Das Erbe der Rosenthals
 - Armando Lucas Correa - eBook

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15,99

inkl. MwSt.

Bastei Entertainment
Sonstige Belletristik
432 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-4769-2
Ersterscheinung: 21.12.2017

Das Erbe der Rosenthals

Roman
Übersetzt von Ute Leibmann

(62)

1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, denn sie ist Jüdin. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur die Wenigsten dürfen die St. Louis dort verlassen. Auch Hannahs Familie wird auseinandergerissen.
2014 sucht die elfjährige Anna nach den Wurzeln ihres bei 9/11 verstorbenen Vaters. Ein Brief ihrer Großtante enthält Fotos und erste Hinweise. Doch erst als sie zusammen mit ihrer Mutter von New York nach Kuba reist, kommt sie der Geschichte ihrer Familie wirklich nahe ...
Was bedeutet es, auf der Flucht zu sein, seine Heimat zu verlieren, die Liebsten? Einfühlsam und sprachgewaltig erzählt Armando Lucas Correa die Geschichte zweier Mädchen, die zwei Kontinente und mehr als sechs Jahrzehnte trennen, die aber so vieles verbindet: die Liebe zu ihren Vätern, ihr Überlebenswille, die Hoffnung.

 

Rezensionen aus der Lesejury (62)

Kiki-Stella Kiki-Stella

Veröffentlicht am 26.11.2018

Man muss aus der Geschichte lernen

In zwei verschiedenen Zeitebenen führt Armando Lucas Correa durch die Schicksale der Familie Rosenthal. 1939 ist es für jüdische Familien in Berlin nicht mehr sicher. Deshalb beschließen Max und Alma mit ... …mehr

In zwei verschiedenen Zeitebenen führt Armando Lucas Correa durch die Schicksale der Familie Rosenthal. 1939 ist es für jüdische Familien in Berlin nicht mehr sicher. Deshalb beschließen Max und Alma mit ihrer Tochter Hannah zu fliehen. Das Ziel ist Kuba. Tickets für das Schiff waren zu bekommen und die Rosenthals haben auf zwei verschiedenen Wegen auch für alle drei Visa erhalten. Auf dem Schiff hat Hannah Leo kennen gelernt und erlebt die glücklichste Zeit ihres Lebens. Doch leider wendet sich das Blatt und Kuba ändert die Einreisebedingungen. Die Familie wird auseinander gerissen, nur die wenigsten der über 900 Passagiere dürfen Kuba betreten.

2014 erhält Anna in New York ein Paket von ihrer Großtante. Gemeinsam mit ihrer Mutter macht sie sich auf den Weg nach Kuba um mehr über die Familie ihres Vaters zu erfahren, den sie beim Attentat auf das World Trade Center verloren hat.

Correa hat eine gewaltige tragische Geschichte zweier Mädchen einer Familie zu den verschiedensten Zeitpunkten entwickelt. Er versteht es, den Leser auf die spannende Reise in die Vergangenheit mitzunehmen und die reelle tragische Verbindung Kubas in den Holocaust einzuführen. Ich habe schon viele Bücher zum zweiten Weltkrieg gelesen, doch das Schicksal der St Louis war mir neu und hat mich erschüttert. Umso besser, dass diesem Ereignis nun Bücher gewidmet werden. Der Roman wird in den beiden Zeitspannen jeweils in der Ich-Perspektive von Hannah und Anna erzählt, was einen das Schicksal der Kinder noch besser durchleben lässt. „Das Erbe der Rosenthals“ fasziniert und die Geschichte sorgt dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Ein grandioses Werk, dass auf der Realität basiert und eindringlich zeigt, dass sich leider auch tragische Geschichten immer wieder wiederholen und dringend aus der Geschichte gelernt werden muss.

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lielo99 lielo99

Veröffentlicht am 20.10.2018

Niemals vergessen

Es gibt so viele Ereignisse, die mit der Verfolgung der Juden im Zusammenhang stehen. Auch dieses Buch berichtet davon und es ist die Geschichte eines Auswandererschiffes, welches plötzlich nicht mehr ... …mehr

Es gibt so viele Ereignisse, die mit der Verfolgung der Juden im Zusammenhang stehen. Auch dieses Buch berichtet davon und es ist die Geschichte eines Auswandererschiffes, welches plötzlich nicht mehr ankern darf. Auf dem Schiff waren Juden, die mit ihren Kindern nach Chile auswandern wollten. In Deutschland nahm man ihnen alles ab. Sie hatten weder Wohnung noch Wertgegenstände und auch ihre Ersparnisse mussten sie für die Fahrt auf dem Dampfer abgeben. Dass sie nicht einreisen durften ist ein ganz fieses Unterfangen gewesen und in die Geschichtsbücher eingegangen.
Das Buch gefiel mir gut, weil es ein Thema beschreibt, welches bereits in Vergessenheit geriet. Nämlich, dass Juden die Einreise nach Chile verweigert wurde während Nazis dort friedlich ihren Lebensabend verbringen konnten. Shame on you.

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Veröffentlicht am 30.09.2018

Rezension: Das Erbe der Rosenthals

?Zuerst ein paar Fakten:
Datum der Erstveröffentlichung: 21.12.2017
Autor: Armando Lucas Correa
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 20,-
Seiten: 432



?Inhalt:
1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie ... …mehr

?Zuerst ein paar Fakten:
Datum der Erstveröffentlichung: 21.12.2017
Autor: Armando Lucas Correa
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 20,-
Seiten: 432



?Inhalt:
1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, denn sie ist Jüdin. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur die Wenigsten dürfen die St. Louis dort verlassen. Auch Hannahs Familie wird auseinandergerissen.
2014 sucht die elfjährige Anna nach den Wurzeln ihres bei 9/11 verstorbenen Vaters. Ein Brief ihrer Großtante enthält Fotos und erste Hinweise. Doch erst als sie zusammen mit ihrer Mutter von New York nach Kuba reist, kommt sie der Geschichte ihrer Familie wirklich nahe ...
Was bedeutet es, auf der Flucht zu sein, seine Heimat zu verlieren, die Liebsten? Einfühlsam und sprachgewaltig erzählt Armando Lucas Correa die Geschichte zweier Mädchen, die zwei Kontinente und mehr als sechs Jahrzehnte trennen, die aber so vieles verbindet: die Liebe zu ihren Vätern, ihr Überlebenswille, die Hoffnung.



?Meine Meinung:
Ich finde ja Bücher & Filme mit dieser Thematik total interessant, aber dieses Buch hat mich wirklich total ergriffen. Beide Protagonisten waren so sympathisch und man konnte sich total gut alles vorstellen. Ich muss sagen, dass mir die Perspektive von Anna besser gefallen hat, weil ich mich besser in sie hineinversetzen konnte. Ich finde es ziemlich schwer sich die Zeit während dem Krieg vorzustellen.
Ziemlich krass finde ich auch, dass das ja auch so damals passiert ist... Der Schreibstil ist auch einfach perfekt, es ist alles so "schön" beschrieben, dass es sich anfühlt als ob man dabei wäre. Es wird einfach nichts verschönt, sondern alles detailgetreu erzählt.
Die Aufmachung gefällt mir auch total gut, es gibt nämlich unter anderem eine Namensliste und ziemlich viele Zusatzinformationen.

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Bodo12 Bodo12

Veröffentlicht am 02.09.2018

Berlin 1939

Die Geschichte spielt unter anderem in Berlin im Jahre 1939. Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges versuchen reiche Juden eine Überfahrt auf dem Schiff St. Louis zu kaufen, um somit ihr Leben zu retten ... …mehr

Die Geschichte spielt unter anderem in Berlin im Jahre 1939. Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges versuchen reiche Juden eine Überfahrt auf dem Schiff St. Louis zu kaufen, um somit ihr Leben zu retten und sich einen Neuanfang auf Kuba zu ermöglichen.

Dabei sind der ehemalige Professor der Universität, seine Ehefrau und Tochter Hannah, der beste Freund der Tochter und dessen Vater.

Gleichzeitig wird die Geschichte von Anna erzählt, die zusammen mit ihrer Mutter in New York lebt und ihren Vater am 11.9. verloren hat.

Die zwei Familien werden zusammen geführt und wir erfahren, wie sich das Leben auf Kuba abgespielt hat.

Die Geschichte wird aus der Sicht der beiden Mädchen erzählt.

Ich habe dieses Buch gelesen, weil es so gute Kritiken erhalten hat und wurde nicht enttäuscht. Es erzählt eine Geschichte über die St. Louis die es so wirklich gegeben hat. Der Schreibstil aus der Sicht der beiden Mädchen Anna und Hannah gefällt mir sehr gut. Es liest sich leicht und flüssig. Es ist ein Buch, das ich auch gut weglegen konnte, da es doch auch Passagen drin hat, die gemächlicher erzählt wurden. Ich kann es aber jedem empfehlen, nicht nur für diejenigen, die sich für den zweiten Weltkrieg interessieren. Es beschreibt ein Kapitel, das nie vergessen werden darf.

4 Stern von mir und eine klare Kaufempfehlung.

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Veröffentlicht am 29.04.2018

Generationenverbindendes Schicksal

Berlin, in den 1930er Jahren. Nach und nach wird die Luft dünner für die Menschen, die nicht in das Schema des Regimes passen. Und so ergeht es auch Leos und Hannahs Familie. Um der sicheren Folter und ... …mehr

Berlin, in den 1930er Jahren. Nach und nach wird die Luft dünner für die Menschen, die nicht in das Schema des Regimes passen. Und so ergeht es auch Leos und Hannahs Familie. Um der sicheren Folter und dem sicheren Tod zu entgehen, fliehen sie mit dem Passagierschiff „St. Louis“ nach Kuba, da dieses noch eines der wenigen Länder ist, die Juden aufnehmen. Während der Überfahrt wendet sich das Blatt, und Kuba beschließt per Dekret einen Einreisestopp. So beginnt das Drama für die Familie Rosenthal: Während Hannah und ihre Mutter das Land betreten dürfen, ereilt Hannahs Vater, aber auch Leos Familie ein anderes Schicksal. Hannahs Vater landet in Paris, bis er im KZ Auschwitz stirbt. Leos Vater beendet mit Zyankalikapseln das Leben von Leo und sich selber, um dem Schrecken des Nazi-Regimes zu entgehen.

Währenddessen versucht sich Hannah mit ihrer Mutter auf Kuba ein Leben aufzubauen. Es bleibt zwar immer ein kleiner Funken Hoffnung, die Insel für immer zu verlassen. Doch nur Alma – Hannahs Mutter – verlässt für ein paar Wochen die Insel, um ihren Sohn Gustav in New York auf die Welt zu bringen. Während Gustav zu Gustavo wird, und ein kubanischer Rebell wird, versucht Hannah ihren Teil zum Familienhalt beizutragen. Nach ihrem Pharmaziestudium kann sie eine Apotheke eröffnen, die jedoch Jahre später von einem kommunistischem Regime übernommen wird.

New York, 2014. Anna klammert sich nachwievor verzweifelt an ihre Hoffnung, dass der Vater eines Tages wieder vor der Tür steht, und zur Familie zurückkehrt. Doch diese Hoffnung wird sich nie erfüllen, da Louis – also Hannahs Vater – bei den Anschlägen von 9/11 tragisch ums Leben gekommen ist. So verkriecht sich Annas Mutter im Bett, und verlässt das Bett nur im äußersten Notfall.

Als eines Tages ein Brief aus Havanna auftaucht, der Bilder von Annas Vater enthält, wacht Annas Mutter aus ihrer Lethargie auf. So begeben sich beide auf die Reise nach Kuba, wo Hannah reinen Tisch machen will. Hannahs 87. Geburtstag steht vor der Tür, und sie möchte Anna nun die Geschichte der Rosenthals erzählen, und ihr die Familiengeschichte erzählen, bevor alles verloren geht.

Hannah und Anna verbindet die Tragik, dass beide ihren Vater zu früh verloren haben. Aber beide müssen auch die Familie zusammen halten, denn beide Mütter hadern mit dem Schicksal, ihren Mann verloren zu haben. Gleichzeitig lastet die Familiengeschichte auf ihnen. Der Krieg hat nicht nur dise eine Familie auseinander gerissen. Wie geht man mit der Angst um, dass die Familie das gleiche Elend ereilt wie viele viele andre Familien auch? Eingepfercht zu sein auf kleinstem Raum, keine Grundversorgung wie medizinische Versorgung oder Lebensmittelversorgung zu erleben? Der Hass, der einem von früher vermeintlichen Freunden und Gönnern entgegenschlägt, ist unverständlich nicht nur für die Kinder.

Gleichzeitig gilt die Bange, dass die Flucht für die ganze Familie glückt. Hier muss eine Familie dem Druck standhalten, einem Hass von Fanatikern ausgesetzt zu sein.

Dieses Buch beschreibt eindringlich ein Problem, das leider die Zeit überlebt hat. Auch heute kratzen noch viele Familien ihr letztes Kleingeld zusammen, oder verschulden sich hoch, nur um den Kriegswirren entfliehen zu können. Selbst heute sind die Nachrichten hoch, dass Flüchtlinge auf der Flucht sterben, oder abgewiesen werden, und in Flüchtlingslagern gestrandet sind. Es ist frustrierend, dass man nichts aus der Geschichte gelernt hat. Und dennoch birgt diese Geschichte einen Funken Hoffnung, dass zerrissene Familien wieder zusammen finden, und das Wissen, wie schlimm Krieg und dessen Folgen wirklich ist, bewahrt und weiter gegeben wird. Vielleicht hilft es doch eines Tages weiter.

Armando Lucas Correa hat hier eine bildgewaltige Geschichte gesponnen. Das Schicksal meint es nicht nur gut mit Hannah. Sie muss den Verlust von ihrem Vater, von ihrem besten Freund Leo, aber auch von ihrem Bruder verkraften, der so gar nichts mit der Familie zu tun haben scheint. Auch der Weggang ihres Freundes Julian muss sie verkraften. Als sie hört, dass ihr Neffe noch eine Tochter hat, wendet sich zum Schluss noch das Blatt. So kann sie Anna wenigstens Trost spenden, als Hannah Anna von der Familiengeschichte erzählt. So bleibt das Erbe der Rosenthals zwar bewahrt, kann sich aber zum Guten wenden.

Das Buch hat mich sehr berührt. Auch wenn ich finde, dass mit dem Tod von Annas Vater bei 9/11 vielleicht etwas zuviel Schicksal der Familie aufgebürdet wurde. Alma und Hannah müssen mit ihren Verlusten auf eigene Art und weise klar kommen, aber auch Anna und ihre Mutter haben im heutigen Kriegsgeschehen jemanden verloren. Ich denke, das ist auch der Bezug von Correa zwischen damals und heute: Krieg hat viele Gesichter, und die Folgen des Krieges hat immer die zivile Bevölkerung zu tragen. Die Umstände eines Krieges belastet nicht nur eine Generation, sondern vererbt sich weiter. Sei es in der psychischen Belastung (viele Soldatenväter waren gewalttätig), oder in der physischen Belastung (Stichwort Kriegsbomben).

Ein lesenswertes Buch, wenn auch – für mich – sehr emotional.

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Armando Lucas Correa im exklusiven Interview

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Autor

Armando Lucas Correa

Armando Lucas Correa - Autor
© Hector Torres

Armando Lucas Correa lebt in Manhattan und arbeitet dort als Herausgeber des wichtigsten Magazins der spanischen Gemeinschaft in den USA, People en Español. Zuvor arbeitete er auf Kuba als Herausgeber eines Kulturmagazins. Für seine journalistischen Arbeiten wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der National Association of Hispanic Publications und der Society of Professional Journalism. „Das Erbe der Rosenthals“ ist sein erster Roman.

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