Totenwinter
 - Will Dean - Taschenbuch

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11,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Krimis
496 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-18323-4
Ersterscheinung: 27.11.2020

Totenwinter

Kriminalroman
Übersetzt von Sabine Schilasky

(6)

Ein eiskalter schwedischer Winter. Im tief verschneiten Värmland stürzt der Besitzer einer Fabrik vor den Augen seiner Mitarbeiter in den Tod. Unter den Zeugen ist auch die Journalistin Tuva Moodyson, die nicht an Selbstmord glaubt. Denn die zurückgezogen lebende Familie des Fabrikanten scheint vor irgendetwas große Angst zu haben. Dann wird auf dem Fabrikgelände eine weitere Leiche gefunden, und Tuva ahnt: Diese Story führt sie auf allzu dünnes Eis – unter dem ein gefährlicher Abgrund lauert …


Rezensionen aus der Lesejury (6)

dr_y_schauch dr_y_schauch

Veröffentlicht am 15.01.2021

mäßige Spannung, aber originelle Figuren und eine dichte Atmosphäre

Wir befinden uns in einer Kleinstadt im tief verschneiten Värmland, in dem Temperaturen um den Gefrierpunkt schon als kleine Wärmeperiode gelten – verständlich, wenn das Thermometer ansonsten in der Regel ... …mehr

Wir befinden uns in einer Kleinstadt im tief verschneiten Värmland, in dem Temperaturen um den Gefrierpunkt schon als kleine Wärmeperiode gelten – verständlich, wenn das Thermometer ansonsten in der Regel minus zwanzig Grad anzeigt. In dieser – pardon! – Arschkälte wird die Journalistin Tuva unversehens Augenzeugin, wie der Besitzer der örtlichen Lakritzfabrik vom Dach seiner Produktionsstätte stürzt. Ein Unfall? Selbstmord? Oder steckt etwas anderes dahinter? Tuvas Interesse ist geweckt, umso mehr, als bald darauf eine weitere Leiche auf dem Fabrikgelände gefunden wird.

Zugegeben: Für einen Kriminalroman ist die Spannung aus meiner Sicht etwas dürftig. Warum ich das Buch trotzdem ausgesprochen gern weiterempfehle, liegt nicht nur daran, dass es wirksam meinen Schneehunger stillt, sondern vor allem an den originellen Figuren – allen voran Protagonistin Tuva – und den unglaublich atmosphärischen Beschreibungen. Tuva ist bisexuell, gehörlos, eigensinnig und ungesellig, sie will nicht gefallen, sie tut, was sie für richtig hält – und ich habe mich augenblicklich in sie verliebt. Daneben gibt es einen spukigen Taxifahrer, einen undurchsichtigen Ghostwriter mit sehr speziellen Ernährungsvorlieben, zwei unheimliche Schwestern, die ihren Lebensunterhalt mit dem Schnitzen von Kobolden (in die auch mal Einzelteile von toten Tieren eingearbeitet werden) verdienen, und da ist vor allem die Familie des zu Tode gekommenen Fabrikanten, Witwe, Mutter und Tochter, die einen äußerst eigenwilligen Lebensstil pflegen.

Auch die Atmosphäre, die Will Dean erschafft, hat mich in ihren Bann gezogen: Der verschneite Wald, die in die Jahre gekommene Fabrik, die scheinbar repräsentativen Räume der Fabrikantenfamilie, die bei näherer Betrachtung schon bessere Zeiten gesehen haben; dazu die allgegenwärtige buchstäblich lebensbedrohliche Kälte, die dunklen, ehrfurchtgebietenden (wenn nicht gar angsteinflößenden) Wälder, der kniehohe Schnee – all dies wird dermaßen lebendig und anschaulich beschrieben, dass ich förmlich in der Szenerie versank.

„Totenwinter“ ist übrigens der zweite (und aktuelle) Band einer Reihe. Auf den ersten, „Totenstille“, wird zwischendurch Bezug genommen. Zwar wird die Auflösung nicht verraten, aber einige Details über einzelne Figuren offenbart. Das sind zwar kleine Spoiler, die der Lektüre des ersten Bandes (ich habe ihn auch erst danach gelesen) insgesamt aber keinen Abbruch tun. (Wobei ich den hier vorgestellten zweiten Roman besser finde.)

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Filip2806 Filip2806

Veröffentlicht am 10.01.2021

Der Kontrast zwischen Kälte und Wärme

Im Kriminalroman „Totenwinter“ spielt der Plot im eiskalten und schneebedeckten Schweden. Die Redakteurin Tuva Moodyson kommt an der Lakritzfabrik einer bekannten Familie an. Plötzlich wird sie Zeugin ... …mehr

Im Kriminalroman „Totenwinter“ spielt der Plot im eiskalten und schneebedeckten Schweden. Die Redakteurin Tuva Moodyson kommt an der Lakritzfabrik einer bekannten Familie an. Plötzlich wird sie Zeugin eines vermeintlichen Selbstmordes. Der Besitzer der Fabrik stürzt sich von einem Turm in den Tod. Die Beerdigung wird schnell arrangiert. Tuva ahnt, dass die Familie des Fabrikanten vor irgendetwas große Angst hat. Aber vor was oder wem? Nach kurzer Zeit wird eine zweite Leiche auf dem Fabrikgelände gefunden. Ein heftiger Schneesturm erreicht das Dorf und Tuva versucht alles, den Täter zu enttarnen. Dabei ist sie sich dessen nicht bewusst, dass dieser sie schon lange sie im Visier hat.

Passend zur Jahreszeit sowie dem Schneefall der letzten Tage, ließ ich mit viel Freude diesen Kriminalroman. Dem Autor gelingt es schon am Anfang durch ausführliche Beschreibungen, das trostlose, einsame und vom schneebedeckte Dorf in Nordschweden darzustellen. Insbesondere durch das Verhalten der düsteren Charaktere sowie ihren tristen Emotionen spürt man die Kälte, die aus dem Kriminalroman hervor geht. Deswegen kann man sagen, dass der Autor einen guten Schreibstil aufweist. Doch in dieser Kälte gibt einen Funken Wärme. An der Seite der Protagonistin namens Tuva ermitteln wir in einem sehr perfiden und verschachtelten Fall. Tuva als Protagonistin hat mir gut gefallen. Sie strahlt Wärme aus und entwickelt sich zur einzigen sympathischen Figur in diesem Kriminalroman.

Durch die Ich-Perspektive befindet sich man sehr nah an der Protagonistin, sodass man ihre Gedankengänge detailliert verfolgen kann. Dies empfand ich als gut gelungen. Auch wenn der Autor sie ausführlich beschreibt, fehlte mir die Tiefe. Ich würde zum Beispiel gerne mehr ihre Vergangenheit und Einzelheiten zum ersten Fall kennenlernen, um zu erfahren, warum sie genau zu diesem Menschen geworden ist, der sie gegenwärtig ist.

Im Buch entwickeln sich viele Handlungs- bzw. Ermittlungsstränge, die gut zu überblicken sind. Leider fiel mir auf, dass dass einzelne Stränge ins Leere liefen. Aus diesem Grund war ich zum Schluss teils frustriert deswegen.

Insgesamt kann ich sagen, dass der Kriminalroman „Totenwinter“ trotz einigen Schwächen spannend zu lesen war. Ich finde, dass dem Autor sehr gut gelungen ist, den Kontrast zwischen der kalten Atmosphäre und der warmen Protagonistin gut darzustellen. Wer mehr über Tuva als Figur erfahren möchte, sollte vorher den ersten Band lesen. Dies werde ich auch tuen wollen!

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Toxicas Toxicas

Veröffentlicht am 07.01.2021

In Eis und Schnee kannst du dem Unheil nicht entkommen

Tiefster Winter und klirrende Kälte bestimmen seit Wochen das Leben in dem kleinen verschneiten Nest in Värmland. Es sind Tuva Moodysons letzten Tage als Journalistin bei dem kleinen örtlichen Wochenblatt. ... …mehr

Tiefster Winter und klirrende Kälte bestimmen seit Wochen das Leben in dem kleinen verschneiten Nest in Värmland. Es sind Tuva Moodysons letzten Tage als Journalistin bei dem kleinen örtlichen Wochenblatt. Ihr Plan ist es, sich in Ruhe von Freunden und Kollegen zu verabschieden und ihre letzte Ausgabe herauszugeben. Dann aber stürzt der Inhaber der ortsansässigen Lakritzfabrik von einem Schornstein in den Tod und der ganze Ort gerät in Aufruhr. Als sich die Vorkommnisse häufen, beschließt Tuva, diesen auf den Grund zu gehen und bringt sich damit selbst in Gefahr. War es wirklich ein Selbstmord, oder stecken noch viel dunklere Geheimnisse hinter den Mauern der Lakritzfabrik?

Natürlich habe ich, wie könnte es anders sein, die Sache mal wieder von hinten aufgerollt. Denn „Totenwinter“ ist bereits das zweite Buch um die junge Journalistin Tuva Moodyson. Wem es aber rein um diesen einen Kriminalfall geht, wird sich daran weiter nicht stören. Zwar gibt es einige Andeutungen auf Geschehnisse aus dem ersten Teil, diese tragen aber nicht entscheidend zu dem hier behandelten Selbstmord des Fabrikbesitzers bei und unterbrechen somit weder das Verständnis noch den Lesefluss. Wer jedoch großen Wert auf das Mitverfolgen der Figurenentwicklung legt, sollte definitiv mit „Totenstille“ beginnen. Mich haben die Andeutungen jedenfalls so neugierig gemacht, dass ich auch dieses Buch lesen werde.

Will Dean versteht gekonnt, Spannung aufzubauen und seine Leser mitzureißen. Er erzählt seinen Kriminalroman flüssig und in einer eingängigen Sprache aus der Sicht der jungen Redakteurin. Nicht zuletzt dadurch wird Tuva zu der Sympathieträgerin schlechthin. Dean zeichnet seine Figuren facettenreich, detailliert und realistisch. Sie überzeugen vor allem durch ihre Vielschichtigkeit.

„Totenwinter“ kommt ohne große Action und aus dem Hut gezauberten Überraschungen aus. Der Krimi hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Pageturner entwickelt, den ich einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Auch wenn es im Nachhinein den ein oder anderen Hinweis auf die richtige Spur gab, so war die Auflösung letztendlich doch gut vorbereitet und für mich nicht vorherzusehen.

Persönliches Fazit: Will Dean hat mir mit „Totenwinter“ definitiv ein absolutes Lesehighlight beschert. Weil es mir so gut gefallen hat, schiebe ich jetzt auch direkt den ersten Teil hinterher. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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Annabell95 Annabell95

Veröffentlicht am 28.12.2020

Sehr langatmig

Im tiefverschneiten Värmland stürzt sich der Besitzer der Lakritzfabrik vor den Augen seiner Mitarbeiter von dem Schornstein. Auch die gehörlose Journalistin Tuva Moodyson wird Zeugin von diesem schrecklichen ... …mehr

Im tiefverschneiten Värmland stürzt sich der Besitzer der Lakritzfabrik vor den Augen seiner Mitarbeiter von dem Schornstein. Auch die gehörlose Journalistin Tuva Moodyson wird Zeugin von diesem schrecklichen Vorfall. Sie glaubt nicht an Selbstmord, denn die Familie lebt sehr zurückgezogen und scheint vor etwas Angst zu haben. Kurze Zeit später wird eine weitere Leiche auf dem Fabrikgelände gefunden und Tuva fängt an noch intensiver Nachforschungen anzustellen und sie ahnt, dass es kein gutes Ende nehmen wird...

Bei "Totenwinter" handelt es sich um den 2. Teil um die gehörlose Journalistin Tuva Moodyson. Ich kenne den Vorgängerband noch nicht und normalerweise stört mich das auch nicht, doch hier hatte ich echt Schwierigkeiten in die Handlung zu kommen. Der Autor hat ständig Bezug auf den vorherigen Teil genommen und so viel es mir schwer viele Dinge zuzuordnen sowie auch mit zukommen. Mir fehlte hier einfach die Vorgeschichte von Tuva.

Die Hauptprotagonistin Tuva ist ein interessanter Charakter durch ihre fast Gehörlosigkeit. Nur mit ihren Hörgeräten kann sie etwas hören. Aber durch die Ich-Erzählperspektive habe ich ich sie nicht wirklich greifen können. Vermutlich auch weil mir die Vorgeschichte gefehlt hat.

Über weite Teile des Buches war kaum Spannung. Alles war langatmig und in die Länge gezogen. Nur hier und da waren kleine Abschnitte mal spannend.
Das Augenmerk lag hier auf dem Unwesentlichen. Gefühlt wurde die ganze Zeit nur der Winter im nördlichen Schweden beschrieben, wie kalt und schneereich er ist und um das An- und Ausziehen in der kalten Jahreszeit.

Erst ganz zum Ende kam ein klein wenig Spannung auf. Doch selbst das Finale blieb ohne Tempo.

Mein Fazit:
Ich bin ein Fan von skandinavischer Spannung, aber dieser Krimi hat mir absolut nicht gefallen. Daher auch keine Leseempfehlung. Wer ihn trotzdem lesen möchte, dem empfehle ich aber zuerst den ersten Teil zu lesen.

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DanielaK82 DanielaK82

Veröffentlicht am 13.12.2020

toller Schwedenkrimi für die kalten Tage


Tiefster Winter und klirrende Kälte bestimmen seit Wochen das Leben in dem kleinen verschneiten Nest in Värmland. Es sind Tuva Moodysons letzten Tage als Journalistin bei dem kleinen örtlichen Wochenblatt. ... …mehr


Tiefster Winter und klirrende Kälte bestimmen seit Wochen das Leben in dem kleinen verschneiten Nest in Värmland. Es sind Tuva Moodysons letzten Tage als Journalistin bei dem kleinen örtlichen Wochenblatt. Ihr plan ist es, sich in Ruhe von Freunden und Kollegen zu verabschieden und ihre letzte Ausgabe in Ruhe herauszugeben. Als dann aber der Inhaber der ortsansässigen Lakritzfabrik von einem Schornstein in den Tod stürzt, gerät der ganze Ort in Aufruhr. Als sich die Vorkommnisse häufen, beschließt Tuva diesen auf den Grund gehen und bringt sich damit selbst in Gefahr. War es wirklich ein Selbstmord, oder stecken noch viel dunklere Geheimnisse hinter den Mauern der Lakritzfabrik?

Natürlich habe ich, wie könnte es anders sein, die Sache mal wieder von hinten aufgerollt. Denn „Totenwinter“ ist bereits das zweite Buch um die junge Journalistin Tuva Moodyson. Wem es aber rein um diesen einen Kriminalfall geht, wird sich daran weiter nicht stören. Zwar gibt es einige Andeutungen auf Geschehnisse aus dem ersten Teil, diese tragen aber nicht entscheidend zu dem hier behandelten Selbstmord des Fabrikbesitzers bei und unterbrechen somit weder das Verständnis noch den Lesefluss. Wem es aber um die Entwicklung der Figuren geht, sollte definitiv mit „Totenstille“ beginnen. Mich haben die Andeutungen jedenfalls so neugierig gemacht, dass ich auch dieses Buch lesen werde.

Will Dean versteht gekonnt Spannung aufzubauen und seine Leser mitzureißen. Er erzählt seinen Kriminalroman flüssig und in einer eingängigen Sprache aus der Sicht der jungen Redakteurin. Nicht zuletzt dadurch wird Tuva zu der Sympathieträgerin schlechthin. Dean zeichnet seine Figuren facettenreich, detailliert und realistisch. Sie überzeugen durch ihre Vielschichtigkeit. Alle von Ihnen haben ihr Päckchen zu tragen und so habe ich besonders Tuva sofort ins Herz geschlossen und mit ihr mitgefiebert.

„Totenwinter“ kommt ohne große Action und aus dem Hut gezauberten Überraschungen aus. Der Krimi hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Pageturner entwickelt, den ich einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Will Dean hat mir mit „Totenwinter“ definitiv eines meiner Lesehighlights 2020 beschert. Daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

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Autor

Will Dean

Will Dean wurde in den englischen Midlands geboren, wo er bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr in neun verschiedenen Dörfern lebte. Nach seinem Studium an der London School of Economics arbeitete er einige Zeit in der englischen Hauptstadt, bevor es ihn der Liebe wegen nach Schweden zog, wo er ein Holzhaus mitten im Wald nördlich von Göteborg baute, das er seither mit seiner Familie bewohnt. Sein Krimidebüt wurde für den beliebten Zoe-Ball-Bookclub ausgewählt und vielfach begeistert …

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