Dan Brown - Autor
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Dan Brown

Dan Brown ist Autor zahlreicher Thriller, die allesamt über Monate die Bestsellerlisten angeführt haben und darüber hinaus erfolgreich verfilmt wurden. Mit seinem in über 40 Ländern erschienenen und mit Tom Hanks in der Hauptrolle verfilmten Buch Sakrileg (Originaltitel: The Da Vinci Code) wurde er zu einem der erfolgreichsten Schriftsteller der letzten Jahrzehnte. Dan Browns Thriller werden in 54 Sprachen übersetzt. Nach solch erfolgreichen Auflagen ließen auch die Verfilmungen der Robert Langdon Thriller nicht lange auf sich warten.

Dan Brown wurde 1964 in Exeter, New Hampshire (USA) geboren. Als Sohn eines Mathematikprofessors und einer Kirchenmusikerin wuchs er in einem Umfeld heran, in dem Religion und Wissenschaft Hand in Hand gingen, was sich auch in seinen Thrillern wiederspiegelt. Nach dem Besuch der Privatschule, an der auch sein Vater unterrichtete, studierte Dan Brown Englisch und Spanisch am Amherst College in Massachusetts (USA) und später Kunstgeschichte in Sevilla.

Im Anschluss an seinen Hochschulabschluss brachte er sich das Komponieren bei und startete seine Karriere als Sänger und Liedermacher. Zunächst komponierte er Kinderlieder und später Musik für Erwachsene. In dieser Zeit lernte er auch seine Frau Blythe kennen. Nachdem er der Musik den Rücken gekehrt hatte, arbeitete Dan Brown als Englisch- und Spanischlehrer.

Ab Mitte der 1990er widmete er sich schließlich vermehrt dem Scheiben und veröffentlichte einige Bücher, die er gemeinsam mit seiner Frau bewarb. Der Erfolg seiner Werke trat aber erst ab 2003 mit dem Roman The Da Vinci Code (Doubleday Group) ein, der über zwei Jahre den ersten Platz der New York Times Bestseller-Liste belegte. Das Buch sorgte weltweit für Furore und wurde aufgrund der kritischen Inhalte im Hinblick auf die katholische Kirche in einigen Ländern verboten.

Im Jahr 2004 erklommen seine beiden Titel Sakrileg und Illuminati auch die Bestseller-Listen in Deutschland und wurden zu den Jahresbestsellern in der Kategorie Hardcover und Taschenbuch. Mit seiner Robert Langdon Buchreihe, die durch ihre Mischung aus Action, Wissenschaft und Geschichte besticht, beherrscht er seither die internationalen Bestsellerlisten.

Dan Brown lebt mit seiner Frau, einer Kunsthistorikerin, in Neuengland.

Interview

Interview | 27.05.2013

Bestsellerautor Dan Brown stellt in Köln seinen Thriller »Inferno« vor und spricht über Verschleierungstaktiken bei der Recherche, höllische Inspiration und das Liebesleben seines Helden Robert Langdon.In Ihrem neuen Buch »Inferno« spielt Dantes Göttliche Komödie eine wesentliche Rolle. Wie kam es d...

Bestsellerautor Dan Brown stellt in Köln seinen Thriller »Inferno« vor und spricht über Verschleierungstaktiken bei der Recherche, höllische Inspiration und das Liebesleben seines Helden Robert Langdon.
In Ihrem neuen Buch »Inferno« spielt Dantes Göttliche Komödie eine wesentliche Rolle. Wie kam es dazu?
Bisher ging es in meinen Büchern viel um bildende, aber nicht um literarische Kunst. Die Kunst als Element im Buch hat also durchaus etwas, das meine Leser von mir und meinen Büchern kennen, aber Literatur ist trotzdem etwas völlig Neues. Und Dantes Göttliche Komödie ist ein sehr reicher Schatz an Inspiration, nicht nur für mich, sondern ja auch für Viele vor mir.
Was macht Dantes Text so besonders?
Zum Beispiel seine Vision von der Hölle: Natürlich gab es auch vor Dante schon eine Vorstellung davon, aber nie zuvor so lebendig, so explizit und beeindruckend. Und seine Beschreibungen haben ziemlich viel von einer Zukunftsvision.
Wie meinen Sie das?
Dantes Vorstellung von Hölle kann für das stehen, was Wissenschaftler unserer Welt vorhersehen: unglaubliches Bevölkerungswachstum, also eine wahnsinnige Überbevölkerung wird DAS Problem in der Zukunft sein. Und damit kommt der Böse aus »Inferno« ins Spiel: Er begreift Dantes Göttliche Komödie nicht als Literatur, sondern als Prophezeiung …
Aber er hat doch Recht, oder? Überbevölkerung ist doch tatsächlich ein großes Thema, mit dem wir Menschen uns befassen müssen?
Das Thema ist wichtig, in der Tat, sonst hätte ich es nicht für das Buch gewählt. Was den Schurken aus »Inferno« angeht, so ist es mit ihm wie mit allen Bösen: Sie tun entweder das Richtige aus den falschen Gründen oder das Falsche aus den richtigen Gründen. Wenn sie das Buch durchgelesen haben, werden sich die Leser deshalb fragen müssen, wer da wirklich böse ist oder nicht.
»Inferno« spielt in Europa. Warum?
Tatsächlich wacht Robert Langdon zu Beginn in einem Krankenhausbett auf und stellt zu seiner Überraschung fest, dass er sich nicht in Amerika, sondern in Florenz befindet. Europa hat einfach die viel tiefere Geschichte als zum Beispiel die USA. Ich komme aus New England, das gibt es seit 200 Jahren, also schon sehr lange für amerikanische Verhältnisse. Hier in Europa kann man in Restaurants essen, die älter sind! Europa bietet einfach eine Menge spannender Schauplätze voller historischer Bedeutung.
Denken Sie eigentlich schon an die Verfilmung, wenn Sie Ihre Thriller schreiben? Haben Sie zum Beispiel Tom Hanks vor Augen, wenn Sie an Ihren Helden denken?
Nein, so gern ich Tom Hanks auch mag. Aber Robert Langdon gibt es ja schon viel, viel länger als Tom ihn spielt – erst recht in meinem Kopf. Und auch sonst überlege ich nicht beim Schreiben, wie die Story im Kino aussehen könnte, oder ob sich alles gut verfilmen ließe. Die Schauplätze in meinen Büchern sind zwar auch immer schöne Plätze zum Filmen, aber das spielt für mich erst einmal keine Rolle. Und tatsächlich ist es ja auch so, dass die Robert Langdon-Bücher unheimlich aufwändig zu verfilmen sind. Ich bin froh, dass das immer absolute Profis übernehmen.
Die Fans lieben Robert Langdon und viele würden ihm wünschen, dass er sich endlich einmal verliebt. Sie scheinen das anders zu sehen …
Nein, natürlich wünsche ich Robert alles Glück der Welt! Aber mir ist es wichtig, in den Büchern nur Dinge passieren zu lassen, die die Geschichte vorantreiben, die unverzichtbar oder zumindest wichtig für die Story sind. Bisher war es einfach nicht zwingend, dass Robert Langdon sich verliebt, aber das muss ja nicht immer so bleiben. Außerdem darf man ja auch nicht vergessen, dass meine Langdon-Bücher sich im Grunde in einem Zeitrahmen von 24 Stunden abspielen – das ist nicht gerade viel, um die große Liebe zu finden.
»Inferno« ist auch in Italien bereits erschienen. Haben Sie schon gehört, wie die Florentiner es finden, dass ihre Stadt im Buch vorkommt?
Es gibt jetzt schon Stadttouren zu den Schauplätzen von »Inferno«! Ich hoffe sehr, dass meine Leser Lust bekommen, Florenz zu erkunden, auf Dantes Spuren Florenz wiederzuentdecken und sich inspirieren zu lassen.
Waren Sie selbst auch an allen Orten, die im Buch eine Rolle spielen?
Ja sicher, ich habe kein Rechercheteam oder so etwas. Am Ende muss ich ja doch alles wissen und wenn ich von Anfang an selbst recherchiere, dann entgeht mir auch kein wichtiges Detail. Es sind nämlich oft gerade Kleinigkeiten, die sich am Ende als sehr wichtig für eine Geschichte herausstellen. Insgesamt habe ich etwa drei Jahre an „Inferno“ gearbeitet, davon war bestimmt die Hälfte Recherchearbeit.
Alle Ihre Bücher haben sehr viel Nachforschungen und Recherche erfordert. Wird die Recherchearbeit leichter mit der Zeit? Wie gehen Sie vor?
Ich fange mit dem Internet an, dann kommt Papier, dann Menschen. Das bedeutet, ich informiere mich zu Beginn oft online, dann lese ich Bücher zu einem Thema und am Ende spreche ich viel mit Experten. Das ist insofern einfacher geworden, weil ich durch meinen Erfolg mittlerweile Zugang zu vielen Quellen und Orten habe, die sonst nicht zugänglich sind. Allerdings muss ich immer mehr aufpassen, welche Fragen ich stelle. Wenn ich zu auffällig nach einem bestimmten Thema frage, steht am nächsten Tag womöglich in der Zeitung: „Dan Brown schreibt sein nächstes Buch über…“.
Gibt es eigentlich diese ganzen Geheimgänge und Tunnel in Ihren Büchern wirklich?
Ja, die gibt es. Einmal stand ich vor einer Wand und sollte einfach dagegen drücken. Plötzlich rotierte die ganze Wand und ich stand mitten in einer großen Touristengruppe! Die armen Touristen waren völlig verwirrt: „Oh Gott, Dan Brown ist gerade aus der Wand herausgetreten!“
Aber im Vatikan sind Sie noch immer nicht sehr willkommen, egal wie viele Bücher Sie verkaufen, oder?
Nun ja, im Vatikan ist mein Zugang… sagen wir: beschränkt. Die Empörung über „Sakrileg“ war groß in der katholischen Kirche. Dabei bekomme ich viel positive Post von Geistlichen. Es ist ja auch tatsächlich so, dass nicht Zweifel, sondern Apathie und Schweigen die größte Bedrohung sind für Religion. Sicher nicht meine Bücher. Religion und Wissenschaft liegen auch gar nicht so weit auseinander wie es scheinen mag: Je tiefer man in die Wissenschaft eintaucht, desto größer werden die Ähnlichkeiten mit der Religion.
Hatten Sie eine solche Reaktion der Kirche nicht erwartet?
Mit dieser starken Ablehnung der Kirche hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich bin zwar selbst in einem religiösen Haushalt groß geworden, meine Mutter war Organistin. Aber trotzdem war es bei uns in der Familie immer in Ordnung, Fragen zu stellen oder besser gesagt: Dinge in Frage zu stellen.
Hier in Köln werden Sie noch den Dom besichtigen. Wäre das nicht ein perfekter Schauplatz für Ihren nächsten Thriller?
Wer weiß? Der Kölner Dom ist schließlich eines der großartigsten Gebäude der Welt. Oft reicht mir ja ein kleines Detail, um auf die Idee für einen neuen Thriller zu kommen und vielleicht entdecke ich dieses Detail ja im Dom. Und sollte ich auf Geheimgänge stoßen, storniere ich sofort meinen Rückflug und bleibe erst einmal länger in der Stadt!
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Interview mit Dan Brown zu "Inferno"

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