Sylvia Deloy - Autor
© Sergej Maingardt

Autorin

Sylvia Deloy

Sylvia Deloy, Jahrgang 1967, wuchs in einer kleinen Stadt in Niedersachsen auf. Sie studierte Kommunikationswissenschaft, Germanistik und Marketing und arbeitete danach als Redakteurin und Autorin für unterschiedliche TV-Sendungen. Sie schrieb Drehbücher und Skripte für Comedy-Serien und erhielt 1999 gemeinsam mit einer Co-Autorin den zweiten Preis des Sat.1-Drehbuch-Wettbewerbs. 2011 veröffentlichte sie ihren ersten Liebesroman für Jugendliche mit dem Titel Sterne, Stress und Kussalarm.
Sylvia Deloy lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in Köln.

Interview

"Köln ist meine Heimat und ich bin sehr verbunden mit dieser Stadt" | 17.12.2020

Ihr neuer Roman hat den Titel Auch die große Liebe fängt mal klein an – geht es darin um zweite Chancen?Zweite Chancen sind ein zentrales Thema in diesem Roman. Köchin Marie trifft in der Brauhausküche überraschend auf ihren Ex-Freund Anton, lernt ganz neue Seiten an ihm kennen und fragt sich, ob ma...

Ihr neuer Roman hat den Titel Auch die große Liebe fängt mal klein an – geht es darin um zweite Chancen?
Zweite Chancen sind ein zentrales Thema in diesem Roman. Köchin Marie trifft in der Brauhausküche überraschend auf ihren Ex-Freund Anton, lernt ganz neue Seiten an ihm kennen und fragt sich, ob man eine zerbrochene Beziehung neu zum Leben erwecken kann. Auch beruflich geht es für Marie um eine zweite Chance. Sie muss ihr kleines Restaurant, das „Petite Pauline“, schließen und setzt dann alles daran, das Familienunternehmen wieder eröffnen zu können.
Schon ihr erster Roman „Das Glück ist zum Greifen da“ spielt in Köln, und wer die Stadt kennt und „Auch die große Liebe fängt mal klein an“ liest, der kann viel Bekanntes entdecken. Wie finden sie ihre Schauplätze und Settings?
Köln ist meine Heimat und ich bin sehr verbunden mit dieser Stadt. Wenn ich einen Schauplatz suche, krame ich erstmal in meinem Gedächtnis. Meistens fällt mir schnell etwas Passendes ein. Dann mache ich einen Ausflug an diesen Ort, schaue mir alles noch einmal ganz genau an und versuche dabei, den Blickwinkel meiner Protagonisten einzunehmen und die Atmosphäre zu erspüren.
Beim Besuch der Royals in Köln werden Maries Kochkünste unter Beweis gestellt. Unverhofft wird sie dabei zum Medienstar. Was ist an der königlichen Familie so inspirierend?
William und Kate, Harry und Meghan – die jungen Royals haben das Königshaus von seinem verstaubten Image befreit. Sie sind jung, modern und volksnah – und beinahe so etwas wie Popstars. In den Medien erleben wir ihre Geburtstage, Hochzeiten, Schwangerschaften und Geburten mit, genau wie bei der eigenen Familie, und ein bisschen hat man das Gefühl, zu ihnen dazuzugehören. Das macht sie so sympathisch.
In Ihrem Buch geht es ums Kochen: Französisch-Kölsche Küche, biologisch angebaute, regionale Lebensmittel. Haben Sie ein besonderes Faible fürs Kochen?
Was das Kochen angeht, ist mein Motto „Keep it simple“. Komplizierte Rezepte überfordern mich oft. Am schönsten finde ich es, wenn man Essen gemeinsam zubereitet – mit der ganzen Familie oder mit Freunden. Ich liebe es aber auch, ab und zu in ein Restaurant zu gehen und mich von Profis wie Marie und Anton bekochen zu lassen.
Protagonistin Marie ist verschuldet und kämpft auch sonst mit allerlei Problemen. Hilfe bekommt sie von einem bunten Haufen Freunden, der in der Not zusammenhält. Ist das die „jode, echte kölsche Aat“, von der die Höhner singen?
Ja, absolut. In Kölle stonn mer zesamme. Gerade jetzt, in diesen schwierigen Zeiten, entwickelt sich ganz viel Solidarität und Zusammenhalt. Es finden sich neue Allianzen, und man hilft sich gegenseitig, wo es nötig ist.
…und dabei erscheint einem diese Stadt manchmal klein wie ein Dorf. In Ihrem neuen Roman begegnet man auch Ana und Peter, Vally und Olly wieder, alten Bekannten aus „Das Glück ist zum Greifen da“. Haben ihre Protagonisten Vorbilder, lassen Sie sich neben ihrer Lieblingsstadt auch von den Menschen inspirieren?
Dieses „Dorfgefühl“ hat man, weil in Köln die vielen kleinen „Veedel“ eine besondere Rolle spielen. In diesen Mikrokosmen kennt und hilft man sich gegenseitig. Die Nähe, die man dort erlebt, findet sich auch in meinen Büchern wieder. Meine Protagonisten haben aber keine realen Vorbilder, doch sie bekommen manchmal etwas von anderen Menschen ab. Eine bestimmte Art zu sprechen, die komische Frisur oder eine seltsame Macke. Für die Figur der Teenagerin Alva habe ich mir zum Beispiel das ein oder andere von meinen Töchtern abgeguckt. Da hatte ich es ziemlich einfach (lacht).
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