Die Festung am Rhein
 - Maria W. Peter - Taschenbuch

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11,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Historische Romane
607 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17519-2
Ersterscheinung: 16.03.2017

Die Festung am Rhein

Historischer Roman

(51)

Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe
 
Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben – immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört ...
Die Festung Ehrenbreitstein (erbaut 1817 bis 1828) thront bis heute hoch über Rhein und Mosel. Zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsstadt Koblenz entwirft Maria W. Peter ein schillerndes Panorama der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert. Preußische Disziplin trifft auf rheinische Lebensfreude.

Pressestimmen

„[…] ein eindrucksvoller Roman, der einem gemütliche Lesestunden beschert und dazu noch lehrreich ist.”
„Zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsstadt Koblenz entwirft Maria W. Peter ein schillerndes Panorama der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert. Preußische Disziplin trifft auf rheinische Lebensfreude.“

Rezensionen aus der Lesejury (51)

Dandy Dandy

Veröffentlicht am 14.05.2019

sehr gut recherchiert, spannend, flüssig zu lesen

Bei „ Die Festung am Rhein“ von Maria W. Peter handelt es sich um einen historischen Roman.


Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe.

Coblenz 1822:

Die preußische Feste ... …mehr

Bei „ Die Festung am Rhein“ von Maria W. Peter handelt es sich um einen historischen Roman.


Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe.

Coblenz 1822:

Die preußische Feste Ehrenbreitstein entsteht hoch über der Stadt. Franziskas Bruder wird wegen Landesverrats verhaftet, als geheime Baupläne von dort verschwinden. Er soll dies Pläne an die Franzosen verkauft haben, denn ihr gemeinsamer Vater war ein Offizier Napoleons. Franziska ist auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen, um seine Unschuld zu beweisen. Auf der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört...


Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte lässt sich sehr flüssig lesen und ich war sofort in deren Bann gezogen.


Die Autorin beschreibt die Lebensumstände, das Aussehen und die Gedanken der Menschen sehr gut. Ebenfalls das Aussehen der Handlungsplätze im damaligen Coblenz. Die Atmosphäre, die zu dieser Zeit herrschte wird sehr gut eingefangen.

Besonders ausführlich wird die Feste Ehrenbreitstein beschrieben.Beim Lesen merkt man richtig, dass dies Autorin sehr viel Recherchewissen in ihrer Geschichte untergebracht hat. Ich konnte mich während dem Lesen sehr gut in diese Zeit hineinversetzen.


Die Geschichte ist bis zum Schluß spannend. Ich war immer neugierig wie es weitergeht. Sehr viele Ereignisse, Verstrickungen usw. tragen zur Spannung bei.

Dieser Roman ist eine Mischung aus Geschichtsstunde und Liebesgeschichte.- super.


Die Protagonisten werden sehr tief beschrieben. Sie entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter und es war sehr interessant sie ein Stückchen auf ihrem Lebensweg zu begleiten.


Mithilfe der Landkarte, die Coblenz in den 1820 Jahren zeigt, konnte ich mir die Handlungsplätze noch besser vorstellen.

Sehr interessant fand ich das Glossar, die Auflistung der Protagonisten und eine Liste historischer Persönlichkeiten am Ende der Geschichte.


Ich empfehle diesen historischen Roman weiter.

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libri-amici libri-amici

Veröffentlicht am 12.05.2019

Eine verlorene Heimat, eine verlorene Vergangenheit, eine verlorene Familie.

*Eine verlorene Heimat, eine verlorene Vergangenheit, eine verlorene Familie.*

Die Halbfranzösin Franziska Berger muss nach einer liebevollen und behüteten Kindheit ihre Heimat Cöln verlassen. Nach dem ... …mehr

*Eine verlorene Heimat, eine verlorene Vergangenheit, eine verlorene Familie.*

Die Halbfranzösin Franziska Berger muss nach einer liebevollen und behüteten Kindheit ihre Heimat Cöln verlassen. Nach dem Tod ihres Vaters in der Schlacht von Belle-Alliance am 18. Juni 1815 kann Luise Berger ihre Kinder nicht mehr alleine versorgen und übergibt die beiden in die Obhut ihres in Coblenz lebenden Bruders Hubert Kannegießer. Der herzlose und harte Mann lässt sowohl Franziska, als auch ihren Bruder Christian hart für Verpflegung und Unterkunft arbeiten, den nachdenklichen und sensiblen Jungen schickt er als Rekrut zur preußischen Armee. Für Christian beginnt die schlimmste Zeit seines Lebens – und schließlich wird er sogar als Landesverräter der Spionage bezichtigt und ins Militärarresthaus gebracht. Franziska ist außer sich und setzt sich leidenschaftlich dafür ein, Christians Leben zu retten. Sie versucht auf eigene Faust, die Wahrheit ans Licht zu bringen und kommt dabei immer wieder einem preußischen Offizier namens Rudolph Harten in die Quere, der sie schließlich der Mittäterschaft verdächtigt. Der zielstrebige und distanzierte Premierleutnant des preußischen Ingenieur-Corps ist zwar von seinem Mitwirken am Bau der Festung Ehrenbreitstein besessen, besitzt zugleich aber gute Menschenkenntnis und einen messerscharfen Verstand. Schon bald fallen auch ihm einige Ungereimtheiten bei den angeblichen Beweisen gegen Christian Berger auf. Und letztendlich beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – denn die Gerichtsverhandlung und die drohende standesrechtliche Erschießung des Beschuldigten stehen kurz bevor.

Maria W. Peter thematisiert in diesem mehr als sechshundert Seiten umfassenden, hervorragend recherchierten Roman die Geschichte des Rheinlands und der Festung Ehrenbreitstein. Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt, beginnend mit einem kurzen Prolog während der Schlacht von Belle-Alliance im Jahre 1815, die heute als Schlacht bei Waterloo bekannt ist. Der zweite Erzählstrang startet in Coblenz im Jahr 1822 mit der Verhaftung des Bruders der Protagonistin.

In einem äußerst einnehmenden Schreibstil und mit bildhaften Beschreibungen des wunderschönen Rhein- und Moseltals richtet sich der Fokus immer wieder auf den Bau der preußischen Feste Ehrenbreitstein als Symbol dieser neuen Zeit. Die Autorin versteht es zudem vortrefflich, die Konflikte und die Unruhe in der Bevölkerung darzustellen, als die Preußen nach zwei Jahrzehnten der französischen Besatzung die Herrschaft im Rheinland übernahmen. Glaubenskonflikte und die Sehnsucht vieler Rheinländer nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit auf Grundlage der Parole der Französischen Revolution sorgen für zusätzliche Unstimmigkeiten. Der Spionagefall und die drohende Verurteilung von Christian Berger bringen einen großen Spannungsbogen ins Buch, der bis zur finalen Aufklärung konstant aufrecht bleibt.

Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren hat mir sehr gut gefallen. Sowohl Protagonisten, als auch Nebenfiguren werden vielschichtig dargestellt und punkten mit Authentizität. Franziska Berger weist für ein junges Mädchen gutbürgerlicher Herkunft erstaunliche Courage auf, die drohenden Konsequenzen einer Entdeckung halten sie jedoch nicht von ihrem oftmals wagemutigen Vorgehen ab. Im Armee-Ingenieur Rudolph Harten findet sie einen erbitterten Gegner, der ihrer Person und ihren Absichten zunächst tiefstes Misstrauen entgegenbringt. Die langsame Annäherung der beiden Protagonisten und die Beschreibung ihrer Gefühls- und Gedankenwelt ist Maria W. Peter vortrefflich gelungen. Man erlebt die persönliche Wandlung eines Offiziers, der seit jener Schicksalsschlacht im Jahr 1815 ein an Leib und Seele gebrochener Mann ist. Durch Franziska lernt Rudolph letztendlich, die Welt mit anderen Augen zu betrachten. Der hochrangige adelige Offizier Capitain von Rülow und seine Ehefrau Henriette sind ebenso wichtige Nebenfiguren wie der skrupellose Feldwebel Bäske und der schottische Künstler Alasdair McBaird. Während mir der warmherzige Maler mit dem rollenden Akzent auf Anhieb sympathisch war, fungierten der überhebliche und kaltblütige Bäske sowie Franziskas herzloser und cholerischer Onkel Hubert als Antagonisten. Und obgleich der französische Revolutionsoffizier und Franziskas Vater Lucien Berger bereits im Prolog sein Leben verwirkte, wuchs mir seine Person durch etliche Rückblenden noch nachträglich ans Herz. Einen nicht unerheblichen Beitrag für eine glaubwürdige Darstellung der handelnden Figuren bereitet auch die Einbindung der Dialekte –hervorheben möchte ich hierbei neben dem schottischen Maler Alasdair auch Onkel Hubert Kannegießer, sowie Rudolph Hartens frechen und direkten Burschen Fritz.

Die optische Aufmachung dieses Buches macht es zu einem richtigen Blickfang. Vor dem malerischen Panorama der beeindruckenden Feste Ehrenbreitstein steht eine elegant gekleidete junge Frau, deren Gesicht nur teilweise zu erkennen ist. Die farbliche Gestaltung und der elegante Schriftzug mit dem Buchtitel ziehen die Aufmerksamkeit des Betrachters automatisch auf die junge Protagonistin und diesen historischen Schauplatz. Eine Karte von Coblenz aus den 1820er Jahren mit den wichtigsten Schauplätzen der Handlung, das aus meiner Sicht unerlässliche Glossar sowie die beiden Personenregister (Figuren der Handlung und historische Persönlichkeiten) vervollständigen den herausragenden Gesamteindruck.

„Die Festung am Rhein“ ist eine Lektüre, die aus meiner Sicht keine Wünsche offenlässt. Akribisch recherchierte historische Fakten, überzeugende und vielschichtige Charaktere mit einer spannungsgeladenen Handlung sorgten für ein grandioses Abenteuer im Kopf. Dieses Buch hat mir ausgezeichnet gefallen und ich kann es jedem ans Herz legen, der tief in die Vergangenheit des Rheinlandes eintauchen und Geschichte hautnah erleben möchte.

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Lucienne Lucienne

Veröffentlicht am 09.05.2019

Ein schöner historischer Roman

Inhalt:
Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne ... …mehr

Inhalt:
Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben - immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört ...

Meine Meinung:
Das Cover hat mir sofort gefallen und mich zum Träumen und einer Zeitreise eingeladen. Der Klappentext hat mich dann noch richtig neugierig gemacht. Meine Erwartungen hat das Buch auf jeden Fall erfüllt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und schnell zu lesen, flüssig und fehlerfrei. Alle Charaktere konnte ich mir bildlich gut vorstellen und habe sie auch ein bisschen ins Herz geschlossen. Die Handlungen waren gut nachvollziehbar und verständlich beschrieben. Für meinen Geschmack war das Buch an manchen Stellen etwas zu ausführlich, weswegen ich einen Stern abziehen muss. Trotzdem sehr schön zu lesen und ich werde es auch Bekannten von mir weiterempfehlen.

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moni2506 moni2506

Veröffentlicht am 06.04.2019

Die preußische Besetzung im Rheinland an der Feste Ehrenbreitstein

In „Die Festung am Rhein“ erzählt Maria W. Peter von der preußischen Herrschaft im Rheinland und dem Bau der Feste Ehrenbreitstein. Erschienen ist der Roman bei Bastei Lübbe im März 2017.

Coblenz, 1822: ... …mehr

In „Die Festung am Rhein“ erzählt Maria W. Peter von der preußischen Herrschaft im Rheinland und dem Bau der Feste Ehrenbreitstein. Erschienen ist der Roman bei Bastei Lübbe im März 2017.

Coblenz, 1822: Der Pionier Berger wird wegen Landesverrates verhaftet. Angeblich soll er geheime Pläne der Fest Ehrenbreitstein entwendet und an die Franzosen verkauft haben. Der einzige Beweis liegt in seiner Herkunft begründet, denn sein Vater war Franzose und hat unter Napoleon gekämpft. Seine Schwester Franziska kann das ganze nicht auf sich beruhen lassen und fängt auf eigene Faust an Hinweise für die Unschuld ihres Bruders zu suchen. Hierbei ist sie immer wieder auf die Hilfe des preußischen Premierleutnants Rudolph Harten angewiesen, der anfangs nur seine eigene Weste rein waschen will, da Pionier Berger unter seinem Kommando stand. Aber mit der Zeit ändern sich seine Motive und aus anfänglicher Abneigung entsteht mit der Zeit mehr.

Mal wieder ein Buch, dass für mich ein bisschen schwieriger zu bewerten ist, da es für mich vom persönlichen Geschmack her nicht ganz das richtige Buch war, es aber dennoch auch einiges positives zu erwähnen gibt.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Situationen werden genau beschrieben, so dass man sich das Geschehen gut vorstellen kann. Immer wieder hatte ich auch lebendige Bilder der Landschaften im Kopf. Auch Dialekte einzelner Personen wurden gut verständlich eingebracht.
Die Handlung hingegen konnte mich nicht immer fesseln und das wiederum liegt auch an einem Grund, den ich von Anfang an hätte ahnen können. Der Klappentext und meine Zusammenfassung zeigen ja schon, dass auch Ermittlungen eine größere Rolle spielen und das ist einfach nicht meins. Ich probiere es immer wieder mal, aber auch dieses Buch konnte mich nicht von dieser Art Geschichte überzeugen. Darüber hinaus war mir die Geschichte in gewisser Weise auch ein wenig zu vorhersehbar.
Gut eingefangen fand ich hingegen das Bild der Zeit. Das Rheinland wird seit mehreren Jahren schon von den Preußen besetzt, die versuchen die Zeit vor die französische Revolution zurückzudrehen. Die Rheinländer hingegen sind deutlich von den Ideen ebenjener Revolution beeinflusst. Dieser Kontrast und der daraus entstehende Konflikt wurden wunderbar eingefangen. Schön fand ich auch, dass hier nicht nur einseitig berichtet wurde, sondern unterschiedliche Sichtweisen durch die Charaktere ins Buch gefunden haben.
Auf der einen Seite ist da Rudolph Harten, der preußische Leutnant, der durch jahrelangen Drill zu absolute Gehorsam erzogen worden ist und die Ordnung des preußischen Systems zu schätzen weiß. Mit seiner einfachen Herkunft hat er allerdings die Strenge Hierarchie mit Hilfe eines Gönners durchbrochen. Auf der anderen Seite haben wir Franziska Berger, eine rheinländische Frohnatur, die ihre Zunge und ihre revolutionäre Prägung nur schwer verstecken kann. Sie ist allerdings auch ein offener Mensch und so blickt sie auch hinter die Fassade der Menschen und beurteilt diese nicht nur nach ihrer Herkunft.
Weitere Figuren wie Alasdair McBaird, einem Künstler aus Schottland, der sich in die Natur des Rheinlandes verliebt hat oder auch Feldwebel Bäske, Therese, Franziskas beste Freundin, sowie Fritz, Hartens Laufbursche, bringen weitere Sichtweisen ein.
Die gute Recherche merkt man dem Buch jederzeit an und auch das ausführliche Nachwort sowie die Danksagung bestätigen dies. Die Autorin konnte auf die Hilfe einiger Experten in Sachen preußischer Geschichte und auch der Fest Ehrenbreitstein zurückgreifen und auch auf die medizinischen Details wurde geachtet. Abgerundet wird das ganze noch durch ein Glossar, ein Personenverzeichnis und einem kurzen Überblick über die historischen Persönlichkeiten.

Fazit: Leider nicht die Art von Geschichte, die ich gerne lese, dennoch wurde mir einiges an geschichtlichem Wissen über das Leben Anfang des 19. Jahrhunderts näher gebracht. Wer Ermittlungen mag und dies gerne im historischem Kontext liest, ist bei diesem Buch auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Einen historischen Krimi sollte man allerdings nicht erwarten, auch wenn Elemente davon vorhanden sind.

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Svanvithe Svanvithe

Veröffentlicht am 29.12.2018

Die Festung am Rhein

_„Im Vertrauen auf Gott und auf die Treue und den Mut meines Volkes habe ich die Rheinländer in Besitz genommen und mit der preußischen Krone vereinigt. Und so, Ihr Einwohner dieser Länder, trete ich jetzt ... …mehr

_„Im Vertrauen auf Gott und auf die Treue und den Mut meines Volkes habe ich die Rheinländer in Besitz genommen und mit der preußischen Krone vereinigt. Und so, Ihr Einwohner dieser Länder, trete ich jetzt mit Vertrauen unter Euch, gebe Euch Eurem deutschen Vaterlande wieder und nenne Euch Preußen! Kommt mir mit redlicher, treuer und beharrlicher Anhänglichkeit entgegen! Ihr werdet gerechten und milden Gesetzen gehorchen.“_

Nicht alle Rheinländer fühlen sich durch diese Worte, mit denen König Friedrich Wilhelm III. von Preußen nach den Befreiungskriegen seine neuen Untertanen begrüßt, in Feierstimmung. 20 Jahre französische Besatzung und auch die französische Revolution haben ihre Spuren hinterlassen. Vor allem was die moderate französische Gesetzgebung betrifft, die sich deutlich vom konservativen Allgemeine Preußischen Landrecht unterscheidet.

Einer, der die Härte der nun geltenden Gesetze zu spüren bekommen soll, ist Christian, junger Soldat in der preußischen Armee. Als 1822 beim Bau der neuen Festung Ehrenbreitstein, die hoch über der Stadt Coblenz errichtet wird, Baupläne gestohlen werden, gerät er in Verdacht, diese militärisch wichtigen Unterlagen entwendet zu haben. Für die Preußen liegt der Fall klar auf der Hand: als Sohn eines französischen Offiziers kann nur Christian zum Verräter geworden sein und die Papiere dem Feind zugespielt haben.

Verzweifelt kämpft Christians Schwester Franziska darum, die Unschuld ihres Bruders zu beweisen und zu verhindern, dass ihn das Schicksal der Todesstrafe ereilt. Hierbei ist sie auf die Hilfe von Christians unmittelbaren Vorgesetzten angewiesen: Leutnant Rudolph Harten. Der strenge Offizier entpuppt sich zwar als äußerst misstrauisch, gleichwohl nicht unempfänglich für mögliche Ungereimtheiten. Und wider Erwarten blühen zwischen Franziska und Rudolph Gefühle auf, die keinesfalls von jedermann mit Gefallen betrachtet werden...


Maria W. Peter führt uns in „Die Festung am Rhein“ nach Coblenz, das inmitten des einst heiß umkämpften Rheinlandes nach den Befreiungskriegen nunmehr zu Preußen gehört. Die Autorin kleidet ihre Geschichte in ein historisches Gewand, das einerseits außerordentliche Sachkenntnis erkennen lässt, andererseits den Leser in seiner Fülle nicht überfordert. Sie schafft ein authentisches Bild von einer mit diversen Spannungen aufgeladenen, problematischen Zeit, in dem sich die angestammten Rheinländer und die Preußen – Soldaten und Zugezogene – nicht allesamt mit Wohlwollen gegenüberstehen, und beleuchtet mit viel Realitätsnähe die Verhaltensweisen, Handlungen, Unterschiede und Empfindungen der Menschen im gesellschaftlichen Wandel. Zudem ergänzt die Autorin den Roman durch ein umfangreiches Nachwort, ein ebensolches Glossar und diverses Kartenmaterial, welche eigene Recherchen überflüssig machen.

Allerdings lebt die Geschichte nicht allein von der Historie. Vielmehr finden sich in der Handlung jede Menge Geheimnisse und Verwicklungen, Spionage und Abenteuer, Freundschaft und Liebe, und Maria W. Peters erzählt in gewohnt ansprechender und lebendiger Sprachkunst mit viel Bildkraft, Atmosphäre und Empathie.

Die Autorin hat ihr Protagonisten mit Bedacht ausgewählt und sowohl die Haupt-, als auch die Nebenrollen mit Charakteren besetzt, die aufgeschlossen und unvoreingenommen, jedoch auch skeptisch oder gar feindselig sind, und somit das Geschehen komplettieren.

Nicht nur ihre beiden Helden Franziska und Rudolph sind von ihrer Herkunft und Vergangenheit beeinflusst und damit einigen Beschränkungen unterworfen. Es gelingt Maria W. Peter exzellent, die gegensätzlichen Ansichten der beiden darzustellen.

Franziska steht als Beispiel für die mit Beharrlichkeit zu Werke gehenden Rheinländer, gepaart mit einer von ihren Eltern vermittelten liberalen Grundeinstellung sowie einer einfühlsamen Erziehung. Die liebenswürdige junge Frau ist durchflutet vom französischen Freiheitsgedanken und betrachtet deshalb die Preußen als herrschsüchtige Tyrannen, die über ein rückschrittiges Volk gebieten. Dabei handelt sie das eine oder andere Mal unüberlegt und achtet nicht darauf, was sie sagt. Aber sie hält zu ihrem Bruder Christian und glaubt unerschütterlich daran, dass er die ihm vorgeworfenen Taten nicht begangen hat.

Rudolph ist eine ambivalente Persönlichkeit. Einerseits pedantisch korrekt und distanziert, andererseits besessen von seiner Arbeit und ausgestattet mit Visionen. Als Mann aus dem Volk, Sohn einer Wäscherin und eines Feldarbeiters, hat er sich auf einem schwierigen und anstrengenden Weg aus eigener Kraft und mit etwas Glück zum Offizier hochgearbeitet und eine Laufbahn eingeschlagen, die eine Generation zuvor lediglich dem Adel vorbehalten gewesen ist. Er demonstriert, dass er trotz seiner einfachen Herkunft über Fähigkeiten verfügt, die über das erwartete Maß hinausgehen. Und da es Neider und Vorgesetzte gibt, die in ihm immer noch einen Emporkömmling sehen, muss er sich jeden Tag aufs Neue beweisen, was Verständnis und Respekt abnötigt.

Vor allem aber ist seine Entwicklung im Verlauf der Ereignisse bemerkenswert. Rudolph verändert sich nicht plötzlich und beginnt nur langsam, den seinem Wesen inne liegenden Argwohn und Zweifel abzulegen sowie seine Geradlinigkeit, Klarheit und Ehrlichkeit zu offenbaren. Er weiß die Loyalität, die Franziska ihrem Bruder als Mitglied ihrer Familie entgegenbringt und die er selbst nicht kennengelernt hat, zu schätzen und zeigt seine hinter Härte und Disziplin verborgenen anderen Seiten: Verständnis und Güte.

Überhaupt ist es der Autorin hoch anzurechnen, dass sie mit Franziska und Rudolph ein Paar geschaffen hat, das sich trotz vorhandener Sympathie und aufkeimender tieferer Gefühle sehr bedächtig annähert und nicht vorurteilsfrei miteinander agiert. Sie reiben sich aneinander, schenken sich nichts und fallen immer wieder in ihre alten gegensätzlichen Ansichten zurück. Nach und nach erarbeiten sie sich das Verständnis füreinander und setzen sich für den anderen ein. Sie begreifen, wofür der andere (ein)steht und dass es sich lohnt, über den eigenen Schatten zu springen, sich von starren Vorurteilen zu lösen, die Wertungen und Meinungen anderer zu akzeptieren und gegebenenfalls zu hinterfragen, um sich so frei zu machen für einen anderen Blick auf die Welt. Davon könnte so mancher auch heute noch lernen...

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autor

Maria W. Peter

Maria W. Peter - Autor
© Olivier Favre

Maria W. Peter ist seit Langem von Amerika begeistert. Während ihres Studiums der  Amerikanistik und Anglistik war sie Mitglied eines amerikanischen Chors auf dem Militärstützpunkt in Kaiserslautern und pflegte intensive Kontakte zu amerikanischen Familien. Später lebte sie in Columbia, Missouri, wo sie als Fulbright-Stipendiatin die School of Journalism besuchte. Dort erlag sie endgültig der Faszination amerikanischer Kultur und Geschichte. Schon zu Studienzeiten arbeitete Maria W. …

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