Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
 - Kristina Günak - Taschenbuch

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10,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Zeitgenössischer Liebesroman
318 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-18009-7
Ersterscheinung: 29.06.2020

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen

Roman

(36)

Ganz unverhofft erben Autorin Lucy, die an einem Liebesroman schreibt, und Klinikarzt Ben, der an Panikattacken leidet, einen alten Bauernhof. Nur dumm, dass sie sich eigentlich nur flüchtig kennen. Aber weil Lucy dringend eine Bleibe und Ben eine Auszeit braucht, ziehen sie in die ländliche Idylle eines kleinen Dorfs. Gemeinsam, aber nur als Freunde, versteht sich, und bloß auf Zeit. Doch das Leben hat andere Pläne mit ihnen ...

Rezensionen aus der Lesejury (36)

Honigmond Honigmond

Veröffentlicht am 12.07.2020

Liebe kommt ganz leise

Zum Klappentext:
Ganz unverhofft erben Autorin Lucy, die an einem Liebesroman schreibt, und Klinikarzt Ben, der an Panikattacken leidet, einen alten Bauernhof. Nur dumm, dass sie sich eigentlich nur flüchtig ... …mehr

Zum Klappentext:
Ganz unverhofft erben Autorin Lucy, die an einem Liebesroman schreibt, und Klinikarzt Ben, der an Panikattacken leidet, einen alten Bauernhof. Nur dumm, dass sie sich eigentlich nur flüchtig kennen. Aber weil Lucy dringend eine Bleibe und Ben eine Auszeit braucht, ziehen sie in die ländliche Idylle eines kleinen Dorfs. Gemeinsam, aber nur als Freunde, versteht sich, und bloß auf Zeit. Doch das Leben hat andere Pläne mit ihnen ...

Mein Leseeindruck:
Der Klappentext hörte sich sehr vielversprechend an, so dass ich sehr neugierig auf das Buch war, zumal auch der Buchtitel schon einiges andeutete. Ich wurde nicht enttäuscht und mich erwartete eine wundervolle Geschichte um zwei Menschen, die sich neu finden müssen und sich ganz ganz langsam die Liebe bei ihnen einschleicht. Beide haben ihre eigene Geschichte und ergänzen sich gut und ganz unbewusst helfen sie einander, wodurch sie immer mehr zusammenrücken. Der Autorin ist es mit ihrer wundervollen Geschichte und ihrem sanften lockeren Schreibstil gelungen, den Leser über die Seiten fliegen zu lassen und zu fesseln, was mir sehr gut gefallen hat. Schade, dass dadurch das Buch so schnell vorbei war, denn ich hätte gern noch weitergelesen. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann eine Fortsetzung.

Mein Fazit:
Eine wundervolle Liebesgesichte, welche auch eine ideale Urlaubslektüre ist und bei der man mal so richtig die Seele baumeln lassen kann.

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lesereise_buechertraum lesereise_buechertraum

Veröffentlicht am 12.07.2020

Eine schöne Geschichte

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für die Bereistellung eines Rezensionsexemplars. Dies beeinflusst nicht meine Bewertung. Um den Inhalt nicht vorweg zu nehmen, verweise ich auf den Klappentext.

Rezension: ... …mehr

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für die Bereistellung eines Rezensionsexemplars. Dies beeinflusst nicht meine Bewertung. Um den Inhalt nicht vorweg zu nehmen, verweise ich auf den Klappentext.

Rezension: „Die Liebe kommt auf Zehenspitzen“ beginnt eigentlich ohne großes Tamtam in Lucy´s Leben, was mir sehr gut gefallen hat. Den Schreibstil habe ich als sehr humorvoll, modern und leicht verständlich empfunden, gleichzeitig ist er aber auch voller Emotionen. Orte und Situationen werden bildlich und detailliert darstellt ohne dabei zu ausschweifend zu werden. Ich konnte mich wunderbar beim Lesen fallen lassen und war eigentlich bei allen Situationen vom Gefühl her selbst anwesend. Die Geschichte selbst wird aus Lucy´s Perspektive erzählt, mir hat das sehr gut gefallen, denn so hatte ich die Möglichkeit ihre Gedankengänge und Handlungen verstehen und nachvollziehen zu können. Hauptprotagonistin Lucy konnte mich gleich zu Beginn mit ihrer sympathischen und liebevollen Art für sich gewinnen. Ich fand es sehr interessant, ihre Entwicklung mit verfolgen zu dürfen. Aber auch Ben steht ihr da in nichts nach, denn ebenso empfand ich seine Rolle in diesem Buch als grandios. Den kleinen Part den hier Dorle Dormann einnimmt beschäftigte mich noch im Nachhinein, weil so viele Dinge die sie sagte so unglaublich passend sind in diesen Zeiten. „Es ging darum, dass ich den Mut dazu gefunden habe, mich einzumischen, meine Meinung zu sagen, und zwar dort, wo sie vielleicht etwas bewirken konnte.“ (S. 46). Nebencharaktere wurden authentisch und fließend mit eingebracht. Auch wenn ich mich erst an die Bewohner des kleinen Ortes gewöhnen musste, gefiel mir einfach die gesamte Art mit all deren Hilfsbereitschaft.

Mein Fazit: Eine wunderschöne Geschichte die ohne viel Drama und Kitsch auskommt und mich sehr begeistert hat.

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XesLady XesLady

Veröffentlicht am 11.07.2020

Eine seichte Story mit etwas Humor, einer Prise Drama und zarter Liebe

Wie der Titel bereits verrät erlebt man in diesem Buch die Entwicklung einer Liebe. Dies gefällt mir sehr gut und bietet Abwechslung zu den Romanen in denen sich die Paare Hals über Kopf verlieben und ... …mehr

Wie der Titel bereits verrät erlebt man in diesem Buch die Entwicklung einer Liebe. Dies gefällt mir sehr gut und bietet Abwechslung zu den Romanen in denen sich die Paare Hals über Kopf verlieben und es stürmisch und dramatisch zugeht. Diese Geschichte ist ruhig und dennoch möchte man das Buch nicht aus der Hand legen. Es ist eine etwas außergewöhnliche Geschichte, dass die sich fast fremden Lucy und Ben ein Haus erben. Die Beiden sind allerdings ebenso etwas Besonderes und offenbaren nach und nach persönliche Details, die sie authentisch und liebenswert machen. Sie überwinden Hürden des Zusammenlebens und auch private Konflikte.
Liebenswert sind größtenteils auch die Dorfbewohner. Die Idylle des geerbten Hofes und der Umgebung laden zum Träumen ein. Man bekommt einen Einblick in das Leben einer dörflichen Gemeinde mit Zusammenhalt, gemeinschaftlichen Regeln und auch mal etwas Drama.
Zudem umfasst die Story auch ernste Themen, wie die Gesundheit und die Integration von Ausländern, die gut miteingearbeitet wurden.
Besonders gut gefiel mir, dass eine der Hauptfiguren ein Hund namens Helmut ist. Er hat die Geschichte zusätzlich bereichert :-)

Alles in Allem kann ich dieses Buch für gemütliche Stunden empfehlen, es ist definitiv mal eine Alternative zu klassischen Lovestories. Als Tipp, ich würde es eventuell eher im Frühjahr lesen, da zu dieser Zeit die Story hauptsächlich spielt, aber das ist Geschmackssache ;-)

Es war das erste Buch, das ich von Kristina Günak gelesen habe und es bleibt definitiv nicht das Letzte. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Der Erzählstil lässt einen öfters einmal schmunzeln und reißt einen mit. Das Buch war nicht zu turbulent und trotzdem keineswegs langweilig.

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littlesparrow littlesparrow

Veröffentlicht am 11.07.2020

Eine Geschichte, bunt, wie das Leben

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
Roman
Bastei Lübbe AG
Autorin: Kristina Günak
ISBN 978-3-7325-8628-8
318 Seiten
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2020


Ein herrlicher Roman.
Ich bin ganz verliebt in die ... …mehr

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
Roman
Bastei Lübbe AG
Autorin: Kristina Günak
ISBN 978-3-7325-8628-8
318 Seiten
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2020


Ein herrlicher Roman.
Ich bin ganz verliebt in die Atmosphäre, die Kristina Günak darin erschaffen hat.



Die Liebe kommt auf Zehenspitzen ist die Geschichte von Lucy und Ben.




Lucy Bradford lebt allein in Hamburg. Statt den Trubel der Großstadt zu genießen, ist sie jedoch oft allein. Ihr Job ist ihr da auch nicht dienlich, ganz im Gegenteil. Sie arbeitet zu Hause als Übersetzerin von Liebesromanen.
Dafür hatte sie Glück und ein Verlag hat gleich ihren neuen, ihren ersten Roman gekauft. Zugegeben, dieser ist noch in Arbeit und es will auch noch nicht recht vorangehen. Doch sie hat Zeit bis nächsten Herbst und jetzt ist gerade mal Winter. Um genau zu sein, steht Weihnachten unmittelbar bevor.


Um zu ihrer Familie zu gelangen, hat sie sich eine Mitfahrgelegenheit gesucht: Benedict Greifenberg, ein junger Arzt im klapprigen, alten Auto.

Auf dem gemeinsamen Weg zu ihren Verabredungen - Lucy möchte ihre Eltern und ihren Bruder besuchen und Ben will zu seinen Freunden nach Husum - schlägt ihnen das Wetter jedoch ein Schnippchen. Dank des immer dichter werdenden Schneefalls und der bald darauf unpassierbaren Fahrbahn müssen sie auf einem Parkplatz halten und werden noch vor Beginn der Nacht von einem Friesen im Fendt gerettet.

Lucy und Ben kommen aufgrund des anhaltenden Schneefalls am Heiligen Abend nicht mehr zu ihren Verabredungen sondern landen auf dem Hof von Dorle Dormann. Dort erwarten Lucy und Ben ein marodes Haus, ein verschrobener Hund namens Helmut und eine warmherzige alte Dame: Dorle.

Nach einem spontanen und dennoch gemütlichen gemeinsamen Weihnachtsabend verlieren sich Lucy und Ben fast aus den Augen - bis sie im Frühjahr Post bekommen: sie haben den Dormannschen Hof geerbt. Gemeinsam. Und nur unter der Bedingung, dass sie zusammen auf dem Hof leben.

Mit dem Hof erben sie zusätzlich Geldmittel, die für das erste gemeinschaftliche Jahr reichen sollten. Klingt geradezu traumhaft, denn Ben ist der Job im Krankenhaus zu viel und Lucy wurde die Wohnung gekündigt.
So ziehen sie - unter der eigenen strikten Auflage als Freunde auf dem Hof zu leben- in das Haus von Dorle Dormann ein.

Statt eines beschaulichen, ruhigen Dorflebens, schlägt das Leben dort seine Kapriolen. Lucy und Ben müssen lernen den Hof zu führen und sind in dem ruhigen Dorf nun alles andere als allein.

Die Geschichte rund um das Dorfleben und das Kennenlernen der Dorfbewohner ist Kristina Günak mit viel Witz und Charme vollends gelungen. Die feine Wortwahl gemischt mit umgangssprachlichen Ausbrüchen der Protagonistin Lucy macht das Leben in dem Dorf zudem sehr lebendig.

Dadurch, dass Lucy die Geschichte erzählt, bin ich ihr sehr nahe. Obwohl sie sich gern unnahbar gibt, um nicht verletzt zu werden. Während Lucy nach außen sehr robust wirkt, ist Ben der sensible Part der Beiden. Er gibt Lucy Zeit und Raum für ihr Wirken und Werken. Während Lucy Ben häufiger mal einen Schubs in die richtige Richtung gibt. Es macht Spaß die beiden zu begleiten und zu sehen, wie sich eine echte, tiefe Freundschaft entwickelt.

Beide Charaktere haben Verletzungen davongetragen. Sie haben ihre Ängste, die sie im Alltag häufig verdrängen, statt sie genauer zu betrachten. Kristina Günak schafft scheinbar mühelos den Balanceakt eine fröhliche Geschichte zu erzählen und ihr dennoch Tiefe zu verleihen. Die Charaktere, die sie für den Roman entwickelt hat, sind lebendig. Sie bestechen mit ihrem eigenen Charme und können genau so gut unbequem sein. - Und das jeder auf seine Art. Ob grantig, freundlich oder beständig - jeder Dorfbewohner bringt seine Eigenart mit und wächst mir im Verlauf der Geschichte ans Herz. Das Buch birgt den Wunsch in genau dieses Dorf zu ziehen. Ich möchte Nachbarn wie Fredo und Millie. Fredo, der das Herz am rechten Fleck hat, es aber bloß nicht offen zeigt. Millie, die eine begnadete Kuchenbäckerin ist und Fredo von Herzen liebt - und ihn deshalb mehr als einmal in seine Schranken weist. Und die Dorfgemeinschaft hält noch weitere liebenswerte Charaktere vor.

"Fredo trug seinen verkniffenen Gesichtsausdruck und noch einen Klappstuhl, und Helmut trug nichts, legte Henriette aber sogleich die Nase auf das Bein, was für seine Verhältnisse einer stürmischen Begrüßung gleichkam." - Seite 143

Die Geschichte ist warmherzig erzählt und das macht - meiner Meinung nach - das wohlige Empfinden beim Lesen aus. Gespickt mit Esprit wird das Lesen zu einem wunderbaren Leseerlebnis.

"Wenn du versuchst zu kochen, muss man hinterher die Küche renovieren, aber das ist völlig okay." - Seite 183

Fazit

Ich habe beim Lesen der Geschichte jede Seite genossen.
Das Buch ist für alle, die lockerleicht unterhalten werden wollen und sich dem Ernst des Lebens und der Liebe nicht verschließen wollen.

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Wacaha Wacaha

Veröffentlicht am 10.07.2020

Trau dich! – Ein Wohlfühlroman mit der Aufforderung zum Mutig-sein

Eigentlich wollte die junge Autorin Lucy nur Weihnachten bei ihren Eltern verbringen – doch dann strandet sie gemeinsam mit Mitfahrgelegenheit Ben in einem kleinen Dorf im Nirgendwo auf dem Hof der betagten ... …mehr

Eigentlich wollte die junge Autorin Lucy nur Weihnachten bei ihren Eltern verbringen – doch dann strandet sie gemeinsam mit Mitfahrgelegenheit Ben in einem kleinen Dorf im Nirgendwo auf dem Hof der betagten Dorle Dormann und verbringt dort die Feiertage. Die drei haben eine schöne Zeit zusammen und hinterlassen Eindruck beieinander – so groß, dass Lucy und Ben einige Monate später das Dormann´sche Anwesen inklusive Hund Helmut von der inzwischen verstorbenen Dorle erben. Unsicher, was sie mit sich, ihrem Leben und der Erbschaft anfangen soll, willigt Lucy kurzentschlossen ein und wagt mit Ben den Schritt ins Dorfleben. Dort findet sich nicht nur einen wunderschönen Platz zum Schreiben und eine herzliche Dorfgemeinschaft vor, sondern lernt auch den attraktiven Arzt Ben besser kennen. Dieser trägt seine ganz eigenen Probleme mit sich herum, welche er nicht länger vor Lucy verbergen kann, als diese ihm während einer Panikattacke beisteht. Es entwickelt sich eine immer größere Vertrautheit zwischen den beiden und langsam kann Lucy nicht mehr abstreiten, dass die Gefühle für Ben nicht nur rein freundschaftlicher Art sind…

„Die Liebe kommt auf Zehenspitzen“ von Kristina Günak war eine wunderbare Überraschung für mich! Vom etwas sperrigen Titel und dem verspielten Cover her habe ich eine seichte Liebeskomödie erwartet, gefunden habe ich ein Wohlfühlbuch mit Tiefgang, Humor und wichtiger Message. Der Schreibstil der Autorin hat mich von Beginn an begeistert, ich musste an vielen Stellen nicht nur Schmunzeln, sondern habe laut losgelacht. Durch diesen ironischen und trockenen Humor sowie jede Menge Situationskomik liest sich das Buch wunderbar leicht und flüssig, die Zeilen sind nur so dahingeflogen. Des Weiteren schafft sie durch eindrucksvolle Beschreibungen lebendige Bilder im Kopf des Lesers und lässt diesen durch liebevoll gestaltete Szenen und Metaphern träumen.

Das Buch ist aus Ich-Perspektive von Lucy geschrieben, welche mir auf Anhieb sympathisch ist. Sie weiß nicht wirklich etwas mit ihrem Leben anzufangen, fühlt sich oftmals einsam und ist sich ihrer Fähigkeiten unsicher. Dabei ist sie aber auch ein absolut herzlicher Mensch und durch ihre leicht chaotische „Verpeiltheit“ einfach nur liebenswert. Bei Ben hingegen dauert es etwas, bis man ihn einschätzen lernt. Zunächst wird viel über sein attraktives Äußeres und seine Profession als Arzt berichtet, erst nach und nach erhält der Leser Einblick in seine Psyche und deren Zerbrechlichkeit. Seine Gefühle Lucy gegenüber drückt er oftmals über zärtliche kleine Gesten aus, was zu wunderschönen Momenten im Buch geführt hat. Ich fand es sehr angenehm zu lesen, dass auch ein scheinbar perfekter Mann wie Ben seine Schwächen hat und diese auch zugeben kann. Die Nebenfiguren wie die junggebliebene Dorle, die resolute mütterliche Nachbarin Millie, der brummige Fredo, der lethargische Schäferhund Helmut und Esat, der Flüchtling, der „als einziger im Ort das Plusquamperfekt beherrscht“ habe ich sofort ins Herz geschlossen. Diese wurden nicht nur individuell und facettenreich gestaltet, sondern vor allem sehr liebevoll ausgearbeitet.

Das Buch beginnt mit der Vorgeschichte des Kennenlernens von Lucy, Ben und Dorle. Im Nachhinein betrachtet kann dieser als ein langer Prolog bezeichnet werden, den der Leser als Hintergrundinformation benötigt. Insofern war dieser wichtig, der Übergang von den Erlebnissen an Weihnachten zu Lucys aktueller Gegenwart kam aber sehr plötzlich und überraschend, so dass ich erst einmal etwas verwirrt war und zurückblättern musste, ob ich etwas überlesen hätte. Dieser Schnitt kam dann doch sehr abrupt. Des Weiteren fand ich es nicht ganz realistisch, dass Dorle zwei beinahe fremden Menschen einfach so ihren Hof vererbt – aber im Roman ist ja alles möglich und somit verziehen. Im Hauptteil des Buches werden die Entwicklungen der beiden Protagonisten gut ausgearbeitet, man spürt förmlich, wie gut ihnen das entschleunigende Leben auf dem Land tut und wie sie sich langsam einander öffnen. Passend dazu verströmt das Buch eine heimelig-gemütliche Atmosphäre und so ist es auch nur stimmig, dass Lucys und Bens Liebesgeschichte nur langsam Fahrt aufnimmt. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern wird sich hier angemessen Zeit gelassen, bis sich tiefere Gefühle entwickeln und zugelassen werden können. Das hat mir sehr gut gefallen, es wirkt authentisch und spiegelt den Buchtitel toll wider.

Doch auch ernste Themen finden ihren Platz: Die Einsamkeit in der Anonymität einer Stadt, die Dorfflucht junger Menschen, beruflicher Misserfolg, psychische Probleme wie Angstzustände und Panikattacken, die Herausforderungen von Flüchtlingen in Deutschland und die Angst um geliebte Menschen fließen ebenfalls in diesen Roman mit ein. Es wird deutlich, dass Menschen als soziale Wesen Andere um sich herum brauchen und wie gut es tut, in eine (Dorf-)Gemeinschaft aufgenommen zu werden, in der man sich umeinander kümmert und in der Zusammenhalt herrscht. Das große Thema aber, das Dorle Dormann ihren Protagonisten, aber auch den Lesern vermitteln möchte ist der Aufruf dazu, etwas Neues zu wagen und einfach mal mutig zu sein: „Zu oft lassen wir Gelegenheiten verstreichen, weil wir uns nicht trauen, etwas zu riskieren.“ Deshalb hat sie auch eine Liste mit Dingen angefertigt, die man im Leben gemacht haben sollte. Auf dieser geht es unter anderem darum, einen Schatz zu finden – was ich in diesem Buch habe.

Mein Fazit: „Die Liebe kommt auf Zehenspitzen“ ist ein Buch zum rundum wohlfühlen, das seinem Titel alle Ehre macht. Der Roman war herzerfrischend, unterhaltsam und liebevoll; ich kann ihn nur weiterempfehlen.

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Autorin

Kristina Günak

Kristina Günak - Autor
© Kristina Günak

Kristina Günak wurde 1977 in Norddeutschland geboren. Nachdem sie jahrelang als Maklerin arbeitete, ist sie heute als Mediatorin und systemischer Coach tätig. 2011 erschien ihr erster Roman, und seither hat sie sich mit ihren humorvollen Büchern unter Liebesromanleserinnen einen Namen gemacht. Sie schreibt auch unter dem Pseudonym Kristina Steffan.

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