Das Lied der Pferde
 - Ricarda Jordan - PB

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

12,90

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Paperback
Historische Romane
638 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17858-2
Ersterscheinung: 30.09.2019

Das Lied der Pferde

Historischer Roman
Mit Illustrationen von Tina Dreher

(6)

Cöln, 1072: Die Kaufmannstochter Aenlin kennt nur eine Leidenschaft: Pferde. Sie besitzt die besondere Gabe, jedes Pferd mit einem Lied besänftigen zu können. Ihr Herz gehört der Stute Meletay, die ihrem Zwillingsbruder zum Geschenk gemacht wurde. Als dieser mit Meletay seine erste große Handelskarawane gen Süden führen soll, tauscht Aenlin kurzentschlossen mit ihrem Bruder die Rollen und tritt in Männerkleidung die abenteuerliche Reise an. Doch im Königreich León werden sie überfallen und ausgeraubt. Aenlin droht das Leben einer Haremssklavin. Wird der spanische Ritter Rodrigo Diaz de Vivar, bekannt als El Cid, sie vor diesem Schicksal bewahren? Ist es der Beginn einer großen Liebe? Oder hat das Schicksal andere Pläne?
 
Ricarda Jordan verbindet auf wunderbare Weise ihre Begeisterung für Pferde mit einem mitreißenden Mittelalterroman.

Rezensionen aus der Lesejury (6)

HannaK89 HannaK89

Veröffentlicht am 21.10.2019

Eine starke junge Frau und ihr Platz in der Welt

Aenlin und ihr Zwillingsbruder Endres sind unzufrieden mit dem Platz, der ihnen im Leben zugedacht ist. Gerade die freiheitsliebende Aenlin würde viel lieber die Welt auf dem Rücken eines Pferdes entdecken, ... …mehr

Aenlin und ihr Zwillingsbruder Endres sind unzufrieden mit dem Platz, der ihnen im Leben zugedacht ist. Gerade die freiheitsliebende Aenlin würde viel lieber die Welt auf dem Rücken eines Pferdes entdecken, als zu heiraten und Kinder zu bekommen. Zumal sie die außergewöhnliche Gabe hat, Pferde allein mit einem Lied zu beruhigen.

Als sich ihr die Gelegenheit bietet, reist Aenlin anstelle ihres Bruders mit der Handelskarawane des Vaters nach Süden. Doch sie werden von Männern des berüchtigten „El Cid“ überfallen und Aenlin wird in die Sklaverei verkauft…



Die Autorin Ricarda Jordan war mir bisher nur unter ihrem weiteren Pseudonym Sarah Lark bekannt und ich war begeistert von ihrer Neuseeland-Reihe. Und auch „Das Lied der Pferde“ hat mir sehr gut gefallen.

Wie gewohnt hat die Autorin einen sehr bildhaften und atmosphärischen Schreibstil, so dass die Epoche des frühen Mittelalters und besonders die orientalischen Schauplätze für mich als Leserin richtig greifbar wurden. Die meiste Zeit spielt das Buch im damals noch in großen Teilen maurischen Spanien und der Kontrast zwischen dem Christentum und den Muslimen ist toll herausgearbeitet. Gerade auch für Frauen wie Aenlin gab es da einige Unterschiede.

Ein zusätzliches Plus für mich als Pferdeliebhaberin waren natürlich die vielen Szenen zu Aenlins Gabe und ihrer Leidenschaft für Pferde. Man merkt, dass auch die Autorin selbst viel von Pferden versteht und ein Fan dieser schönen Tiere ist. So werden diese Szenen wirklich rührend und magisch.

Die spannende Handlung, eine schöne Liebesgeschichte und die – sofern reale Ereignisse und Personen betreffend – gut recherchierten Fakten machen dieses Buch jedoch auch für Leser von Historischen Romanen interessant, die sich für Pferde eher weniger interessieren.

Mich hat lediglich gestört, dass der Roman zwischendurch einige Längen hatte, in denen es nicht richtig voranging mit der Handlung. Deshalb ziehe ich einen Stern ab. Dennoch ist „Das Lied der Pferde“ ein sehr empfehlenswertes Buch. Es hat mich sehr gut unterhalten und für einige Stunden in Aenlins Welt entführt.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

buecherwurm94 buecherwurm94

Veröffentlicht am 21.10.2019

Sehr schöner Ausflug in den Orient

Zuerst möchte ich mich beim Bastei Lübbe Verlag bedanken, dass ich als Testleserin ausgesucht wurde. Mir hat das Lesen viel Freude bereitet und ich habe mich auch immer gut begleitet und wertgeschätzt ... …mehr

Zuerst möchte ich mich beim Bastei Lübbe Verlag bedanken, dass ich als Testleserin ausgesucht wurde. Mir hat das Lesen viel Freude bereitet und ich habe mich auch immer gut begleitet und wertgeschätzt gefühlt. Also, ein ganz großes DANKE SCHÖN an dieser Stelle.

Jetzt aber zum Buch:

Aenlin wächst in Cöln im Jahre 1072 als Kaufmannstochter auf. Sie ist alles andere als ein typisches Mädchen. Aenlin liebt Pferde über alles, spricht mehrere Sprachen und kämpft und fechtet gerne.
Ihr Zwillingsbruder Endres ist das genaue Gegenteil: er vergräbt sich lieber stundenlang in Büchern und würde gerne ins Kloster gehen.
Kurz entschlossen tauschen die Zwillinge ihre Rollen.
Als Endres die Stute Meletay geschenkt bekommt, ist es für Aenlin Liebe auf den ersten Blick. Da Endres Angst vor Pferden hat, aber eine Handelskarawane mit Meletay nach León führen soll, nimmt Aenlin kurz entschlossen seinen Platz ein.
Doch leider hat sie nicht nur Glück und die Karawane wird überfallen.
Rodrigo Díaz de Vivar rettet Aenlin vor der Schändung, doch wie geht es nun weiter?

Der Schreibstil der Autorin hat mir unheimlich gut gefallen. Ricarda Jordan schreibt sehr detailliert und bildlich, mein Kopfkino lief sofort auf Hochtouren. Ihre ersten Sätze wirkten wie eine Zeitmaschine auf mich, ich war sofort in der Zeit und im Buch angekommen. Das Orient-Feeling fließt geradezu aus den Seiten, dass ich mich mehr als einmal in das Buch hinein gewünscht hätte.

Die Charaktere hat die Autorin sehr gut ausgearbeitet.

Da wäre zum einen Aenlin, die anfangs noch sehr jung und naiv ist, aber mit der Zeit reifer und erwachsener wird. Sie kämpft gegen das damalige Frauenbild, für ihre eignen Rechte, für ihre Zukunft. Sie muss mehr als nur einen kleinen Rückschlag wegstecken, und doch steht sie immer wieder auf, verliert nie den Mut.
Sie ist eine starke Kämpferin, die mit Zähnen und Klauen das verteidigt, was sie liebt.
Ich liebe starke Frauen und die Autorin hat mit Aenlin eine solche geschaffen, ich konnte gar nicht anders, als begeistert zu sein.

Don Rodrigo bleibt lange Zeit etwas undurchschaubar, zeigt sein wahres Gesicht dann aber doch recht schnell.

Die Figuren werden sehr genau beschrieben, sie handeln schlüssig und ihrem Charakter entsprechend.

Mir hat sehr gut gefallen, dass die Autorin einem oft auch Raum für die eigene Fantasie lässt. Sie beschreibt vieles nicht komplett ausführlich, deutet einige Dinge nur an. Diese "leisen" Töne haben mich sehr begeistert.

Ich kann dieses Buch einfach nur zu 100 Prozent weiterempfehlen, ich habe keine Wort und keine Seite bereut.

Zum Schluss noch ein kleines Zitat, das ich wunderschön fand:
_"Mein goldenes Pferd...Meletay...Du hast mich fliegen gelehrt... "_

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Prinzeraa Prinzeraa

Veröffentlicht am 21.10.2019

Emotionsgeladen und Berauschend!

Rezension:

Die meisten Leser, haben vermutlich schon einen Roman der Autorin Sarah Lark gelesen und wissen um Ihre schöne Ausdrucksweise. Und auch in diesem Buch, unter dem Pseudonym Ricarda Jordan, ist ... …mehr

Rezension:

Die meisten Leser, haben vermutlich schon einen Roman der Autorin Sarah Lark gelesen und wissen um Ihre schöne Ausdrucksweise. Und auch in diesem Buch, unter dem Pseudonym Ricarda Jordan, ist ihre Schreibsprache wieder unglaublich gut. Ich fühlte mich absolut in eine andere Zeit und auch in die fernen Länder versetzt, von dem Ricarda berichtet hat. Sie schreibt wunderbar flüssig und es verbreitet ein angenehmes Lesegefühl.

Ich habe mir das Buch an sich, nach dem Lesen des Klappentextes, etwas anders vorgestellt und hatte eine komplett andere Geschichte im Kopf. Jedoch wurde ich keinesfalls enttäuscht. Ich fand, dass dieses Buch für einen historischen Roman, sehr jugendlich und von der Geschichte fast schon magisch anmutet. Dies fand ich sehr schön, da dieses Buch somit auch für jüngere Leser geeignet ist und auf keinen Fall langweilig wirkt, wie es viele bei historischen Romanen vermuten. Im Gegenteil, ich fühlte mich in einigen Kapiteln, eher in die Zeit von 1001 Nacht und anderen Märchenerzählungen versetzt. Ich ging mit diesem Buch auf eine wunderschöne Reise rund um Harems und spanischen Burgen.

Die Hauptperson von dem Buch "das Lied der Pferde" ist, wie erwähnt, Aenlin (später im Buch auch häufig Aleyna genannt). Aenlin ist zu Anfangs noch ein junges und naives Mädchen, welches noch nichts von der Welt und den Gebräuchen kennt. Sie entwickelt sich jedoch, durch ihren unbändigen Wissensdurst, im Laufe des Buches zu einer intelligenten und mutigen Frau, welche für den Schutz ihrer Lieblingsmenschen viel in Kauf nimmt. Sie wird zu einer richtigen Kämpferin und bewundernswerten Dame.

Begleitet wird sie durch die Geschichte von verschiedenen Freunden und Liebhabern, sowie ihren verschiedenen "Herren". Es sind häufig wechselnde Personen, nur eine Handvoll Bekannter bleiben Aenlin über lange Zeit erhalten und wachsen ihr, und auch mir als Leser, ans Herz.

Das Buch bleibt durch den kompletten Erzählstrang spannend und lesenswert. Die wechselnden Orte, Zeiten, sowie auch die damit verbundenen verändernden Gebräuche werden ausführlich und anschaulich beschrieben. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und mich in das Geschehen hineinträumen. Beispielsweise fand ich die Beschreibungen der Haremsbehausung, sowie die dort befindlichen Bäder und Gärten so schön, dass ich mich fühlte wie Sheherazade oder Jasmin (Aladdin). Auch die Düfte konnte ich schon beinahe riechen. Bis zum Ende habe ich mit Aenlin gefiebert und das Finale kam dann wirklich als krönender Abschluss. Auch auf den letzten Seiten bleibt die Spannung also erhalten und bis zum Schluss eine gute Geschichte.


Fazit:

Ich fand das Buch sehr gut. Und trotz dessen, dass ich mir etwas ganz anderes erwartet hatte, war ich doch positiv überrascht von dem Verlauf der Geschichte und der jugendlichen Leichtigkeit, mit der dieses Buch geschrieben wurde. Mir haben vor allem, wie bereits erwähnt, die Beschreibungen der Örter und Länder sehr gut gefallen und dieses Buch ist super geeignet um eine Zeilenreise anzugehen!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Booklyn Booklyn

Veröffentlicht am 21.10.2019

Von rassigen Pferden, arabischen Nächten, maurischen Schönheiten und spanischem Temperament

Die Autorin lebt und schreibt in Andalusien, wo sie einen Pferdehof führt. Sie kennt und liebt diese edlen Tiere. Das spürt man beim Lesen. Es begleitet uns eine innige Beziehung zwischen der Protagonistin ... …mehr

Die Autorin lebt und schreibt in Andalusien, wo sie einen Pferdehof führt. Sie kennt und liebt diese edlen Tiere. Das spürt man beim Lesen. Es begleitet uns eine innige Beziehung zwischen der Protagonistin und ihrer geliebten Stute Meletay durch die ganze Geschichte, und dennoch ist es kein Pferdebuch, soviel vorab für all jene Pferde-Liebhaber, die den Roman nur deshalb zur Hand nehmen. Ganz im Gegenteil, hier haben wir einen sehr komplexen historischen Roman, der uns von Cöln im Heiligen Römischen Reich des Jahres 1072 bis nach Valencia in Al-Andalus im Jahr 1099 führt. Dazwischen liegen nicht nur 27 Jahre sondern ganze Welten.

Zu Beginn lernen wir die abenteuerlustige Aenlin und ihren zaghaften Bruder Endres kennen. Der Erbe des Cölner Handelshauses kann und will die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllen und so tauschen die Zwillinge kurzerhand die Rollen. An seiner Stelle macht sich Aenlin mit einer Gruppe Kaufleuten auf den Weg nach Zamora im spanischen Königreich León. Kurz vor dem Ziel wird der Handelszug jedoch überfallen, von keinem geringeren als Ritter Don Rodrigo Diaz de Vivar, auch bekannt als El Cid. Er nimmt Aenlin gefangen und Don Alvaro, Aenlins Beschützer, schließt sich dem Cid an. Ab diesem Zeitpunkt sind die drei auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden.

Der weite Handlungsbogen spannt sich über mehrere Herrscher, die verschiedensten Gebiete und gegensätzlichsten Schauplätze. Wir ziehen durchs maurische Al-Andalus von Toledo über Sevilla nach Granada und wieder zurück nach Zaragoza ebenso wie durch die christlichen Königreiche Kastilien, Navarra und Aragon nur um am Ende wieder im arabischen Valencia im ehemaligen Palast des Emirs zu enden.

Wir schwelgen in luxuriösen maurischen Bädern, wandeln durch exotische Gärten oder erleben Zwist und Rangeleien unter den Haremsdamen genauso hautnah wie die Ausbildung junger Ritter am Königshof, die dortigen Intrigen, die Zerwürfnisse politischer Kontrahenten oder das einfache Leben eines Pferdezüchters. Wir begegnen spanischen Königen wie Ferdinand von Kastilien, Sancho II. und Alfons IV. ebenso wie den ständig in Machtkämpfen verstrickten arabischen Emiren Al-Mu´tamin oder Al-Qadir in ihren maurischen Palästen.

Don Rodrigo lässt keine Gelegenheit aus, plündernd und raubend durchs Land zu ziehen, dabei wechselt er die Seiten, wie es ihm am besten zum Vorteil gereicht. Mal dient er dem Emir, mal dem König. Mal nimmt er Untertanen des Königs gefangen, mal metzelt er maurische Edelleute nieder oder ficht gegen die aus Nordafrika einfallenden Almoraviden. Nichts ist vor ihm sicher, vor allem Aenlin nicht. Aenlin, die er auf dem Sklavenmarkt verkauft und später vom Emir als Geschenk erhält. Sie ist ihm ausgeliefert mit Haut und Haar. Dabei entwickelt sie sich vom jungen, naiven Mädchen zur Sklavin, die mit stoischer Ruhe ihr Schicksal erduldet bis hin zur strategisch handelnden Gespielin und fürsorglichen Mutter. Zugute kommen ihr dabei nützliche Fähigkeiten, die sie in einer Art Haremsschule bei Zuleika, ihrer ersten Herrin, erworben hat. Und so schafft sie es schließlich den Cid derart zu umgarnen, dass es ihre Gefangenschaft fast erträglich macht.

*Fazit:* Die Autorin versteht es hervorragend, Sitten und Gepflogenheiten stimmig zu zeichnen. Sie entwirft komplexe und gut durchdachte Charaktere. Sie leitet den Leser durch die Wirren der spanisch-arabischen Historie und am Ende führt sie gekonnt alle Fäden zu einem konsequenten Finale zusammen. Ich finde, es ist der Autorin sehr gut gelungen, einerseits die verklärten, heldenhaften Überlieferungen des Cid in den Roman einzuflechten wie auch seine grausamen und herrschsüchtigen Seiten, die in historischen Schriften ebenfalls überliefert sind. Auch vom unterschiedlichen Stand einer Frau in der damaligen Männerwelt - arabisch oder christlich geprägt - bekommen wir eine sehr klare Vorstellung. Hie und da fehlten mir ein paar Details, z. B. was aus Aenlins Bruder wurde oder wann und wie ihre Eltern den Rollentausch herausgefunden haben. Insgesamt leidet die Geschichte aber nicht darunter.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Suedhessin Suedhessin

Veröffentlicht am 21.10.2019

Die spannende Geschichte eines schicksalhaften Rollentauschs

Aenlin wächst in Köln als Tochter einer Kaufmanns-Familie auf. Sie hat einen Zwillingsbruder, Endres. Während Aenlin eine kleine Draufgängerin ist, die Spaß am Reiten und Fechten hat, ist Endres eher ein ... …mehr

Aenlin wächst in Köln als Tochter einer Kaufmanns-Familie auf. Sie hat einen Zwillingsbruder, Endres. Während Aenlin eine kleine Draufgängerin ist, die Spaß am Reiten und Fechten hat, ist Endres eher ein stiller und ängstlicher Junge, der sich gerne in Büchern vergräbt. Deshalb tauscht er gerne mit seiner Schwester die Rollen. So kommt es dazu, dass Aenlin anstelle ihres Bruders auf dem Rücken der geliebten Stute Meletay und in Begleitung des Ritters Don Alvaro eine Handelsreise nach Spanien antritt in deren Verlauf sie in Gefangenschaft des Ritters Don Rodrigo Diaz de Vivar und durch ihn in die Sklaverei im damals muslimischen Südspanien gerät. Als Geschenk eines Emirs kommt sie nach einigen Jahren im Harem zurück in den Besitz eines christlichen Ritters und lebt einige Jahre als dessen illegitime Geliebte in Leon. Sie schenkt ihm sogar einen Sohn, wodurch sie wieder in den Besitz ihres Pferdes kommt. Langsam wird ihr mithilfe ihres alten Beschützers Don Alvaro klar, dass ihr Ritter sie nur als Teil seines Besitzes sieht. Es soll allerdings noch eine ganze Weile dauern, bis sie es schafft sich von ihm zu lösen und ihr Leben zusammen mit ihrer neuen Liebe und ihrem Sohn selbst in die Hand zu nehmen.

Die Geschichte hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Unter dem Namen Ricarda Jordan schafft Sarah Lark es, vor historischem Hintergrund Themen aufzugreifen, die auch heute noch in unseren Köpfen sind. So geht es hier auch um die Unterschiede zwischen der muslimischen und der christlichen Kultur und um Frauenrechte. Das Ganze ist sehr spannend verpackt in die Lebensgeschichte von Aenlin. Von Sarah Lark habe ich vor längerer Zeit eine dreiteilige Neuseeland-Saga gelesen, die mich sehr gefesselt hat. Seither hatte ich den Zugang zu dieser Autorin verloren, was eigentlich schade ist. Durch „Das Lied der Pferde“ ist sie wieder in meinen Focus gerückt, ich werde sicher ihr nächstes Buch auch wieder lesen.

Unsere Heldin Aenlin scheint anfangs eine starke Persönlichkeit zu sein, die sich zuhause in Köln dagegen auflehnt, dass sie als Mädchen praktisch nichts tun darf als Sticken und Hausarbeit. Sie möchte gerne Reiten, Fechten und Reisen. Allerdings wagt sie die Auflehnung nur im Verborgenen durch heimlichen Rollentausch mit ihrem verträumten Zwillingsbruder Endres. Im Verlauf der Geschichte lässt sie sich widerstandslos versklaven und in den goldenen Käfig eines Harems sperren. Als illegitime Geliebte ihres Ritters ist erst mal von Widerstand keine Rede mehr, sie ist erschreckend naiv und bequem. Am liebsten hätte ich sie geschüttelt, geohrfeigt und angeschrien, damit sie endlich aufwacht und sich zur Wehr setzt. Mithilfe guter Freunde schafft sie es dann letztendlich doch, ihr Leben und das ihres Sohnes in die eigenen Hände zu nehmen. Am wichtigsten ist dabei ihr alter Beschützer, der Ritter Don Alvaro. Er sagt ihr offen und schonungslos die Meinung über ihren Ritter und seinen Charakter. Auch der Pferdeknecht Jaime erweist sich als treuer Freund und Weggefährte und spielt am Ende eine entscheidende Rolle. Auch eine alte Freundin findet sie nach langer Zeit wieder, die sich als große Hilfe und wichtige Ratgeberin erweist.

Das Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite, man mag es gar nicht aus der Hand legen. Manches ist ein wenig vorhersehbar, z.B. wer der christliche Ritter ist, dem Aenlin vom Emir geschenkt wird oder das Don Alvaro errät, dass er nicht Endres, sondern Aenlin vor sich hat. Auch wer die neue Liebe Aenlins sein wird, lässt sich aus der Handlung erraten.
Fazit:
Ein lesenswertes Buch, das einen guten Eindruck vom Leben im teilweise muslimisch besetzten Spanien des Mittelalters vermittelt, vom Zusammenleben der Religionen und dem Leben der Adligen. Auch von der Geschichte des strahlenden Helden Spaniens in dieser Zeit, „El Cid“ bekommt man einen anderen Eindruck, abseits der strahlenden Legende. Dass das Ganze (wie im Nachwort geschrieben) nicht historisch belegt ist, tut der Spannung keinen Abbruch. Deshalb bekommt das Buch von mir das Prädikat „ Sehr empfehlenswert – unbedingt lesen!"

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Ricarda Jordan

Ricarda Jordan - Autor
© FinePic

Ricarda Jordan ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Schriftstellerin. Sie wurde 1958 in Bochum geboren, studierte Geschichte und Literaturwissenschaft und promovierte. Sie lebt als freie Autorin in Spanien. Unter dem Autorennamen Sarah Lark schreibt sie mitreißende Neuseeland- und Karibikschmöker, die allesamt Bestseller sind und auch international ein großes Lesepublikum erfreuen. Als Ricarda Jordan entführt sie ihre Leser ins farbenprächtige Mittelalter.

Mehr erfahren
Alle Verlage