Strotmann Neubauer - Autor
© Céline Deligny

Autor:in

Strotmann Neubauer

Annette Neubauer lebt als freie Kinderbuchautorin in Köln. Ihre Titel wurden in über 20 Sprachen übersetzt. DIE KOMMISSARIN UND DER LANGE TOD ist ihr erster Krimi für Erwachsene.
Peter Strotmann lebt und arbeitet ebenfalls in Köln. Tätigkeiten als Journalist, Redakteur, Deutschdozent, Dreh- und Jugendbuchautor. Auch für ihn ist dies sein erster Kriminalroman.

Interview

Im ersten Fall für das Kölner Ermittlungsteam geht es "um die Unmöglichkeit zu vergessen - für Opfer und Täter." | 20.05.2021

Der erste Fall für das Kölner Ermittlungsteam sind eigentlich gleich drei: Ein umstrittener Talkmaster wird erschlagen in seiner Villa gefunden. Ein vermisster Architekt führt die Hauptkommissare Servatius und Seidel auf die Spur illegaler Beschäftigung und dann taucht auch noch ein weiteres Mordopf...

Der erste Fall für das Kölner Ermittlungsteam sind eigentlich gleich drei: Ein umstrittener Talkmaster wird erschlagen in seiner Villa gefunden. Ein vermisster Architekt führt die Hauptkommissare Servatius und Seidel auf die Spur illegaler Beschäftigung und dann taucht auch noch ein weiteres Mordopfer auf. Worum geht es in Ihrem Krimi?
Annette Neubauer: Um die Unmöglichkeit zu vergessen…
Peter Strotmann: …für Opfer und Täter.
Mit Antje Servatius und Rudi Seidel haben Sie ein ungleiches Ermittlerduo geschaffen. Was zeichnet diese Partnerschaft aus?
PS: Sie sind sehr gegensätzlich in ihren Charakteren, was sich beruflich sehr gut ergänzt.
AN: Sie ist immer auf dem Sprung, bereit zum Angriff, zum Zuschnappen. Er dagegen wartet lieber ab. Ein Buddhist eben – in der Ruhe liegt die Kraft.
Zentral für den Roman ist Antjes Beziehung zu ihrer Tochter Kira. Die alleinerziehende Mutter und ehrgeizige Ermittlerin lebt zurückgezogen auf einem alten Bauernhof im Kölner Umland. Wie würden Sie Ihre Protagonistin beschreiben?
PS: Servatius ist unerbittlich im Beruf und vorsichtig im Umgang mit ihren Mitmenschen…
AN: … was nicht zuletzt daran liegt, dass sie schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Tochter Kira steckt mitten in der Pubertät. Die Gefühle und Ängste des Mädchens beschreiben Sie besonders sensibel und feinsinnig. Kommen Ihnen da Ihre Erfahrungen als Kinderbuchautorin und Jugendbuchautor zugute?
AN: Ja, diese Erfahrungen helfen natürlich.
PS: Allerdings müssen Autor:innen grundsätzlich in der Lage sein, sich in andere Charaktere hineinzuversetzen.
DIE KOMMISSARIN UND DER LANGE TOD ist Ihr erster Krimi. Warum haben Sie sich für dieses Genre entschieden?
AN: Uns kam die Idee beim Tangotanzen. Ich bekam Mordgelüste, weil Peter mir auf den Fuß trat.
PS: Dabei trat ich Annette nur auf den Fuß, weil sie mal wieder die Drehung nicht hinbekam. (Beide lachen)
AN: Jetzt im Ernst! Mich faszinieren spannende Geschichten, die einen den eigenen Alltag vergessen lassen.
PS: Mich interessiert am Krimi eher das Verrätseln einer Geschichte als das Blutrünstige. Außerdem kann man in einem Krimi auch gut weitere Handlungsstränge einbauen, beispielsweise eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung.
Ihr Krimi spielt in Köln. Warum haben Sie sich für diesen Schauplatz entschieden?
AN: Da wir in Köln leben und arbeiten, lag es nahe, die Stadt zu nehmen, in der wir uns beide heimisch fühlen.
Nebenschauplätze sind eine Kleinstadt in Frankreich und die belgischen Ardennen. Wie finden Sie Ihre Settings, wo Corona das Reisen und vor Ort recherchieren unmöglich macht?
PS: Wir kennen die Schauplätze von früheren Reisen.
Wie können wir uns Ihre gemeinsame Arbeit vorstellen, entwickeln Sie Plot und Figuren im Dialog, oder gibt es da eine klare Arbeitsteilung?
PS: Plot und Figuren entwickeln wir gemeinsam. Anschließend schreiben wir getrennt. Die fertigen Kapitel besprechen wir wieder zusammen.
AN: Dadurch verlangsamt sich zwar das Schreiben, aber das Ergebnis wird unserer Meinung nach umso besser.
Was verbinden Sie mit dem Gefühl „Angst“?
AN: Ein schaurig schönes Gefühl.
PS: In einem engen Raum eingeschlossen zu sein.
Welcher Satz aus Ihrem Buch drückt dieses Gefühl am besten aus?
PS: Ein Zitat von einer unserer Figuren aus dem Roman: „Dunkelheit. Totenstille. Schmerz.“
Wird es einen weiteren Fall für Antje Servatius und Rudi Seidel geben?
AN: So viel dürfen wir verraten: Ja!
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