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Sabine Engel

Sabine Engel, geb. 1974 in Aachen, studierte Physik, arbeitete nebenbei für verschiedene Tageszeitungen und schrieb populärwissenschaftliche Artikel für Spektrum der Wissenschaft. Nach der Promotion in Kanada kehrte sie nach Deutschland zurück und wandte sich fiktionalen Stoffen zu. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Berlin. "Mission mit Schwein" ist ihr erstes Kinderbuch.

Interview

Interview | 24.05.2013

Sabine Engel studierte Physik und schrieb für verschiedene Zeitungen und Magazine wissenschaftliche Beiträge. Doch das Schreiben über die Arbeit anderer war auf Dauer nicht genug - sie wollte selbst etwas schaffen. Und so schrieb sie das wunderschöne und sau-witzige Buch »Mission mit Schwein«. Wie m...

Sabine Engel studierte Physik und schrieb für verschiedene Zeitungen und Magazine wissenschaftliche Beiträge. Doch das Schreiben über die Arbeit anderer war auf Dauer nicht genug - sie wollte selbst etwas schaffen. Und so schrieb sie das wunderschöne und sau-witzige Buch »Mission mit Schwein«. Wie man von der Physikerin zur Kinderbuchautorin wird, erklärt Sabine Engel im Interview.
Frau Engel, »Mission mit Schwein« ist Ihr erstes Kinderbuch, wie sind Sie auf die Idee für die Geschichte um Ole und seinen Opa gekommen?
Das weiß ich noch: Ich bin zu meiner Oma gefahren, als mir plötzlich bewusst wurde, dass sie bald sterben würde. Auf einmal war ich furchtbar traurig und hatte Angst vor dem drohenden Verlust. Aus diesem Gefühl heraus ist die Geschichte entstanden.
Warum war die Mission ein Kinderbuch zu schreiben so besonders für Sie?
Geschrieben habe ich immer gerne. Eigentlich wollte ich Wissenschaftsjournalistin werden. Ich habe Physik studiert, promoviert, nebenbei bei verschiedenen Tageszeitungen gearbeitet und auch ein paar Beiträge für das Magazin 'Spektrum der Wissenschaft' geschrieben. Doch man schreibt immer nur über die faszinierende Arbeit anderer. Ich wollte aber selbst etwas schaffen. Das musste nicht unbedingt ein Kinderbuch sein. Ich habe noch sehr viele Ideen. Da ist auch einiges für Erwachsene oder Jugendliche dabei. Ein Kinderbuch zu schreiben beinhaltete für mich die größten Freiheiten: Kinder sind offen für alle Ideen, sie haben eine blühende Fantasie und beurteilen eine Geschichte nicht danach, ob alles Sinn macht, möglich und pädagogisch wertvoll ist. Sie wollen einfach nur gut unterhalten werden.
Was möchten Sie Ihren jungen Lesern mit der Geschichte sagen?
Darüber habe ich beim Schreiben gar nicht nachgedacht. Ich wollte nur eine spannende Geschichte schreiben, ganz ohne Zeigefinger und Moral.
Der Umgang mit Trauer spielt eine große Rolle in Ihrem Buch. Was machen Sie, wenn Sie traurig sind?
Eine große Tasse schwarzer Tee mit Kandis und ein romantischer Film zum Mitweinen. Das hilft garantiert.
Warum »Mission mit Schwein«? Hätte es nicht auch eine Mission mit Ente oder mit Hund sein können?
Ehrlich gesagt, war Opa in der ersten Version ein Lamm, dann war er ein Hund. Irgendwann wurde er zum Schwein. Dabei ist es geblieben. Schweine sind klasse. Sie haben ebenso gute Spürnasen wie Hunde, sind aber noch viel schlauer, außerdem handlicher als eine Kuh und niedlicher als eine Ente. Aber wenn ich so darüber nachdenke ... Also, ein Esel würde mir auch gut gefallen. Vielleicht im nächsten Buch?
Was halten denn Ihre zwei Kinder von Ihrem ersten Kinderbuch?
Sie sind unglaublich stolz – und das tut echt gut. Aber zugleich sind sie auch sehr streng mit mir. Wenn Ole in der Geschichte leidet, werfen sie mir das prompt vor. Denn offensichtlich bin ich daran schuld. Wer auch sonst? Ich hätte es ja anders schreiben können!
Ole will ein großer Entdecker und damit ein richtiger Held werden, was macht für Sie einen Helden aus?
Ich glaube, ein echter Held steckt in jedem von uns. Oft sind wir nicht so mutig, wie wir es gerne wären. Dann treten wir nicht für uns oder andere ein. Aber ab und zu gibt es diese kleinen Momente, wo wir, vielleicht nur für einen kurzen Augenblick, über uns hinauswachsen, all unseren Mut zusammennehmen und einfach das Richtige tun. Dann zeigen wir den Helden, der in uns steckt. Naja, so sehe ich das eben. Ole hat eine ganz andere Vorstellung. Er hat unter www.missionmitschwein.de einen Blog dazu gestartet. Hier stellt er jeden Monat einen seiner Helden vor.
Wie viel Ole steckt in Ihnen?
Also, ich bin nicht zierlich oder schüchtern. Aber ein fürchterlicher Besserwisser bin ich schon – manchmal zumindest.
Was würden Sie Ole und seinen Freunden sagen, wenn Sie vor Ihnen stehen würden?
Ich würde sie natürlich direkt mit zu mir nach Hause nehmen und meinen Töchtern vorstellen. Die wären begeistert. Und dann würden wir alle zusammen nach Mirafelden fahren und Opa besuchen.
Dürfen wir uns auf weitere Geschichten für Kinder von Ihnen freuen?
Sehr gerne! Vielleicht eine Fortsetzung? Ich könnte Patrick auf seine eigene Mission schicken. Und ich sollte unbedingt über diese Idee mit dem Esel nachdenken...

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