Aktuelle Interviews unserer Autor*innen

In unseren aktuellen Interviews erzählen unsere Autor*innen über ihre Bücher. Sie können die Interviews auch als pdf herunterladen und verwenden.

Foto Eva Almstädt
© Olivier Favre

Interview mit Eva Almstädt

Eva Almstädt, 1965 in Hamburg geboren und dort auch aufgewachsen, absolvierte eine Ausbildung in den Fernsehproduktionsanstalten der Studio Hamburg GmbH und studierte Innenarchitektur in Hannover. Seit 2001 ist sie freie Autorin. Die Autorin lebt in Hamburg.

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"Ostseegruft" von Eva Almstädt

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Foto Mara Andeck
© Tomas Rodriguez

Interview mit Mara Andeck

Mara Andeck wurde 1967 geboren. Sie hat Journalismus und Biologie studiert, volontierte beim WDR und arbeitet heute als Wissenschaftsjournalistin. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Töchtern und ihrem Hund in einem kleinen Dorf bei Stuttgart.

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© Claudia Toman

Interview mit Tabea Bach

Tabea Bach war Operndramaturgin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie wurde in der Hölderlin-Stadt Tübingen geboren und wuchs in Süddeutschland sowie in Frankreich auf. Ihr Studium führte sie nach München und Florenz. Heute lebt sie mit ihrem Mann in einem idyllischen Dorf im Schwarzwald, Ausgangspunkt zahlreicher Reisen in die ganze Welt. Die herrlichen Landschaften, die sie dabei kennenlernt, finden sich als atmosphärische Kulisse in ihren Frauenromanen wieder.

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© Fine Pic

Interview mit Michael Barczok

Dr. Michael Barczok ist Internist und Arzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie sowie Sozial-, Schlaf- und Umweltmedizin. Er praktiziert und lehrt am Lungenzentrum Ulm. Als gern gesehener Experte hält er Vorträge und gibt Interviews in überregionalen Zeitungen wie Die Welt und Der Tagesspiegel. Barczok ist Vater von fünf Söhnen und verheiratet mit der Atemtherapeutin Susanne Menrad-Barczok. Mehr über Dr. Barczok und Aktuelles zum Thema Lunge findet sich auf seinem Blog: www.lungenexperte.info

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Foto Anna Basener
© Anna Basener

Interview mit Anna Basener

Anna Basener hat ihr Studium in Hildesheim mit dem Schreiben von Romanheften finanziert. Sie hat Dutzende Fürstenheftchen publiziert und war laut ZEIT die »erfolgreichste deutsche Groschenromanautorin«. Sie ist die Adelsexpertin der Podcast-Welt und Moderatorin der GALA ROYALS. Ihr Debütroman „Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte“ gewann den PUTLITZER PREIS und wird gerade fürs Kino verfilmt.

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© Gaby Scheewe-Pfeil

Interview mit Natascha Battus

Natascha Battus ist ZRM®-Trainerin (Zürcher Ressourcen Modell) und Kommunikationsberaterin. Der Fokus ihrer Seminare und Vorträge für Unternehmen liegt auf psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz und der Work-Life-Balance. Zudem unterstützt sie mit ihren Kursangeboten und Coachings Menschen darin, ihre Selbstwirksamkeit zu entfalten und neue Perspektiven zu gewinnen. Sie lebt in Freiburg im Breisgau. Mehr Informationen unter: www.battus.de

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Foto Leo Born
© Olivier Favre

Interview mit Leo Born

Leo Born ist das Pseudonym eines deutschen Krimi- und Thriller-Autors, der bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. Der Autor lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Dort ermittelt auch – auf recht unkonventionelle Weise – seine Kommissarin Mara Billinsky.

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© Tanja Brandt

Interview mit Tanja Brandt

Die Fotografin und Falknerin Tanja Brandt bezeichnet Tiere als ihre absolute Leidenschaft. Mit ihren Schäferhunden lebt sie schon lange zusammen, heute hat sie außerdem zwei Wüstenbussarde und eine Schneeeule. Sie führte eine Spedition und fuhr zeitweise als Lkw-Fahrerin durch die Republik, bis sie sich entschloss in die Falknerei Bergisch Land nach Remscheid zu ziehen und sich ganz ihrer Leidenschaft, der Falknerei und Tierfotografie zu widmen.

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Foto
© Steffi Behrmann

Interview mit Ela und Volker Buchwald

Ela Buchwald ist Heilpraktikerin und Traumatherapeutin. Sie kam zum Sex, weil sie keinen mehr hatte. Doch sie wollte sich nicht von ihrem Mann, mit dem sie schon über 10 Jahre verheiratet war, trennen. Also machte sie sich auf die Suche. Sie lernte viel über Hormone, Neurobiologie und Partnerschaft, entdeckte den Slow Sex und arbeitete einige Jahre mit Diana und Michael Richardson. Heute berät sie Paare in ihrer Praxis in Bielefeld.

Volker Buchwald ist Golf- und Meditationslehrer. Auch er kam zum Sex, weil er keinen mehr hatte. In den Wirren des Alltags war die gemeinsame Sexualität – wie bei vielen Paaren – auf der Strecke geblieben. Doch auch er wollte sich nicht von seiner Frau, mit der er drei Kinder hat, trennen. Gemeinsam gingen beide auf Entdeckungsreise, entwickelten schließlich den Entspannten Sex und geben heute Einfach Liebe Retreats in ganz Deutschland.

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© Marcus Richter

Interview mit Patricia Cammarata

Patricia Cammarata ist seit 1997 im Netz unterwegs und hat mit ihrem Blog schon mehrere Preise gewonnen. Ihr erstes Buch "Sehr gerne, Mama, Du Arschbombe" war ein Bestseller. Sie hat ein großes Faible für digitale Themen. Mit der "Let's talk“-Serie, die sie für den Elternratgeber "SCHAU HIN!" schreibt, macht sie Eltern fit in Sachen digitale Medien und zeigt ihnen einen Weg, wie Medienerziehung gelingen kann - statt Panik zu verbreiten und sie dann mit der Lebensrealität ihrer Kinder alleine zu lassen. Hören Sie auch die Podcasts "Mit Kindern leben“ und "Dreißig Minuten, dann ist aber Schluss“.

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Interview

"Das Buch rettet nicht durch die Zeit der Schutzmaßnahmen, sondern durch die Kindheit und Jugend." | 03.04.2020

Gerade ist die Versuchung groß, die Kinder vorm Fernseher oder Konsole zu parken – wie soll sonst diese Sache mit dem Homeoffice klappen? Wie konsequent müssen wir trotz allem mit dem Nachwuchs bleiben, wenn es um Internet, Fernsehen und Zocken geht? Aus meiner Sicht hat sich rein gar nichts geänder...

Gerade ist die Versuchung groß, die Kinder vorm Fernseher oder Konsole zu parken – wie soll sonst diese Sache mit dem Homeoffice klappen? Wie konsequent müssen wir trotz allem mit dem Nachwuchs bleiben, wenn es um Internet, Fernsehen und Zocken geht?
Aus meiner Sicht hat sich rein gar nichts geändert. Vielleicht die Minutenzahl, aber wichtig ist und war es doch immer, WAS die Kinder machen. Deswegen rate ich, sich mit dem Was zu beschäftigen.
Sind die Kinder produzierend (z.B. Mal-App, Scratch, Stop-Motion-Film machen) oder rein konsumierend unterwegs? Wenn letzteres: Was genau machen sie gerade? Sind die Inhalte altersgemäß? Gibt es Werbeunterbrechungen? Gibt es in der App In-App-Käufe?
Es geht doch nicht um Konsequenz, sondern darum, dass die Kinder gut aufgeklärt und altersgemäß geschützt unterwegs sind. Wenn beides passt, sehe ich kein Problem. Vielleicht sollten wir unsere Abendessen verstärkt dazu nutzen mit den Kindern über den Tag und das Erlebte zu sprechen.
Bewegung wird im Moment wahrscheinlich zu kurz kommen, aber vielleicht können wir das außerhalb der Arbeitszeiten oder in der Mittagspause ausgleichen. Morgens die Kinder mit dem Laufrad mit zum Joggen nehmen. Mittags spazieren gehen. Abends eine Runde um den Block. In der Wohnung beide Augen zudrücken und die Kinder toben lassen.
Was ist realistischer: Kinder für Brettspiele, Spazierengehen und Lesen zu begeistern oder auf eine erfolgreiche Karriere im E-Sport zu hoffen?
Das hängt sicherlich an der individuellen Veranlagung – aber im Durchschnitt haben Kinder eher Lust auf Spazieren und Brettspiele, v.a. wenn die Erwachsenen mitmachen. Damit man im E-Sport erfolgreich sein kann, muss man schon außergewöhnlich schnell, motorisch top und sehr erfahren sein. Die nötigen Reaktionszeiten und die Reflexe, die es als Profisportler braucht, entsprechen denen von Kampfjetpiloten. Auch die Geschwindigkeit mit der Entscheidungen getroffen werden müssen, sind ganz enorm. Wir sprechen hier von mehreren hundert pro Minute. Um hier also eine Chance zu haben ist kontinuierliches und hartes Training nötig. Darauf haben die meisten Kinder wahrscheinlich keine Lust.
Wie sieht das Leben gerade in der Familie Cammarata aus? Ohne welche neuen Regeln geht es nicht? Wo gibt es Kompromisse, damit der Familienfrieden gewahrt bleibt?
Ehrlich gesagt bezogen auf die Medienzeiten überhaupt nicht anders als sonst. Wir stehen auf, frühstücken gemeinsam und dann lernen die Kinder am Vormittag für die Schule. Dafür verwenden sie hauptsächlich Arbeitsblätter und Lehrbücher. Mit Apps wie Anton langweilen sie sich und an einem schlecht eingerichtetem Moodle verzweifeln sie eher.
Am Nachmittag gehen wir wenn es sich zeitlich einrichten lässt spazieren. Danach ist Freizeit. Die dürfen die Kinder mit dem verbringen, was gerade Spaß macht. Das ist z.B. Bücher lesen, Videospiele spielen oder mit ihren Freund*innen chatten. Abends kochen wir zusammen. Dafür hatten wir in der Intensität im normalen Alltag kaum Zeit.
Ist es eine Lösung, Videospiele als Belohnung einzusetzen?
Belohnung für was? Wir machen das überhaupt nicht. Warum auch? Videospiele sind bei uns Teil des Freizeitangebots wie alle anderen Dinge, die man tun kann, auch. Es wird viel gemalt, sehr gerne werden Geschichten geschrieben, wenn es sich anbietet wird gebastelt und wenn die Bibliotheken geöffnet haben, wird viel gelesen.
Wie kann uns Ihr Buch „Dreißig Minuten, dann ist aber Schluss!“ durch die Zeit der Schutzmaßnahmen retten?
Das Buch rettet nicht durch die Zeit der Schutzmaßnahmen sondern durch die Kindheit und Jugend. Es hilft Vorbehalte gegen Wissen auszutauschen und ermuntert auch mal gemeinsam mit den Kindern was zu machen und kontinuierliche Lernbegleiter zu sein. Es soll eben klar machen: Medienerziehung ist ein Untergebiet von vielen Erziehungsthemen. Je früher wir damit anfangen, desto leichter gelingt uns die Medienerziehung.
Beobachten Sie aktuell, dass Eltern ihre Einstellung zu Tiktok und Youtube etc. ein Stück weit überdenken, weil sie sich gerade gezwungenermaßen mehr damit auseinandersetzen?
Ja und nein. Viele werden lockerer und erlauben mehr, aber ich habe oft das Gefühl, dass sie einfach ein Auge zudrücken ohne sich am Ende mehr mit den einzelnen Themen zu beschäftigen. Dabei wäre dafür genau jetzt eine sehr gute Zeit.
Wie werden die Wochen mit Homeschooling, Homeoffice und ohne Großeltern oder Babysitter das Familienleben beeinflussen? Wird sich womöglich irgendetwas nachhaltig verändern?
Ich glaube, wir werden aktuell alle pragmatischer und geben uns mit „Gut-genug-Lösungen“ zufrieden. Vielleicht trägt das zukünftig der Entspannung bei. Es muss nicht alles perfekt sein.
Wie hat sich Ihr eigenes Leben wegen der aktuellen Lage verändert? Was vermissen Sie? Was hat mehr Bedeutung als noch vor drei Monaten? Was ist weniger wichtig geworden?
Ich vermisse vor allem theoretisch machen zu können, was ich will. Ich lebe so gerne in Berlin, weil ich hier theoretisch jeden Tag ins Kino, Theater, zum Poetry Slam oder in ein exotisches Restaurant gehen kann. Das alles mache ich meistens gar nicht, weil ich eine Stubenhockerin bin. Dennoch empfinde ich das als Verlust.
Am meisten vermisse ich meine Freund*innen treffen zu können und was mich selbst überrascht hat: Ich würde wirklich gerne lieber im Büro arbeiten als Zuhause.
Was uns allen sicher hilft, ist ein bisschen Gelassenheit, gerade wenn wir uns in der Familie gerade näher sind, als uns manchmal lieb ist. Wo nehmen wir diese Gelassenheit her?
Wir müssen sie uns in uns suchen. Ich bin schon lange „gesigniert“. Dieses Wort ist eine Eigenkreation meines Podcastkollegen Caspar Clemens Mierau. Es setzt sich aus gelassen und resigniert zusammen. Ich kann, seit ich mehrere Kinder habe nicht mehr genau sagen, ob ich wirklich gelassen oder resigniert bin. Vieles, was ich beim 1. Kind noch für sehr wichtig hielt, konnte ich dann beim 3. nicht mehr leisten. Ich habe vieles also nicht mehr gemacht und gemerkt: Naja, die Welt geht davon auch nicht unter.
Was sind coole Serien, Apps, Spiele, die der ganzen Familie Spaß machen? Haben Sie ein paar Tipps?
Wenn man eine Switch hat, dann unbedingt gemeinsam das Spiel „Lovers in a dangerous Space-time“ spielen. Wenn alle ein Handy haben, dann „Spaceteam“. Was wir alle immer gerne zusammen anschauen ist ganz banal „Die Sendung mit der Maus“.
Was glauben Sie: Werden mehr Firmen Insolvenz anmelden oder mehr Paare die Scheidung einreichen?
Ja, das wird leider so sein. Firmen bekommt man jetzt schon durch die Medien mit und was die Scheidungen angeht: In China sind sie in die Höhe geschnellt.
Was raten Sie Eltern, um die nächsten Wochen gut zu überstehen, ohne das Handtuch zu werfen?
Immer nur den einen Tag sehen. Nicht die Woche, nicht den Monat und schon gar nicht das Jahr. Aktuell können wir die Entwicklungen nicht abschätzen. Wir können aber jeden Tag schaffen. Wenn man am Abend feststellt: Das war heute blöd, dann versucht man es am nächsten Tag ein bisschen besser hinzubekommen.
Was raten Sie Kindern? Vielleicht auch Ihren eigenen?
Denen muss ich nichts raten. Meine Kinder kommen erstaunlich gut mit der aktuellen Situation klar. Sie vertrauen darauf, dass es irgendwann in den Alltag zurück geht und nehmen den neuen Alltag wie er kommt.
Wir Eltern sollten unseren Kindern einfach die Zuversicht schenken, dass alles wieder gut werden wird. Denn für die allermeisten wird es wieder gut werden. Je besser wir füreinander sorgen und je ernster wir die derzeitigen Maßnahmen nehmen, desto schneller vermutlich.
Cover

Interview mit Ralph Caspers

In der „Sendung mit der Maus“ erklärt Ralph Caspers seinen jungen Zuschauern, wie man sich richtig die Hände wäscht oder wie sich Viren verbreiten. In seinem neuen Buch „Wenn Papa jetzt tot ist, muss er dann sterben?“ hilft er uns, Kindern zu erklären, was der Tod bedeutet und warum Oma nach ihrer Beerdigung nicht mehr zu Besuch kommen kann.

In Zeiten von Corona haben Kinder noch mehr Fragen als sonst und manche davon sind wirklich schwierig zu beantworten oder haben mit Sterben zu tun. Wir haben uns deshalb gedacht, wir fragen den Profi.

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© Hector Torres

Interview mit Armando Lucas Correa

Armando Lucas Correa lebt in Manhattan und arbeitet dort als Herausgeber des wichtigsten Magazins der spanischen Gemeinschaft in den USA, People en Español. Zuvor arbeitete er auf Kuba als Herausgeber eines Kulturmagazins. Für seine journalistischen Arbeiten wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der National Association of Hispanic Publications und der Society of Professional Journalism. „Die verlorene Tochter der Sternbergs“ ist sein zweiter Roman.

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© Sergej Maingardt

Interview mit Sylvia Deloy

Sylvia Deloy wuchs in einer kleinen Stadt in Niedersachsen auf. Sie studierte Kommunikationswissenschaft, Germanistik und Marketing und arbeitete danach als Redakteurin und Autorin für unterschiedliche TV-Sendungen. Sie schrieb Drehbücher und Skripte für Comedy-Serien und erhielt 1999 gemeinsam mit einer Co-Autorin den zweiten Preis des Sat.1-Drehbuch-Wettbewerbs. 2011 veröffentlichte sie ihren ersten Liebesroman für Jugendliche mit dem Titel „Sterne, Stress und Kussalarm“. Sylvia Deloy lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in Köln.

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"Das Glück ist zum Greifen da" von Sylvia Deloy

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Ralf H. Dorweiler
© Daniela Bianca Girok

Interview mit Ralf H. Dorweiler

Ralf H. Dorweiler wurde 1973 in der Nähe der Loreley geboren. Nach dem Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln zog es ihn in den Südschwarzwald. Dort arbeitete er als Redakteur für eine große Tageszeitung und schrieb parallel Romane. Erfolgreich wurde er mit einer Reihe mit sieben Kriminalromanen und einem außergewöhnlichen Reiseführer. 2017 wechselte er ins historische Fach; seither begeistert er auch in diesem Genre seine Leser. Mittlerweile widmet er sich ausschließlich der Schriftstellerei. Dorweiler ist mit einer Opernsängerin verheiratet und Vater eines Sohnes.

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© Olivier Favre

Interview mit Luca di Fulvio

Luca Di Fulvio, geb. 1957, lebt und arbeitet als freier Schriftsteller in Rom. Bevor er sich dem Schreiben widmete, studierte er Dramaturgie bei Andrea Camilleri an der Accademia Nazionale d'Arte Drammatica Silvio D'Amico. Seine Romane Der Junge, der Träume schenkte und Das Mädchen, das den Himmel berührte standen monatelang auf den ersten Plätzen der Spiegel-Bestsellerliste.

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Foto Akram El-Bahay
© Julia Reibel

Interview mit Akram El-Bahay

Akram El-Bahay hat seine Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf gemacht: Er arbeitet als Journalist und Autor. Als Kind eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter ist er mit Einflüssen aus zwei Kulturkreisen aufgewachsen. Dies spiegelt sich auch in seinen Romanen wider: klassische Fantasy-Geschichten um Drachen und Magie, die ebenso sehr an den "Herrn der Ringe" wie an orientalische Märchen erinnern. Mit seinem ersten Roman "Flammenwüste" war er für mehrere Preise nominiert, er gewann den Seraph Literaturpreis als bestes Fantasy-Debüt des Jahres.

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© Tomas Rodriguez

Interview mit Michael Engler

Michael Engler studierte in Düsseldorf Visuelle Kommunikation und arbeitete zunächst als Szenarist und Illustrator. Anschließend war er mehrere Jahre lang als Artdirector in Werbeagenturen tätig. Heute lebt er als freier Autor in Düsseldorf und schreibt Bilder-, Kinder- und Jugendbücher, Theaterstücke und Hörspiele.

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Interview

"Könnte ich vielleicht Sommerschlaf haben?" | 24.04.2020

Herr Engler, mit „Wir zwei sind füreinander da“ kehren Sie mit einer berührenden Geschichte in die Welt von Hase und Igel zurück. Dort steht der Frühling vor der Tür. Wie fühlte es sich an, die beiden wiederzutreffen?Hase und Igel sind ohnehin ständig bei mir. Ich überlege immer, wie die zwei mit be...

Herr Engler, mit „Wir zwei sind füreinander da“ kehren Sie mit einer berührenden Geschichte in die Welt von Hase und Igel zurück. Dort steht der Frühling vor der Tür. Wie fühlte es sich an, die beiden wiederzutreffen?
Hase und Igel sind ohnehin ständig bei mir. Ich überlege immer, wie die zwei mit bestimmten Situationen umgehen würden, oder denke mir aus, was ihnen noch passieren könnte. Das notiere ich und entscheide später, ob die Idee für eine weitere Geschichte reicht.
Wer oder was brachte Sie auf die Idee von der Geschichte vom kranken Hasen?
Eine Erkältung, die ich mir bei einer Lesung zugezogen habe. Das Leben eines Autors ist also nicht ganz ungefährlich.
Was bewegt den Igel schließlich dazu, am Krankenbett seines Freundes zu wachen?
Das, was jeden von uns dazu bewegt, an Krankenbetten zu sitzen: Liebe.
Was macht den Hasen und den Igel zu so guten Freunden?
Ich glaube, sie passen deshalb so gut zusammen, weil sie unterschiedlich sind und diese Unterschiede einfach hinnehmen, ohne den anderen ändern zu wollen. Bislang jedenfalls.
Welcher Nebenfigur gehört Ihr Herz ganz besonders?
Dem Rotkehlchen und der Maus. Weil ich nämlich nie weiß, was Joëlle zu den beiden einfällt, und damit jedes neue Buch auch für mich eine Überraschung bereithält.
Wie wichtig sind Freunde für Sie, wenn Sie an einem Buch arbeiten? Bringt auch Ihnen jemand dann mal eine Tasse Tee?
Wenn ich an einem Buch arbeite, bin ich am liebsten absolut ungestört. Die Tasse Kaffee mache ich mir dann auch gerne selbst, das sorgt wenigstens für etwas Bewegung und bringt Abwechslung in die Sitzhaltung.
Haben Sie, wie der Hase im Winter, wenn der Igel schläft, auch einen Freund, den Sie viel zu selten sehen?
Ja. Den hat doch vermutlich jeder von uns. Oder? Ich finde, es wird einem gerade während der Corona-Krise schmerzlich bewusst, wie sehr man seine Freunde vermisst. Aber zum Glück gibt’s ja das Telefon.
Was ist für Sie die beste Medizin, wenn Sie krank sind?
Ruhe. Ich ziehe mir am liebsten die Decke über den Kopf und warte, bis es vorbei ist.
Für wen haben Sie das Buch geschrieben, wem empfehlen Sie es?
Für alle großen und kleinen Schnupfennasen. Und die, die sie liebevoll umsorgen. Und denen empfehle ich es auch. Ich glaube, die Gedanken, die sich der Igel macht, und die Gefühle, zwischen denen er hin- und hergerissen ist, kennt jeder. Für Kinder ist es bestimmt hilfreich zu sehen, dass andere ebenso fühlen.
In der Geschichte ist es der Biber, der schließlich die Idee hat, dem Hasen abwechselnd Gesellschaft zu leisten, während er gesund wird. Warum der Biber?
Der Biber ist mit dem Wiesel ganz neu im Wald und mir war es wichtig zu zeigen, dass sie sehr schnell ein wichtiger Teil der Gemeinschaft geworden sind.
Würden Sie auch gern Winterschlaf halten oder mögen Sie die kalte Jahreszeit?
Ich mag den Winter eigentlich sehr viel lieber als den Sommer. Es geht doch nichts über einen knackig kalten Tag mit Sonne und knirschendem Schnee. Könnte ich also vielleicht Sommerschlaf haben?

Verraten Sie uns etwas über Ihr nächstes Projekt?

Oh, da kommen ein paar Dinge. Wir Zwei wird durch andere Formate erweitert und natürlich geht es auch mit den Mauskowskis weiter. Ansonsten freue ich mich auf Vorlesebücher mit großartigen Illustratoren, die demnächst bei Baumhaus erscheinen.
© C. Schulte

Interview mit Barbara Erlenkamp

Hinter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp steht das Ehepaar Christine und Andreas J. Schulte. Er ist Journalist und Krimiautor. Sie hat bereits in ihrer Schulzeit zusammen mit einer Freundin ihren ersten Roman geschrieben und arbeitet heute als technische Redakteurin. Das Ehepaar Schulte lebt mit seinen beiden Söhnen seit mehr als 25 Jahren auf dem Land, in der Nähe von Andernach am Rhein.

Unter dem Pseudonym Barbara Erlenkamp schreiben sie zusammen moderne, humorvolle Frauen- und Unterhaltungsromane.

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© Olivier Favre

Interview mit Andreas Eschbach

Andreas Eschbach, geboren am 15.09.1959 in Ulm, studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Von 1993 bis 1996 war er geschäftsführender Gesellschafter einer EDV-Beratungsfirma.

Als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung "für schriftstellerisch hoch begabten Nachwuchs" schrieb er seinen ersten Roman "Die Haarteppichknüpfer", der 1995 erschien und für den er 1996 den "Literaturpreis des Science-Fiction-Clubs Deutschland" erhielt. Bekannt wurde er vor allem durch den Thriller "Das Jesus-Video" (1998), der im Jahr 1999 drei literarische Preise gewann und zum Taschenbuchbestseller wurde. ProSieben verfilmte den Roman, der erstmals im Dezember 2002 ausgestrahlt wurde und Rekordeinschaltquoten bescherte. Mit "Eine Billion Dollar", "Der Nobelpreis" und zuletzt "Ausgebrannt" stieg er endgültig in die Riege der deutschen Top-Thriller-Autoren auf.

Nach über 25 Jahren in Stuttgart lebt Andreas Eschbach mit seiner Familie seit 2003 als freier Schriftsteller in der Bretagne.

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© Kerstin Petermann

Interview mit Romy Fölck

Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura, ging in die Wirtschaft und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Mit Mitte dreißig entschied sie, ihren großen Traum vom Schreiben zu leben. Sie kündigte Job und Wohnung und zog in den Norden. Mit ihrem Mann lebt sie heute in einem Haus in der Elbmarsch bei Hamburg, wo ihre Romane entstehen. Ihre Affinität zum Norden kommt nicht von ungefähr, verbrachte doch ihr Vater seine ersten Lebensjahre in Ostfriesland. TOTENWEG ist der erste Band ihrer Krimiserie um die beiden Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn.

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"Sterbekammer" von Romy Fölck

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Foto Tina Frennstedt
© Gabriel Liljevall

Interview mit Tina Frennstedt

Tina Frennstedt ist eine der renommiertesten Kriminalreporterinnen Schwedens und gilt als Expertin für Fälle, die nie aufgeklärt wurden. Sie hat bei den Tageszeitungen „Dagens Nyheter“ und „Expressen“ gearbeitet. Ihre Reportagen über schwedische Kriminalfälle sind preisgekrönt und bilden den realitätsnahen Hintergrund für ihr hochspannendes Thrillerdebüt „COLD CASE – Das verschwundene Mädchen“. Tina Frennstedt lebt in Stockholm und schreibt bereits an der Fortsetzung der COLD-CASE-Reihe.

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© Olivier Favre

Interview mit Rebecca Gablé

Rebecca Gablé studierte Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik in Düsseldorf, wo sie anschließend als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig war.

Heute arbeitet sie als freie Autorin und lebt mit ihrem Mann am Niederrhein und auf Mallorca. Ihre historischen Romane und ihr Buch zur Geschichte des englischen Mittelalters wurden allesamt Bestseller und in viele Sprachen übersetzt. Besonders die Romane um das Schicksal der Familie Waringham genießen bei Historienfans mittlerweile Kultstatus.

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"Teufelskrone" von Rebecca Gablé

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© Tomas Rodriguez

Interview mit Stefan Gemmel

Stefan Gemmel, geb. 1970, ist mit knapp 30 Veröffentlichungen der meistübersetzte Schriftsteller in Rheinland-Pfalz. Überregional bekannt wurde er vor allem durch seine originellen Lesungen und Schreibwerkstätten. Für seine Nachwuchsförderung wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Er ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und lebt in der Nähe von Koblenz.

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© FinePic

Interview mit Mario Giordano

Mario Giordano, geboren 1963 in München, schreibt Romane, Jugendbücher und Drehbücher (u.a. "Tatort", "Schimanski", "Polizeiruf 110", "Das Experiment"). Bei Bastei Lübbe ist er mit der Apocalypsis-Trilogie und vor allem mit seiner Krimireihe um die charismatische Tante Poldi sehr erfolgreich. Giordano lebt in Berlin.

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Interview

"Pures Drama, was sonst." | 03.04.2020

Tante Poldi ist zurück und ermittelt im neuen Band „Tante Poldi und der Gesang der Sirenen“ bereits zum fünften Mal. Würden Sie kurz in eigenen Worten erzählen, worauf sich die Leser im neuen Poldi-Krimi freuen dürfen? (Natürlich ohne zu viel zu verraten…) Natürlich schon mal auf das Stammpersonal d...

Tante Poldi ist zurück und ermittelt im neuen Band „Tante Poldi und der Gesang der Sirenen“ bereits zum fünften Mal. Würden Sie kurz in eigenen Worten erzählen, worauf sich die Leser im neuen Poldi-Krimi freuen dürfen? (Natürlich ohne zu viel zu verraten…)
Natürlich schon mal auf das Stammpersonal des Poldi-Universums. Aber auch auf schwierige Hochzeitsvorbereitungen, juicy "Stellen" und Poldis Sprüche wie immer, auf schräge Verdächtige und schöne Leichen, auf ein bisschen sizilianische Lebensart und Heimatkunde, auf Tango und Tod, auf Reissäcke, die in China umfallen und – auf Maria.
Was hat es mit den Sirenen auf sich? Welche Bedeutung haben sie für das Buch und für Sizilien?
Die Sirenen sind Wesen der griechischen Mythologie und vor allem in Sizilien präsent. Denn nachdem sie den Gesangswettstreit mit den Musen verloren haben, haben sie sich beleidigt nach Sizilien verzogen und locken dort seit Jahrhunderten Menschen ins Verderben. Die Prominentesten sind Scilla und Charibdys, die die Meerenge von Messina bewachen. Aber man findet sie in Sizilien eigentlich an jeder Straßenecke.
Im vierten Band hat es Montana endlich geschafft, Poldi, die eigentlich keinem gestandenen, testosterongeladenen Mannsbild widerstehen kann, zur Hochzeit zu überreden. Wie kann man sich eine bayerische-sizilianische Hochzeit im Poldi-Stil vorstellen?
Pures Drama, was sonst. Falls nicht wieder was dazwischenkommt.
Welche Rolle spielt für Tante Poldi ihr Freund „Tod“? Wird er sie auch im neuen Band wieder besuchen?
Der Tod ist eine meiner Lieblings-Nebenfiguren und wie ich höre, auch bei Leserinnen und Lesern sehr beliebt. Natürlich kommt er wieder vor. Diesmal nötigt er den Neffen zu einem Deal.
Letztes Mal ging es für Tante Poldi nach Rom in den Vatikan. Diesmal spielt das Buch wieder wie gewohnt in Donna Poldinas Wahlheimat Sizilien. Was macht Sizilien für Sie aus? Welchen Bezug haben Sie dorthin?
Meine Familie kommt aus Sizilien, ich habe dort viele Verwandte und Freunde und bin so etwa 3-4 Mal im Jahr dort. Ich liebe Sizilien, und es geht mir zwischendurch extrem auf die Nerven. Für einen Autor die ideale Schreibposition, so zwischen den Stühlen. Sizilien ist ein magischer Ort, ein uralter Ort, geprägt von sehr vielen verschiedenen Kulturen. Eine Region der Extreme und der starken Kontraste. Ein Paradies und dann wieder zum Verzweifeln. Also genau das Richtige für Persönlichkeiten wie die Poldi.
Die Figur der Tante Poldi erheitert die Leser immer wieder mit ihrem urbayrischen Dialekt, vor allem wenn sie, was ziemlich häufig vorkommt, in Rage gerät. Da fallen dann schon mal Wörter wie „scheißklumpverreckte Rotzrüben“ oder „Lecktsmialleamarsch“. Sie selbst sind gebürtiger Münchner, leben jetzt aber in Berlin. Sprechen Sie (noch) Dialekt? Was gefällt Ihnen am bayerischen Dialekt bzw. der bayerischen Lebensart?
Ich bin in Bayern zur Grundschule gegangen, in der Nähe von München. Da sprach man nur Bayrisch. Ich erinnere mich gut und kriege diesen geliebten Dialekt immer noch so leidlich hin. Mir gefällt einfach diese Mischung aus krachlederner Wut und barocker Lebensfreude. Das ist Bayern, das ist Sizilien, das ist Tante Poldi.
Auch als Hörbuch ist Tante Poldi erhältlich. Der Schauspieler und Radiosprecher Christian Baumann liest auch die bayrischen Passagen wunderbar authentisch. Wie ist es für Sie, den eigenen Text professionell eingesprochen zu hören?
Es ist der Wahnsinn. Ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert.
In Ihren Tante Poldi-Krimis wird viel getrunken, aber auch das Essen kommt nicht zu kurz. Was macht die sizilianische Küche für Sie aus und wovon können Sie nicht genug bekommen?
Ich halte die sizilianische Küche für eine der besten der Welt. Es ist eine relativ einfache, schnörkellose Küche aber eben mit den besten Produkten der Welt. Nie genug bekommen kann ich von Pasta al Nero, Pistazieneis, Granita Mandorla-Caffè con brioche (zum Frühstück), Pasta alla Norma, frischen Pfirsichen, den Avocados aus Femminamorta und dem Wein meines Freundes Ciro Biondi.
Sie sind nicht nur erfolgreicher Schriftsteller, sondern schreiben auch viele Drehbücher, z.B. für den Tatort. Können wir uns bald auf eine Verfilmung der Tante-Poldi-Fälle freuen?
Ich hoffe es sehr. Eine britische Produktionsfirma hat inzwischen eine Option auf die Verfilmungsrechte und plant eine TV-Serie.
Poldis Neffe ist ja ebenfalls Schriftsteller und besucht seine Tante auch im fünften Band wieder in der Via Baronessa, um an seinem großen Familienroman zu schreiben. Wohin zieht es Sie, wenn Sie ungestört Schreiben möchten?
Das geht immer noch am besten zuhause am Schreibtisch.
© Dustin Kirkpatrick

Interview mit Michael Greger

Dr. Michael Greger, geb 1972, ist Arzt, Bestsellerautor und international anerkannter Referent für Ernährung, Lebensmittelsicherheit und Gesundheit. Er hat auf der Konferenz über Weltfragen referiert, vor dem Kongress ausgesagt und wurde als Sachverständiger zur Verteidigung von Oprah Winfrey in den berüchtigten Prozess der "Fleischdiffamierung" eingeladen. Gregers erstes Buch How Not to Die wurde sofort nach Erscheinen zum New York Times-Bestseller. Auf seiner Webseite NutritionFacts.org finden sich täglich neue Filme und Beiträge zu Gesundheitsthemen. Alle Einnahmen aus seinen Buch- und DVD-Verkäufen sowie seinen Vorträgen spendet Greger für wohltätige Zwecke.

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Interview

"Ich wollte, dass es endlich ein faktenbasiertes Diätbuch gibt." | 24.04.2020

Was war Ihre Motivation, das Buch zu schreiben? Wie wurde Ihnen klar, dass es da einen echten Bedarf gibt, aber noch keine richtige Hilfestellung? Dick zu sein ist kein moralisches Versagen. Der Kampf gegen den Bauch ist ein Kampf gegen die Biologie. Wir leben in einer toxischen Lebensmittelumgebung...

Was war Ihre Motivation, das Buch zu schreiben? Wie wurde Ihnen klar, dass es da einen echten Bedarf gibt, aber noch keine richtige Hilfestellung?
Dick zu sein ist kein moralisches Versagen. Der Kampf gegen den Bauch ist ein Kampf gegen die Biologie. Wir leben in einer toxischen Lebensmittelumgebung, ertrinken geradezu in einem Meer von überschüssigen Kalorien – und werden gleichzeitig mit Werbung für Fastfood und Süßigkeiten bombardiert. Übergewicht ist eine normale, natürliche Reaktion auf die abnorme, unnatürliche Allgegenwärtigkeit zuckerhaltiger und fetthaltiger Lebensmittel.
Und wo soll man Hilfe finden?
Es gibt so viel ernährungswissenschaftlichen Unsinn, der von der Diätindustrie fabriziert wird. Wir werden mit einer endlosen Parade von Schnellreparatur-Moden gefüttert, die sich immer aufs Neue verkaufen, weil sie immer scheitern.
Ich wollte, dass es endlich ein faktenbasiertes Diätbuch gibt. Ich zitiere in HOW NOT TO DIET Tausende von Studien, in denen alle möglichen Tipps, Tricks und Techniken untersucht wurden, um Fett loszuwerden. So biete ich meinen Lesern alle Möglichkeiten, um den besten Weg zur Gewichtsabnahme zu finden – egal ob jemand krankhaft fettleibig ist, nur übergewichtig wie der Durchschnittsmensch oder bereits das Idealgewicht erreicht hat, und es halten möchte.
Sie schreiben in HOW NOT TO DIET, dass Sie Diätbücher hassen. Warum?
In Diätbüchern ist es allzu oft so, dass nur ein paar Fakten herausgepickt werden, um eine bestimmte Theorie zu belegen. Alle anderen Fakten werden ignoriert. Das ist aber das Gegenteil von Wissenschaft: zuerst kommen die Beweise, dann die Schlussfolgerung, nicht umgekehrt. HOW NOT TO DIET hat mit den Diäten, wie wir sie kennen nichts zu tun. Diäten funktionieren per Definition nicht. Eine Diät zu machen bedeutet, dass Sie irgendwann von der Diät abweichen werden. Kurzfristige Lösungen sind langfristigen Problemen nicht gewachsen. Es kommt nicht darauf an, was Sie heute oder morgen oder nächste Woche essen, sondern darauf, was Sie in den nächsten Monaten, Jahren und Jahrzehnten essen.
Sie und Ihr Team durchkämmen jedes Jahr Zehntausende von Studien und veröffentlichen die Forschungsergebnisse auf Ihrer Website NutritionFacts.org. Sie reichern wissenschaftliche Fakten mit unterhaltsamen Episoden und spannenden Zusatzinformationen an. Wie sieht Ihre Arbeit aus?
Die Ernährungsindustrie ist wie der Wilde Westen. Man kann sich nicht einmal auf die wissenschaftliche Fachliteratur verlassen. Um die Wahrheit herauszufinden, muss man also die Originalstudien selbst lesen, anstatt einem Rezensenten zu vertrauen. Aber wer hat bitte Zeit für so etwas? Sogar Wissenschaftler können wahrscheinlich nur ihr eigenes, eng begrenztes Fachgebiet im Auge behalten.
Wir arbeiten im Team und beschäftigen uns viel mit »einfachen« Fragen – zum Beispiel, ob man frühstücken soll oder nicht oder ob man vor oder nach den Mahlzeiten Sport treiben soll. Sogar solche Fragen wurden zu Großprojekten. Ein praktizierender Arzt hätte allein keine Chance, das alles zu bewältigen.
Ich wollte vor allem all diese wissenschaftlichen Ergebnisse so knapp wie möglich zusammenfassen. Bei unserer Arbeit sind wir außerdem auf etliche Erkenntnisse gestoßen, von denen man nie wirklich gehört hat, zum Beispiel von einfachen Gewürzen als preiswerte Abnehmbeschleuniger. Ihre Wirkung wurde in Doppelblindstudien bewiesen. Aber weil man mit diesen Gewürzen nicht besonders viel Geld verdient, ist es kein Wunder, dass diese Studien vorher nie ans Licht gekommen sind.
Brot oder Nudeln? Bier oder Wein? Tee oder Kaffee? Sind das leichte Entscheidungen für Sie?
Ich betrachte das Essen als eine Herausforderung. Es ist ein Spiel. Wie kann ich maximieren, was das Beste für mich ist, und minimieren (oder sogar eliminieren), was nachweislich schlecht für mich ist? Wenn ich vor einer Wahl stehe, wie Brot oder Nudeln, denke ich darüber nach, was mir mehr gibt. Nudeln, in diesem Fall vor allem Vollkornnudeln, wären meine Wahl, weil ihre kompakte Struktur die Verdauung verlangsamt. Noch besser sind jedoch Nudeln aus Gemüse, wie spiralförmige geschälte Zucchini und Spaghetti aus Butternut-Kürbis.
Was können Sie uns über das »Fett-Gen« sagen? Ist es für manche Menschen schwieriger, ein gesundes Gewicht zu halten?
Wenn es um Übergewicht geht, sind Ihre Gene nichts im Vergleich zu Ihrer Gabel. Der sowieso schon geringe Einfluss dieses bestimmten Gens scheint bei körperlich aktiven Menschen noch geringer zu sein, und bei solchen, die gesund essen, ganz wegzufallen. Es sieht aus, als wirke das »Fett-Gen« nur, wenn man viele gesättigte Fette isst (die kommen hauptsachlich in Milchprodukten, Fleisch und Junkfood vor). Wer sich gesund ernährt, wird nicht eher dick als andere, nicht einmal dann, wenn er das »Fett-Gen« von beiden Elternteilen geerbt hat.
Fettleibigkeit kann allerdings tatsächlich in der Familie liegen – falsches Essen aber übrigens auch. Kinder, die bei zwei übergewichtigen biologischen Elternteilen aufwachsen, haben ein um 27 Prozent höheres Risiko, selbst zu dick zu werden. Bei adoptierten Kindern mit zwei übergewichtigen Adoptiveltern sind es 21 Prozent. Die Studie zeigt, dass das Umfeld der Kinder wichtiger ist als ihre DNA.
Sie beginnen Ihren Tag mit einer Schüssel BROL. Was ist das und wozu ist es gut?
Das Wichtigste, was wir tun können, um das Wachstum guter Darmbakterien zu fördern, ist, sie mit ihren Lieblingsnahrungsmitteln – den Ballaststoffen und der resistenten Stärke, die in Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten stecken – zu füttern. BROL ist englisch für Gerste, Roggen, Hafer und Linsen. Diese Vier mische ich in dem unkreativen Verhältnis 1:1:1:1 und koche sie dann in einem elektrischen Schnellkochtopf – eine Kelle BROL und zwei Kellen Wasser. Je nach Lust und Laune garniere ich mein BROL mit Gemüse und Pilzen oder ich mache es süß, mit gefrorenen, dunklen Kirschen, Kakaopulver, Datteln und Walnüssen, was dann schmeckt wie Kirschen in Schokolade. Der Weg zur Gesundheit führt durch einen zufriedenen Darm!
Neulich stieß ich auf einen Witz im Zusammenhang mit Corona: »Wie lange sind Sie schon in Quarantäne?« Antwort: »Zehn Kilo.« Was ist Ihr Rat für uns alle in der gegenwärtigen Situation?
Jede Störung unseres Alltags ist stressig genug, aber wenn diese Störung durch eine globale Pandemie verursacht wird, können wir uns leicht überfordert fühlen. Langeweile, Frust oder gar Angstzustände – all dies kann zu übermäßigem Essen und sogar Fressanfällen führen.
Obwohl einige Menschen bei Stress weniger essen, nehmen die meisten nicht nur mehr zu sich, sondern greifen auch eher zu süßen, fettigen und kalorienreichen Lebensmitteln. Man kann die akute Wirkung von Stress im Labor nachweisen. Legt man Probanden lösbare und unlösbare Worträtsel vor, greifen sie in der Stresssituation statt nach dem gesunden Snack (Trauben) nach einem weniger gesunden (M&Ms). Es heißt nicht umsonst Wohlfühlessen. Zu viel zu futtern, kann ein Zeichen dafür sein, dass uns etwas auffrisst.
Aber wenn es an der Zeit ist, ein Essen vorzubereiten, dann betrachten Sie es als eine Gelegenheit, sich selbst etwas Gutes zu tun. Nutzen Sie #stayathome und kochen Sie sich leckeres und gesundes Essen – Ihr Immunsystem wird es Ihnen danken und die zusätzlichen Kilo sind ruckzuck wieder weg.
Peter Maffay

Interview mit Peter Hahne

Peter Hahne, Jahrgang 1952, studierte evangelische Theologie, Philosophie und Germanistik. Stationen: Chefredaktion Politik des Saarländischen Rundfunks, seit 1985 beim ZDF als Moderator und Redakteur der Nachrichtensendungen heute und heute-journal. Von 1999 bis 2010 stellvertretender Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, anschließend erhielt Peter Hahne eine nach ihm benannte sonntägliche Talkshow. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, darunter der Bestseller Schluss mit lustig! Das Ende der Spassgesellschaft (2004).

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"Wenn es um Meinung geht, dann bitte kein Wischiwaschi, sondern klare Kante!" | 13.02.2020

In Ihren Büchern empören Sie sich sehr treffsicher über faselnde Politiker, kleinkarierte Bürokratie und andere alltägliche Ärgernisse – und landen jedes Mal zuverlässig auf der Bestsellerliste. Welchen Nerv treffen Ihre Kolumnen?Es sind die Themen, die sozusagen auf der Straße liegen, über die sich...

In Ihren Büchern empören Sie sich sehr treffsicher über faselnde Politiker, kleinkarierte Bürokratie und andere alltägliche Ärgernisse – und landen jedes Mal zuverlässig auf der Bestsellerliste. Welchen Nerv treffen Ihre Kolumnen?
Es sind die Themen, die sozusagen auf der Straße liegen, über die sich alle schon mal geärgert haben. Eine spezielle Zielgruppe gibt es nicht. Es sind ja oft heiße Eisen. Klartext, kein Kuschel-Journalismus. Warum wird der Berliner Flughafen nicht endlich fertig? Brauchen wir einen Bläh-Bundestag von über 800 Angeordneten? Gerade bei der Klimapolitik, inzwischen geradezu eine Religion mit hysterischen Zügen, fragt man sich: Wer soll das alles bezahlen, und was darf man künftig eigentlich noch? Und was ich immer wieder aufspieße: diese Heuchelei von Politikern, die anderen Wasser predigen und selber Wein trinken. Da platzt mir der Kragen, das benenne ich mit Ross und Reiter. Ich habe übrigens noch kein Politikerkind gesehen, das in eine Willkommensklasse oder eine Brennpunktschule geht...
Wenn Sie Gelegenheit hätten, der Bundesregierung Ihr Buch persönlich zu überreichen, welche Widmung stünde im Exemplar für Angela Merkel? Oder in dem für Andreas Scheuer oder Horst Seehofer?
Die hatte ich ja alle schon „vor der Flinte“, Merkel und Seehofer x-mal in den legendären Sommerinterviews. Aber ich würde Herrn Seehofer schon fragen, wo sein „C“ geblieben ist, während die Polizei und damit unsere Sicherheit kaputtgespart werden. Und warum er seine vollmundigen Ankündigungen nach Abschiebung illegaler oder konsequenter Strafverfolgung krimineller Migranten nicht in die Tat umsetzt? Das Volk fühlt sich allein gelassen, das ist das Schlimmste in einer Demokratie.
Waren Sie selbst jemals versucht, in die Politik zu gehen? Was hat Sie davon abgehalten?
Ich bin seit 48 Jahren Journalist mit Leib und Seele. Da wechselt man nicht die Seiten, weil es ja kein Zurück mehr gibt. Ich verstehe meinen Beruf als Dienstleistung. Meine Zuschauer und Leser haben einen Anspruch auf Information, dazu gehören Glaubwürdigkeit und Kompetenz. Und wenn es um Meinung geht, dann bitte kein Wischiwaschi, sondern klare Kante!
Sie kritisieren nicht nur Politik und Behörden, sondern auch Ihre Journalistenkollegen. Was sollten die Medien Ihrer Meinung nach anders machen? Und hat sich Ihr Blick auf die Medienlandschaft nochmal verändert, seit Sie Ihre Arbeit für das ZDF beendet haben?
Ich sage heute nichts anderes als zu meiner aktiven Zeit beim ZDF. Das wäre mir zu billig, erst nach Toresschluss anzufangen, aus den Kulissen zu schießen. Ich trete nicht nach, sondern sage, wie ich’s von meinem ersten Intendanten 1971 hörte: Kein Missionsjournalismus, der die Menschen bekehren und belehren will, sondern klare Trennung von Meldung und Meinung, von Nachricht und Kommentar. Heute habe ich immer mehr den Eindruck, dass dieses Grundprinzip journalistischer Ethik nichts mehr gilt.
Wen und was möchten Sie mit Ihren Kolumnen erreichen?
Ich möchte eigentlich gerne alle erreichen, jung und alt, Stadt und Land. Denn das, was die Menschen wirklich bewegt, ist doch überall gleich: sie wollen, um es mal harmlos auszudrücken, nicht veräppelt werden. Sie suchen nach Fairness und Gerechtigkeit. Sie brauchen Politiker und Medien, die ihnen helfen, in der Flut der Informationen nicht zu ertrinken. Information heißt ja: in Form bringen, so wie es ein Trainer mit seiner Mannschaft macht. Den Leuten helfen, mit den Problemen des Alltags fertig zu werden, ohne dauernd neue zu schaffen. Wir brauchen also keine Panikmacher, sondern Mutmacher.
So sehr Sie sich ereifern – die Fassung verlieren Sie nie. Was ist das Fundament dieser Kraft?
Man muss über sich selbst lachen können. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Und ich erlebe die fröhliche Gelassenheit, die mir mein christlicher Glaube schenkt. Über allem, was einem Kummer macht an den Zuständen unserer Zeit, eins nicht vergessen: Die Lebensfreude. Motivation statt Resignation, das ist mein Motto.
© Dirk Skiba

Interview mit Franziska Hauser

Franziska Hauser, geboren 1975 in Pankow/Ostberlin, hat zwei Kinder. Sie studierte Fotografie an der Ostkreuzschule bei Arno Fischer und ist Autorin. Im Frühjahr 2015 erschien ihr Debütroman Sommerdreieck, der den Debütantenpreis der lit.COLOGNE erhielt und auf der Shortlist des aspekte-Literaturpreises stand.
www.foto-haus.info

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Foto
© Jóhann Páll Valdimarsson

Interview mit Arnaldur Indriðason

Arnaldur Indriðason, 1961 geboren, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland und war Journalist sowie Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung Morgunbladid.

Heute lebt er als freier Autor mit seiner Familie in Reykjavik und veröffentlicht mit sensationellem Erfolg seine Romane. Arnaldur Indriðasons Vater war ebenfalls Schriftsteller.

Arnaldur Indriðason ist heute der erfolgreichste Krimiautor Islands. Seine Romane werden in einer Vielzahl von Sprachen übersetzt. Mit ihm hat Island somit einen prominenten Platz auf der europäischen Krimilandkarte eingenommen.

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© Teresa Rothwangl

Interview mit Emmi Johannsen

Emmi Johannsen ist das Pseudonym von Christine Drews. Mit ihren Romanen, ihren Thrillern und Krimis konnte sie bereits etliche Leser im In- und Ausland begeistern, auch als Drehbuchautorin ist sie erfolgreich. Doch mit Mordseeluft erfüllt sie sich einen ganz besonderen Traum: Inspiriert von ihrer liebsten Urlaubsinsel schreibt sie nun als Emmi Johannsen eine humorvolle Krimireihe um Caro Falk und Jan Ackermann, die gemeinsam auf Borkum Verbrecher jagen.

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Elizabeth Kay
© Charlie Hopkinson

Interview mit Elizabeth Kay

Elizabeth Kay arbeitet unter einem anderen Namen als Lektorin für einen großen britischen Verlag. Zusammen mit ihrem Ehemann lebt sie in London.

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Interview

Interview mit Elizabeth Kay zu ihrem Buch | 13.02.2020

Ihr Thriller "Sieben Lügen" wurde bereits in über 25 Ländern verkauft. Die Filmrechte waren ebenfalls sehr begehrt und wurden verkauft. Für ein Debüt ist das erstaunlich! Wie fühlt sich das an?Es fühlt sich unglaublich an. Und sehr surreal. Seit meiner Kindheit schreibe ich Geschichten und habe auch...

Ihr Thriller "Sieben Lügen" wurde bereits in über 25 Ländern verkauft. Die Filmrechte waren ebenfalls sehr begehrt und wurden verkauft. Für ein Debüt ist das erstaunlich! Wie fühlt sich das an?

Es fühlt sich unglaublich an. Und sehr surreal. Seit meiner Kindheit schreibe ich Geschichten und habe auch immer viel gelesen. Deshalb ist es unbeschreiblich zu wissen, dass mein Buch in nur wenigen Monaten auf der halben Welt erhältlich sein wird. Ich kann es noch gar nicht richtig begreifen!

Wann entstand für Sie der Wunsch Romane zu schreiben und wie kam es dazu, dass Sie sich für das Thriller-Genre entschieden haben?

Ich habe immer Geschichten geschrieben, aber habe mich nie wirklich auf ein bestimmtes Genre konzentriert. Ich liebe Geheimnisse! „Sieben Lügen“ begann mit der Protagonistin - Jane - und entwickelte sich dann von ihr ausgehend. So, wie sie im endgültigen Entwurf auftritt, erschien sie mir gleich zu Beginn: verletzlich und aufgewühlt und doch, wie ich hoffe, auch faszinierend. Ich wollte unbedingt ihre Geschichte erfahren. Ich habe die Erzählung gar nicht als Thriller wahrgenommen – das zeichnete sich erst ganz zum Schluss ab, als der Roman fast fertig war!

Könnten Sie in Ihren eigenen Worten kurz erklären, worum es in Ihrem Thriller "Sieben Lügen" geht?

Einfach gesagt - wie Sie es vielleicht schon erwartet haben – geht es in dem Buch um Lügen. Es geht um all die Lügen, die wir uns selbst erzählen, die, die wir unseren Freunden und unseren Familien erzählen, und darum, wie sich kleine Lügen zu etwas viel Größerem entwickeln können. Ich hoffe auch, dass es ein Buch über die Freundschaft unter Frauen ist und darüber, wie auch Kindheitsfreundschaften erwachsen werden können. Und ich denke, es geht auch um Trauer und Verlust und um die Dinge, zu denen wir in unseren dunkelsten Momenten plötzlich fähig sind.

Wie sind Sie auf diese Geschichte gekommen?

Es begann wie gesagt mit der Protagonistin Jane. Die anderen Figuren entstanden um sie herum: ihre Schwester, ihre Mutter, ihr Mann. Und als ich die Dinge durchging, die Jane zu der Person machten, die sie ist, fühlte sich das Buch ziemlich dunkel und viel düsterer an, als ich es zuerst erwartet hatte. Es wurde sehr schnell zu einem Buch über Freundschaft, und mich faszinierte die Idee von einer echten, liebevollen Freundschaft, die dann langsam immer mehr zerfällt.

Wie Sie bereits sagen, geht es bei „Sieben Lügen“ besonders um Freundschaft und Ehrlichkeit. Jane lügt ihre Freundin Marnie an, was sich dramatisch entwickelt und zu immer mehr Lügen führt. Sollte Ihrer Meinung nach unter Freunden immer die Wahrheit gesagt werden – auch wenn es weh tut?

Oh, das ist wirklich eine schwierige Angelegenheit! Nein, ich denke nicht, dass man immer ehrlich sein muss. Viele von uns sind mit der ersten Lüge im Roman wahrscheinlich ziemlich vertraut: Wenn man vorgibt, den neuen Partner oder die Partnerin eines Freundes oder einer Freundin zu mögen, obwohl man die Person eigentlich gar nicht wirklich mag. Das ist meiner Meinung nach eigentlich eine sehr vernünftige Lüge! Jane überschreitet im Buch aber eine Grenze, und ich bin mir nicht sicher, bei welcher ihrer sieben Lügen der Wendepunkt von "vernünftig" zu "eindeutig unvernünftig" ist!

Jane und Marnie sind seit ihrer Kindheit die besten Freunde. Haben Sie eine so enge Freundin und wenn ja, was ist Ihrer Meinung nach das Besondere an Frauenfreundschaften?

Das habe ich! Ich kenne meine beste Freundin schon mein ganzes Leben lang. An eine Zeit ohne sie kann ich mich nicht erinnern. Zusätzlich habe ich heute das große Glück, von einem engen Kreis guter Freundinnen umgeben zu sein.

Ich denke, dass starke Freundschaften etwas ganz Besonderes sind. Sie unterscheiden sich so sehr von familiären oder romantischen Beziehungen. Uns wird oft gesagt, dass es am wichtigsten ist, einen Partner im romantischen Sinne zu finden. Ich bin mir aber gar nicht sicher, ob das so richtig ist! Auch platonische Freundschaften können sehr tiefe, bedeutungsvolle, ehrliche Beziehungen sein, die das Leben verändern können.

Ihre Protagonistin Jane ist besessen von ihrer Freundin Marnie. Ihr Verhalten ähnelt dem einer Stalkerin: Sie durchsucht Marnies Wohnung, kontrolliert und manipuliert sie. Gleichzeitig empfindet der Leser aber auch viel Mitgefühl mit Jane wegen all der Schicksalsschläge, die ihr widerfahren sind. Haben Sie sich mit dem Thema Stalking und Obsession besonders beschäftigt oder woher kam Ihre Inspiration?

Ich habe es noch nie als ein Buch über Stalking betrachtet, aber ich denke, es geht sicherlich um Besessenheit. Jane hat in ihrem Leben viele Verluste erlebt, und so klammert sie sich fest an die Menschen, die sie liebt. Das kann zu Besessenheit führen. Ich denke aber, dass das eher einem Gefühl der Einsamkeit und Angst entspringt und nicht ursprünglich bedrohend oder gefahrbringend war. Und es freut mich sehr, dass Sie Mitleid mit Jane hatten. Ich hatte dieses Gefühl auch, als ich einen der ersten Entwürfe durchgelesen habe und hoffte wirklich, dass das auch bei den Lesern so ankommen würde!

Sie sind nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Lektorin. Was sind die größten Unterschiede und welche Arbeit bevorzugen Sie mehr?

Ich habe großes Glück, dass ich beides wirklich gerne mache. Ich liebe es, wunderbare neue Bücher zu finden, für die ich mich als Lektorin einsetzen und dabei Teil eines gemeinsam agierenden und engagierten Teams sein kann. Aber ich setze mich auch sehr gerne für ein paar Stunden alleine hin und warte ab, wohin mich die Worte führen.

Wer ist Ihr größter Kritiker, wenn es ums Schreiben geht? Und wer darf Ihre Texte zuerst lesen?

Ich selbst bin wahrscheinlich meine größte Kritikerin. Ich finde es sehr schwer, etwas loszulassen, und ich suche immer nach Fehlern in meinem eigenen Schreiben!

Die erste Person, die Sieben Lügen las, war meine Mutter. Ich denke, da hatte ich das Gefühl, dass es Potenzial haben könnte. Sie hatte auch schon andere Dinge gelesen, die ich geschrieben habe und ihr Feedback kam immer ein paar Wochen später und war sehr fair und konstruktiv. Kurz nachdem sie dann damit begonnen hatte, Sieben Lügen zu lesen, schickte sie mir schon eine Nachricht, sie sei wie gefesselt und könne nicht aufhören zu lesen. Über den gesamten Tag schickte sie mir Nachrichten zu ihrem Lesefortschritt und ihren Vermutungen; da dachte ich zum ersten Mal, dass diese Geschichte eine wirklich gute sein könnte.

Was darf beim Schreiben nicht fehlen? Haben Sie feste Rituale? Und wo ist der beste Ort, um zu schreiben?

Feste Rituale habe ich nicht! Ich tendiere dazu, morgens im Pyjama zu schreiben. Allerdings musste ich während des Schreibprozesses plötzlich ziemlich flexibel werden. Anfang des Jahres ist ein Auto in die Vorderwand meines Hauses gefahren, weshalb ich für zehn Wochen ausziehen musste. Ich habe dann versucht, in Hotelzimmern, vom Sofa meiner Eltern aus und im Auto zu schreiben - da habe ich dann gelernt, nur auf den Laptop wirklich angewiesen zu sein.

Abschließend die Frage aller Fragen: Arbeiten Sie bereits an einem neuen Buch und wenn ja, worauf können sich die Leser freuen?

Das tue ich! Ich arbeite derzeit an einem ersten Entwurf, und ich hoffe, dass er ein weiterer Roman wird, der sich auf weibliche Beziehungen konzentriert. Im Moment beginnt er mit einer Frau, die sich nicht so fühlt, als hätte sie die Kontrolle über ihr Leben - sie ist impulsiv, und sie tut manchmal Dinge, von denen sie weiß, dass sie sie nicht tun sollte. Andere Menschen befürchten, dass sie ängstlich und verletzlich ist; sie befürchtet, sie könnte gefährlich sein.

Foto
© Lichtpix Fotografie / Xandra Herdieckerhoff

Interview mit Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns

Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns (rechts im Bild) ist Ärztin und Mediatorin. Als Medizinjournalistin und Buchautorin schreibt sie über Gesundheitsthemen für namhafte Verlage und Magazine. Unter anderem war sie Chefredakteurin einer gynäkologischen Fachzeitschrift und des Gesundheitsmagazins wohl in DER SPIEGEL.

Zusammen mit Dr. med. Susanne Esche-Belke hat die Autorin eine Plattform für Frauengesundheit gegründet: www.less-doctorsforbalance.de.

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© Tomas Rodriguez

Interview mit Andrea Kuhrmann

Andrea Kuhrmann arbeitet in der Buchbranche und lebt mit ihrem Mann und ihren drei kleinen Kindern in Berlin. Vom Vorlesen, Erzählen, Lachen und Einschlafen war es nur ein kleiner Schritt bis hin zur eigenen Geschichte. Sie ist überzeugt: Kinder möchten Geschichten, die sie ernst nehmen, aus ihrer eigenen Lebenswirklichkeit kommen und sich einer Sprache bedienen, die sie intuitiv verstehen.

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Foto Marie Lamballe
© fotostudio marlies, Bad Camberg

Interview mit Marie Lamballe

Marie Lamballe studierte Französisch und Russisch auf Lehramt, wurde dann aber durch absoluten Einstellungsstopp vor einer Karriere als Gymnasiallehrerin bewahrt. Stattdessen widmete sie sich ihrem Mann und den beiden Kindern und begann zu schreiben. Zuerst ganz vorsichtig für die Schublade, später kleine Geschichten für Literaturzeitschriften, und schließlich gelangten die ersten Bücher zur Veröffentlichung. Inzwischen ist das Schreiben ihr Beruf geworden, der zwar viel Zeit und Selbstmanagement verlangt, aber auch hin und wieder einen ungewöhnlichen Arbeitsplatz zulässt: Ihre Ideen kann Marie Lamballe am besten in ihrem Lieblingscafé entwickeln. Sie lebt in einem kleinen Ort in der Nähe von Frankfurt.

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Pia Lamberty
© Pia Lamberty

Interview mit Pia Lamberty

Pia Lamberty ist Psychologin und Expertin im Bereich Verschwörungsideologien. Ihre Forschung führte sie an die Universitäten in Köln, Mainz und Beer Sheva (Israel). Darüber hinaus ist sie Mitglied im internationalen Fachnetzwerk "Comparative Analysis of Conspiracy Theories". Interviews und Berichte über ihre Forschung sind in zahlreichen nationalen und internationalen Medien erschienen (u.a. Tagesschau, Report München, BILD, SWR, WDR, FOCUS, SonntagsZeitung, Vice).

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"Lange Zeit wurde das Thema nicht ernst genug genommen und oft belächelt." | 15.05.2020

In Ihrem neuen Buch FAKE FACTS geht es um das, was wir Verschwörungstheorien oder Fake News nennen. Warum wollten Sie ein Buch über dieses Thema schreiben? Ich beschäftige mich in meiner Forschung schon seit einigen Jahren mit den psychologischen Gründen, wieso Menschen überall Verschwörungen witter...

In Ihrem neuen Buch FAKE FACTS geht es um das, was wir Verschwörungstheorien oder Fake News nennen. Warum wollten Sie ein Buch über dieses Thema schreiben?
Ich beschäftige mich in meiner Forschung schon seit einigen Jahren mit den psychologischen Gründen, wieso Menschen überall Verschwörungen wittern und welche Konsequenzen das hat. Lange Zeit wurde das Thema nicht ernst genug genommen und oft belächelt. Als ich für einen Forschungsaufenthalt in Israel war, haben Katharina Nocun und ich einen Ausflug in die Wüste unternommen und dann bei einer Oase über das Thema diskutiert. Wir haben gemerkt, dass unsere beiden Expertisen sich hier sehr gut ergänzen. Die Idee für ein Buch, dass Menschen sowohl über psychologische Erklärungen als auch die Rolle des Internets aufklärt, war geboren.
Wen und was würden Sie gern mit dem Buch erreichen?
Uns war es wichtig, ein Buch zu schreiben, das auch Menschen lesen, die sich bisher nicht so sehr mit dem Thema befasst haben und mehr wissen wollen. Durch die aktuelle Pandemie haben viele gemerkt, wie stark solche Mythen in der Gesellschaft verbreitet sind. Viele berichten, dass plötzlich auch Menschen, die vorher nicht an Verschwörungserzählungen geglaubt haben, solche Inhalte verbreiten.
Warum sind manche Menschen besonders anfällig für Verschwörungserzählungen und manche weniger?
Interessanterweise spielen die klassischen Dimensionen der Persönlichkeit eher keine Rolle, wenn es darum geht zu erklären, warum Menschen an Verschwörungen glauben. Auch Alter oder Ost-/West sind hier weniger relevant. Einige Studien zeigen eine größere Affinität bei Männern, Verschwörungen zu wittern. Besondere Verbreitung findet der Glaube an Verschwörungen bei Menschen, die sich politisch rechts verordnen. Das bedeutet aber keinesfalls, dass er nur da vorzufinden wäre. Es ist ein Phänomen der gesamten Gesellschaft. Ein Drittel der deutschen Bevölkerung meint beispielsweise, Politiker*innen und andere Führungspersönlichkeiten seien nur Marionetten dahinterstehender Mächte. Knapp zwanzig Prozent sind überzeugt, dass die negativen Effekte von Impfungen absichtlich verschwiegen werden würden, und ebenso viele glauben an eine Verschwörung rund um 9/11.
Was für eine Art von Ereignissen liefern die beste Vorlage für solche Erzählungen?
Prinzipiell ist es so, dass gesellschaftliche Umbrüche und Krisen oftmals zu einem Anstieg an Verschwörungserzählungen geführt haben. Das zeigt sich an verschiedenen Punkten in der Geschichte – auch in Bezug auf Krankheitsausbrüche wie Ebola, Zika, AIDS oder die Spanische Grippe. Tiefgreifende und schnelle gesellschaftliche Umbrüche stellen die eigene Lebenswirklichkeit dann fundamental in Frage. Verschwörungserzählungen sprechen genau diese Gefühle an.
Welche psychologische Funktion haben solche Erzählungen?
Wenn Menschen das Gefühl haben, keine Kontrolle zu haben, versuchen sie Strategien zu finden, damit umzugehen – und Verschwörungserzählungen können so eine Strategie sein. Die Verschwörungserzählung strukturiert die Welt. Es gibt in dieser Logik die bösen Verschwörer und die, die scheinbar die Wahrheit sehen. Dadurch wird die Welt begreifbarer. Wenn Menschen in Unsicherheit leben, sind sie empfänglicher für Verschwörungsdenken. Wer beispielsweise seine Arbeit verliert oder unter unsicheren Bedingungen arbeitet, meint eher, dass Strippenzieher im Geheimen das Weltgeschehen lenken. Darüber hinaus kann man sich über den Verschwörungsglauben aufwerten. Man ist dann scheinbar die Person, die die "Wahrheit" sieht, während die anderen zu „Schlafschafen“ oder als Teil der Verschwörung degradiert werden.
Was können wir tun, um uns besser gegen Fake Facts zu wappnen? Kann man das trainieren?
Ich denke, dass dieses Phänomen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, vor der wir gerade stehen. Mir scheint es, als würde der Gesellschaft gerade oft noch eine Handlungssicherheit fehlen, wie mit Verschwörungserzählungen und Fake Facts umgegangen werden soll. Und das ist keine einfache Aufgabe. Es braucht eine gute Medienbildung, und auch einen stärkeren Fokus auf wissenschaftliches Denken bereits in der Schule – aber natürlich nicht nur da. Auch steht die Politik vor der Frage, wie sie demokratische Prozesse beispielsweise transparenter gestalten kann, um das Vertrauen der Menschen zu behalten, die noch nicht in diese apokalyptische Welt der Verschwörungserzählung abgetaucht sind. Es braucht eine klare Haltung immer dann, wenn die Verschwörungserzählung menschenfeindlich wird, wenn sie antisemitische und rassistische Inhalte transportiert. Es gibt mittlerweile einige Ansätze, bei denen man trainieren kann, Fake Facts zu erkennen. Dazu gehören beispielsweise Computerspiele wie "Bad News", die eigens von Wissenschaftlern für solche Zwecke konzipiert und evaluiert werden. Auch haben Initiativen wie die Amadeu Antonio Stiftung Bildungsmaterialien erstellt, die genutzt werden können.
Wie gehen Sie selbst mit Nachrichten und Storys um, die fragwürdig sein könnten? Welcher Verschwörungserzählung haben Sie sofort geglaubt – sofern das mal passiert ist?
Ich versuche immer als erstes mehr über die Quelle und die Autoren herauszufinden. Das hilft in vielen Fällen schon enorm weiter. So kann man sehen, ob die Person in der Vergangenheit vielleicht schon problematische Inhalte geteilt hat oder ob das Medium seriös ist. Mittlerweile gibt es auch gute Faktenfinder, die die gängigen Fake News, die im Netz herumschwirren, einordnen können. Wenn ich über WhatsApp Sprachnachrichten weitergeleitet bekomme, die irgendetwas behaupten, ich aber die Person dahinter nicht kenne, bin ich erst einmal skeptisch. Ähnliches gilt natürlich für andere "Kettenbriefe", die in solchen Medien kursieren.
Wie können wir Freunden, Bekannten oder Nachbarn begegnen, die an Chemtrails oder Hitler auf dem Mond glauben? Wie kommt man gegen Verschwörungserzählungen an?
Prinzipiell sind die Ratschläge je nach Situation und Kontext natürlich sehr unterschiedlich, je nachdem in welchem Verhältnis man steht und wie sehr die Person einer Ideologie anhängt. Für Angehörige bedeutet es oft einen Leidensdruck, wenn der eigene Partner oder nahestehende Menschen plötzlich überall dunkle Mächte am Werk sehen und für rationale Argumente immer weniger zugänglich werden. Diskussionen enden dann oft in Streit über die Weltanschauung, und Beziehungen können daran in die Brüche gehen. Ich würde hier allgemein raten, versuchen zu verstehen, welche Rolle diese Ideologie für die Person spielt. Teilweise gab es eine Krise vorher, und der Mensch versucht dann durch den Glauben an Verschwörungen wieder Struktur und Sinn in seinem Leben zu finden. Ich würde empfehlen, sich externe Hilfe zu suchen, wenn man merkt, dass die Situation einen belastet und die Person sich immer mehr entfernt.
Anders sieht die Situation aus, wenn es um solche Inhalte in sozialen Medien bei fremden Personen geht. Hier kann man oft nicht mehr überzeugend wirken und sollte dann eher überlegen, dass man das Gesagte für die Mitlesenden einordnet. Wichtig finde ich, dass man Gegenrede leistet, wann immer die Verschwörungserzählung antisemitisch oder rassistisch wird.
© Tomas Rodriguez

Interview mit Sarah Lark

Sarah Lark, geboren 1958, wurde mit ihren fesselnden Neuseeland- und Karibikromanen zur Bestsellerautorin, deren Bücher in über 20 Ländern erscheinen. Nach ihren Auswanderersagas überzeugt sie inzwischen auch mit mitreißenden Romanen über Familiengeheimnisse und Lebensträume. Sarah Lark ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Schriftstellerin, die in Spanien lebt. Unter dem Autorennamen Ricarda Jordan schreibt sie große historische Romane.

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Peter Maffay
© Wolfgang Köhler

Interview mit Peter Maffay

Peter Maffay ist der erfolgreichste Musiker Deutschlands. Seit über 50 Jahren steht er auf der Bühne und begeistert Millionen von Fans. Mit 18 Nummer-eins-Alben führt Maffay das weltweite Album-Ranking an. Seine MTV-Unplugged-Tour 2018 war mit über 180.000 Tickets ausverkauft. 2019 feiert Peter Maffay mit hohem medialem Aufkommen sein 50-jähriges Bühnenjubiläum und seinen 70. Geburtstag.

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Interview

"Es gibt aus meiner Sicht nichts Sinnvolleres und Schöneres, als die Natur zu erleben und zu fühlen." | 31.01.2020

Worum geht es in Ihrem Buch „Hier und Jetzt - Mein Bild von einer besseren Zukunft“? Vordergründig geht es um einen Spaziergang über das Gut Dietlhofen, einen Bio-Bauernhof in Oberbayern und um das, was dort geschieht: den Anbau von Gemüse, Obst und Urgetreide, um gesunde Ernährung, artgerechte Tier...

Worum geht es in Ihrem Buch „Hier und Jetzt - Mein Bild von einer besseren Zukunft“?
Vordergründig geht es um einen Spaziergang über das Gut Dietlhofen, einen Bio-Bauernhof in Oberbayern und um das, was dort geschieht: den Anbau von Gemüse, Obst und Urgetreide, um gesunde Ernährung, artgerechte Tierhaltung, um Eier von glücklichen Hühnern, um Wald und Wiesen, Bach und Weiher.
Tiefgründiger handelt das Buch aber von den Themen, die uns derzeit alle beschäftigen und gesellschaftliche Relevanz besitzen, also um den Klimawandel und die Zerstörung unserer Umwelt, um die Balance zwischen Konsum und Ökologie, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die zunehmende Radikalisierung und um Sinnfragen: Was ist uns wichtig? Wie wollen wir in Zukunft leben?
Wie sieht demnach Ihr Bild von einer idealen Zukunft aus?
„Ideal“ ist ein sehr hoher Anspruch. Sagen wir lieber von einer „besseren“ Zukunft. Aus meiner Sicht müssen wir der Natur wieder mehr Raum geben und mit ihr statt gegen sie zu leben. Ich glaube, dass die Lösung aus der Mitte der Gesellschaft kommen wird. Menschen gehen auf die Straße und demonstrieren für mehr Klimaschutz. Kunden verzichten auf Plastikverpackungen. Junge Leute retten Lebensmittel aus Containern. Kochen ist in, einen Garten zu bestellen ist wieder modern. Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt. Irgendwann werden diese Tendenzen vielleicht zu einer starken Bewegung.Das zweite große Thema ist das menschliche Miteinander: Verständnis, Respekt, Toleranz, teilen statt raffen. Auch hier sehe ich bei den jungen Leuten tolle Ansätze.
2015 haben Sie den Biohof Gut Dietlhofen erworben. Was ist das Besondere an dem Biohof?
Der Hof ist wie eine Miniaturwelt. Fast alles, was wir zum Leben brauchen, gibt es dort:
Sauberes Wasser, gute Äcker, Obstbäume, Scheunen und Ställe, Wohn- und Gästehäuser, eine Kirche, einen Hofladen, ein Gutscafé und eine Begegnungsscheune für Veranstaltungen aller Art. Das Wichtigste aber ist das Tabalugahaus, ein Ferienhaus, in dem Kinder aus prekären Verhältnissen sowie kranke und traumatisierte Kinder mit ihren Betreuern unbeschwerte Tage in intakter Natur verbringen können. Wer mag, kann auf dem Bauernhof helfen und erleben wie die Hühner gefüttert oder Kartoffeln geerntet werden. Die Natur, das ist jedenfalls unsere Erfahrung, wirkt wie eine Therapie bei den Kindern.
Was bewegte Sie, als waschechter Musiker zu diesem sozialen Projekt?
Die Stiftung, die meinen Namen trägt, haben meine Mitarbeiter, Freunde und Partner und ich vor 20 Jahren gegründet. Der Zufall wollte es, dass wir in Tutzing einem Mann über den Weg gelaufen sind, der ein Heim für traumatisierte Kinder leitete, Dr. Jürgen Haerlin. Er sagte, er bräuchte Unterstützung, Öffentlichkeitsarbeit und einen Kinderspielplatz für seine Kinder. Über diesen Kinderspielplatz haben wir zueinander gefunden. Irgendwann sagte er, ihr habt zwar keine Kompetenzen als Psychotherapeuten oder Pädagogen, aber ihr kennt viele Menschen und habt die Logistik. Warum kreiert ihr nicht eine Feriensituation für traumatisierte Kinder. So ist das entstanden. Es hätten alte Leute oder irgendetwas anderes sein können, aber diese intuitive Entscheidung es für Kinder zu tun, empfinde ich heute als sehr wohltuend und richtig.
Wie beteiligen Sie sich konkret an dem Projekt? Sind sie häufig vor Ort und helfen mit?
In der Stiftung sind einige fest angestellte Mitarbeiter und viele ehrenamtliche Helfer tätig. Mein Job ist es, die Werbetrommel zu rühren und das erforderliche Geld zu besorgen. Aber selbstverständlich bin ich oft vor Ort. Ich treffe die Kinder, die gerade bei uns sind oder helfe in der Landwirtschaft. Am besten kann man mich beim Treckerfahren gebrauchen. Davon verstehe ich etwas.
Ein wichtiger Aspekt Ihres Buchs ist gesunde Ernährung. Was macht gesunde Ernährung für Sie aus?
Wenn es nach mir ginge, wäre neben Sport auch Ernährungskunde ein verpflichtendes Unterrichtsfach schon in den ersten Klassen. Denn Bewegung und gesundes Essen sind wichtige Bausteine, wenn das Leben gelingen soll. Auch das kann man spielerisch vermitteln.
Auf Gut Dietlhofen basteln wir mit den Kindern in unseren Kochworkshops aus Gemüse und Obst lustige Figuren, aus Salatgurken zum Beispiel Krokodile, aus einer halbierten Banane und einer halben Kiwi eine Schnecke mit Schneckenhaus. Und aus Kartoffelpüree und Möhrenstiften formen die Kinder einen Drachen. Das macht ihnen großen Spaß.
Bauen Sie selber Lebensmittel an?
Ja, nach Bioland Standard. Je nach Jahreszeit bieten wir auf dem Hof verschiedene Blattsalate an, Kräuter wie Dill, Petersilie und Schnittlauch, zwei Sorten Zwiebeln und jede Menge Gemüse, darunter Mangold, Kohlrabi, Steckrüben, Rotkohl, Weißkohl, Spitzkraut, Buschbohnen, Rote Beete, Gelbe Beete, Zucchini, Kürbisse, Lauch und Fenchel. Alles aus eigenem Anbau. Im Gewächshaus gedeihen Tomaten und Gurken. Außerdem haben wir Streuobstwiesen und Getreidefelder, auf denen Urgetreide wächst.
Achten Sie darauf Bio-Lebensmittel zu kaufen?
Ja, immer! Aber ich bin kein Asket. Manchmal muss es auch ein Schoko-Croissant sein.
Was sind für Sie die Vorteile von Bio-Lebensmitteln?
Der Verzicht auf synthetisch oder chemisch hergestellte Dünger und Wachstumsregler. Und die Frische. Ich kaufe keine Bio-Kartoffel, die um die halbe Welt gereist ist. Dann würde ich mich eher für Kartoffeln aus der Region entscheiden, auch wenn sie nicht Bio sind. Aber glücklicherweise stehe ich nicht vor dieser Wahl, denn auf Dietlhofen bauen wir selber auch Kartoffeln an.
Leben Sie vegan oder vegetarisch?
Nein, ich bin ein Durchschnittsesser. Ich esse viel Grünzeug, hier und da Fleisch oder Fisch, aber wenig Kohlenhydrate.
Wie schaffen Sie es, sich an stressigen Tagen, an denen ein Termin auf den anderen folgt, gesund zu ernähren?
Bei langen Meetings stehen bei uns immer Obst und Nüsse als gesunder Snack auf dem Konferenztisch. Auf unseren Tourneen gibt es beim Team-Catering stets ein großes Salatbuffet, immer eine leichte Gemüsesuppe aus frischen Zutaten und drei Hauptgerichte, eines davon vegetarisch und möglichst eines mit Fisch, denn wir möchten allen an der Tour Beteiligten ausgewogene und gesunde Mahlzeiten bieten. Außerdem bin ich ein Ingwer-Tee-Junkie. Ingwer-Tee ist gesund und gut für meine Stimme. Und auf die muss ich ja ein bisschen aufpassen.
In Ihrem Buch beschäftigen Sie sich mit der Frage wie wir die Zukunftschancen unserer Kinder verbessern können. Vermitteln Sie Ihren Kindern Ihre bewusste Lebensweise?
Ja, natürlich. Vor allem ist es wichtig, Kindern von klein auf die richtigen Werte zu vermitteln. Denn: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, heißt es. Im Kindesalter wird unser Bewusstsein geformt und damit der Grundstein für das ganze weitere Leben gelegt.
Welche zentrale Botschaft würden Sie Ihren Lesern gerne mit auf den Weg geben?
Es gibt keinen Grund zum Pessimismus oder gar zur Resignation. Auch wenn manches schief läuft und wir eine Menge Probleme haben, lohnt es sich, für diese Welt zu kämpfen. Wenn jeder dazu beiträgt und sein Gegenüber unabhängig von Herkunft, Religion und Geschlecht respektiert, einen kleinen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leistet und das Gemeinwohl über den Eigennutz stellt, dann ist eine bessere Welt keine Utopie mehr.
Wie kann uns ein neues Verständnis von Natur und Schöpfung auch Sinn und Orientierung geben?
Es gibt aus meiner Sicht nichts Sinnvolleres und Schöneres, als die Natur zu erleben und zu fühlen. Während unser Gehirn im Alltagsleben permanent viel mehr Eindrücken ausgesetzt ist, als es verarbeiten kann, ist die Natur im besten Sinne des Wortes reizarm. Körper, Seele und Geist entspannen sich. Wir entwickeln einen besseren Blick für das Wesentliche. Wenn wir uns auf die Natur einlassen und in ihrem Rhythmus leben, wird außerdem manches leichter. Wir begreifen zum Beispiel, dass Veränderungen zum Leben dazu gehören. Darin liegt ja auch eine Chance: Nichts für immer ist, weder das Gute noch das Schlechte, weder die Freude noch die Trauer.

Das Interview stellen wir gern zum honorarfreien Abdruck zur Verfügung. Bei Kürzungen oder Änderungen des Interviews, bitten wir Sie um Rücksprache.

Kontakt: Bastei Lübbe AG, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Barbara Fischer, barbara.fischer@luebbe.de, Tel: 0221-8200-2850

Foto Isabell May
© Sylvia van Heek

Interview mit Isabell May

Isabell May, geboren 1985 in Österreich, studierte Germanistik, Bibliothekswesen und einige Semester Journalismus und PR. Es vergeht kein Tag, an dem sie nicht schreibt: Schon als Kind hat sie begonnen, Kurzgeschichten und ganze Romane zu schreiben. Nach CLOSE TO YOU folgte nun ihr Fantasy-Debut bei ONE. Die Autorin lebt in der Nähe von Aachen.

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© Julia Schwendner

Interview mit Hanna Miller

Hanna Miller arbeitete als Lektorin und Verlegerin und schrieb zwei Reiseführer zu ihrem Lieblingslandstrich Cornwall. Für ihren aktuellen Roman »Denn das Leben ist eine Reise« tourte sie mit ihrem Sohn zu zweit in einem VW-Bus durch Südengland und schickte anschließend ihre Romanfiguren auf eine Bulli-Reise durch Englands wilden Westen.

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Interview

"Wenn ich einen alten VW-Bus sehe, stieg in mir schon immer diese diffuse Sehnsucht auf: einfach los zu können, frei zu sein." | 22.05.2020

Würden Sie ganz kurz in eigenen Worten erklären, worum es in Ihrem Roman geht?Die Heldin meines Romans, Aimée, ist von einer Sehnsucht getrieben, die sicher einige kennen: Sie möchte ankommen, Zugehörigkeit erfahren, ein gutes, zu ihr passendes Leben leben. Dabei ist sie ein ums andere Mal falsch ab...

Würden Sie ganz kurz in eigenen Worten erklären, worum es in Ihrem Roman geht?
Die Heldin meines Romans, Aimée, ist von einer Sehnsucht getrieben, die sicher einige kennen: Sie möchte ankommen, Zugehörigkeit erfahren, ein gutes, zu ihr passendes Leben leben. Dabei ist sie ein ums andere Mal falsch abgebogen und findet sich schließlich als Alleinerziehende in einem rostigen VW-Bus wieder. Vordergründig sucht sie eine Heimat für sich und ihren Sohn Len, in der Tiefe sucht sie sich selbst. Es geht um familiäre Verflechtungen und, natürlich, um eine große Liebe.
Wie würden Sie Ihre Hauptfigur Aimée beschreiben?
Aimée ergeht es wie vielen Frauen, wenn sie Mutter werden: Nicht selten drängen sich da ja ganz plötzlich die eigene Mutter und die erlebten Verletzungen in den Vordergrund. Das, was wir selbst erfahren haben, beeinflusst, wie wir die Beziehung zu unseren Kindern gestalten (können). Aimée muss ihren Dämonen ins Gesicht sehen und sie dann ziehen lassen, um bei sich selbst anzukommen. Darüber hinaus ist sie ein ziemlich bodenständiger Typ, der gerne mit den Händen arbeitet; sie weiß die kleinen, besonderen Momente zu schätzen, nimmt sich Zeit, liebt die Natur, den Wind und die Sonne im Gesicht.
Aimée ist Restaurateurin. Ihre Liebe zu alten Möbeln und ihre Arbeit nehmen einen großen Teil im Roman ein. Haben Sie selbst Erfahrung im Restaurieren oder wie haben Sie sich dieser Kunst genähert?
Möbel zu restaurieren hat mich immer fasziniert, aber ich hatte bislang wenig Berührung mit dem Thema. Für die Recherche zu „Denn das Leben ist eine Reise“ durfte ich einem Restaurator in Hamburg bei seiner Arbeit über die Schulter schauen. Das war eine echte, ja, meditative Erfahrung. Restaurieren hat unheimlich viel mit Achtsamkeit zu tun: nur das Nötigste zu machen und den Möbelstücken ihre Geschichte zu lassen.
Von einer Reise mit einem alten VW-Bulli träumen viele. Aimée erfüllt sich zusammen mit ihrem Sohn diesen Traum – auch wenn es sich in diesem Fall eher um eine Flucht handelt. Haben Sie selbst auch diesen Traum und konnten Sie sich diesen bereits erfüllen?

Wenn ich einen alten VW-Bus sehe, stieg in mir schon immer diese diffuse Sehnsucht auf: einfach los zu können, frei zu sein. Bei Aimée habe ich den Gedanken etwas weitergesponnen: Sie möchte alles hinter sich lassen, verbunden mit dem tiefen Wunsch anzukommen. Für „Denn das Leben ist eine Reise“ bin ich mit meinem kleinen Sohn für zwei Wochen im Bulli durch Südengland getourt. Wir sind ganz eingetaucht in dieses Zuhause-Gefühl in der Ferne, das hatte etwas Magisches. Der Bulli war allerdings ein ziemlich neues, luxuriöses Modell ...

Der größte Teil Ihres Romans spielt in St. Ives, einer Stadt in Cornwall. Warum haben Sie sich England ausgesucht und Aimée und ihren Sohn Len nicht nach Italien, Spa-nien oder Frankreich fahren lassen?

Ich liebe den Südwesten Englands – diesen grünen Zipfel mit seiner zerklüfteten Küste, wo Palmen wachsen und das Meer so türkis ist, dass einem fast schwindelig wird. St. Ives ist mein ganz persönlicher Sehnsuchtsort. Ich war schon oft dort, habe Reiseführer zum Ort und der Region geschrieben und schon lange den Wunsch, eine Romanhandlung dort anzusiedeln. Hier passte es einfach zu gut! St. Ives ist für mich Anfangs- und Endpunkt zugleich, je nach Perspektive, dahinter liegt nur noch der Ozean, bis nach Amerika.

Auch kulinarisch wird es im Buch häufig „englisch“. Die von Ihnen beschriebene Cornish Pasty lässt nicht nur Len das Wasser im Mund zusammenlaufen. Kochen und backen Sie gerne selbst, und wenn ja – hat es Ihnen die englische Küche auch angetan?
Die englische Küche ist, wie ich finde, maßlos unterschätzt. Cornwall im Besonderen ist ein Schlaraffenland: Scones mit Clotted Cream – süßes Gebäck mit einer buttrigen, goldkrustigen Sahne –, eine unendliche Anzahl an vor Ort produzierten Eissorten mit so wundervollen Namen wie Rhubarb Crumble oder Sea Salted Caramel und nicht zuletzt der allgegenwärtige fangfri-sche Fisch. Ich selbst backe lieber, als dass ich koche – vermutlich weil Kochen mit Kind einem gewissen Alltagszwang unterliegt – und habe eine Schwäche für süße Mehlspeisen.
In „Denn das Leben ist eine Reise“ gibt es viele Zeitsprünge. Mal befindet sich der Leser in der Gegenwart, mal wird von Aimées Vergangenheit erzählt. Beim Lesen kann man sich gut darauf einstellen, aber war es nicht schwierig, beim Schreiben den Überblick zu behalten?
Beim Plotten der Geschichte habe ich mir überlegt, welche Gegenwarts- und welche Vergangenheitsszenen ich benötige. Dann habe ich viel hin- und hergeschoben, zum Teil habe ich da-für Karteikarten verwendet, so lange, bis mir alles an Ort und Stelle schien. Die verschiedenen Varianten habe ich mit meiner Textgruppe, zwei lieben Kolleginnen, durchgesprochen. Natürlich hat sich beim Schreiben doch noch etwas verschoben oder machte plötzlich keinen Sinn mehr. Aber im Großen und Ganzen konnte ich mich ganz gut an dem Plan entlanghangeln.
Die erwähnten Zeitsprünge führen meist in die Kindheit und Jugend von Aimée und haben häufig mit ihrer Mutter Marilou zu tun. Wie würden Sie die Beziehung der bei-den beschreiben?
Marilou kommt aus einem sehr konservativen Elternhaus und entkam dieser Enge, indem sie ein gänzlich anderes Leben als ihre Eltern führt: als Trödlerin ohne festen Wohnsitz. Dabei war sie jedoch haltlos und konnte auch Aimée, ihrer Tochter, nur schwer Halt und Sicherheit vermitteln. Dass Marilou Aimée nicht geben konnte, was sie brauchte, hat ihre Beziehung nachhaltig erschwert. Zugleich war da aber auch viel Liebe zwischen den beiden und eine Menge unkon-ventioneller Momente der Leichtigkeit, die Mutter und Tochter gemeinsam »on the road« erlebten.
Gibt es eine Figur, die Ihnen beim Schreiben besonders ans Herz gewachsen ist? Und wenn ja, warum?
Ja, Len, Aimées sechsjähriger Sohn. Aimée möchte ihm all das geben, was sie selbst als Kind nicht hatte. Doch Len bringt seine ganz eigenen Themen, Ängste und auch Wünsche mit, er ist so klein und trotzdem eine starke, eigenständige Persönlichkeit. Ich habe ihn richtig ins Herz geschlossen.
Arbeiten Sie bereits an einem neuen Projekt? Können Sie schon etwas verraten?
Ich möchte nicht zu viel verraten, aber ich arbeite an einer Liebesgeschichte, bei der beide Helden, die Frau und der Mann, jede Menge Geheimnisse haben, sowohl voreinander als auch unabhängig voneinander, die Frau in ihrem, der Mann in seinem Leben. Ich bin selbst gespannt, wie sich das entwickelt!
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»Denn das Leben ist eine Reise« von Hanna Miller

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© Ruth Crafer

Interview mit Kate Mosse

Die britische Bestsellerautorin Kate Mosse lebt in Chichester (West Sussex) sowie in Carcassonne (Südfrankreich), wo auch ihr neuster Roman spielt. Ihre Bücher werden in 37 Sprachen übersetzt und erscheinen in 40 Ländern. Weltbekannt wurde sie mit dem internationalen Bestseller „Das verlorene Labyrinth“. Neben dem Schreiben ist sie in Rundfunk und Fernsehen aktiv und hat eine Gastprofessur and der University of Chichester inne. Außerdem ist sie die Gründerin des Women’s Prize for Fiction, dem wichtigsten Literaturpreis für Frauen im englischsprachigen Raum.

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Katharina Nocun
© Miriam Juschkat

Interview mit Katharina Nocun

Bürgerrechtlerin Katharina Nocun leitet Kampagnen, klagt gegen Gesetze und versorgt uns mit ihrem Podcast „Denkangebot“ mit der nötigen Dosis Politik. Gemeinsam mit Psychologin Pia Lamberty liefert sie uns außerdem jetzt – genau zur richtigen Zeit – das Buch FAKE FACTS: Sie erklärt uns, warum Impfgegner und Reichsbürger eben nicht nur harmlose Spinner sind, warum Nazis das Internet zwar nutzen, aber nicht unbedingt brauchen, und wie wir uns wappnen können, um nicht selbst zum Hygiene-Demonstranten zu werden.

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© Andrea Schönwandt

Interview mit Nina Ohlandt

Nina Ohlandt wurde in Wuppertal geboren, wuchs in Karlsruhe auf und machte in Paris eine Ausbildung zur Sprachlehrerin, daneben schrieb sie ihr erstes Kinderbuch. Später arbeitete sie als Übersetzerin, Sprachlehrerin und Marktforscherin, bis sie zu ihrer wahren Berufung zurückfand: dem Krimischreiben im Land zwischen den Meeren, dem Land ihrer Vorfahren.

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© Olivier Favre

Interview mit Tony Parsons

Tony Parsons wurde am 6. November 1953 in Romford, Essex (UK), als einziges Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Nach seinem Schul-abschluss begann er seine Freizeit für seine literarische Begabung zu nutzen und veröffentlichte eine Untergrundzeitung, die er „Skandalblatt“ nannte.

Seine Karriere begann er als Musikkritiker. Heute ist er einer der erfolgreichsten Kolumnisten und Fernsehjournalisten Großbritanniens.

Er lebt mit seiner Frau, ihrer gemeinsamen Tochter und ihrem Hund in London. Sein erster Kriminalroman "Dein finsteres Herz" mit Detective Constable Max Wolfe wurde von der Presse frenetisch gefeiert.

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© Mary E. Pearson

Interview mit Mary E. Pearson

Mary E. Pearson ist die Autorin verschiedener Jugendbücher. Im ONE-Verlag sind ihre Chroniken der Verbliebenen ein großer Erfolg, mit denen sie sich weltweit in die Herzen der Fans geschrieben hat. Auch Die Chroniken der Hoffnung erscheinen bei ONE. „Der Ruf der Rache“ ist der Abschlussband der Dilogie. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Hunden in Kalifornien.

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© Sarah Remsky

Interview mit Sarah Remsky

Sarah Remsky ist 25 Jahre alt und arbeitet als junge Journalistin in einer Redaktion im Schichtdienst, als sie plötzlich an einer starken Depression erkrankt. Erst ihre Faszination für Zimmerpflanzen lassen sie gesunden. Sie mischt ihre eigene Erde an, gießt mit gefiltertem Wasser und setzt auf ökologische Düngemittel. Auf ihrem Instagram-Account @misscalathea teilt sie nicht nur Bilder ihrer Pflanzen, sondern schreibt ehrliche Texte über ihre Erkrankung.

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Foto Eva Rossmann
© Ernest Hauer

Interview mit Eva Rossmann

Eva Rossmann, 1962 in Graz geboren, lebt im niederösterreichischen Weinviertel. Sie arbeitete als Verfassungsjuristin, dann als politische Journalistin, u.a. beim ORF und bei der NZZ; seit 1994 ist sie freischaffende Autorin und Publizistin, seit ihren Recherchen für den Krimi "Ausgekocht" darüberhinaus Köchin in einem Michelin-Lokal im österreichischen Weinviertel. "MillionenKochen" ist der achte Kriminalroman um die Lifestyle-Journalistin und begeisterte Hobbyköchin Mira Valensky und ihre bosnische Putzfrau und Freundin Vesna Kraijner. Eva Rossmanns Krimis spielen nicht an exotischen Orten, aber ihr Ermittlerteam hat soviel Charme und Witz, dass die Romane schon Kultstatus haben.

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© Svenja Krause

Interview mit Lydia Ruwe

Lydia Ruwe ist in den Kindermedien zu Hause: Nach Stationen bei Festivals, Medienprojekten und als Kinderbuchlektorin erhielt sie 2016 ein Autorinnenstipendium der Akademie für Kindermedien. Sie entwickelt und kuratiert Inhalte für Kinder und Jugendliche und schreibt u.a. für den KiKA. Am allerliebsten denkt sie sich in ihrem Berliner Schrebergarten neue Abenteuer für Irmelina Geisterkind aus.

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Interview

"Als Kind hätte ich es toll gefunden, so ein lustiges Geisterkind wie Irmelina an der Seite zu haben." | 30.04.2020

Frau Ruwe, mit „Irmelina Geisterkind“ ist eine wortwörtlich zauberhafte Geschichte entstanden. Was hat Sie zu diesem Buch inspiriert?Die Naturgeister in „Irmelina Geisterkind“ sind inspiriert von isländischen Sagen. Dort ist der Glaube an Elfen und Trolle, die die Natur schützen, weit verbreitet. Ic...

Frau Ruwe, mit „Irmelina Geisterkind“ ist eine wortwörtlich zauberhafte Geschichte entstanden. Was hat Sie zu diesem Buch inspiriert?
Die Naturgeister in „Irmelina Geisterkind“ sind inspiriert von isländischen Sagen. Dort ist der Glaube an Elfen und Trolle, die die Natur schützen, weit verbreitet. Ich wollte ein Buch schreiben, in dem die Natur eine wichtige Rolle spielt. Also habe ich ausgehend von den isländischen Fabelwesen Irmelinas Naturgeisterwelt entwickelt. Die Vorstellung, dass man einen guten Geist einfach bei einem Spaziergang im Wald entdecken könnte, gefällt mir. Als Kind hätte ich es toll gefunden, so ein lustiges Geisterkind wie Irmelina an der Seite zu haben.
Wie war es für Sie, in die Geisterwelt einzutauchen?

Es macht riesigen Spaß, sich die Geisterwelt auszudenken und zu überlegen, wie alles funktioniert. Da nichts vorgegeben ist, kann man seiner Fantasie einfach freien Lauf lassen und hat so viele Freiheiten. Welche Traditionen gibt es? Wie funktioniert das tägliche Leben? Welche Geschichten erzählen die Naturgeister sich und was für Ausdrücke benutzen sie?

Beschreiben Sie bitte Ihre Hauptfigur.
Eigentlich sind es sogar zwei und sie sind sehr unterschiedlich: das Naturgeistermädchen Irmelina (10) und das Menschenkind Juna (9). Irmelina ist ein echter Wirbelwind und lässt sich von niemandem etwas sagen. Sie ist so groß wie ein Marmeladenglas und kann nur von Kindern gesehen werden. Juna ist eher ein stilles Mädchen, das sich oft nicht traut für sich einzustehen. Als sie Irmi kennenlernt, merkt sie, dass es auch anders geht. Trotz ihrer Unterschiede – oder vielleicht gerade deswegen – freunden sich die beiden Mädchen an.
Welcher Nebenfigur gehört Ihr Herz ganz besonders?
Eleonora Winkelstein. Sie ist die Dorfälteste von Hügelhausen und wacht gewissermaßen über das kleine Dorf. Eleonora ist eine eindrucksvolle, große Frau, immer eher wortkarg und kurz angebunden – und die unangefochtene Kniffel-Königin des Ortes. Natürlich kreuzen sich die Wege von Irmi, Juna und Eleonora im Laufe der Zeit – und sie birgt noch das ein oder andere Geheimnis … Tatsächlich war Eleonora die erste Figur, die ich für diese Geschichte erfunden habe. Ich mag sie wirklich sehr.
Welche Rolle spielt Freundschaft in Ihrem Buch?
Im Zentrum der Geschichte steht die Freundschaft zwischen Irmelina und Juna, die sich erst entwickelt und auch gleich auf die Probe gestellt wird. Es geht um Zusammenhalt, zwischen Freund*innen und in der Familie, und darum, füreinander einzustehen und sich auf den anderen verlassen zu können. Das können Irmi und Juna auf jeden Fall – und das schwören sie sich sogar feierlich.
Sind Sie selbst auf dem Land aufgewachsen? Wie wichtig ist Natur für Kinder?
Ich bin in einem Dorf in Niedersachsen aufgewachsen, und der Ort Hügelhausen ist stark von meiner Heimat inspiriert. Ich glaube, dass die Nähe zur Natur für Kinder sehr wichtig ist, denn was man selbst erlebt, versteht man besser. Doch Kinder haben heute immer weniger Bezug zur Natur. Mit meinem Buch möchte ich sie neugierig darauf machen, und auch in meinem Teilzeitjob bei dem Bildungsprogramm GemüseAckerdemie setze ich mich dafür ein. Dabei bauen wir mit Kindern auf dem eigenen Schul- oder Kita-Acker Gemüse an. So erleben sie, wo unsere Lebensmittel herkommen, verstehen Naturzusammenhänge und ihre Wertschätzung für Natur und Lebensmittel steigt.
Haben Sie eine Lieblingspflanze?
Puh, da fällt es mir nicht leicht, mich zu entscheiden. Wenn ich eine ganz bestimmte nennen soll, wäre das unser Pflaumenbaum: Er hat es nämlich sogar in den zweiten Irmelina-Geisterkind-Band geschafft, so viel kann ich schon mal verraten. Er ist schon ziemlich alt und knorrig, seine Rinde ist mit Moos bewachsen und an manchen Stellen ist das Holz morsch. Trotzdem schenkt er uns Jahr für Jahr eine reiche Ernte – ich hoffe, er bleibt uns noch lange erhalten.
Was pflanzen Sie in Ihrem Berliner Schrebergarten so alles an?
Wir haben viele Obstbäume und Beerensträucher und bauen in den Hochbeeten und auf dem Acker jede Menge Gemüse und Salate an. Besonders toll finde ich zum Beispiel die Kartoffelernte: Da die Knollen unter der Erde wachsen, ist es eine große Überraschung, was man schließlich beim Graben findet. Palmkohl finde ich auch super, weil die Pflanze so schön aussieht – eben wie eine Palme. Als Vegetarierin esse ich gerne und viel Gemüse – und aus dem eigenen Garten schmeckt es gleich doppelt so gut!
Gibt es in Ihrem Garten kleine Geistermädchen und -jungs wie Irmelina?
Also, Irmelina hat sich dort auf jeden Fall schon oft rumgeschlichen. Ich habe einen Großteil des Buchs im Schrebergarten geschrieben und hatte oft das Gefühl, dass mir das kleine Geistermädchen über die Schulter guckt. Wenn es in unserem Garten auch Gemüsegeister gibt, hoffe ich, dass sie dieses Jahr die Schnecken und Wühlmäuse gut im Griff haben.
Wem empfehlen Sie die Geschichte vom Naturgeistermädchen Irmelina besonders?
Allen Kindern im Grundschulalter, die sich schon immer einen kleinen geheimen Freund oder eine geheime Freundin gewünscht haben. Allen, die Lust auf Natur haben und sich schon genauso auf den Sommer freuen, wie ich.
Verraten Sie uns etwas über Ihr nächstes Projekt?
Ich habe gerade den zweiten Band von Irmelina Geisterkind fertig geschrieben, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Er erscheint 2021. Jetzt geht es direkt weiter mit dem nächsten Projekt – aber darüber darf ich noch nicht viel verraten. Vielleicht nur so viel: Dieses Mal bleibt es realistisch – und die Frage nach meiner liebsten Nebenfigur müsste ich in diesem Fall so beantworten: eine Schnecke …
© Björn Marquart, fotomarquart.de

Interview mit Ulf Schiewe

Ulf Schiewe wurde im Weserbergland geboren und ist in Münster aufgewachsen. Er hat lange als Software-Entwickler und Marketingmanager in führenden Positionen bei internationalen Unternehmen gearbeitet und über zwanzig Jahre lang im Ausland gelebt, unter anderem in der französischen Schweiz, in Paris, Brasilien, Belgien und Schweden. Schon als Kind war er ein begeisterter Leser von abenteuerlichen Geschichten aller Art.

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Interview

"Ich bin ein Büchernarr." | 08.04.2020

Ihr neuer historischer Roman „Die Kinder von Nebra“ ist nun erschienen. Würden Sie ganz kurz in eigenen Worten erzählen, worum es darin geht?Die bekannte Himmelsscheibe von Nebra ist vor etwas weniger als 4000 Jahren entstanden. Ein geheimnisvolles, mystisches Objekt, in dem erstaunlicherweise astro...

Ihr neuer historischer Roman „Die Kinder von Nebra“ ist nun erschienen. Würden Sie ganz kurz in eigenen Worten erzählen, worum es darin geht?
Die bekannte Himmelsscheibe von Nebra ist vor etwas weniger als 4000 Jahren entstanden. Ein geheimnisvolles, mystisches Objekt, in dem erstaunlicherweise astronomische Erkenntnisse enthalten sind. Das führt zu Spekulationen, wozu sie gefertigt wurde, welche Symbolik sie verkörpert und wer dieses Volk war, das einen solchen Kulturgegenstand erschaffen hat.
Diese Fragen versuche ich in meinem Roman zu ergründen. Natürlich durch eine spannende, dramatische Handlung, die den epischen Kampf meiner Heldin Rana gegen die Gewaltherrschaft eines mächtigen Fürsten erzählt. Ein Kampf zwischen Gut und Böse mit vielen Höhen und Tiefen, bei dem auch die Himmelsscheibe eine entscheidende Rolle spielt.
„Die Kinder von Nebra“ ist nicht Ihr erster historischer Roman. In „Der Attentäter“ nehmen Sie den Leser mit in das Jahr 1914 – in die Zeit des Attentats auf Thronfolger Franz Ferdinand. In „Land im Sturm“ beschreiben Sie die Zeit um das Jahr 1000, als Otto der Große König von Deutschland war. Nun spielt Ihr Roman in Nebra vor 4000 Jahren. Wie haben Sie hierfür recherchiert? Gibt es überhaupt ausreichend Forschung darüber, wie die Menschen damals gelebt haben und wie war es, sich in eine so weit entfernte Zeit hineinzuversetzen?
Es gibt schon eine ganze Menge an Forschungsergebnissen zu diesem Thema. Mehr als man meint. Ich bemühe mich ja immer, meine historischen Romane auf Fakten aufzubauen. So auch hier. Die wichtigsten Werke dazu habe ich im Nachwort erwähnt für die, die sich etwas weiter für das Thema interessieren.
Durch diese Forschung weiß man heute, dass die Menschen, die damals zwischen Unstrut und Elbe gelebt haben, keine primitiven Stammesangehörigen waren, sondern dass es erstaunlicherweise auch bei uns schon einen gut organisierten, frühbronzezeitlichen Staat gegeben hat, nicht unähnlich jenen Staaten des Mittleren Orients. Nur dass ihnen die Schrift fehlte. Was dann 1600 vor Christus zum Niedergang dieses Staates geführt hat, wissen wir nicht. Man weiß aber, dass es aus der ukrainischen Steppe eingewanderte Viehhirten waren, die das Pferd domestiziert hatten, sich bei uns niederließen und von der bestehenden Bevölkerung den Ackerbau übernahmen. Diese Menschen sind die eigentlichen Indoeuropäer. Dies können Sprachwissenschaftler und DNA-Spezialisten heutzutage eindeutig belegen.
Natürlich schreibe ich keine Sachbücher. Mich interessieren vorrangig Menschen und ihre Schicksale, ihre Gefühle, ihre Siege und Niederlagen, ihre zwischenmenschlichen Beziehungen. Darum geht es auch in diesem Buch. Natürlich führt der Roman den Leser in eine Welt vor 4000 Jahren, wie die Menschen damals gelebt haben, welche Bedeutung die Himmelscheibe für sie hatte und mit welchen Herausforderungen sie zu kämpfen hatten, um sich zu behaupten und von einer grausamen Herrschaft zu befreien. Nicht zuletzt mit Hilfe ihrer Riten und Götter.
Wie haben Sie sich mit der Himmelsscheibe beschäftigt? Waren Sie in Nebra? Waren Sie im Landesmuseum in Halle und konnten dort die Scheibe genauer betrachten? Wie kann man sich Ihre Recherche genau vorstellen?
Ich bin ein Büchernarr. Ich recherchiere in Büchern, in Werken von Historikern und Forschern. Das gibt mir wesentlich mehr als Museumsbesuche. Nicht zu vergessen das Internet. Da ich fließend drei Fremdsprachen beherrsche, erschließt sich mir vieles, das es in Deutschland nicht zu finden gibt. Seien es ausländische Publikationen oder lokale Quellen.
Gibt es ein Jahrhundert, in dem Sie lieber gelebt hätten als zur heutigen Zeit? Und wenn ja warum?
Ich habe zwar noch nie über die antike Welt geschrieben, aber das alte Rom hätte ich schon gern kennengelernt. Über das Forum Romanum zu wandeln, vielleicht Cicero bei einem seiner Prozesse zuzuhören oder Mäuschen im Senat zu spielen, das würde mir Spaß machen.
Wie sieht Ihr Schreibprozess aus? Was ist zuerst da – die Geschichte oder die Figuren? Und wie arbeiten Sie dann weiter?
Zuerst kommt das Thema. Manchmal gewollt ausgesucht, manchmal eher zufällig, ein Thema, das mich interessiert, aus dem man einen Roman stricken könnte, der genug Spannungselemente enthält, um Leser zu fesseln. Ich beginne darüber zu recherchieren, besorge mir einen Armvoll Bücher, lese und mache Notizen. Daraus ergibt sich nach einer Weile ein grobe Handlungsidee, zumindest, um was es in dem Roman gehen soll. Das führt mich dann schon fast zu den Hauptfiguren, einige historisch, andere fiktiv.
Nach dieser Grundidee geht es ans Plotten. Zuerst beschäftige ich mich schriftlich und in allen Einzelheiten mit meinen Hauptfiguren: besonders Charakter, Background, Zwänge, Ziele, Beziehungen zu anderen. Weniger mit Nebenfiguren. Die entstehen beim Schreiben.
Dann erst beginne ich die Handlung zu skizzieren. In einer grafischen Zeitskala im Computer füge ich die belegten historischen Begebenheiten ein. Dazu denke ich mir persönliche Ereignisse meiner Protagonisten aus und füge die zeitlich ebenfalls ein. Diesen Prozess verbessere und verfeinere ich im Computer bis so etwas wie ein ganzes Netz von Ereignissen entsteht, die in Beziehung zueinanderstehen – mein Handlungsplot. Erst, wenn mir das alles schlüssig erscheint und genügend Spannungs- und Wendepunkte enthält, fange ich an zu schreiben.
Während des Schreibens ändert sich sicher noch das eine oder andere, manchmal kommen auch noch Figuren hinzu, aber im Großen und Ganzen folge ich meiner roten Linie bis zum Schluss. Ich gehe beim Schreiben chronologisch vor und überarbeite ständig das gestern oder vorgestern geschriebene. Ich fange keine neue Szene an, bevor ich nicht mit dem zuvor Geschriebenen zufrieden bin. Das hat den Vorteil, dass ich eigentlich nie etwas umstellen muss und dass ich am Ende wenig zu überarbeiten habe.
Gibt es Vorbilder für Ihre Figuren? Nicht nur historischer Art sondern vielleicht auch in Bezug auf Eigenschaften und Stärken – also Vorbilder aus der heutigen Zeit?
Direkte Vorbilder? Nein. Meine Figuren sind naiv oder klug, unbeherrscht, ehrgeizig, liebevoll oder gewissenlos, ganz so, wie es mein Plot verlangt.
Ich vermeide Ähnlichkeiten zu lebenden Personen oder Figuren aus anderen Romanen, Filmen oder Fernsehserien. Außer es handelt sich um historische Figuren. Im „Der Attentäter“ sind ja die meisten Figuren historisch vorgegeben. Da habe ich mich natürlich durch meine Recherche bemüht, ihren Charakter aufzuspüren und im Roman nachzuempfinden.
Gibt es bereits ein neues Projekt an dem Sie gerade arbeiten und können Sie darüber ein wenig erzählen, ohne zu viel zu verraten?
Es gibt einige Ideen, mit denen ich mich beschäftige. Welche es am Ende wird, weiß ich noch nicht.
© Sven Maria Schröder

Interview mit Sven Maria Schröder

Sven Maria Schröder arbeitete nach seinem Kommunikationsdesign-Studium in München in diversen Hamburger Kreativ- und Design-Agenturen, bevor er sich 2003 selbstständig machte, um sich ganz aufs Zeichnen zu konzentrieren. MAX UND MUX UND DER RIESENWUNSCHPILZ ist sein erstes Projekt im Bereich Bilderbuch. Sven Maria Schröder hat eine Tochter und lebt in Hamburg.

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Interview

"Ich fand die Idee reizvoll, eine Geschichte zu schreiben und zu illustrieren, in der irgendwann ein unerwarteter Perspektivwechsel stattfindet." | 03.04.2020

Mit „Max und Mux und der Riesenwunschpilz“ ist Ihnen ein abenteuerreiches, liebenswert detailliertes Bilderbuch gelungen. Wer oder was hat Sie zur Geschichte von Max und Mux inspiriert?Ich fand die Idee reizvoll, eine Geschichte zu schreiben und zu illustrieren, in der irgendwann ein unerwarteter Pe...

Mit „Max und Mux und der Riesenwunschpilz“ ist Ihnen ein abenteuerreiches, liebenswert detailliertes Bilderbuch gelungen. Wer oder was hat Sie zur Geschichte von Max und Mux inspiriert?
Ich fand die Idee reizvoll, eine Geschichte zu schreiben und zu illustrieren, in der irgendwann ein unerwarteter Perspektivwechsel stattfindet (ein bisschen wie in den Filmen von Night M. Shyamalan, oder auch den Bildern von M.C. Escher) … Ort und Figuren kamen nach und nach hinzu – bei Waldspaziergängen, beim Joggen. Da beobachte ich die Dinge um mich herum und kann am besten nachdenken.
Was macht die Freunde Max und Mux zu einem so guten Team auf der Suche nach dem Riesenpilz?
Dadurch, dass sie so unterschiedlich sind, ergänzen sie sich hervorragend: Mux, der nachdenkliche und sensible Bücherwurm, und Max, der draufgängerische Macher.
Welche ist Ihre liebste Nebenfigur?
Schwierig … Aber ich schließe mich gerne der Meinung einiger Leser an: das Krawuschel!
Sind Sie selbst viel im Grünen unterwegs?
So oft ich kann, aber leider viel zu selten.
Gibt es ein echtes, verwunschenes Waldstück, das Vorbild für den Fabelwald von Max und Mux ist?
Der legendäre Märchenwald in Wolfratshausen/Bayern (in meiner Erinnerung zumindest :)
Was gehört auf jeden Fall in Ihren Picknickkorb, wenn Sie einen Ausflug ins Grüne machen?
Tomaten-Pilz-Salat, Pilzchips und natürlich ein kühles Pils …
Essen Sie gern Pilze, und welches ist Ihr liebstes Pilzrezept?
Und wie! Für einen karamellisierten Kräuterseitling an Rucola-Sorbet auf einem Riesenbovist-Risotto nach Krawuschel-Art würde ich es mit einem ausgewachsenen Riesen aufnehmen!
Vor Ignaz und Igor, den beiden Riesen, müssen wir uns nicht wirklich fürchten, oder?
Eigentlich nicht … Obwohl, ganz sicher kann man sich eigentlich nie sein: Riesen sind, wie wir wissen, manchmal sehr launisch und neigen zu spontanen Wutausbrüchen.
Wem empfehlen Sie „Max und Mux und der Riesenwunschpilz“ besonders?
Allen kleinen und großen Abenteurern und allen, die Lust auf Natur haben und Geheimnisse mögen.
Verraten Sie uns etwas über Ihr nächstes Projekt?
Mein nächstes Buch spielt wahrscheinlich wieder im Wald. Hauptfiguren sind ein Hase, ein Frosch und ein Kater, die einen sehr speziellen Wettkampf austragen (mehr wird noch nicht verraten! :).
Kleine Blumenkästen und Fensterläden an Astlöchern, kopfüber hängend lesende Fledermäuse und Riesen, denen Gras aus den Ohren wächst – woher nehmen Sie die Inspiration für die Fülle an Details in Ihren Bildern?
Hmm, gute Frage. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Inspirationsmix aus Sven Nordqvist („Pettersson und Findus“), Jakob Martin Strid („Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“), Tim Burton und Petzi der Bär. Außerdem beobachte ich viel und stelle mir einfach gern vor, wer wohl in so einem Astloch oder Blumenkasten wohnt und es sich dort häuslich eingerichtet hat.
Was zeichnet Max und Mux jeweils aus, was sind ihre besonderen Merkmale?
Max ist eher klein, dick und wagemutig – und sieht dem beliebten Brummifahrer-Aufkleber-Männchen der 80- und 90er Jahre übrigens täuschend ähnlich (nur ohne Räder!).
Mux ist das absolute Gegenteil … eher der Lucky-Luke-Typ: dünn und groß.
Warum ist der Riesenwunschpilz blau-weiß gepunktet?
Er ist ein naher Verwandter des gemeinen rot-weiß gepunkteten Feld-, Wald- und Wiesen-Fliegenpilzes – durch eine Kreuzung im späten 15. Jahrhundert mit der (allerdings hochgiftigen) Schwefel-Wunschmorchel ist dann die typische blau-weiße Musterung entstanden … (Siehe: Hans-Günther Vossenkuhl (Hrsg.): das große Buch aller Verzehr-, Wunsch- und Verwünschungspilze im Bayerischen Wald, erschienen 1965)
Der Fabelwald ist bunt! Welche Farben waren am wichtigsten beim Erschaffen der Welt von Max und Mux?
Blattgrün, moosgrün, flaschengrün, hellgrün, tannengrün, lindgrün, minzgrün, olivgrün, seegrün, fichtengrün, und nicht zu vergessen: grasgrün.
Welche Szene im Buch zeichneten Sie am liebsten?
Die Tunnel-Szene (Seite 33/34) (wurde leider bereits kurz nach Erscheinen ziemlich dreist kopiert von einem gewissen H. Bosch: „Der Aufstieg der Seligen in das Paradies“).
Foto Hajo Schumacher
© Anatol Kotte Hamburg/Berlin

Interview mit Hajo Schumacher

Hajo Schumacher sitzt normalerweise in jeder Talkshow – jetzt sitzt er zu Hause und produziert zusammen mit seiner Frau, die Psychologin und Krisenberaterin ist, täglich den Podcast „Wir gegen Corona“. Uns erzählt er, wie er als Bildungspreuße, hauptberufliche Schreibkraft und Langzeitgatte die aktuelle Zeit erlebt, was ein Stück Schokolade bewirken kann und warum uns männlicher Heldenfimmel so gar nicht weiterbringt. Gerade ist sein Buch „Männerspagat“ im Taschenbuch erschienen.

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© Tomas Rodriguez

Interview mit Sabine Städing

Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Mädchen Magnolia Steel, das herausfindet, dass sie eine Hexe ist, schreibt sie inzwischen Bücher für jüngere Kinder. Auch in ihrer aktuellen Buchreihe steht mit Petronella Apfelmus wieder eine Hexe im Mittelpunkt.

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Foto Clemens Traub
© Clemens Traub

Interview mit Clemens Traub

Clemens Traub, geboren 1997 in Karlsruhe, studiert Politik an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz und arbeitet als studentischer Mitarbeiter in der heute-Redaktion des ZDF. Seinen Freundeskreis beschreibt er als sehr grün, er selbst ist SPD-Mitglied. Bei »Fridays for Future« mitzulaufen ist für viele in seinem Umfeld Pflicht. Traub wuchs in einem verschlafenen Dorf auf und kritisiert heute die moralische Überheblichkeit seiner großstädtischen Freunde. Sein kritischer Artikel über die »Fridays for Future«-Bewegung hat weithin Beachtung gefunden.

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Foto Pixie Turner
© Pixie Turner

Interview mit Pixie Turner

Pixie Turner hat jeden Ernährungstrend mitgemacht – und sich selbst damit nur unglücklich. Heute bloggt die Ernährungswissenschaftlerin als Plantbased Pixie über Rezepte und Diätmythen, sie tritt als Speakerin auf und scheut nicht die Konfrontation mit Influencern, die ihre Follower vornehmlich mit schlechtem Gewissen an sich binden.

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Interview

"‚Superfood‘ ist keine wissenschaftliche Bezeichnung, sondern ein Marketingbegriff." | 08.05.2020

Sie sind studierte Biochemikerin und Ernährungswissenschaftlerin und zeigen uns, wie ausgewogene und gesunde Ernährung möglich ist. Außerdem plädieren Sie dafür, dass wir gerne gut essen sollten. Aber Sie rebellieren auch. Warum und gegen wen?Ich rebelliere gegen die Diät- und Gesundheitsindustrie, ...

Sie sind studierte Biochemikerin und Ernährungswissenschaftlerin und zeigen uns, wie ausgewogene und gesunde Ernährung möglich ist. Außerdem plädieren Sie dafür, dass wir gerne gut essen sollten. Aber Sie rebellieren auch. Warum und gegen wen?
Ich rebelliere gegen die Diät- und Gesundheitsindustrie, die so wertend ist und so viel Druck auf uns ausübt, 'perfekt' zu essen. Und ich rebelliere gegen all die Fehlinformationen, die sie verbreitet. Sie will damit verletzliche Menschen ausnutzen und macht ihnen falsche Hoffnungen, indem sie vermeintliche Wundermittel verkauft, die nicht wirken.
Sie haben jeden Ernährungstrend selbst mitgemacht. Was hat Sie zu der Erkenntnis gebracht, dass es höchste Zeit ist, einen neuen Ansatz für gesunde Ernährung zu finden?
Als ich in Australien arbeitete, saß ich mit ein paar anderen Gesundheits-Bloggern in einem Auto, und eine sagte, sie würde nie im Traum daran denken, ihre künftigen Kinder impfen zu lassen. Alle anderen stimmten ihr zu. Das schockierte mich wirklich. Ich dachte mir, wenn diese Leute an solche schrecklichen und falschen Informationen glauben, was mache ich dann überhaupt hier? Welchen Unsinn vertreten sie noch, bei dem ich vielleicht sogar mitgemacht habe?
Und so begann ich meine Vorstellungen über Essen und Gesundheit zu überprüfen und neu darüber nachzudenken.
Was ist eigentlich „Clean Eating“?
Clean Eating ist eine bestimmte Ernährungsweise. Dabei gibt es eine Liste von Regeln, was man essen darf und was nicht, doch diese variieren sehr, je nachdem wen man fragt. Aber alle Clean-Eating-Philosophien haben etwas gemeinsam: Sie moralisieren das Essen sehr stark. "Gute" und "saubere" Produkte machen dich zu einem guten, sauberen Menschen. „Schlechtes", "unsauberes" Essen macht dich zu einem schlechten Menschen. Nichts könnte falscher sein. Essen hat nicht die Macht, aus dir einen guten oder schlechten Menschen zu machen. Darüber hinaus ist es eine äußerst schädliche Sprache, da sie uns Schuldgefühle dafür vermittelt, dass wir Nahrungsmittel essen, die wir zum Leben brauchen, und weil sie uns das Gefühl gibt, nicht gut genug zu sein. Das ist falsch. Du bist gut genug!
In Ihren Kapiteln analysieren Sie weit verbreitete Ernährungsmythen wie zum Beispiel Basenfasten, Rohkost und Superfoods. Wie super sind Superfoods denn eigentlich?
‚Superfood‘ ist keine wissenschaftliche Bezeichnung, sondern ein Marketingbegriff. Wissenschaftlich gesehen hat er keine Bedeutung. Superfood-Pulver wie Maca oder Açaí sind eine komplette Geldverschwendung, denn sie enthalten nichts, das man nicht einfacher und billiger aus ‚normalen‘ Lebensmitteln gewinnen könnte. Superfood-Lebensmittel sind ein interessantes Feld, weil man sich damit beschäftig, welche Nährstoffe man braucht. Grünkohl wird zum Beispiel als Supernahrungsmittel angesehen, aber er ist völlig nutzlos, wenn man versucht seine Omega-3-Aufnahme zu erhöhen.
Wer sollte Ihr Buch lesen?
Jeder, der schon einmal eine Diät gemacht hat, jeder, der schon einmal seltsame Ernährungstrends wie Superfoods oder Saftreinigung ausprobiert hat, und auf jeden Fall jeder, der mehr Freude am Essen haben möchte.
Sie schreiben, dass Ihre Mutter auf die deutsche Familientradition bestand, gemeinsam am Abendbrottisch zu sitzen. Wie sahen denn Ihre Abendessen aus? Kennen Sie auch Blutwurst und Leberwurst?
Meine Mutter wuchs in Deutschland auf und brachte viele dieser Rezepte wie Hühnerfrikassee und Eier in Senfsoße mit nach England. Wir haben auch Weihnachten immer am 24. und nicht am 25. Dezember gefeiert und tun dies auch heute noch alle zusammen.
Als Kind haben wir jedes Jahr unsere Familie in Deutschland besucht, und ich habe immer noch viele Familienmitglieder in Deutschland, einschließlich meiner wunderbaren Oma, sodass ich mit allen Arten von Wurst sehr vertraut bin! Currywurst mit Pommes ist ein Muss bei jedem unserer Besuche!
Was ist Ihr Tipp für eine schnelle Mahlzeit nach einem langen Arbeitstag?

Nudeln kochen, Pesto (natürlich aus dem Glas) einrühren, Tomaten dazugeben, mit geriebenem Parmesan bestreuen (ich habe immer welchen im Gefrierfach) und genießen! 15 Minuten von Anfang bis Ende.

© Cristopher Civitillo

Interview mit Timur Vermes

Timur Vermes wurde 1967 in Nürnberg als Sohn einer Deutschen und eines Ungarn geboren. Er studierte in Erlangen Geschichte und Politik und arbeitete anschließend als Journalist und Ghostwriter. Sein 2012 erschienener Roman "Er ist wieder da" ist eines der erfolgreichsten deutschen Debüts der letzten Jahrzehnte. 2018 erschien sein Roman "Die Hungrigen und die Satten".

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© Olivier Favre

Interview mit Eva Völler

Eva Völler hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Trotzdem verdiente sie zunächst als Richterin und Rechtsanwältin ihre Brötchen, bevor sie die Juristerei endgültig an den Nagel hängte. "Vom Bücherschreiben kriegt man einfach bessere Laune als von Rechtsstreitigkeiten. Und man kann jedes Mal selbst bestimmen, wie es am Ende ausgeht." Im Interview spricht sie über ihre persönlichen Bezüge zum Ruhrpott, die Mode in den 1950er Jahren und über ihren Roman "Ein Traum vom Glück".

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Interview

"Dat Platt is mich schon inne Kindheit in Fleisch und Blut übergegangen!" | 03.04.2020

Mit Ihrem neuen Roman „Ein Traum vom Glück“ startet Ihre große Ruhrpott-Saga. Können Sie kurz in eigenen Worten erzählen, worum es darin geht? Erzählt wird die Geschichte von Katharina, deren Mann Karl im Krieg verschollen ist. In den letzten Kriegstagen ist ihr zusammen mit ihren beiden Töchtern di...

Mit Ihrem neuen Roman „Ein Traum vom Glück“ startet Ihre große Ruhrpott-Saga. Können Sie kurz in eigenen Worten erzählen, worum es darin geht?
Erzählt wird die Geschichte von Katharina, deren Mann Karl im Krieg verschollen ist. In den letzten Kriegstagen ist ihr zusammen mit ihren beiden Töchtern die Flucht in den Westen gelungen, und nun lebt sie seit einigen Jahren bei ihrer Schwiegermutter Mine im Ruhrgebiet. Gegen alle Schwierigkeiten versucht Katharina, sich dort ein Leben aufzubauen. Als der Spätheimkehrer Johannes auftaucht, ein Verwandter von Mine und Karl, wird ihr Leben plötzlich auf den Kopf gestellt. Katharina und Johannes entwickeln Gefühle füreinander, von denen niemand erfahren darf, vor allem nicht Mine, denn sie glaubt unerschütterlich an die Rückkehr ihres Sohnes Karl.
Haben Sie einen persönlichen Bezug zum Ruhrpott oder warum haben Sie sich genau diese Gegend für Ihre Saga ausgesucht?
Ja, es gibt persönliche Bezüge zum Ruhrpott – mein Uropa war Bergmann, mein Opa auch, und ich bin ganz in der Nähe des Schauplatzes geboren und aufgewachsen. Für mich ist das ein Stück Heimat.
Sie haben bereits mehrere historische Romane veröffentlicht und sind in diesem Segment sehr erfolgreich. Normalerweise führen Sie den Leser in eine längst vergangene Zeit. Ihr letzter Erwachsenen-Roman “Tulpengold” spielt zum Beispiel im Jahr 1636. Für „Ein Traum vom Glück“ haben Sie sich nun an die Nachkriegszeit um 1950 herum gewagt. Was macht diese Zeit für Sie aus?
Das waren bewegte Jahre. Die Menschen hatten eine schreckliche Zeit überstanden und fingen wieder an, ihre Träume zu verwirklichen und sich voller Zuversicht ein neues Leben aufzubauen. Zugleich war aber auch vieles aus den zurückliegenden Kriegsjahren noch allgegenwärtig – Armut, Elend, Ängste und innerliche Verletzungen, und all das ließ sich auch durch die wachsende Aufbruchstimmung nicht so einfach aus der Welt räumen. Eine im wahrsten Sinne des Wortes wechselvolle Zeit!
Sie selbst sind zu jung, um den Krieg und die direkte Zeit danach persönlich erlebt zu haben. Wie haben sie sich dem Thema angenähert?
So jung auch wieder nicht. Ich wurde Mitte der 1950er Jahre geboren und habe in der Kindheit selbst noch viel „aufgeschnappt“. Zu jener Zeit war die Armut im Pott nach wie vor spürbar, und das Leid, das der Krieg den Menschen zugefügt hatte, noch zu sehen. Im Ruhrgebiet gab es noch Ruinen, Wohnraum war knapp, und essen konnte man auch nicht immer, was man gern wollte. Die unmittelbaren Erfahrungen während des Krieges und in den ersten Nachkriegsjahren habe ich in den teilweise schrecklichen Berichten von Eltern, Schwiegereltern und Großeltern sehr stark nachempfinden können. Man ist nachträglich froh, dass man das nicht selbst miterleben musste.
Und beim Bergbau-Slang und dem Ruhrplatt scheint Ihnen auch niemand etwas vormachen zu können? Oder lag das Wörterbuch beim Schreiben immer parat?
Von wegen Wörterbuch, dat Platt is mich schon inne Kindheit in Fleisch und Blut übergegangen! Für die weniger geläufigen Fachausdrücke aus dem Vokabular der Bergleute gibt es im Buch hinten ein Glossar, und für die Abläufe unter Tage konnte ich auf die Expertise meines Neffen zurückgreifen, der noch Steiger auf Prosper-Haniel war, jener Steinkohle-Zeche, die in Deutschland als letzte schließen musste.
Welche Figur ist Ihnen während des Schreibprozesses am Meisten ans Herz gewachsen?
Ich glaube, das war Johannes.
Ihre Protagonistin Katharina musste und muss sehr viel in ihrem Leben ertragen. Dabei bleibt sie aber eine sehr starke Frau, die sich durchkämpft und in dieser (besonders für Frauen) schwierigen Zeit nach dem Krieg nicht unterkriegen lässt. Gibt es ein Vorbild für Katharina aus Ihrem Leben oder Umfeld?
Ich würde sagen, ihr Charakter spiegelt für mich Eigenschaften meiner Großmütter wider, die auch in den schlimmsten Zeiten nie die Kraft und den Mut zum Weitermachen verloren haben. Beide sind für mich heute noch Vorbilder.
Petticoat, Halbstarke in Lederjacken und jede Menge Rock’n’Roll. Die Mode machte damals definitiv etwas her. Wären Sie selbst gerne Teenager in den 50er Jahren gewesen?
So schick das heute auf den Fotos auch aussieht – damals war die Mode wohl eher unbequem, jedenfalls nach dem, was meine Mutter so erzählt. Die Petticoats kratzten, die Unterwäsche zwickte, die Strümpfe verrutschten und hatten ständig Laufmaschen. Deo war zu teuer, das konnte sich keiner leisten, und für die Mädchen war die Monatshygiene eine einzige Katastrophe. Aber dafür war die Musik richtig cool!
Wie sieht Ihr Schreibprozess aus? Was ist zuerst da? Die Figuren oder die Geschichte? Welchen Ort bevorzugen Sie beim Schreiben?

Meist sind zuerst die Figuren da und die Zeit, in der eine Geschichte spielen soll. Die Handlung kommt dann nach und nach dazu. Ich schreibe immer an derselben Stelle – an meinem Schreibtisch. Da bin ich das absolute Gewohnheitstier. Ich beneide die Autoren, die nur mit Laptop und Sonnenbrille bewaffnet überall schreiben können, im Garten, im Café, im Zug. Das funktioniert bei mir leider nicht, dort kann ich höchstens lesen – was aber natürlich auch sehr praktisch ist, denn zu recherchieren gibt es immer was. Zum Schreiben brauche ich dann aber meine ergonomische Tastatur mit Handballenauflage und meinen Riesenmonitor. Und daneben viel Platz für jede Menge Zettelkram, Recherchematerial und natürlich die Kaffeetasse.

Der erste Band Ihrer Ruhrpott-Saga nimmt ein unerwartetes Ende und der Leser muss nun auf den zweiten Band „Ein Gefühl von Hoffnung“ bis Ende August warten. Können Sie einen kleinen Ausblick darauf geben, was uns im zweiten Teil erwartet, ohne zu viel zu verraten?
Hier wird – kurz gesagt und ohne zu spoilern – die Geschichte der Figuren weitererzählt, die wir in Band 1 kennengelernt haben. Die Handlung setzt sieben Jahre nach dem Ende von Band 1 ein.
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"Ein Traum vom Glück" von Eva Völler

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© André Poling

Interview mit Sabine Weiß

Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitet nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Historischen Roman, der zu einem großen Erfolg wurde und dem viele weitere folgten. Im Sommer 2017 erschien ihr erster Kriminalroman, „Schwarze Brandung“. Unabhängig davon, ob sie gerade einen Krimi oder einen Historischen Roman schreibt: Sabine Weiß liebt es, im Camper auf den Spuren ihrer Figuren zu reisen und direkt an den Schauplätzen zu recherchieren. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nordheide bei Hamburg.

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Interview

"Das Mittelalter ist faszinierend, weil es fremd und nah zugleich ist." | 08.04.2020

»Der Chirurg und die Spielfrau« ist schon Ihr zehnter historischer Roman. Und jedes Mal suchen Sie sich besondere Themen aus, wie z.B. die Kunst des Perlenfischens. In »Der Chirurg und die Spielfrau« ist es nun die mittelalterliche Medizin und die Heilkunst der Musik. Wie kommen Sie auf die Stoffe?O...

»Der Chirurg und die Spielfrau« ist schon Ihr zehnter historischer Roman. Und jedes Mal suchen Sie sich besondere Themen aus, wie z.B. die Kunst des Perlenfischens. In »Der Chirurg und die Spielfrau« ist es nun die mittelalterliche Medizin und die Heilkunst der Musik. Wie kommen Sie auf die Stoffe?
Oft hangle ich mich in wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Fußnote zu Fußnote, wie bei einer Schnitzeljagd, bis ich DAS Thema finde, das mich begeistert. Manchmal sind es auch Museumsbesuche oder persönliche Begegnungen, die mich inspirieren.
Sie sind für Ihre genaue Recherche bekannt. Wie war die Quellenlage für Ihren neuen Roman?

Grundsätzlich bietet das dreizehnte Jahrhundert genügend Quellen, wenn auch verwertbare Briefe oder Tagebuchaufzeichnungen noch Mangelware sind. Die Musiktherapie spielte bereits in der Antike in der Medizin eine Rolle und wurde später sogar an den Universitäten unterrichtet. Dennoch gab es bei diesem Stoff eine große Lücke – und die ist es, die mich besonders gereizt hat: meine männliche Hauptfigur ist von dem sogenannten „Chirurgen von der Weser“ inspiriert. Diese medizinische Koryphäe ist uns durch zwei Manuskripte bekannt, die so gut waren, dass sie über die Jahrhunderte häufig kopiert wurden. Der Verfasser nennt aber weder seinen Namen noch seine Herkunft oder seinen Werdegang. Diese „Leerstellen“ logisch und auf der Basis von Recherchen auszufüllen und zugleich eine spannende Geschichte zu erzählen, war ein großer Reiz.

Und wo sind Sie überall hingereist?
Hier im Norden nach Bremen, in die Wesermarsch und nach Corvey. Die mittelalterlichen Manuskripte legen nahe, dass der Chirurg aus dem Weserraum stammte und in den Diensten des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg stand. In der untergegangenen Stadt Corvey waren zudem bei archäologischen Ausgrabungen medizinische Instrumente gefunden worden, die in Zusammenhang mit seinen Schriften gebracht werden konnten. Da Herzog Otto in den Stedinger-Kreuzzug bei Bremen verwickelt war, und der Chirurg auch über Erfahrungen bei Kriegen verfügte, ergab sich auch diese Verbindung.
Zudem habe ich in Bologna, Genua und Montpellier recherchiert – drei Städte mit einer großen (medizinischen) Geschichte, die sehr unterschiedlich sind, und die eine Rolle im Leben meines Chirurgen und seines Lehrmeisters Wilhelm spielten.
Sie bewegen sich mit Ihren historischen Romanen fast immer im Mittelalter, was fasziniert Sie an der Epoche besonders?
Es stimmt, die letzten Romane bewegen sich im Mittelalter. Allerdings habe ich auch bereits fünf Romane verfasst, die zwischen dem sechzehnten und neunzehnten Jahrhundert spielen. Das Mittelalter ist faszinierend, weil es fremd und nah zugleich ist. Man glaubt, so viel zu wissen, kann abseits der Klischees jedoch viel entdecken. Die Gegensätze sind extrem, es ist archaisch, so dass die Menschen – und insbesondere die Frauen – schnell an Grenzen gestoßen sind. Das allein bietet viel Stoff für Konflikte und lässt einen „mitfiebern“.
Hätten Sie selbst gerne im Mittelalter gelebt?
Nein. In Romanen tauchen wir oft in die „süffigen Aspekte“ des Mittelalters ein. Gerne verdrängen wir, warum die meisten Menschen damals nicht alt geworden sind, dass sie von Pocken und anderen Krankheiten vernarbt waren, keine Zähne mehr hatten oder an einer einfachen Blutvergiftung starben. Immer, wenn ich beispielsweise über mittelalterliche Heilmethoden lese, bin ich glücklich, heute zu leben. Wenn ich an die damals so beliebten Trepanationen denke, also Schädelöffnungen mit einem Bohrer, gruselt’s mich.
Was vielleicht gar nicht allen bewusst ist: Sie zeigen im Roman auf, wie verbreitet die Sklaverei im Mittelalter war. Wie sind Sie darauf gestoßen?
Auf das Thema Sklaverei im Mittelalter bin ich durch die Recherchen zur „Hansetochter“ gestoßen, denn viele der Lübecker Hansekaufleute profitierten von den Kreuzzügen ins Heidenland an der Ostsee – also ins Baltikum – und brachten auch Sklaven von dort mit. Ich las zudem die Tagebücher des italienischen Kaufmanns Marco Datini, der von 1335 bis 1410 lebte, und der häufig über die Sklaven berichtet, die er kaufte oder verkaufte. Ich konnte nicht fassen, dass es zu einer Zeit, die wir in Teilen schon als fortschrittlich betrachten, noch Sklaverei gibt, und begann dem nachzugehen.
Durch Ihre Hauptfiguren, die Sklavin Elena, dem jungen Adligen Thonis und dem Chirurgen Wilhelm, gelingt es Ihnen, den ungeheuren Kontrast zwischen den Ständen und zwischen Mann und Frau darzustellen. Wie behalten Sie, bei all den unterschiedlichen Lebenswelten, die Fäden in den Händen beim Schreiben?
Durch sehr umfangreiche Vorarbeiten, sowohl was die Figuren als auch die Handlungsstränge angeht. Ich finde es bewundernswert, wenn Autoren einfach losschreiben und abwarten, wohin der Schreibfluss sie treibt – das ist bei mir nicht der Fall.
Elena verfügt über die Gabe mit Ihrem Gesang zu heilen. Sie schreiben in der Anmerkung zum Buch, dass die Musiktherapie heutzutage leider für exotisch oder gar esoterisch gilt. Was halten Sie dagegen?
Mit der Musiktherapie lassen sich erstaunliche Erfolge beispielsweise bei Alzheimer-, Schlaganfall- oder Demenzpatienten erzielen, ebenso bei psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen und Störungen wie Autismus, Depressionen oder Tinnitus. Singen blockiert auch das Angstzentrum im Gehirn.
Sie haben eine Begeisterung für das Leben der Madame Tussaud. Inwieweit sind Ihre Romanfiguren Wachs in Ihren Händen?
Ha! Schön wär’s! Die meisten Figuren sind durchaus formbar. Allerdings gibt es auch Charaktere, die ein starkes Eigenleben entwickeln, und beispielsweise einfach nicht sterben wollen, obwohl ich sie dahinmeucheln will 😊
Und verraten Sie uns schon, wo und wann Ihr nächster historische Roman spielt?
Ich weiß gar nicht, ob ich das schon verraten darf, aber bitte: „Krone der Welt“ spielt im Amsterdam des Goldenen Zeitalters. Auch ein sehr reiches, faszinierendes Sujet.
© Thomas Eichler

Interview mit Betram Weisshaar

Bertram Weisshaar arbeitet seit den Neunzigerjahren freiberuflich als Spaziergangsforscher.

Ausgebildet als Fotograf und Landschaftsplaner nahm er schon viele Menschen mit auf von ihm hierzu gestaltete Spaziergänge oder auch mehrtägige Wanderungen. Stets suchen dabei seine "Gedankengänge" den ungewöhnlichen Blick und überraschende Perspektiven.

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© ansgarphotography.com

Interview mit Lioba Werrelmann

Lioba Werrelmann, Jahrgang 1970, stammt aus dem Rheinland, hat Politische Wissenschaften studiert, volontierte und ist seit 1989 für verschiedene Tageszeitungen, Radio- und TV-Anstalten (WDR/ARD) als Redakteurin und Kommentatorin tätig, vor allem in Köln und Berlin. 2014 erschien ihr autobiografisches Sachbuch „Stellen Sie sich nicht so an“. „Hinterhaus“ ist ihr erster Kriminalroman, für den sie mit dem GLAUSER-Preis in der Kategorie „Debüt“ausgezeichnet wurde.

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© Jo Kirchherr Photographie, Köln

Interview mit Anastasia Zampounidis

Anastasia Zampounidis, 1968 geboren, begann ihre TV-Karriere beim Musiksender MTV. Es folgten Moderationen für Wetten, dass…?, Sixx TV und ZDFneo. Zuletzt deckte sie im Namen des ZDF als WISO-Konsumagentin regelmäßig Verbraucherfallen auf, unter anderem in der Dokumentation Die Zuckerfalle. Seit mehr als vierzehn Jahren verzichtet sie auf Zucker und hat dafür ein Vielfaches an Energie und Lebensfreude gewonnen.

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Auf eine Tasse Tee mit Margarete von Schwarzkopf

Margarete von Schwarzkopf, geboren 1948, ist freie Literaturjournalistin und hat Anglistik und Geschichte studiert. Sie war Feuilletonredakteurin bei der Tageszeitung Die Welt und lange beim Norddeutschen Rundfunk in Hannover beschäftigt. Dort betreute sie unter anderem eine eigene wöchentliche Büchersendung im NDR 1 Hörfunk. Sie ist Mitglied in der Jury des Victor Award für Mord am Hellweg und moderiert zahlreiche Literaturveranstaltungen.
Außerdem ist Margarete von Schwarzkopf Autorin mehrerer Bücher u.a. der Sachbücher „Schokolade", „Der Traum vom Weltreich" „Schattenhöhle“, „Der Fluch der Kelten“ und dem Gothic Krimi „Der Moormann".

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»Midlife Care« und »Wellness Rebel«

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