Café Engel
 - Marie Lamballe - Taschenbuch

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10,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Saga
559 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17748-6
Ersterscheinung: 28.02.2019

Café Engel

Eine neue Zeit
Roman

(33)

AUFTAKT DER GROSSEN CAFE-ENGEL-SAGA Wiesbaden, 1945. Die junge Hilde kann ihr Glück kaum fassen: Der Krieg ist zu Ende, und das Café Engel blieb wie durch ein Wunder verschont. Gegen alle Widerstände will sie den Familienbetrieb wieder zu jenem glanzvollen Treffpunkt schillernder Persönlichkeiten machen, als der er einst berühmt war. Doch schon bald trüben erste Konflikte den jungen Frieden: Als eine schöne junge Frau das Café betritt und sich als ihre Cousine Luisa vorstellt, ist Hildes Misstrauen geweckt. Wer ist diese rätselhafte Frau, die sich von Ostpreußen bis nach Wiesbaden durchgekämpft hat? Wachsende Rivalität zwischen den beiden Frauen droht die harmonische Atmosphäre im Café zu vergiften. Bis Hilde und Luisa begreifen, dass sie etwas gemeinsam haben: ein Geheimnis aus Kriegszeiten, das sie bis heute fürchten …
DIE FESSELNDE GESCHICHTE EINER CAFEHAUSDYNASTIE IM WANDEL DES 20. JAHRHUNDERTS – BAND 2 ERSCHEINT AM 28. JUNI 2019



Rezensionen aus der Lesejury (33)

KimVi KimVi

Veröffentlicht am 10.03.2019

Interessanter Auftaktband

Das Café Engel in Wiesbaden ist der ganze Stolz von Heinz und Else Koch. Viel Arbeit und Herzblut steckt darin. Doch die Mühe hat sich gelohnt, denn das Café ist Treffpunkt schillernder Persönlichkeiten. ... …mehr

Das Café Engel in Wiesbaden ist der ganze Stolz von Heinz und Else Koch. Viel Arbeit und Herzblut steckt darin. Doch die Mühe hat sich gelohnt, denn das Café ist Treffpunkt schillernder Persönlichkeiten. Besonders Heinz Koch genießt diesen Status. Tochter Hilde liebt das Café und die besondere Atmosphäre, die dort herrscht. Sie träumt von Kindesbeinen an davon, es einst zu übernehmen. Der Zweite Weltkrieg sorgt allerdings dafür, dass die Türen des Cafés geschlossen bleiben. In den letzten Kriegstagen wird Wiesbaden das Ziel schwerer Bombenangriffe. Else und Hilde Koch bangen um das Café. Doch das Schicksal meint es gut mit ihnen, denn es bleibt beinahe unversehrt. Am Ende des Krieges eröffnen die beiden Frauen das Café wieder. Der erneute Start verläuft allerdings alles andere als reibungslos, denn es gilt etliche Schwierigkeiten zu überwinden. Doch Hilde wächst in dieser Zeit über sich hinaus. Sie riskiert einiges, um dem Café wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Nach und nach kehren nicht nur die alten Stammgäste zurück, sondern auch vermisste Familienmitglieder. Hilde muss ihren Status nun behaupten. Ein besonderer Dorn im Auge ist ihr dabei ihre Cousine Louisa, denn Hilde fühlt sich nach deren Ankunft zurückgesetzt. Die angespannte Situation droht die Atmosphäre des Cafés zu vergiften.....

Es handelt sich bei diesem Roman um den ersten Band der "Café Engel-Saga". Im Zentrum der Handlung steht die Familie Koch, die das Café Engel im Wiesbadener Kurviertel führt. Zum Einstieg blickt man in das Jahr 1935 zurück. Hier lernt man nicht nur Tochter Hilde kennen, sondern kann außerdem einen Blick in das erfolgreiche Café werfen. Die besondere Atmosphäre dieses Lokals ist dabei sofort spürbar. Außerdem erfährt man in dieser Einführung, wie Hildes Cousine Louisa ihre Kindheit auf einem ostpreußischen Gut verbringt. Die eigentliche Handlung startet dann in den letzten Kriegsmonaten und wird aus häufig wechselnden Perspektiven betrachtet. Da diese immer mit dem Namen des Protagonisten, der gerade im Zentrum der Ereignisse steht, dem entsprechenden Datum und dem Handlungsort gekennzeichnet sind, fällt es leicht, den Überblick zu behalten.

Am Anfang muss man sich mit den unterschiedlichen Charakteren vertraut machen, die nach und nach in die Handlung eingeführt werden. Es gibt einige Perspektiven, die zunächst parallel verlaufen, um sich dann allerdings miteinander zu verknüpfen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Handlungsorte mühelos vorstellen und deshalb entspannt in die Geschichte eintauchen. Die unterschiedlichen Perspektiven sind durchgehend interessant, denn dadurch kann man das Ganze aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Auch wenn die besondere Atmosphäre des Cafés stets zwischen den Zeilen schwebt und neugierig auf den weiteren Verlauf macht, hat man bei der Einführung der Charaktere zuweilen das Gefühl, dass man ein wenig auf der Stelle tritt und dass es nicht so richtig voran geht. Dennoch sind diese ausführlichen Schilderungen notwendig, um die einzelnen Akteure und ihre Verbindungen untereinander, besser einschätzen zu können. Die Protagonisten wirken zwar recht lebendig, dennoch hat man zwischendurch das Gefühl, dass man etwas auf Distanz gehalten wird. Die einzelnen Schicksale und die Schwierigkeiten der Nachkriegszeit werden allerdings glaubhaft beschrieben.

Auch wenn ich gestehen muss, dass ich die Protagonisten, für meinen Geschmack, etwas zu distanziert betrachtet habe und deshalb nur selten richtig mitfiebern konnte, habe ich diesen doch recht umfangreichen Roman innerhalb eines Tages durchgelesen. Denn die besondere Caféhaus-Atmosphäre hat ihren Reiz auf mich ausgeübt und dafür gesorgt, dass ich unbedingt erfahren wollte, wie es mit dem Café und den Personen, die damit verknüpft sind, weitergeht.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Trafalgar_Anni Trafalgar_Anni

Veröffentlicht am 09.03.2019

Ein Café als Kontrast zum Krieg

„Café Engel – Eine neue Zeit“ ist der neue Roman von Marie Lamballe. Dieses Mal entführt uns die Autorin in die Zeiten des Zweiten Weltkrieges und vor allem in das Jahr nach Kriegsende. Ein Ort ist das ... …mehr

„Café Engel – Eine neue Zeit“ ist der neue Roman von Marie Lamballe. Dieses Mal entführt uns die Autorin in die Zeiten des Zweiten Weltkrieges und vor allem in das Jahr nach Kriegsende. Ein Ort ist das heimelige Café Engel in Wiesbaden: Ein Treffpunkt für Künstler aller Art und das Zuhause von Hilde, einer dynamischen, starrköpfigen jungen Frau, die während des Krieges nicht nur ihr Herz an einen französischen Arbeiter verliert. Zusammen mit ihren Eltern Else und Heinz (der an die Front muss und in Kriegsgefangenschaft gerät) und den Künstlern Addi und Frau Künzel verstecken sie die Jüdin Julia bei ihnen – trotz der Gefahr, die das Verstecken mit sich bringt und der Tatsache, dass sie es direkt vor den Augen von einem der größten Naziverfechtern Wiesbadens machen, der zu ihrem Leidwesen zu ihnen ins Haus ziehen musste.
Neben der Familie Koch im Café Engel spielt Luisa Koch eine große Rolle. Es wird ihre Geschichte erzählt: die Kindheit als uneheliches Kind eines Adeligen, die Abneigung der Großmutter und schließlich die Flucht – zunächst aus familiären Gründen, später aufgrund des Krieges. Ihr Weg führt sie schließlich nach Wiesbaden zum Café Engel und es verbindet sie mit Hilde mehr als nur der gemeinsame Aufenthalt.

Hilde und Luisa stehen im Mittelpunkt der Handlung, doch nicht allein. Es wird zwischen verschiedenen Perspektiven gewechselt, um möglichst viele Facetten aus der Zeit abzudecken. Zusammen mit Julia erlebt der Leser das Versteckspiel und später die ungewohnte Freiheit; mit Heinz gelangt man in französische Kriegsgefangenschaft; mit Jean-Jacques (Hildes große Liebe) kehrt man zurück nach Frankreich zum Weinanbau. Überall wird versucht, den Krieg zu verarbeiten und irgendwie wieder in den Alltag zurückzukehren. Jedem gelingt es mehr oder weniger erfolgreich. Jeder erlebt Schicksalsschläge und irgendwann kreuzen sich alle Wege der Protagonisten.

Der Roman ist nicht leicht zu lesen. Das liegt nicht an dem Schreibstil, der sehr flüssig und angenehm ist, oder an den häufigen Perspektivwechseln, die nicht jedermanns Sache ist, sondern schlicht und ergreifend an der Tatsache, wann die Handlung spielt und was alles passiert. Es ist kein heroischer Kriegsroman oder eine romantische Geschichte im Schatten des Krieges. Nein, es sind Geschichten, die so oder so ähnlich hätten passieren können, die vielleicht sogar passiert sind. Es wirkt authentisch. Die Thematik ist jedem bekannt; die Gräueltaten und unterschiedlichen Schicksale kennt jeder. Das sorgt dafür, dass die Handlung durchaus harter Toback ist. Man muss schlucken und das Buch häufiger zur Seite legen, um das Gelesene erst einmal zu verdauen. Dennoch lohnt es sich durchaus, den Roman zu lesen. Die Entwicklung der Charaktere ist interessant zu beobachten und das Café Engel lädt trotz allem zum Entspannen ein – es ist der absolute Kontrast zum Rest der Geschichte. Als Leser fühlt man sich in der
gemütlichen Atmosphäre wohl.

Das Café Engel ist ein Besuch wert – und da der Roman der erste Teil einer Trilogie ist, wird es auch häufiger besucht werden. Die Familie Koch heißt jeden Besucher jedenfalls aufs herzlichste Willkommen.

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Dreamworx Dreamworx

Veröffentlicht am 09.03.2019

Kein Glanzauftakt

Das Café Engel ist seit langem der Stolz von Ehepaar Heinz und Else Koch nebst Tochter Hilde, wo sich viele Künstler, aber auch hochrangige Politiker schon 1935 die Klinke in die Hand geben, liegt es doch ... …mehr

Das Café Engel ist seit langem der Stolz von Ehepaar Heinz und Else Koch nebst Tochter Hilde, wo sich viele Künstler, aber auch hochrangige Politiker schon 1935 die Klinke in die Hand geben, liegt es doch genau in Reichweite der Oper und Theater. Während dessen wächst Luisa auf dem ostpreußischen Gut Tiplitz auf. Ihr Vater ist zwar der Gutsherr, doch ihr Mutter ist keine angemessene Partie, weshalb die beiden nicht heiraten können. Als der Gutsherr stirbt, werden Luisa und ihre Mutter vom Gut gejagt und bauen sich ein neues Leben in Stettin auf. Als 1945 kurz vor Kriegsende die Russen im Anmarsch sind, machen sich Luisa und ihre Mutter auf den Weg nach Wiesbaden, wo sie hoffen, bei Onkel Heinz Koch unterkommen zu können. Heinz selbst ist inzwischen in Kriegsgefangenschaft, doch das Café Engel hat den Krieg ohne große Blessuren überlebt und Hilfe und ihre Mutter Else müssen kräftig in die Hände spucken, um es nun nach Kriegsende wieder zum Laufen zu bringen. Als Luise auf einmal in Wiesbaden vor der Tür des Café Engel steht, geht Hilde ihr gegenüber sofort auf Distanz, sieht sie in ihr doch eine Rivalin. Allerdings wissen beide noch nicht, welches Geheimnis sie miteinander verbindet…

Marie Lamballe hat mit ihrem Buch „Café Engel – Eine neue Zeit“ den ersten Band ihrer Café-Engel-Trilogie vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und einfach gehalten, der Leser muss sich durch den ausführlichen Erzählstil etwas in Geduld üben, bis er richtig in die Handlung eintauchen kann. Durch die vielen wechselnden Perspektiven erhält der Leser Einblick in das Leben und die Gefühlswelt von Hilde als auch in Luisas Welt und die manch anderer. Obwohl es Krieg ist, unterscheidet sich das Leben der beiden Frauen sehr voneinander. Diese Unterschiede sowie die Kriegszeiten und die damit verbundenen Erlebnisse werden von der Autorin sehr gut geschildert. Der historische Hintergrund ist gut recherchiert und mit der Geschichte verwoben. Auch wenn Lamballe gut und detailverliebt erzählen kann, so plätschert die Handlung leider sehr vor sich hin, bis die beiden Frauen zum ersten Mal aufeinander treffen. Sicherlich ist es wichtig, die vorher stattfindenden Erlebnisse zu schildern, bis es so weit ist, allerdings wäre es etwas straffer besser gewesen, die Erwartungen des Lesers werden bei weitem nicht erfüllt in Bezug auf die Geschichte, die eigentlich Dreh und Angelpunkt ist.

Die Charaktere sind unterschiedlich ausgestaltet und in Szene gesetzt. Allerdings wirken sie alle irgendwie unnahbar, es fehlt ihnen an Wärme und Ausstrahlung, so dass der Leser sie aus der Distanz beobachtet, anstatt sich ihnen nahe zu fühlen und mit ihnen zu fiebern. Heinz Koch ist ein Träumer, der sich im Glanz der Künstler sonnt, die in sein Café kommen. Hilde sowie ihre Mutter Else sind tatkräftig und mutig, sie scheuen keine harte Arbeit, um sich ihr Auskommen zu sichern. Luise ist trotz ihres eher ruhigen Wesens ebenfalls eine starke Persönlichkeit, die so einiges durchmachen muss während ihrer Flucht. Julia ist eine Jüdin, die leider völlig beratungsresistent und naiv ist.

„Café Engel – Eine neue Zeit“ ist der Auftakt zu einer Trilogie um Familiengeheimnisse, die während Kriegszeiten ihren Beginn hat. Das Buch wird zwar angenehm erzählt, doch die Handlung lässt leider zu wünschen übrig und kann die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Als Lückenfüller geht es, aber eine Sogwirkung sowie Spannung sind hier leider gar nicht vorhanden. Eingeschränkte Leseempfehlung!

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Salti_79 Salti_79

Veröffentlicht am 08.03.2019

Reise in die Vergangenheit

MARIE LAMBALLE - CAFÉ ENGEL

Inhalt:

Das Café Engel ist Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. Eine kleines Künstler Café in den Zeiten des zweiten Weltkrieges, geführt von der Familie Koch. Es sind ... …mehr

MARIE LAMBALLE - CAFÉ ENGEL

Inhalt:

Das Café Engel ist Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. Eine kleines Künstler Café in den Zeiten des zweiten Weltkrieges, geführt von der Familie Koch. Es sind schwere Zeiten für Wiesbaden und die dort lebenden Menschen. Die Koch Männer wurden zum Kriegsdienst gerufen und Hilde und ihre Mutter versuchen mit aller Macht, das Café Engel weiterleben zu lassen, wurde es doch durch die Bomben verschont.

Viele verschiedenen Charaktere sind mit dem Café Engel verbunden. Da wäre Luisa, eine Cousine der Familie, die verzweifelt versucht sich vom Norden nach Wiesbaden durchzuschlagen. Oder Jean-Jaques, ein junger französischer Soldat, der bei Hilde und ihrer Familie Unterschlupf findet und zurück nach Frankreich flüchtet, wo ihn dann der familiäre Super Gau erwartet. Ebenso Julia, eine junge Jüdin, die während des Krieges im Hause der Koch‘s erfolgreich versteckt wird und mit dem Sänger Addi zarte Bande knüpft. Und zu Letzt auch die vielen Künstler, die nach und nach zurück zum Café Engel finden und zu einer großen Familie zusammen wachsen in der Nachkriegszeit, die wirklich eine sehr schwere Zeit war. Kein Strom, keine Essen oder Trinken, der Winter steht vor der Tür….. was tun? Und alle haben ihr Päckchen zu tragen

Meine Meinung:

Man merkt sehr schnell, dass Marie Lamballe viel Liebe ins Detail gesteckt hat. Die Hintergründe beruhen auf Aufzeichnungen ihres Vaters aus der Zeit und das Café Engel ist wirklich ein Ort des Zufluchts für viele Menschen. Man kann sich glaube ich nur schwer vorstellen, was die Menschen um 1945 alles mit und durchmachen mussten. In der heutigen Zeit sind Reaktionen und Handlungen von damals nur schwer nachzuvollziehen, weshalb ich als Leser auch das ein oder andere nicht nachvollziehen konnte. (Beispiel: Julia’s Umgang mit Marianne)

Großartig fand ich das Gespür von Marie Lamballe für die Atmosphäre im Café Engel, der Zusammenhalt der Bewohner des Hauses ist einzigartig und hat mir viel Freude bereitet. Der Gedanke, dass man sich in dieser schweren Zeit aufeinander verlassen kann, tröstet über die Geschehnisse hinweg.

Das Buch Cover gefällt mir sehr gut. Es passt perfekt und ist wunderschön. Es lässt Spielraum für Fantasie, sah es so einmal aus in der Wilhelmstraße?

Es gibt aber leider auch ein paar Dinge, die mir leider nicht gefallen haben. Zum einen wäre das der schnelle Perspektivenwechsel. Die Kapitel sind unterteilt, sowohl zeitlich als auch von den erzählenden Personen. Mir persönlich ist es, besonders zum Anfang hin, sehr schwer gefallen mit dem Geschehen mit zu kommen und zu unterscheiden, wer da grad erzählt. Auch glaube ich, dass dem Buch nicht ganz so viele verschiedenen Personen besser gestanden hätte. Ein Stammbaum oder eine kurze Vorab-Beschreibung der Personen wäre hier hilfreich gewesen, um dem Leser die Möglichkeit zu geben, nach zu lesen oder sich einen Überblick zu schaffen.

Ich weiß gar nicht, wie ich es richtig beschreiben soll….. Mir war es teilweise zu viel Drama und zu viele verschiedene Handlungsstränge. Jean-Jaques und seine wirklich tragische Familiengeschichte, Offizier Peters und seine unerwiderte Liebe zu Hilde, Julia und ihre Liebe zu Addi, Louisa und ihr Familiengeheimnis, Hildes boshafte Art Louisa gegenüber und Heinz Blauäugigkeit. Für mich persönlich wäre hier weniger mehr gewesen.

Mein Highlight war aber definitiv die Atmosphäre des Buches, besonders rund um das Café Engel. Ich konnte es mir bildlich vorstellen und finde es tröstlich, dass so ein Ort in dieser grauenhaften Zeit wirklich existiert hat

Fazit:

Nach der Leseprobe hatte ich eine völlig andere Vorstellung der Geschichte. Das ist mir bisher nur sehr selten passiert. Für mich war es nicht ganz rund, dennoch werde ich Teil 2 lesen, da ich wissen möchte wie es weiter gehen wird. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit einigen der Protagonisten.

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Moe6245 Moe6245

Veröffentlicht am 07.03.2019

Ein Café in der Nachkriegszeit

Der Roman „Café Engel – Eine neue Zeit“ ist der erste Teil einer Triologie über das Wiesbadener Café Engel, seine Besitzer und Gäste, die den Zweiten Weltkrieg überlebt haben und jetzt versuchen, sich ... …mehr

Der Roman „Café Engel – Eine neue Zeit“ ist der erste Teil einer Triologie über das Wiesbadener Café Engel, seine Besitzer und Gäste, die den Zweiten Weltkrieg überlebt haben und jetzt versuchen, sich in der Nachkriegszeit mit all ihren Schwierigkeiten wieder zurecht zu finden.

Wenn man dem Klappentext Glauben schenkt, geht es in der Hauptsache um Hilde, die Tochter der Caféinhaber, und ihre Cousine Luise, die aus Ostpreußen geflohen ist und von Hildes Eltern aufgenommen wird. Es scheint zu Rivalitäten zu kommen, bis beide entdecken, dass sie ein gemeinsames Geheimnis aus Kriegszeiten verbergen.

In Wirklichkeit kommt es zur Rivalität zwischen Hilde und Luise erst recht spät und auch mehr am Rande; nach einem gemeinsamen Geheimnis sucht man vergebens. Beide haben zwar ein Geheimnis, aber weder ist es ein gemeinsames oder verbindendes Geheimnis, noch wissen sie gegenseitig davon.

Sehr schade, dass auf diese Art und Weise falsche Erwartungen geweckt wurden. Das hat das Buch meiner Meinung nach auch nicht im Mindesten nötig. Besonders gut gefallen hat mir, dass das Geschehen aus vielen verschiedenen Perspektiven beschrieben und geschildert wurde und zwar immer in einem Stil, der zur jeweiligen Person gepasst hat. Gut fand ich auch, dass die Kapitel sehr kurz gehalten waren, sodass man gut weiterlesen kann, wenn man nicht viel Zeit hat.

So lernt man viele verschiedene Schicksale kennen: Julia ist Jüdin und wurde versteckt gehalten, damit sie nicht deportiert wurde; Heinz ist in Kriegsgefangenschaft geraten; Jean-Jacques flieht in seine französische Heimat; Hilde und mehrere andere überstehen die Bombadierung ihrer Stadt und Luise muss aus ihrer Heimat in Ostpreußen fliehen. Jeder durchlebt andere Schwierigkeiten und viele Erlebnisse werden sehr offen und schonungslos geschildert.

Das hat den Roman sehr abwechslungsreich gemacht und hat mich sehr berührt. Die Schilderungen habe ich als sehr authentisch empfunden. Etliche Personen haben sich durch den Krieg scheinbar verändert und nicht unbedingt nur zu ihrem Vorteil. Manche kommen mit der Nachkriegszeit zurecht und arrangieren sich mit dem Neuen und andere tun sich total schwer mit den Änderungen durch den Krieg. Manchmal möchte man sie für das schütteln, was sie tun und kann es nicht nachvollziehen. Auch ist einem nicht jeder der Protagonisten sympathisch. Aber ich finde, auch das macht den Roman sehr authentisch.

Bei all dem Geschehen ist das Café der Mittelpunkt von allem. Hilde bringt es nett auf den Punkt: „Das Café ist eine Insel, ein geschützter Ort, eine Zuflucht.“ Dieses Gefühl hatte ich beim Lesen des Romans auch!

Ich hatte zunächst Sorge, dass das Ende total offen gelassen wurde, um Geschmack auf den zweiten Teil zu machen, aber zum Glück war das nicht der Fall und man kann das Buch als eigenständigen Roman lesen. Mir hat das Ende gut gefallen und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich auch die beiden weiteren Teile der Triologie lesen werde.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Marie Lamballe

Marie Lamballe - Autor
© fotostudio marlies, Bad Camberg

Marie Lamballe  studierte Französisch und Russisch auf Lehramt, wurde dann aber durch absoluten Einstellungsstopp vor einer Karriere als Gymnasiallehrerin bewahrt. Stattdessen widmete sie sich ihrem Mann und den beiden Kindern und begann zu schreiben. Zuerst ganz vorsichtig für die Schublade, später kleine Geschichten für Literaturzeitschriften, und schließlich gelangten die ersten Bücher zur Veröffentlichung. Inzwischen ist das Schreiben ihr Beruf geworden, der zwar viel Zeit und …

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