Ich, Eleanor Oliphant
 - Gail Honeyman - Hardcover

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20,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Hardcover
Frauenromane
528 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-431-03978-8
Ersterscheinung: 24.04.2017

Ich, Eleanor Oliphant

Roman
Übersetzt von Alexandra Kranefeld

(62)

Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.
Mit ihrem Debüt "Ich, Eleanor Oliphant" ist Gail Honeyman ein anrührender Roman mit einer unvergesslichen Hauptfigur gelungen. Ihre erfrischend schräge Sicht auf die Dinge zeigt uns, was im Leben wirklich zählt. Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Und vor allen Dingen die Freundschaft.
„Absolut mitreißend.“ Jojo Moyes

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Pressestimmen

„Honeymans Romandebüt ist ein besonderes, zutiefst ergreifendes Buch, das lange nachhallt – und das man einfach lieben muss.“  
„Eine Protagonistin, die man manchmal am liebsten umarmen – und im nächsten Moment wieder schütteln und zur Vernunft bringen möchte. Sie ist seltsam. Introvertiert. Schrullig. Und liebenswert. Vor allem aber lässt Eleanor einen nicht los, man wird Teil ihrer Gedankenwelt. (…) Die sorgsam gezeichneten Charaktere – allen voran Eleanor Oliphant – wachsen einem ans Herz.“
„Honeyman verquickt das Thema (Einsamkeit) mit der sehr speziellen Persönlichkeit Eleanors. Sie schafft es, einen leichten und humorvollen Ton anzuschlagen. Sie beschreibt ihre Hauptfigur mit Wärme, und der Leser verfolgt ihre Geschichte voller Sympathie und in bester Laune. Denn durch Eleanor kann er auch sein eigenes Leben wie im Spiegel sehen.“
„Warmherzig, sympathisch und mit feinen Wendungen - ein ideales Sommerbuch.“
„Unbeschreiblich gut“

Rezensionen aus der Lesejury (62)

MartinaSuhr MartinaSuhr

Veröffentlicht am 30.09.2017

Eine außergewöhnliche Geschichte

Gesamteindruck:
Dieses Buch in Worte zu fassen, fällt mir nicht leicht, denn es ist so vielseitig und eindrücklich, dass ich eine Weile darüber nachdenken musste.
Das Cover ist schlicht und im übertragenden ... …mehr

Gesamteindruck:
Dieses Buch in Worte zu fassen, fällt mir nicht leicht, denn es ist so vielseitig und eindrücklich, dass ich eine Weile darüber nachdenken musste.
Das Cover ist schlicht und im übertragenden Sinne spiegelt es auch wunderbar die Geschichte wider. Eine dunkle Figur, die oben auf dem Farbklecks steht, der von dunkel/schwarz immer heller und bunter wird. Mich hat dieses Titelbild direkt angesprochen und ich war neugierig, was sich dahinter verbirgt.
Wo fange ich an, wo höre ich auf und was spoilert zu sehr… Hauptfigur Eleanor ist anders, lebt sehr zurückgezogen in einem einsamen und klar strukturierten Alltag. Sie arbeitet, trotz ihres großen intellektuellen Potenzials, in einer Grafikdesign-Agentur als Debitorenbuchhalterin, kocht jeden Abend das gleiche (Pasta mit Pesto), telefoniert jeden Mittwoch mit ihrer Mummy und die Einsamkeit mit sich selbst und dem Wochenende betäubt sie mit Alkohol. Eleanor lebt ihre eigene Routine und steht irgendwie immer abseits, sie hat kaum Sozialkompetenzen, was es einem schwer macht, sie in manchen Situationen zu mögen. Generell ist ihre Person so facettenreich, dass sie sehr viele Emotionen beim Lesen weckt. Mal mag man sie, dann möchte man sie schütteln, im nächsten Moment regt sie einen auf und ab und an fragt man sich, Gott, was ist da schiefgelaufen… Gründe für ihr Verhalten werden nach und nach aufgedeckt. Sie hat sehr viel mitgemacht, weshalb sie zu der Person wurde, die sie ist. Es war spannend zu sehen, wie sie sich während der Erzählung entwickelt hat, wobei mir ihre soziopathische Ader manchmal auch zu denken gab. Ihr Kollege Raymond ist der gute Samariter, der Eleanor nimmt, wie sie ist, und ihr immer wieder die Möglichkeit gibt, in die „normale“ Welt zu schnuppern. Er zeigt ihr, wie es sein kann und ist ein großer Katalysator ihrer Entwicklung. Die Handlung hat mir sehr gut gefallen und ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen, da ich neugierig war, welches Fettnäpfchen sie als nächstes nimmt und wie es weiter geht. Ich hab mir während dem Lesen immer wieder Theorien zurecht gelegt, wie was zusammenpasst (einige trafen tatsächlich ins Schwarze). Der Schreibstil der Autorin Gail Honeyman, die mit diesem Roman ihr Debüt gegeben hat, ist toll. Sie schreibt anspruchsvoll (mir persönlich hat diese Wortfertigkeit extrem viel Spaß gemacht), ohne aber anstrengend oder zäh zu werden. Dennoch war ich froh, dass ich das Ebook gelesen habe, denn die eingebaute Wörterbuchfunktion hat mir das ein oder andere Mal bei verwendeten Fremdwörtern geholfen. Eleanors Mutter legte immer sehr großen Wert auf Bildung und Etikette, was sich im gesamten Erzählstil widerspiegelt.
Einen Kritikpunkt muss ich leider anbringen, der mich zum Ende hin leider wirklich ein wenig beschäftigt hat. Ich kenne mich mit Psychologie und deren Krankheitsbildern nur am Rande aus und weiß nicht, ob die Auflösung wirklich realistisch war. Für mich hätte die Autorin gerne ein wenig mehr Raum dafür geben und vielleicht an anderer Stelle kürzen können. Der Weg war sehr ausführlich und bildreich beschrieben, wohingegen das Ziel, also die Lösung, sehr minimalistisch behandelt wurde. Ich weiß nicht, ob das beabsichtigt war, denn bekanntlich ist ja der Weg das Ziel, aber ich war doch irritiert. Ich weiß, Eleanor ist intelligent und sieht viele Dinge, wenn die darauf hingewiesen wird, selbst. Sie erkennt sehr viel, nachdem, wie bei einem Domino-Spiel, die Ereigniskette mal angestoßen ist.

Mein Fazit:
Ein Buch, das mir unter die Haut ging, denn es hat mich mit sehr vielen Fragen konfrontiert, mit denen ich im „normalen“ Leben eher selten in Berührung komme. Eine junge Frau, vom Schicksal und der Vergangenheit so geprägt, dass sie mehr existiert, statt lebt. Ich hatte sehr viel Spaß, Eleanor dabei zu beobachten und mitzuerleben, wie sie sich durch Höhen und Tiefen, positive Begegnungen und manchem Rückschlag neu erfindet und ihren Weg geht. Ein beeindruckender Roman, der mich zum Nachdenken angeregt hat. Klare Leseempfehlung.

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MarieLedoux MarieLedoux

Veröffentlicht am 28.09.2017

Eleanor ist für mich die Entdeckung des Jahres

Eleanor Oliphant ist 30 Jahre alt, lebt alleine mit ihrer Topfpflanze und arbeitet seit ewigen Zeiten in der selben Firma als Debitorenbuchhalterin. Ihre Tage ähneln sich und nur die Wochenenden unterbrechen ... …mehr

Eleanor Oliphant ist 30 Jahre alt, lebt alleine mit ihrer Topfpflanze und arbeitet seit ewigen Zeiten in der selben Firma als Debitorenbuchhalterin. Ihre Tage ähneln sich und nur die Wochenenden unterbrechen ihren Trott. Erst ein Konzertbesuch verändert ihr Leben. Damit tritt sie eine Lawine an Veränderungen los: Restaurantbesuche, neue Freunde, andere Frisur, Shoppingtouren und Make-Up, Maniküre und Pediküre. Erfahrungen, die sie bisher noch nie gemacht hat.
Ihre Welt gerät komplett aus den Fugen, mit allen positiven wie auch negativen Folgen.

Wie hat es mir gefallen?

Gute Tage, schlechte Tage und bessere Tage durchlebt Eleanor Oliphant.
Einsamkeit zieht sich durch ihr gesamtes Leben. Niemals gehörte sie irgendwo dazu. Bis zu ihrem 17 Lebensjahr lernte sie unzählige Pflegefamilien kennen. Das Studium erledigte sie in Rekordgeschwindigkeit, aber dieses hat sie nicht auf das richtige Leben vorbereiten können.
Ihre Arbeit erledigt sie gewissenhaft, aber mit keinem ihrer Kollegen verbindet sie eine nähere Bekanntschaft geschweige denn eine Freundschaft. Ihr fehlt es komplett an sozialer Kompetenz. Dadurch ergeben sich unglaublich witzige Situationen, die mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert haben und gleichzeitig blieb mir auch das Lachen im Hals stecken. Selbstverständliche zwischenmenschliche Kontakte sind ihr völlig fremd und im Laufe der Geschichte erfährt der Leser mehr über das Schicksal der Eleanor Oliphant.
Sie ist sehr intelligent, spricht Latein und Altgriechisch, vermag es aber nicht die Menschen zu verstehen. Ironie und Sarkasmus erkennt sie nicht.


Die Geschichte von Eleanor hat mich berührt, sie hat mich ergriffen und sie hat mich nachdenklich gestimmt. Um nicht zu viel von der Story zu verraten, möchte ich nur kurz erklären, warum sie mich zum Nachdenken gebracht hat. Eleanors Einsamkeit wird so bildlich beschrieben, dass es mir manchmal fast die Tränen in die Augen getrieben hat. Gleichzeitig überlegte ich mir, welche Auswirkungen fehlende Familie haben kann.


Mich hat auch der Schreibstil überzeugt. Nicht zu sentimental, aber auch nicht zu neutral. Die richtige Mischung ergibt hier eine wundervolle Geschichte, die zwar in Glasgow spielt, aber überall auf der Welt zu Hause sein könnte.


Mein Fazit: eine ungewöhnliche Story mit leichtem Witz, einer unglaublich verletzlichen Eleanor, die mir ans Herz gewachsen ist. Die auf Grund der fehlenden sozialen Interaktion oft ins Fettnäpfchen tritt, sich dessen oft nicht bewusst ist. Es ist diese Naivität, die mich eingenommen hat. Ich werde Eleanor so schnell nicht vergessen.

www.mariessalondulivre.at

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gatita2211 gatita2211

Veröffentlicht am 12.09.2017

Ein Roman über das Leben

Klappentext
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben ... …mehr

Klappentext
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal ganz neu kennen.

Einstieg ins Buch
Wenn ich gefragt werde - von Taxifahrern, beim Friseur -, was ich so mache, antworte ich immer, dass ich im Büro arbeite. ...

Meine Meinung
Eleanor Oliphant ist ein ganz besonderer Mensch. Das Leben an sich kennt sie nicht. Jede Woche hat bei ihr den gleichen Ablauf, es gibt genau festgelegte Tage, an denen immer eine Pizza gegessen wird. Jeder Tag hat den gleichen Ablauf – Aufstehen, mit dem Bus zur Arbeit fahren, in der Mittagspause Kreuzworträtsel lösen, nach Feierabend mit dem Bus nach Hause fahren, etwas (vorher festgelegtes) Essen und alleine fernsehen. Das Wochenende jedoch mag sie nicht. Sie verbringt es ausschließlich mit ihrem besten Freund – Vodka.

Gail Honeyman hat sich in ihrem Roman mit der Frage beschäftigt, wie einsam Menschen sein können und vor allem wie es dazu kommt, dass Menschen einsam werden. Dieser Roman befasst sich nicht nur mit Einsamkeit, sondern ebenfalls mit Menschen, die nicht in unsere soziale Gesellschaft integriert sind. Mit Eleanor hat sie eine Figur geschaffen, die nicht integriert ist und zusätzlich sehr einsam und zurückgezogen lebt. Sie bei ihrer Entwicklung zu beobachten ist einfach schön. Das Thema finde ich von Grund auf schon sehr interessant und es wird immer ein aktuelles Thema sein. Nie gab es soziale Ausgrenzung mehr als heute.

Eleanor hat sich trotzdem durch ihre unbeholfene Art ziemlich schnell in meinem Herzen eingenistet. Ebenfalls ihr Kollege Raymond, der ihr auf ganz liebevolle und selbstlose Art und Weise den Weg in ein normales Leben mit Freunden zeigt. Er ist einfach ein Gutmensch! Ich hatte viel Spaß dabei zu sehen, wie geschickt Raymond Eleanor aus ihrem Schneckenhaus lockt.

Jede Figur wurde von Gail Honeyman so liebevoll gestaltet und ausgearbeitet. Allein dadurch wird das Buch zu dem, was es ist: Besonders!

Der Schreibstil von Gail Honeyman ist herrlich leicht und erfrischend. Sie macht es ihren Lesern leicht, sich in die verschiedenen Stimmungen fallen zu lassen und schafft es mit ganz kleinen einfachen Dingen Emotionen zu transportieren. Das hat mir wirklich gut gefallen. das Einzige, was mir hier gefehlt hat waren spannende Momente, aber es ist eben auch kein Thriller, sondern einfach ein wunderschöner Roman.

Zitat
Ich trug den Korb in die Küche und stellte ihn auf den Tisch. Sie dachten an mich. Als ich die bunte Schleife aufzog und die Zellophanfolie entfernte, stieg mit süßer, lieblicher Blumenduft in die Nase, köstlich und berauschend, wie ein blühender Sommergarten. Sie hatten an mich gedacht – an mich! Ich setzte mich, strich mit einem versonnen Lächeln über die Blütenblätter einer roten Gerbera und blieb eine ganze Weile so sitzen.(Seite 432)

Fazit
Mich hat der Roman zum Nachdenken angeregt und dadurch auch tief berührt. Die gesellschaftsfremden Reaktionen von Eleanor haben mich oft schmunzeln lassen und ich hatte wirklich viel Spaß dabei diesen Roman zu lesen. Nie wurde es langweilig oder langatmig.
Wer sich gern mit Charakteren identifiziert und sich in andere Personen hineinversetzt, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Ich freue mich bereits jetzt auf weitere Bücher von Gail Honeyman.

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Lila_Buecherwelten Lila_Buecherwelten

Veröffentlicht am 08.09.2017

Ein völlig anderes Buch

Meine Meinung:
Was sich auf jeden Fall festhalten lässt: Dieses Buch ist so ganz anders als alles, das ich bisher gelesen habe. Und das ist definitiv positiv gemeint.

Die Figur von Eleanor ist eine sehr ... …mehr

Meine Meinung:
Was sich auf jeden Fall festhalten lässt: Dieses Buch ist so ganz anders als alles, das ich bisher gelesen habe. Und das ist definitiv positiv gemeint.

Die Figur von Eleanor ist eine sehr untypische Protagonistin, aber trotzdem – oder gerade deshalb? – mag ich sie sehr gern. Sie ist oft schroff, kann überheblich wirken und ist völlig weltfremd. Was sich auf den ersten Blick eher abschreckend anhört, war einfach nur unfassbar berührend. Denn wir lernen ihr alles andere als leichtes Schicksal kennen und erfahren nach und nach, was Eleanor zu der hat werden lassen, die sie jetzt ist.
Dabei kommen sehr ernste und tiefgründige Themen zum Vorschein, die sehr interessant und emotional sind.
Das Thema der völligen Isolation, der absoluten Einsamkeit und einem Leben ohne Liebe haben mich berührt und einen Denkanstoß gegeben.

Gerade diese Tiefenpsychologie hat „Ich, Eleanor Oliphant“ zu einem wirklich sehr außergewöhnlichen Erlebnis gemacht, das zum Nachdenken und Mitfühlen anregt. Es sticht aus der Masse heraus und bleibt im Gedächtnis. Und trotz des schweren und ernsten Themas lässt sich die Geschichte sehr leicht und locker lesen. Eine höchst interessante Mischung, die den Roman nur noch spannender macht.

Auch die Liebesgeschichte ist hier alles andere als normal. Eleanors Obsession – ja, man kann es wirklich so nennen – für einen Mann, mit dem sie noch nicht einmal ein Wort gewechselt hat, klingt vielleicht erst einmal unlogisch. Aber ganz ehrlich, ich kann es nachvollziehen. Ich kann diese Besessenheit für einen völlig Unbekannten verstehen, weil ich das Gefühl hatte, Eleanor verstehen zu lernen. Sie liebt nicht den Mann, sondern einfach nur die Vorstellung von ihm, die sie in ihrem Kopf zusammenfantasiert hat.

Leider zieht sich das Buch aber schon sehr. Etwas weniger Seiten hätten vielleicht ganz gut getan … Denn so ist es vor allem die erste Hälfte, in der die Dinge extremst langsam vorwärts gehen oder sich auch gar nicht wirklich weiterentwickeln. Das war schade, da die Geschichte trotz aller positiver Aspekte auf diese Weise leider stellenweise etwas langweilig wurde.

Fazit:
Ein völlig anderes Buch voller Tiefe und Themen, die zum Nachdenken anregen und berühren. Eine Protagonistin, die gerade durch ihre Eigenarten besticht, tut ihr Übriges, um die Geschichte von der Masse abzuheben. Ein paar Seiten weniger wären angenehmer zu lesen gewesen, doch insgesamt konnte mich „Ich, Eleanor Oliphant“ durchaus überzeugen.

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Lena Lena

Veröffentlicht am 28.08.2017

Überraschend anders

Eleanor Oliphant ist anders. Doch es stört sie nicht. Sie hat nichts dagegen, ihre Wochenenden einsam mit einer Flasche Wodka Zuhause zu verbringen oder jeden Abend ihre Pasta zu essen. Bis auf die wöchentlichen ... …mehr

Eleanor Oliphant ist anders. Doch es stört sie nicht. Sie hat nichts dagegen, ihre Wochenenden einsam mit einer Flasche Wodka Zuhause zu verbringen oder jeden Abend ihre Pasta zu essen. Bis auf die wöchentlichen Telefonate mit ihrer "Mummy" macht ihr auch der fehlende soziale Kontakt zu ihren Mitmenschen nichts aus. Bis sie sich in den Musiker verliebt. Denn die frische Liebe erweckt in ihr den Wunsch auszubrechen aus dieser Einsamkeit, sich mitten in die Welt zu stürzen. Und dabei findet sie nicht nur Freundschaft, sondern auch den Weg zu sich selbst.

Ich, Eleanor Oliphant handelt von der Einsamkeit und den Weg zurück ins Leben. Ein wichtiges Thema wie ich finde, denn jeder von uns hat sich bestimmt schon einmal einsam und allein gefühlt.
Für Eleanor Oliphant gibt es lange Zeit nichts anderes als Einsamkeit. Trotzdem scheint sie zufrieden zu sein mit ihrem minimalistischen Leben. Nach und nach zeigt sich allerdings immer mehr, wie einsam sie sich eigentlich fühlt und wie sehr ihr der fehlende soziale Kontakt zu schaffen macht.
Eleanor ist speziell - anders kann man es nicht beschreiben. Ich fand ihre verschrobene und oftmals sehr direkte Art allerdings sehr unterhaltsam und erfrischend. Durch ihren fehlenden Kontakt zu ihren Mitmenschen und der immer gleichen Routine in ihrem Alltag, kennt sie sich nicht aus mit sozialen Gepflogenheiten oder Regeln. Nachdem sie sich entschließt, etwas zu verändern und ihre Routine zu durchbrechen, erlebt sie ständig etwas Neues und lernt dazu. Dabei kommt es immer wieder zu lustigen Situationen, in denen Eleanor es irgendwie schafft, dass ihre Mitmenschen verrückt und seltsam erscheinen, während sie ihr Verhalten für völlig normal hält. Eleanor hat mir nochmal eine komplett neue Sichtweise auf die Dinge geben. Was heißt eigentlichen normal? Will ich überhaupt normal sein und mit dem Strom schwimmen oder hat es auch mal etwas Gutes aus der Menge zu stechen?
Neben den guten Tagen, in denen Eleanor sich immer weiter aus ihrem Schneckenhaus vorwagt, hat sie jedoch auch Rückfälle - Tage in denen sie wieder in ihrer Einsamkeit versinkt.
Denn trotz dieser lustigen Seite ist tief in ihr drin eine Traurigkeit, die sie mit niemanden teilen kann. Im Verlauf der Geschichte merkt man, dass wohl in der Vergangenheit irgendetwas passiert sein muss, dass Eleanors Leben geprägt hat. Was genau, erfährt man nach und nach. Immer wieder wirft die Autorin dem Leser kleine Puzzlesteile zu, die am Ende ein ganzes Bild ergeben.

Trotz kleinerer Längen bietet die Handlung viel mehr, als der Klappentext zuerst vermuten lässt.
Die Geschichte ist zwar nicht besonders spannend, dafür allerdings sowohl unterhaltsam und lustig als auch berührend und emotional. Trotzdem musste ich mich anfangs ein bisschen durch die Seiten kämpfen, da sich der erste Teil doch etwas gezogen hat und ich meine Zeit brauchte, um mit Eleanor und ihrer speziellen Art warm zu werden. Nicht alles, was sie gemacht hat, konnte ich auch befürworten, trotzdem habe ich schlussendlich verstanden, warum sie ist, wie sie ist und konnte sie doch noch recht schnell ins Herz schließen. Ich denke, dass es einfach wichtig ist, komplett ohne Erwartungen an diese Geschichte heranzugehen und sich vollständig auf die einzulassen, andernfalls macht man sich vorher vielleicht schon ganz andere Vorstellung und wird die Geschichte nicht so zu schätzen wissen, wie sie es verdient hat.

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Autorin

Gail Honeyman

Gail Honeyman - Autor
© Philippa Gedge Photography

Gail Honeyman lebt und arbeitet in Glasgow. Sie bekam bereits mehrere Preise für ihr Schreiben. Ich, Eleanor Oliphant ist ihr erster Roman.

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