Johanna Romberg - Autor
© Wolfgang Michal

Autorin

Johanna Romberg

Johanna Romberg, Jahrgang 1958, wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach einem Studium der Schulmusik und Hispanistik ließ sie sich an der HENRI-NANNEN-SCHULE zur Journalistin ausbilden. 30 Jahre war sie Redakteurin und Autorin des Magazins GEO. Für ihre Reportagen wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem zweimal mit dem EGON-ERWIN-KISCH-PREIS sowie dem GEORG-VON-HOLTZBRINCK-PREIS für Wissenschaftsjournalismus. Sie lebt in der Lüneburger Heide.

Steckbrief

Autorensteckbrief: Johanna Romberg über ihr Buch "Federnlesen"

Lieblingssatz aus dem Buch„Die Heckenbraunelle ist, um es ganz direkt auszudrücken, einer der schärfsten Feger der Vogelwelt.“Die Stelle im Buch, die am schwierigsten zu schreiben warKapitel 11 Seite 266: Der Versuch, die Erstbegegnung mit einer Blauracke mit einem spirituellen Erleuchtungserlebnis ...

Lieblingssatz aus dem Buch
„Die Heckenbraunelle ist, um es ganz direkt auszudrücken, einer der schärfsten Feger der Vogelwelt.“
Die Stelle im Buch, die am schwierigsten zu schreiben war
Kapitel 11 Seite 266: Der Versuch, die Erstbegegnung mit einer Blauracke mit einem spirituellen Erleuchtungserlebnis zu vergleichen.
Der optimale Soundtrack zum Buch
Das Vogelstimmenkonzert in einem alten Laubmischwald an einem windstillen Morgen Ende April/Anfang Mai. Oder der Monumentalchor aus hunderten Gänse- oder Kranichkehlen in einer Feuchtwiesenlandschaft auf dem Höhepunkt der Zugzeit.
Der perfekte Ort, um das Buch zu lesen
Gartenbank, Hängematte, Sofa, Bahnhofswartehalle, Zugabteil. Eigentlich überall dort, wo es ruhig genug ist, um Vogelstimmen entweder direkt zu hören oder sich ihren Klang zumindest vorstellen zu können.
Welchem Prominenten würden Sie Ihr Buch gern überreichen und welche Widmung stünde drin?
Allen amtierenden und künftigen Umwelt- und Landwirtschaftsministerinnen. „Egal, was in Ihrem Parteiprogramm steht - bitte machen Sie eine Politik, die den Vögeln das Überleben sichert.“
Was darf beim Schreiben auf keinen Fall fehlen – abgesehen von Rechner, Schreibmaschine oder Stift?
Fernglas. Es steht immer griffbereit auf dem Schreibtisch, damit kein Vogel unidentifiziert meinen Garten verlässt.
Was ist schöner den letzten Satz zu Ende gebracht zu haben oder das fertige Buch in Händen zu halten?
Beides ist schön, das erste noch einen Tick schöner, weil mit großer Erleichterung verbunden.
Wer oder was hilft, wenn es mal schwierig ist, weiterzuschreiben?
Raus auf den Balkon, durchatmen. Und kurz horchen und gucken, was so draußen rumfliegt.
Was war zuerst da: die Story oder eine Figur aus dem Buch?
Die Vögel natürlich. Alles andere kam später.
Wie wichtig sind Freunde, Familie, Berater beim Schreiben?
Unschätzbar. Schon deshalb, weil sie einen ertragen.
Lieber akkurat durchplanen oder erstmal drauflosschreiben?
Das zweite. Der Plan ergibt sich unterwegs.
Welche Farbe hätte das Cover auf keinen Fall haben dürfen und warum?
Lila hätte ich zumindest seltsam gefunden, weil mir kein heimischer Vogel einfällt, der diese Farbe trägt.
Wer das Buch liest, fühlt sich nach der letzten Seite…?
Beflügelt, hoffentlich!

Interview

»Treten Sie Politiker:innen auf die Füße« | 26.02.2021

Worum geht es in Ihrem neuen Buch, Frau Romberg? Ist der „Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht“ eine Art Fortsetzung Ihres Bestsellers „Federnlesen“?Ja und nein. Ja, weil ich auch diesmal vom Naturerleben erzähle, von der Freude, die es macht, die Vielfalt um uns herum genau wahrzunehmen. Abe...

Worum geht es in Ihrem neuen Buch, Frau Romberg? Ist der „Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht“ eine Art Fortsetzung Ihres Bestsellers „Federnlesen“?
Ja und nein. Ja, weil ich auch diesmal vom Naturerleben erzähle, von der Freude, die es macht, die Vielfalt um uns herum genau wahrzunehmen. Aber ich habe diesmal nicht nur die Vögel in den Blick genommen, sondern auch ganze Landschaften mitsamt allem, was darin lebt. Und ich habe einige Artengruppen näher kennengelernt, die mich schon immer interessiert haben: die Nachtfalter etwa, zu denen auch der „Braune Bär“ gehört.
Mit „Federnlesen“ haben Sie Tausende fürs Vögelbeobachten begeistert – was und wen würden Sie gern mit dem „Braunen Bären“ erreichen?
Alle, die beim Spazierengehen immer mal stehen bleiben, um einen Schmetterling oder Käfer näher anzuschauen, sich in das Rindenmuster eines Baums zu vertiefen, auf eine Vogelstimme zu horchen. Alle, die sich beim Anblick eines Tieres oder Gewächses gelegentlich fragen, wie es heißt, und weshalb es gerade hier vorkommt. Alle, die Natur lieben, sich um sie sorgen – und wissen wollen, was geschehen muss, um sie endlich wirksam zu schützen.
Ihre Leser lernen im Buch eine ganze Reihe unermüdlicher Naturschützer und -wiederaufbauer kennen, aus ganz Deutschland. Wie sind Sie selbst auf diese Experten gestoßen?
Ich schreibe schon seit vielen Jahren über Natur, für GEO und seit Kurzem auch für das Online-Wissenschaftsmagazin „Riffreporter“. Dadurch habe ich immer wieder naturkundige Menschen kennengelernt, die ich inspirierend und ermutigend fand; die mir Hoffnung machen, dass sich unsere Naturschätze doch noch bewahren lassen. Es gibt, zum Glück, sehr viele solche Menschen – eigentlich hätte mein Buch doppelt so dick werden müssen!
Wie haben Sie letztlich entschieden, welche dieser Naturkenner und -schützer Sie im Buch vorstellen möchten?
Ich habe mir diejenigen ausgesucht, die wie ich eine lange „Beziehungsgeschichte“ mit den Arten und Biotopen haben, um die sie sich kümmern. Die sich auf eine Weise für sie engagieren, die ich beispielhaft finde, und die über einen großen Wissensschatz verfügen – auf jeweils unterschiedlichen Gebieten. Denn ich wollte, zusammen mit den Porträtierten, auch ein möglichst breites Spektrum heimischer Natur vorstellen: nicht nur verschiedene Arten, sondern auch spezielle Lebensräume mit ihrem typischen Inventar von Tieren und Pflanzen. Wie etwa Moore, Wälder, Fließgewässer, das Wattenmeer und die Agrarlandschaft.
Wie steht es um die Natur in unserem Teil der Welt? Wie stark ist sie bedroht?
Da gibt es nichts schönzureden: Die Biodiversität, die Vielfalt der Arten und Lebensräume, ist in Bedrängnis wie nie zuvor, auch bei uns. Wir Deutschen halten uns ja gern für besonders umweltbewusst, aber gerade der Naturschutz ist seit Jahrzehnten Stiefkind der Politik – und findet auch in der Öffentlichkeit zu wenig Aufmerksamkeit. Immer dort, wo er in Konflikt mit wirtschaftlichen Interessen gerät, steht er von vornherein als Verlierer fest. Das Ergebnis: Wir haben allein seit den 80er Jahren über 75 Prozent der Insekten und die Hälfte aller Feldvögel verloren; die Agrarlandschaft, die noch vor wenigen Jahrzehnten von blühendem, summendem, singenden Leben erfüllt war, hat sich in weiten Teilen in eine öde, stumme Nutzpflanzensteppe verwandelt.
Sie setzen sich für eine neue Bewegung ein: für die hiesige Natur, für mehr Platz, Vielfalt, Schutz für Flora und Fauna, vergleichbar mit der Klimaschutzbewegung. Welche konkreten Ziele gilt es denn zu erreichen, um die unmittelbare Bedrohung vieler Arten noch abwenden zu können?
Anfang dieses Jahres haben sich, anlässlich des „One Planet Summit“, über 50 Staaten zu dem Ziel bekannt, 30 Prozent der Erde unter Naturschutz zu stellen. Auch Deutschland hat sich dieser „Koalition der Willigen“ angeschlossen. Bislang nehmen Nationalparks und Naturschutzgebiete kaum mehr als sechs Prozent der deutschen Landes- und Meeresfläche ein – es ist also noch Luft nach oben. Zusätzlich zu mehr Naturreservaten brauchen wir jedoch dringend eine ökologische Wende in der Agrarpolitik – damit Bauern für naturverträgliches Wirtschaften belohnt werden statt, wie bisher, für maximale Erträge auf Kosten der Biodiversität.
Wer ist Brodwin und warum könnte er gut zur Galionsfigur der Artenschützer:innen werden?
Brodwin ist ein Biber, benannt nach dem brandenburgischen Dorf Brodowin, das inmitten des größten zusammenhängenden Ökoanbaugebiets in Deutschland liegt. Die Landschaft dort wimmelt von Leben, und dazu tragen auch die dort heimischen Biber bei: Mit ihren Dämmen, die sie überall errichten, schaffen sie neue Lebensräume für eine Vielzahl von Arten. Und werden so zu natürlichen Verbündeten nicht nur der Artenschützer:innen, sondern auch der Umweltpolitik. Denn sie setzen, fleißig und unbeirrbar, genau jene Richtlinien zum Schutz von Natur und Gewässern um, die von Menschen oft missachtet werden.
Was kann jeder Einzelne von uns tun? Was könnten einfache Veränderungen in unserem Alltag sein, mit denen wir den Tieren und Pflanzen um uns herum effektiv helfen können?
Verwandeln Sie Ihren Garten oder Balkon in ein Schlemmerbuffet für Insekten und Vögel – mit heimischen Sträuchern statt exotischer Lorbeerkirschen und Koniferen, mit einer Blumenwiese statt eines Zierrasens, der leider immer noch DAS deutsche Gartenideal ist. Falls Sie weder Garten noch Balkon haben: Gehen Sie unter die Guerilla-Gärtner:innen, die öffentliches Einheitsgrün mit heimischen Wildpflanzen beleben! Und, am wichtigsten von allen: Treten Sie Politiker:innen und Behörden auf die Füße. Ohne öffentlichen Druck wird sich in puncto Naturschutz so schnell nichts ändern.
Was sollte die Politik tun, um zu helfen?
Ganz einfach: Sie sollte all die UN-Konferenzbeschlüsse und nationalen Biodiversitätsstrategien, die sie in den vergangenen Jahrzehnten feierlich verkündet hat, endlich in die Tat umsetzen, statt sie, wie bisher, ein ums andere Mal krachend zu verfehlen. Und sie sollte die Milliarden, mit denen sie umweltschädliches Wirtschaften subventioniert, zum Schutz von Natur und Klima einsetzen. Ein bescheidener Teil davon würde viel bewirken!
Was haben Sie selbst durch die Begegnungen mit den Protagonist:innen Ihres Buches dazugelernt? Gab es Aha-Momente während der Arbeit an dem Buch? Hat die Recherche in den letzten Monaten Ihr Leben (und sei es im Kleinen) verändert?
Das hat sie. Ich habe im vergangenen Jahr die Umgebung meines Dorfes neu erkundet – und dabei mehr Beobachtungen gemacht, mehr neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt als in den zwei Jahrzehnten zuvor. Das verdanke ich den Exkursionen mit meinen Protagonist:innen, die nicht nur meinen Blick geschärft, sondern mir auch in puncto Artenkenntnis und Ökologie – ich bin ja keine studierte Biologin, sondern nur Hobby- Vogelguckerin – eine steile Lernkurve verschafft haben. Ich weiß jetzt, zum Beispiel, dass allein die Familie der Torfmoose über 300 Arten umfasst, dass manche Süßwassermuscheln über 200 Jahre alt werden können, dass man Uhus nie direkt in die Augen schauen darf und dass man, wenn man Tag- und Nachtfaltern etwas Gutes tun will, lieber Brennnesseln als Schmetterlingsflieder im Garten pflanzen sollte.
Warum hat es ausgerechnet der Braune Bär auf das Cover des Buchs geschafft? Was ist das Besondere an ihm – hat das damit zu tun, dass er gerade zum Schmetterling des Jahres 2021 gekürt wurde?
Er steht für die vielen verborgenen, teils verkannten Schönheiten der heimischen Natur. Und für die erstaunliche Farbenpracht der Nachtfalter. Die Kolleginnen aus der Sachbuch-Abteilung hatten ihn daher, auf meinen Vorschlag hin, schon im vergangenen Sommer für den Titel des Buches ausgewählt – weshalb wir uns alle sehr gefreut haben, als er dann, Monate später, zum Schmetterling des Jahres 2021 gekürt wurde!
Wenn Sie ein Buchhändler wären, wem würden Sie Ihr Buch zum Kauf empfehlen?
Allen, die schon „Federnlesen“ gern gelesen haben. Allen, die sich nicht nur für Vögel, sondern die gesamte lebende Vielfalt vor der Haustür interessieren. Allen, die gelegentlich am Zustand der Natur verzweifeln – sich aber dennoch die Freude bewahren wollen, sie zu beobachten.

Interview

Im Interview: Johanna Romberg über ihr Buch "Federnlesen" | 14.02.2018

In Ihrem Buch „Federnlesen“ begleiten wir Sie in die erstaunliche und faszinierende Welt der Rotkehlchen, Mauersegler und anderer Vögel. Was macht für Sie diese Faszination aus, was ist das „Glück des Beobachtens“, von dem Sie schreiben?Ach, da kommt so viel zusammen! Die immer wieder neue Vorfreude...

In Ihrem Buch „Federnlesen“ begleiten wir Sie in die erstaunliche und faszinierende Welt der Rotkehlchen, Mauersegler und anderer Vögel. Was macht für Sie diese Faszination aus, was ist das „Glück des Beobachtens“, von dem Sie schreiben?
Ach, da kommt so viel zusammen! Die immer wieder neue Vorfreude auf das, was ich unterwegs entdecken werde – ob beim Spaziergang vor der Haustür oder bei der Exkursion durch ein Naturschutzgebiet. Die Detektivarbeit beim Identifizieren eines noch unbekannten Flugobjekts. Die Euphorie, wenn plötzlich ein Vogel auftaucht, nach dem ich seit Jahren vergebens Ausschau gehalten habe. Die Freude über die Begegnung mit „alten Bekannten“, Allerweltsvögeln, an denen ich trotzdem immer wieder neue Seiten entdecke. Die ersten vertrauten Stimmen, die im Vorfrühling erklingen. Und, nicht zuletzt: die Erfahrung, beim gespannten Hinsehen und Hinhören immer wieder die Welt um mich herum zu vergessen, mich selbst eingeschlossen. Das ist vielleicht das Beste überhaupt an der Vogelguckerei.
Sie stellen uns auf knapp 300 Seiten vorwitzige, stille, laute, musikalische, glamouröse und ganz bescheidene Exemplare aus der Vogelwelt vor. Welcher ist Ihnen der liebste und wieso ist ausgerechnet der Ihnen so sympathisch?
GANZ schwere Frage! Die kann ich nur mit einer längeren Aufzählung beantworten. Also: Die Singdrossel, weil ihr Gesang so hinreißend ist, dass ich ihr Stunden zuhören könnte (für die Nachtigall gilt dasselbe). Spatzen, Blau- und Kohlmeisen, weil sie die einzigen sind, die täglich meinen Garten besuchen. Blauracke und Bienenfresser, weil sie so unglaublich blau sind. Die Heckenbraunelle, weil sie ein unscheinbares Äußeres mit einem, sagen wir, extrem eigenwilligen Paarungsverhalten verbindet. Der Silberreiher, weil er – groß und schneeweiß – einer der wenigen Vögel ist, die ich bei Tempo 120 von der Autobahn aus bestimmen kann, und der Mauersegler, weil er der einzige Alien ist, der mit uns Menschen unter einem Dach wohnt. Die Liste ist bei weitem nicht vollständig - und erweitert sich von Jahr zu Jahr.
Und wenn Sie selbst ein Vogel wären, was für einer wären Sie wohl?
Eine Schnepfe natürlich, vorzugsweise eine Uferschnepfe. Das sind sehr schöne, grazile Watvögel, die mich immer an Balletttänzer erinnern. Leider geht es ihnen in Mitteleuropa nicht besonders gut, weil sie als Wiesenbrüter unter der Intensivierung der Landwirtschaft leiden. Deswegen würde ich, könnte ich es mir aussuchen, auf Island aus dem Ei schlüpfen. Auf den Mooren und Schafweiden da oben geht es Watvögeln noch richtig gut.
„Birding“, also das Beobachten von Vögeln, erfährt dieser Tage eine immerhin bemerkbare Renaissance. Haben Sie dafür eine Erklärung?
Ob es eine „Renaissance“, also eine Wiedergeburt gibt, weiß ich nicht: So richtig populär war das Vogelbeobachten bei uns in Deutschland ja noch nie, anders als in Großbritannien und den USA, wo es fast schon Volkssport ist. Eine mögliche Antwort: Je mehr die Natur aus unserer Alltagsumgebung verschwindet, desto größer wird auch die Sehnsucht nach ihr. Und wenn man sich häufiger draußen aufhält und die Sinne auf die Umgebung richtet, wird man früher oder später fast zwangsläufig auf Vögel aufmerksam. Weil sie, von allen Wildtieren, die Auffälligsten sind, optisch wie akustisch, und weil sie sich relativ leicht bestimmen lassen – anders als etwa Insekten, bei denen allein schon die Zahl der Arten in die Zehntausende geht.
Für wen ist „Federnlesen“ das perfekte Geschenk und warum?
Für alle, die Natur lieben – es müssen nicht speziell Vögel sein. Für alle, die sich nicht nur von Natur selbst berührt fühlen, sondern auch von Naturbeschreibungen. Für alle, die seit Jahren über den Kauf eines Fernglases oder Bestimmungsbuchs nachdenken, sich aber bislang nicht dazu entschließen könnten. Und schließlich für Leute, die mit Vogelliebhabern befreundet oder verheiratet sind und immer schon mal wissen wollten, was diese Leute eigentlich antreibt.
Wenn Sie in Ihrer Lieblingsbuchhandlung die Regale einräumen dürften, neben welches Buch würden Sie „Federnlesen“ legen?
In meiner Lieblingsbuchhandlung gäbe es, natürlich, sowohl eine Abteilung mit naturkundlichen Sachbüchern als auch eine mit Romanen und Erzählungen, in denen Natur eine besondere Rolle spielt. Zu den normalen Geschäftszeiten läge „Federlesen“, wie es sich gehört, bei den Sachbüchern und Biografien – zum Beispiel neben den „Naturkunden“ von Matthes und Seitz, neben „H wie Habicht“ von Helen McDonald, Feral“ von George Monbiot oder „Menschenzeit“ von Christian Schwägerl. Nach Ladenschluss aber würde es auf leisen Papierflügeln in die Belletristikabteilung hinübergleiten und die Nacht, zum Beispiel, neben Kerstin Ekmans „Geschehnissen am Wasser“ verbringen, neben „Sturmhöhe“ von Emily Brontë oder neben „Brand’s Haide“ von Arno Schmidt.

Alle Verlage