Der Attentäter
 - Ulf Schiewe - Taschenbuch

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12,90

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Historische Romane
509 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17903-9
Ersterscheinung: 27.11.2019

Der Attentäter

Historischer Thriller

(46)

Juni 1914. Es ist die Woche, die alles entscheidet. Die Woche, in der sich drei junge Serben auf den Weg nach Sarajevo machen. Dort soll Franz Ferdinand, Thronfolger Österreich-Ungarns, einem Militärmanöver beiwohnen – und sterben. Gavrilo Princip und seine Gefährten haben sich seit Monaten auf diesen Tag vorbereitet. Doch dem Geheimdienst sind Gerüchte zu Ohren gekommen, und Major Rudolf Markovic tut alles, um den Thronfolger zu retten und eine diplomatische Katastrophe zu vermeiden ...
Ulf Schiewe lässt uns diese entscheidende Woche der europäischen Geschichte hautnah miterleben – packend und extrem spannend.

Rezensionen aus der Lesejury (46)

Xanaka Xanaka

Veröffentlicht am 20.01.2020

Historisches spannend erzählt

Der Autor lässt uns in diesem Buch an den Geschehnissen im Juni 1914 teilnehmen. Es geht um die Vorbereitung und letztlich um die Durchführung des Attentats auf Franz Ferdinand den österreich-ungarischen ... …mehr

Der Autor lässt uns in diesem Buch an den Geschehnissen im Juni 1914 teilnehmen. Es geht um die Vorbereitung und letztlich um die Durchführung des Attentats auf Franz Ferdinand den österreich-ungarischen Thronfolger in Sarajevo.

Auch wenn man den Ausgang der Geschehnisse kennt, ist dieses Buch absolut spannend. Der Autor erzählt uns die Ereignisse beginnend sechs Tage vor dem Attentat. Hierbei lernen wir nicht die realen Attentäter, allen voran Gavrilo Princip sondern auch seine Mitstreiter, Unterstützer und Initiatoren des Attentats kennen. Aber es gibt auch die Gegenseite, Mitarbeiter des Geheimdienstes, die berechtigt ein Attentat befürchten und versuchen zu verhindern. Hier fällt besonders die Figur des Rudolf A. Markovic auf. Er lässt uns an seinen Gedanken und Plänen teilhaben, während wir in einem abwechselnd zweiten Erzählstrang von Princip und seinen Gedanken erfahren.

Spannend fand ich während des Lesens auch, dass es sehr viele Möglichkeiten gab, das Attentat zu verhindern. Es gab noch mehr Zufälle, bei denen den Attentätern nur durch Zufall die Flucht gelang. Viele dieser Ereignisse sind historisch belegt, andere hat der Autor glaubwürdig hinzugefügt.

Anschaulich und lesenswert wird der Thriller auch durch die kleinen privaten Episoden der Protagonisten. Ob es nun Szenen aus dem Eheleben zwischen Franz Ferdinand und Sophie sind, oder aber auch aus dem Leben der Attentäter. Gerade bei Ihnen wird deutlich, dass sie zum Einen ausgesucht wurden und zum Anderen, dadurch dass sie an TBC erkrankt waren, es in ihren Augen ein möglicher Weg war um in die Unsterblichkeit bzw. als Helden in die Geschichte einzugehen.

Mir hat dieses Buch außerordentlich gut gefallen. Nicht nur, dass ich sehr viel mehr über diesen geschichtlichen Zeitraum erfahren habe, sondern auch wie das Ganze in einen absolut spannenden Thriller verpackt wurde. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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Michelle_Louise Michelle_Louise

Veröffentlicht am 20.01.2020

Ein gelungener historischer Thriller

„Der Attentäter“ von Ulf Schiewe ist ein historischer Thriller, der sich mit dem Attentat auf Franz Ferdinand beschäftigt.
Die Geschichte beginnt eine Woche vor dem großen Tag und beinhaltet verschiedenen ... …mehr

„Der Attentäter“ von Ulf Schiewe ist ein historischer Thriller, der sich mit dem Attentat auf Franz Ferdinand beschäftigt.
Die Geschichte beginnt eine Woche vor dem großen Tag und beinhaltet verschiedenen Perspektiven, wodurch die Leser_Innen einen genauen Überblick über die ganzen Verbindungen und Hintergründe erfahren. Alle historisch basierenden Fakten werden spannend vermittelt. Die Gespräche der wahren Persönlichkeiten wirken zu keinem Zeitpunkt unrealistisch, man merkt wieviel Wissen über jede Person in diesem Buch steckt und dennoch ist das Buch nicht zu vergleichen mit einem ‚schnöden‘ Geschichtsbuch. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und bei jedem Ereignis und bei jeder Person bekommt man Lust sich noch mehr mit den Fakten auseinander zusetzen.
Das geschichtliche Wissen hat Schiewe gekonnt verbunden mit einer schön zu lesenden Geschichte verbunden. Es wurden fiktiven Stränge dazu geflochten, die neben den tragischen Geschehnissen angenehm zu lesen waren.

Ich kann das Buch nicht nur Geschichtsinteressierenten weiterempfehlen, sondern jeden der ein spannendes Buch sucht

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Bibliomarie Bibliomarie

Veröffentlicht am 20.01.2020

Sarajewo 1914

Am 28. Juni 1914 in Sarajevo starben der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie bei einem Attentat. Die Kugeln des Mörders trafen sie in einem offenen Automobil, das ... …mehr

Am 28. Juni 1914 in Sarajevo starben der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie bei einem Attentat. Die Kugeln des Mörders trafen sie in einem offenen Automobil, das sie an der neugierigen und jubelnden Menge vorbeiführte.
Dieses geschichtliche Ereignis hat die Welt verändert und jeder hat wohl schon im Geschichtsunterricht von diesem Attentat und seinen Auswirkungen gehört.
Ulf Schiewe hat daraus einen überaus fesselnden Thriller gemacht, der mit hohem Tempo und Spannung auf den Höhepunkt zusteuert.
In den einzelnen Kapiteln, die Datums-und Zeitangabe eine Chronologie des Geschehens bilden, führt er uns in das Leben des Vielvölkerstaats. Es gärt überall, serbische Separatisten, bosnische Muslime – fühlen sich nicht heimisch unter der österreichischen Krone. Zwar brachte die Verwaltung Fortschritt, Straßen wurden gebaut, Eisenbahnlinien durchziehen das Land, aber die Separatisten träumen von der Unabhängigkeit. Ganz besonders junge Menschen sind den Ideen zugewandt. So auch der spätere Mörder Gavrilo Princip, der ein romantisch verklärtes Weltbild hat und von der Revolution träumt. An Schwindsucht erkrankt, hat er nicht viel zu verlieren. Er und seine Mitstreiter sind also leicht zu verführen und sie erinnern mich daran, dass es auch in der Gegenwart genug Beispiele gibt, wie schnell junge Menschen instrumentalisiert werden können.
Aber wie die Politik Österreichs diese Strömungen in den Völkern ignoriert und wie dadurch erst die Pläne für einen Umsturz entstanden sind und wie Geheimdienste und Militär von solchen Plänen erfuhren, aber durch Engstirnigkeit, Überheblichkeit und Hybris, alles als Hirngespinste abtun, wird vom Autor mit minutiöser Genauigkeit erzählt. Dabei bleibt er ganz dicht an den historischen Ereignissen und alles, was er schreibt, ist belegt. Natürlich werden einige fiktive Figuren erdacht um eine Rahmenhandlung zu schaffen, die sich in die Geschehnisse nahtlos einfügen und für zusätzliche Spannung sorgen.
Ich hätte nicht gedacht, dass ein Spannungsroman gleichzeitig eine Geschichtsstunde sein kann und wurde mit Ulf Schiewes Buch eines Besseren belehrt. Toll geschrieben und absolut empfehlenswert.

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Krueckels Krueckels

Veröffentlicht am 19.01.2020

Spannung trotz des bekannten Endes

Ulf Schiewe erzählt die letzten Tage vor dem Attentat auf den österreichen Thronfolger in Sarajewo im Sommer 1914. Das Ende der Geschichte ist also jedem bekannt. Doch schon mit einem toll formulierten ... …mehr

Ulf Schiewe erzählt die letzten Tage vor dem Attentat auf den österreichen Thronfolger in Sarajewo im Sommer 1914. Das Ende der Geschichte ist also jedem bekannt. Doch schon mit einem toll formulierten Prolog baut der Autor Spannung auf. Diese wird im Verlauf der nur wenige Tage umfassenden Geschichte kontinuierlich gesteigert. Aus verschiedenen, meist historisch belegbaren Perspektiven nähern wir uns dem entscheidenden Tag. Sowohl die Attentäter als auch die Opfer werden sehr menschlich und mit ihrem Werdegang beschrieben, so dass man immer mehr versteht, wie es zu dem Attentat kommen konnte, das letztlich den ersten Weltkrieg auslösen sollte. Die einzige fiktive Rolle übernimmt ein Kommissar, der verzweifelt versucht, den Angriff zu verhindern.
Trotz der großen Spannung würde ich das Buch jedoch nicht als Thriller bezeichnen. Das verbinde ich immer mit gruseligen Details oder psychopathischen Tätern. Hier wird ein reales Geschehen erzählt und alle geschilderten Details sind vielleicht für uns heute unverständlich oder schwer nachvollziehbar, aber nicht thrillermäßig.

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GPSRitter GPSRitter

Veröffentlicht am 19.01.2020

Der Attentäter ist ein Buch, das Geschichte wieder lebendig werden lässt

Wir schreiben das Jahr 1914, ein heißer Sommer hat begonnen. Aber die Situation ist nicht nur klimatisch heiß. An vielen Ecken in Europa brodelt es, versteckt oder auch offen. Und rein in diese geschichtliche ... …mehr

Wir schreiben das Jahr 1914, ein heißer Sommer hat begonnen. Aber die Situation ist nicht nur klimatisch heiß. An vielen Ecken in Europa brodelt es, versteckt oder auch offen. Und rein in diese geschichtliche Situation geschieht etwas, das den Sommer nicht nur heißer werden lässt, sondern auch das Zünglein an der Waffe ist, die das Pulverfass Europa explodieren endgültig lässt. Dies ist der große Rahmen, in den Ulf Schiewe seinen historischen Roman "Der Attentäter" platziert. In diesem Buch beschreibt er die letzten Tage bis die sprichwörtliche Lunte mit dem Tod des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand von Habsburg angezündet wurde.

Der Autor beschreibt die letzte Woche vor dem dramatischen Ereignis aus mehreren Perspektiven.

Zunächst sind da die jungen Attentäter. Sie haben aufgrund ihrer sozialen Stellung und gesundheitlicher Probleme (Schwindsucht / Tuberkulose) ihrer Meinung nach nichts zu verlieren, und wollen ihrem geliebten Land mit der Ermordung Franz Ferdinands einen historischen Dienst erweisen. Doch 100%-ig sicher sind sie sich trotz ihrer Reise nach Sarajevo nicht. Gerade der eigentliche Attentäter Gavrilo Prinzip, der es ob seiner etwas besseren Ausbildung, auch besser wissen müsste, ist in seiner Gedankenwelt nicht so gefestigt, wie er nach außen hin erscheinen lässt. Endgültig ins Schwanken gerät die Ausführung des Attentats als er einer Jugendliebe begegnet, die ihn trotz erster Avancen am Vorabend des Attentates doch abblitzen lässt. Oder Trifko, der aufgrund seiner psychischen Labilität, das Ganze fast noch zu Fall bringt, bevor es richtig angefangen hat.

Dann sind es die Offiziellen, die zu überheblich sind, um den Völkern Bosniens und Herzegowinas, in Besonderem den Serben, mehr Fingerspitzengefühl entgegenzubringen. Anstatt diesen am Vidovdan (Schlacht auf dem Amselfeld gegen die Türken einige 100 Jahre davor) entgegen zu kommen, ihnen z.B. Feierlichkeiten dazu zuzugestehen oder auszustatten, brüskiert man sie mit Militärmanövern nahe Sarajevo. Weiters schlägt man alle Sicherheitsvorkehrungen für den Thronfolger in den Wind und will nicht wahrhaben, dass es nicht nur Jubelrufe für die Monarchie gibt.

Weiters ist da noch das Thronfolgerpaar, welches wir in diesem Buch ebenso näherkommen und. Fast wirkt es mit seinen Problemen, Ängsten, Gedankenspielen, Herzlichkeiten und gegenseitigen Neckungen wie ein ganz normales Ehepaar aus zwar besserer Klasse, aber eben nicht unbedingt wie ein "behütetes" & abgehobenes Thronfolgerpaar.

Schlussendlich dann noch die fiktiven Charaktere des Geheimdienstes und deren Zuarbeiter. Svjetlana, einer Bordellbesitzerin, Rudolf Markovic, Leiter der Geheimdienstabteilung in Sarajevo und seines Mitarbeiters Simon. Markovic und Simon erhalten schnell Wind von der Sache und versuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, wozu auch Prügelfolter zählt, den Attentätern habhaft zu werden. Diese Protagonisten verbinden die ganze Geschichte zu einem schlüssigen Ganzen.

Ulf Schiewe verbindet alle diese Personen, Sichtweisen, Orte und Zeiten zu einem wunderbaren Ganzen, bei dem man hin und hergerissen wird zwischen Hoffen, dass der Anschlag missling aber auch, dass er doch gelingt. Abgesehen von den obersten Offiziellen, z.B. Oskar Potiorek, wirkt keiner der dargestellten Protagonisten tatsächlich unsympathisch oder ist nur der Böse. Dem Autor gelingt es allen Protagonisten ein menschliches Antlitz zu geben und deren Handlungen und Beweggründe nachvollziehbar zu machen. Er spickt die Erzählhandlung mit historischen Berichten und Fakten und webt diese so geschickt in den Handlungsfaden ein, dass man meinen könnte, genau so hätte es sich zugetragen. Kleine Episoden der Ruhe nehmen kurzzeitig passend fahrt aus der Geschichte um den Leserinnen und Lesern eine kleine Verschnaufpause zu geben, aber auch um diesen einige weitere Details aus dieser Zeit an die Hand zu geben bzw. ins Gedächtnis zu rufen. Dadurch kann man regelrecht wieder eintauchen in eine nicht allzu ferne Vergangenheit.

Alles in allem ein großartiges Buch, dass Geschichte wieder lebendig werden lässt.

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