Jeden Tag ein neuer Himmel
 - Violet Thomas - PB

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12,90

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Paperback
Drama
319 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17999-2
Ersterscheinung: 29.06.2020

Jeden Tag ein neuer Himmel

Roman

(8)

Die junge Krankenschwester Charlotte hat gerade ihre neue Stelle in einem Londoner Kinderhospiz angetreten, als sie auf dem Weg nach Hause einen Song von dem Straßenmusiker Sam hört. Charlotte ist zu Tränen gerührt, denn das Lied heißt „Daisy“, wie ihre vor einem Jahr verstorbene Tochter.
Sam bemerkt Charlottes intensive Reaktion und spricht sie an. Er ist fasziniert von dieser Frau, in der seine Musik so tiefe Gefühle hervorruft, und will Charlotte unbedingt näher kennenlernen. Am Anfang ist Charlotte zurückhaltend, doch bald erliegt sie Sams warmherzigen Charme. Aber das Schicksal legt der gerade erblühenden Liebesbeziehung einige Steine in den Weg …

Rezensionen aus der Lesejury (8)

literaturjunkie literaturjunkie

Veröffentlicht am 06.07.2020

Oberflächliche Sommerlektüre... oder doch mehr?

Worum geht's?

Charlotte musste in ihrem jungen Leben schon den Tod ihrer Tochter erleben. Um sich ihrer Tochter näher zu fühlen, tritt sie einen Job im Kinderhospiz an. Auf ihrem Weg begegnet sie dem ... …mehr

Worum geht's?

Charlotte musste in ihrem jungen Leben schon den Tod ihrer Tochter erleben. Um sich ihrer Tochter näher zu fühlen, tritt sie einen Job im Kinderhospiz an. Auf ihrem Weg begegnet sie dem Straßenmusiker Sam, der ein Lied namens „Daisy“ singt, der genau den Namen trägt, wie ihre verstorbene Tochter. Emotionen überfluten sie, als sie dieses Lied hört, was Sam nicht entgeht.
Er wird neugierig und spürt eine Verbindung zu der Frau, die in ihm überraschende Gefühle weckt, und spricht sie an. Beide lernen sich näher kennen, doch schon bald müssen sie erneut die Schattenseiten des Lebens kennenlernen...

Meine Meinung:

Es war das allererste Buch der Autorin, was ich gelesen habe. Dementsprechend war ich auch sehr skeptisch, doch die Leseprobe hat mich überzeugt. Mit dieser Story habe ich mich von meinen „Wohlfühl-Genres“ entfernt und wurde nicht enttäuscht.
Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass sich die Geschichte hinziehen würde, da ich zwar viel Stoff fand, aus dem man einen guten Spannungsbogen machen könnte, allerdings hatte es die Autorin anfangs nicht sehr ausführlich ausgearbeitet. Das hat mir den Einstieg in das Buch erschwert.
Nach und nach kamen neue Aspekte zu, was in mir Spannung aufbaute und mich endlich in die Geschichte eintauchen ließ.
Die Nebencharaktere wurden gut beschrieben: nicht zu ausführlich, aber sie wurden auf keinen Fall vernachlässigt, was mir sehr gut gefiel. Man konnte sie schnell liebgewinnen, aber auch ihre Taten hinterfragen, was das ganze spannender machte. Mit der Ausarbeitung der Protagonisten wurde ich nicht enttäuscht. Ich konnte mich selten, wenn nicht sogar noch nie, so gut in die Charaktere und ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen. All ihre Taten waren für mich vollkommen nachvollziehbar und SEHR echt.
Charlotte hatte eine sehr sympatische Art, und war nicht zickig, wie ich am Anfang dachte. Ich konnte ihr anfängliches Zögern was Sam angeht vollkommen verstehen. Auch ihr Misstrauen und ihre Denkweise finde ich nachvollziehbar. Die Verarbeitung des Todes ihrer Tochter war hingegen erfrischend und neu für mich. SPOILER! Sie versuchte ihre Erinnerung behalten, weshalb sie auch nicht zu Psychologen etc. gehen wollte. Das war etwas, was mich sehr erstaunt war. SPOILER ENDE!
Die schweren Themen im Buch wurden so gut bearbeitet , dass sie ihre Tiefe behielten, was mir mehr als nur drei Male Tränen in die Augen trieb. Was mich sehr erstaunt hat, war dass sie trotzdem eine ungewöhnliche Leichtigkeit behielten, was einem sehr einfach machte weiter zu lesen.
Die Themen waren mir nicht neu, allerdings ihre Umsetzung.
Es hat sehr viel Spaß gemacht das Buch zu lesen, da es leicht war und man es jeden Moment abbrechen konnte. Es war kein Zwang weiter zu lesen, was dem ganzen diese leichte Note verlieh.

Fazit:

Ein wunderschönes Buch für zwischendurch, wunderbar leicht und perfekt als Sommerlektüre auf Balkonien, als auch am Strand. Man liest nicht, nein, man fliegt förmlich durch die Seiten und inhaliert jedes dieser Wörter.
Ein gefühlvolles Buch der Autorin Violet Thomas!

Von mir 4,5 von 5 Sternen






Vielen Dank an die Lesejury für die wundervolle Leserunde und das Manuskript!



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kati-katharinenhof kati-katharinenhof

Veröffentlicht am 06.07.2020

An manchen Tagen tut es gut, vom Himmel Herzen geschenkt zu bekommen (Beate Pracht)

Charlotte hat gerade ihre neue Stelle im Kinderhospiz angetreten, als sie mit aller Macht wieder an den Verlust ihrer vor einem Jahr verstobenen Tochter erinnert wird. Ein junger Straßenmusiker spielt ... …mehr

Charlotte hat gerade ihre neue Stelle im Kinderhospiz angetreten, als sie mit aller Macht wieder an den Verlust ihrer vor einem Jahr verstobenen Tochter erinnert wird. Ein junger Straßenmusiker spielt seinen Song „Daisy“ und sorgt so dafür, dass sich alle Emotionen ihren Weg bahnen und Charlotte zu Tränen rühren. Sam kann nicht anders, er muss die junge Frau ansprechen, die emotional so sehr von seinem Lied berührt wird. Zwischen beiden entwickelt sich eine zarte Liebe, die auf eine harte Probe gestellt wird…



Violet Thomas hat mit „Jeden Tag ein neuer Himmel“ eine emotionsgeladene Story zu Papier gebracht, die dem Leser eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle beschert und so die Tränen ungehindert fließen dürfen. Also, Taschentücher auf jeden Fall bereithalten!

Im Roman werden die Themen Verlust und Trauer, Vertrauen und Misstrauen, Liebe und Freundschaft auf ganz behutsame Weise miteinander verknüpft, sodass, trotz der Schwere der Themen die Leichtigkeit nicht verloren geht.

Charlotte ist eine warmherzige junge Frau, die mit dem Verlust des geliebten Kindes zu kämpfen hat. Ein schwerer Einschnitt in ihrem Leben, denn niemand hat sich wirklich darauf vorbereit. Sie muss damit zurechtkommen, ein verwaistes Elternteil zu sein und den schmerzhaften Verlust verarbeiten. Damit sie die Situation besser ertragen kann, widmet sie sich ganz ihrer Aufgabe im Kinderhospiz und geht regelrecht darin auf, den kleinen Hamish in seinen letzten Tagen zu begleiten.

Der kleine Knirps erinnert mich ein wenig an Jim Knopf, ist trotz seiner schweren Erkrankung und seinem Schicksal, ein kleiner Sonnenschein und nicht auf den Mund gefallen.

Sam, der Straßenmusiker, ist ein einfühlsamer und überaus talentierter Musiker, der das Herz auf dem rechten Fleck, sich aber bisher nicht so richtig aus den Startlöchern getraut hat.

Violet Thomas schafft es, die Gefühle und Gedanken ihrer Figuren auf den Leser zu übertragen, sodass man eins mit den Protagonisten wird und in ihre Haut schlüpft. Man spürt die Tränen aufsteigen und trauert mit, man hat Schmetterlinge in Bauch, den berühmten Kloß im Hals und fühlt den zarten Kuss auf den Lippen.

Der Roman lebt von den einfühlsamen Worten, dem leisen, aber trotzdem ausdrucksstarken Schreibstil der Autorin und ermöglicht so ein eindrucksvolles Leseerlebnis, das noch lange im Herzen nachklingt.

Absolute Leseempfehlung !

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JennaKlayton JennaKlayton

Veröffentlicht am 06.07.2020

Rezension "Jeden Tag ein neuer Himmel" von Violet Thomas

Inhalt: Die junge Krankenschwester Charlotte hat gerade ihre neue Stelle in einem Londoner Kinderhospiz angetreten, als sie auf dem Weg nach Hause einen Song von dem Straßenmusiker Sam hört. Charlotte ... …mehr

Inhalt: Die junge Krankenschwester Charlotte hat gerade ihre neue Stelle in einem Londoner Kinderhospiz angetreten, als sie auf dem Weg nach Hause einen Song von dem Straßenmusiker Sam hört. Charlotte ist zu Tränen gerührt, denn das Lied heißt "Daisy", wie ihre vor einem Jahr verstorbene Tochter. Sam bemerkt Charlottes intensive Reaktion und spricht sie an. Er ist fasziniert von dieser Frau, in der seine Musik so tiefe Gefühle hervorruft, und will Charlotte unbedingt näher kennenlernen. Am Anfang ist Charlotte zurückhaltend, doch bald erliegt sie Sams warmherzigen Charme. Aber das Schicksal legt der gerade erblühenden Liebesbeziehung einige Steine in den Weg...

Bewertung: 4 / 5

Bei meiner ersten „richtigen“ Leserunde von der @lesejury, hatte ich gleich das Glück und durfte ein Manuskript lesen. Der Klappentext hatte mich direkt angesprochen und ich fand das Setting mit der Arbeit in einem Kinderhospiz total spannend. Der Schreibstil war super und ich flog regelrecht durch die Geschichte. Die beiden Hauptcharaktere Charlotte und Sam waren zwar total gegensätzlich aber trotzdem super sympathisch und auch die Nebencharaktere waren sehr schön ausgearbeitet. Anders als den meisten anderen Mitlesern, fehlten mir in der Geschichte allerdings ein bisschen die Emotionen. In den meisten Szenen waren nur Sam und Charlotte einzeln mit anderen Personen und wenn sie sich mal trafen, erfuhr man nicht, worüber sie so redeten. Ihre Einzelgeschichten waren dabei zwar sehr interessant aber irgendwie fehlte mir doch ein Stück weit die Liebesgeschichte. Es war ein schönes Buch für junge, wie auch etwas ältere Leser*innen und für alle, die etwas näher am Wasser gebaut sind als ich, ist es wahrscheinlich sehr ergreifend. In der Leserunde gab es zumindest viele Mitleser die Tränen vergossen haben, nur war das leider nicht bei mir der Fall.

Eure Jenna

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Dreamworx Dreamworx

Veröffentlicht am 01.07.2020

Oberflächliche Effekthascherei

Die Kinderkrankenschwester Charlotte Hill hat den Tod ihrer kleinen Tochter Daisy, die bei einer Operation gestorben ist, noch nicht überwunden, als sie ihren neuen Job in einem Kinderhospiz antritt und ... …mehr

Die Kinderkrankenschwester Charlotte Hill hat den Tod ihrer kleinen Tochter Daisy, die bei einer Operation gestorben ist, noch nicht überwunden, als sie ihren neuen Job in einem Kinderhospiz antritt und sich dort um den kleinen Hamish kümmert. Als sie auf ihrem Weg nach Hause das Lied „Daisy“ des jungen Straßenmusikers Sam vernimmt, treibt es ihr in Gedanken an ihre verstorbene Tochter die Tränen in die Augen. Sam ist von Charlottes Reaktion und ihrem offenkundigen Schmerz so bewegt, dass er gar nicht anders kann als sie anzusprechen. Obwohl Charlotte noch nicht bereit ist, sich näher auf ihn einzulassen, bleibt Sam hartnäckig und lernt Charlotte behutsam kennen. Doch die langsam aufkeimenden Gefühle zwischen den beiden müssen noch so einige Prüfungen bestehen…
Violet Thomas hat mit „Jeden Tag ein neuer Himmel“ einen Roman vorgelegt, der mit seiner Handlung den Leser durch die gesamte Bandbreite des Gefühlsbarometers jagen möchte, während dieser das Schicksal von Charlotte und Sam mitverfolgt. Der Schreibstil ist sehr gefühlsbetont und detailverliebt, dafür nicht sehr eingängig, was den Einstieg in die Geschichte etwas mühsam macht. Mit wechselnden Perspektiven zwischen Charlotte und Sam gewährt die Autorin dem Leser Einblick in das jeweilige Gedanken- und Seelenleben ihrer Protagonisten, doch der Funke will nicht so recht überspringen, zu sehr wird gewollt auf die Tränendrüse gedrückt, wobei die Protagonisten unnahbar und fremd bleiben und so auch die Emotionen nicht den gewünschten Effekt erzielen. Obwohl der Leser Charlottes Verlust um ihre Tochter ansatzweise nachempfinden kann, wirken die Schilderungen doch recht nüchtern und wenig intensiv, wie man es sich eigentlich wünschen würde. Die Beziehung zu ihrer Tochter bleibt durchweg abstrakt. Die Arbeit in einem Kinderhospiz ist kein Zuckerschlecken und kommt hier leider auch nicht so zum Ausdruck wie erhofft. Die gesamte Handlung wirkt eher oberflächlich denn tiefgründig, eher wird mit viel Effekthascherei versucht, auf die Tränendrüse zu drücken, was leider nicht funktioniert.
Die Charaktere sind recht simpel gestrickt, ihnen fehlt das gewisse Etwas und vor allem Glaubwürdigkeit, damit der Leser sich gut in sie hineinversetzen und ihnen folgen kann. Charlotte ist eine hilfsbereite Frau, die einen schweren Schicksalsschlag noch nicht verkraftet hat und auch tagtäglich in ihrem Beruf daran erinnert wird. Ihre Erinnerungen und die Trauer hat sie allerdings so sehr in sich verschlossen, dass der Leser das kaum mit ihr teilen kann und meist außen vor bleibt. Sam wirkt wie ein netter Kerl, ist allerdings auch ein großes naives Kind geblieben. Er träumt von einer Musikerkarriere und ist für seinen Bruder, bei dem er sich einquartiert hat, mehr Ballast als Segen. Daisy bleibt das unbekannte Phantom, das über allem schwebt und doch nie greifbar ist, so dass Charlottes Beziehung zu ihrer Tochter auch für den Leser ein großes Fragezeichen bleibt. Der kleine Hamish ist die einzige Lichtgestalt in dieser Geschichte, denn er kann den Leser durchweg überzeugen.
„Jeden Tag ein neuer Himmel“ handelt von großem Verlust, Trauerbewältigung und der Liebe, wobei es der Handlung eindeutig an Emotionalität fehlt und der gewünschte Effekt flöten geht. Für diese oberflächliche und unglaubwürdige Geschichte gibt es keine Leseempfehlung!

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Feliz Feliz

Veröffentlicht am 30.06.2020

Die Geschichte schafft es leider zu keiner Zeit, mich emotional zu packen

Das Cover gefällt mir wirklich gut. Es ist vielleicht ein wenig kitschig, aber ich mag, wie sehr die Farben miteinander harmonieren und wie stimmig es insgesamt wirkt. Ich finde allerdings, dass es nicht ... …mehr

Das Cover gefällt mir wirklich gut. Es ist vielleicht ein wenig kitschig, aber ich mag, wie sehr die Farben miteinander harmonieren und wie stimmig es insgesamt wirkt. Ich finde allerdings, dass es nicht unbedingt zum Inhalt passt, dafür wirkt es zu positiv, zu fröhlich für die Stimmung, die in dem Buch herrscht, allerdings könnte der Titel nicht besser gewählt sein.

Die Geschichte klang erst einmal gut, schafft es aber nicht wirklich mich zu überzeugen: Charlotte Hill hat gerade erst ihre kleine Tochter Daisy verloren, die seit ihrer Geburt krank war und nun an den Folgen einer Operation gestorben ist. Jetzt beginnt sie ihre neue Stelle als Kinderkrankenschwester in einem Hospiz und kümmert sich um den sterbenskranken Hamish. Als sie eines Tages von ihrer Arbeit kommt, hört sie den Straßenmusiker Sam das Lied „Daisy“ singen und fühlt sich direkt an ihre Tochter erinnert. Als Sam ihre Tränen bemerkt, ist er vollkommen fasziniert von ihr und will sie unbedingt näher kennenlernen, doch Charlotte ist noch nicht bereit, sich auf neue Gefühle einzulassen. Doch der Musiker lässt sich nicht so schnell abschrecken, sondern will unbedingt wissen, was hinter ihrer Trauer steckt und mit seinem Charme kommt er ihr Schritt für Schritt näher, auch wenn die Umwelt ihnen immer wieder Steine in den Weg legt…

Ich war wirklich sehr gespannt auf die Geschichte, weil ich fand, dass sie großes emotionales Potenzial gehabt hätte, sie hat mich aber an keinem Punkt gepackt, weder emotional noch durch die Spannung. Der Schreibstil gefiel mir auch nicht wirklich, es war mir vor allem am Anfang zu holprig, teilweise auch zu umständlich und ich habe mich immer wieder erwischt, wie ich Sätze in meinem Kopf umgestellt habe, damit sie besser klingen. Das hat sich mit dem Verlauf des Buches ein wenig gegeben, vielleicht weil ich mich einfach an den Stil gewöhnt hatte und er mir ab einem gewissen Punkt nicht mehr so richtig aufgefallen ist.

Mein größtes Problem mit dem Buch war allerdings, dass es mich so gar nicht emotional berührt hat. Ich kann Charlottes Trauer theoretisch nachvollziehen, praktisch kommen diese Gefühle bei mir aber überhaupt nicht an. Man erlebt Daisy nie als Person, sondern immer nur in der Erzählung und auch dort bekommt man als Leser immer nur Bruchstücke vorgesetzt, sodass ich keine Bindung zu ihr aufbauen konnte. Vielleicht wäre es besser gewesen, im Prolog zumindest eine kurze Szene aus ihrem gemeinsamen Leben zu schildern, damit man Daisy auch als Person kennenlernen kann.
Dadurch, dass Charlottes Charakter zu einem großen Teil aus der Trauer besteht, konnte ich auch mit ihr nicht so richtig warm werden. Es ist nicht so, dass ich nicht verstehen könnte, dass sie trauert, sie hat immerhin ihr Kind verloren, aber ich konnte einfach so gar keine Beziehung zu ihr aufbauen. Ähnlich ging es mir auch mit Sam, der für mich viel zu kindisch und naiv ist. Er will unbedingt als Musiker Karriere machen, verdient aber so wenig eigenes Geld, dass er bei seinem Bruder wohnt und im Prinzip auch nichts zum Unterhalt beitragen kann. Ich kann sogar verstehen, dass er seinen Traum leben will, aber ich habe immer das Gefühl, dass sein Bruder Sam komplett aushält. Ich hätte es absolut in Ordnung gefunden, wenn er sich dann einfach um den Haushalt kümmern würde, aber gefühlt tut er das nie, sondern auch das bleibt an seinem Bruder hängen. Ich mag eigentlich unkomplizierte, fröhliche Protagonisten, die keine Bad Boys, sondern einfach nette Jungs sind, aber Sam wirkt einfach, als wäre er höchstens 20 Jahre alt, vielleicht sogar jünger. Ich finde einfach die Charaktere wirken nicht so ganz rund, sondern bleiben irgendwie oberflächlich. Einzig Hamish ist für mich ein glaubhafter und spannender Charakter, der auch der einzige ist, der mir zum Schluss des Buches ein paar wenige emotionale Regungen entlocken konnte.

Alles in allem konnte mich das Buch emotional an keinem Zeitpunkt so richtig packen, sondern es plätschert für mich vor allem so vor sich hin, ohne dass es besondere Höhen oder Tiefen hatte. Ich hatte zwar nicht so besonders viel erwartet, aber leider haben mich weder die Protagonisten noch der Schreibstil besonders überzeugt hat, sodass ich am Ende dann doch irgendwie enttäuscht war, vor allem weil das Buch durchaus großes (emotionales) Potenzial gehabt hätte.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Brief der Autorin an ihre Leserinnen

Brief der Autorin
Brief der Autorin
© Bastei Lübbe

Autorin

Violet Thomas

Violet Thomas - Autor
© Violet Thomas

Violet Thomas ist ein Pseudonym von Ann-Kathrin Karschnick, geboren 1985, die als »Frau im grünen Kleid« in der Phantastik-Szene bekannt ist.Sie veröffentlichte bereits zahlreiche phantastische Romane bei verschiedenen Verlagen und wurde für "Phoenix – Tochter der Asche" 2014 mit dem Deutschen Phantastikpreis ausgezeichnet.Als Violet Thomas schreibt sie die beiden Liebesroman-Serien Hotel California (moments, 2018) und Mercy Grace Hospital (SP, 2017/18).

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