XXL-Leseprobe: Die erstaunliche Familie Telemachus
 - Daryl Gregory - eBook

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inkl. MwSt.

Bastei Entertainment
Litcom
85 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-5822-3
Ersterscheinung: 09.02.2018

XXL-Leseprobe: Die erstaunliche Familie Telemachus

(17)

XXL-Leseprobe zu Daryl Gregorys "Die erstaunliche Familie Telemachus":
Auf den ersten Blick ist Matty Telemachus ein typischer vierzehnjähriger Junge mit den typischen Problemen eines vierzehnjährigen Jungen. Aber Matty ist alles andere als normal und seine Familie ist es schon gar nicht. Als Matty entdeckt, dass er über ungewöhnliche Fähigkeiten verfügt, macht er sich auf die Suche nach dem lange gehegten Familiengeheimnis: Sind seine Verwandten wirklich Medien, beherrschen sie Telepathie, Telekinese und vielleicht noch andere Kräfte? 
Ein umwerfender Roman über eine ganz besondere Familie und die unsichtbaren Kräfte, die uns alle zusammenhalten.

Rezensionen aus der Lesejury (17)

Schmunzlmaus Schmunzlmaus

Veröffentlicht am 21.02.2018

Anders als erwartet, aber trotzdem erstaunlich gut.

Wer bei diesem Buch eine lustige Familienstory aus der Sicht eines Teenagers erwartet – so wie es der Klappentext vermuten lässt – der ist falsch beraten. Es ist die Geschichte einer Familie, die aus den ... …mehr

Wer bei diesem Buch eine lustige Familienstory aus der Sicht eines Teenagers erwartet – so wie es der Klappentext vermuten lässt – der ist falsch beraten. Es ist die Geschichte einer Familie, die aus den Perspektiven der verschiedenen Familienmitglieder und unter anderem mit Rückblicken erzählt wird.

Auf Schenkelklopfer-Humor mit lauten Lachern wartet man leider auch vergeblich, obwohl ich auch das nach Lesen des Klappentextes und der Lobesmümnen vermutet hätte.

Dennoch bin ich keineswegs enttäuscht. Dem Autor gelingt es durch die Perspektiv- und Zeitwechsel sehr gut, nach und nach ein Gesamtbild zusammen zu setzen. Man lernt die Protagonisten wirklich gut kennen. Und sie sind nicht ganz einfach. Jeder von ihnen hat sein Päckchen zu tragen, so richtig glücklich scheint niemand zu sein. Aber die Familie ist tatsächlich erstaunlich, fast jeder von ihnen hat eine übersinnliche Fähigkeit, und sie sind herrlich chaotisch. Und dazu kommt noch eine Verstrickung mit der Mafia.

Die Puzzleteile, die der Autor uns durch die ständigen Perspektivwechsel hinwirft, ergeben am Ende ein tolles Gesamtbild, das sich in einem fulminanten Finale entlädt. Es werden immer wieder Fragen aufgeworfen, Fragen beantwortet, langsam setzt sich ein Gesamtbild zusammen und trotzdem war ich immer wieder überrascht von der nächsten Wendung.

Das Buch lässt sich super flüssig lesen. Es ist ein hintergründiger, nicht so extrem offenkundiger lol-Humor, der mich oft hat schmunzeln lassen. Außerdem hat es etwas herrlich nostalgisches, da die Haupthandlung in den 1990er Jahren angesiedelt ist. Wer sich noch an AOL-CDs und Spielhallen mit Flipperautomaten erinnert, wird hier auf seine (nostalgischen) Kosten kommen.

Alles in allem: Ein tolles Buch, unterhaltsam und spannend, über eine außergewöhnliche, chaotische und absolut liebenswerte Familie, das sich in keine Schublade stecken lässt, weil es ein bisschen von allem hat – Fantasy, Krimi, Familiensaga… Wer ein ungewöhnliches Buch lesen möchte, darf dieses hier nicht verpassen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Forti Forti

Veröffentlicht am 21.02.2018

Abgefahrene Familiengeschichte

Es handelt sich bei "Die erstaunliche Familie Telemachus" nicht - wie man nach der Lektüre des Klappentextes glauben könnte - um eine Coming of Age-Geschichte rund um den Teenager Matty, sondern um eine ... …mehr

Es handelt sich bei "Die erstaunliche Familie Telemachus" nicht - wie man nach der Lektüre des Klappentextes glauben könnte - um eine Coming of Age-Geschichte rund um den Teenager Matty, sondern um eine Familiengeschichte. Der Autor Daryl Gregory hat die Geschichte der Familie Telemachus geschickt aufgebaut: immer wieder wechselt er zwischen den Protagonisten und den Zeitebenen, was mir gefallen hat. Die Gefahr, die eine solche Erzählweise birgt, nämlich dass die Geschichte etwas langatmig und mit vielen Abschweifungen erzählt wird, umgeht der Autor hier aber gekonnt. Im Gegenteil: die Familienmitglieder nehmen langsam immer mehr Kontur an und scheibchenweise fügt sich die Geschichte zu einem großen Ganzen zusammen. So baut sich subtil Spannung auf, [SPOILER] die sich schließlich in einem fulminanten Showdown entlädt.[/SPOILER]

Wie der Klappentext schon vermuten lässt, geht es hierbei übersinnlich und etwas verrückt zu. Es ist ein Buch, das sich selbst manchmal nicht so ganz ernst nimmt. Eine gewisse Vorliebe für schräge Geschichten sollte man als Leser also mitbringen, um das Buch zu schätzen. Wenn man so etwas mag oder sich neu darauf einlässt, wird man gut unterhalten.

Sprachlich ragt das Buch meiner Meinung nach nicht durch besondere Finesse heraus - es liest sich aber gut und flüssig.

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smartie11 smartie11

Veröffentlicht am 21.02.2018

Ein Buch, das in keine Schublade passt und dabei wunderbar unterhält

„Matty brauchte einen Tag, um ein Krimineller zu werden, drei Wochen, um ein Psi-Superspion zu werden, und einen kurzen Spaziergang zur Tankstelle, um das Astralreisen für immer aufzugeben.“ (S. 264)

„Neue ... …mehr

„Matty brauchte einen Tag, um ein Krimineller zu werden, drei Wochen, um ein Psi-Superspion zu werden, und einen kurzen Spaziergang zur Tankstelle, um das Astralreisen für immer aufzugeben.“ (S. 264)

„Neue Liebe kommt und haut dir auf den Hintern, fordert deine Aufmerksamkeit ein, bringt deinen Puls zum Rasen. Alte Liebe liegt auf der Lauer. Sie ist am Abend da, wenn du die Augen zumachst. Sie schlüpft neben dir ins Bett, streicht mit Geisterfingern über dein Haar, flüstert deinen geheimen Namen. Alte Liebe ist immer da." (S. 524)

Meine Meinung:

Von Zeit zu Zeit gibt es Bücher, die sich in kein gängiges Genre einsortieren lassen. Die sind ein bisschen Krimi, ein bisschen Familien-Saga, ein bisschen Drama, ein bisschen Humor oder auch ein bisschen Fiction. Genau so ein Buch ist „Die erstaunliche Familie Telemachus“ – es hat ein bisschen von allem! Wer Hochspannung sucht, sucht hier vergeblich. Auch wer ein hochtrabendes Familiendrama mit überbordenden Gefühlen erwartet oder einen klassischen „Humor“-Roman mit Gag-Feuerwerk wird vielleicht enttäuscht sein. Wer aber „einfach“ gute Unterhaltung und einen Haufen extrem schräger, aber doch sehr liebenswerter Charaktere sucht, der ist mit diesem Buch sicherlich gut beraten.

Einem Episodenfilm gleich lernen wir als Leser die einzelnen Mitglieder der erstaunlichen Familie Telemachus kennen, angefangen vom etwas übergewichtigen Filius Matty, der aus pubertären Nöten heraus plötzlich seine Fähigkeit zu körperlosen Astralreisen entdeckt, über seine Mutter Irene, die sich mit einem unterbezahlten Supermarktjob über Wasser und mit ihrem unermüdlichen Einsatz die Familie zusammen hält, den verschuldeten und verhinderten Tausendsassa Onkel Frankie, den verschrobenen und verschwiegenen Onkel Buddy („das mächtigste Medium der Welt“) oder last but not least Familienoberhaupt Teddy, einen leidenschaftlichen Trickser und Lebemann, der über den frühen Tod seiner Frau Maureen nie wirklich ganz hinweg gekommen ist. Hier ist jede(r) Einzelne wirklich etwas ganz besonderes mit speziellen Fähigkeiten und Talenten und mit ganz eigenen Problemen und Sorgen. In stetem Wechsel erzählt Daryl Gregory seine Geschichte über diese außergewöhnliche Familie aus den unterschiedlichen Perspektiven der Familienmitglieder. Ähnlich wie Matty schwebt man auch als Leser über dieser Familie und beobachtet die einzelnen Mitglieder in ihrem Bemühen, ihr Leben irgendwie auf die Reihe zu bekommen und in gerade Bahnen zu lenken.

Stellenweise hat man beim Lesen mitunter das Gefühl, dass die Geschichte so vor sich hin mäandert, ohne wirklich eine bestimmte Richtung zu verfolgen oder auf ein Ziel hinzustreben. Doch dies täuscht durchaus, denn es gibt jemanden, der im Hintergrund (fast) alles Strippen zieht und die Geschichte auf ein großes Ereignis, den geheimnisumwittertes „Zap-Day“ hin navigiert. Langweilig wurde es mir beim Lesen daher nie – im Gegenteil!

Eine der besonderen Stärken dieses Buches ist für mich neben den illustren Charakteren aber auch der unglaublich unterhaltsame, lockere und manchmal schon ein bisschen kodderige Schreibstil des Autors („Der Morgenhimmel glühte pfirsichfarben, doch die Sonne versteckte sich hinter dem Hotel und wartete darauf, dass die Luft rein war.“ - S. 355). Dazu gesellt sich noch eine gehörige Portion „90´s Feeling“, von AOL-CD´s bis hin zu Spielhallen.

Am Ende der rund 550 Seiten bleibt eine wohlige Wärme im Bauch zurück und das Gefühl, selbst ein Mitglied der erstaunlichen Familie Telemachus geworden zu sein. Ein Buch zum Gernhaben!

FAZIT:
Schräg, schräger, Telemachus! Ein Buch, das allen Genres trotzt und sich langsam aber stetig in das Herz des Lesers stiehlt.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

kayla kayla

Veröffentlicht am 20.02.2018

Eine schrecklich nette Familie

Eine Sippe wie keine andere – „die erstaunliche Familie Telemachus“ war einmal eine TV-Sensation, bis ein Skandal die Familie erschütterte. Das Urteil lautete: Betrug. Doch es kam nicht zufällig zum Eklat, ... …mehr

Eine Sippe wie keine andere – „die erstaunliche Familie Telemachus“ war einmal eine TV-Sensation, bis ein Skandal die Familie erschütterte. Das Urteil lautete: Betrug. Doch es kam nicht zufällig zum Eklat, ein Widersacher hatte es bewusst darauf angelegt, die Telemachus live zu diskreditieren. Doch wie kam es dazu?
Die Matriarchin Maureen McKinnon ist die gute Seele der Familie, gesegnet mit übernatürlichen Fähigkeiten, welche sie der amerikanischen Regierung für eine Studie über Telekinese zur Verfügung stellt. An dieser
Studie nimmt auch der Filou Teddy Telemachus teil, der sich unsterblich in Maureen verliebt. Die beiden heiraten und haben drei übersinnlich begabte Kinder: Irene kann man nichts vormachen, sie durchschaut jede Lüge sofort. Frankie hat telekinetische Fähigkeiten und Nesthäkchen Buddy kann in die Zukunft blicken.
Doch nach Maureens Tod ist nichts mehr so, wie es
einmal war. Ist Irenes Gabe ein Hemmnis? Ihr Gespür
für die absolute Wahrheit macht es der alleinerziehenden Mutter nicht nur jobtechnisch sehr schwer. Frankie ist eine unselige Allianz mit Kriminellen eingegangen, er steht bei den Mafiafreunden seines Vaters in der Kreide, wo er geht und steht herrscht das pure Chaos. Buddy hat sich zum Sonderling entwickelt, niemand versteht seine Handlungen. Doch es gibt Hoffnung für die nächste Generation:
Irenes Sohn im Teenageralter, Matty, kann seinen Körper verlassen und es ist nicht sicher, ob seine Fertigkeit Segen oder Fluch für die Familie ist. Bald ist die CIA dem Clan auf den Fersen, doch wenn es hart auf hart kommt, hält die Sippe zusammen!

Bei der Lektüre von Daryl Gregorys Roman musste ich unwillkürlich an Uri Geller denken, was auch daran liegen kann, dass im Roman die Popkultur des zwanzigsten Jahrhunderts eine nicht unerhebliche Rolle spielt, von den siebziger bis zu den neunziger Jahren. Bei der Beschreibung der Nineties wurde ich ein wenig nostalgisch, Aol, anyone?
Daryl Gregorys Roman erinnert an einen Wes Anderson Film. Es gibt skurrile, aber liebenswerte Figuren und eine abgedrehte Handlung.
Dabei feuert der Autor Gregory kein Spannungsfeuerwerk ab und er präsentiert auch keinen Slapstickmarathon.
Es gibt trotzdem humorvolle Passagen und die sonderbaren Mitglieder der Familie Telemachus haben auch mit ganz gewöhnlichen Schwierigkeiten und Problemen zu kämpfen, wenn man von den Mafiaverwicklungen und Geheimdienstverstrickungen einmal absieht. Die Geschichte wird anhand wechselnder Perspektiven erzählt; dieses Stilmittel muß man mögen, ebenso wie die nichtlineare Erzählweise.
Der Roman „Die erstaunliche Familie Telemachus“ lässt sich nicht eindeutig einem Genre zuordnen. Das macht die story so liebenswert und außergewöhnlich. Sie bietet beste Unterhaltung, wenn man bereit ist, sich auf die Geschichte einzulassen. Mir hat „Die erstaunliche Familie Telemachus“ viel Spaß gemacht!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

934Galleons 934Galleons

Veröffentlicht am 20.02.2018

Leider nicht so erstaunlich wie gedacht

Familie Telemachus besteht aus Opa Teddy, seinen 3 Kindern Irene, Frankie und Buddy sowie seinen Enkelkindern. Teddys Frau Maureen verstarb sehr jung vor inzwischen 21 Jahren, was auch heute noch einen ... …mehr

Familie Telemachus besteht aus Opa Teddy, seinen 3 Kindern Irene, Frankie und Buddy sowie seinen Enkelkindern. Teddys Frau Maureen verstarb sehr jung vor inzwischen 21 Jahren, was auch heute noch einen dunklen Schatten über alle Familienmitglieder wirft.

Im ersten Abschnitt der Geschichte lernt man alle Familienmitglieder kennen. In jeweils einem Kapitel wird aus Perspektive eines Protagonisten abwechselnd die Gegenwart und die Vergangenheit beschrieben.
Im ersten Kapitel erleben wir mit Matty, wie er die außergewöhnliche Begabung entdeckt sich außerhalb seines eigenen Körpers zu bewegen. Er erinnert sich, wie sein Onkel Frankie ihm vor Jahren ein Video gezeigt hat, in dem die damalige Familie Telemachus in einem Fernsehauftritt ihre übersinnlichen Fähigkeiten zur Schau stellen soll.
In den folgenden Kapiteln erfährt man mehr über diese aufregende und mysteriöse Vergangenheit und es werden viele Fragen aufgeworfen.

In der Gegenwart sieht das Leben der Protagonisten allerdings nicht sehr rosig aus. Alle sind mehr oder weniger gescheitert und unglücklich und haben mit ihren Problemen zu kämpfen. Im Laufe der Erzählung werden die einzelnen Erzählstränge der Familienmitglieder zu einem Finale am sogenannten Zap Day zusammengeführt. Dabei spielen Verstrickungen mit der Mafia und der Regierung eine große Rolle. Der Klappentext ist hier sehr irreführend und weckt falsche Erwartungen. Schade, dass nicht die englische Version übernommen wurde!

Abgesehen davon geht das ganze Buch für mich viel zu wenig in die Tiefe. Viele Charaktere und deren Geschichten werden angeschnitten, aber ich kann mich in nichts und niemanden richtig einfühlen oder mitfiebern. Spannung und dieses Gefühl nicht aufhören können zu lesen fehlten mir hier leider völlig.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autor

Daryl Gregory

Daryl Gregory wurde für seine Romane, Erzählungen und Comics vielfach ausgezeichnet. Seine Novelle Uns geht´s allen total gut gewann 2015 den World Fantasy Award und den Shirley Jackson Award. Gregory lebt in Oakland, Kalifornien.

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