Verborgen im Gletscher
 - Arnaldur Indriðason - Hardcover

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22,90

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Hardcover
Krimis
365 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7857-2657-0
Ersterscheinung: 31.10.2019

Verborgen im Gletscher

Island Krimi
Übersetzt von Anika Wolff

(25)

In den Tiefen des Langjökull-Gletschers wird die Leiche eines seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns entdeckt. Damals wurde die Suche nach ihm eingestellt. Zwar war ein Kollege des Mannes des Mordes verdächtigt worden, aber die Beweise fehlten. Kommissar Konráð blieb jedoch stets von dessen Schuld überzeugt. Inzwischen ist Konráð pensioniert, aber der Fund des Vermissten lässt die Erinnerungen wieder wach werden. Und Konráð beschließt, den Fall noch einmal aufzurollen. Mit dramatischen Folgen ...

Rezensionen aus der Lesejury (25)

PandaCat PandaCat

Veröffentlicht am 11.11.2019

Ein ruhiger Cold Case Fall

Im Zuge der Schmelze der Geltscher in Island wird eine Leiche freigelegt, die einen 30 Jahre alten Vermisstenfall wieder ins polizeiliche Interesse rückt.

Konrad ist ein pensionierter Polizist, der damals ... …mehr

Im Zuge der Schmelze der Geltscher in Island wird eine Leiche freigelegt, die einen 30 Jahre alten Vermisstenfall wieder ins polizeiliche Interesse rückt.

Konrad ist ein pensionierter Polizist, der damals in dem Fall ermittelt hat. Da ihn der Fall nie ganz losgelassen hat mischt er sich in die Ermittlungsarbeit ein und sucht nach neuen Informationen.
Die Person Konrad wird dabei gut dargestellt mit seinen verschiedenen Facetten und einer gewissen inneren Zerissenheit. Wer die Reihe um Erlendur des selben Autors kennt, wird aber merken, dass Konrad eine nicht ganz so düstere Sicht auf die Dinge hat, was sich auch in der Beschreibungen wieder spiegelt. Die meisten anderen Personen bleiben eher oberflächlich.

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut lesen.
Arnaldur Indriðason schreibt ruhig und realistischer im Bezug auf die Dauer polizeilicher Ermittlungen als manch anderer Autor - insbesondere in diesem Cold Case, in dem Kornad nicht offiziell ermittelt. Dies hat jedoch zur Folge, dass der Krimi am Anfang zwar Spannung aufbaut, dieser aber wieder relativ rasch abfällt und erst im letzten Drittel des Buches wieder anzieht. Es gibt nicht wirklich einen kontinuierlichen Spannungsbogen.
Es gibt viele Personen, die nur einmal auftauchen, Sackgassen, die nicht weiter führen und Dinge, die einfach Zeit brauchen. Wirklich miträtseln, wer möglichweise der Täter war, ist hier nicht möglich.

Wem der Schreibstil von Indriðason gefällt und wem eine kontinuierliche Spannung nicht wichtig ist, der bekommt ein nettes Buch, das sich gut lesen lässt und auch für ein "mal kurz ein paar Kapitel lesen" geeignet ist. Es fällt einem doch relativ leicht das Buch aus der Hand zu legen.

Wer hingehen einen Krimi mit Spannung und Action sucht und einer eher klaren Linie ohne viele Abzweigungen, die nirgendwo hin führen, für den ist dieses Buch nicht das richtige!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

brenda_wolf brenda_wolf

Veröffentlicht am 11.11.2019

Eisige Geheimnisse

Inhalt:
In den Tiefen des Langjökull-Gletschers wird die Leiche eines seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns entdeckt. Damals wurde die Suche nach ihm eingestellt. Zwar war ein Kollege des Mannes des ... …mehr

Inhalt:
In den Tiefen des Langjökull-Gletschers wird die Leiche eines seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns entdeckt. Damals wurde die Suche nach ihm eingestellt. Zwar war ein Kollege des Mannes des Mordes verdächtigt worden, aber die Beweise fehlten. Kommissar Konráð blieb jedoch stets von dessen Schuld überzeugt. Inzwischen ist Konráð pensioniert, aber der Fund des Vermissten lässt die Erinnerungen wieder wach werden. Und Konráð beschließt, den Fall noch einmal aufzurollen. Mit dramatischen Folgen ...

Meine Meinung:
Nahezu 30 Jahre schlummerte die Leiche Sigurvins im Gletscher. Der Hauptverdächtige Hjaltaltin hat die Tat bis zu seinem Lebensende bestritten. Nur Konráð schien ihm zu glauben. Dieser Verdacht hat sein Leben überschattet und deshalb bittet der sterbende Hjaltaltin den pensionierten Konráð, wenn der den wirklichen Täter fasst „… lass es ihn spüren“.

Interessant ist auch Konráds Hintergrund, seine Vergangenheit und Familiengeschichte. Nach und nach erfährt der Leser vom Vater, der krumme Dinge drehte und der auf rätselhafter Weise zu Tode kam. Als Hjaltalin angesichts der Verdächtigungen irgendwann mal ausgerastet ist, eigentlich kein Wunder, reagierte Konráð darauf unangemessen aggressiv. Da schien sein Vater mit voller Wucht durchgeschlagen zu sein. Seine Schwester sagte irgendwo zu ihm: „Du weißt nicht, wieviel Vater in dir steckt?“ Conrad entgegnete: „Das weiß ich, Beta. Das musst du mir nicht sagen.“ Mir gefällt der Satz. Wir können unserer Vergangenheit nicht vollständig ablegen, wie man einen abgetragenen Mantel in die Tonne stopft.

Auch erhält man Einblicke in seine Ehe. Konrád führte eine langjährige glückliche Ehe mit Erna, der Liebe seines Lebens, die er durch eine Krebserkrankung verlor. Emotional angesprochen wurde ich von Ernas Einstellung zu ihrem nahen Tod. Sie nahm das Unabänderliche an. „Der einzige Weg, den Tod zu besiegen, ist, sich mit ihm abzufinden.“ Ein starker Satz.

Arnaldur Indriðason ist Islands erfolgreichster Krimiautor. Ich finde, zu Recht. Ich mag seinen Stil. Die Namen der Menschen und der Örtlichkeiten sind gewöhnungsbedürfig, aber okay ... wir sind in Island. Die Stimmung wird gut eingefangen, die Schauplätze sind gut beschrieben. Man "duzt" sich in dem wenig bevölkerten Land. Die Atmosphäre ist eher düster, wie auch bei den meisten skandinavischen Krimis.

Der Klimawandel ist in diesem Roman ein Thema, er wird zwar nur am Rande angesprochen, gibt dem Leser jedoch zu denken. Auch das Thema Alkoholmissbrauch scheint in Island ein Problem zu sein, bzw. gewesen zu sein. Ich habe nachgelesen, dass mittlerweile Islands Jugendliche zu den «cleansten» ganz Europas gehören.

Fazit: Mit hat dieser ruhige Krimi sehr gefallen.

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girasole girasole

Veröffentlicht am 10.11.2019

Ein Fall für Liebhaber von ruhigeren Krimis

Eine Touristengruppe findet auf dem durch die Erderwärmung abschmelzenden Gletscher Langjökull eine Leiche. Diese wird als Sigurvin identifiziert, der vor mehr als 30 Jahren verschwunden ist. Tatverdächtiger ... …mehr

Eine Touristengruppe findet auf dem durch die Erderwärmung abschmelzenden Gletscher Langjökull eine Leiche. Diese wird als Sigurvin identifiziert, der vor mehr als 30 Jahren verschwunden ist. Tatverdächtiger war damals sein Geschäftspartner Hjaltalin und auch jetzt rückt er wieder in den Fokus der Ermittler. Allerdings hat er damals und auch heute seine Unschuld beteuert, ihm konnte und kann nichts nachgewiesen werden. Die beiden hatten zusammen ein Unternehmen und zwar gab es auch Differenzen, aber Hjaltalin versichert, daß er ihn nicht umgebracht habe. Hjaltalin ist ein harter Brocken, jetzt ist er an Krebs erkrankt und sein Tod ist definitiv in Sichtweite. In Untersuchungshaft besteht er auf einem Gespräch mit Konráð. Er war damals der zuständige Ermittler und ein Streit zwischen Ermittler und Verdächtigen führte zu der sofortigen Beurlaubung von Konráð. Zusätzlich meldet sich jetzt eine Frau, die behauptet, daß ihr Bruder nicht durch einen Unfall ums Leben kam, sondern, daß es sich um Mord gehandelt hat. Die Hilfe des mittlerweile pensionierten Konráð wird jetzt benötigt und er wird zum Berater ernannt.

Es stellt sich als überaus schwierig dar, nach 30 Jahren noch Zeugen für den letzten Aufenthalt von Sigurvin zu finden. Aber die intensive Suche erweist sich als Erfolg und es kommt die Wahrheit ans Licht. Die Auflösung und das Ende fand ich ausgesprochen gut konstruiert.


Wie in seinen anderen Krimis auch, begeistert mich der Schreibstil. Seine Bücher sind komplex, spannend zu lesen, ohne ständige Action, die Atmosphäre wird sehr gut beschrieben, die Figuren handeln realistisch und authentisch und das ohne großes Blutvergießen.

In diesem Band steht nicht nur der aktuelle Fall im Mittelpunkt, sondern auch die Person von Konráð. Es geht dabei auch um seine Kindheit, vor allem um seinen Vater und dessen zwielichtige Vergangenheit, aber auch um seine glückliche Ehe und den Krebstod seine Frau Erna. Derzeit befindet er sich noch in einer Übergangsphase und ist im Rentnerdasein noch nicht richtig angekommen, da kommt der Hilferuf seiner Nachfolgerin Marta gerade zu rechten Zeit.

Der Autor hat mit diesem Buch aber auch aktuelle Themen eingebracht – Alkoholismus, Drogen, Klimawandel und auch den Tourismus für Island.

Für die Liebhaber von ruhigeren Krimis auf jeden Fall eine Lesempfehlung!

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Alexa45 Alexa45

Veröffentlicht am 10.11.2019

Mir fehlte hier die Spannung...

*Zum Buch:* Eine Reisegruppe in Island besteigt einen Gletscher und findet dort, weil die Gletscher so langsam tauen, eine gut erhaltene Leiche im Eis. Schnell ist klar, dass es sich hierbei um Sigurvin ... …mehr

*Zum Buch:* Eine Reisegruppe in Island besteigt einen Gletscher und findet dort, weil die Gletscher so langsam tauen, eine gut erhaltene Leiche im Eis. Schnell ist klar, dass es sich hierbei um Sigurvin handelt, der vor dreißig Jahren verschwand. Er wurde ermordet. Der vor kurzem in Ruhestand getretene Kriminalkommissar Konrad wird erneut zu Hilfe gebeten, da es damals sein Fall war. Weil ihm der Fall aber auch nie Ruhe gelassen hat, rollt er den Fall mit den Verdächtigen von einst wieder auf. Dann geschieht noch ein weiterer Mord...

*Meine Meinung:* Der Fall an sich ist schon interessant und wenn man sich erstmal an die vielen isländischen Namen gewöhnt hat, kann man es auch recht flüssig lesen. Dennoch fehlt mir hier in diesem Krimi eindeutig die Spannung. Der Autor kramt hier Personen von vor dreißig Jahren hervor, die aber nichts zum Fall beitragen können. Dadurch wird das Ganze sehr unübersichtlich und meiner Meinung nach künstlich in die Länge gezogen. Sicherlich handelt es sich hierbei um einen Cold Case und die Ermittlungen gehen natürlich nicht so schnell voran wie in einem aktuellen Fall, aber trotzdem muss der Leser hier so einiges an unwichtigen Informationen selber herausfiltern.
Die Protagonisten sind gut umschrieben, den Ermittler Konrad mag man eigentlich sofort gerne, obwohl er eine schwere Kindheit und eine nicht ganz so saubere Jugend vorweist. Aber gerade das macht ihn sympathisch. Die Ermittler von der Kriminalpolizei arbeiten eigentlich alle gegen Konrad, zumindest entsteht dieser Eindruck.
Die Auflösung des Rätsels ist aber unerwartet und bringt noch mal einen Schwung Spannung mit hinein.

*Mein Fazit:* Mir war der Krimi zu langweilig, aber ich bin mir sicher, dass dieses Buch auch seine Liebhaber finden wird. Es ist halt solide Ermittlungsarbeit bei Cold Cases, aber für mich nichts Spannendes. Ich vergebe für diesen Krimi, den ich in einer Leserunde vorab lesen durfte, leider nur 3 von 5 Sternen.

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Nsaba Nsaba

Veröffentlicht am 09.11.2019

Gehalten im nordländischen Eis

Er sah ganz unverändert aus. Die Eiseskälte erlaubte keinen Verfall...

Ein Mann wird für rund 30 Jahre im Eis eines isländischen Gletschers konserviert. Im Zuge der weltweiten, viel zu raschen Gletscherschmelze ... …mehr

Er sah ganz unverändert aus. Die Eiseskälte erlaubte keinen Verfall...

Ein Mann wird für rund 30 Jahre im Eis eines isländischen Gletschers konserviert. Im Zuge der weltweiten, viel zu raschen Gletscherschmelze tritt seine Leiche nun wieder an die Oberfläche. Gänzlich überraschend für Angehörige und Polizei, wird der Fall des lange vermissten Sigurvin somit wieder aus den Schubladen gezogen.

Dem mittlerweile pensionierten Ermittler Konráð war es vor rund 30 Jahren nicht gelungen, diesen Vermisstenfall aufzulösen. Diverse Zeugenaussagen ließen allerdings schon damals einen Mord vermuten.

Prägend für diese Neuerscheinung des bekannten isländischen Autors Arnaldur Indriðason ist die Zerissenheit des Ermittlers, der - obwohl schon in Rente - diesen Fall nicht ruhen lassen kann. Ganz im Gegenteil - erst auf Bitten des Hauptverdächtigen, später aus eigenem Antrieb - steigt Konráð nochmal ganz tief in diesen Fall ein.

Ein grübelnder Rentner und ein Fall aus dem Archiv bilden hier eine Kombination, die ruhige Ermittlungsarbeit bedeutet. Der in diesem Buch zu erwartende Spannungsbogen hat ein Hoch direkt zu Anfang des Buches, wenn die Leiche gefunden wird. Dann senkt sich der Spannungsbogen allmählich ab über einige mittlerere Kapitel, wo breit über den Tathergang spekuliert wird. Selbstverständlich kommt es dann auch nochmals zu einem Anstieg der Spannung, sobald neue Personen und neue Details bekannt werden.

"Verborgen im Gletscher" ist ein Island-Krimi im Mittelfeld. Ich kenne bisher alle Bücher dieses Autors, die in deutscher Sprache erschienen sind und für mich ist diese Neuerscheinung wahrlich nicht sein stärkstes Werk.

Da dieses Buch jedoch der Auftrakt zu einer neuen Krimi-Reihe ist, könnte ich mir vorstellen, dass diese ruhige, detailstarke Ermittlungsarbeit ein bewusst heraus gearbeitetes Chrakteristikum darstellt und keine Schwäche gegenüber vorherigen Büchern des Autors abbildet. Meine Vermutung ist, wer die Ermittlungen des schwedischen Henning Mankell-Charakters Wallander mag, wird auch die Reihe um den isländischen Konráð schätzen.

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Karten von Island und Reykjavík

Autor

Arnaldur Indriðason

Arnaldur Indriðason - Autor
© Jóhann Páll Valdimarsson

Arnaldur Indriðason, 1961 geboren, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland und war Journalist sowie Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung Morgunbladid.Heute lebt er als freier Autor mit seiner Familie in Reykjavik und veröffentlicht mit sensationellem Erfolg seine Romane. Arnaldur Indriðasons Vater war ebenfalls Schriftsteller. 1995 begann er mit Erlendurs erstem Fall, weil er herausfinden wollte, ob er überhaupt ein Buch schreiben könnte. Seine Krimis belegen …

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