Neon Birds
 - Marie Graßhoff - PB

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15,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Paperback
Science Fiction Romane
463 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-20000-9
Ersterscheinung: 27.11.2019

Neon Birds

Roman

(56)

Es ist das Jahr 2101. Ein außer Kontrolle geratener technischer Virus verwandelt Menschen in hyperfunktionale Cyborgs, die dem Willen der künstlichen Intelligenz KAMI gehorchen. In Sperrzonen eingepfercht, werden sie von Supersoldaten bekämpft, die man weltweit als Stars feiert. Doch die Mauern beginnen zu bröckeln. Sekten beten KAMI als Maschinengott an. Und während der Kampf zwischen Menschheit und Technologie hin und her wogt, versuchen vier junge Erwachsene, den Untergang ihrer Zivilisation zu verhindern ...

Rezensionen aus der Lesejury (56)

Manja1982 Manja1982

Veröffentlicht am 17.01.2020

dieser Auftakt macht Lust auf mehr

Kurzbeschreibung
Ein Supersoldat, der seine glorreichen Tage hinter sich hat.
Ein Träumer mit einem düsteren Geheimnis.
Ein Untergrundkämpfer mit Todeswunsch.
Eine Jägerin mit Verbindung zu einer dunklen ... …mehr

Kurzbeschreibung
Ein Supersoldat, der seine glorreichen Tage hinter sich hat.
Ein Träumer mit einem düsteren Geheimnis.
Ein Untergrundkämpfer mit Todeswunsch.
Eine Jägerin mit Verbindung zu einer dunklen Macht.
Es ist das Jahr 2101. Ein außer Kontrolle geratener technischer Virus verwandelt Menschen in hyperfunktionale Cyborgs, die dem Willen der künstlichen Intelligenz KAMI gehorchen. In Sperrzonen eingepfercht, werden sie von Supersoldaten bekämpft, die man weltweit als Stars feiert. Doch die Mauern beginnen zu bröckeln. Sekten beten KAMI als Maschinengott an. Und während der Kampf zwischen Menschlichkeit und Technologie hin und her wogt, versuchen vier junge Erwachsene, den Untergang ihrer Zivilisation zu verhindern.
(Quelle: Lübbe)

Meine Meinung
Von Marie Graßhoff kannte ich bisher nur einen Roman. Nun stand mit „Neon Birds“ ein weiteres Buch von ihr auf meinem Leseplan und ich war wirklich gespannt darauf.
Das Cover und der Klappentext haben mich sehr angesprochen und so habe ich das eBook nach dem Laden auch flott gelesen.

Ihre Charaktere hat die Autorin wirklich gut gezeichnet und in ihre Geschichte platziert. Ich empfand sie alle als sehr gut beschrieben und die Handlungen waren auch zu verstehen.
Als Leser lernt man hier 4 Protagonisten kennen. Sie alle sind gut ausgearbeitet und jeder hat so seine Eigenheiten.
Luke ist sehr aufopferungsvoll und seine Loyalität ist wirklich klasse. Andra wirkte verloren auf mich. Kein Wunder, immerhin hat sie ihre komplette Familie verloren und muss sich in einer neuen Welt zurecht finden. Dann ist da noch Okijen, den ich besonders am Anfang rein gar nicht mochte. Er schien eher arrogant und eingebildet zu sein. Doch er kann ganz anders und ich habe bemerkt, er ist ein richtig toller Kerl. Der letzte Protagonist ist Flower. Er ist eher der ruhige Typ, er macht alles mit sich selbst aus.

Der Schreibstil der Autorin ist locker und flüssig. So bin ich dann auch sehr gut durch die Seiten hindurch gekommen, konnte ohne Probleme folgen und alles verstehen.
Die Handlung beginnt ganz ohne Umschweife. Die Autorin schafft es sehr gut Spannung zu erzeugen. Hinzu kommt einiges an Action und es gibt Wendungen, somit wird es auch nicht langweilig.
Allerdings mir waren es gerade zu Anfang zu wenig Informationen. Diese kommen erst nach und nach, wir persönlich war es doch etwas zu wenig.
Die von der Autorin geschaffene Welt, wir befinden uns im Jahr 2101, wird leider auch zunächst nur spärlich beschrieben. Hier hätte ich mir gerne doch mehr Erklärungen gewünscht. Als diese dann kamen war einiges viel schlüssiger. Die Idee dahinter hat mir jedoch richtig gut gefallen. Da gibt es mit Sicherheit in den Fortsetzungen noch so einiges zu erfahren.

Das Ende ist ein ziemlich großer Cliffhanger. Als Leser bleibt man neugierig zurück und möchte gerne erfahren wie es mit jedem der Charaktere weitergeht. Band 2 wird Emde März 2020 erscheinen.

Fazit
Insgesamt gesagt ist „Neon Birds“ von Marie Graßhoff ein wirklich guter Auftakt der Reihe, der mich auch gut für sich gewinnen konnte.
Gut beschriebene interessante Charaktere, ein angenehm flüssig zu lesender Stil der Autorin und eine Handlung, die zwar spannend und abwechslungsreich gehalten ist, in der mir aber doch ein paar Informationen gefehlt haben, haben mir unterhaltsame Lesestunden beschert.
Durchaus lesenswert!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

pastellherz pastellherz

Veröffentlicht am 14.01.2020

Ganz gut, aber mit Schwächen

Der Start in das Buch ist mir leider recht schwer gefallen. Man wird direkt mitten in das Geschehen geworfen und erhält erst nach und nach Erklärungen. Manchmal klappt sowas in Büchern ganz gut. Aber bei ... …mehr

Der Start in das Buch ist mir leider recht schwer gefallen. Man wird direkt mitten in das Geschehen geworfen und erhält erst nach und nach Erklärungen. Manchmal klappt sowas in Büchern ganz gut. Aber bei "Neon Birds" ist das Worldbuilding so komplex und es gibt recht viele Charaktere, sodass es eine Weile dauerte, bis ich komplett in der Geschichte drinnen war.

Das Worldbuilding an sich finde ich großartig! Marie hat viele tolle und innovative Ideen. Vor allem in Bezug auf Nachhaltigkeit und besseres Umweltbewusstsein in der Zukunft. Es ernähren sich z.B. alle Menschen vegan, weil die Produktion von tierischen Produkten eingestellt wurde. Die Welt ist voller neuartiger Technologien und wurde detailliert und liebevoll gestaltet. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken.
Zudem hat Marie einen schönen Schreibstil, der sich flüssig und angenehm lesen lässt. Science Fiction Romane sind manchmal etwas schwerfälliger zu lesen, aber dieser nicht. Nachdem ich erst mal drinnen war, bin ich sehr gut und schnell durch die Geschichte gekommen.

Bei den Charakteren bin ich leider sehr zwiegespalten. Wir haben vier Protagonisten und leider konnte ich mit Andra und Okijen wenig anfangen. Okijen ist ein Supersoldat im "Ruhezustand". Aufgrund vergangener Ereignisse hat er sich entschieden, seine Karriere zu beenden. Eigentlich hatte ich die Hoffnung, dass er mein Liebling wird, aber das war nicht so. Ich empfand ihn als egoistisch und feige, weil er nicht handeln wollte, obwohl er die Möglichkeiten hatte und die Aufgaben lieber anderen übertragen hat, die weniger Können haben als er. Zum Ende hin wurde er mir aber etwas sympathischer. Noch mehr Schwierigkeiten hatte ich mit Andra. Sie blieb die ganze Zeit über sehr blass und zum Schluss ging sie mir regelrecht auf die Nerven. Sie war sehr auf Okijen fixiert, hat die ganze Zeit von ihm geschwärmt und hing an ihm dran wie eine Klette. Ich hatte auf eine starke Frau gehofft, aber das war sie nicht wirklich.. Eher ein Anhängsel von Okijen. Dies führte dazu, dass ich die Kapitel über Okijen und Andra nicht so gerne gelesen haben. Sie haben mich nicht besonders interessiert und waren eher langweilig. Leider hat sich dadurch das Buch für mich besonders in der Mitte ein wenig gezogen und wurde erst im letzten Drittel wieder richtig spannend.

So wenig ich Okijen und Andra auch mochte, umso mehr mochte ich Luke und Flover. Die beiden sind beste Freunde und deren Treue zueinander merkt man auch. Sie kennen sich in und auswendig, geben einander Halt und unterstützen sich gegenseitig in allen Bereichen. Wenn ich mich entscheiden muss, würde ich sagen, dass Flover mein Favorit ist. Er ist Soldat in einer Geheimorganisation, beweist stets Mut, aber ist nicht perfekt. Bei ihm wird Mental Health thematisiert, was ich sehr gut und passend fand.
Die Geschichte von den beiden habe ich sehr gerne gelesen und ich war immer froh, wenn diese weiter erzählt wurde.

Die Handlung hat mir gut gefallen. Das Worldbuilding macht die Story sehr interessant und auch die Gegner sind gut gestaltet. Es handelt sich um ein technologisches, ansteckendes Virus, welches die Menschen (negativ) verändert, weshalb diese in Sperrzonen eingesperrt werden. Am Ende kommt noch etwas sehr Spannendes heraus, weshalb ich mich schon auf den zweiten Band freue.

Fazit:
Insgesamt ist "Neon Birds" ein ganz guter Science-Fiction Roman, aber mit Schwächen. Mich konnte es nicht hundertprozentig überzeugen, aber das großartige Worldbuilding, Maries packender Schreibstil und die Charaktere Luke und Flover haben das Buch dennoch zu einem schönen Leseerlebnis gemacht.

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Wuschel Wuschel

Veröffentlicht am 13.01.2020

Schön zu lesen.

Beschreibung:

Erde, 2101: Die Menschheit wurde großteils von einem technischen Virus befallen, welcher nicht heilbar ist. Die künstliche Intelligenz, namens KAMI, verwandelt die Menschen in emotionslose ... …mehr

Beschreibung:

Erde, 2101: Die Menschheit wurde großteils von einem technischen Virus befallen, welcher nicht heilbar ist. Die künstliche Intelligenz, namens KAMI, verwandelt die Menschen in emotionslose Hüllen, welche bedingungslos dessen Willen gehorchen. So entschloss sich die verbleibende Menschheit dazu Sperrzonen zu errichten, wo sie die Infizierten, auch Moja genannt, einpferchten, bis man eine Lösung für das Problem gefunden hat. Doch wie es mit einer KI so ist, entwickelt sich diese stets weiter, sie lernt dazu, weshalb die Mauern zu bröckeln beginnen. Während die Situation außer Kontrolle zu geraten scheint, der Krieg zwischen Mensch und Maschine vor der Tür steht, tun sich vier junge Erwachsene zusammen um den Untergang der Zivilisation zu verhindern.

Meinung:

Vorab möchte ich gleich sagen, dass ich das Buch bzw. die Geschichte dahinter richtig toll fand. Auch das Buch fand ich mega gut zu lesen. Hallo?! Ich hatte es nicht einmal einer Woche durch und habe zwischen durch noch ein anderes Buch mit einer Freundin begonnen. Für meine Verhältnisse ist das schon fix, aktuell. Ich bin auch schon super gespannt auf den nächsten Band. KAMI hat mich teilweise ein bisschen an Lucy von Elfen Lied erinnert, nur ohne die Katzenohren. Vermutlich liegt das auch an den tollen Illustrationen, die eben in diesem Stil zu dem Buch entworfen wurden und teilweise auch darin abgedruckt sind. Sehr schön wie ich finde. Ebenfalls sehr gut gefallen haben mir die Militärberichte sowie die Steckbriefe welche das Buch schmücken. Das hat dem Ganzen noch mal so ein Krönchen aufgesetzt.

So, und vermutlich werde ich mich jetzt bei der Mehrheit super unbeliebt machen, aber ehrlich gesagt, war mir KAMI tatsächlich am sympatischsten. Flover fand ich auch sehr gut getroffen und ich konnte mich gut in ihn hineinversetzten. Besonders seine Depression war wirklich richtig gut vermittelt. Greta, klar, Greta ist natürlich mein absoluter Favorit. Ginge es nach mir, gäbe es ein Buch nur über Greta und Kuchen. Zu den weiteren Darstellern, muss ich gestehen, fand ich keinen so richtigen Draht. Für ihr Alter haben sie gut und entsprechend reif reagiert - etwas anderes hätte ich aufgrund der gesamten Situation auch gar nicht erwartet, aber irgendwie, ich weiß auch nicht. Da ist der Funke einfach nicht übergesprungen.

Extrem anstrengend fand ich die Verwendung des Wortes "Screen" und "Phone". Bitte fragt mich nicht warum, aber ich fand es wirklich furchtbar. Das Buch ist trotz des futuristischen Schauplatzes, und der weiten technologischen Entwicklung, sehr Deutsch verfasst. Teilweise schreibt die Autorin sogar "Bildschirm" oder "Display", was okay war, aber dieses "Screen" hat mich echt aus der Bahn geworfen. Es hat mich im Nachhinein auch wirklich lange beschäftigt, warum das jetzt so ist. Klar hab ich mit "Denglisch" meine Probleme, aber es waren wirklich nur diese zwei Wörter, die mich extremst störten.

Am Anfang hatte ich ein paar Probleme mich zu orientieren, da die neue Welt noch gänzlich fremd war und man direkt ins Geschehen geschmissen wird. Besonders als das erste Mal der Begriff "Moja" viel. Damit konnte ich so null anfangen. Dennoch dauerte es nicht allzu lange bis ich Anschluss fand. Die wechselnden Schauplätze fand ich sehr gelungen, da so die Spannung oftmals gut gehalten wurde und man immer informiert war über die derzeitigen Geschehnisse, auch wenn es die eine oder andere Länge gab - oder die Protagonisten schauen sich die Sterne an, während sie der Überzeugung sind, dass die Welt am untergehen ist.

Ihr seht, ich bin sehr zwiegespalten, aber  - und das ist wohl das wichtigste - ich freue mich sehr auf die Fortsetzung sowie den krönenden Abschluss. Worauf ich sehr gespannt bin ist, ob Marie dem Geheimnis der Pfeile von Andra noch auf den Grund geht. Darüber würde ich mich auf jeden Fall sehr freuen, denn ich hätte da so eine Theorie / Idee und es wäre einfach schön eine Antwort zu haben. Zudem hoffe ich einfach, dass gerade die Charaktere in den Folgebänden für mich etwas zugänglicher werden. Wer weiß. Ansonsten bleib ich einfach im Team KAMI und hoffe, dass es die Welt zu einem besseren Ort macht.

Fazit:

Tolle Gestaltung einer futuristischen Welt, mega gute Idee zur Handlung mit etwas zu weich gezeichneten Charakteren und mangelndem Tiefgang. Dennoch eine klare Empfehlung - besonders für Menschen, die sich gerne mal im Genre Si-Fi ausprobieren möchten, da es nicht zu "übertrieben" ist und noch gut nachvollziehbar ist.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

txtrovert txtrovert

Veröffentlicht am 11.01.2020

Wird das Buch dem Hype gerecht?

Zum Inhalt brauche ich wohl kaum noch etwas zu sagen, bei dem ganzen Hype! Kurz gesagt: In der Zukunft gibt es eine KI, die die Menschen "optimieren" soll. Was optimieren in diesem Kontext bedeutet, ist ... …mehr

Zum Inhalt brauche ich wohl kaum noch etwas zu sagen, bei dem ganzen Hype! Kurz gesagt: In der Zukunft gibt es eine KI, die die Menschen "optimieren" soll. Was optimieren in diesem Kontext bedeutet, ist sehr fragwürdig. Und zwar sollen, wie in bereits vielen erfolgreichen Sci-Fi-Geschichten, die Emotionen entfernt werden. Klingt spannend? Oh ja!

Das Buch reißt einen sofort mit, denn direkt am Anfang wird man mitten hinein in das Setting geworfen. Sowas liebe ich ja! Man versteht noch nicht wirklich etwas, aber es erzeugt einen ungemeinen Lese-Sog. Zu Beginn erleben wir also mit, wie absolutes Chaos auf der Welt herrscht und ein gefährlicher Virus wütet. Dieser Virus verwandelt die Menschen, die daraufhin zu "Moja" werden, die wiederum von der KI Kami kontrolliert werden.

Nach dem sehr spannenden Beginn hat die Action aber nachgelassen und es schlichen sich gar Längen in das doch etwas dickere Buch - dadurch, dass doch sehr viele Details eingebaut wurden. Viele Fragen bleiben unbeantwortet (hier baue ich auf die Folgebände), bevor gegen Ende doch nochmal richtig Fahrt aufkommt.

Die Story wird abwechselnd aus der Perspektive von vier Charakteren erzählt, was ich an sich gut fand, doch blieben die einzelnen Personen doch etwas blass, besonders im Gegensatz zur liebevoll detaillierten Welt. Das Ende des Buchs war dann auch leider etwas vorsehbar, sodass man bereits erahnen konnte, was uns vielleicht noch erwartet. Das war etwas schade.

Zusammengefasst würde ich das Buch im soliden Mittelbereich ansehen, da zwar sehr viele tolle Ideen eingeflossen sind, mich die Fragezeichen über meinem Kopf und die etwas unrunden Charaktere doch ein wenig gestört haben. Aber was im ersten Band noch nicht ist, kann ja noch werden! Ich hoffe auf einen spannenden 2. und 3. Teil. Ich bin froh, dass das Buch aufgrund des riesigen Hypes nicht an mir vorbei gegangen ist, und obwohl ich mich sonst nicht der Masse beuge und betreffendes Buch lese - vor allem wenn es fast ausschließlich gute Bewertungen gibt, das macht mich immer skeptisch - doch hier bin ich jetzt schon gespannt, was Marie Grasshoff uns noch bieten wird.

Noch ein kleines PS: Besonders schön fand ich die Illustrationen im Buch!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

moni2506 moni2506

Veröffentlicht am 11.01.2020

Science-Fiction, die mich begeistern konnte

„Neon Birds“ von Marie Graßhoff ist der Auftaktband einer Science-Fiction Trilogie, in der Supersoldaten gegen durch eine künstliche Intelligenz verbesserte Menschen kämpfen. Erschienen ist der Roman bei ... …mehr

„Neon Birds“ von Marie Graßhoff ist der Auftaktband einer Science-Fiction Trilogie, in der Supersoldaten gegen durch eine künstliche Intelligenz verbesserte Menschen kämpfen. Erschienen ist der Roman bei Bastei Lübbe im November 2019.

2101: In Sperrzonen eingesperrt werden die Moja (durch technischen Virus veränderte Menschen) von Supersoldaten, die als Stars gefeiert werden, bekämpft und getötet. Die Sperrzonen sind über die Welt verteilt und sollen die weitere Verbreitung des Virus verhindern. In Nordchina gelingt es den Moja dennoch kurzzeitig auszubrechen. Die Lage für die Menschen wird immer bedrohlicher und so entbrennt ein verbitterter Kampf ums Überleben der Menschheit. Mitten drin vier Personen, die alle ihre eigenen Motive haben, um gegen KAMI ins Feld zu ziehen.

Dieser Roman, finde ich, passt nicht so wirklich in mein übliches Beuteschema. Vor zwei Jahren habe ich Asimov für mich entdeckt und mehr Science-Fiction lesen stand daher auf meinem Leseplan. Über Marie Graßhoff hatte ich eher als Coverdesignerin gehört und so bin ich ihr dann auf instagram gefolgt und wurde durch ihre Stories so gehypt auf das Buch, dass ich es unbedingt lesen musste. Diese Begeisterung war einfach zu ansteckend und der Klappentext klang mehr als interessant.
Die ersten zwei, drei Kapitel muss ich zugeben, war ich ein wenig verwirrt von den Ereignissen. Es fängt direkt sehr spannend an, aber man hat noch überhaupt keine Vorstellung davon, wie die Welt im Jahr 2101 funktioniert. Ich musste das Ganze erstmal ein bisschen auf mich wirken lassen, kam aber anschließend sehr gut in die Geschichte rein. Durchzogen ist der Roman von militärischen Akten, die Informationen zu wichtigen Personen im Buch enthalten und die Entwicklungen in der Welt näher erläutern. Durch diese versteht man das erschaffene Zukunftsszenario mit der Zeit immer besser.
Besonders gut gefallen haben mir die Solar Punk Elemente. Vor diesem Buch hatte ich noch nie von dem Genre gehört, aber das viele grün und die insgesamt deutlich nachhaltigere Lebensweise gepaart mit anderen sozialen Errungenschaften konnte mich schnell für sich einnehmen. Andererseits ist das Buch sehr düster. Die Sperrzonen, in denen die Moja leben, werden immer größer. Die Bedrohung durch die künstliche Intelligenz KAMI nimmt immer weiter zu. Diese Kombination ist äußerst gelungen und regt zum kontinuierlichen Weiterlesen an. Darüber hinaus fand ich die Veränderungen gegenüber unserem heutigen Stand sehr nachvollziehbar, gerade wenn man auch die aktuelle politische Lage mit einbezieht, in der Umweltthemen einen immer größeren Stellenwert einnehmen.
Die Personen in diesem Roman sind allesamt sehr interessant und ich habe bisher keinen eindeutigen Favoriten. Jede Person trägt ihren Anteil an der Geschichte und ich habe mit allen Personen teilweise sehr intensiv mitgefiebert. Luke konnte mich mit seiner Loylität und Aufopferungsbereitschaft für sich einnehmen. Okijen wirkte ganz am Anfang arrogant und unnahbar, aber das stellt sich schnell als falsch heraus. Wenn man das Glück hat ihn näher kennenzulernen, merkt man schnell, dass er sehr mitfühlend, ehrlich und sozial sein kann. Flover ist ein Mensch, der gerne Dinge mit sich selbst ausmacht und in Luke einen sehr guten Freund gefunden hat. Andra hat ihre gesamte Familie verloren und versucht sich in einer Welt zurechtzufinden, die sie so bisher nicht kannte. Die Weisheiten und Traditionen ihres Stammes helfen ihr dabei.
Der Spannungsbogen ist sehr gut gelungen und das Ende erschafft einen guten Ausgangspunkt für den zweiten Teil. Ich hatte einige Wow-Momente während des Lesens. Es gab Entwicklungen, die ich erahnt habe und andere wiederum nicht, dennoch würde ich keine Wendung in diesem Roman wirklich als überraschend bezeichnen. Im Nachhinein betrachtet erscheinen sie als konsequent. Es gibt Szenen in diesem Roman, die mir die Luft zum atmen genommen haben und in denen ich so extrem mitgefiebert habe. Mein Puls ging richtig hoch und das ist eine Sache, die ich schon lange nicht mehr bei einem Buch hatte. Ich bin sehr gespannt darauf, wie es weiter geht und in welche Richtung sich die Geschichte noch entwickeln wird.

Fazit: Eine Zukunftsvision auf die man sich einlassen muss, die einen dann aber mit einem interessanten Szenario und einer sehr spannenden Geschichte belohnt. Eine Geschichte, die mein kleines Nerd-Herz hat höher schlagen lassen und die einem viel Stoff zum nachdenken gibt. Wenn einem der Klappentext zusagt, dann sollte man dieses Buch auf jeden Fall lesen und sich auf keinen Fall von dem Label Science-Fiction abhalten lassen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Marie Graßhoff

Marie Graßhoff, geboren 1990 in Halberstadt/Harz, studierte in Mainz Buchwissenschaft und Linguistik. Anschließend arbeitete sie einige Jahre als Social-Media-Managerin bei einer großen Agentur, mittlerweile ist sie als freiberufliche Autorin und Grafikdesignerin tätig und lebt in Leipzig. Mit ihrem Fantasy-Epos Kernstaub stand sie auf der Shortlist des SERAPH Literaturpreises 2016 in der Kategorie „Bester Independent-Autor“.

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