Hinterhaus
 - Lioba Werrelmann - Taschenbuch

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10,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Krimis
317 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17827-8
Ersterscheinung: 31.05.2019

Hinterhaus

Kriminalroman

(41)

Journalistin Carolin stolpert wider Willen in einen Kriminalfall, der sie tief in die Vergangenheit Ost-Berlins führt. In einem Hinterhaus in Prenzlauer Berg findet sie die Leiche eines seit Langem vermissten Jungen. Doch kaum jemand scheint sich an ihn erinnern zu wollen. Die Hausbewohner schweigen, und die Polizei ermittelt nur halbherzig.
Eigentlich hat Carolin andere Sorgen. Ihr Freund ist weg, sie hat keine Wohnung mehr und keinen Job. Aber ehe sie sichs versieht, ist sie dem Mörder zu nahe gekommen. So wird das Hinterhaus auch für Carolin zur tödlichen Falle ...

Pressestimmen

„Eine wortspielerisch rotzige Geschichte mit einem harten Realitätskern. [...] Unterhaltsam, amüsant, spannend und unterschwellig auch todernst. Das alles in einer vorwitzig unkonventionellen Sprache. Eine amüsante [und] dabei geradezu ergreifende Lektüre. Auf dem deutschen Krimimarkt herausragend unkonventionell.“
„Dieses Buch ist eine kleine Explosion. Unbedingt empfehlenswert.“
„‘Hinterhaus‘ […] ist ein kleines Meisterstück, das nicht nur durch eine spannende Geschichte besticht, sondern durch seinen rotzfrechen Stil.“
„Die verschrobene Hausgemeinschaft eines Hinterhauses im Prenzlauer Berg setzt den Ton für eine Geschichte um die Leiche eines seit 20 Jahren verschollenen Jungen […].“
[Ein Kriminalroman, der sich] durch einen ganz besonderen Sound [auszeichnet]; wenig Vergleichbares ist derzeit auf dem Markt."

Rezensionen aus der Lesejury (41)

Karin_Funke Karin_Funke

Veröffentlicht am 02.11.2019

Spannendes Berlin!

Das ist eine wunderbare Geschichte aus einem Berliner Vorderhaus und Hinterhaus mit historisch und dramaturgisch cleverem Sannungsbogen, der dank der überraschenden Wendungen nie abreißt oder nervt. Die ... …mehr

Das ist eine wunderbare Geschichte aus einem Berliner Vorderhaus und Hinterhaus mit historisch und dramaturgisch cleverem Sannungsbogen, der dank der überraschenden Wendungen nie abreißt oder nervt. Die schrägen Figuren werden mit viel Tiefgang, Witz und Menschenkenntnis filigran gezeichnet - ganz ohne psychologische Plattitüden. Die Menschen sprechen richtig, bisweilen auch vulgär - also authentisch (und nicht in Schriftsprache).
Lioba Werrelmann kennt Berlin und die Menschen wirklich und entwirft ein plastisches Bild mit neuen Berlin-Facetten auch für Berlinexperten.
Das ist ein Krimi wie für mich geschrieben - von einer echten Krimikennerin und Krimikönnern. Bitte mehr davon! Wann kommt der nächste?

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Rebecca1120 Rebecca1120

Veröffentlicht am 10.10.2019

Berlin mal anders – lesenswert

Caroline Königsforst. ohne Abi, ohne Ausbildung, aber schwer verliebt – in Dr. Jens Wächter. So folgt sie ihm blind nach Berlin, wo er als Arzt an der Charité seine Karriere forciert. Doch nach sieben ... …mehr

Caroline Königsforst. ohne Abi, ohne Ausbildung, aber schwer verliebt – in Dr. Jens Wächter. So folgt sie ihm blind nach Berlin, wo er als Arzt an der Charité seine Karriere forciert. Doch nach sieben gemeinsamen Jahren ist Jens plötzlich weg. Caro findet nur noch eine – ihre ehemals gemeinsame – leere Wohnung vor. Einzig sieben Umzugskartons mit ihren wenigen Habseligkeiten sind noch da. Der Mietvertrag ist gekündigt, Caro muss sehen wo sie bleibt. Damit beginnt für sie ein rasanter neuer Lebensabschnitt…
Trotz Carolines Verlustes bleibt sie noch lange naiv und ist handlungsunfähig. Sie reagiert auf neue Situationen unkontrolliert, wie fremdgesteuert und gerät dadurch immer mehr ins Chaos. Ich fand das Buch sehr unterhaltsam. Auch wenn der Erzählstil und die Handlung schon etwas anders war. Man muss sich darauf einlassen. So kam beim Ich-Erzählstil sehr gut Carolines Naivität zum Ausdruck. Auf der anderen Seite habe ich mich immer gefragt, was ist damals wirklich in Bergisch Gladbach passiert. Warum weigert sie sich so vehement verschlossene Türen zu öffnen? Es gibt viele Fragen, die den Leser zu weiterlesen anregen. Denn spannend fand ich das Buch schon. Sehr gelungen und zutreffend sind die Beschreibungen zu den Szene-Vierteln im Prenzlauer Berg wie auch die Beschreibungen zu den Berliner Hinterhöfen. Oftmals ist man da nämlich wirklich überrascht, was in den Hinterhöfen und -häusern alles zum Vorschein kommt.
Von mir gibt es 4 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung.

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Books-and-Tea Books-and-Tea

Veröffentlicht am 27.09.2019

Das war genau mein Ding

Beschreibung:
Journalistin Carolin stolpert wider Willen in einen Kriminalfall, der sie tief in die Vergangenheit Ost-Berlins führt. In einem Hinterhaus in Prenzlauer Berg findet sie die Leiche eines ... …mehr

Beschreibung:
Journalistin Carolin stolpert wider Willen in einen Kriminalfall, der sie tief in die Vergangenheit Ost-Berlins führt. In einem Hinterhaus in Prenzlauer Berg findet sie die Leiche eines seit Langem vermissten Jungen. Doch kaum jemand scheint sich an ihn erinnern zu wollen. Die Hausbewohner schweigen, und die Polizei ermittelt nur halbherzig.
Eigentlich hat Carolin andere Sorgen. Ihr Freund ist weg, sie hat keine Wohnung mehr und keinen Job. Aber ehe sie sichs versieht, ist sie dem Mörder zu nahe gekommen. So wird das Hinterhaus auch für Carolin zur tödlichen Falle ...



Meine Meinung:

Mich hat dieses Buch vollends begeistert. Ich mochte es von Anfang an.
Ich möchte jetzt hier nicht zu viel schreiben, weil ich Angst habe, dass ich zu viel verrate. Finde ich bei Krimis ja immer verheerend.

Carolin kommt irgendwann vom Yoga wieder nach Hause und stellt fest, dass ihre ganze Wohung ausgeräumt ist, bis auf ein paar Kartons mit ihren Sachen drin. Innerhalb von 2 Stunden hat ihr langjähriger Lebensgefährte Jens, alles leer gemacht und vor allem auch alles mitgenommen. Die gemeinsame Wohnung hatte er auch schon im Vorfeld fristgerecht gekündigt. Innerhalb von 2 mickrigen Stunden hat sich Carolins kommplettes Leben verändert.
So landet sie im Hinterhaus, bei Mandy. Und ab da wird alles total seltsam, sie wird in einen Mordfall mit reingezogen, kommt dem Mörder sehr nahe und alles steht noch mehr Kopf als sowieso schon.

Bei diesem Krimi wird einem wirklich nie langweilig. Es passiert unentwegt etwas. Meistens irgendwas seltsames, das hat mich besonders gefesselt. Und ich habe Lioba Werrelmanns Schreibstil geliebt. Ich denke viele werden diesen kritisieren weil er einfach direkt ist, kein Blatt vor dem Mund nimmt. Es kommen auch Schimpfwörter vor oder es werden Tätigkeiten beschrieben, die man so nicht in jedem Buch liest aber genau das macht dieses Buch für mich so authentisch. Wir fluchen alle mal und wenn wir es nicht laut sagen, dann denken wir Wörtet mit f oder s. Für mich war das einfach sehr nah an der Realität.

Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall, weil es anders ist, auch schockierende Themen beinhaltet aber vor allem weil es unterhält.

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MikkaLiest MikkaLiest

Veröffentlicht am 12.09.2019

Originell, frech, abgründig

Im zarten Alter von 18 Jahren geht die hübsche Caro wegen ihrer chronischen Rückenschmerzen zum Orthopäden. Sie hat sich mit ihrer hässlichsten Unterwäsche gewappnet, dem fiesen alten Mann mal wieder begegnen ... …mehr

Im zarten Alter von 18 Jahren geht die hübsche Caro wegen ihrer chronischen Rückenschmerzen zum Orthopäden. Sie hat sich mit ihrer hässlichsten Unterwäsche gewappnet, dem fiesen alten Mann mal wieder begegnen zu müssen – stattdessen sieht sie sich Jens gegenüber, seinem attraktiven jungen Nachfolger. Kurze Zeit später sind sie zusammen. Caro schmeißt die Schule und richtet sich bequem in einem Luxusleben als Prämie am Arm von Jens ein.

Sie hat keinen Schulabschluss. Sie hat keine Bildung. Sie hat keine Ambitionen. Sie fällt aus allen Wolken, als sie 16 Jahre später vom Yoga nachhause kommt und feststellen muss, dass Jens die Wohnung in ihrer Abwesenheit komplett ausgeräumt und sich aus dem Staub gemacht hat. Kurze Zeit später ist sie auch noch ihren Minijob los.

In ihrer Verzweiflung kommt Caro bei einer Nachbarin unter, die sie eigentlich gar nicht kennt: Mandy aus dem Hinterhaus. Wenige Tage später verwüstet jemand Mandys Bad – und Caro findet in den Trümmern den Schädel eines Jugendlichen, der seit 20 Jahren vermisst wird.

Caro ist eine echte Antiheldin.

Als Leser kann man manchmal nur den Kopf schütteln. Es ist allzu offensichtlich, dass Caros Gehirn nach vielen Jahren der Stagnation in einem bequemen Leben geradezu eingerostet ist. Wie sie spricht, wie sie handelt, wie sie andere Menschen betrachtet – das ist oft so primitiv, dass man schmerzlich berührt zusammenzucken will.

Kacke (wird 19 Mal erwähnt) und Kotze (47 Mal!) und Pisse (5 Mal). Für mich hätte man die unappetitlichen Verdauungsvorgänge gerne auch mal verschweigen können.

Eigentlich ist Caro ganz und gar nicht bewundernswert. Eigentlich wehrt sich sich nach Kräften dagegen, sich zu ändern. Dennoch funktioniert sie als Protagonistin, irgendwie – ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht mit ihr. Und irgendwann erreicht sie endlich den Punkt, an dem sie anfängt, nachzudenken.

„Ich bin es satt, nichts zu wissen. Nichts zu verstehen von dem, was um mich herum geschieht.“
(Zitat)

Dabei behilflich ist ihr Adrian, der während ihrer abrupt beendeten Karriere als Radiostimmchen ihr Recherche-Assistent war – allerdings nur widerwillig und keineswegs ohne Hintergedanken. Er hat Ambitionen, sich mit einem Bericht über diesen rätselhaften Mordfall als Journalist zu etablieren.

Caro und er können sich gegenseitig nicht ausstehen, aber beide wollen den Mordfall aufklären und raufen sich daher zusammen. Adrian ist ein großartiger Charakter, gerade weil er das genaue Gegenteil von Caro ist: nicht sonderlich gutaussehend, aber intelligent und ehrgeizig.

Und nein, das läuft erfreulicherweise nicht auf eine Liebesgeschichte zwischen den beiden hinaus.

Nach und nach begegnet man den anderen Bewohnern des Hauses und stellt fest: wirklich normal ist da keiner, und mehr als einer hat Geheimnisse. Henry zum Beispiel, Caros beste Freundin, die mit einem selbsternannten Guru zusammenlebt und sehr unerfreuliche Dinge verschweigt.

Es gibt immer mehr Handlungsstränge, von einer geordneten Ermittlung kann keine Rede sein. Manchmal verheddert sich der rote Faden irgendwo. Kein Krimi, wie man ihn gewohnt ist – und ist es überhaupt ein Krimi, oder eher eine Milieustudie? Merkwürdig faszinierend ist es so oder so.

Es wird immer schräger, und das schreibt die Autorin in einem großartigen, einmaligen Stil. (Obwohl ich, wie gesagt, auf die Fäkalsprache hätte verzichten können.)

Aufgrund von Caros mangelnder Bildung und ihrer rüden Art ist natürlich auch der Schreibstil nicht hochliterarisch. Aber genauso, wie Caro für mich als Protagonistin funktioniert, funktioniert auch ihre Art und Weise, alles ungefiltert von sich zu geben. Das zieht den Leser mitten hinein in ihre Welt und man merkt: so dumm, wie sie manchmal wirkt, ist sie gar nicht. Sie spricht durchaus mit Witz und Selbstironie, auch wenn sie das oft wieder zunichte macht mit einer sehr unbedachten Aussage.

Manchmal haben ihre Gedanken lichte Momente, in denen die Sätze eine starke Prägnanz entwickeln:

„Und während ich noch wach werde, auf der Luftmatratze in Henrys kleiner Küche, während das Morgengrau durch das vergitterte Fenster kriecht und der Kühlschrank brummt, während ich noch versuche, zu verstehen, wo ich bin, was geschehen ist, während ich eigentlich noch ganz leicht schwebe zwischen Schlaf und Erwachen, kommt die Erinnerung. Sie ist eine Keule, die mich niederschlägt. Ein einziger Rumms, und der Schmerz ist da. So groß.“
(Zitat)

Sehr interessant fand ich, dass auch ernste Themen angesprochen werden, wie Wochenheime in der DDR oder Alkoholismus und zerüttete Familien.

FAZIT

Caro hat sich bequem eingerichtet in ihrem Leben als Freundin eines heißen jungen Orthopäden. Sonst hat sie nichts: keine Ausbildung, nicht mal einen Schulabschluss – und nicht die geringste Absicht, das zu ändern. Dann ist sie jedoch Freund, Wohnung und Luxusleben mit einem Schlag los, kommt bei der geheimnisvollen Mandy im Hinterhaus unter und findet in deren Badezimmer einen mumifizierten Schädel.

Das ist unglaublich schräg, und Caro ist eine Antiheldin, wie sie mehr Anti kaum sein könnte. Auch die Sprache ist derb und spart nicht mit Fäkalsprache. Aber das Buch entwickelt auf mich trotz allem eine ungeheure Sogwirkung, und über eine Fortsetzung als Reihe würde ich mich sehr freuen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Ninchen90x Ninchen90x

Veröffentlicht am 14.08.2019

Gewöhnungsbedürftig

Caro's Leben wird von heute auf morgen durcheinander gewürfelt, da sich ihr langjähriger Lebenspartner mit allen Möbeln aus dem Staub gemacht hat und sie mit 7 Umzugskartons stehen gelassen hat.
Zuflucht ... …mehr

Caro's Leben wird von heute auf morgen durcheinander gewürfelt, da sich ihr langjähriger Lebenspartner mit allen Möbeln aus dem Staub gemacht hat und sie mit 7 Umzugskartons stehen gelassen hat.
Zuflucht findet sie bei Mandy im Hinterhaus und das ganze nimmt ihren Lauf....
Als sie die Leiche des jahrelang vermissten Hans in der Dusche findet, geht alles drunter und drüber.
Die anderen Bewohner des Hinter- und Vorderhauses sind alle in die Geschichte verwickelt.

Meinung:
Mit dem ersten Abschnitt hatte ich große Probleme. Alles war mir etwas zu wirr, die Personen und ihre Verbindung undurchsichtig und irgendwie fand ich die Geschichte schräg.
Der zweite Abschnitt ging dann etwas besser und nach und nach lichtete sich auch das ganze Chaos.
Der 3 Abschnitt hat mir dann besser gefallen und dadurch, dass nur aus Caros und Adrians Sicht die Geschichte erzählt wurde, habe ich ein bisschen mehr Licht ins Dunkel bringen können.
Der wahre Täter/Mörder wird erst sehr spät enttarnt, was ich positiv fand.

Insgesamt konnte mich die Geschichte aber nicht so richtig packen und die Personen fand ich allesamt sehr schräg.

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Autor

Lioba Werrelmann

Lioba Werrelmann - Autor
© ansgarphotography.com

Lioba Werrelmann, Jahrgang 1970, stammt aus dem Rheinland, hat Politische Wissenschaften studiert, volontierte und ist seit 1989 für verschiedene Tageszeitungen, Radio- und TV-Anstalten (WDR/ARD) als Redakteurin und Kommentatorin tätig, vor allem in Köln und Berlin. 2014 erschien ihr autobiografisches Sachbuch „Stellen Sie sich nicht so an“. „Hinterhaus“ ist ihr erster Kriminalroman.

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