Isch geh Schulhof
 - Philipp Möller - Taschenbuch

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10,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Humor
362 Seiten
ISBN: 978-3-404-60696-2
Ersterscheinung: 21.09.2012

Isch geh Schulhof

Unerhörtes aus dem Alltag eines Grundschullehrers

(5)

«Heute ist Klassenausflug. Bowlen - damit die Kinder sich endlich mal so richtig austoben können. Als ich den Klassenraum betrete, stürmen die ersten schon auf mich zu.
"Herr Mülla, iebergeil!", ruft Ümit. "Isch mache Strike, ja? Schwöre, schmache eine Strike!" Mit wilden Bowling-Trockenübungen steht er vor mir. Wenn er nachher tatsächlich so bowlt, nehme ich mir besser einen Helm mit.
Aushilfslehrer? Ein lockerer Job, denkt Philipp Möller - bis zur ersten Stunde in seiner neuen Klasse: Musikstunden erinnern an DSDS, hyperaktive Kids flippen ohne ihre Tabletten aus und zum Frühstück gibt es Fastfood vom Vortag. Möllers Geschichten aus dem deutschen Bildungschaos sind brisant und berührend, und dabei immer wieder urkomisch. 
 

Pressestimmen

"Möllers Geschichten aus dem Bildungschaos sind brisant und berührend, und dabei immer urkomisch."
"Hochkomisch vor ernstem Hintergrund."
"Dieses Buch liest sich wie eine Satire auf die 'Bildungsrepublik Deutschland' [...] Ein aufrüttelndes Dokument."
"Realistisch und differenziert."
"Ein absolut lesenswertes Buch!"

Rezensionen aus der Lesejury (5)

Knigaljub Knigaljub

Veröffentlicht am 01.08.2019

Möllers drittes Buch fand ich besser

*Zum Inhalt:*
Philipp Möller ist Quereinsteiger-Lehrer an einer Berliner Grundschule und schildert in diesem (seinem ersten) Buch seine Erfahrungen als Lehrer.

*Meine Meinung:*
+ Einerseits gibt es wirklich ... …mehr

*Zum Inhalt:*
Philipp Möller ist Quereinsteiger-Lehrer an einer Berliner Grundschule und schildert in diesem (seinem ersten) Buch seine Erfahrungen als Lehrer.

*Meine Meinung:*
+ Einerseits gibt es wirklich interessante Passagen über das Berliner Grundschulleben und ein ernstes Nachwort mit Kritik am deutschen Schulsystem, das unbedingt gehört werden sollte. Einzelne Schicksale gehen einem richtig nah und insgesamt liest sich das Buch (auch aufgrund seines lockeren Erzähltons) wirklich gut schnell weg.
- Auf der anderen Seite gibt es Abschnitte, die ich echt unsympathisch fand, z.B. diesen:
_"Weil Berlin aufgrund seiner unterreichten Coolness inzwischen von zahllosen Wahl-Berlinern überschwemmt wird - die nicht nur die Mieten in die Höhe treiben, sondern nach und nach auch die Stimmung des Dorfes herstellen, aus dem sie einst geflohen sind -, ist die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung in einem authentischen Berliner Kiez, der sich irgendwo zwischen Bioladen-Snobbismus und Kampfhundeauslaufgebiet bewegt, ziemlich schwer geworden."_ (S. 179)
- Außerdem gibt es Abschnitte, die ich als etwas überflüssig empfand (wie die Schilderungen seines Privatlebens).
- Und last but not least: Einem Kind, das streng religiös aufwächst, zwischen Tür und Angel den Schwachsinn von Religion bzw. die Nichtexistenz Gottes vermitteln zu wollen, finde ich nicht richtig (unabhängig davon, dass ich den grundsätzlichen Einsatz des Autors für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung sowie freies Denken sehr gut und wichtig finde).

Während ich von Möllers drittem Buch "Isch hab Geisterblitz" (trotz mich wenig ansprechendem Titel), das ich zuerst las, noch positiv überrascht war (so eine anrührende, Mut machende, liebevoll-locker erzählte Geschichte!), konnte mich dieser Debütroman (ebenfalls mit wenig ansprechendem Titel) leider nicht mehr richtig überzeugen.

*Fazit:
Kann man zwischendurch vielleicht lesen, muss man aber nicht unbedingt. Mir hat Möllers drittes Buch ("Isch hab Geisterblitz") besser gefallen.*

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campinos campinos

Veröffentlicht am 20.11.2017

Schulhofgeschichten

Der Autor beginnt als Grundschullehrer in Berlin eine neue Arbeitsstelle. Nicht ausgebildet als Lehrer wird er mangels Alternativen direkt auf seine Schüler losgelassen. Und diese wissen ob ihrer Perspektivenlosigkeit ... …mehr

Der Autor beginnt als Grundschullehrer in Berlin eine neue Arbeitsstelle. Nicht ausgebildet als Lehrer wird er mangels Alternativen direkt auf seine Schüler losgelassen. Und diese wissen ob ihrer Perspektivenlosigkeit nicht, was sie überhaupt in der Schule sollen.

Erschreckend, was der Autor erlebt hat. Erschreckend, in welchem Zustand die Grundschulen sind. Der Autor möchte auf jeden Fall aufrütteln. Leider hatte ich zu häufig den Eindruck, dass mit erhobenem Zeigefinger erzählt wird. Das hat mich gestört. Ich denke die Adressaten seiner Kritik werden das Buch nicht lesen. Jedenfalls kann ich mir keine "Politiker" vorstellen, die das Buch lesen. Eltern von Schulkindern sind eher die Leser und die werden durch das Buch eher beunruhigt.

Wenn ich es mit ähnlichen Büchern vergleiche, gefallen mir die Geschichten von Frau Freitag beispielsweise besser, weil sie humorvoller sind.

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evafl evafl

Veröffentlicht am 03.01.2017

Erschreckend.

Philipp Möller gelangt als Quereinsteiger an eine Schule und wird dort Lehrer, Hilfslehrer vielmehr. Was er an dieser Grundschule alles erlebt schildert er im Buch - teilweise sehr amüsant, aber dennoch ... …mehr

Philipp Möller gelangt als Quereinsteiger an eine Schule und wird dort Lehrer, Hilfslehrer vielmehr. Was er an dieser Grundschule alles erlebt schildert er im Buch - teilweise sehr amüsant, aber dennoch sehr erschreckend, wie Bildung heutzutage fast nicht möglich ist... Erschwerend kommt wohl auch noch dazu, dass recht viele Migrantenkinder in dieser Schule sind - was es sprachlich wirklich schwer macht...

Die "Geschichte" des Buches spielt in Berlin, dort hat Philipp Möller dies wohl wirklich so erlebt (es ist wohl der Name der Schule geändert, die Namen - nehme ich an - ebenso...) - dies sollte ich vorab wohl gleich einmal erwähnen. Die Schule ist in einem Kiez, d.h. die Lehrer werden hier mit den verschiedensten familiären bzw. außerschulischen Problemen konfrontiert. Von einer alkoholkranken Mutter, deren Mann bzw. Vater des Sohnes verschwunden ist bis hin zu einer Großfamilie mit fünf bis sieben Kindern, die allesamt in einer 2-Zimmer-Wohnung leben - es sind die verschiedensten Konstellationen aufgeführt, bei denen ich durchaus auch glaube, dass es genauso zutrifft.

Generell hatte ich mir von diesem Buch gute Unterhaltung versprochen, allein der Titel klang sehr amüsant, auch ein einmaliges, kurzes Reinlesen war ganz positiv. Ich hatte mich wohl vorher nicht wirklich mit dieser Thematik beschäftigt - da sie mich ja absolut nicht betrifft (ich bin laaaaaaaaaaaaaaaaange aus der Grundschule raus... ;) und habe auch aktuell keinen Bezug dazu... ;) ). Was dann im Buch teilweise geschieht, fand ich einfach nur absolut krass. Statt in einer Schulstunde zum wirklichen Unterricht zu kommen, muss der Lehrer ständig Streit schlichten, weil sich die Halbwüchsigen Dinge an den Kopf werfen, bei denen man nur noch den Kopf schütteln kann. (Beleidigungen über die Mutter, die angeblich eine Hure ist) Wie Kinder schon auf solche Dinge kommen, ist mir einfach unerklärlich. Wenn man dann aber die familiären Hintergründe so liest, wird einem klar, dass die Lehrer hier mehr sind, als nur "Lehrer", sie sind Pädagogen, ja quasi Erziehungsberechtigte - denn die Eltern können dies alles oft nicht stemmen, wenn die Kinder aus Problemvierteln kommen.

Ich bin hier wirklich sehr zwiegespalten, denn einerseits fand ich das Buch durch manche Kommentare der Kinder durchaus amüsant, andererseits kann man sich über das Bildungskarussell nur noch wundern. Gut, diese Erfahrung wurde in Berlin gemacht und ich erlaube mir mal zu sagen, dass es in ländlichen Gegenden in der Schule nicht so wirklich wild zugeht wie in Berlin bzw. in Großstädten allgemein. Außerdem lebe ich hier in Bayern, was einen guten Ruf hinsichtlich der Bildungspolitik genießt, d.h. ich glaube, dass man auch in Bayern etwas anders mit seinen Lehrkräften umgeht als der Berliner Senat dies tut.

Generell bin ich irgendwie immer noch etwas geschockt, wie Eltern mit ihren Kindern umgehen, ihr Leben nicht in den Griff kriegen... (Ich finde dies auch in der "Realen Welt" immer wieder erschreckend, jedoch kann man als Außenstehender ja teilweise nicht wirklich eingreifen, sondern sich nur wundern, aufregen, ...)

Eigentlich sollte dieses Buch Pflichtlektüre für unsere Politiker sein, die sich ja so ganz toll mit Bildung beschäftigen. Vielleicht sollten sie sich einen Tag mal als Lehrkraft versuchen - um zu sehen, wie schwer dies in Problemvierteln sein kann...

Ich kann mich hier nicht entscheiden, ob ich das Buch empfehlen soll oder nicht, entsprechend bleibe ich unentschlossen, es hat mich zwar aufgerüttelt, dennoch kann ich als einzelne hier sowieso nichts ändern... Das Buch ist meiner Ansicht nach recht anspruchsvoll, der Unterhaltungswert hält sich doch in Grenzen.



Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

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sabrina_sbs sabrina_sbs

Veröffentlicht am 15.09.2016

Konstruktive und trotzdem humorvolle Kritik am Bildungssystem

Philipp Möller, der als Aushilfslehrer an einer Berliner Grundschule tätig war, berichtet von seinen Erlebnissen und Erfahrungen. Der Traumjob Grundschullehrer erscheint hier in einem anderen Licht, ... …mehr

Philipp Möller, der als Aushilfslehrer an einer Berliner Grundschule tätig war, berichtet von seinen Erlebnissen und Erfahrungen. Der Traumjob Grundschullehrer erscheint hier in einem anderen Licht, der Realität! Und die hat mit den Traumvorstellungen von viel Freizeit und Umgang mit lieben, kleinen Kindern wenig gemein.
Sehr offen und unterhaltsam erzählt der Autor von Schülern für die Grammatik und Multiplikation scheinbar unüberwindbare Hürden sind. Kinder, teilweise ohne die Mindestanforderungen an Wortschatz und Empathie sollen von ihm unterrichtet werden. Doch nicht nur die Kinder sind eine echte Herausforderung für den Pädagogen, sondern auch Eltern, Kollegen und das Schulsystem als solches. Auch eine große Portion Selbstreflektion mit der Offenheit auch für die eigenen Schwächen und Ängste macht das Bild rund.
Mit Humor und Witz und trotzdem ernste Themen aufgreifend, übt Möller konstruktive Kritik am Bildungssystem und letztlich der Gesellschaft.
Dieses Buch ist zugleich informativ, lustig aber auch traurig. Nicht nur für Quereinsteiger/Pädagogen/Lehrer lesenswert, sondern für alle, die wissen, dass Kinder die Zukunft sind!

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LadySamira091062 LadySamira091062

Veröffentlicht am 15.09.2016

isch geh Schulhof

Anfangs musste ich bei dem Buch schon stellenweise schmunzeln,doch das verging mir dann irgendwann doch .Philipp Möller kommt als Ouereinsteiger nach der Uni in einer Berliner Schule und lernt dort ... …mehr

Anfangs musste ich bei dem Buch schon stellenweise schmunzeln,doch das verging mir dann irgendwann doch .Philipp Möller kommt als Ouereinsteiger nach der Uni in einer Berliner Schule und lernt dort sehr schnell die teilweise frustrierende Realität des deutschen Bildungswegs kennen. Die Kids sind weder motiviert noch in der Lage an einem geregelten Schulalltag teil zu nehmen.Auch wenn er versucht seine Schüler zu motivieren so werden ihm doch immer wieder die Grenzen auf gezeigt.Doch mit viel Liebe zu den Kids und dem guten Willen ihren Alltag in und außerhalb der Schule zu verbessern gelingt es Phillip 2 Jahre lang sich im deutschen Bildungsdschungel zu behaupten.
Sicher sind nicht nur die Schüler oder die Lehrer schuld an dem Debakel,wir alle sind gefragt unseren Teil zu leisten damit alle Kinder eine chance haben sich Wissen anzu eignen damit es ihnen möglich ist etwas aus ihrem Leben zu machen.
Das Buch macht einen Nachdenklich und betroffen und gibt uns den vielleicht nötigen Schubs um etwas zu ändern an der Gesamtsituation

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Autor

Philipp Möller

Philipp Möller - Autor
© Ricarda Hinz

Philipp Möller, Jahrgang 1980, ist Diplom-Pädagoge und lebt als freier Autor in seiner Heimatstadt Berlin. Nach dem Studium der Erwachsenenbildung wagte er den Quereinstieg als Lehrer und unterrichtete zwei Jahre lang an Berliner Grundschulen. Als Pressereferent der Giordano Bruno Stiftung engagiert er sich für Humanismus und Aufklärung. Seit Februar 2011 stellt er seine pädagogischen Fähigkeiten auch als Vater unter Beweis. 

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