Der Palast der Meere
 - Rebecca Gablé - Taschenbuch

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

12,90

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Historische Romane
957 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17422-5
Ersterscheinung: 16.03.2017

Der Palast der Meere

Ein Waringham-Roman

(15)

London 1560: Als Spionin der Krone fällt Eleanor of Waringham im Konflikt zwischen der protestantischen Königin Elizabeth I. und der katholischen Schottin Mary Stewart eine gefährliche Aufgabe zu. Ihre Nähe zur Königin schafft Neider, und als Eleanor sich in den geheimnisvollen König der Diebe verliebt, macht sie sich angreifbar. Unterdessen schleicht sich ihr fünfzehnjährige Bruder Isaac als blinder Passagier auf ein Schiff. Nach seiner Entdeckung wird er als Sklave an spanische Pflanzer verkauft. Erst nach zwei Jahren kommt Isaac wieder frei – unter der Bedingung, dass er in den Dienst des Freibeuters John Hawkins tritt. Zu spät merkt Isaac, dass Hawkins sich als Sklavenhändler betätigt – und dass sein Weg noch lange nicht zurück nach England führt ...

Dieses Produkt bei Ihrem lokalen Buchhändler bestellen:

Pressestimmen

„Unglaublich kenntnisreiche Beschreibungen des höfischen Lebens im 16. Jahrhundert und Dialoge voller Wortwitz und Tempo stellen auch diesen Gablé-Roman unter Suchtmittelverdacht.”
„Wieder ein typischer Gablé-Roman: schillernd, lehrreich, unterhaltend, spannend, voller Abenteuer.

Rezensionen aus der Lesejury (15)

Littletortoise Littletortoise

Veröffentlicht am 15.10.2016

der Palast der Meere

Inhalt:

Isaac, der eigentlich der Waringhamerbe ist, schlägt durch seine Flucht übers Meer einen ganz anderen Lebensweg ein. Seine Schwester Eleanor dient als "Auge der Königin" und findet sich nur allzu ... …mehr

Inhalt:

Isaac, der eigentlich der Waringhamerbe ist, schlägt durch seine Flucht übers Meer einen ganz anderen Lebensweg ein. Seine Schwester Eleanor dient als "Auge der Königin" und findet sich nur allzu oft zwischen politischen Machtspielen wieder.

mein Eindruck

Wie immer erhält man von Rebecca Gablé einen tollen historischen Roman mit gut recherchiertem Hintergrundwissen. Die Charaktere werden detailliert beschrieben, sodass man sie im Laufe des Romans immer besser kennenlernt. Alles wird anschaulich beschrieben und man hat zu jeder Zeit das Gefühl, sich mitten in der Geschichte zu befinden.

Neue Erkenntnisse habe ich über Mary Stewart gewonnen, sie und ihre Geschichte waren mir noch gar nicht so sehr geläufig.

Isaac rutscht ja von einem Abenteuer ins nächste und schafft es aber immer mit mehr oder weniger heiler Haut wieder heraus.

Auch Eleanor führt nicht unbedingt ein ruhiges beschauliches Leben an der Seite der Königin und mit dem König der Diebe als Gefährte.

Aber das ist es, was ich so liebe: Charaktere mit Ecken und Kanten, die nicht immer korrekt handeln und eben auch mal ein bisschen Pech haben: ein happy end gibt es ja trotzdem.

Aufgrund der zahlreichen Schauplätze hat man sehr viele Eindrücke zu verarbeiten.

Ich hätte mir etwas mehr Waringham und Pferde gewünscht, aber dennoch war die Geschichte lesenswert.

Es wird viel thematisiert. Politische Intrigen, Sklaverei, Seefahrt.... Hier wird eine breite Leserschaft angesprochen und es ist Rebecca Gablé gelungen, jedem Thema gerecht zu werden.

Wie immer erhält man eine Übersicht über die Personen (für jemanden wie mich, der doch manchmal den Überblick verliert, ist das Gold wert) und ein Nachwort über Wahrheit und und Erfindung. Wie immer liebe ich dieses Nachwort und hier wurde auch das für mich entstandene Rätsel um Amys Krankheit gelöst.

Einen kleinen Minuspunkt gibt es für mich, da ich den letzten Abschnitt irgendwie etwas langatmig fand und da lief es mit dem Lesen eher schleppend.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Steffi1904 Steffi1904

Veröffentlicht am 15.09.2016

Interessanter historischer Einblick

England im 16. Jahrhundert. Elisabeth folgt ihrer Schwester Bloody Mary auf den Thron. An ihrer Seite ihre langjährige Freundin Eleanor of Waringham. Sie ist ihre wichtigste Spionin und versucht Schaden ... …mehr

England im 16. Jahrhundert. Elisabeth folgt ihrer Schwester Bloody Mary auf den Thron. An ihrer Seite ihre langjährige Freundin Eleanor of Waringham. Sie ist ihre wichtigste Spionin und versucht Schaden von ihr abzuwenden, dabei begegnet sie dem König der Diebe, der in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielen soll. Zur selben Zeit soll ihr Bruder Isaac, das Erbe von Waringham antreten, doch er flieht als Freibeuter auf die Meere und nach vielen schweren Jahren, wird auch er zu einer Stütze der Krone.

Wieder verknüpft Rebecca Gable geschickt, die Leben ihrer Protagonisten mit dem englischen Königshaus und gibt so einen recht ausführlichen Blick auf das Leben zu Queen Elizabeth Zeiten und ihre Herrschaft. Das ist kurzweilig und interessant, allerdings hat mich etwas die doch sehr einseitige Erzählweise gestört. Waren im Vorgänger Buch noch die Papisten und „Bloddy Mary“ die Guten, sind dies nun ausnahmslos die Böse. Hier fehlt mir ein bisschen Differenzierung und ein kritischer Blick auf die historischen Persönlichkeiten.

Gefallen haben mir dagegen die Charaktere, die nicht so schwarz weiß gezeichnet sind, sondern vielschichtig sind und immer mal wieder auch fragwürdige Entscheidungen treffen. Dabei bleiben sie aber sympathisch und man fiebert einfach mit ihnen mit.

Detlef Bierstedt hat dabei eine sehr angenehme Stimme, die einem auch bei einem Hörbuch diesen Umfanges nicht langweilig wird, nur alte Damen kann er nicht besonders gut interpretieren, aber die hatten zum Glück auch nur wenig Text.

Alles in allem ein sehr unterhaltsamer historischer Roman, mit ein paar Schwächen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Lady_Alexandra Lady_Alexandra

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wie immer toll recherchiert - aber für mich das schwächste Glied in der Saga

#Inhalt#
'Du musst dich ändern, Isaac, nicht die Welt um dich herum, hatte Francis gesagt. Mit Trauermiene. Aber Isaac konnte nicht.' Während Eleonor of Waringham als 'Auge der Königin' und Geliebte des ... …mehr

#Inhalt#
'Du musst dich ändern, Isaac, nicht die Welt um dich herum, hatte Francis gesagt. Mit Trauermiene. Aber Isaac konnte nicht.' Während Eleonor of Waringham als 'Auge der Königin' und Geliebte des Königs der Diebe im Zentrum der Macht angelangt ist und ihrer Freundin Elisabeth I., auch liebevoll 'Bessie' genannt, mit Rat und Tat zu Seite steht, flüchtet ihr jüngerer Halbbruder Isaac vor der ihm angetragenen Macht als zukünftiger Earl of Waringham und schließt sich so zunächst unfreiwillig den englischen Freibeutern um John Hawkings an, um später selbst als 'Robin Hood der Meere' in fremde Weiten aufzubrechen. Zwei unterschiedliche Geschwister in zwei grundverschiedenen Welten ' und doch verbindet sie mehr, als es auf den ersten Moment scheint...

# Meine Meinung#
Elisabeth I., Mary Steward, Francis Drake, John Hawkings, Robin Dudley, William Shakespeare ' große Persönlichkeiten, deren Schicksale hier von der Autorin wieder auf gewohnt fundierte Art und Weise mit denen der fiktiven Sprösslinge aus dem liebgewonnenen Waringham-Clan verwebt werden. Als fünfter Band in der im Mittalter gestarteten Waringham-Reihe spielt das Geschehen mittlerweile im Höhepunkt der Renaissance, im goldenen elisabethanischen Zeitalter, wodurch sich der Handlungsort des Buches fast gänzlich aus dem beschaulichen Waringham heraus in die große, weite Welt verschiebt und sich die Charaktere nicht nur sprichwörtlich zu neuen Ufern aufmachen. Tiefe Einblicke in einen feminin geprägten und kulturell vielseitigen Hof, eindrucksvolle Eindrücke der exotischen neuen Welt voller bunter Impressionen, die von Sklaverei, Ausbeutung und kollidierenden Herrschaftsansprüchen überschattet werden und nicht zuletzt die liebevoll mit Leben erfüllten Protagonisten mit ihren Ecken und Kanten, die den Leser in ihre Gedanken- und Lebenswelt entführen, verleihen dem Roman den typischen Gablé-Charme.

Auch der Religionskonflikt zwischen Papisten und Reformierten, der England einige Dekaden in Atem hält, wird thematisiert und ein neues Lebensgefühl, bei dem Scheidungen und Emanzipation zunehmend Bedeutung gewinnen, kommt ins Rollen. Selbst kleinere Nebencharaktere geraten nicht ins Vergessen und läuten so immer wieder freudige Wiedersehen ein, die beim Lesen für einige Schmunzler sorgen. Besonders der erblindete Lappidot mit dem ulkigen Reformatoren-Namen konnte mein Herz im Sturm erobern und erfreute mich mit seinem beeindruckenden Werdegang ganz besonders. Zudem stolpert man beim Lesen immer wieder über den ein oder anderen bekannten Vorfahr, dessen Geschichte bereits als Anekdote Einzug ins Waringham-Universum halten konnte und mich so des Öfteren in Entzückung versetzte.

Dennoch kann dieser Band der Waringham-Saga nach meinem Empfinden nicht ganz an die Erfolge seiner Vorgänger anknüpfen. Ob einem der Ausflug in die Seefahrt und somit hinaus in die weite Welt zusagt oder nicht, halte ich für Geschmacksache. Ich persönlich hätte allerdings gerne am altbewährten Schema festgehalten und mehr vom geliebten Waringham gelesen, wodurch meine durch die vorherigen Bücher geschürten Erwartungen etwas enttäuscht wurden. Der markante Mönchskopf, der duftende Rosengarten, das umtriebige Gestüt und der über Generationen hinweg erkämpfte Pferdemarkt, die mein Herz stets höher schlagen ließen ' leider blieb das ganz große Wiedersehen hier aus. Ebenso fehlte mir die politische Nähe. Es wird zwar viel über Politik geredet, die Heiratspläne der Königin erörtert und über das weitere Vorgehen mit dem schottischen 'langen Elend' debattiert, die spürbaren Konsequenzen und Handlungen bleiben jedoch größtenteils aus. Wo ich bisher mitten drin im Geschehen war, mich fast schon physisch am Tisch des Hosenbandordens anwesend fühlte, war ich hier meist nur die ferne Zuhörerin, die eine knappe Zusammenfassung der neusten Ereignisse erhielt. Auch einen großen Gegenspieler, der alle meine Antipathien auf sich zieht und beim reinen Lesen des Namens zu Emotionsausbrüchen und Schimpftiraden führt, suchte ich vergebens. Zudem müssen sich die beiden ungleichen Protagonisten die knapp 950 Seiten des Wälzers untereinander aufteilen, sodass die Identifikation mit den beiden Geschwistern nicht so intensiv war, wie in den Vorgängerromanen. Unweigerlich findet man sich so früher oder später in 'Team El' oder 'Team Isaac' wieder'

Vor allem jedoch fehlte mir ein übergeordneter Handlungsstrang, der sich als 'großes Ziel', als roter Faden durch das ganze Buch zieht, auf den ich als Leserin hin fiebere und der die bisher immer so eindrucksvoll aufgebaute Spannung voller Hochs und Tiefs, Rückschläge und unerwarteten Wendungen aufrecht erhält. Hier tappte ich oftmals etwas im Dunkeln, wohin die Reise mich nun letzten Endes führen wird.

#Fazit#
Es steht für mich außer Frage, dass auch in diesem Buch die hervorragend recherchierten historischen Fakten liebevoll mit Leben gefüllt werden und die Vermischung von Fiktion und Realität, bei der auch auf kleine Details und Anekdoten Wert gelegt wird, großartig ist. Der Erzählstil ist mitreißend und baut eine Verbindung zu den Gedanken und Emotionen der Figuren auf. Aber da mir durch die genannten Defizite vieles verloren ging und doch einige Längen entstanden, bei denen die Handlung vor sich hin plätscherte, würde ich dem Buch 'nur' 3,5 Sterne geben. Das große Feuerwerk konnte bei mir leider nicht gezündet werden, auch da die Messlatte durch die Vorgängerromane enorm (!) hoch lag und sich 'Der Palast der Meere' für mich inhaltlich und stilistisch nicht so richtig in die bisherige Saga einreiht. Meines Erachtens würde das Buch als eigenständiger Roman, losgelöst von der Waringham-Saga, besser funktionieren, da ich dann mit anderen Erwartungen und unvoreingenommen ins Lesevergnügen starte.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Karin1910 Karin1910

Veröffentlicht am 15.09.2016

Waringham im Elisabethanischen Zeitalter

Die von vielen Fans sehnsüchtig erwartete Fortsetzung der Waringham-Saga ist nun endlich erschienen:
Der Roman ist diesmal im Zeitraum von 1560 bis 1588 angesiedelt, also während der Regentschaft von Königin ... …mehr

Die von vielen Fans sehnsüchtig erwartete Fortsetzung der Waringham-Saga ist nun endlich erschienen:
Der Roman ist diesmal im Zeitraum von 1560 bis 1588 angesiedelt, also während der Regentschaft von Königin Elisabeth I:
Eleanor of Waringham ist seit frühster Kindheit Elisabeths engste Vertraute. Sie dient ihr nicht nur als Freundin und Ratgeberin, sondern gilt auch als „Auge der Königin“. Denn sie ist eine versierte Spionin mit guter Menschenkenntnis, die immer über alle wichtigen Vorgänge im Land informiert ist. Nicht weniger spannend als ihre berufliche Tätigkeit gestaltet sich Eleanors Privatleben, verliebt sie sich doch ausgerechnet in einen Mann, der als „König der Diebe“ einer von Londons meistgesuchten Verbrechern ist.
Eleanors Halbbruder Isaac hat dagegen mit höfischem Leben so gar nichts im Sinn. Um der Aussicht zu entfliehen, als künftiger Earl of Waringham Verantwortung übernehmen zu müssen, schleicht sich der erst 15-Jährige als blinder Passagier auf ein Schiff ein. Dabei gerät er gerade an den berüchtigten Sklavenhändler und Piraten John Hawkins und lernt auch dessen Vetter Francis Drake kennen. Obwohl Isaac in den nächsten Jahren viele schlimme Erfahrungen machen und eine Reihe gefährlicher Abenteuer bestehen muss, zeigt sich, dass ihm die Seefahrt im Blut liegt und es gelingt ihm, auf der Karriereleiter immer weiter aufzusteigen.

Der Roman ist in einer interessanten Epoche angesiedelt und die Protagonisten sind geschickt darin platziert. Eleanor illustriert das Leben bei Hofe, während Isaacs Geschichte zeigt, dass die Welt zu Beginn der Neuzeit viel größer war als jene des Mittelalters. So können wir an seiner Seite in exotische Gefilde wie Teneriffa oder Panama reisen.

Die Handlungsstränge laufen allerdings über weite Strecken nur parallel zueinander, ohne in einem besonderen Zusammenhang zu stehen. Die einzige wirkliche Verbindung zwischen den Halbgeschwistern ist Waringham, dieser Ort selbst (die Burg, das Gestüt, das Dorf) kommt diesmal aber nur relativ selten vor. Dafür sind die Kapitel, die dort angesiedelt sind, immer wieder besondere Highlights.

Historisch bedeutsame Ereignisse, die in diesem Buch thematisiert werden, sind insbesondere Elisabeths Privatleben bzw die Frage, ob und wen sie heiraten sollte, das Schicksal von Mary Stewart (Maria Stuart), die Piraten im Dienste der Königin und der Kampf gegen sie spanische Armada. An manchen Stellen hätte ich mir allerdings etwas ausführlichere Hintergrundinformationen gewünscht und bei Mary Stewart fand ich es schade, dass zwar oft über sie geredet wurde, sie aber kaum persönlich auftritt.
Dafür tauchen eine Vielzahl interessanter Personen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten auf. Nur ein echter Bösewicht fehlt.
Wenngleich Isaac in seinem Kampf gegen die Sklaverei etwas übertrieben edel wirkt, sind doch sämtliche handelnden Figuren nachvollziehbar und lebendig gezeichnet, haben jeweils ihre Stärken und Schwächen, sodass man sich gut in sie hineinversetzen, mit ihnen mitfühlen, sich bisweilen auch über sie ärgern kann.

Obwohl dieser Band sich in einigen Punkten deutlich von den bisherigen Waringhams unterscheidet, handelt es sich nichtsdestotrotz um einen absolut lesenswerten historischen Roman, der fundiert recherchierte Fakten mit einer packenden Geschichte verknüpft.

Dass am Ende die nächste Generation der Waringham zusehends ins Rampenlicht rückt, lässt auf eine weitere Fortsetzung hoffen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

HappyEndBuecherdeNicole HappyEndBuecherdeNicole

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Waringham- Saga geht in die fünfte Runde

Der 5. Teil der Waringham Reihe der Autorin, spielt zur Regierungszeit Elizabeth I. und die Story wird gleich von zwei Protagonisten vorangetrieben, was ich an sich erstmal für eine sehr geschickte Sache ... …mehr

Der 5. Teil der Waringham Reihe der Autorin, spielt zur Regierungszeit Elizabeth I. und die Story wird gleich von zwei Protagonisten vorangetrieben, was ich an sich erstmal für eine sehr geschickte Sache gehalten habe, denn so erfährt man als Leser etwas über die wichtigsten Geschehnisse bei Hofe und dazu auch etwas über die Freibeuterei und die Seefahrt zu damaligen Zeiten. Beide Protagonisten sind dazu Waringhams. Bei Hofe ist es Eleanor, die man “das Auge der Königin” nennt, da sie es mit viel Intelligenz und Gewitztheit vermag wichtige Informationen, Komplotte und Gerüchte aufzudecken, die dem Königshof dienen können und auf hoher See ist es der störrische Isaac of Waringham, der nachdem er aus London nach Hause zitiert wurde, da Francis of Waringhams Sohn und eigentlicher Titelerbe, nach einer schweren Pockenerkrankung erblindet ist, von heute auf morgen ausgebüxt ist, um sein Glück als blinder Passagier auf hoher See zu finden.

Eleanor und Isaac sind sehr unterschiedliche Charaktere, jedoch verbindet sie zumindest ihre Gewitztheit, ihre Cleverness und ihre Abenteuerlust, auch wenn es Isaac zuweilen an der wichtigen Gabe fehlen mag, in bestimmten Momenten lieber den Mund zu halten, was ja typisch für gewisse Waringhams ist. ;-) So bringt er sich im Laufe der Geschichte mehrfach in Teufels Küche, lernt aber so auch durch die harte Schule des Lebens zu gehen und wird erwachsen. Zudem lernt er die Seefahrer Francis Drake und John Hawkins kennen und erlebt praktisch an eigenem Leibe die dunklen Zeiten des Sklavenhandels mit.

Währenddessen lernt Eleanor in London einen Mann kennen und lieben, der alles andere als eine gute Partie ist. Der König der Diebe stiehlt ihr nicht nur das Herz, sondern schenkt ihr auch zwei Kinder. Doch zu einer Ehe scheinen beide dennoch nicht bereit zu sein. Bei Eleanor ist es vor allem der Wille ihrer Königin, der sie zögern lässt, denn Queen Elizabeth hasst nichts mehr, als wenn sich Vertraute von ihr abwenden, um ihren eigenen Interessen nachzugehen. Denn auch Elizabeth weigert sich in den Stand der Ehe zu treten, obwohl sie Robin Dudley, der erste Earl of Leicester, ihrem Favoriten von ganzem Herzen zugetan ist, was Robin verzweifeln lässt, denn selbst noch dem Tode seiner Ehefrau will Elizabeth von einer Ehe mit ihr nichts wissen.

Ich finde, im Gegensatz zu einigen anderen Rezensenten, dass beide Handlungsstränge, die im Wechsel vorangetrieben werden, spannend und kurzweilig geschrieben sind. Was mir jedoch weniger gut gefallen hat, ist, dass man, da man es gleich mit zwei Protagonisten in dieser Geschichte zu tun bekommt, einfach zu wenig eintauchen kann in deren Gedanken und Gefühlswelt, da die Autorin sich lediglich auf Höhepunkte aus deren Leben beim Erzählen beschränkt und man als Leser nicht, wie in den ersten Teilen der Serie, von Anfang bis Ende eine gewisse Bindung zur Hauptfigur aufbauen kann. Und dennoch wog dieser kleine Kritikpunkt nicht allzu schwer, weil man dafür durch viele lebhafte Dialoge, die innerhalb des Romans geführt werden, entschädigt wird. Besonders gut hat es mir gefallen, dass sowohl Eleanor als auch Isaac einen so herrlich trockenen Humor aufweisen und in jeder Lebenslage sehr pragmatisch gestrickt sind, wie man es auch von den Waringhams aus den Vorgängerbänden gewohnt ist. Dazu sind Eleanor als auch Isaac nicht nur allein vom Sympathiefaktor her, interessantere Romanfiguren, als Nicholas of Waringham, der im Vorgängerteil „Der dunkle Thron“ die Hauptfigur darstellte und in denen Eleanor und Isaac erstmals als noch kleine Kinder auftauchten.

Abgerundet wird dieser, wieder stärkere Band der Waringham Saga, durch den erneut sehr akribisch recherchierten historischen Hintergrund bezüglich des elisabethanischen Zeitalters und der britischen Flottenstreitmacht. Man sollte sich jedoch Zeit beim Lesen des immerhin 960 Seiten starken Roman nehmen, damit man sich ganz in die Geschichten fallen lassen kann.

Kurz gefasst: Die Waringham- Saga geht in die fünfte Runde- unterhaltsamer Historienschmöker, mit gleich zwei Protagonisten aus dem Hause Waringham, die den Leser durchs elisabethanische Zeitalter führen. 4.5 von 5 Punkten

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Rebecca Gablé

Rebecca Gablé - Autor
© FinePic

Rebecca Gablé studierte Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik in Düsseldorf, wo sie anschließend als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig war. Heute arbeitet sie als freie Autorin und lebt mit ihrem Mann am Niederrhein und auf Mallorca. Ihre historischen Romane und ihr Buch zur Geschichte des englischen Mittelalters wurden allesamt Bestseller und in viele Sprachen übersetzt. Besonders die Romane um das Schicksal der Familie Waringham genießen …

Mehr erfahren
Alle Verlage