Totenstille
 - Will Dean - Taschenbuch

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11,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Krimis
432 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17895-7
Ersterscheinung: 31.10.2019

Totenstille

Denn das wahre Böse ist lautlos
Kriminalroman

(22)

Als die junge Journalistin Tuva Moodyson in das nordschwedische Gavrik zieht, erschüttert ein grausamer Mord die Kleinstadt. Die Tat trägt die Handschrift des Medusa-Killers, der vor zwanzig Jahren sein Unwesen trieb und nie gefasst wurde. Tuva weiß, dass diese Story ihre große Chance sein könnte. Doch die Journalistin hat zwei Handicaps: Sie ist gehörlos, und sie fürchtet sich vor dem Wald. Ihre Schwächen könnten ihr allzu leicht zum Verhängnis werden. Denn je tiefer sie in den rätselhaften Fall eintaucht, desto weiter muss sie sich in das Dickicht des Waldes vorwagen, wo ein Gegner auf sie wartet, der ihre dunkelsten Ängste übertrifft …

Rezensionen aus der Lesejury (22)

Nellie1302 Nellie1302

Veröffentlicht am 18.11.2019

Im Dunkel der Wälder

So düster, wie das Cover des Buches, ist auch die Geschichte. Tuva Moodyson, eine junge Journalistin, ist nach Gavrik gekommen, um für die dortige regionale Zeitung zu arbeiten. Nur ihrer schwerkranken ... …mehr

So düster, wie das Cover des Buches, ist auch die Geschichte. Tuva Moodyson, eine junge Journalistin, ist nach Gavrik gekommen, um für die dortige regionale Zeitung zu arbeiten. Nur ihrer schwerkranken Mutter zuliebe ist sie aus London zurückgekehrt in die Heimat.Es fällt ihr schwer, sich mit die Gegebenheiten des kleinen, verschlafenen Ortes abzufinden. Tuva ist sie sehr ehrgeizig und immer auf der Suche nach einer großen Story, die sie aus ihrer Bedeutungslosigkeit herausholt. Dabei kommt ihr der Fund einer männlichen Leiche gerade recht. Dem Toten wurden die Augen entfernt. Das erinnert an eine Mordserie, die sich vor zwanzig Jahren ereignet hat. Ist der Medusa-Mörder, wie der Täter damals genannt wurde, zurückgekommen? Auch er hatte seinen Opfern die Augen ausgestochen.Tuva wittert ihre große Chance und stürzt sich voller Elan in die Recherche.Dabei bringt sie sich dabei immer wieder in Gefahr. Der Hauptgrund, weshalb sie nach Gavrik gekommen ist, die Betreuung ihrer Mutter, gerät vor lauter Arbeitseifer, zunehmend in den Hintergrund..

Will Dean, der in Schweden lebende Autor legt mit Totenstille seinen Debütroman vor und erfüllt alles, was man von einem nordischen Krimi erwarten kann. Seine detailreichen Schilderungen katapultieren den Lesenden mitten in die Geschichte hinein, lassen sie ihn riechen, hören, schmecken und empfinden, immer ganz nahe dabei sein. Großartig. Dean schreibt mit einer, den nordischen Krimifans vertrauten, Mischung aus Spannung, Düsternis und Melancholie und so lässt die Story den Leser erst los, wenn er sie atemlos zu Ende gelesen hat.

Tuva, die etwas schräge Heldin des Romans, wächst einem schnell ans Herz. Die Einschränkungen durch ihr Handycap, ihre Taubheit und die Probleme mit der hochmodernen Technik der Hörgeräte, machen sie menschlich und liebenswert, wenn auch ihre Alleingänge, nicht immer nachvollziehbar sind. Tuvas, aus ihrer Kindheit rührende Angst vor dem Wald, vermischt sich mit ihren realen Lebensängsten und den Schuldgefühlen ihrer kranken Mutter gegenüber. Dabei ist Tuva eine taffe, willensstarke Frau. Ihre innere Zerbrechlichkeit und ihr Kampf gegen ihre Ängste machen sie zu einer Figur, die man einerseits beschützen möchte, andererseits macht sie den Leser oft wütend durch ihre Eigenwilligkeit. Dean hat es geschafft, seine Hauptfigur so zu zeichnen, dass sie den Leser berührt und ihn in seine eigenen Ängste schauen lässt. Auch die anderen Figuren des Romanes sind gut gezeichnet, und, mit ihrer Skurrilität wunderbar in die dunklen, unendlichen Wälder passend.

Mit einem zweiten Mord nimmt die Geschichte noch einmal Fahrt auf. Alle sind verdächtig, sei es der zwielichtige Ghostwriter, die Trolle schnitzenden Schwestern, die mütterliche Frida und ihr aggressiver Mann Hannes, sowie die beste Freundin Tammy, der undurchsichtige Taxifahrer und der eigenartige Messie. Das Ende ist dann überraschend, aber völlig stimmig und man legt das Buch ungern, aber zufrieden zur Seite.
Ein spannender Roman, den ich sehr gerne gelesen habe und auf jeden Fall weiter empfehlen werde.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

buchina buchina

Veröffentlicht am 18.11.2019

Stimmungsvoll

Totenstille ist für mich ein ungewöhnlicher Krimi. Das Cover ist nicht ungewöhnlich, es zeigt eine typisch düstere, einsame Landschaft in Skandinavien. Dann ist da aber die Protagonistin Tuva. Eine Journalistin, ... …mehr

Totenstille ist für mich ein ungewöhnlicher Krimi. Das Cover ist nicht ungewöhnlich, es zeigt eine typisch düstere, einsame Landschaft in Skandinavien. Dann ist da aber die Protagonistin Tuva. Eine Journalistin, die eigentlich ihr Großstadtleben liebt, aber wegen ihrer kranken Mutter in die nordschwedische Provinz zieht. Das ungewöhnlich an ihr, sie ist taub und braucht Hörgeräte. Ohne viel Aufhebens integriert der Autor diese Besonderheit in seine Geschichte ohne dass es etwas Besonderes ist. Dies finde ich wirklich gelungen. Was mir auch sehr gut gefiel und was den Krimi besonders für mich macht, ist der Schreibstil des Autors. Er beschreibt sehr genau die Umgebung und auch die Stimmung, selbst Kleinigkeiten finden bei ihm Platz. Das klingt erst einmal langatmig, bei mir hat es dafür gesorgt, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte und mich fast selbst in der schwedischen Wildnis wiederfand.
Der Krimi an sich nahm dagegen nur langsam Fahrt auf und verlor sich auch etwas in der Mitte des Buches. Da hatte ich den Eindruck, es geht nicht voran. Dazu kam, dass ich mich sehr schwer mit dem Charakter von Tuva tat. Sie wurde mir nicht wirklich sympathisch, auch einige ihrer Entscheidungen und Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen. Sie reagierte oft unüberlegt und hatte Ängste, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte (z.B. Angst vor Holztrollen). Ihre Vergangenheit blieb nebulös. Es gab immer wieder Andeutungen. Ich vermute mal, dass der Autor in Folgebänden Tuvas Geschichte erzählen möchte. Für mich wurde es aber nicht wirklich rund. Was wiederum sehr gut gelungen ist, sind die Charakterbeschreibungen der Bewohner*innen der Kleinstadt, obwohl ich das Gefühl hatte, dass es dort keine „normalen“ Menschen gibt. Aber so gab es von Anfang an jedenfalls viele Verdächtige und es blieb bis zum Schluss spannend, welcher exzentrische Charakter nun der Mörder ist.
Insgesamt ist es ein atmosphärisch sehr starker Krimi, der leider den Spannungsbogen nicht halten kann und mir dessen Protagonistin es schwer ist warm zu werden. Dennoch würde ich mich über einen weiteren Roman des Autors freuen, denn es hat allein wegen seinen guten Beschreibungen Spass gemacht den Roman zu lesen. Außerdem möchte ich wissen, wie es mit den skurrilen Charakteren in dieser schwedischen Kleinstadt weitergeht.

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SingingBird SingingBird

Veröffentlicht am 17.11.2019

Wer nicht hören kann, muss sehen

Mit einer großen Liebe zum Detail und daraus resultierenden, bildhaften Beschreibungen der Personen, der Handlung und des Ortes fühlt man sich als Leser direkt so als wäre man Teil der Handlung, würde ... …mehr

Mit einer großen Liebe zum Detail und daraus resultierenden, bildhaften Beschreibungen der Personen, der Handlung und des Ortes fühlt man sich als Leser direkt so als wäre man Teil der Handlung, würde mit den Charakteren tatsächlich mitgehen, dabei sein und alles miterleben. Dies gab dem Buch seinen ganz eigenen Charme, auch wenn es dadurch leider inhaltlich an Spannung verlor.

Dunkel, kalt, verlassen. So lernen wir Gavrik, der Ort, an dem die gehörlose Protagonistin Tuva Moddyson lebt, kennen.
Das kleine Städtchen ist der letzte Ort, an dem die Reporterin gerne sein würde, doch um ihrer todkranken Mutter näher zu sein akzeptiert sie den unheimlichen Ort und die ungewohnte Umgebung. Dabei hofft sie allerdings dennoch auf eine Story, die sie aus diesem Kaff heraus direkt in eine bekannte Redaktion befördert. Die scheint sie auch zu bekommen als eine Leiche in der Nähe von dem winzigen Dorf Mossen entdeckt wird.
Der Mord wird direkt mit den früheren Medusa-Morden in Verbindung gebracht und die Suche nach dem Mörder beginnt. Doch wie weit ist Tuva bereit zu gehen um ihre Star-Story zu bekommen? Und wer kann wohl der Mörder sein?

„Totenstille“ von Will Dean hat in 426 Seiten und 52 Kapiteln eine neue Welt an skurrilen Charakteren, dunklen Geheimnissen und gruseligen Landschaften geschaffen, in die der Leser sofort eintauchen kann. Gerade durch einen spannenden Anfang sowie durch ein atemberaubendes, überraschendes Ende wird man dabei durch die Story geleitet.
Dabei führen Tuvas eigenständige Ermittlungen zu ominösen Personen, verwirrenden Verbindungen und letztendlich natürlich zu dem Mörder.
Es gibt einen großen Verdächtigenkreis, der besonders durch kleine Anmerkungen, seltsame Situationen und verwirrende Aussagen belebt wird. Dabei hilft auch hier der Detailreichtum, den Leser immer wieder sich selbst hinterfragen zu lassen. Ist mein Verdacht richtig? Wer kann der Mörder sein?
Gerade dadurch war auch die Auflösung, wer der Mörder ist, letztendlich doch sehr überraschend und spannend aufgebaut.
Zu den Charakteren: Keiner war mir wirklich sympathisch. Tuva mochte ich zu Beginn ganz gerne, doch im Verlauf des Buches schien sich ihr Charakter etwas zu verändern, wurde unangebracht furchtlos, unerschrocken, aber vor allem auch unhöflich, tabulos, unangenehm.
Der Rest war entweder zu skurril um sie wirklich einschätzen zu können, im Verdächtigenkreis und damit unmöglich sympathisch oder teilnahmslos und unangebracht urteilend.
Diese negativen Gefühle verstärkten jedoch lediglich das Gefühl im Buch, dass jeder verdächtig und zu allem fähig ist.

Fazit: Das Buch hat mir recht gut gefallen. Es war sehr detailreich und dadurch teilweise weniger spannend als es hätte sein können oder sein sollen.
Dafür hat es den Leser allerdings sehr gut Teil des Geschehens werden lassen. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich würde das Ganze tatsächlich mit den eigenen Augen sehen weil es einfach so gut beschrieben wurde.
Ich mochte auch gerne, wie man durch das Buch diese wenig besiedelten Gegenden Schwedens besser kennenlernen konnte und wie die unterschiedlichen Charaktere alle seltsam und mal etwas anderes waren.
Leider blieben einige andere Fragen offen. Zum Beispiel wurde Tuva bei ihren Recherchen bedroht, doch so wirklich wurde nie aufgelöst, von wem. Das war etwas ärgerlich, auch wenn das Ende durch seine phänomenalen Schlussszenen in den letzten 40 Seiten nochmal wunderbare Überzeugungsarbeit geleistet hat.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, doch ist es auch kein Lieblingsbuch oder ähnliches geworden. Daher von mir 3,5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung an solche, die gerne Mal ein wenig vom Leben in Schweden verbunden mit der Spannung einiger verzweigter Morde erfahren würden.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

alexandra_g293 alexandra_g293

Veröffentlicht am 17.11.2019

Story mit Potenzial, leider mit wenig Spannung und Aktivität erzählt

*Inhalt*
_Als die junge Journalistin Tuva Moodyson in das nordschwedische Gavrik zieht, erschüttert ein grausamer Mord die Kleinstadt. Die Tat trägt die Handschrift des Medusa-Killers, der vor zwanzig ... …mehr

*Inhalt*
_Als die junge Journalistin Tuva Moodyson in das nordschwedische Gavrik zieht, erschüttert ein grausamer Mord die Kleinstadt. Die Tat trägt die Handschrift des Medusa-Killers, der vor zwanzig Jahren sein Unwesen trieb und nie gefasst wurde. Tuva weiß, dass diese Story ihre große Chance sein könnte. Doch die Journalistin hat zwei Handicaps: Sie ist gehörlos, und sie fürchtet sich vor dem Wald. Ihre Schwächen könnten ihr allzu leicht zum Verhängnis werden. Denn je tiefer sie in den rätselhaften Fall eintaucht, desto weiter muss sie sich in das Dickicht des Waldes vorwagen, wo ein Gegner auf sie wartet, der ihre dunkelsten Ängste übertrifft ..._

*Rezension*
Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Leserunde der Lesejury lesen.
Dem Schreibstil des Autors konnte ich an einigen Stellen leider nicht viel abverlangen, wenn auch die Geschichte zumeist durch die Aneinanderreihung kurzer und prägnanter Hauptsätze einfach zu lesen war, hat das mein Leseerlebnis eher getrübt als bereichert. Oft kam ich dadurch gedanklich ins Stocken, habe eventuell sogar viele Dinge überlesen und einfach nur noch überflogen. Die Beschreibung der Umgebung gelingt dem Autor hingegen sehr gut, er benennt viele Einzelheiten (wenn auch zum großen Teil in Auflistungen formuliert), beschreibt sie durch zahlreiche (z. T. allerdings unpassende) Vergleiche und schafft dadurch eine gute Atmosphäre - Ich war noch nie in Schweden und konnte mir dadurch ein gutes Bild von der Atmosphäre und Umgebung machen. Es kommt aber auch genauso häufig vor, dass diese Beschreibungen mit (meiner Meinung nach) wiederkehrenden unnötigen Details gespickt werden (z. B. wird immer benannt, welche Farbe das Gummibärchen hat, das Tuva gerade vernascht). Das trägt nicht zur Handlung bei und ist an einer Stelle mal ganz schön zu lesen, aber nicht, wenn das jedes Mail erwähnt wird.
Die Story an sich hat Potenzial, der Einstieg in das Buch ist toll (an dieser Stelle möchte ich jedoch nicht zu viel verraten) - wirklich spannend und ein Grund, wieso ich mich für die Leserunde beworben hatte. Nach besagter Szene entwickelt sich die Geschichte nur sehr sehr langsam weiter. Es folgen ca. 250 Seiten, in denen die Bewohner der Stadt Mossen bis ins kleinste Detail und ohne großen Bezug zu den Ermittlungen im Fall, beschrieben werden. Allesamt sind sie kurios, seltsam und mir in gewisser Weise suspekt gewesen. Auch Tuva (die Protagonistin) selbst konnte bei mir nur wenige Sympathiepunkte sammeln. Man erfährt eigentlich fast gar nichts über ihre Person und ihre Familienverhältnisse, außer, dass ihre Mutter schwer krank zu sein scheint und sie sie das ganze Buch über nicht besucht, obwohl sie extra in die kleine Stadt gezogen ist, um ihrer Mutter ein Stück näher zu sein - passt für mich auch irgendwie nicht zusammen. Leider habe ich aus diesen und vielen anderen Gründen, die ich hier zunächst nicht weiter ausführen möchte, keinen Draht zu Tuva finden können. Dass sie gehörlos ist finde ich sehr spannend und eine angenehme Abwechslung zu anderen Krimis - damit begründet der Autor auch die zunehmend detaillierten Beschreibungen ihrer Umgebung. In einer brenzlichen Situation, in der Tuva womöglich den Tod fürchten muss, dann jedoch Schnecken am Boden mit Lippenstiften und Weingummis zu assoziiert- für mich an dieser Stelle nicht stimmig.

Die Mordermittlungen entwickeln sich in den ersten 2/3 eigentlich kaum merklich weiter. Es scheint mehr ein Überblick über das Leben in der kleinen abgelegenen Stadt nahe dem Utgard-Wald zu sein. Im letzten Drittel des Buches wird es (meiner Meinung nach) dann erstmals WIRKLICH spannend und Tuva kommt dem Täter in den Tiefen des Waldes näher. Der Autor hat es geschafft, mich an diesem Punkt nochmal mitzureißen und ich hatte auch endlich das Gefühl, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. Die Abschlussszene ist sehr spannend gestaltet, der Täter und auch seine Gründe unerwartet. Ich finde jedoch, dass auch schon im mittleren Teil des Buches einige Szenen so spannend hätten sein können, hätte man diese weniger schnell aufgelöst und mehr ausgeschmückt.

Zum Ende bleiben viele offene Fragen. Warum waren jene Personen genau zu diesem Zeitpunkt an Ort und Stelle? Wie hat sich alles gefügt? Das Ende ist im Gegensatz zum Rest des Buches plötzlich sehr harmonisch - auch der (von mir lang ersehnte) Besuch bei Tuvas kranken Mutter, deren Verhältnis immer als sehr schlecht und schwierig beschrieben wurde.
Es gibt noch weitere Dinge, die offen bleiben, die ich nun aber nicht verraten möchte, da sie zu viel vom Inhalt des Buches verraten würden.

Insgesamt habe ich mir mit dem Buch etwas schwer getan, ich kam (bis zum Schluss) nicht wirklich in einen Lesefluss, Tuva war mir als Person unsympathisch, ich konnte mich nicht mit ihr identifizieren und habe auch so keinen wirklichen Zugang zur Geschichte finden können. Obwohl die Story wirklich Potenzial hat und teilweise auch spannend erzählt wird, wirken viele Handlungen und die Dinge, die passieren, freistehend, ohne Zusammenhang und irgendwie grundlos. Das Buch gehört auf keinen Fall zu einem meiner Lieblingskrimis, ist aber auch nicht das schlechteste. Das Ende hat für mich nochmal einiges wett gemacht. Erwartet man einen durchgehend spannenden Krimi, ist „Totenstille“ von Will Dean womöglich das falsche Buch. Liebt man hingegen Geschichten, die sich langsam entwickeln und sich nicht aus einer Fülle gruseliger Ereignisse zusammensetzen - kann man an diesem Buch (denke ich) auf jeden Fall Freude haben.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

jeanettie jeanettie

Veröffentlicht am 17.11.2019

Ein wahrhaft düsterer Krimi, der in Schweden spielt

Dieses Buch erschien 2019 im Verlag Bastei Lübbe AG und beinhaltet 426 Seiten.
Eine Leiche eines Mannes wird tief im Dickicht zwischen dunklen Kiefern gefunden, dessen gewaltsamer Tod eine schwedische ... …mehr

Dieses Buch erschien 2019 im Verlag Bastei Lübbe AG und beinhaltet 426 Seiten.
Eine Leiche eines Mannes wird tief im Dickicht zwischen dunklen Kiefern gefunden, dessen gewaltsamer Tod eine schwedische Kleinstadt in Angst und Schrecken versetzt. Die Tat trägt die Handschrift des Medusa-Killers. Vor zwanzig Jahren hat in demselben Wald der Medusa-Killer sein Unwesen getrieben und wurde nie gefasst. Tuva Moodyson, eine junge Journalistin, ist ehrgeizig und wittert die Chance auf eine große Story. Doch da Tuva gehörlos ist und sich vor dem Wald fürchtet, ist für sie alles nicht so einfach. Und sie weiß, dass ihre Schwächen ihr allzu leicht zum Verhängnis werden. Je tiefer sie in den rätselhaften Fall eintaucht, desto weiter muss sie sich in das Dickicht des Waldes vorwagen, wo ein Gegner auf sie wartet, der ihre dunkelsten Ängste übertrifft...
Der Autor Will Dean hat einen tollen Schreibstil. Ich war sofort in der Handlung des Geschehens und begab mich gemeinsam mit Tuva, der Journalistin auf Verbrecherjagd. Ich finde, dass es sich hier um einen düsteren Krimi handelt, der in Schweden spielt. Der Medusa-Mörder ist ein echt schräger Typ, aber das müsst ihr einfach selbst erleben, denn ich möchte einfach nicht zu viel verraten. Überhaupt sind die Menschen, die hier mitspielen, alle etwas eigenwillig. Und Tuva ist eine wirklich neugierige Journalistin, die es vielleicht sogar schafft, ihre Ängste zu überwinden? Wer weiß?! Ich habe mich echt mit Tuva mitgegruselt und hätte mit diesem Ende keinesfalls gerechnet. Die Handlung ist fesselnd, spannend und aufregend, genau so wünsche ich mir einen guten Krimi! Gänsehaut pur!

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Autor

Will Dean

Will Dean wurde in den englischen Midlands geboren, wo er bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr in neun verschiedenen Dörfern lebte. Nach seinem Studium an der London School of Economics arbeitete er einige Zeit in der englischen Hauptstadt, bevor es ihn der Liebe wegen nach Schweden zog, wo er ein Holzhaus mitten im Wald nördlich von Göteborg baute, das er seither mit seiner Familie bewohnt. Sein Krimidebüt wurde für den beliebten Zoe-Ball-Bookclub ausgewählt und vielfach begeistert …

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