Verborgen im Gletscher
 - Arnaldur Indriðason - Taschenbuch

ab
28.05.2021
erhältlich

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11,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Krimis
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-404-18397-5
Ersterscheinung: 28.05.2021

Verborgen im Gletscher

Island Krimi
Übersetzt von Anika Wolff

(42)

In den Tiefen des Langjökull-Gletschers wird die Leiche eines seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns entdeckt. Damals wurde die Suche nach ihm eingestellt. Zwar war ein Kollege des Mannes des Mordes verdächtigt worden, aber die Beweise fehlten. Kommissar Konráð blieb jedoch stets von dessen Schuld überzeugt. Inzwischen ist Konráð pensioniert, aber der Fund des Vermissten lässt die Erinnerungen wieder wach werden. Und Konráð beschließt, den Fall noch einmal aufzurollen. Mit dramatischen Folgen ...

Rezensionen aus der Lesejury (42)

_ekolabine _ekolabine

Veröffentlicht am 18.11.2020

Ein pensionierter Kommissar und die Last eines ungelösten Altfalls

Durch den Klimawandel schmelzen auch in Island deutlich sichtbar Gletscher ab. Als im schmelzenden Eis des Langjökull-Gletschers die Leiche eines seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns freigelegt wird, ... …mehr

Durch den Klimawandel schmelzen auch in Island deutlich sichtbar Gletscher ab. Als im schmelzenden Eis des Langjökull-Gletschers die Leiche eines seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns freigelegt wird, hofft die isländische Kriminalpolizei, die Fallakte nun endlich schließen zu können. Der Hauptverdächtige von damals, ein Geschäftspartner des vermissten Sigurvin, hatte seit Jahrzehnten seine Unschuld beteuert. Er besteht nun darauf, mit dem pensionierten Kommissar Konráð zu sprechen - und nur mit ihm. Konráð konnte vor 30 Jahren keinen Täter überführen und sieht sich erneut mit seinem Scheitern und dem damaligen Spott seiner Kollegen konfrontiert. Er würde nach der Pfeife des hochmanipulativen Hjaltalín tanzen, hieß es, ohne ihm etwas nachweisen zu können. Indem der Verdächtige immer wieder auf Konráðs unbestreitbar kriminellen Vater zu sprechen kam, traf er den schwachen Punkt des Ermittlers.

Konráð ist erst seit kurzer Zeit pensioniert und verwitwet. Einen Plan für die Zukunft hat er noch nicht, so dass ihm die Bitte um Unterstützung seiner Ex-Kollegin Marta nicht ungelegen kommt. Da Konráð sich aktuell mit dem ungeklärten Tod seines Vaters befasst, befindet er sich in einer vergleichbaren Situation wie die Angehörigen des Toten und des Hauptverdächtigen – er möchte Klarheit über die Todesursache. Konráð hat in seiner Beraterrolle keinen abgegrenzten Arbeitsauftrag und schliddert eher unkoordiniert durch seine Ermittlungen. Da er selbst aus dem ärmlichen Schattenviertel stammt, in dem er ermittelt, hat er den Kollegen gegenüber den Vorteil, dass man ihm dort vertraut und sich von ihm verstanden fühlt. Für Konráð gilt es jetzt, Verbindungen zu erkennen und zu klären, wer damals einen Jeep zur Verfügung hatte, mit dem ein Gletscher zu befahren war. Nach einigen Wendungen lässt ein unerwarteter Story-Twist einen als Leser am Ende unsicher darüber zurück, was man von Konráð halten soll …

Mit Kommissar Konráð, der bereits in der Flóvent-Thorson-Reihe einen Auftritt hatte, schafft Arnaldur Indriðason einen glaubwürdigen, stimmigen Charakter, der sich noch nicht völlig auf sein Rentnerdasein eingestellt hat. Das Thema Einsamkeit im Alter schwingt parallel zur Aufklärung von Sigurvins Tod stets mit und erinnert an Nessers Der Verein der Linkshänder. Erstaunlich finde ich, wie viel Persönliches man als Leser über Konrad erfährt und auch, wie schmal der Grat für ihn als Jugendlicher war, von dem er nach der Trennung seiner Eltern in die Kriminalität hätte abrutschen können. Ein Ermittler, der alles andere als fehlerlos ist, und ein Kriminalfall, der dem Autor Gelegenheit gibt, über die Wirtschaftskrise, den Touristenboom seit Anfang des Jahrtausends und die Folgen des Klimawandels zu plaudern. Ich fand Konráðs Wege spannend und unterhaltsam und empfehle den Roman an Island-Fans gern weiter.

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Mattiasbuecherecke Mattiasbuecherecke

Veröffentlicht am 24.01.2020

solider Kriminalroman

Seit ich das erste Buch von Arnaldur Indridason gelesen habe, bin ich Fan seiner Werke. Umso gespannter war ich natürlich, als dieses Buch angekündigt wurde.

Eins hat mich allerdings irritiert:
Wieso ... …mehr

Seit ich das erste Buch von Arnaldur Indridason gelesen habe, bin ich Fan seiner Werke. Umso gespannter war ich natürlich, als dieses Buch angekündigt wurde.

Eins hat mich allerdings irritiert:
Wieso ist das eine neue Reihe um Konrad, wo es doch bereits einem Buch gibt, in dem er als Rentner ermittelt?

Die Geschichte ansich finde ich interessant, allerdings muss ich auch sagen, dass es an manchen Stellen ein paar Längen hatte, die ich so von Arnaldur Indridason nicht kenne.

Nichts desto trotz hat mich dieses Buch gut unterhalten, und ich hatte es dementsprechend schnell durch.

Die Bücher von Indridason sind ja dafür bekannt, dass sie sich häufig mit sogenannten "Cold Cases" sind, d.h. Fälle, die vor langer Fall nicht gelöst werden konnten.

Ich persönlich finde das sehr interessant.

Fazit

Ein gelungener Kriminalroman, der noch Luft nach oben lässt.

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Gavroche Gavroche

Veröffentlicht am 31.12.2019

Gletschertod

Durch den Klimawandel kommt es in Island dazu, dass ein Gletscher schmilzt und so entdeckt eine Touristengruppe eine Leiche. Hierbei handelt es sich um Sigurvin, einen Geschäftsmann, der seit numehr dreißig ... …mehr

Durch den Klimawandel kommt es in Island dazu, dass ein Gletscher schmilzt und so entdeckt eine Touristengruppe eine Leiche. Hierbei handelt es sich um Sigurvin, einen Geschäftsmann, der seit numehr dreißig Jahren als vermisst gilt. Die Ermittlungen werden wieder aufgenommen und zwar von Konrad, der zwar mittlerweile im Ruhestand hat, aber ganz viel Zeit für Befragungen etc hat. Der damals verdächtige Hjaltalin sitzt erneut in Untersuchungshaft, ist aber schwer krank und beteuert weiterhin seine Unschuld.
Es handelt sich hier um einen eher ruhigen Krimi, der sich viel Zeit lässt und Raum für Beschreibungen und Erzählstränge lässt. Die Auflösung ist gut nachvollziehbar.

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sunny-girl sunny-girl

Veröffentlicht am 15.12.2019

Düster und spannend

Im Gletscher taucht die Leiche des seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns auf. Kommissar Konrad hat damals ermittelt und auch heute als Rentner lässt ihn der Fall nicht los. Denn der Täter konnte nicht ... …mehr

Im Gletscher taucht die Leiche des seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns auf. Kommissar Konrad hat damals ermittelt und auch heute als Rentner lässt ihn der Fall nicht los. Denn der Täter konnte nicht ermittelt werden. Konrad fängt auf eigene Faust an nach neuen Anhaltspunkten zu suchen. Zumal er auch auf einen unklaren Verkehrsunfall stößt.
Das Buch wird fast ausschließlich aus Sicht von Konrad erzählt. Es werden nicht nur die aktuellen Ereignisse erzählt, sondern er reflektiert sein Leben. Man erfährt viel von seiner Jugend und sein Verhältnis zu seinen Vater und über seine verstorbene Frau.
Dem Autor gelingt die Charakterisierung der Akteure sehr gut. Auch lässt er aktuelle Probleme in Island mit einfließen. Die Krimihandlung plätschert so vor sich hin. Die Spannung wird eher durch die zwischenmenschlichen Beziehungen erzeugt.
Das Buch ist nicht für Liebhaber rasanter Thriller. Wer einen ruhigen Krimi mit skandinavischen Touch sucht, ist hier gut bedient.

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amena25 amena25

Veröffentlicht am 09.12.2019

Typischer Indriðason-Krimi



Eine Touristengruppe in Island stößt auf dem Langjökull-Gletscher, der aufgrund der Klimaerwärmung jedes Jahr kleiner wird, auf die Leiche eines seit Jahrzehnten vermissten Mannes. Nach einem Streit ... …mehr



Eine Touristengruppe in Island stößt auf dem Langjökull-Gletscher, der aufgrund der Klimaerwärmung jedes Jahr kleiner wird, auf die Leiche eines seit Jahrzehnten vermissten Mannes. Nach einem Streit mit einem Kollegen war der Geschäftsmann Sigurvin verschwunden, nur sein Auto wurde gefunden. Der Kollege wurde damals verdächtigt, da aber keine Leiche gefunden wurde und jegliche Beweise fehlten, wurde der Fall zu den Akten gelegt. Lediglich Kommissar Konráð, der damals mit den Ermittlungen betraut war, konnte persönlich nie mit dem Fall abschließen.
Nach dem Fund im Gletschereis beschließt Konráð, obwohl er inzwischen pensioniert ist, den Fall neu aufzurollen. Er geht alten und neuen Spuren nach und stößt dabei auf persönliche Verstrickungen der Beteiligten, aber auch auf die schlampige Arbeit der Polizei.
Wie bei Indriðason üblich, ist der Krimi wenig actiongeladen oder reißerisch, sondern eher ruhig, fast schon melancholisch. Man folgt Kommissar Konráð in dessen Alltag, bei Besuchen seiner Enkel und seines Sohnes, bei privaten und beruflichen Erinnerungen. Vorherrschend ist es dunkel und kalt, was sich auch auf die Stimmung des Lesers auswirkt. Dazu kommen die Schilderungen der beteiligten Figuren, die häufig von zuviel Alkoholkonsum und Armut gezeichnet sind.
Wer Indriðason und seinen ruhigen Erzählgestus mag, bekommt einen gut konstruierten und schlüssigen Kriminalfall, dem es allerdings etwas an Spannung mangelt. Wem das zu grau, traurig und trübselig ist, der sollte besser die Finger davon lassen.

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Autor

Arnaldur Indriðason

Arnaldur Indriðason - Autor
© Jóhann Páll Valdimarsson

Arnaldur Indriðason, 1961 geboren, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland und war Journalist sowie Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung Morgunbladid.Heute lebt er als freier Autor mit seiner Familie in Reykjavik und veröffentlicht mit sensationellem Erfolg seine Romane. Arnaldur Indriðasons Vater war ebenfalls Schriftsteller. 1995 begann er mit Erlendurs erstem Fall, weil er herausfinden wollte, ob er überhaupt ein Buch schreiben könnte. Seine Krimis belegen …

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