Wer Furcht sät
 - Tony Parsons - Taschenbuch

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10,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Krimis
319 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17665-6
Ersterscheinung: 25.05.2018

Wer Furcht sät

Kriminalroman

(10)

In London macht eine Bürgerwehr, der Club der Henker, Jagd auf böse Menschen – auf Pädophile, Mörder, Hassprediger – und erhängt sie. Mit diesen Fällen von Lynchjustiz beginnen für Detective Max Wolfe seine bisher schwierigsten Ermittlungen. Denn wie fängt man Mörder, die von der Öffentlichkeit als Helden gefeiert werden? Seine Spurensuche führt ihn tief unter die Stadt, in den Untergrund Londons mit seinen vielen stillgelegten Tunneln und Geisterbahnhöfen. Doch ehe Max den Club der Henker stellen kann, muss er am eigenen Leib erfahren, wie schmal der Grat zwischen Gut und Böse, Schuld und Unschuld ist …

Rezensionen aus der Lesejury (10)

sveso sveso

Veröffentlicht am 10.02.2019

Solider Krimi

In London treibt eine Gruppe ihr Unwesen und genießt sämtliche mediale Aufmerksamkeit. Sie wird "Der Club der Henker" genannt. Auf ihr Konto gehen ein Pädophiler, ein Mörder und ein Junkie.
Max und sein ... …mehr

In London treibt eine Gruppe ihr Unwesen und genießt sämtliche mediale Aufmerksamkeit. Sie wird "Der Club der Henker" genannt. Auf ihr Konto gehen ein Pädophiler, ein Mörder und ein Junkie.
Max und sein Team müssen in diesem Fall ermitteln, während der Club in der Bevölkerung überwiegend Zuspruch bekommt.

Gerade der Beginn des Buches ist sehr spannend, da sowohl mit Fokus auf den Ermittler Max als auch auf die Täter bzw. Opfer berichtet wird. Es wird darüber informiert, was diejenigen Menschen, die sich der Club holt, getan haben und "weshalb sie auf's Schafott geführt wurden". Auch die Szenen der Hinrichtung werden recht anschaulich beschrieben.
Die Ermittlungen werden aufgenommen, gestalten sich jedoch schwierig.

Mit der Zeit verliert der Krimi jedoch an Spannung. Der Fokus liegt nun nicht mehr auf den Tätern bzw. den Fällen, sondern es erfolgt immer mehr eine Hinwendung zum Privatleben. Dies hat mit der Buchthematik recht wenig zu tun. Ab der Mitte soll die anfängliche Spannung wieder aufgenommen werden. Allerdings werden die Entwicklungen nun unrealistisch, unglaubwürdig und over the top. Die privaten Schilderungen, die nahezu unnötig sind, reißen nicht ab. Das Ende ist meh oder weniger überraschend, jedoch nicht sonderlich spektakulär.

Trotz sämtlicher Schilderungen privater Handlungen und Entwicklungen blieben die Ermittler, allen voran Max, sehr unscheinbar und absolut nicht greifbar.

Die Thematik der Selbstjustiz bzw. der Lynchjustiz blieb sehr oberflächlich. Eine Auseinandersetzung damit blieb trotz Potential leider überwiegend aus. Auch das Nachwort ist eher schwammig.

Unter'm Strich ein solider Krimi, der grundsätzlich spannend ist und kurzweilig unterhält .

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Igela Igela

Veröffentlicht am 26.01.2019

Selbstjustiz!

Ein Taxifahrer, der Kinder missbraucht. Ein unfallflüchtiger Fahrer, der einen kleinen Jungen tot fährt. Ein Anstifter von Terroranschlägen, bei denen Dutzende Unschuldige sterben. Und sie alle kommen ... …mehr

Ein Taxifahrer, der Kinder missbraucht. Ein unfallflüchtiger Fahrer, der einen kleinen Jungen tot fährt. Ein Anstifter von Terroranschlägen, bei denen Dutzende Unschuldige sterben. Und sie alle kommen mit vergleichsweise geringen Strafen davon. Bis sie in den Blickpunkt des Clubs der Henker rücken. Dieser Club hat sich zur Aufgabe gemacht, die Strafe so zu vollziehen, dass die Opfer gerächt werden. Sie bringen die Schuldigen um und die Hinrichtungen kursieren im Internet. Detektiv Max Wolfe ermittelt und muss seine persönlichen Gefühle hinten an stellen um das Gesetz, das keine Selbstjustiz kennt, durchzusetzen.


Selbstjustiz! Das zentrale Thema, das sich wie ein roter Faden durch " Wer Furcht sät " zieht, empfand ich als sehr emotional. Zugegeben, auch ich habe, wie die Täter, das eine oder andere Mal gedacht, dass das Gesetz bei gewissen Straftaten zu lasch ist. Nur schon darüber nachzudenken, wie ich reagieren würde, wenn mir oder meiner Familie das angetan würde, was die Toten ihren Opfern angetan haben. Sehr geschickt hat der Autor 2 Fälle eingewoben, in denen Max Wolfe persönlich betroffen ist. Einerseits, als ein guter Freund von einer Gruppe Halbstarker zu Tode geprügelt wird. Andererseits, als der 15jährige Sohn seiner Chefin wegen einer Nichtigkeit sein Augenlicht verliert.
" Manche Menschen verdienen Hass " denkt Max Wolfe … und ehrlich gesagt, muss ich ihm zustimmen.
Die Ermittlungen gestalten sich denn auch sehr emotionsgeladen. Die Befragung der Familien der Opfer empfand ich als sehr berührend. Ein toller Einblick in die Arbeit der Ermittler mit Methoden, die ich so noch nicht kannte, liefert uns der Autor. Fingerabdruckauswertung und die Arbeit einer Sprachenanalytikerin zeigen die hervorragenden Recherchen. Einzig die pathologische Untersuchung der Opfer war mir zu spezifisch und ausschweifend beschrieben. Hier hätte ruhig gekürzt werden dürfen. Dies vor allem, weil es nur darum geht, den Zustand der Opfer zu beschrieben und keinerlei für die Ermittlungen wichtige Ergebnisse rausschauen. Absolut nichts für sensible Leser sind die Passagen, in denen die Hinrichtungen erklärt werden. Man ist als Leser haunah dabei. So authentisch und bildlich hat Tony Parsons den Tod durch Erhängen beschrieben.
Der Schreibstil war mir ab und zu mal zu umständlich und dadurch leicht holperig. Mit Sätzen, die man einfacher und damit flüssiger hätte formulieren können. Die kurzen Kapitel verleiten dazu, kein Ende zu finden. Noch ein Kapitel wird gelesen … und noch eines … und…. Max entwickelt ein, zwei mal im Buch Superman Qualitäten. Als sehr unrealistisch empfand ich seine Befreiung, als er in die Fänge der Täter gerät.
An und für sich hat mich dieser dritte Fall rund um Max Wolfe wieder überzeugt. Einige Abstriche muss ich aus den oben genannten Gründen bei meiner Bewertung doch machen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

kupfis_buecherkiste kupfis_buecherkiste

Veröffentlicht am 26.12.2018

Absolute Leseempfehlung!

Tony Parsons, für mich persönlich im Moment DER Krimiautor. Seine Bücher verschlinge ich regelrecht, und nütze jede freie Minute, seine Bücher zu lesen, auch wenn ich die eigentliche Reihenfolge des Erscheinungsdatums ... …mehr

Tony Parsons, für mich persönlich im Moment DER Krimiautor. Seine Bücher verschlinge ich regelrecht, und nütze jede freie Minute, seine Bücher zu lesen, auch wenn ich die eigentliche Reihenfolge des Erscheinungsdatums der Bücher nicht einhalte. Aber das Gute an seinen Büchern: auch wenn die Geschichte von Hauptermittler Max Wolfe doch sich fortlaufend durch die einzelnen Bände zieht, ist jeder Fall in sich abgeschlossen. Sicherlich entwickeln sich das Ermittlerteam und die Familie um Wolfe weiter, und es wird sich auf einen Fall in einem vorherigen Buch erinnert, ist aber für die aktuellen Geschichten nicht erforderlich, dass man Bescheid weiß. Das gefällt mir sehr gut, dass man diese Bücher unabhängig von einander lesen kann.

Tony Parsons ist bekannt dafür, dass er aktuelle Themen aufgreift. Im aktuellen Fall übt der Autor Kritik am Rechtssystem. Oft genug fragt man nach dem Sinn der Bestrafungen. Während Kinderschänder, Mörder oder Drogendealer mit einem Hieb auf die Finger davon kommen, fühlt sich die Strafe gegenüber kleineren Strafen doch recht hoch an. Viele Menschen ärgern sich über dieses Verhältnis, und wollen doch eine andere Gerechtigkeit. Gerade Familienangehörige zweifeln an der Gerechtigkeit der Strafen, und prangern die Justiz und die Polizei an, sich schützend vor die Verbrecher zu stellen.

Max Wolfe muss sich diesem Vorwurf stellen. Ein Kinderschänder, ein Unfallverursacher, der durch Unaufmerksamkeit ein Kind überfährt, und ein Hassprediger werden im Untergrund Londons auf grausamste Weise erhängt. Die Hinrichtung wird live im Internet übertragen, der Ort der Hinrichtung ist altbekannt. Denn im Untergrund Londons gibt es genügend Verstecke und Geisterbahnhöfe, die vom „Club der Henker“, eine Bürgerwehr, genützt werden können, um die Rache auszuführen, die die Justiz und die Polizei nicht ausreichend auszuführen scheint. Während Wolfe sich selber bald dem Vorwurf stellen muss, sich schützend vor die Verbrecher zu stellen, und sie nicht genügend bestraft zu haben, gerät er sogar selber in den Fokus des Club der Henker. Ob er sich retten kann, bleibt die offene Frage!

Auch in diesem Buch hat mir die Mischung wieder sehr gut gefallen. Einerseits rückt Parsons seine Ermittler wieder ins private Licht: Wolfes Polizeichefin muss erleben, dass die aktuelle Gesetzteslage nicht mal vor der Polizei halt macht, fehlende Gerechtigkeit auszuüben. Ihr Sohn wird in einer Disko schwer verletzt und erblindet, der Täter wird nicht zur Verantwortung gezogen. Andererseits wird auch die Polizeiarbeit wieder erklärt: Selbst die Polizei zweifelt oft genug an der Richtigkeit der Gesetzeslage, und muss sich sogar selber der Frage der Selbstjustiz stellen.

Ebenso noch ein für mich wesentlicher und toller Fakt: Parsons hat sich geschichtlich inspirieren lassen. In London gibt es einen sehr großen Untergrund mit sehr vielen stillgelegten Bahnhöfen. Auch die Richtstätten der Galgenbaum von Tyburn, der ein ehemals überirdischer Fluss war, bindet er geschickt ein. Mir gefällt, dass hier viele Hintergründe gekonnt mit in diesen Krimi eingebaut wurden.

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Susi Susi

Veröffentlicht am 07.05.2018

spannend, gerne mehr

Vor laufender Kamera wird ein Mann erhängt und das Ganze auf You-Tube gezeigt. Er war ein Kinderschänder und somit erscheint sein Schicksal gerecht. Aber ist es richtig, wenn Bürger sich zum Henker aufschwingen ... …mehr

Vor laufender Kamera wird ein Mann erhängt und das Ganze auf You-Tube gezeigt. Er war ein Kinderschänder und somit erscheint sein Schicksal gerecht. Aber ist es richtig, wenn Bürger sich zum Henker aufschwingen ? Erschreckend auch, dass der Tod eines Menschen so oft angeklickt wird. Zeigt dies, wie verroht die Gesellschaft ist, oder dass sie die Nase voll von Gewaltverbrechen hat, bei denen die Täter zu milde davon kommen, sodass sie es gutheißt, wenn das Gesetz in die eigenen Hände genommen wird ? Wie auch immer man darüber denkt, die Polizei muß ermitteln.
Ein spannender Krimi, der im modernen London spielt, aber auch einen (schaurigen, grausamen) Teil Londoner Geschichte wieder aufleben lässt. Es ist das erste Buch von diesem Autoren, das ich lese und ich habe mir direkt das nächste von ihm gekauft. Der Schreibstil ist flüssig, die Charaktere wirken authentisch und man fühlt mit ihnen mit. Das Buch gibt Stoff zum Nachdenken wegen des Themas. Beim Lesen wünscht man sich für den einen oder anderen ebenfalls Rache und erkennt aber auch, wenn all die kleinen und großen Ungerechtigkeiten mit Gewalt geahndet werden, hat man schnell eine nicht aufzuhaltende Gewaltspirale. Aber in erster Linie ist dies Buch einfach ein spannender Krimi, der Spaß gemacht hat zu lesen.

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nasa2000 nasa2000

Veröffentlicht am 23.02.2018

Wer Furcht sät

Wer Furcht sät ist der dritte Band einer Reihe rund um DC Max Wolfe. Da ich die anderen Bücher auch schon gelesen bzw gehört habe, war es für mich selbstverständlich auch dieses zu hören. Es behandelt ... …mehr

Wer Furcht sät ist der dritte Band einer Reihe rund um DC Max Wolfe. Da ich die anderen Bücher auch schon gelesen bzw gehört habe, war es für mich selbstverständlich auch dieses zu hören. Es behandelt wieder ein aktuelles Thema und es wirft moralische Fragen auf und stellt das Rechtssystem quasi an den Pranger. Es zeigt einem auf das es oft zu lasch ist und die Opfer nur zweitrangig. Allerdings muss ich sagen das es vielleicht besser gewesen wäre das Buch selbst zu lesen, statt es zu hören. 

Der Club der Henker macht in London jagt auf Verbrecher, die eine zu geringe Strafe bekamen. Sie verüben Selbstjustiz an den Männern. Sie entführt sie, stellen sie an den Pranger und erhängen sie. Und das alles vor laufender Kamera. Schon der erste Mord ruft DC Max Wolfe und sein Team auf den Plan. Er sucht im Untergrund Londons und muss dabei gegen die wachsenden Sympathien für den Club ankämpfen. Das gelingt so lange bis er selbst ins Fadenkreuz des Clubs gerät.

Dietmar Wunder hat eine angenehme Stimme und er arbeitet sehr gut mit der Tonlage und der Modulation. Man weiß immer genau wer in einem Dialog gerade spricht oder was für Gefühle vermittelt werden sollen. Auch schafft er eine gewisse Spannung reinzubringen und diese aufrechtzuerhalten. 

Leider fand ich die Story an sich nicht sehr spannend. Tony Parsons springt zu sehr in den Handlungen, die Geschichte wird durch unnötige Details und langatmige nebensächliche Handlungen künstlich in die Länge gezogen. Wodurch die Spannung verloren ging. Die Charaktere waren mir zu distanziert beschrieben so das ich keine Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Auch das Ende fand ich zu konstruiert und unglaubwürdig. Da hatte ich das Gefühl das der Autor schnell zum Ende kommen wollte.

Das Thema der Selbstjustiz fand ich sehr gut gewählt und auch die immer wieder eingestreuten Hintergrundinformationen zu London und seiner Geschichte. Vielleicht hätte ich ein besseres Urteil über das Buch wenn ich es gelesen hätte, statt es zu hören. Ich kann mir vorstellen das einige Stellen dann vielleicht klarer und spannender gewesen wären.

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Autor

Tony Parsons

Tony Parsons - Autor
© Olivier Favre

Tony Parsons wurde am 6. November 1953 in Romford, Essex (UK), als einziges Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Nach seinem Schulabschluss begann er seine Freizeit für seine literarische Begabung zu nutzen und veröffentlichte eine Untergrundzeitung, die er „Skandalblatt“ nannte. Seine Karriere begann er als Musikkritiker. Heute ist er einer der erfolgreichsten Kolumnisten und Fernsehjournalisten Großbritanniens. Er schrieb u.a. für das Musikmagazin NME, den Daily Telegraph und 18 Jahre …

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