Nebeljagd
 - Julia Hofelich - Taschenbuch

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10,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Krimis
400 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17911-4
Ersterscheinung: 20.12.2019

Nebeljagd

Kriminalroman

(47)

In einem kleinen Dorf auf der schwäbischen Alb wird die betagte Ines Schneider ermordet. Hauptverdächtiger: ihr Pflegesohn Jo Haug. Jo ist vorbestraft, außerdem geistern seit Jahren Gerüchte durchs Dorf, dass Haug auch seine vor 15 Jahren verschwundene Jugendfreundin Vanessa skrupellos und qualvoll getötet haben soll. Für die Dorfgemeinschaft steht fest: Nur er kann der Täter sein. Jos Verteidigerin Linn Geller hält jedoch nichts von solchen Vorurteilen und recherchiert unabhängig von der örtlichen Polizei. Ihre Ermittlungen rütteln an gefährlichen Geheimnissen, die die eingeschworene Dorfgemeinschaft lieber auf ewig in Schweigen gehüllt hätte …

Pressestimmen

"Bestialisch gut."
„Julia Hofelich erzählt eine ungemein spannende, dramaturgisch geschickt entwickelte und vieldimensionale Geschichte.“
„Die Autorin beherrscht die Kunst, den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu "fesseln". [...] Grauenvolle Morde, eine kühne Anwältin, Spannung von der ersten bis zur letzten Zeile.“

Rezensionen aus der Lesejury (47)

Janesway Janesway

Veröffentlicht am 15.03.2020

Exzellente Fortsetzung, noch spannender als der erste Teil

Etwa ein Jahr nach Hofelichs erstem erfolgreichen Krimi um die Strafverteidigerin Linn Geller („Totwasser“) geht die Geschichte weiter mit einem neuen Fall, der von Anfang an entschieden wirkt: Ihr neuer ... …mehr

Etwa ein Jahr nach Hofelichs erstem erfolgreichen Krimi um die Strafverteidigerin Linn Geller („Totwasser“) geht die Geschichte weiter mit einem neuen Fall, der von Anfang an entschieden wirkt: Ihr neuer Mandant Jo Haug steht in zwei Fällen unter Mordverdacht. Hinzu kommt eine erdrückende Beweislast und ein Dorf, das Haug schon vor Prozessbeginn aburteilt und Linns Ermittlungen erschwert, die sich selber in Bezug auf ihren Mandanten nicht allzu sicher ist.

Leser des ersten Bandes werden sich gefragt haben, ob die Ereignisse aus diesem Linn verändert haben mögen. Wahrscheinlich schlugen sie aber nur in eine ohnehin schon bestandene Kerbe, sie ist also ganz die alte, mit ihrem versehrten Bein und ihrer steten Paranoia, die sie seit ihrem Unfall begleitet. Weiterhin ist sie ungemein sympathisch im Umgang mit ihrem Kanzleipartner Götz. Gerade in diesen Teil kommt ungeahnte Bewegung, authentisch und menschlich inszeniert.

Dieses Mal geht es Linn mehr an den Kragen. Alles setzt ihr mehr zu und die Spannung ist teilweise ein wildes Auf und Ab, das besser gelungen ist als im Vorgängerband. Auch Grusel und Ekel werden dieses Mal transportiert, alles ist deutlich düsterer und stellenweise muss man einfach weiterlesen, um den unheimlichen Moment hinter sich zu lassen. Eine wilde Geschichte wird gewoben, von der sicherlich niemand den Ausgang hätte kommen sehen.

Auf der gesamten Strecke rätselt man mit, ob Jo Haug ein armes unschuldiges Opfer ist, seit Jahren missverstanden oder ob er keine Verteidigung verdient, weil er wirklich getan hat, was ihm vorgeworfen wird. Es ist auf jeden Fall schwer, sich für „in dubio pro reo“ von all den Mutmaßungen freizumachen.

Linns Gedankengänge verschmelzen mit den eigenen. Der Schreibstil, auch wenn die ganze Zeit allein die Sicht von Linn eingenommen wird, ist genau richtig, um jede Spur mit ihr mitzuverfolgen, immer mit ihr auf gleichem Stand zu sein und ihre Eindrücke genau mitzuerleben. Stetig nimmt die Geschichte ihren Verlauf, wenig Beschreibungen, mehr Taten. Die Charaktere haben alle ihre besonderen Eigenheiten und bleiben damit gut im Gedächtnis, sodass es nicht zu Verwechslungen kommt.

Nur allzu gerne dürfte es mit einer dritten Geschichte weitergehen, doch die Autorin kündigte an, dass sie auch andere Genre ausprobieren möchte und Linn zumindest vorläufig den Rücken kehrt. Schade, aber warten wir ab, was Hofelich stattdessen für uns bereit hält und vielleicht können wir zu einem späteren Zeitpunkt Neues von Linn Geller lesen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

KerstinTh KerstinTh

Veröffentlicht am 13.03.2020

Bis zum Ende spannend

Auf der schwäbischen Alb kommt es zu einem ungeklärten Todesfall. Schnell ist ein Verdächtiger gefunden und wird in Untersuchungshaft gesteckt. Der Verdächtige, Jo Haug, meldet sich bei der Stuttgarter ... …mehr

Auf der schwäbischen Alb kommt es zu einem ungeklärten Todesfall. Schnell ist ein Verdächtiger gefunden und wird in Untersuchungshaft gesteckt. Der Verdächtige, Jo Haug, meldet sich bei der Stuttgarter Anwältin Linn Geller und besteht auf seiner Unschuld. Linn Geller begibt sich selbst auf Recherche, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Dies war nun der zweite Fall für Linn Geller. Mir hat er ausgesprochen gut gefallen, da es einfach sehr spannend war. Als Leser war man selbst mit auf Recherche und hat sich seine Meinung zu den unterschiedlichen Personen und Handlungen gemacht. Ich hatte beim Lesen so viele Theorien wie selten. Ich habe diese immer wieder verworfen und teilweise auch wiederbelebt. Bis zum Ende war ich unschlüssig, was nun tatsächlich passiert ist. Sehr gefallen hat mir, dass es erst auf den letzten Seiten wirklich aufgeklärt wird. Dieses Hin und Her wirkt sich natürlich auch auf die Charaktere und deren Sympathie aus, in der einen Situation sind sie sympathisch, in der nächsten unsympathisch. Linn Geller nimmt ihren Job sehr ernst – ansonsten würde sie sicherlich nicht ihre Freizeit und vor allem ihr Leben für die Recherche opfern beziehungsweise gefährden. Linns Kollege Götz ist mir allerdings recht unsympathisch. Das war auch schon im ersten Teil so.
Der Schreibstil von Julia Hofelich gefällt mir gut. Er ist angenehm und flüssig zu lesen. Sie versteht es Erzählungen und Dialoge gut miteinander zu kombinieren. Es ist ihr wunderbar gelungen die Spannung die gesamte Zeit über zuhalten und immer wieder falsche Fährten zu legen.

Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen, deshalb vergebe ich sehr gerne volle fünf von fünf Sterne.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Jasminleon Jasminleon

Veröffentlicht am 24.02.2020

Ein brillianter Kriminalroman!!!

"Nebeljagd“ von Julia Hofelich und dem Verlag Bastei Lübbe ist der zweite Fall von Linn Geller,einer jungen Anwältin aus Stuttgart .
Da ich den ersten Teil leider noch nicht kenne,wird dies zeitnah ... …mehr

"Nebeljagd“ von Julia Hofelich und dem Verlag Bastei Lübbe ist der zweite Fall von Linn Geller,einer jungen Anwältin aus Stuttgart .
Da ich den ersten Teil leider noch nicht kenne,wird dies zeitnah nach geholt,da mich dieser extrem spannende und sehr gute Kriminalroman von der ersten Seite an in den Bann gezogen hat.
Ich habe schon sehr viele Krimis gelesen in meinem Leben,aber "Nebeljagd"gehört definitiv mit zu den besten.
Das Cover ist düster und farblich toll gestaltet,passend zum Krimi.Dies und der Klappentext haben meine Erwartungen übertroffen.
Da die Autorin selbst aus dem Juristenbereich kommt,ist der Krimi sehr realistisch und somit bekommt man viele Eindrücke in das Leben einer Anwältin.
Das ist ein sehr grosser Pluspunkt,neben einer extremen Spannung wurden hier die Protagonisten und Orte detailliert und perfekt beschrieben.
So war ich mittendrin und konnte auch die Gefühle der jeweiligen Charactere sehr gut nachvollziehen.
Die Kapitel haben eine angenehm kurze Länge,abwechslungsreich und der Spannungsbogen hält sich wirklich kostant. Die letzten 100 Seiten laden dann noch einmal richtig zum mitfiebern ein,das Ende hat mich richtig getroffen,mit dem ich absolut nicht gerechnet hätte.
Der Schreibstil ist klasse.Julia Hofelich schreibt sehr flüssig,real,spannend und sehr unterhaltsam.
Deswegen habe ich das Buch auch an einem Tag gelesen,da ich immer wieder durch Wendungen überrascht wurde,die richtig gut sind.
Jinn Geller ist Anwältin,die mit ihrem Kollegen Götz Nowak eine Kanzlei in Stuttgart gegründet hat.
Zwischen Linns Ermittlungen zum Fall Johannes Haug erfährt man einiges über das Privatleben der sehr symphatischen Anwältin. Auch das Verhältnis zu Nowak wird gut dargestellt,ausserdem lernt man auch ihn sehr gut kennen. Er ist ebenso sehr symphatisch und wie gesagt,die Gefühle beider Protagonisten kann ich hier sehr gut nachvollziehen.
Linn hatte einen Unfall,deswegen hat sie Probleme mit einem Bein und eine Narbe im Gesicht,die immer wieder erwähnt wurde.
Leider habe ich nichts genaues von dem Unfall herauslesen können,der im ersten Teil passiert ist.Aber das ist kein Problem,man kann "Nebeljagd"trotzdem ganz gut ohne Vorkenntnisse lesen.Aber dadurch wächst natürlich die Neugier auf den ersten Teil.
Kurz zum Inhalt:
Linn vertritt Johannes Haug, der Hauptverdächtige,der seine Pflegemutter Ines Schneider ermordet haben soll. Er wird dazu noch zu einem Verbrechen aus der Vergangenheit beschuldigt,bestreitet beide Morde aber immer wieder ab und beteuert seine Unschuld.
Gerüchte und Vorurteile belasten Linns Mandanten und sie glaubt ebenfalls an einer skrupellosen Hetzjagd einer Dorfgemeinschaft. Sie will ihrem Mandanten um jeden Preis helfen und recherchiert deswegen auf eigene Faust. Sie kommt Geheimnissen auf die Spur,die mehr als erschreckend sind.
Auch sie ist hin und hergerissen zwischen den Aussagen von Haug.
Ich war ebenfalls sehr geteilter Meinung ,da ich auf eine Art Mitleid mit ihm empfunden habe. Aber auf der anderen Seite haben seine Aussagen mich nicht überzeugt und deswegen war dieser Kriminalroman einfach hervorragend zu lesen.
Ich empfehle ihn definitiv weiter,richtig gut!

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Happymountain Happymountain

Veröffentlicht am 27.01.2020

Grandioser zweiter Fall

„Nebeljagd“ ist der zweite Fall für die Anwältin Linn Geller. Bereits das erste Werk der Autorin Julia Hofelich konnte mich als Vielleserin im Krimi-Genre vollends begeistern. Sie hat es mit „Totwasser“ ... …mehr

„Nebeljagd“ ist der zweite Fall für die Anwältin Linn Geller. Bereits das erste Werk der Autorin Julia Hofelich konnte mich als Vielleserin im Krimi-Genre vollends begeistern. Sie hat es mit „Totwasser“ wunderbar geschafft mich in die Irre zu führen. Umso gespannter war ich natürlich, ob es ihr auch erneut gelingen würde.
In „Nebeljagd“ vertritt Linn diesmal Jo Haug, für den die Karten durchaus schlecht stehen. Er ist sofort der Hauptverdächtige als seine Pflegemutter in seinem Heimatort tot aufgefunden wird, gestorben an einer Überdosis Insulin. Der Insulinpen wurde bei Haug gefunden, er wurde außerdem gesehen als er den Tatort fluchtartig verließ und das ganze Dorf ist sich sicher, er ist ein Mörder. Es gibt durchaus Mandanten, die einfacher zu vertreten sind. Als Haug seitens der Staatsanwaltschaft auch noch eines weiteren abscheulichen Verbrechens aus der Vergangenheit beschuldigt wird, bekommt es selbst Linn als seine Anwältin mit der Angst zu tun.
Die beiden Hauptcharaktere (Linn und Götz) wurden von Julia Hofelich wie bereits im ersten Teil mit viel Liebe zum Detail und einiger Ecken und Kanten gezeichnet, die dazu führten, dass ich sie direkt ins Herz geschlossen hatte. Die Figurentiefe hat die Autorin im zweiten Teil genauso fortgeführt. Die beiden sind sehr authentisch und handeln glaubwürdig. Auch die anderen Charaktere waren so toll ausgearbeitet, dass ich zu jedem eine Meinung hatte. Keiner von ihnen war mir egal. Ich wusste, wen ich mag und wen ich nicht mag. Nur bei Haug war ich hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Abscheu, da ich einfach nicht wusste, ob er die Wahrheit sagt. So ging es auch Linn Geller, die bei ihren Ermittlungen auf viel Gegenwehr in der Dorfgemeinschaft trifft: „Was genau hatte sie eigentlich herausgefunden, dass die Leute so gegen sie aufbrachte? War es wirklich nur die Tatsache, dass sie Haug vertrat?“
Der Fall Jo Haug hat eine unheimliche Sogwirkung auf mich gehabt. Schlag auf Schlag kamen neue Fakten hinzu, die vieles, was man zu glauben wusste, wieder in Frage stellten. Ich habe immer wieder meine Meinung geändert und wusste beim Lesen irgendwann gar nicht mehr, was ich glauben sollte. Ich kam einfach gar nicht zum Durchatmen. Fasziniert, angeekelt und gespannt, habe ich die Seiten gelesen. Fasziniert von Linns Mut und Beharrlichkeit, angeekelt aufgrund der teils sehr realistisch beschriebenen Leichen und gespannt, ob ich meiner Meinung noch trauen kann, obwohl mich die Autorin mit neuen Erkenntnissen bei den Ermittlungen ständig wieder verunsicherte.
Dass die Autorin hervorragend schreibt, habe ich bereits im ersten Teil erfahren. Auch in „Nebeljagd“ gefiel mir der Schreibstil wieder richtig gut. Flüssig, bildlich, klar, ohne Längen aber mit einer Detailtiefe, die immer die richtige Atmosphäre und Stimmung bei mir erzeugte - und das alles ohne stilistische Mittel wie Zeit- oder Perspektivwechsel – die einzige Ausnahme bildet der Prolog. Obwohl es mich bei vielen Autoren langweilt, wenn der Stil zu monoton gehalten ist, fand ich es hier genau richtig. Die Spannung war so schon kaum zu ertragen. ;-)
Dieser Krimi ist voll von Wendungen, Lügen, düsteren und beklemmenden Szenen. Es geht hier nicht nur um Mord. Es geht um viel, viel mehr! Leider kann ich nichts davon verraten, da die Gefahr zu spoilern einfach zu groß ist. Ich kann aber sagen, dass ich fantastisch unterhalten wurde und vom Ende absolut begeistert bin. Julia Hofelich hat jedes Detail, jedes noch so kleine Indiz und jede verdächtige Szene lückenlos erklärt. Oft ist es so, dass man im Genre Krimi und Thriller Logiklücken findet oder manche Dinge einfach unklar bleiben. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber ich mag das absolut nicht. Ich finde es toll, wie alles ineinander greift und nichts ohne Bedeutung zurückbleibt. Wirklich kein Absatz war hier zu viel oder zu wenig! Perfekt! In meinen Augen hat sich die Autorin zum ersten Teil noch einmal gesteigert. Wenn ich könnte, würde ich mehr als fünf Sterne vergeben!

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dragon dragon

Veröffentlicht am 13.01.2020

Hass und Schweigen

Die ehemalige Anwältin für Wirtschaftsrecht, Linn Geller, ist nun an einer kleinen Kanzlei beteiligt. Sie wollte es nach ihrem schweren Unfall etwas entspannter angehen lassen. Außerdem stellt Sie sich ... …mehr

Die ehemalige Anwältin für Wirtschaftsrecht, Linn Geller, ist nun an einer kleinen Kanzlei beteiligt. Sie wollte es nach ihrem schweren Unfall etwas entspannter angehen lassen. Außerdem stellt Sie sich als Pflichtverteidigerin zur Verfügung und bekommt den Fall gegen Johann Haug zugesprochen. Er soll seine Stiefmutter brutal ermordet und ihr beim Sterben auch noch zugesehen haben, aber Jo Haug beteuert immer wieder seine Unschuld. Der Tod der Stiefmutter rückt aber auch einen alten Mordfall wieder ins Rampenlicht. Vor fünfzehn Jahren soll Haug seine Freundin brutal ermordet haben, was aber nie wirklich zu beweisen war. Auch damals hat Haug seine Unschuld beteuert, aber niemand glaubt ihm.

Hass und Schweigen

Schon nach ihren ersten Gesprächen mit den Bewohnern des Dorfes, kämpft Linn gegen eine Mauer aus Schweigen und Hass an. Selbst der Polizist vor Ort ist fest davon überzeugt, dass Haug beide Morde begangen hat. Nur sehr wenige Zeugen sind bereit mit ihr zu sprechen, die meisten beschuldigen ihren Mandanten, aber es gibt ein paar kleine Ausnahmen. Linn ist Anwältin aus Überzeugung und sie geht, trotz massiver Zweifel, von der Unschuldsvermutung aus. Leider ist auch die Staatsanwaltschaft so sehr von Haugs Schuld überzeugt, dass sie sogar den alten Fall wieder neu aufrollen. Plötzlich sieht sich Linn mit zwei Mordfällen konfrontiert, bei deren Ermittlungen sie von allen Seiten mit Wut und Hass überschüttet wird. Trotz Warnungen legt sie ihr Mandat nicht nieder und fährt immer wieder Nach Ochsenwang, bis dies ihr fast zum Verhängnis wird.

Fazit

Für einen Krimi fand ich ihn wirklich sehr spannend. Ich hatte keine Lust mein Lesen zu unterbrechen. Die Story gefällt mir gut und ich finde sie meistens auch sehr glaubwürdig. Da ich sehr dörflich aufgewachsen bin, und mehr als zehn Jahre in der Nähe vom echten Ochsenwang gelebt habe, kenne ich die Gegend und die Leute dort recht gut. Ich glaube schon, dass es Dorfgruppierungen gibt, die so eng zusammenhalten, finde die Darstellung dann doch etwas zu überspitzt. Aber, dass sie sich gegen Auswärtige stellen, um ihre Gemeinschaft zu schützen, glaube ich schon. Ich persönlich habe in den Dörfern, in denen ich gelebt habe, keine solche Erfahrungen gemacht. Zu der Story hier hat es aber doch noch gut gepasst. Ich wusste nie zu welcher Partei ich halten sollte. Auch der oder die Täter wechselten bei mir mehrmals, was mir gut gefällt. Am Ende hatte ich nur teilweise recht, auf jeden Fall ein Buch, dass ich weiterempfehlen kann.

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Autorin

Julia Hofelich

Julia Hofelich - Autor
© © Herb Allgaier

Julia Hofelich studierte zunächst Germanistik und Komparatistik, bevor sie zu Jura wechselte. Nach ihrem Referendariat arbeitete sie als Rechtsanwältin und absolvierte ein Fernstudium zur Drehbuchautorin. Für ihre Kurzgeschichte „Opfer“ wurde sie für den renommierten GLAUSER nominiert. Julia Hofelich ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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