Sonya Kraus - Autor
© Amanda Dahms, Köln

Autor/Sprecher

Sonya Kraus

Sonya Kraus jobbte schon mit 15 als Model, machte Abitur und arbeitete danach in allen Metropolen der Welt. Sie wollte zum Fernsehen, landete beim Glücksrad – und mochte dort nicht nur stumm lächeln, sondern lieber frech plaudern. Sie talk, talk, talkte ganz viel, wurde Deutschlands Do-it-yourself-Queen, setzte zwei kleine männliche Monster in die Welt und backt leidenschaftlich. Zusammen mit ihrer Mutter, zwei riesigen Sofawölfen und ihren drei kleinen und großen Blödmännern lebt sie in ihrer Heimatstadt Frankfurt. Die beliebte Moderatorin ist Autorin der Bestseller BAUSTELLE MANN, BAUSTELLE BODY, WENN DAS LEBEN DIR EINE ZITRONE GIBT, FRAG NACH SALZ UND TEQUILA, BAUSTELLE BABY und TÖRTCHENZEIT.

Interview

Im Interview erzählt Sonya Kraus über ihr neues Buch "Baustelle Blödmann" | 23.02.2018

Ihr neues Buch "Baustelle Blödmann" handelt ja allgemein über Männer und speziell auch über Ihre eigenen Erfahrungen… Hatten Sie am Anfang Zweifel, ob es zu persönlich werden könnte?Es handelt sich ja um eine Mischung aus Anekdoten und wissenschaftlichen Fakten und es ist eine Art Betriebsgeheimnis,...

Ihr neues Buch "Baustelle Blödmann" handelt ja allgemein über Männer und speziell auch über Ihre eigenen Erfahrungen… Hatten Sie am Anfang Zweifel, ob es zu persönlich werden könnte?
Es handelt sich ja um eine Mischung aus Anekdoten und wissenschaftlichen Fakten und es ist eine Art Betriebsgeheimnis, wieviel davon auf wahren Begebenheiten beruht… Aber generell bin ich recht offen, wenn es um lustige Begebenheiten aus meinem Leben geht.
Sie sagen, dass Verliebtsein wie eine Droge ist und man in diesem Zustand nicht mehr ganz klar im Kopf ist...
Ja, das stimmt, man macht unglaublich dumme Dinge, wenn man frisch verschossen ist. Man hat grundsätzlich dieses debile Dauer-Grinsen im Gesicht und verhält sich leicht wahnsinnig. Ich bin schon aufgrund von akuter Verliebtheit spontan nach Miami geflogen… Aber ganz durchgedreht bin ich zum Glück noch nicht. Vermutlich weil ich im Herzen doch eine große Spießerin bin…
Stört es Sie, wenn andere ihre Verliebtheit so zur Schau stellen.
Ach, dafür habe ich Verständnis. Früher hab ich ja auch stundenlang in der Öffentlichkeit rumgeknutscht.
Jetzt nicht mehr?
Na ja, bei mir ist der Zustand der akuten Verliebtheit ja schon eine Weile her… Liebe ist wie ein Farbfächer und geht von heiß neon-rot über grün irgendwann in tiefblau über.
Sie sind tatsächlich schon über 20 Jahre mit Ihrem Freund zusammen und haben zwei gemeinsame Söhne. Wie hält man da die Romantik aufrecht?
Unsere Oasen sind Urlaube. Dafür gebe ich dann auch gerne Geld aus. Klunker, Karren, Klamotten - das ist mir alles wurscht, aber die Schulferien werden urlaubstechnisch komplett ausgenutzt… Da können wir dann auch als Paar wieder auftanken.
Viele Pärchen trennen sich statistisch gesehen nach einem Urlaub…
Wir streiten uns im Urlaub tatsächlich kaum. Wenn die Doppelbelastung Kind/Job mal wegfällt, sind wir relativ entspannt.
Dafür scheint es - wenn man dem Buch glaubt - im Alltag öfter mal etwas zu krachen…
Ja, wir sind wirklich ein durchaus geübter Debattier-Club bei uns Zuhause. Mein Kerl weiß zum Beispiel auch nach Jahren manchmal nicht, wo die Socken der Jungs zu suchen sind. Außerdem kann er überhaupt nicht Autofahren. Selbst den Blinker empfindet er als überflüssig. Ich bin schon mitten auf der Fahrt aus dem Auto ausgestiegen.
Und was stört Ihren Freund an Ihnen?
Ich kommentiere immer alles. Das liegt aber daran, dass ich einfach nicht aufgebe. Ich sage auch zum hundertsten Mal: "Das Papier von Fitnessriegel gehört bitte in den gelben Müll".
Sie bezeichnen ihn gerne als "Show-Macho", was muss man sich darunter vorstellen?
Harte Schale, weicher Kern. Außerdem ist er sehr bequem und versucht immer wieder Rollen-Klischees in gelebtes Leben umzusetzen. Da hat er sich bei mir als Feministin natürlich die Falsche ausgesucht.
Sie haben sich am Anfang Ihrer Beziehung ja sogar mal getrennt, weil er Ihnen zu unromantisch war…
Ja, er ist einfach niemand, der Mondscheinsonaten schreibt. Aber nach der Trennung stand er dann wieder vor der Tür und hat mir mit viel Kreativität bewiesen, wie tief er für mich empfindet. Und mittlerweile habe ich auch begriffen, wie er funktioniert.
Kam in all den Jahren nie das Thema Heirat auf?
Ich bin generell nicht so eine Heirats-Tante. Und er weiß, dass ich in dieser Hinsicht nicht so konventionell ticke.
Ihr Freund gilt als sehr öffentlichkeitsscheu - was hat er denn gesagt, als sie von Ihrem neuen Buch erzählt haben? Immerhin krieg er ziemlich sein Fett weg…
Ach, er hat ein breites Kreuz… Er hat zwar viele Fehler, was ich aber wirklich an ihm liebe, ist seine Selbstironie. Er kann prima über sich lachen. Natürlich hatte er anfangs schon ein bisschen Bammel, aber als er das Buch dann gelesen hat, war er eher erleichtert, dass er noch so gut weggekommen ist.
Sie sind ja beide erfolgreich und viel unterwegs. Wie sieht es denn da mit Eifersucht aus?
Sowas keimt schon immer mal wieder auf, besonders wenn von außen dreiste Avancen gemacht werden. Aber ich bringe einfach einen kolossalen Vertrauensvorschuss mit. Und mein Mann muss im Prinzip selber wissen, ob er den verspielen möchte. Ich will mich jedenfalls nicht verrückt machen. Eifersucht ist ein widerlicher Pickel, der die ganze Zeit schmerzt und keinen schöner macht.
Sie schreiben, dass Sie von einem Fehltritt lieber nichts wissen wollen…
Das soll aber kein Freifahrtschein sein. Wenn ich etwas davon mitbekommen sollte, dann Gnade ihm Gott. Aber das Gute ist: Mein Freund ist ein sehr intelligenter Mann, und er weiß natürlich genau, was für ihn auf dem Spiel steht und was er an mir hat.
Sie haben ja noch zwei kleine Männer zuhause. Was versuchen Sie Ihren Söhnen mitzugeben, damit sie keine Blödmänner werden?
Eine gute Herzensbildung. Was sie damit dann später machen - ob sie Baggerfahrer, Lebenskünstler oder Wallstreet-Broker werden - das ist mir eigentlich egal. Außerdem versuche ich sie geschlechtsneutral zu erziehen: Sie haben auch schon rosa getragen und falls sich einer mal die Nägel lackieren möchte, kann er sich gerne an meinem Sortiment bedienen. Und wenn sie mit Puppen spielen wollen, ist das für mich auch fein. Ich würde auch nie sagen: "Du heulst wie ein Mädchen". Es sollen ja moderne Männer werden und dafür ist es wichtig, dass sie eben nicht diese Rollenklischees im Kopf haben. Sexy ist, wenn ein attraktiver Mann sagt: "Schatz, ich staubsauge jetzt mal eine Runde". Oder wenn er dir ein Drei-Gänge-Menü kocht, und das atomare Chaos, das danach in der Küche herrscht, auch tatsächlich selber beseitigt.
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