Julia Hofelich - Autor
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Autorin

Julia Hofelich

Julia Hofelich studierte zunächst Germanistik und Komparatistik, bevor sie zu Jura wechselte. Nach ihrem Referendariat arbeitete sie als Rechtsanwältin und absolvierte ein Fernstudium zur Drehbuchautorin. Julia Hofelich ist verheiratet und hat zwei Kinder, zur Zeit recherchiert sie für ihren zweiten Krimi.

Interview

Julia Hofelich spricht im Interview über ihr neues Buch „Totwasser" | 12.12.2018

Mit „Totwasser“ erscheint am 21.12.2018 Ihr spannendes Krimidebüt mit überraschendem Plot und ungewöhnlicher Ermittlerin. Sie haben als Rechtsanwältin gearbeitet. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?Schreiben hat mir schon immer riesigen Spaß gemacht. Bereits als Kind habe ich gerne Geschichten erfu...

Mit „Totwasser“ erscheint am 21.12.2018 Ihr spannendes Krimidebüt mit überraschendem Plot und ungewöhnlicher Ermittlerin. Sie haben als Rechtsanwältin gearbeitet. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Schreiben hat mir schon immer riesigen Spaß gemacht. Bereits als Kind habe ich gerne Geschichten erfunden, und das ist bis heute so geblieben. Ein Leben ohne Schreiben kann ich mir nicht vorstellen. Dafür habe ich nun auch meine Tätigkeit als Anwältin aufgegeben.
Die Protagonistin Linn Geller übernimmt als Pflichtverteidigerin einen Mordfall. Ihre Mandantin Grace Riccardi hat kein Interesse daran, von irgendjemanden vertreten zu werden. Dabei wird sie beschuldigt, ihren Mann Nico Benten, einen berühmten Schauspieler, ermordet zu haben. Wie sind Sie auf die Idee zum Krimi gekommen?
Vor einigen Jahren habe ich meine eigene Kanzlei gegründet, und diese spannende Zeit hat mich zu „Totwasser“ inspiriert. Ich war im Familienrecht tätig und durfte häufig miterleben, was ehemalige Ehegatten sich gegenseitig so alles antun, um sich aneinander zu rächen. Mein Buch konnte eigentlich nur ein Krimi werden.
Wie sehr inspirieren Sie Fälle aus Ihrem Berufsalltag als Rechtsanwältin beim Schreiben? Gibt es auch hier einen realen Fall als Vorbild?
Ich habe Linns Fall vollkommen frei erfunden, ein reales Vorbild gibt es nicht. Meine Erfahrungen aus dem Alltag als Anwältin, also der Umgang mit Fällen, Mandanten, Richtern, Kollegen usw. und auch rechtliche Vorgänge, fließen aber natürlich in mein Schreiben ein.
Linn Geller ist eine junge, ambitionierte Anwältin. Wie haben Sie Ihre Hauptfigur entwickelt? Weist sie autobiographische Züge auf?
Ich wollte selbst eigentlich immer Strafverteidigerin werden, aber manchmal laufen die Dinge im Leben ganz anders als geplant. Dafür ist jetzt meine Hauptfigur Linn Strafverteidigerin. Meine Versuche, Linn am Reißbrett zu planen, habe ich irgendwann aufgegeben, denn erst beim Schreiben des Textes habe ich erkannt, wie sie wirklich denkt und handelt. Linn ist in vielen Punkten ganz anders als ich und sie lebt auch ein vollkommen anderes Leben. Trotzdem gleichen wir uns natürlich auch, etwa darin, dass wir nicht so schnell aufgeben.
„Totwasser“ ist ein ungewöhnlicher Titel. Was bedeutet er?
Wenn Wasser um ein Hindernis herumfließt, zum Beispiel um einen Felsen, dann entsteht hinter dem Felsen eine Stelle, an der das Wasser sich nicht bewegt. Diese Stelle wird „Totwasser“ genannt. Manchmal geraten Dinge ins Totwasser, und die werden so schnell nicht mehr freigegeben …
Wie sind Sie beim Schreiben Ihres Krimis vorgegangen? Gab es Rituale?
Das einzige, was ich zum Schreiben brauche, sind ein ruhiges Eckchen und viel Kaffee.
Linn beginnt zu recherchieren, und was als anscheinend „einfacher“ Mordfall begann, entpuppt sich nur als die Spitze des Eisbergs. Denn rund um Nico Benten und einige seiner Jugendfreunde existiert ein dunkles und gefährliches Netz aus tödlichen Geheimnissen. Wussten Sie von Anfang an, wie die Geschichte ausgehen wird oder haben die Figuren ab einem gewissen Zeitpunkt eine Art Eigenleben entwickelt?
Ich hatte am Anfang einen Plan, wie die Geschichte ausgehen soll, habe mich aber nicht daran gehalten. Das ist das Schöne (und zugleich das Herausfordernde) am Schreiben, dass man seine eigenen Pläne einfach wieder umstoßen kann, wenn einem etwas Besseres einfällt. Dies hat natürlich zur Folge, dass man zurück an den Anfang gehen und alles umschreiben muss. Aber eine richtig gute neue Idee ist das wert. Und tatsächlich haben auch die Figuren ein Eigenleben: Götz Nowak zum Beispiel, der nun Linns bester Freund und Kanzleipartner ist, war eigentlich so konzipiert, dass er ein einziges Mal über den Flur laufen und einen einzigen Satz sagen sollte. Irgendwie hat er sich aber auf seine nette Art immer wieder in die Geschichte hineingemogelt und seine Rolle wurde größer und größer.
Welche Bücher lesen Sie privat gerne?
Am liebsten Krimis! Hin und wieder auch mal einen anderen (gerne humorvollen) Roman. Außerdem mag ich Gedichte, weil sie so wunderbar kurz sind und man sie zwischendrin genießen kann. Und es kommt vor, dass meine Kinder mich mit einem ihrer „Harry Potter“- oder „Gregs Tagebuch“-Ausgaben vorfinden.
Würden Sie auch mal ein anderes Genre ausprobieren?
Ich würde gerne mal einen Liebesroman schreiben. Und ein Mystery-Thriller würde mich auch reizen.
Woran arbeiten Sie zurzeit? Wird es einen weiteren Fall für Linn Geller geben?
Im Moment schreibe ich gerade am zweiten Fall für Linn Geller. Ein Fall, der alles von ihr fordern wird. Ich hoffe, meine Leserinnen und Leser werden Linn genauso ins Herz schließen wie ich.
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