Valerie Korte - Autor
© H. Mutschler

Autorin

Valerie Korte

Valerie Korte wuchs im Rheinland auf und lebt nach Stationen in Schottland, Berlin, München und Duisburg inzwischen in Köln – mit Familie und einem wuchernden Garten. Nach dem Studium der Germanistik und BWL arbeitete sie zunächst als Sachbuchlektorin und Social-Media-Managerin. Irgendwann brach sich dann ihre kreative, romantische Seite Bahn, und sie schrieb ihren ersten Liebesroman.

Interview

»Lebensnahe Figuren, ein attraktives Love Interest und die perfekte Melange aus Hoffen, Knistern, Drama und Humor – das macht eine gute Romantische Komödie aus.« | 16.03.2021

Können Sie Ihren Roman LIEBE TREIBT DIE SCHÖNSTEN BLÜTEN in einem Satz beschreiben?Ausgerechnet im Rückenkurs verliebt sich die Kölner Gartengestalterin Svea in den (vorläufig) völlig desinteressierten Landschaftsarchitekten Lars...Schon Ihr erster Roman AUS ALLEN WOLKEN FÄLLT MAN AUCH MAL WEICH spi...

Können Sie Ihren Roman LIEBE TREIBT DIE SCHÖNSTEN BLÜTEN in einem Satz beschreiben?
Ausgerechnet im Rückenkurs verliebt sich die Kölner Gartengestalterin Svea in den (vorläufig) völlig desinteressierten Landschaftsarchitekten Lars...
Schon Ihr erster Roman AUS ALLEN WOLKEN FÄLLT MAN AUCH MAL WEICH spielt in Köln, und wer die Stadt kennt und Liebe treibt die schönsten Blüten liest, der kann viel Bekanntes entdecken. Wie finden Sie Schauplätze und Settings?
Meine Protagonistin Svea lebt im Kölner Norden. Als Wohnort entschied ich mich für ein Veedel, das zu ihrer Lebenssituation passt. Svea und ihre Mitbewohnerin sind beide um die dreißig, führen ein urbanes Leben und teilen sich eine geräumige Wohnung mit Wintergarten. Die müssen sie sich vom Gehalt ihres Uni-Jobs leisten können – also liegt sie in Nippes, mit dem Fahrrad in erreichbarer Entfernung zu vielen anderen Innenstadtvierteln und umgeben von ein paar netten Kneipen. Manchmal erfinde ich auch einen Schauplatz: Die idyllische Waldeslustsiedlung in Köln-Höhenhaus, in der Svea auf einen unverbesserlichen Schottergärtner trifft, ist fiktiv, es könnte sie aber geben. Oft fahre ich auch mit GOOGLE STREET VIEW durch Straßen und Parks, um mich inspirieren zu lassen, ohne dass gleich ein Schreibvormittag für einen Rechercheausflug draufgeht.
Verraten Sie uns Ihr Rezept für einen richtig guten Liebesroman?
Mein Genre ist die Romantische Komödie, der leichte Liebesroman, der einen auch mal zum Schmunzeln bringt. Die Figuren müssen lebensnah gezeichnet sein, ein attraktives „Love Interest“ ist wichtig – so nennt man im Fachjargon denjenigen, in den sich die Protagonistin verliebt. Und dann geht es natürlich darum, in der langen Anbahnungsphase bis zum Happy End die perfekte Melange aus Hoffen, Knistern, Drama und Humor zu finden.
Wären Sie gern einmal in die Haut Ihrer Protagonistin geschlüpft?
Lars' Igelballmassage im Rückenkurs wäre bestimmt sehr angenehm 😊

Wovon lassen Sie sich inspirieren? Romane, Filme, oder sind es eher interessante Geschichten, die Ihnen im Laufe der Recherchen begegnen?
An erster Stelle stehen da eigene Erfahrungen und Geschichten, die mir Freunde erzählen. Dann kommen Romane. Bei Filmen rede ich mir manchmal ein, ich würde sie aus Recherchegründen schauen, wenn ich aber ehrlich zu mir selbst bin, funktioniert das nicht. Irgendwie fährt beim Filmegucken der kreative Teil meines Gehirns herunter (lacht).
In Ihrem Buch geht es um Flora und Fauna, nachhaltigen Landschafts- und Gartenbau. Haben Sie selbst ein besonderes Faible fürs Gärtnern?
Ich hätte es nie gedacht, aber inzwischen gehöre ich zu den Menschen, die Bilder von Blumen, Stauden und Sträuchern per Messengerdienst verschicken. Wir haben einen ganz gewöhnlichen, mittelmäßig gepflegten Garten, aber es gibt so vieles darin, dass mich fasziniert: Die uralten Staudenpfingstrosen, die über Umwege aus dem Bauerngarten meiner Urgroßmutter zu mir gekommen sind. Der Umstand, dass in unterschiedlichen Jahren unterschiedliche Pflanzen das Regiment übernehmen: 2017 haben z.B. die Schlüsselblumen wie wild geblüht und sich vermehrt. Vergangenes Jahr ist mir eine erhöhte Aktivität des Vergissmeinnichts aufgefallen. Und ein mir unbekannter, bisher unattraktiver Strauch, hat im vergangenen Jahr plötzlich zu Brummen angefangen. Bei genauerem Hinsehen hatte er erstmalig winzige, unscheinbare Blüten bekommen, nach denen verschiedene Insekten vollkommen verrückt waren.
Meine Ausführungen verraten sicher, wie wenig Ahnung von Flora und Fauna ich im Gegensatz zu meiner Protagonistin Svea habe, aber diese erfüllende Ruhe und Zufriedenheit nach zwei Stunden in-der-Erde-wühlen kenne ich auch.
In Zeiten von Corona können wir vom Reisen nur träumen – oder nach paradiesischen Orten in der näheren Umgebung suchen. Angenommen Sie nähmen uns mit auf eine Entdeckungstour zu den grünen Plätzen der Stadt – welche wären das?
Eine Tour durchs „grüne Köln“ würde ich mit dem Fahrrad auf dem Inneren Grüngürtel beginnen: Wenn wir entlang des alten preußischen Befestigungsrings in nördlicher Richtung radeln, treffen wir vielleicht sogar Sveas Schwarm Lars, den Hobbyfußballer, der dort am Wochenende für die „Jecke Liga“ trainiert 😊
Am Lohsepark angekommen, erreichen wir Fort X mit seinem wunderschönen Rosengarten und erfreuen uns an Teehybriden und Strauchrosen. Noch mehr Bunt und Grün finden wir in der nahe gelegenen, von Lars' altem Kollegen und Landschaftsarchitekten Lenné geplanten Flora. Nach einem Spaziergang durch den Botanischen Garten schwingen wir uns wieder aufs Rad und überqueren die Zoobrücke. Rechtsrheinisch geht es dann immer am Fluss entlang gen Süden: Wir radeln durch den Rheinpark, an den Poller Wiesen, den Westhovener Auen und schließlich dem Zündorfer Rheinufer entlang, bis wir uns links halten und über die Erkerstraße die Alexianer Klostergärtnerei in Köln-Porz ansteuern. Dort bestellen wir uns unter freiem Himmel Kaffee und Kuchen, anschließend machen wir es wie Svea, die hier gerne insektenfreundliche, heimische Stauden kauft. Mit den neuen Errungenschaften in Körbchen oder Satteltasche radeln wir zufrieden nach Hause. Schöner und grüner lässt sich ein Frühlingstag kaum verbringen!

Interview

"In meinem Roman geht es um Schein und Sein und die Grautöne dazwischen und es geht um die Frage, wie echt man eigentlich sein darf." | 28.08.2020

„Aus allen Wolken fällt man auch mal weich“ ist Ihr Debüt als Autorin. Ohne vorab zu viel verraten zu wollen – worum geht es?In meinem Roman geht es um Julia, ihre kleine Tochter Fee und ihr perfektes Leben – das sie jedoch nur auf ihrem Instagram-Account führt, um ihre selbst entworfenen Armbänder ...

„Aus allen Wolken fällt man auch mal weich“ ist Ihr Debüt als Autorin. Ohne vorab zu viel verraten zu wollen – worum geht es?
In meinem Roman geht es um Julia, ihre kleine Tochter Fee und ihr perfektes Leben – das sie jedoch nur auf ihrem Instagram-Account führt, um ihre selbst entworfenen Armbänder zu bewerben. Es geht um Alex, den Bildhauer von gegenüber, dem Julia bei der Vermarktung seiner Werke unter die Arme greift. Es geht um Schein und Sein und die Grautöne dazwischen und es geht um die Frage, wie echt man eigentlich sein darf.
Vom selbstgebauten Tisch aus Europaletten und handfester Nachbarschaftshilfe zu Marmeladekochen und Dekotipps – Julia ist ein kreatives Allround-Talent. Wie beschreiben Sie Ihre Protagonistin?
Sie ist wirklich sehr kreativ und tatkräftig, dabei gutmütig und humorvoll. Aber sie hat auch so ihre Schwächen. Eine Portion Eitelkeit und Materialismus gehören dazu. Sie trifft falsche Entscheidungen und die richtigen zu langsam, und sie ist ihrer Tochter an Willensstärke deutlich unterlegen. Aber sie lernt dazu!
Als alleinerziehende Mutter bewältigt Julia die kleineren und größeren Sorgen des Alltags: Ärger mit dem Ex, Kinderbetreuung in den Kitaferien und nebenbei die Selbstverwirklichung. Ihre beste Freundin Elif schlägt sich mit ganz anderen Problemen herum. Was zeichnet die Freundschaft der beiden aus?
Julia und Elif verbindet eine sehr innige Freundschaft, die schon lange Bestand hat, früher haben sie auch zusammengewohnt. Daher ihre große Vertrautheit. Sie sind sich gegenseitig, wenn man mal von Julias Tochter absieht, die wichtigsten Menschen, die ersten Ansprechpartnerinnen und eine riesige Unterstützung.
Das Leben der Heldin des Buches, Julia Brass alias Julia Braceletta, scheint perfekt – zumindest auf Instagram. Als sie Alex, dem Nachbarn von gegenüber, endlich näherkommt, beginnt die schöne Fassade mehr und mehr zu bröckeln. Ist Ihr Buch auch ein Stück Kritik an Inszenierung und Fake in den Sozialen Medien?
Die schwingt mit. Dass die schönen Bilder aus Werbung oder Filmen insbesondere Frauen unter Druck setzen, ist ja nichts Neues. Die sozialen Medien sind da nur noch mal extra perfide, indem sie glauben machen, das, was man dort sieht, wäre echt. Außerdem kommen die Bilder dort näher an uns ran. Im Newsfeed mischen sich die Postings von Freunden und Bekannten mit denen der abonnierten Stars oder Influencer. Das macht es noch schwieriger, sich von der inszenierten Authentizität nicht beeindrucken zu lassen. Außerdem ist die Frequenz, mit der die Bilder konsumiert werden, bei vielen Nutzern ziemlich hoch. Und wenn man täglich immer wieder aufgeräumte, hübsch dekorierte Wohnungen, glamourös verbrachte Freizeit, Erfolgsmeldungen und schöne Körper sieht, kann man natürlich schon mal unzufrieden werden. Wenn man ein bisschen sucht, kann man aber auch viele sehr witzige, kluge Instagrammerinnen oder Hashtags finden, die das ein bisschen auflockern.
Mit einer außergewöhnlichen Geschäftsidee inszeniert sich Julia erfolgreich auf Instagram und kommt schließlich auch Alex zur Hilfe. Sie selbst haben schon als Social-Media-Managerin gearbeitet. Wie viel von Ihnen steckt in Ihrer Protagonistin?
Als Social-Media-Managerin arbeite ich für eine Firma, bleibe dabei aber selbst im Hintergrund. Wie das ist, wenn man selbst dauernd vor der Kamera steht, musste ich mir für das Buch also vorstellen. Julia hat eine andere Geschichte als ich, aber in ihren Gedankengängen steckt natürlich schon einiges von mir. Wie auch in den meisten anderen Figuren.
Als Autorin habe ich jetzt einen eigenen Instagram-Account und erfahre die Zwänge am eigenen Leib: Schon ein wirklich authentisches Foto von meinem unaufgeräumten heimischen Schreibtisch würde mir erst mal schwerfallen zu posten.
Vor Ihrem Leben als Autorin haben Sie als Sachbuchlektorin, PR-Texterin und Social-Media-Managerin gearbeitet. Wollten Sie immer schon Bücher schreiben?
Nein. Es gibt so eine Autorinnenweisheit, man müsse beim Schreiben die innere Lektorin ausschalten. Ich hatte schon immer eine sehr starke innere Lektorin, schon als Kind. Deswegen habe ich auch nie freiwillig Geschichten geschrieben und mit dem Tagebuchschreiben sofort wieder aufgehört. Später bin ich dann konsequenterweise erst mal Lektorin geworden, für Sachbücher. Jetzt, da ich doch noch Autorin geworden bin, schreibe ich so langsam und gleich ins Reine, dass meine innere Lektorin einigermaßen ruhig bleibt. Das ist ein bisschen mühsam und nicht der klassische kreative Prozess, funktioniert aber auch.
Ihr Buch spielt in Köln, Sie selbst leben inzwischen in der Domstadt – welche Schauplätze erkennt man wieder? Und haben Sie vielleicht sogar einen Kölner Lieblingsort zum Schreiben?
Mein Lieblingsort zum Schreiben ist der wunderschöne Schreibraum im Pantaleonsviertel, der durch Mittel des Kölner Kulturamts gefördert und vom Verein „Literaturszene Köln“ getragen wird. Trotz des kollegialen Austauschs dort (könnte man auch quatschen nennen) komme ich da bestimmt um ein Drittel schneller voran als zu Hause. Ich lenke mich dort weniger ab.
Meine Hauptfigur Julia ist vor einiger Zeit von Köln-Rodenkirchen nach Köln-Mülheim gezogen, nicht ganz freiwillig, und so inszeniert sie ihre Bilder inzwischen gerne im Mülheimer Park – den sie als ihren eigenen riesigen Garten ausgibt.
Ihr nächstes Buch „Liebe treibt die schönsten Blüten“ erscheint im Frühling 2021. Können Sie uns schon verraten, worum es darin geht?
Da geht es um die Insektenforscherin und Gartenbauerin Svea, die ausgerechnet im Rückenkurs Lars kennenlernt und sich quasi auf der Stelle verliebt. Von seiner Seite kommt allerdings null Interesse. Zum Glück hat Svea eine in Liebesdingen sehr beschlagene Mitbewohnerin. Die forscht zu dem Thema an der Uni und lebt polyamor, hat daher auch eine Menge Praxiserfahrung. Sie coacht Svea ein bisschen. Die beiden finden dann heraus, dass Lars Landschaftsarchitekt bei der Stadt Köln ist. Als er dort die grüne Neugestaltung eines heruntergekommenen Platzes ausschreibt, traut sich Svea was: Sie kämpft für ihre Firma um den Auftrag und gleichzeitig um Lars.
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