Brennende Gischt
 - Sabine Weiß - Taschenbuch

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11,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Krimis
383 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17667-0
Ersterscheinung: 29.03.2018

Brennende Gischt

Sylt-Krimi

(16)

Bei Löscharbeiten finden Feuerwehrleute in einer stürmischen, regnerischen Nacht im Keller eines verlassenen Hauses eine Leiche. Dass es sich nicht um einen tragischen Unfall handeln kann, steht schnell fest. Denn das Opfer weist neben Sturzverletzungen auch Kratzer am Hals, Prellungen und blaue Flecken auf. Blutige Furchen an den Wänden verraten, dass es verzweifelt um sein Leben gekämpft hat.
Liv Lammers und ihre Kollegen von der Flensburger Kriminalpolizei haben bald eine erste Spur, doch ein neuer Mord rückt alles in ein völlig neues Licht. Unter der glänzenden Oberfläche der Sylter High Society tun sich Abgründe auf - ebenso bei der Polizei. Ein Unbekannter platziert "Beweise", um Livs Ermittlungen in die falsche Richtung zu lenken ...

Pressestimmen

„Fesselnde Fortsetzung der kultigen Liv-Lammers-Serie.“

Rezensionen aus der Lesejury (16)

Ignacio Ignacio

Veröffentlicht am 23.04.2018

Es gibt kein Entkommen!

#Rezension

Sabine Weiss Autorin: Brennende Gischt. Sylt-Krimi. 1. Aufl. 2018. Bastei Lübbe, 382 S.

Inhalt:

Bei Löscharbeiten finden Feuerwehrleute in einer stürmischen, regnerischen Nacht im Keller ... …mehr

#Rezension

Sabine Weiss Autorin: Brennende Gischt. Sylt-Krimi. 1. Aufl. 2018. Bastei Lübbe, 382 S.

Inhalt:

Bei Löscharbeiten finden Feuerwehrleute in einer stürmischen, regnerischen Nacht im Keller eines verlassenen Hauses eine Leiche. Dass es sich nicht um einen tragischen Unfall handeln kann, steht schnell fest. Denn das Opfer weist neben Sturzverletzungen auch Kratzer am Hals, Prellungen und blaue Flecken auf. Blutige Furchen an den Wänden verraten, dass es verzweifelt um sein Leben gekämpft hat.
Liv Lammers und ihre Kollegen von der Flensburger Kriminalpolizei haben bald eine erste Spur, doch ein neuer Mord rückt alles in ein völlig neues Licht. Unter der glänzenden Oberfläche der Sylter High Society tun sich Abgründe auf - ebenso bei der Polizei. Ein Unbekannter platziert "Beweise", um Livs Ermittlungen in die falsche Richtung zu lenken...

Beurteilung:

Von wegen Inselromantik! Hinter vorgehaltener Hand treibt es die High Society bunt auf der schönen Nordseeinsel! Die Abgründe, die sich dort auftun, lassen eher an die große Schwester weiter südlich namens Sizilien erinnern. Schön abgelegen, geschützt vor fremden Blicken, blöden Nachfragen der Justiz und der Presse, können illegale Geschäfte (fast) konsequenzlos abgewickelt werden. Solange alles "im Rahmen bleibt" (ein wenig Koks gehört halt in den Kreis der oberen Zehntausend dazu) und nichts nach Außen dringt, wird nicht an der schönen, heilen Welt gerüttelt.

Doch ein paar Leichen können nicht so einfach untern Teppich gekehrt werden. Das öffentliche Interesse ist groß und die Ermittlerin Liv Lammers wird auf den Plan gerufen. Die ehrgeizige Kriminalbeamtin kämpft in diesem Fall jedoch an zwei Fronten gleichzeitig. Einerseits stürzt sie sich auf die Aufklärung der Verbrechen und kommt zunächst keinen Schritt weiter. Keiner weiß was, das Mäntelchen der Verschwiegenheit hält. Andererseits wird sie mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert, welche sie zurück in ihre Kindheit und Jugend auf Sylt katapultiert. Gerade im ersten Teil des Krimis wird sehr deutlich, wie sie zunächst gegen eigene Blockaden ankämpfen muss. Nein, sie ist noch lange nicht mit der eigenen Vergangenheit versöhnt. Diese Geister verfolgen sie weiterhin. Selbst wenn sie versucht in die Arbeit zu flüchten, eigene Bedürfnisse völlig ignoriert, ihr Kind fast in Vergessenheit gerät, die Vergangenheit holt sie doch immer wieder ein. Man möchte sie regelrecht wachrütteln, "Mensch, Mädchen, mach doch Mal die Augen auf", ist schnell da mit Binsenweisheiten. Am Ende muss man sich jedoch eingestehen, dass man selbst am Liebsten ebenso dunkle Kapitel unberührt im stillen Kämmerlein lässt.

Als der Fall dann eine weitere, erschütternde Wendung nimmt, schafft es Liv sich aus den Krallen der Vergangenheit (zumindest vorübergehend) zu befreien. Die Tochter schreit regelrecht nach Aufmerksamkeit und Liv nimmt diese Schreie wahr. "Besser spät, als nie", geht mir entspannt von den Lippen.

Sabine Weiß ist ein sehr spannender Krimi gelungen. Teilweise ging er an meine eigene Substanz, die beschriebene Familientragödie hat mich stark berührt. Mal wieder zeigt sich eines deutlich: Es gibt kein Entkommen. Unsere eigenen Taten, unsere eigene Vergangenheit, holt uns irgendwann ein.

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vebe vebe

Veröffentlicht am 22.04.2018

Missbrauch von Kindern: hochaktuelles Thema

Allergrößter Respekt gebührt der Autorin Sabine Weiß, die mit ihrem neuen Krimi ein hochbrisantes, aktuelles und hochpolitisches Thema aufgreift: den körperlichen, seelischen und vor allem sexuellen Missbrauch ... …mehr

Allergrößter Respekt gebührt der Autorin Sabine Weiß, die mit ihrem neuen Krimi ein hochbrisantes, aktuelles und hochpolitisches Thema aufgreift: den körperlichen, seelischen und vor allem sexuellen Missbrauch von Kindern – und sich konsequent auf die Seite der Kinder stellt. So ist die Geschichte beklemmend, und wird bei nicht wenigen Leserinnen und Lesern Alpträume auslösen.
Die Autorin scheut sich auch nicht, die Politik der 70er Jahre zu streifen, als die Grünen darüber debattierten, ob Sex mit Kindern straffrei sein sollte, wenn die Kinder freiwillig mitmachen. Die Debatte schlug damals hohe Wellen, und für viele war die Partei mit Recht seitdem nicht mehr wählbar. Welchen Schaden sowas anrichten kann, wird in diesem Buch deutlich beschreiben.
Hochaktuell ist das Thema „Wohl des Kindes“ aber auch, denkt man an die soeben beschlossene Ehe für alle. Es bleibt abzuwarten, ob die Kinder, die jetzt von gleichgeschlechtlichen Ehepaaren adoptiert werden dürfen, ohne Schaden aus ihrer Kindheit hervorgehen.
Es fragt sich allerdings, ob das Genre Krimi dieser brisanten Thematik gerecht werden kann. Vergnügliche, leichte Unterhaltung ist es jedenfalls nicht.
Allerdings ist der Krimi an sich sehr solide gemacht, wie immer gut recherchiert und spannend, und alle, die Sylt lieben, kommen auf ihre Kosten, da sehr viele Orte wiedererkannt werden können. Die Handlung ist logisch und in allen Einzelheiten gut durchdacht. Man wartet gespannt darauf, wie es mit Liv, ihrer Tochter Sanna und den vielen anderen Figuren weitergeht.

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sunny-girl sunny-girl

Veröffentlicht am 21.04.2018

Mörderische Insel

Das ist der 2. Roman um Liv Lammers. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, aber es gibt immer wieder Verweise auf den ersten Band. Außerdem versteht man die privaten Verwicklungen besser, wenn man ... …mehr

Das ist der 2. Roman um Liv Lammers. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, aber es gibt immer wieder Verweise auf den ersten Band. Außerdem versteht man die privaten Verwicklungen besser, wenn man den ersten Band gelesen hat.
Der Autorin ist es gelungen die Spannung über das gesamte Buch hoch zu halten. Am Anfang ist noch nicht klar, in welche Richtung das Buch geht, aber dann zeigt sich ein roter Faden. Die Auflösung des falls war für mich überraschend aber plausibel. Nur fand ich den Schreibstil etwas aufgesetzt.
Ich fand auch die Personenzeichnung von Liv gelungen. Man spürt ihre Ängste aber auch ihre Neugier, mehr über ihre Familie zu erfahren. Das Buch versprüht viel Lokalkolorit. Syltkenner haben bestimmt noch ein größeres Lesevergnügen.
Ich gebe für dieses Buch eine Leseempfehlung. Nur sollte man den ersten Band "Schwarze Brandung" vorher lesen.

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Bibliomarie Bibliomarie

Veröffentlicht am 18.04.2018

Liv Lammers ermittelt

Liv Lammers, eine junge Polizeikommissarin wird mit einem Mordfall auf Sylt konfrontiert. Noch immer fällt es ihr nicht leicht auf die Insel zu fahren. Sie ist dort aufgewachsen und hat nach einem schweren ... …mehr

Liv Lammers, eine junge Polizeikommissarin wird mit einem Mordfall auf Sylt konfrontiert. Noch immer fällt es ihr nicht leicht auf die Insel zu fahren. Sie ist dort aufgewachsen und hat nach einem schweren Zerwürfnis mit ihrer Familie Sylt verlassen, um eigentlich nie dorthin zurückzugehen. Aber ihr Beruf fordert manches Opfer.

Bei Löscharbeiten finden die Feuerwehrleute in einer alten Kate einen Leichnam. Die Kate gehörte dem Millionär Armin Zurssen, der nach turbulenten Jet Set-Jahren in den70igern als alter Mann wieder auf die Insel zog und sehr zurückgezogen lebte. Nach seinem Tod sollte die Kirchengemeinde sein Vermögen bekommen. Pastor Casiabione war wohl im Haus um eilig die Hinterlassenschaft in Augenschein zu nehmen, doch das hat er nicht überlebt. Wurde er von einem Einbrecher getötet, oder war es ein Unfall? Aber woher stammen dann die Kratzer, die Schlagmale und die Blutergüsse?

Viele Fragen stürmen auf Liv und die Kollegen herein. Da machen ihr die familiären Schwierigkeiten ihre Arbeit nicht leichter. Bereits die erste Begegnung mit ihrer Schwester endet in Streit. Die ersten Spuren im Fall Casiabione führen die Ermittler auf eine heiße Fährte, aber ein zweiter Mord stellt alle Theorien wieder auf den Kopf.

Der Sylt-Krimi legt ein hohes Tempo vor, es gibt jede Menge Spuren, aber auch einen großen Kreis von Verdächtigen. Kein Wunder, es geht nicht nur um viel Geld. In Sylt kennt man sich und jeder möchte so schnell wie es geht, seine Schäfchen ins Trockene bringen. Nicht einfach, wenn Livs eigene Familie dabei mitmischt. Die Familiengeschichte Livs nimmt deshalb auch einen wichtigen Part ein, lässt aber nie die eigentlichen Ermittlungsarbeiten in den Hintergrund treten. Hier passt die persönliche Geschichte der Kommissarin nahtlos ins Geschehen.

Neben der Spurensuche gibt es aber auch deutliche Reibungen im Team. Hennes, ein kantiger, sturer Charakter, kann nicht akzeptieren, dass Bente die Leitung im Team hat und opponiert immer wieder. Außerdem wird die Polizeiarbeit durch einen Maulwurf im Team erschwert, der nicht nur Details an die Presse gibt, sondern wie es scheint weiterreichende Verbindungen ins Milieu hat. Denn auch auf der Insel der Reichen und Schönen gibt es Drogenschmuggel.

Offensichtlich reichen die Gründe für den gegenwärtigen Kriminalfall bis in die 70iger Jahre zurück und konfrontieren die Beamten mit einem schrecklichen Verdacht. Diese Spur hat mir gefallen und gibt dem Krimi noch eine weitere Dimension. Trotz der vielen Handlungsstränge, die sich allmählich erst zusammenfinden, war der Handlungsaufbau sehr logisch. Die Spannung blieb auch dann hoch, als mir immer mehr ein Verdächtiger in den Focus geriet.

Brennende Gischt ist der zweite Fall um Liv Lammers, den man sicher auch ohne Kenntnis des ersten Bandes lesen kann. Für mich war die Weiterentwicklung der jungen Kommissarin sehr gelungen und ich konnte unmittelbar anknüpfen.

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Leseigel Leseigel

Veröffentlicht am 15.04.2018

Die Idylle trügt

Die alleinerziehende Kommissarin Liv Lammers wird zu einem Mordfall auf die Insel Sylt gerufen. Der allseits beliebte Pfarrer wurde erschlagen, als er sich im Haus des verstorbenen Millionärs Zurssen aufgehalten ... …mehr

Die alleinerziehende Kommissarin Liv Lammers wird zu einem Mordfall auf die Insel Sylt gerufen. Der allseits beliebte Pfarrer wurde erschlagen, als er sich im Haus des verstorbenen Millionärs Zurssen aufgehalten hatte, das dieser der Kirche hinterlassen hatte.
Überschattet werden die Ermittlungen durch Rivalitäten zwischen ihrem Arbeitskollegen Hennes und dem Leiter Bente sowie einem Maulwurf in den eigenen Reihen. Auch privat gestaltet sich der Fall für Liv belastend, da ihre Familie, mit der sie sich überworfen hat, auf Sylt lebt. Der Fall selbst scheint schnell gelöst. Der Pfarrer führte eine offene Ehe und ein eifersüchtiger Ehemann gerät in Verdacht. Doch wie passt das liebenswürdige alte Ehepaar ins Bild ? Als der Mann plötzlich verschwindet, weist eine der möglichen Spuren in die wilden Siebziger der Insel.
Mir hat der Krimi sehr gut gefallen. Die Familienprobleme von Liv geben der Geschichte eine besondere Note, werden aber nie so dominant, dass sie vom eigentlichen Fall ablenken. Sehr gelungen fand ich den Spannungsbogen ausgehend vom Mord am Pfarrer, der auf den ersten Blick einfach zu lösen scheint. Als die Ermittler etwas an der Oberfläche kratzen, bringen sie rasch menschliche Abgründe ans Licht. dadurch entwickelt sich die Geschichte in eine völlig andere Richtung. Obwohl der Täter doch schon einige Seiten vor dem Ende bekannt ist, gelingt es der Autorin die Spannung hoch zu halten. Liv war mir als Person sympathisch. Trotz ihrer persönlichen Probleme hat sie kein Alkoholproblem oder ist neurotisch. Das hebt sie für mich positiv aus dem Meer von psychisch kranken Ermittler heraus. Ihre Kollegen blieben dagegen eher blass, was das Lesevergnügen aber nicht beeinträchtigt.

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Autorin

Sabine Weiß

Sabine Weiß - Autor
© André Poling

Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitet nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Historischen Roman, der zu einem großen Erfolg wurde und dem viele weitere folgten. Im Sommer 2017 erscheint ihr erster Kriminalroman, „Schwarze Brandung“. Unabhängig davon, ob sie gerade einen Krimi oder einen Historischen Roman schreibt: Sabine Weiß liebt es, im Camper auf den Spuren ihrer Figuren zu reisen und direkt an den Schauplätzen zu …

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