Margherita Giovanni - Autor
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Autorin

Margherita Giovanni

Margherita Giovanni ist ein Pseudonym der Autorin Brigitte Pons. Sie lebt in der Nähe von Frankfurt/Main, schreibt Romane und Kurzgeschichten und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Text. Neben dem Schreiben liebt sie das Reisen und ganz besonders Barcelona. Als Isabella Esteban schreibt sie eine Krimireihe über ihre liebste Stadt Europas, im E-Book erscheint unter dem Namen Brigitte Pons außerdem ihre Odenwald-Krimireihe um Ermittler Frank Liebknecht.

Interview

»Mit Klischees zu spielen macht mir Spaß. Und ganz besonders, dem nostalgisch-verklärten Blick einen Mord entgegenzusetzen.« | 17.05.2021

Wie würden Sie Ihr Buch in drei Wörtern beschreiben?Muss – man – lesen! 😉 Verwirrspiel, Frauenpower, ItaliennostalgieWären Sie gern einmal in die Haut einer Ihrer Protagonist:innen geschlüpft?Oh ja, immer wieder! Allerdings nicht in jeder Situation, in die ich meine Figuren schicke … das wäre mir pe...

Wie würden Sie Ihr Buch in drei Wörtern beschreiben?
Muss – man – lesen! 😉
Verwirrspiel, Frauenpower, Italiennostalgie
Wären Sie gern einmal in die Haut einer Ihrer Protagonist:innen geschlüpft?
Oh ja, immer wieder! Allerdings nicht in jeder Situation, in die ich meine Figuren schicke … das wäre mir persönlich viel zu gefährlich. Ich bin im realen Leben eher ein Angsthase! Mit Federica Pellegrini würde ich gern tauschen, wenn sie abends auf ihrer Terrasse an der Klippe sitzt. Unten rauscht die Meeresbrandung, der Mond geht auf, die Zikaden zirpen – und ihr gegenüber öffnet Lorenzo Garibaldi eine Flasche Wein. Ja, das könnte mir gefallen.
Ihre neue Krimi-Reihe veröffentlichen Sie unter dem Pseudonym Margherita Giovanni. Auch als Brigitte Pons schreiben Sie Romane und leben in der Nähe von Frankfurt. Warum haben Sie sich für Italien als Schauplatz Ihres Krimis ADRIA MORTALE – BITTERSÜßER TOD entschieden?
Wie hätte ich ein anderes Setting wählen können? Kein anderes Land war für die Deutschen in der auf den Krieg folgenden Zeit im gleichen Maß mit Sehnsüchten verknüpft wie Italien. Die Reise in den Süden war ein Abenteuer im überschaubaren Rahmen – und natürlich eine gute Möglichkeit zu zeigen, dass man sich etwas leisten konnte. Bis heute sind uns die eingängigen Schlager vertraut und rufen Bilder von Sonne, Meer und Liebe wach, die uns seufzen lassen. Mit diesen Klischees zu arbeiten macht Spaß, und ganz besonders dem nostalgisch-verklärten Blick durch einen Mord einen deutlichen Kontrast entgegenzusetzen.
Was sind die stärksten Motive und Inspirationen für Ihre Bücher?
Das Leben bietet mir einen endlosen Fundus an Ideen – ein Bild, eine Schlagzeile, ein Gesprächsfetzen kann ausreichen, um meine Fantasie in Gang zu setzen und eine ganze Geschichte entstehen zu lassen. Manchmal dauert es eine Weile, bis ein scheinbar vergessenes Thema mich wieder einholt und in den Vordergrund drängt. Dann weiß ich, es ist Zeit darüber zu schreiben.
Was ist Ihr Rezept für einen richtig guten Krimi?
Die wichtigste Zutat sind immer Emotionen. Empathie für die Figuren und Leidenschaft beim Schreiben. Die Charaktere müssen greifbar und glaubhaft sein – was nicht bedeutet, dass jede ihrer Handlungen sofort verständlich oder gar logisch zu sein hat, denn das wäre nicht realistisch. Dazu falsche Fährten und Irrwege, zwischen denen sich die wichtigen Hinweise verstecken und am Ende eine Auflösung, bei der alle Fäden zusammengeführt werden.
Was ist der spektakulärste oder skurrilste Fakt, auf den Sie je bei Recherchen gestoßen sind?
Bei meiner aktuellen Recherche: Der tragische Tod eines Künstlers, der von seinem eigenen Werk erschlagen wurde.
Ein echtes Gänsehauterlebnis hatte ich auch bei der Recherche zu meinem Buch „RAUBJAGD“ (Lübbe 2019), das unter meinem Namen Brigitte Pons erschienen ist. Als ich bereits geschriebene Passagen auf ihre Realitätsnähe prüfen wollte, zeigten sich gleich mehrere Übereinstimmungen mit der Wirklichkeit – räumlich und zeitlich – ich konnte es selbst kaum glauben. Dabei ging es um Begebenheiten am Ende des Zweiten Weltkriegs, einen Flugzeugabsturz und einen etwa dreizehnjährigen Augenzeugen, um etwas, das verschwand und später wieder auftauchte – und um eine Granate im Hof meiner Großeltern.
Was verbinden Sie mit dem Gefühl „Aufregung“?
Auf mein Autorinnenleben bezogen, zuerst und ganz im positiven Sinn, die freudige Erwartung beim Auspacken einer Kiste mit druckfrischen Büchern! Oder das Gefühl der Anspannung und Nervosität vor dem Beginn einer Lesung. Und dann gibt es natürlich die negativen Seiten der Aufregung, wenn mich etwas wütend macht, fassungslos, schockiert – oder ängstigt. Letzteres ist zum Glück eher selten der Fall. 😊

Manchmal kommt Aufregung auch als eine Kombination daher und die angespannte Vorfreude kippt, verwandelt sich in Panik.
Welcher Satz aus Ihrem Buch drückt dieses Gefühl am besten aus?
»Egal wie sehr sie Krimis liebten, sich selbst mitten in einem Mordfall wiederzufinden – und dann auch noch auf der Seite der Verdächtigen –, das ging zu weit.«
Wird es einen weiteren ADRIA MORTALE Fall geben?

Zu meiner großen Freude: ja! Ich arbeite schon daran, damit er 2022 pünktlich erscheint.

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