Was wir zu hoffen wagten
 - Michaela Saalfeld - Taschenbuch

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12,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Historische Romane
573 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17707-3
Ersterscheinung: 27.07.2018

Was wir zu hoffen wagten

Roman

(37)

Berlin, 1912: Felice träumt davon, Jura zu studieren, das aber ist Frauen im Kaiserreich verwehrt. Ihren Bruder Willi fasziniert die Welt des Films, doch er muss das väterliche Bankgeschäft übernehmen. Die Jüngste schließlich, Ille, ist in einer Ehe mit einem brutalen Mann gefangen. Drei Geschwister, drei Hoffnungen, drei Lebensentwürfe, die bei Ausbruch des großen Kriegs völlig auf den Kopf gestellt werden. Werden sich die Geschwister in den Trümmern ihrer Heimat neu finden? Ist die junge Republik auch für sie der Weg in eine neue Zeit?

Rezensionen aus der Lesejury (37)

Franzip86 Franzip86

Veröffentlicht am 27.05.2019

Wünsche zu einer Zeit als man sie wenig erfüllen konnte

Inhalt: Die 3 Geschwister Felice, Willi und Ille träumen jeder von seinem eigenen Wunsch. Felice möchte Anwältin werden, studiert dafür, darf aber das Studium nicht zu Ende bringen, da sie eine Frau ... …mehr

Inhalt: Die 3 Geschwister Felice, Willi und Ille träumen jeder von seinem eigenen Wunsch. Felice möchte Anwältin werden, studiert dafür, darf aber das Studium nicht zu Ende bringen, da sie eine Frau ist. Willi träumt davon zum Film zu gehen, aber er soll als Erbe die Bank seines Vaters übernehmen und Ille träumt einfach davon jedem alles Recht zu machen zu können. Ob allen 3 ihre Wünsche erfüllt werden kann? Im Vordergrund steht die starke Felice, die sich nichts sagen lässt und versucht ihren Weg zu gehen. Willi und Ille sind in dem Buch etwas untergeordnet. Der Roman spielt vor und während des 1. Weltkriegs. Die Nachkriegszeit ist in die letzten 3 Kapitel gequetscht worden. Aus dem Inhaltsverzeichnis habe ich entnommen bzw. verstanden das es etwas mehr um die Nachkriegszeit geht und wie sie um ihre Träume kämpfen würden und natürlich es auch schaffen, leider ist dies auf die letzten 10 Seiten beschränkt und wird eigentlich auch nur im Nachwort beantwortet. Dies fand ich sehr schade, denn ich wollte den Kampf und den Sieg über Felices Studium lesen, wie sie es schafft, endlich ihr Diplom in den Händen zu halten und endlich nach all den Jahren offiziell Praktizieren zu dürfen, auch der damit verbundene Kampf, sich als Frau zu etablieren. Leider war dies nicht der Fall, daher kann ich diesem Buch auch nur 3 Sterne geben. Denn das Buch hat mir zwar sehr gut gefallen, aber leider war es auch sehr langatmig, ich hätt mir eine schnellere Handlung öfters gewünscht, aber oft plätscherte es nur so dahin...

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schlossherrin schlossherrin

Veröffentlicht am 15.02.2019

Was wir zu hoffen wagten

Ein Epos von fast 600 Seiten, das am Ende des Kaiserreichs beginnt und mit dem Aufstieg der Weimarer Republik endet und das uns sehr viel Einblick in den ersten Weltkrieg und dessen Grauen gibt. Erzählt ... …mehr

Ein Epos von fast 600 Seiten, das am Ende des Kaiserreichs beginnt und mit dem Aufstieg der Weimarer Republik endet und das uns sehr viel Einblick in den ersten Weltkrieg und dessen Grauen gibt. Erzählt wird hier das Leben der Familie zur Nieden, einem einfachen Adelsgeschlecht, das in Berlin ein Bankhaus betreibt, Die älteste Tochter Felice ist ein Freigeist, sie will sich den starren Regeln der damaligen Zeit nicht unterordnen sondern studiert Jura um Anwältin zu werden. Aber da sie eine Frau ist, wird sie zur letzten Prüfung nicht zugelassen. Willi soll in das Bankgeschäft einsteigen, fühlt sjch aber zum Film total hingezogen und hält sich viel in Babelsberg auf, wo er auch eine Liason mit einer Schauspielerin beginnt. Ille,die jüngste der drei Geschwister ist ein verträumtes Mädchen, das an den Prinzen mit dem weißen Pferd glaubt. Aber um die marode Bank zu retten, wird sie mit einem Metzgermeister verheiratet, der Geld einbringt. Die Ehe steht aber unter keinem guten Stern, da ihr Mann sehr brutal und gewalttätig ist. Doch dann beginnt die Mobilmachung. Die Menschen in Berlin stürzen in einem Freudentaumel, die Männer melden sich freiwillig in den Krieg. Doch bald holt sie die Realität ein, die Männer sterben auf dem Schlachtfeld und an Krankheiten und Hunger. Die drei Geschwister zur Nieden müssen alle ihren steinigen Weg gehen und kommen dennoch gestärkt in ihr Leben zurück. Das Buch zeigt uns Berlin in der Zeit zwischen 1912 und 1919. Das damalige recht eingeschränkte Frauenbild, die Standesunterschiede und dann die Schrecken des Krieges. Sehr viel wird über die Schlachten und der Soldaten auf dem Feld berichtet. Trotz des Umfanges des Buches geht das Lesen leicht voran, da die Autorin den Spannungsbogen immer sehr aufrecht hält. Wir blicken hinter die Kulissen hinter den vornehmen Familien und merken, dass hier vieles nur auf Lug und Trug aufgebaut ist. Ein wirklich sehr interessanten Bild der Zeitgeschichte.

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NicoleP NicoleP

Veröffentlicht am 23.12.2018

Was wir zu hoffen wagten

Die Geschwister Felice, Willi und Ille leben im Jahr 1912 in Berlin. Sie sind in ihren gesellschaftlichen Rollen der damaligen Zeit gefangen. Felice möchte Rechtsanwältin werden, doch dies ist im Kaiserreich ... …mehr

Die Geschwister Felice, Willi und Ille leben im Jahr 1912 in Berlin. Sie sind in ihren gesellschaftlichen Rollen der damaligen Zeit gefangen. Felice möchte Rechtsanwältin werden, doch dies ist im Kaiserreich undenkbar. Willi soll in das väterliche Bankgeschäft einsteigen, obwohl er seine Zukunft im Bereich des Filmes sieht. Ille heiratet, und die Ehe ist alles andere als die erwartete Familienidylle, von der sie immer geträumt hatte. Der Ausbruch des Großen Krieges wird das Leben der Geschwister für immer verändern.

Der Roman „Was wir zu hoffen wagten“ nimmt den Leser mit in eine Gesellschaftsform, wie man sie sich in unseren modernen Zeiten fast nicht mehr vorstellen kann. Autorin Michaela Saalfeld gelingt es, das damalige Lebensgefühl dem Leser nahe zu bringen.

Jedoch gelang es den Figuren nicht, mich emotional zu erreichen. Ich bin mit keinem Charakter warm geworden, und so waren sie für mich eher eine Art Beiwerk, welches nötig ist, um diese Geschichte zu erzählen. Die Autorin möge mir diese Wortwahl verzeihen.

Denn es ist sehr schade, dass es mir so ergangen ist. Die unterschiedlichen Lebensläufe sind interessant und gut dargestellt. Man spürt die Liebe, mit der die Autorin die Charaktere entwickelt hat. Als Leser merkt man, wie wichtig es ist, diese Zeit nicht zu vergessen. Die Schilderungen der Geschehnisse im Großen Krieg gehen nicht spurlos am Leser vorbei.

Die erzählte Geschichte ist spannend und lässt genügend Raum für eigene Gedanken. Leser, welche eine Beziehung zu den handelnden Personen aufbauen können, dürften von diesem Roman emotional mitgerissen werden. Dieses Gefühl fehlte mir leider.

Ein Glossar am Ende des Buches erklärt die wichtigen Begriffe und Ereignisse. In ihrem Nachwort deutet die Autorin eine Fortsetzung an. Aufgrund der guten Schilderung der Geschehnisse und des angenehmen Schreibstils kann ich mir vorstellen, diese Fortsetzung zu lesen. Vielleicht bekomme ich in dieser einen besseren Zugang zu den Figuren.

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Venatrix Venatrix

Veröffentlicht am 30.09.2018

Frauen zu Beginn des 20.Jahrhunderts

Es ist der Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Tage der großen Monarchien von Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn sind gezählt. In dieser Zeit der Veränderung spielt das Drama der Geschwister ... …mehr

Es ist der Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Tage der großen Monarchien von Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn sind gezählt. In dieser Zeit der Veränderung spielt das Drama der Geschwister Felice, Ille und Willi zur Nieden. Die Träume der Drei könnten unterschiedlicher nicht sein: Felice will Juristin werden, darf aber der Gesetze wegen nur den ersten Abschnitt des Jura-Studiums beenden. Willi interessiert sich nur für das Kino, soll aber die väterliche Bank übernehmen. Nur Ille entspricht den Erwartungen, träumt sie doch von einer glanzvollen Hochzeit und einer glücklichen Familie.

Als sich Felice weigert, den reichen Metzgereibesitzer zu heiraten, der die väterliche Bank vor der Pleite retten soll, springt die naive Ille brav ein.
Felice verlässt das Elternhaus und Willi mogelt sich durchs Leben. Er mimt den Banker, treibt sich aber in den Filmstudios im Babelsberg herum.

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht, sind die Träume der Geschwister zum größten geplatzt. Not, Verzweiflung und Tod greifen in die Leben ein und verändern die Welt der Drei abermals nachhaltig.

Meine Meinung:

Die Leben der drei Geschwister sind unterschiedlich intensiv geschildert. Felice wirkt auf mich stellenweise egoistisch. Willi wächst letzten Endes an den Folgen des Ersten Weltkrieges. Über Ille habe ich mich stellenweise geärgert, weil sie so duckmäuserisch ist und allen gefallen will. Die Rechnung bekommt sie letztlich präsentiert.

Die Erlebnisse an der Front sind sehr genau und authentisch geschildert. Da werden einige Leserinnen zu kiefeln haben, weil sie so nahe an der Realität sind.
Gut sind sowohl der aufkeimende Antisemitismus also auch die Lebensumstände der inzwischen nicht mehr wohlhabenden Adelsfamilie beschrieben. Dass das einfache Volk hier ein wenig ausgespart bleibt, ist für mich ok. Darüber gibt es andere Romane.

Über die Umstände, wie Ille gemeinsam mit dem schwer versehrten Gabriel ihren Mann umgebracht hat, hätte ich doch gerne mehr gelesen. Nd überhaupt, der Prozess, in dem Felice unerlaubterweise plädiert, ist für mein Dafürhalten zu kurz gekommen. Es scheint, als ob eine Seitenbegrenzung oder ein Abgabetermin, die Autorin zu einem schnellen Ende kommen hat lassen. Schade!
Denn eigentlich ist Felices Traum, Juristin zu sein, in Erfüllung gegangen, wenn auch auf andere Weise als gedacht.

Fazit:

Ein gut recherchierter historischer Roman, der noch ein wenig Luft nach oben hat, daher gibt es von mir 3 Sterne.

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Svanvithe Svanvithe

Veröffentlicht am 17.09.2018

Das Alte war fort. Aber wie sah das Neue aus, das jetzt kam?

Es ist der 9. November 1918. Der deutsche Kaiser hat gerade abgedankt. Zwei Tage später wird der erste Weltkrieg enden, 17 Millionen Menschen sind tot. In dieser Situation begegnen wir den Schwestern ... …mehr

Es ist der 9. November 1918. Der deutsche Kaiser hat gerade abgedankt. Zwei Tage später wird der erste Weltkrieg enden, 17 Millionen Menschen sind tot. In dieser Situation begegnen wir den Schwestern Felice und Ille, die unterschiedlicher nicht sein können, und wir erfahren, dass deren Bruder Willi das standrechtliche Erschießen droht, weil er einen Befehl verweigert hat.

Damit wir ergründen können, was mit den Geschwistern in den letzten Jahren geschehen ist, führt uns die Autorin zurück in die Vergangenheit, beginnend im Jahr 1912...


Michaela Saalfeld erzählt mit „Was wir zu hoffen wagten“ eine einzigartige Geschichte und meistert ihr Debüt sprachlich in herausragender Art und Weise. Ich habe sofort den Schreibstil sehr genossen. Er ist einerseits gefällig und liest sich gut, verfügt jedoch andererseits über einen Grad an Anspruch, der sich im Text durch das ohne Aufdringlichkeit angereicherte fundierte historische Hintergrundwissen äußert, wenn die Autorin die Situation der Frauen, technische Errungenschaften, geschichtliche Ereignisse und die Geschehnisse des ersten Weltkrieges thematisiert. Sie schildert vor allem die Kriegssituation in Belgien, insbesondere in Ypern (Ieper) offensiv und unumwunden mit all den Gräuel und Schreckenstaten und bereitet sie dabei für uns Leser so auf, dass wir betroffen sind, bei uns ein wirksamer Nachhall erzeugt wird und Emotionen freigesetzt werden.

Zudem ist nicht nur die Szenerie komplett gelungen, auch die Charaktere sind allesamt mit Sorgfalt entworfen. Michaela Saalfelds Figuren ziehen einen unweigerlich an. Es sind nämlich keine heroischen, sondern allzu menschliche Wesen mit Stärken, aber auch sehr vielen Schwächen. Manchmal – wie bei Ille – fallen diese vornehmlich ins Gewicht. Denn auf den ersten Blick erscheint die jüngste der drei Geschwister als schwach und verträumt. Sie wünscht sich ein „normales“ sorgenfreies Leben mit Ehemann und Kindern und strebt nicht nach Höherem, einen Beruf oder gar Unabhängigkeit. Indes sehnt sie sich nach der Liebe und Anerkennung ihrer von ihr verehrten Schwester.

Felice hingegen macht es uns nicht leicht. Sie ist kein Typ, für den das Herz auf Anhieb schlägt. Einerseits ist sie unwahrscheinlich klug und sehr fokussiert. Andererseits zeigt sie sich streitbar, äußert, was ihr auf der Seele und auf der Zunge brennt, absolut und erbarmungslos. Gleichzeitig wirkt sie wegen ihrer geringen Empathie kalt und unnahbar. All ihre Fähigkeiten mögen sie zur Ausübung ihres Berufes prädestinieren. Doch obwohl Felice ihr Jurastudium erfolgreich abgeschlossen hat, wird ihr als Frau der notwendige Vorbereitungsdienst und damit die Tätigkeit als Juristin verwehrt. Eine verständliche und empörende Ungerechtigkeit, mit der sich Felice nicht abfinden will. Sie lässt sich nicht verbiegen, und das Wichtigste für sie ist, sie selbst zu sein. So nimmt sie keine Rücksicht auf andere und stößt damit nicht nur ihre Familie vor den Kopf. Im Gegenzug ist sie allein, und sie hat nicht viele wirkliche Freunde, zu denen der in sie verliebte Moritz und Quintus, für den Felice mehr empfindet, gehören.

Willi hingegen stehen alle Möglichkeiten offen. Der junge Mann – zu Beginn noch recht oberflächlich – interessiert sich allerdings weder für die Schule noch für die Bank, deren Leitung er eines Tages übernehmen soll, vielmehr schlägt sein Herz für den Film und für Recha, eine Schauspielerin. Als diese klarstellt, dass sie nicht frei ist und sich an den um einige Jahre älteren Regisseur Wolfgang Fanselow gebunden fühlt, meldet sich Willi freiwillig und gerät mitten hinein in die kriegerischen Auseinandersetzungen, die nicht nur ihm alles abverlangen werden und sein Schicksal verändern.

Ohne die Entwicklung der Frauengestalten des Romans negieren zu wollen, sind es besonders die Männer wie Willi, Quintus und Moritz, die außerordentliches Reifepotential beweisen und der im Leben angekommene, sich durch Charakterfestigkeit auszeichnende Wolfgang, die zu einem beachtenswerten Leseerlebnis beitragen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Michaela Saalfeld

Als Autorin und Historikerin hat sich Michaela Saalfeld ganz der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verschrieben. Mit ihrem Roman über die Anfänge der ersten deutschen Demokratie hat sie sich einen lebenslangen Wunsch erfüllt. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

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