Sabine Städing - Autor
© Olivier Favre

Autorin

Sabine Städing

 
Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Mädchen Magnolia Steel, das herausfindet, dass sie eine Hexe ist, schreibt sie inzwischen Bücher für jüngere Kinder. Auch in ihrer aktuellen Buchreihe steht mit Petronella Apfelmus wieder eine Hexe im Mittelpunkt.

Interview

Im Interview: Sabine Städing über ihre neue Buchreihe "Johnny Sinclair" | 09.03.2017

Frau Städing, worum geht es im ersten Band ihrer neuen Kinderbuchreihe „Johnny Sinclair“?Die Leser dürfen sich auf spannende und gruselige Abenteuer freuen. Der erste Band spielt auf Greyman Castle, in den schottischen Highlands. Das ist die Burg, die Johnny mit seinen Eltern und seinem Kindermädche...

Frau Städing, worum geht es im ersten Band ihrer neuen Kinderbuchreihe „Johnny Sinclair“?
Die Leser dürfen sich auf spannende und gruselige Abenteuer freuen. Der erste Band spielt auf Greyman Castle, in den schottischen Highlands. Das ist die Burg, die Johnny mit seinen Eltern und seinem Kindermädchen bewohnt. Ausgerechnet an seinem zwölften Geburtstag stellt Johnny fest, dass es zwischen den Mauern von Greyman Castle spukt. Und zwar ganz gewaltig. Es ist also kein Wunder, dass er seine Burg so schnell wie möglich geisterfrei bekommen möchte. Fragt sich bloß wie? Da kommt ihm der sprechende Schädel, den er im Moor findet, gerade recht. Denn der entpuppt sich als Profi in Sachen Geisterbekämpfung und hilft Johnny dabei, der mutigste Geisterjäger zu werden, den die Welt je gesehen hat.
Für welches Lesealter sind die Geschichten über Johnny?
Das empfohlene Lesealter liegt bei 10 – 12 Jahren.
Ist die Figur „Johnny Sinclair“ eigenständig? Soll sie John, wie wir ihn aus den Heftromanen und Hörspielen kennen, als Kind darstellen?
Johnny ist komplett eigenständig. Er ist zwar ein junger Schotte aus dem weitverzweigten Sinclair Clan, dem auch John angehört, aber die beiden sind sich noch nie begegnet. Sehr zu Johnnys Bedauern, der ein großer Fan des Oberinspektors ist.
Wie entstand die Idee, aus den Gruselgeschichten um den Geisterjäger „John Sinclair“, die ja vor allem bei Erwachsenen beliebt sind, eine Buchreihe für Kinder zu machen?
Gruselgeschichten kommen nicht aus der Mode. Die meisten Kinder lieben schaurige Geschichten. Und so wuchs die Idee, dem berühmten Geisterjäger John Sinclair mit Johnny einen Nachwuchs-Geisterjäger zur Seite zu stellen. Einen jungen Schotten, der über die gleichen guten Eigenschaften verfügt, die auch John Sinclair großgemacht haben. Johnny Sinclair ist cool, wie sein großes Idol. Er ist neugierig, mutig und manchmal ziemlich lustig, auch wenn ihm hin und wieder die Knie schlottern.
Haben Sie bereits geplant wie Sie die Reihe fortsetzen möchten?
Johnny soll tatsächlich eine neue Kinderbuchreihe werden. Schon im nächsten Frühjahr wird der zweite Band rund um den jungen Geisterjäger erscheinen. Die ersten beiden Bände werden in den schottischen Highlands, genauer gesagt in Blacktooth, spielen. Ich möchte den Lesern zuerst Johnnys Zuhause nahebringen, bevor es dann hinaus in die weite (Geister-)Welt geht.
Johnnys großes Idol ist sein Namensvetter und berühmter Geisterjäger „John Sinclair“. Werden durch Ihr neues Buch auch bei älteren Generationen Erinnerungen geweckt?
Ich denke schon und hoffe natürlich, dass Johnny von der John Sinclair-Gemeinde freundlich aufgenommen wird.
Waren Sie schon vor Beginn der Arbeit an Ihrer neuen Buchreihe Fan der „John Sinclair“-Geschichten?
Absolut. Die Konstanz des Erfolgs, über so viele Jahre, ist einfach bewundernswert. Die Leser haben John Sinclair zur Kultmarke gemacht und seine Fangemeinde wächst auch nach vierzig Jahren immer weiter. Inzwischen ist ein ganzes John Sinclair-Universum entstanden. Es gibt tolle Storys, tolle Gadgets und auch wenn die Geschichten nicht immer realistisch sind, macht es viel Spaß sie zu lesen.
Wie schaffen Sie es, dass Ihre Bücher zwar aufregend und spannend sind, aber nie zu gruselig für die junge Zielgruppe?
Ich weiß, dass ich als Autorin eine große Verantwortung habe. Es ist tatsächlich ein schmaler Grat, auf dem man wandelt. Mir ist deshalb wichtig, dass der Grusel in meinen Büchern in einem beruhigenden Rahmen stattfindet und durch lustige Szenen immer wieder aufgefangen wird. Johnny Sinclair ist dafür ein gutes Beispiel.
Sie haben bereits zwei Kinderbuchreihen geschrieben und das mit großem Erfolg. Hat der Erfolg sich auf das Schreiben Ihrer neuen Geschichte ausgewirkt?
Nein, ich taste mich an jede Geschichte neu heran. Das ist ein längerer Prozess, aber schließlich sind mir die Figuren irgendwann so vertraut, dass sie ein Eigenleben entwickeln und ich manchmal selbst darüber staune, welche Wege sie gehen.
Planen Sie auch Ihre Reihe „Petronella Apfelmus“ fortzusetzen, oder konzentrieren Sie sich ab jetzt vorerst auf die neue Reihe um „Johnny Sinclair“?
Nein, Petronella hat inzwischen so viele Fans, die Reihe muss einfach fortgesetzt werden. Ich glaube, die Kinder wären sonst wirklich enttäuscht. Außerdem ist bei der Apfelhexe immer so viel los, dass ich mich jedes Mal darauf freue, in die Petronella-Welt einzutauchen und zu hören, was es im Mühlgarten Neues gibt.
Mit Ihren Kinderbüchern haben Sie es bereits auf die Spiegelbestsellerliste geschafft. Setzt dieser Erfolg Sie beim Schreiben unter Druck?
Ich will mich dadurch nicht unter Erfolgsdruck setzen lassen. Es würde dem Schreiben nicht guttun. Die Geschichte würde nicht mehr fließen und vermutlich ginge auch ein Stück Vertrautheit verloren, die mich mit den Charakteren meiner Bücher verbindet.
Warum ist das Übernatürliche immer wieder ein wichtiges Thema in Ihren Büchern?
Der Gedanke, dass es einen Funken Magie in unserer Welt gibt, gefällt mir. Trotzdem war es eher Zufall, dass nach dem Hexenmädchen Magnolia die Apfelhexe Petronella folgte. Denn Petronella Apfelmus ist eine Figur aus meinem ersten Hexenabenteuer Magnolia Steel – Hexendämmerung. Meiner Lektorin hat der Name Petronella so gut gefallen, dass sie mich fragte, ob ich nicht auch eine Geschichte rund um die Apfelhexe schreiben könnte.
Wie erklärt sich Ihrer Meinung nach der Erfolg Ihrer Figuren?
Vermutlich ist es die Mischung aus Abenteuer und heiler Welt, in die sich manchmal jeder von uns gerne flüchtet.
Empfinden Sie aufgrund des wachsenden Interesses an Ihnen und Ihren Büchern auch Verantwortung gegenüber Ihren jungen Lesern?
Ich habe schon immer Verantwortung empfunden, nicht erst seitdem meine Bücher erfolgreich sind. Verantwortung wächst nicht proportional zum Interesse.
Was wünschen Sie sich für Ihren kleinen Geisterjäger „Johnny Sinclair“?
Ich wünsche Johnny, dass er von den Lesern mit offenen Armen aufgenommen wird. Und ansonsten so bleibt wie er ist. Mutig, lustig, unerschrocken und das Herz am rechten Fleck.

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