Waldkind
 - Natalie Speer - PB

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15,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Paperback
Fantasy Bücher
639 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-20927-9
Ersterscheinung: 21.12.2018

Waldkind

Roman

(12)

Nehmt euch in Acht vor dem Deamhain. 
Der verwunschene Wald lebt. Er begehrt. Er verführt. 
Doch seine verschlungenen Pfade führen nicht in die Freiheit, sondern in den Tod … 

Eva und Cianna könnten unterschiedlicher nicht sein – die erste rebellisch und unerschrocken, die zweite eine Träumerin. Während Eva als Regierungsagentin Jagd auf gefährliche Fabelwesen im verwunschenen Wald Deamhain macht, führt Cianna das behütete Leben einer Bürgerstochter. 
Doch dann findet Cianna am Rand des Deamhain ein verlorenes Kind, das eine besondere Verbindung zum Wald zu haben scheint. Sie ahnt nicht, dass der Deamhain das Kind nicht so einfach ziehen lassen wird. Und dass der Wald Eva und Cianna zu tödlichen Feindinnen macht.

Rezensionen aus der Lesejury (12)

Kaito Kaito

Veröffentlicht am 28.03.2019

Der Wald ruft nach dir...

Starke Protagonistinnen und eine faszinierende Welt.

Inhalt:
Eva und Cianna könnten unterschiedlicher nicht sein - die erste rebellisch und unerschrocken, die zweite eine Träumerin. Während Eva als Regierungsagentin ... …mehr

Starke Protagonistinnen und eine faszinierende Welt.

Inhalt:
Eva und Cianna könnten unterschiedlicher nicht sein - die erste rebellisch und unerschrocken, die zweite eine Träumerin. Während Eva als Regierungsagentin Jagd auf gefährliche Fabelwesen im verwunschenen Deamhain macht, führt Cianna das behütete Leben einer Bürgerstochter.
Doch dann findet Cianna am Rand des Deamhain ein verlorenes Kind, das eine besondere Verbindung zum Wald zu haben scheint….

Meinung:
Waldkind ist der zweite Roman von Autorin Natalie Speer und spielt in der gleichen Welt, wie ihr erstes Buch Frostseelen. Es erzählt aber eine eigene, in sich abgeschlossene Geschichte.
Ich selbst kenne Frostseelen noch nicht, hatte beim Lesen von Waldkind aber auch nie das Gefühl, dass dies notwendig für das Verständnis ist.
Man kann also bedenkenlos zugreifen und mit Eva und Cianna auf eine magische Wanderung gehen.

Die beiden Protagonistinnen sind sehr unterschiedlich, haben mir aber beide sehr gut gefallen. Eva ist tough, hat dunkle Geheimnisse und vertritt starke Überzeugungen. Cianna ist vor allem zu Beginne eher unreif, gutherzig und überfordert mit den Entwicklungen um sie herum.
Was mir besonders gefallen hat war, dass die beiden zu selbstständigen Charakteren werden, die nicht zwingen einen Mann oder eine Liebschaft an ihrer Seite brauchen, um sich zu definieren. Das findet man - vor allem im Bereich Fantasy - nicht ganz so häufig.

Die Handlungsstränge der beiden Frauen verlaufen zunächst abwechselnd und getrennt voneinander, und nehmen sich die Zeit sowohl die Figuren, wie auch die Situation in der sie sich jeweils befinden aufzubauen und zu beschreiben. Die Handlung verläuft daher zunächst eher ruhig und unaufgeregt, steigert sich im Verlauf des Buches aber immer mehr.
Und man kann beiden Handlung gut folgen, da der Erzählstil dem Charakter von Eva und Cianna entsprechend mal härtere und mal sanftere Töne anschlägt.

Die Welt um den und im Deamhain ist nicht nur erfüllt von verborgener Magie, sondern beherbergt eine komplexe und interessante Gesellschaft, mit einer bedrückenden Herschaftsstruktur. Trotz aller fantastischer Elemente hat die Geschichte dadurch etwas realistisches. Bevölkert durch interessante und gut ausgearbeitete Figuren wird sie so sehr lebendig.

Fazit:
Waldkind erzählt eine faszinierende und spannende Geschichte, mit tollen Portagonistinnen in einer magischen Welt. Es braucht keine epochalen Schlachten oder tragischen Liebesgeschichte um eine tolle Fantasy-Story zu erzählen. Aber ein paar Kämpfe und realistische Gefühle sind sehr gute Zutaten.
Auch wenn Waldkind eher eine ruhige Erzählung ist, hat mich das Buch sehr begeistert.
Von mir definitiv eine Leseempfehlung.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Seitenseglerin Seitenseglerin

Veröffentlicht am 26.03.2019

Atmosphärischer Ausflug in einen verwunschenen Wald - leider mit Längen

* Spoilerfreie Rezension! *


Inhalt

Der Deamhain ist ein verwunschener Wald voller Gefahren, fremdartiger Tiere und Pflanzen – und Magie. Eva, eine toughe Geheimagentin, und Cianna, eine naive Bürgerstochter, ... …mehr

* Spoilerfreie Rezension! *


Inhalt

Der Deamhain ist ein verwunschener Wald voller Gefahren, fremdartiger Tiere und Pflanzen – und Magie. Eva, eine toughe Geheimagentin, und Cianna, eine naive Bürgerstochter, verschlägt es beide aus verschiedenen Gründen in die unberechenbaren Tiefen des Waldes. Ein gefährliches Abenteuer, das beide Leben für immer verändern wird, beginnt…

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Band #2 einer sehr lose verbundenen Reihe um die erfundene Welt Athosia
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenzahl: 640
Erzählweise: Figuraler Erzähler, Präsens
Perspektive: aus weiblicher Sicht geschrieben (Eva und Cianna)
Kapitellänge: meist mittel bis lang
Tiere im Buch: - Tiere werden als Nahrungsquelle genutzt, sie werden getötet, teilweise schwer verletzt und leiden Qualen. Für sensible Tierfreund_innen ist das Buch daher nicht immer leicht zu verdauen.

Warum dieses Buch?

Nachdem ich das erste Buch der Autorin, „Frostseelen“, absolut geliebt habe und schon ewig das Erscheinen eines neuen Werkes herbeigesehnt habe, führte an diesem Fantasy-Roman natürlich kein Weg vorbei!

Meine Meinung

Einstieg (+/-)

Es hat wieder etwas gedauert, bis ich in die Geschichte gefunden habe – aber das war ja auch bei „Frostseelen“ so. Auch dieses Mal brauchte ich wieder einige Zeit, bis ich ganz in die fremde Welt eintauchen konnte.

„‘Halte dich stets vom Finderwald fern / er frisst Kinder und Schafe so gern.‘“ Seite 106

Schreibstil (+)

Das lag bestimmt auch am Schreibstil. Natalie Speer schreibt flüssig und angenehm, ihre Sprache kann als anspruchsvollerer „Fantasy-Schreibstil“ beschrieben werden. Ganz wunderbar fand ich die gelungenen, teilweise sogar poetischen Vergleiche und Metaphern. Die Beschreibungen sind zudem sehr anschaulich, meist unheimlich atmosphärisch und detailliert. Zeitweise ging es mir hier wieder etwas zu sehr ins Detail, dadurch verliert die Geschichte leider an Tempo. Ein paar Kürzungen hätten das Buch noch besser gemacht.

„Dabei ist der Deamhain wie geschaffen für Albträume. Seine Baumwipfel neigen sich bedrohlich über unsere Hügel. Sie sind so hoch, dass einem beim Anblick schwindelig wird, und ihre Äste greifen wie knorrige Knochenfinger nach dem Wind. Nachts schreien Eulen und andere Tiere in den Tiefen des Waldes wie kleine Kinder.“ Seite 34

Inhalt, Themen, Botschaften & Ende (+)

Einmal mehr entführt uns die Autorin nach Athosia, eine fremde Welt, die ihren ganz eigenen Gesetzen folgt. Es geht wieder um Magie, aber auch um den Kampf dagegen, um Unterdrückung, Sklaverei, Reichtum auf dem Rücken der Armen, Krieg, um Freundschaft, Familie, alte Wunden, gefährliche Abenteuer und geheime Missionen. Das Worldbuilding überzeugt ebenso wie der sorgsam konstruierte, gelungene Plot, der mit einigen Wendungen aufwarten kann. Es macht Spaß, in die geheimnisvollen, wunderschönen, aber auch ebenso gefährlichen Tiefen des Waldes einzutauchen und diese zu erkunden. Dabei wird es zuweilen sehr brutal, actionreich und düster - die Autorin zögert zudem nicht, auch liebgewonnene Figuren sterben zu lassen. Da in Athosia aber gerade Krieg herrscht, verleiht das dem Buch nur mehr Glaubwürdigkeit.

Wie auch schon im letzten Band werden gesellschaftliche Probleme und Fragen thematisiert, die auch in der realen Welt von Bedeutung sind. Auch mit Gesellschaftskritik wird nicht sparsam umgegangen. Das Ende ist dann offener als erwartet, so dass einem nach dem Schluss des Buches noch einige Fragen im Kopf herumspuken. Insgesamt war ich mich dem vielleicht etwas zu schnell abgehandelten Abschluss aber dennoch zufrieden, da alle wichtigen Handlungsstränge zu einem ansprechenden Ende geführt werden.

Protagonistinnen und Figuren (+/-)

Eine der großen Stärken des Buches ist auch dieses Mal wieder die Charakterzeichnung. Vor allem die beiden Hauptfiguren sind liebevoll ausgearbeitete, runde und komplexe Protagonistinnen, die mit ihrer Persönlichkeit und auch der Entwicklung, die sie durchmachen, überzeugen. Die beiden Frauen zeichnen sich am Beginn der Geschichte vor allem durch ihre Gegensätzlichkeit aus: Während Cianna eine verwöhnte, naive, sensible junge Frau ist, kann Eva als toughe, starke Geheimagentin beschrieben werden, die auch ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen geht, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Trotz dem Herzblut, das ohne Zweifel in die Konzeption der beiden gesteckt wurde, konnten sie mir beide leider nicht so ans Herz wachsen wie Thea in „Frostseelen“ – woran das genau lag, das weiß ich nicht.

Auch die Nebenfiguren sind, soweit möglich, tiefgründig gezeichnet und wirken mit ihren Schwächen und Stärken lebendig und echt. Manche bleiben allerdings das ganze Buch über geheimnisvoll – dabei hätte ich sie gerne noch besser kennengelernt und ihre Beweggründe erfahren (Beispiel: Luka).

„‘Es gibt Vögel, die noch nie jemand gesehen hat, doch ihre Rufe klingen angeblich wie Kinderweinen. Wir nennen sie Bansei. Der, der ihr Weinen in der Abenddämmerung hört, erlebt die nächste nicht mehr.‘“ Seite 130

Spannung & Atmosphäre (+/-)

Nun kommen wir zu meinem einzigen richtigen Kritikpunkt, der mir leider auch die Lektüre teilweise ein wenig vermiest hat. Zuerst zum Positiven: Die Atmosphäre im Buch ist wieder großartig gelungen: Der Deamhain wird vor dem inneren Auge lebendig, man hört es im Unterholz rascheln, riecht förmlich seinen Duft und spürt den Wind auf der Haut. Man bekommt den Eindruck, dass der Wald ein Organismus ist, dass er lebt und pulsiert, und fühlt sich, als wäre man selbst mit Cianna und Eva dort. Teilweise wird es zudem richtig unheimlich, immer wieder habe ich eine Gänsehaut bekommen.

Trotz der tollen Atmosphäre fehlte mir leider über weite Strecken die Spannung. Obwohl es durchaus atemlos spannende Momente und unerwartete Wendungen im Roman gibt, kann der Spannungsbogen leider nicht durchgehend gehalten werden, sondern bricht immer wieder ein. Dadurch entstehen Längen, bei denen ich mich zwingen musste, die Seiten nicht nur zu überfliegen. So mitreißend wie „Frostseelen“ war das „Waldkind“ daher für mich leider nicht, was mich ein bisschen enttäuscht hat. Dennoch hoffe ich natürlich, dass die Autorin ein weiteres Werk in dieser faszinierenden Welt ansiedelt und das dann wieder mehr meinen Geschmack trifft.

„‘Was meint er damit: Der Deamhain ist heute ruhig?‘, fragt einer der beiden Neuen mit beklommener Miene.
‚Dass die Chancen gut stehen, dass keiner von uns bis zur Waldbastion gefressen wird.‘“ Seite 104

Feministischer Blickwinkel (♥)

Hier hat die Autorin ein großes Lob verdient! Wir treffen hier auf die verschiedensten Frauen- und Männerfiguren, Männer dürfen weinen, Frauen dürfen tough und kämpferisch sein. Auch das Liebesleben der Protagonistinnen ist sehr unterschiedlich und keine der Frauen wird jemals dafür verurteilt. Zudem haben viele davon wichtige Führungspositionen inne, es gibt viele Soldatinnen und die Misogynie, die es leider zuweilen auch in Athosia gibt, beeindruckt Eva beispielsweise überhaupt nicht. Im Gegenteil, sie lässt sich nichts sagen und vertraut ihrem eigenen Urteil.

Ein weiterer Punkt, den ich positiv hervorheben möchte, ist die Tatsache, dass es in diesem Fantasy-Roman Diversität und gleichgeschlechtliche Liebe gibt – und zwar ganz ohne Klischees. Zudem wird daraus keine große Sache gemacht, viel eher wirkt es vollkommen normal (was es ja auch ist). Fantasy-Romane sind oft sehr sexistisch und konservativ – Natalie Speer geht hier jedoch einen ganz anderen Weg und kämpft damit für Toleranz. Dafür hat sie ein großes Lob verdient!

Mein Fazit

„Waldkind“ konnte mich leider nicht ganz so begeistern wie „Frostseelen“. Das lag sicher nicht am anschaulichen, schönen Schreibstil (der mir nur manchmal zu sehr ins Detail ging) und auch nicht an den liebevoll ausgearbeiteten Protagonistinnen und Figuren (die mir aus irgendeinem Grund trotzdem nicht ans Herz wachsen wollten). Auch die Konstruktion der faszinierenden Welt, der sorgsam erstellte Plot, die großartige, unheimliche Atmosphäre (der Wald wirkt wie ein lebendiges, pulsierendes Wesen!) und die gesellschaftskritischen, tiefgründigen Themen haben mir sehr gut gefallen. Leider fehlten mir dieses Mal aber immer wieder Tempo und Spannung, sodass mich diese Geschichte leider nicht so mitreißen konnte, wie ich mir das gewünscht hätte. Ich musste mich stellenweise zwingen, die Seite nicht nur zu überfliegen. Ein großes Lob hat die Autorin ohne Zweifel für ihre moderne Darstellung starker, tougher Frauen- und sensibler Männerfiguren und die selbstverständlichen Beschreibungen von gleichgeschlechtlicher Liebe ganz ohne Klischees verdient. Sie kämpft mit „Waldkind“ für mehr Toleranz (auch im Fantasy-Genre) und das ist großartig!

Sollte es einen Folgeband geben, werde ich den mit Sicherheit auch wieder lesen. Denn: Ich bin noch nicht bereit, Athosia für immer hinter mir zu lassen. An dieser Stelle seien euch übrigens die "Frostseelen" noch einmal wärmstens ans Herz gelegt! ♥

Empfehlung: Ein Fantasy-Roman für Fans von detaillieren Beschreibungen, einem gelungenen, atmosphärischen Schreibstil und einer eher düsteren Handlung.

Bewertung

Idee, Themen, Botschaft: 5 Sterne
Worldbuilding: 5 Sterne ♥
Einstieg: 3 Sterne
Schreibstil: 4,5 Sterne
Protagonistinnen: 4 Sterne
(Neben)Figuren: 4 Sterne
Atmosphäre: 5 Sterne ♥
Spannung: 2 Sterne
Ende: 3,5 Sterne
Emotionale Involviertheit: 3,5 Sterne
Feministischer Blickwinkel: ♥ !

Insgesamt:

❀❀❀,5 Lilien

Dieses Buch bekommt von mir gute dreieinhalb Lilien!

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Wuschel Wuschel

Veröffentlicht am 26.03.2019

Atmosphärischer Fantasy Roman

*Ein düsterer Fantasy-Roman für Leser ab 16 Jahren.*

#Beschreibung:#
Der Deamhain ist bekannt für seine übernatürlich Art. Dort zu Überleben ist schier undenkbar. So werden die Kinder der umliegenden ... …mehr

*Ein düsterer Fantasy-Roman für Leser ab 16 Jahren.*

#Beschreibung:#
Der Deamhain ist bekannt für seine übernatürlich Art. Dort zu Überleben ist schier undenkbar. So werden die Kinder der umliegenden Dörfer schon früh darauf geimpft sich fern zu halten. Und genau dort treffen sich zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die verträumte Bürgerstochter Cianna fühlte sich schon als Kind stets zu dem Wald hingezogen. Als sie eines Tages einem verloren wirkenden Jungen über den Weg läuft, weiß sie noch nicht, dass dieser eine ganz besondere Verbindung zum Wald hat, wie sie selbst. Eva hingegen ist eine Jägerin im Auftrag der Regierung. Auch ihr Weg führt in den Hain, wo sie schließlich Cianna begegnet.

#Meinung:#
Zuerst mal möchte ich mich entschuldigen, falls es wirrer klingt als sonst, aber die Rezi entstand nun direkt nach den vier Tagen Messe. Das Buch habe ich genau Mittwoch morgen vor der Abreise beendet und die Reise nach Leipzig brauchte ich wirklich um das Gelesene zu verarbeiten.

Die Geschichte ist jeweils aus der Sicht von Eva und Cianna geschrieben und läuft zumeist in einer gleichen Zeitlinie. Einmal ist das, relativ am Anfang, nicht der Fall. Da gibt es einen Zeitversatz von circa einem Tag, das merkt man aber recht schnell und führt beim Lesen höchstens zu einem Stirnrunzeln. Die Charaktere kann man richtig gut auseinander halten. Bei Cianna hat ich stets das Gefühl, dass alles rund rum viel fröhlicher und farbiger wirkt. Während ich bei Eva stets ein leicht beklemmendes Gefühl hatte. Alles wirkte so düster. Obwohl die Handlungen quasi parallel laufen und stellenweise sogar gemeinsam. Ich muss ja gestehen, dass mich das beim Lesen unglaublich fasziniert hat, weil ich so ein Erlebnis bisher noch nie hatte. Gegen Ende hin macht Eva noch mal eine kleine Entwicklung durch, weshalb es mir in den letzten Kapitel schwerer fiel die beiden zu unterscheiden, wenn ich mittendrin unterbrechen musste. Das kam jedoch nicht so oft vor, denn die Spannung zog am Ende so an, dass ich das Buch nicht weg legen wollte.

Die Welt, die Natalie Speer hier gezeichnet hat, gefällt mir richtig gut. Da ich selbst gerne und viel im Wald bin, konnte ich mich direkt rein denken, aber auch außerhalb war es ein interessantes Worldbuilding. Wirklich schön gezeichnet! Auch die Charaktere gefielen mir sehr gut. Gerade weil Cianna und Eva unterschiedlicher nicht sein könnten, aber auch die Art der Rebellen sowie diverser anderer vorkommenden Personen. Sehr facettenreich, wäre hier wohl die richtige Formulierung. Sehr schön gelöst war auch die Einführung, denn diese war in die laufende Geschichte eingewebt und wurde dem Leser somit in einem angenehmen Fluss vermittelt. Da ich zudem zwei unterschiedliche Sichtweisen geliefert bekam, war ich mir nie so wirklich sicher, welche Mythen und Sagen denn nun stimmen, da jeder eine andere "Meinung" bzw. Einstellung zu Dingen wie den magischen Trieben oder den Wesen hatte, die in dieser Welt leben. Hier wollte mein Kopf oftmals an das Gute glauben. Tja, aber ob der damit recht hatte, werde ich euch nicht verraten.

Den Schreibstil fand ich sehr schön zu lesen und als ich dann mal drin war, was bei mir gerne mal die ersten hundert Seiten dauert, flog ich durch die Geschichte. Ich muss gestehen, dass ich eigentlich etwas ganz anderes erwartet hatte, aber(!) das was ich bekam konnte mich überzeugen. Die Atmosphäre war einfach sehr gelungen. Das Ende übrigens auch. So richtig schön nach meinem Geschmack, nämlich schön rund, aber dennoch offen und zudem nicht triefend vor "Happy End". Mit sowas kann man mein Herz ja immer wieder erobern, gerade im Fantasy Bereich. Ich werde mir auf jeden Fall noch ihr Debüt "Frostseelen" zu Gemüte führen, da es wohl sogar spannender sein soll und ihr Stil konnte mich ganz klar überzeugen. Die Spannung fand ich hier eher subtil, zum Ende hin steigend. Das Hauptaugenmerk lag für mich mehr auf den Abenteuern, die erlebt werden sowie dem einführen in die Welt als solches.

#Fazit:#
Ein sehr atmosphärischer Fantasy Roman für junge und alte Leser mit interessanten Charakteren.

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BarbaraM BarbaraM

Veröffentlicht am 10.03.2019

Ein toller, sehr atmosphärischer und spannungsgeladener Fantasyroman

„Waldkind“ von der Autorin Natalie Speer (auch bekannt unter Christiane Spies) ist 2019 im Lübbe-Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 638 Seiten.

Cianna entdeckt eines Tages am Rande ... …mehr

„Waldkind“ von der Autorin Natalie Speer (auch bekannt unter Christiane Spies) ist 2019 im Lübbe-Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 638 Seiten.

Cianna entdeckt eines Tages am Rande des dunklen Deamhaines ein verlorenes Kind und nimmt wahr, dass sowohl sie selbst, als auch das entdeckte Kind eine besondere Verbindung zu dem geheimnisvollen Wald hat. Ab sofort überschlagen sich die Ereignisse in Ciannas sonst so ruhigem und geordnetem Leben, denn nun wird sie in das geheimnisvolle Leben im Deamhain gezogen.
Und eines Tages begegnet sie der taffen und unerschrockenen Eva, die bislang als Undercover-Agentin mit dem Ziel, die Fabelwesen des mysteriösen Waldes zu jagen, unterwegs war.
Zwischen den beiden Frauen steht ein noch unentdecktes Geheimnis.

Natalie Speer gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren flüssigen, detaillierten und bildhaften Schreibstil in den Bann zu ziehen. Sie beschreibt die Protagonistin in all ihren Stärken und Schwächen und so konnte ich mich gut in die Charaktere hineinversetzen und ihr Handeln jeweils gut nachvollziehen.
Der Spannungsbogen wird während des ganzen Buches gehalten und durch viele Cliffhänger an den Kapitelenden bis zum großen Finale im positiven Sinne hinausgezogen.
Besonders gelungen sind meiner Meinung nach auch die Darstellungen der unterschiedlichen Facetten des Deamhaines, in dem ein Großteil des Romanes spielt. Ich habe es bisher noch nicht erlebt, dass allein die Schilderung des Waldes so atmosphärisch und facettenreich gelingen kann und ich habe mich oft selbst gefühlt, als wäre ich mitten im Wald. Das hat mir richtig gut gefallen.

Fazit: Es war ein Genuss, dieses Buch zu lesen und in die spannende und magische Welt von Cianna und Eva und den Deamhain einzutauchen.
Dieses Buch wird jeder Fantasy-Fan richtig gerne lesen. Es bietet auf jeder der rund 600 Seiten Spannung pur und man möchte es einfach nicht mehr aus der Hand legen bis es gelesen ist.

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GrauerVogel GrauerVogel

Veröffentlicht am 04.03.2019

Malerischer Wald mit dunklen Geheimnissen

In "Waldkind" geht es um den magischen Wald Deamhain. Seit Cianna denken kann, scheint der Wald zu ihr zu sprechen und auch sonst scheint er ein Eigenleben zu führen und gilt als gefährlich. Eines Tages ... …mehr

In "Waldkind" geht es um den magischen Wald Deamhain. Seit Cianna denken kann, scheint der Wald zu ihr zu sprechen und auch sonst scheint er ein Eigenleben zu führen und gilt als gefährlich. Eines Tages jedoch taucht ein mysteriöser Junge in Ciannas Leben auf, der mit dem Wald verbunden zu sein scheint und bald wird sie hineingezogen in einen Strudel aus Ereignissen und politischen Gruppierungen.


Eva ist undercover unterwegs mit einem Auftrag, getarnt als Hauptmann. In der Waldbastion soll sie einen Alben finden und töten. Welche Geheimnisse verbirgt Eva?

Die beiden Protagonistinnen sind sehr unterschiedlich, aber beide ergänzen sich sehr gut. Eva ist tough, hat dunkle Geheimnisse und vertritt starke Überzeugungen. Cianna dagegen ist noch eher unreif, gutherzig und zunächst überfordert mit allem, was um sie herum geschieht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine spannende Dynamik, die mir sehr gefallen hat!
Der kleine Junge war anfangs sehr interessant, wurde mir später aber immer unsympathischer, dennoch fand ich seinen Charakter sehr gut konstruiert.

Auch die Historie der Welt war überzeugend. Ich hatte anfangs ein paar Einstiegsschwierigkeiten, weil ich die Welt erst einmal kennen lernen musste, habe mich später aber dann gut zurecht gefunden.

Insgesamt gibt es im Verlauf des Buches einige Wendungen und es wurde ab der zweiten Hälfte (spätestens) extrem spannend. Etwas zu lange gedauert hat mir die Auflösung der ganzen Historie der Welt, weil man erst da vieles richtig verstehen konnte.

Wirklich wundervoll sind die Beschreibungen des Waldes! Malerisch, atmosphärisch und lebendig! Wirklich wunderschön!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Natalie Speer

Natalie Speer - Autor
© Natalie Speer

Natalie Speer wurde 1981 im Alpenvorland geboren und lebt und arbeitet heute in Nürnberg. Ihre Liebe zur Phantastik spiegelt sich in allen ihren Büchern wieder, aber auf ganz unterschiedliche Art. Unter dem Namen Christiane Spies schreibt sie Historische Romane mit Werwölfen, als Natalie Speer entwirft sie ganz eigene phantastische Welten. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter. Mehr über die Autorin unter: www.nataliespeer.de

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