Katja Kessler - Autor
© Katja Kessler

Autorin

Katja Kessler

Dr. Katja Kessler, geboren 1969 in Kiel, ist Zahnärztin, Journalistin  und Bestsellerautorin - u.a. Herztöne, Das Mami-Buch und Silicon Wahnsinn. Kessler ist mit dem Gesamtherausgeber der Bild-Gruppe, Kai Diekmann, verheiratet. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in Potsdam.

Interview

Im Interview: Katja Kessler im Interview über "Das muss Liebe sein. 54 ½ Pflegetipps für die glückliche Ehe“ | 10.05.2016

In Ihrem Buch geben Sie 54 ½ Pflegetipps für die glückliche Ehe. Wie sind Sie darauf gekommen, gerade dieses Buch zu schreiben? Und warum sind es genau 54 ½ Tipps?Seien Sie ehrlich! Eigentlich wollen Sie mich doch fragen: Warum ein Buch über die Ehe? Gibt es die nicht schon wie Sand am Meer? Ja. Gib...


In Ihrem Buch geben Sie 54 ½ Pflegetipps für die glückliche Ehe. Wie sind Sie darauf gekommen, gerade dieses Buch zu schreiben? Und warum sind es genau 54 ½ Tipps?

Seien Sie ehrlich! Eigentlich wollen Sie mich doch fragen: Warum ein Buch über die Ehe? Gibt es die nicht schon wie Sand am Meer? Ja. Gibt es. Und da stehen dann so Tipps drin wie: Schenk ihr Blumen! Oder: Hört einander zu! Also für meine Ehe funktioniert das nicht. Ich habe 54 1/2 Tipps und Fakten zusammengetragen, die ich nicht schon zehntausend Mal gelesen habe.

Die Zahl der Eheschließungen in Deutschland ist seit 15 Jahren auf einem mehr oder weniger konstanten Level geblieben. Früher wurde geheiratet, weil es die gesellschaftliche Konvention so verlangte. Warum denken Sie, ist es auch heutzutage noch so vielen Menschen wichtig, den Bund der Ehe zu schließen?
Ich finde, ein Ring am Finger ist der ultimative Liebesbeweis ... Wobei, gucken Sie mal! Meiner fehlt. Den habe ich jetzt schon zum dritten Mal verloren. Mein Mann ist deswegen echt stinkig. Neulich, zu meinem Geburtstag, hat er mir einen neuen gekauft und direkt versteckt.
Sie sind selbst seit 15 Jahren glücklich verheiratet. Verraten Sie uns Ihren persönlichen Geheimtipp für eine funktionierende Ehe?
Erstens: Verzeihe deinem Mann, dass er nur ein Mann ist! Zweitens: Ähnliche Interessen. Auf Dauer ist es echt schwierig, wenn er gerne Helene Fischer hört und du Wagner-Opern. Drittens: Keine Ehe zu dritt! Damit meine ich nicht irgendeine Geliebte. Damit meine ich: Ich, er und sein Handy. Mein Mann hat Zuhause striktes Handyverbot. Wie soll man denn da vernünftig miteinander sprechen, wenn der andere die ganze Zeit auf seinen technischen Geräten rumdaddelt?
Sie haben für Ihr Buch unzählige wissenschaftliche Studien gelesen und Zahlen und Fakten recherchiert. Sind Sie dabei auf Ergebnisse oder Erkenntnisse gestoßen, die Sie kurios fanden oder die Sie überrascht haben?
Ja. Hochzeitstorten schmückt man ja gern mit Schwänen, die gelten als treu bis zum Tod. Durch moderne DNA-Untersuchungen weiß man allerdings, dass in manchen Gelegen von sechs Eiern fünf nicht von Papi sind. Die Schwanenfrauen treiben’s also heimlich ganz schön wild und machen erst, wenn die Küken schlüpfen, auf monogame Zweierkiste.
Sie geben dem Leser neben diesen wissenschaftlichen Daten aber auch Einblick in Ihr eigenes Ehe- und Familienleben. Was sagt Ihr Mann dazu, wenn Sie den Lesern private Details verraten?
Der ist Kummer gewöhnt. Neulich meinte er zu mir: „Katja, wenn ich das alles so lese, müsste ich mich eigentlich von mir selbst scheiden lassen.“ Außerdem schreibe ich natürlich aus persönlicher Betroffenheit. Meine Ehe könnte die tollste der Welt sein, wäre da nicht manchmal mein Mann, der stört.
Ihr Mann ist Ihr Schatzi. Hat er auch einen Kosenamen für Sie? Verraten Sie uns diesen?
„Schatzi“ ist nur sein Künstlername. Und ich habe keinen Kosenamen wie Katinkamausistinki. Da muss ich passen. Allerdings haben wir vier Kinder. Da ist die Herausforderung, sich nicht vor allen Mama und Papa zu nennen.
Zu einer Ehe gehören ab und an auch Streitigkeiten. Womit bringen Sie Schatzi verlässlich auf die Palme?
Unpünktlichkeit. Er baut sich gern vor der Badezimmertür auf und macht auf Zulu-Time. Also Zeit runterzählen: Zehn, neun, acht ... Hat er bei der Bundeswehr gelernt.
Was ist für Sie das Schönste am Verheiratet sein?
Dass ich weiß, ich habe da jemanden, mit dem ich bis ans Ende meines Lebens morgens aufwachen möchte. Mein Ernie. Und ich bin Bert. Und noch was! Das Tolle an einem Mann ist ja, dass er dich oft mehr mag, als du dich selbst. Weil: Da ist ja dieser zu kleine Busen. Und die zu große Nase.
Wie schaffen Sie es zwischen Berufs-, Alltags- und manchmal Ehestress, sich Ihren Humor zu bewahren?
Das frage ich mich auch. Humor ist das Teflon der Ehe. Da bleiben die Probleme nicht so schnell kleben.
Ehe bedeutet oft auch, Kompromisse mit dem Partner einzugehen. Gibt es auch Themen oder Dinge, bei denen Sie völlig kompromisslos sind? Wenn ja, welche?
Nein, ich sage immer: Jeder darf in unserer Ehe machen, was ich will. Aber Spaß beiseite. Was meinen Job angeht, bin ich dann und wann kompromisslos. Dann packe ich meine Koffer und fahre eine Woche in Schreibklausur. Bei einem Mann hieße das Dienstreise. Wenn ich dann Zuhause anrufe bei meinem Göttergatten, um zu fragen, ob alles okay ist, im Hintergrund schreien unsere vier Kinder und zanken sich und anschließend kann ich auflegen – soll ich ehrlich sein? Das hat was.
Laufen Sie eigentlich den ganzen Tag mit Notizbuch in der Tasche herum, um lustige Anekdoten sofort festzuhalten?
Nein, ich spreche mir gern selbst auf Band. Da bin ich eher der moderne Egomane. Und ich habe ein gutes Gedächtnis für Skurrilitäten.
Was können wir als nächstes von Ihnen erwarten?
Jetzt bin ich erst mal im Kindbett. So ein Buch ist wie eine Geburt. Ich muss mich erholen.
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