spielten. Ich habe viele Informationen über diese Zeit bekommen, ohne mich belehrt zu fühlen, da sie in die Handlung eingebaut sind. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Personen in der Geschichte sind mir fremd geblieben, unnahbar bis auf Esther, deren Handlungsweisen mir allerdings auch nicht immer klar waren. Das passte aber zu der Geschichte und hat für mich die Vorsicht, das Mißtrauen dieser Zeit wiedergespiegelt. Keiner traut dem anderen, jeder hat ein Geheimnis, von denen am Ende nicht alle gelüftet waren. Gefallen haben mir die Beobachtungsgabe des Autors und seine präzisen Beschreibungen. Ich konnte mich gut in die Welt, die er mir vor Augen führte, hineindenken. Allerdings fand ich das Buch nicht einfach zu lesen, nichts für den Liegestuhl an heißen Sommertagen und schwierig, nach einer Lesepause wieder anzuknüpfen. Trotzdem hat es mich gefesselt, ich habe es mit Spannung gelesen, der Schluss, ließ einiges offen, aber auch das passt für mich in diese Zeit.
Von mir gibt es 3,5 Sterne

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Dreamworx Dreamworx

Veröffentlicht am 13.07.2019

Verschenktes Potential

Die jüdische Widerstandskämpferin Esther kann sich 1942 während des Zweiten Weltkrieges mit Hilfe ihrer Freundin Ase gerade noch rechtzeitig von Norwegen ins schwedische Oslo flüchten, nachdem sie ... …mehr

Die jüdische Widerstandskämpferin Esther kann sich 1942 während des Zweiten Weltkrieges mit Hilfe ihrer Freundin Ase gerade noch rechtzeitig von Norwegen ins schwedische Oslo flüchten, nachdem sie verraten wurde, ihre eigene Familie hat jedoch nicht so viel Glück und wird nach Deutschland deportiert. Als Ase in ihrer eigenen Wohnung neben ihrer kleinen Tochter Turid ermordet aufgefunden wird, gerät schnell ihr Lebensgefährte Gerhard in Verdacht, ein Widerstandskämpfer, den seine Flucht ebenfalls nach Stockholm führt. Während die Jahre vergehen, wächst Turid bei Ases Mutter auf, denn auch Gerhard kehrt nie zurück. 25 Jahre später ist Gerhard wieder in Oslo, was bei Ester Fragen aufwirft, denn Gerhard sollte doch angeblich tot sein. Was macht er unter falschem Namen in Oslo? Möchte er endlich seine Tochter sehen, oder sucht er nach Asas Mörder? Aber auch Ester ist auf der Suche nach dem Schuldigen, der ihre Familie auf dem Gewissen hat…
Kjell Ola Dahl hat mit „Die Frau aus Oslo“ einen Kriminalroman mit historischen Bezügen vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und extrem detailverliebt, was es dem Leser schwer macht, der Handlung und vor allem den relevanten Dingen konstant zu folgen. Die Geschichte wird in mehreren Zeitebenen erzählt, zwei beschäftigen sich mit der Vergangenheit, einer mit den Ereignissen 1942, der andere mit dem Jahr 1967. Dazu kommt noch der Gegenwartsteil um Turid im Jahr 2015. Durch die ständig wechselnden Zeitschienen und die ausschweifende Erzählweise des Autors muss der Leser viel Konzentration mitbringen, um die nach und nach freigelegten Puzzleteile zusammenzusetzen, damit er ein vollständiges Bild des Ganzen erhält. Das ist mühsam und wird durch ständige Abschweifungen und unnütze Beschreibungen noch weiter erschwert. Die Spannung, die sich normalerweise aus den wechselnden Perspektiven generiert, verliert sich hier völlig. Der historische Hintergrund über die Judenverfolgung in Norwegen und den dortigen Widerstand werden leider viel zu wenig beleuchtet, sondern nur als Mittel zum Zweck genutzt.
Die Mehrzahl der Charaktere bleibt insgesamt recht farblos und oberflächlich, was es dem Leser schwer macht, sich ihnen nahe zu fühlen oder sie gar sympathisch zu finden. Der Autor versucht zwar, einige von ihnen geheimnisvoll wirken zu lassen, was ihm allerdings so gar nicht gelungen ist. Hier hätte mehr Herz und Gefühl gut getan. Sowohl Gerhard als auch Turid haben wenig Strahlkraft, was angesichts ihrer jeweiligen Situation sehr schade ist. Einzig Esther besitzt einigermaßen menschliche Züge, sie ist offen, ehrlich, mutig und vor allem kämpferisch. Doch das reicht einfach nicht aus, um als Leser Gewinn aus diesem Buch zu ziehen.
„Die Frau aus Oslo“ ist ein Kriminalroman, dem es leider an Gefühl und vor allem an Spannung mangelt. Hier wäre weniger mehr gewesen, denn anstatt der ausschweifenden Schilderungen wäre eine bessere Ausarbeitung der Charaktere sinnvoller gewesen. So bleibt es ein müder Krimi, der mehr verspricht, als er halten kann. Für eingefleischte Adrenalinjunkies ist das nichts. Schade!

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MarieausE MarieausE

Veröffentlicht am 11.07.2019

Skandinavienkrimi zu Kriegszeiten

Dieser Skandinavienkrimi spielt 1942, zu Zeiten der nationalsozialistischen Besatzung in Norwegen. Junge Widerstandskämpfer, zu denen auch die Jüdin Ester gehört, widersetzen sich. Ester fliegt jedoch ... …mehr

Dieser Skandinavienkrimi spielt 1942, zu Zeiten der nationalsozialistischen Besatzung in Norwegen. Junge Widerstandskämpfer, zu denen auch die Jüdin Ester gehört, widersetzen sich. Ester fliegt jedoch auf und muss nach Schweden fliehen, ihre beste Freundin wird ermordet und der Mord kann nicht aufgeklärt werden. Sie hinterlässt ihre kleine Tochter und ihren Lebensgefährten.

Ich fand das Buch aus mehreren Gründen spannend. Zum einen konnte man viel über die schreckliche NS-Zeit in Norwegen und Schweden erfahren, mir ist bewusst geworden, dass ich da erschreckend wenig informiert bin.
Zum anderen waren die losen Handlungsstränge an sich spannend, da ich bis zum Schluss des Buches nicht wusste, wie alles zusammenhängt.
Das Lesen ist nicht anspruchslos, da die Zeitebenen ständig wechseln, von 1942 geht es in das Jahr 1967 und auch 2015 ist noch mit vertreten. Zwar steht bei jedem Wechsel das Jahr angeschrieben, doch wurde ich für meinen Geschmack zu häufig aus meinem Lesefluss gerissen, weil schon wieder ein Zeitsprung anstand. Immer dann, wenn ich gerade so schön "drin" war.
Es ist auch kein Buch für "nebenbei" lesen, man muss auf die Details achten und auch ab und an über manche Szenen nachdenken.

Mir hat das Buch gut gefallen, es war spannend, hat Hintergrundwissen geliefert und die Auflösung war für mich (bis auf einen kleinen Nebenaspekt) nachvollziehbar.


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Leseigel Leseigel

Veröffentlicht am 11.07.2019

Wer tötete Turids Mutter Ase im Oktober 42 in Oslo ?

Im August 2015 entdeckt Turid in einer Osloer Zeitung, einen Artikel, der eine Versteigerung ankündigt. Das beigefügte Foto zeigt das Armband, das einmal Turids Mutter gehörte und Turid im November ... …mehr

Im August 2015 entdeckt Turid in einer Osloer Zeitung, einen Artikel, der eine Versteigerung ankündigt. Das beigefügte Foto zeigt das Armband, das einmal Turids Mutter gehörte und Turid im November 67 gestohlen wurde. Turid möchte das Arnband unbedingt zurück haben. Nun wird in Rückblenden die Geschichte des Armbandes und den damit verbundenen Mord an Turids Mutter Ase erzählt. Alles begann im Oslo des Jahres 1942. Turids Vater Gerhard, ein aktiver Widerstandskämpfer, muss vor den Nazis nach Schweden fliehen. Auch die junge Jüdin Ester, die beste Freundin von Ase, entkommt nach Schweden, nachdem sie knapp der Verhaftung durch die Osloer Gestapo entkommt. Sie muss verraten worden sein. Zur selben Zeit wird Turids Mutter ermordet. Der Täter wird nie gefasst. Turid kommt zu Adoptiveltern. In Schweden treffen Ester und Gerhard erneut aufeinander. Ester soll Gerhard bei seiner weiteren Flucht nach England helfen. Die Wege der Protagonisten kreuzen sich erneut 1967.Ester wohnt mittlerweile wieder in Oslo.Gerhard, den alle für tot hielten, taucht unerwartet in Oslo auf. Er will seine Tochter wiedersehen . Und er stellt Fragen zu den Ereignissen 1942. Auch für Ester ist die Vergangenheit wieder präsent. Sie möchte wissen, wer sie damals verraten hat. Alle Fäden scheinen bei Sverre zusammen zulaufen. Sverre spielte 1942 eine wesentliche Rolle im norwegischen Widerstand und verhalf Gerhard zur Flucht. War er der Verräter ? Vielleicht sogar der Mörder von Turids Mutter ? Stück für Stück setzt Ester die Ereignisse von damals zusammen und enthüllt das Bild eines miesen und geldgieren Verräters.

Das Buch ist zu Beginn etwas schwierig zu lesen, da der Autor die Geschichte auf 3 verschiedenen Zeitebenen erzählt. Die Ereignisse von 1942 werden durch Rückblenden innerhalb der Geschehnissen von 1967 berichtet. Der Leser erfährt stückchenweise, was damals passiert ist. Jeder der Beteiligten hat einen anderen Blickwinkel und trägt unterschiedliche Informationen bei. Wie bei einem Puzzle war ich zu Beginn eher ratlos und wusste nicht, was ich mit den einzelnen Informationen anfangen sollte, bis sich dann eine Struktur ergibt. Das hat den Vorteil, dass es unglaublich spannend ist und man mit rätseln kann, wie alles zusammenhängt. Der Nachteil ist, dass am Anfang viele Fragen offen bleiben und man das Buch nicht allzu oberflächlich lesen sollte. Die Auflösung des Falles war bereits mit dem 1. Satz des Krimis angelegt. Jede Begebenheit, ja jedes Wort war mit Bedacht gewählt im Hinblick auf die Lösung des Falles. Das Ende kommt dann nicht völlig überraschend, hat mich aber überzeugt und mein Gerechtigkeitsgefühl zufrieden gestellt.

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Llebasi Llebasi

Veröffentlicht am 10.07.2019

Verwirrend mit spannenden Abschnitten

Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, leider hat es mir dann nicht so gut gefallen wie erhofft.
Einerseits kann es daran gelegen haben, dass das Lesen in 3 Teilen dem Buch mit seinen vielen Sprüngen ... …mehr

Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, leider hat es mir dann nicht so gut gefallen wie erhofft.
Einerseits kann es daran gelegen haben, dass das Lesen in 3 Teilen dem Buch mit seinen vielen Sprüngen zwischen den Schauplätzen und den Jahren nicht gut getan hat.
Andererseits fand ich die Geschichte an sich auch phasenweise nicht spannend. Ich habe sie definitiv nicht verschlungen.

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Autor

Kjell Ola Dahl

Kjell Ola Dahl - Autor
© Marte Garmann Johnsen

Kjell Ola Dahl, 1958 in Norwegen geboren, schreibt seit einigen Jahren mit großem Erfolg Kriminalromane, seinen Beruf als Lehrer hat er dafür aufgegeben. Für Sommernachtstod erhielt er 2001 in Norwegen den angsehenen "Riverton-Preis", Skandinaviens beste Krimiauszeichnung. Seine Kriminalromane werden in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt und erscheinen in zahlreichen Ländern. Mit seiner Frau und seinen Kindern lebt er in Askim, unweit Oslos.

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