Beim Ruf der Eule
 - Emma Claire Sweeney - eBook

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8,99

inkl. MwSt.

Bastei Entertainment
Sonstige Belletristik
414 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-5664-9
Ersterscheinung: 27.07.2018

Beim Ruf der Eule

Roman
Übersetzt von Ulrike Werner-Richter

(19)

Vincent Roper ist der Letzte, den Maeve Maloney in ihre Pension am Meer sehen will. Nach fast 50 Jahren steht er vor ihrer Tür und lässt sich nicht abweisen. Sie beide verbindet eine gemeinsame Jugend - und das Wissen um Maeves Zwillingsschwester: Edie, die singen konnte wie eine Nachtigall und berühmt geworden wäre, hätte sie die gleichen Chancen wie Maeve gehabt. Widerwillig gesteht Maeve sich ein, wie viel ihr Vince noch immer bedeutet. Wie ist es, zu lieben und geliebt zu werden? Jahrelang hat Maeve die Frage verdrängt, jetzt aber stellt sie sich wie nie zuvor ...

Rezensionen aus der Lesejury (19)

TochterAlice TochterAlice

Veröffentlicht am 13.08.2018

Eine Pension der besonderen Art

besucht der Leser dieses Romans: sie wird von der fast 80jährigen Maeve Maloney geführt, die nicht gerade liebenswürdig auftritt und auch beim näheren Kennenlernen (das gilt auch für das er-Lesen"!) ausgesprochen ... …mehr

besucht der Leser dieses Romans: sie wird von der fast 80jährigen Maeve Maloney geführt, die nicht gerade liebenswürdig auftritt und auch beim näheren Kennenlernen (das gilt auch für das er-Lesen"!) ausgesprochen sperrig rüberkommt.

Aber allmählich wird deutlich, dass Maeve ein Herz aus Gold hat und zwar eines, das für allem für die Benachteiligten dieser Welt schlägt und zwar für einen ganz bestimmten "Schlag": diejenigen mit geistigen Behinderungen - eine stilvolle Band gastiert (man möchte fast sagen dauerhaft) in ihren vier Wänden - alle Mitglieder haben das Asperger-Syndrom und heißen dann auch passend "Aspy Fella A Cappella" und man sieht sie förmlich vor sich, wie sie stets das für die jeweilige Situation passende Liedchen - zumindest aus ihrer Sicht auf den Lippen haben.

Doch es geht weiter: Steph und Len, ein junges, glückliches Paar, das sich in der Pension, in der sie beide leben und arbeiten, sozusagen gefunden hat, leiden ebenfalls an neurologischen Erkrankungen und zwar an solchen der heftigen Art.

Langsam wird auch deutlich, warum Maeve damit ganz natürlich umgeht und Steph sogar mehr oder weniger an Kindes statt aufgenommen hat: ihre eigene Zwillingsschwester Edie hatte das Down-Syndrom und schnell wird klar, dass ihr Schicksal ein tragisches ist, dass Maeve offenbar noch mit der Vergangenheit hadert, um es gelinde auszudrücken.

Und diese Tragödie hat nicht nur mit Edie zu tun - warum verhält sich Maeve ihrem alten Bekannten aus Jugendzeiten, dem charmanten Vince Roper gegenüber , der eine ganze Woche in der Pension unterkommen will, so ablehnend?

Ganz langsam, peu á peu, kristallisiert sich hier eine Geschichte heraus, die an Tragik nicht zu überbieten ist - und leider stellenweise ebenso sperrig daherkommt wie ihre Protagonistin Maeve. Dennoch lohnt sich die Lektüre, denn man begegnet hier einer Story der besonderen Art und wird sie allein deswegen lange in Erinnerung behalten. Ein besonderes Schmankerl sind die liebevoll und sehr individuell ausgearbeiteten Figuren - jede einzelne ein absoluter Genuss.

Der Schluss allerdings ist etwas für Freunde von Happy Ends, mir persönlich ist er etwas zu rund, um zu dem Rest der Geschichte zu passen. Es ist definitiv ein Roman abseits des Mainstream, den man hier in der Hand hält, einer, bei dem die Autorin sich nicht scheut, ein Tabu-Thema in allen Facetten zu durchleuchten. Ein mutiger, wenn auch in der Umsetzung nicht 100%tig überzeugender Roman!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

schlossherrin schlossherrin

Veröffentlicht am 13.08.2018

Beim Ruf der Eule

Ein Buch, das sehr zu Herzen geht und nicht in einem Rutsch durchgelesen werden kann, weil der Leser immer wieder sich das Gelesene durch den Kopf gehen lassen muß. Es löst so manche Emotion aus. Ein etwas ... …mehr

Ein Buch, das sehr zu Herzen geht und nicht in einem Rutsch durchgelesen werden kann, weil der Leser immer wieder sich das Gelesene durch den Kopf gehen lassen muß. Es löst so manche Emotion aus. Ein etwas anderes Buch wie gewöhnlich, aber es hat die Tendenz, dass der Leser sich noch lange an die Geschichte zurückerinnern wird. Maeve, eine 80 jährige Frau führt in England eine kleine Pension. Das besondere an dieser Pension ist, dass die Mitarbeiter und die Musiker, die dort auftreten, behindert sind und auch die Gäste dort haben eine körperliches oder geistiges Handicap. Das Buch verläuft in zwei Zeitsträngen. Einmal Maeve heute und einmal in ihrer Jugend. aeve hatte eine schwerst behinderte Zwillingsschwester. Die ganze Familie ging bei der Pflege von Edith auf. Alles drehte sich um dieses Mädchen und die Eltern weigerten sich, sie in ein Heim zu geben. Maeve war mit Frank verlobt und kurz vor der Hochzeit trennten sich die beiden: Die Schuld gab sie damals Vicent, einem Freund des Hauses. Nun erscheint dieser Vincent fast 60 Jahre später und möchte mit Maeve Frieden schließen. Das Buch ist sehr emotional, man spürt die Schwere des Herzens von Maeve.Und sie hat auch tiefe Schulgefühle gegenüber ihrer toten Schwester, da sie meint, an deren Tot mitschuldig gewesen zu sein. Die Gedanken von Maeve werden hier sehr gut verarbeitet. Es erscheinen auch Arztberichte,die den Zustand der Schwester beschreiben. Autorin erklärt in ihrem Buch gekonnt, wie Behinderte arbeitsmäßig eingesetzt werden können, welche Fähigkeiten sie haben und was man ihnen zutrauen kann und muß. Wirklich ein Buch, das jeden zum Nachdenken bringen wird. Auch der hellblaue Einband mit der Eule runden das ganze Reportire ab. Ich muß sagen, dass ich durch diesen Buch einen weiteren Gesichtspunkt über Behinderte erfahren habe und meine These stimmt immer wieder, dass Lesen bildet.

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brenda_wolf brenda_wolf

Veröffentlicht am 13.08.2018

Wo sind die Träume hin

Inhalt:

Auch mit fast 80 führt Maeve Maloney ihre kleine Pension am Meer mit unerschütterlicher Energie. Auf viele wirkt sie unnahbar, fast ruppig. Nur wenige wissen um die Zärtlichkeit, die sie in ihrem ... …mehr

Inhalt:

Auch mit fast 80 führt Maeve Maloney ihre kleine Pension am Meer mit unerschütterlicher Energie. Auf viele wirkt sie unnahbar, fast ruppig. Nur wenige wissen um die Zärtlichkeit, die sie in ihrem Inneren verbirgt. Als Jahrzehnte nach seinem Weggang auf einmal Vincent Roper vor ihrer Tür steht, würde Maeve ihn am liebsten wegschicken. Einst war er ihre große Liebe, heute ist er der Einzige, der noch weiß, dass sie einmal eine Schwester hatte: Edie, die singen konnte wie eine Nachtigall und ein gefeierter Star geworden wäre, hätte das Schicksal es nicht anders gewollt.

Meine Meinung:

Es fällt mir schwer zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben. Ich bin zweigespalten, was die Beurteilung angeht. Aber okay. Der Schreibstil war für mich sehr anstrengend. Es gab viele Zeitsprünge. Ich wusste oft nicht bin ich jetzt in der Gegenwart oder in der Vergangenheit. Denn für die Vergangenheit wurde die gegenwärtige Zeitform gewählt, während die Jetzt-Zeit in der Vergangenheitsform erzählt wurde. Diese Sprünge waren oft sehr verwirrend.

Die Charaktere waren zwar gut beschrieben, trotzdem kam ich mit Maeve nicht so ganz klar. Ich bin mit ihr bis zum Schluss nicht warm geworden. Der emotionale Funken ist nicht übergesprungen. Ich empfand ihre Entscheidungen, nicht ihrem Alter entsprechend. Andererseits hatte ich Respekt vor ihr, wie liebevoll sie sich um ihre Schwester Eddie gekümmert hat und später um Steph und Len. Wie sie das Hotel für behinderte Menschen geöffnet hat. Aber sie tat mir auch unendlich leid. Eine Frau, die ihre eigenen Träume aufgibt, um für andere zu sorgen. Bei dem Gedanken, wird mir das Herz schwer. Trotzdem hätte ich mir von ihr mehr Gefühl gewünscht. Sie wirkte oft zu nüchtern. Von allen Protagonisten hat mir Vince am besten gefallen. Ihn mochte ich auf Anhieb. Er war für mich der Traum von einem älteren Herrn, gepflegte Erscheinung, Feinfühligkeit, Liebenswürdigkeit und Verstand.

Fazit: Für das Buch muss man sich wirklich Zeit nehmen, es lässt sich nicht in einem Rutsch lesen. Erschüttert hat mich, dass die Autorin aus ihrem eigenen Erleben schreibt.

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belli4charlotte belli4charlotte

Veröffentlicht am 13.08.2018

Idee an sich gut

Der Roman von Emma Claire Sweeney ist durchaus emotional und herzzerreißend, aber wird durchaus überschattet von der wechselnden Schreibweise.
So fällt es dem Leser wirklich schwer sich in die Hauptfiguren ... …mehr

Der Roman von Emma Claire Sweeney ist durchaus emotional und herzzerreißend, aber wird durchaus überschattet von der wechselnden Schreibweise.
So fällt es dem Leser wirklich schwer sich in die Hauptfiguren einzufinden und mit diesen zu sympathisieren.
Schwierig wird es einem damit gemacht, dass der Roman komplett in verschiedenen Sichtweisen und Schreibstilen erschaffen wurde, so dass man recht verwirrt ist wann man sich in der Gegenwart, wann in der Vergangenheit und wann es einfach nur gesammelte und gemischte Aussagen von einer der Hauptfiguren handelt.

Die Hauptfigur aus deren Sicht das gesamte Buch letzen Endes aufgebaut ist,ist eine knapp 80 jährige gestandene kinderlose Dame, welche noch immer eine Pension führt und dort gern geistig und körperlich behinderte Menschen umsorgt.
Entsprechend ist ein Teil des Personals ebenfalls geistig behindert.

Man mag die Figur dieser Maeve doch recht gern , so dass man diese schneller als gedacht ins Herz nimmt.
Störend sind aber einfach die Gedankengänge welche Maeve hat und denen man als Leser teils gar nicht folgen kann und es recht verwirrend erscheint.
Dennoch gewöhnt sich zur Mitte des Buches daran und ist ein wenig vorbereitet auf den großen Mix der Schreibstile.

So erfährt man hier eben schnell wie schwer es Maeve gefallen sein muss die ganzen Jahre mit Schuldgefühlen und auch Hass zu leben, bis sie endlich die Chance bekommt mit der Vergangenheit aufzuräumen, da sie einen damaligen Verehrer in ihrer Pension begrüßt.
Aber ob sie es schafft sich ihm zu öffnen ?

Auch wie liebevoll und rührend sie mit den behinderten Angestellten umgeht und versucht deren Leben auch noch zu organisieren und sie in jeder Lebenslage zu unterstützen ist einfach wundervoll.
Dabei gibt es stets Ungereimtheiten und Neues was sich immer erst im Laufe des Buches auflöst und Licht ins Dunkel bringt, so dass man als Leser trotz der schwierigen Wechsel der Schreibstile am Ball bleibt und einfach wissen möchte wie es denn nun weitergeht.

Ein Buch voller Liebe,Dramatik und auch Humor mit diversen Zeitreisemomenten.


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Alinas_bookworld0105 Alinas_bookworld0105

Veröffentlicht am 13.08.2018

Ein toller Erfahrungsroman

Maeve Malony ist fast 80 und hat somit den großen Teil des Lebens hinter sich. Aber auch den wichtigsten und schönsten?
Maeve führt eine Pension für, vor allem geistig, behinderte Menschen. So zum Beispiel ... …mehr

Maeve Malony ist fast 80 und hat somit den großen Teil des Lebens hinter sich. Aber auch den wichtigsten und schönsten?
Maeve führt eine Pension für, vor allem geistig, behinderte Menschen. So zum Beispiel Steph und Len, welche beide mit dem Down-Syndrom leben.
Diese Pension gehörte schon immer der Familie, auch als Maeve dort in jungen Jahren mit ihrer Familie, also Vater, Mutter und ihrer Schwester Edie, lebte.
Edie selbst litt unter einer schweren Behinderung, welche sich sowohl geistig wie auch körperlich in Form von Anfällen äußerte.
Plötzlich steht vor der Tür genau dieser Pension ein alter Freund von Maeve, den sie nicht wieder sehen wollte. Aber was ist ihre Geschichte? Weshalb will Maeve Vincent auch jetzt noch nicht wiedersehen?
All das und all ihre Erfahrungen teil Maeve uns in diesem wundervollen Roman mit.

Der Titel und das Cover passen super zu der Geschichte und ich finde den Bezug echt schön, da er auch vor allem zu Edie und dem Leben mit und ohne ihr gespannt wird.
Außerdem ist das Cover einfach wunderschön!
Genau wie die Grundidee der Geschichte, auch wenn es keine leichte Kost ist und sich definitiv nicht einfach an einem Tag weg lesen lässt.
Was allerdings nicht nur an der traurigen, ernsten Story, sondern auch an der anstrengenden Schreibweise liegt. Es gibt immer wieder Rückblicke in Maeves Leben, allerdings werden diese nicht gekennzeichnet und manchmal ist es schwer herauszufinden in welcher Zeit man sich überhaupt befindet. Allerdings könnte es auch gewollt sein, um Maeves plötzliche Erinnerungsschübe zu verdeutlichen und zu zeigen, dass sie ständig an Edie und die Vergangenheit denken muss.
Insgesamt finde ich alle Charaktere sehr authentisch und nachvollziehbar dargestellt, obwohl ich mit Maeves Charakter bis zum Schluss nicht warm geworden bin. Viel mehr sind mir Steph und Len sehr ans Herz gewachsen.
Ich habe das Gefühl, nicht genug über Vincent erfahren zu haben, obwohl ich ihn sehr gerne habe.

Insgesamt ist es eine schöne, originelle Story, welche aber in der Umsetzung gelitten hat, was auch durch die für mich fehlende Spannung deutlich wird.
Dennoch hat mir das Buch alles in allem gefallen, vor allem durch den Erfahrungswert, den die Autorin uns so vermittelt hat und ich empfehle das Buch trotz allem wärmstens weiter!

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Autorin

Emma Claire Sweeney

Emma Claire Sweeney - Autor
© Emma Claire Sweeney

Emma Claire Sweeney veröffentlicht seit Jahren Kunstfeatures und Beiträge über Behinderungen, zum Beispiel im Guardian, bei Independent on Sunday, Mslexia und in der Times, und wurde für ihre Arbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet. Daneben unterrichtet sie kreatives Schreiben an der New York University. Ihr Debütroman, „Der Ruf der Eule“, wurde von ihrer Schwester inspiriert, die an Zerebralparese und Autismus erkrankt ist.

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