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Andreas K. Buchholz

Andreas K. Buchholz ist das Pseudonym von Andreas Kuenne. Er wohnt seit 20 Jahren in Berlin, seit Kurzem auch mit Zwergdackel. Der große Potsdam-Fan hat seine berufliche Laufbahn als Autor beim Axel Springer Verlag sowie als TV-Redakteur begonnen. Danach war er viele Jahre Pressesprecher verschiedener Theater in Berlin, Stuttgart und Hamburg. Mit der neuen Cosy Crime-Serie »Morden ohne Sorgen« erfüllt er sich einen lang gehegten Traum und lässt seinen kauzigen Helden Frederik Loebell in den malerischen Landschaften rund um Potsdam-Sanssouci ermitteln, natürlich mit Dackel. Dem kann man auch auf Instagram folgen: MeinWilhelm.

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Interview

»Potsdam war bislang auf der Krimi-Landkarte noch recht unbefleckt.« | 06.03.2024

Wie bist du auf die Idee für deinen Potsdam-Krimi gekommen?Schuld war ein sommerlicher Fahrradausflug in einem jener Sommer, in dem die Welt anders tickte. Als man plötzlich Zeit hatte, sich vor der eigenen Haustür umzusehen, anstatt mit Flugzeug in die Ferne zu reisen. Was man damals auch gar nicht...

Wie bist du auf die Idee für deinen Potsdam-Krimi gekommen?
Schuld war ein sommerlicher Fahrradausflug in einem jener Sommer, in dem die Welt anders tickte. Als man plötzlich Zeit hatte, sich vor der eigenen Haustür umzusehen, anstatt mit Flugzeug in die Ferne zu reisen. Was man damals auch gar nicht konnte.
Bis dahin hatte auch ich Krimiserien verschlungen, die in fremden Ländern spielten. Wo man selbst gerne Urlaub machen würde, an malerischen und geheimnisvollen Schauplätzen. Dann kam diese Radtour, spontan und unvorbereitet. Zum ersten Mal auf dem Zweirad nach Potsdam.
Es ging von Berlin-Wannsee gen Westen. Vorbei an der Pfaueninsel, dann weiter zum Schlosspark Babelsberg und über die Glienicker Brücke nach Potsdam. Jeder dieser Orte war und ist für sich schon einen Besuch wert, doch was uns in Potsdam erwartete, gab den Auslöser für die Idee.
Ich fuhr zum allerersten Mal– verbotenerweise – mit dem Fahrrad durch den damals fast menschenleeren Neuen Garten, der sich unweit der Glienicker Brücke öffnet. Doch eine wahre Perle findet man ein paar Meter weiter. Das kleine Marmorpalais liegt direkt am Heiligen See. Dort empfängt es einen mit dem südländischen Flair eines Lustschlosses, das so auch an der Steilküste der Adria oder am Lago Maggiore stehen könnte. Was für eine Kulisse. Es war ein Bild wie aus dem Paradies, nicht länger als eine Stunde vom trubeligen Berlin entfernt. Und allemal ein wunderbarer Schauplatz für einen Krimi.
Auch nebenan in Sanssouci habe ich dieselben Entdeckungen gemacht. „Ohne Sorgen“ ist in Sanssouci jeden Tag Programm. Für mich war schnell klar, dass es diese Gegend mühelos mit den beeindruckenden Krimi-Schauplätzen der bretonischen Küste, den englischen Cotswolds oder den schottischen Highlands aufnehmen kann. Nur war Potsdam bislang auf der Krimi-Landkarte noch recht unbefleckt. Und so war die Idee geboren, in Sanssouci ohne Sorgen zu Morden.
Stimmt es, dass es für Dackel Wilhelm ein echtes Vorbild gibt?
Ja, den gibt es. Wilhelms echtes Vorbild heißt natürlich nicht Wilhelm, aber ist ebenfalls ein roter-brauner Kurzhaar-Zwergdackel im Alter von knapp einem Jahr. Allerdings kommt es mir so vor, als hätte sich die Vorbild-Funktion umgekehrt. Mein Wilhelm nimmt sich mittlerweile den Krimi-Wilhelm täglich zum Vorbild. Das kann daran liegen, dass ich mir die neu geschriebenen Szenen täglich laut vorlese. Da muss mein Wilhelm zuhören, ob er will oder nicht. Er liegt ja meistens dabei unter dem Tisch.
Und ist dein Wilhelm genauso ein kleiner Ausbrecher?
Natürlich nicht. Natürlich ist mein Hund immer angeleint und bestens erzogen und wird niemals von mir irgendwo vergessen. Natürlich waren wir die letzten Monate wöchentlich in der Welpen- und Hundeschule. Natürlich beherrscht er alle wichtigen Kommandos. Natürlich bellt er niemanden wahllos an und ist auch sonst sehr brav und still. Und natürlich ist die Hälfte dieser Antworten gelogen.
Hast du einen Lieblingsort zum Schreiben?
Mein Lieblingsort zum Schreiben ist dort, wo ich am wenigstens abgelenkt und gestört werde. Das ist seit zwei Jahren der Küchentisch. Natürlich hatte auch ich zu Beginn den Traum, irgendwo an der Havel in Potsdam oder am Strand, mit Blick aufs Wasser, das nächste Buch zu schreiben. Eine romantische, aber völlig unsinnige Vorstellung, die dank der vielen Ablenkungen zu keinerlei Ergebnissen führen würde. Leider. Aber dafür eignen sich solche Orte wunderbar, um die nächsten Geschichten zu spinnen.
Wenn du nicht das nächste Buch schreibst, dann …
...arbeite ich am übernächsten Buch. Ich war so verrückt und habe mit Bastei Lübbe vereinbart, in zwei Jahren sechs Bücher zu schreiben. Das ist mit einem pubertierenden Zwergdackel unter dem Küchentisch nicht ganz so einfach, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber es wird von Tag zu Tag besser.
Woher nimmst du deine Ideen?
Die meisten Ideen kommen beim Spazierengehen. Witzigerweise ist auch das mit Hund deutlich schwieriger geworden. Vorher konnte ich verträumt durch die Gegend schlendern und mir die Gedanken direkt ins Handy tippen. Jetzt achte ich in erster Linie auf den Dackel, der nutzt sonst jede meiner Unachtsamkeiten eiskalt aus. Auch sind spontane Notizen schwieriger geworden, da mein Wilhelm jegliche Handynutzung empört kommentiert. Übrigens auch zu Hause auf dem Sofa.
Schreibst du nachts oder tagsüber?
Tagsüber. Nach der ersten Gassi-Runde früh morgens geht es los, vor der letzten Runde abends ist Feierabend. Späte Sitzungen am Rechner werden vom Dackel ebenfalls empört kommentiert. Daher versuche ich das schon gar nicht mehr.
Hast du ein Lieblingsbuch?
Ich liebe humorvolle Krimiserien, in denen die Charaktere im Vordergrund stehen und nicht blutrünstige Taten oder Täter. Natürlich gibt es ein paar solcher Serien, die mir in den letzten Jahren zu großen Vorbildern geworden sind. Zwei von ihnen sind in jedem Fall Jean-Luc Bannalecs „Kommissar Dupin“ und Donna Leons „Commissario Brunetti“. In beiden spielt neben den Kommissaren auch die Landschaft eine Hauptrolle.
Wen würdest du in deinen Krimis niemals umbringen?
Natürlich niemals den Hund, das ist klar. Generell nie irgendein Tier. Oder ein Kind. Zudem ist es äußerst hilfreich, die wenigen menschlichen Opfer, die es in meinen Büchern gibt, vor ihrem Tod möglichst unsympathisch einzuführen oder nur als unbekannte Leiche auftauchen zu lassen. In beiden Fällen geht dann das Morden deutlich leichter von der Hand.
Wie sehr wachsen dir als Autor bei einer Krimi-Serie die Charaktere ans Herz?
Leider sehr. Sie tauchen neuerdings auch in Träumen auf. Zum Glück sind sie alle herzensgute Typen. Alles andere wäre schwierig, schließlich verbringe ich mehrere Stunden am Tag mit ihnen. Sie erzählen mir ihre Geschichte. Ich sehe bzw. höre ja nur zu und schreibe dann mit.
Deine Serie in drei Wörtern:
Lustig, charmant, turbulent.
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