Zerbrechlich
 - Jodi Picoult - eBook

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8,99

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Beziehungsromane
ISBN: 978-3-8387-0203-2
Ersterscheinung: 25.09.2010

Zerbrechlich

Roman
Übersetzt von Rainer Schumacher

(6)

Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O'Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen.
Das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Die Krankheit hätte früh erkannt und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ...

Rezensionen aus der Lesejury (6)

rainbowly rainbowly

Veröffentlicht am 19.07.2020

So viele Fragen...

Inhalt
Willow leidet unter Osteogenesis imperfecta, auch Glasknochenkrankheit genannt. Das bedeutet für die ganze Familie eine enorme Belastung - emotional, aber auch finanziell. Die finanziellen Sorgen ... …mehr

Inhalt
Willow leidet unter Osteogenesis imperfecta, auch Glasknochenkrankheit genannt. Das bedeutet für die ganze Familie eine enorme Belastung - emotional, aber auch finanziell. Die finanziellen Sorgen möchte Charlotte durch eine Klage gegen ihre Geburtshelferin aus der Welt schaffen, dafür muss sie aber die Geschworenen davon überzeugen, dass die Krankheit schon eher hätte festgestellt werden können und auf „ungewollte Geburt“ plädieren.

Sprache
In diesem Buch steckt so viel drin! Deshalb weiß ich gar nicht wo ich anfange soll und ob ich das alles in Worte fassen kann. Die Story an sich ist einfach: Charlotte klagt und erhofft sich dadurch finanzielle Absicherung für Willow. Doch was sie dafür alles in Kauf nimmt ist enorm. Und welche Fragen dadurch aufgeworfen werden ist beinahe erdrückend.
Was ist wirklich wichtig im Leben? Was darf man für die finanzielle Sicherheit der Familie opfern? Ist emotionale Sicherheit für Kinder nicht wichtiger als finanzielle?
Ab wann ist ein Leben nicht mehr lebenswert? Und wer darf das entscheiden? Wann beginnt Leben überhaupt?
Was kann eine Ehe aushalten? Und wie viel ist einem Freundschaft wert?
Es geht um Leben mit Behinderung, es geht um Kunstfehler, um Abtreibung, um Adoption. Es geht um Freundschaft, um Liebe, um Zweifel, um Vernachlässigung und um Selbsthass.
Es geht um die Beziehung zu den eigenen Kindern, um Prioritäten, um Moralfragen.

Und ganz automatisch startete bei mir das Gedankenkarussell. Wie denke ich über diese Fragen? Wie würde ich in so einer Situation entscheiden? Wie würde ich handeln? Wäre ich stark genug, um für ein so schwer krankes Kind zu sorgen?

Und dann gibt es noch die Geschichte rund um Amelia, die mir beinahe das Herz zerrissen hat.

Charaktere
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Aus der Sicht von Charlotte (die Mutter), von Sean (der Vater), von Amelia (die Schwester), von Piper (die Geburtshelferin) und von Marin (Charlottes Anwältin). Dadurch entsteht eine abwechslungsreiche Erzählung und man kann sich in jeden Charakter gut hineinversetzen.

Dreh- und Angelpunkt der Story ist aber Charlotte. Charlotte ist die absolute Löwenmutter. Wenn Willow sich etwas bricht, ist sie zur Stelle, zu jeder Zeit. Sie kümmert sich um die richtige Behandlung für Willow. Sorgt dafür, dass Willow zur Schule gehen kann und dass sie dort gerecht behandelt wird. Alles in ihrem Leben dreht sich um Willow. Dadurch trägt sie natürlich einen großen Teil der Last, die die Fürsorge für Willow mit sich bringt. In vielen Dingen konnte ich sie gut verstehen. Als Mutter versucht man alles richtig zu machen, sorgt sich um die Kinder, kämpft für sie und es ist manchmal schwer alles unter einen Hut zu bringen. Wie viel mehr mit einem Kind, das so viel Zuwendung und Fürsorge benötigt. Allerdings konnte sie mir bis zum Ende der Geschichte nicht sympathisch werden. In meinen Augen ging sie zu weit, war zu egoistisch, stur und uneinsichtig. Sie ließ keine andere Meinung gelten und war zu fixiert auf ihr Ziel. Sie wollte nur das Beste für Willow, hat in meinen Augen aber zu viel dafür geopfert.

Fazit
Ein Buch, dass man schwer in Worte fassen kann, dass sich aber auf jeden Fall lohnt zu lesen.

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Eldorininasbooks Eldorininasbooks

Veröffentlicht am 10.03.2020

Zwiegespalten

Dieses Buch (als gekürztes Hörbuch gehört) lässt mich ziemlich zwiegespalten zurück!

Von der ersten Minute an ist es sehr nervenaufreibend (nicht im negativen Sinne gemeint). Es appelliert absolut an ... …mehr

Dieses Buch (als gekürztes Hörbuch gehört) lässt mich ziemlich zwiegespalten zurück!

Von der ersten Minute an ist es sehr nervenaufreibend (nicht im negativen Sinne gemeint). Es appelliert absolut an die eigenen Gefühle und man kann kaum fassen, was passiert. Die Glasknochenkrankheit wurde gut beleuchtet und war absolut interessant, da ich bisher noch nicht so viel darüber wusste. Die Erzählperspektive aus der Sicht der verschiedenen Charaktere und mit unterschiedlichen Stimmen war sehr gut gewählt. So konnte man jede einzelne Person besser kennenlernen und die Geschichte noch besser verfolgen. Nur die Perspektive von Sean mochte ich überhaupt nicht, da der Erzähler einen flüsternden Ton hatte – das konnte ich tatsächlich kaum ertragen und war froh, dass nicht das ganze Hörbuch so gesprochen wurde.

Man leidet mit den Charakteren mit und kann sich gut in sie hineinversetzen. Besonders in die beiden Schwestern, die auf so unterschiedliche Arten leiden müssen und trotzdem irgendwie ähnlich fühlen. Die Handlungen der Mutter und des Vaters konnte ich hingegen nur bedingt nachvollziehen. Ich habe überhaupt nicht verstanden, woher auf einmal der Gedanke der Mutter kam, auf Biegen und Brechen jemanden verklagen zu wollen. Eigentlich war das der Plan, weil sie sich ungerecht behandelt fühlten und auf einmal ging es um die Zukunft von Willow. Ich habe auch nicht verstanden, wieso sie nicht vorher mit den betroffenen Personen spricht und das wäre hier definitiv nötig gewesen! Auch, wie es überhaupt dazu kommen konnte, ist mir ein Rätsel. Als Eltern ist man hier doch vorbelastet und weiß, wie man handeln muss, damit jeder einen versteht. Sie stellten so oft dar, wie gut sie sich kümmern, aber eine Kopie von der ärztlichen Bescheinigung zu machen und diese an allen erdenklichen Orte zu deponieren, kam ihnen nicht in den Sinn? Unwahrscheinlich!

Trotz dieser Makel war das Buch auch sehr spannend. Man wollte erfahren, wie der Prozess ausgeht. Man wollte erfahren, was Willow noch passiert und wie man mit den Problemen ihrer Schwester umgeht und man wurde einfach mitgerissen. Das Ende fand ich etwas unnötig und hätte ich mir definitiv anders gewünscht, aber nunja. Ich bin alles in allem nun weiterhin zwiegespalten, würde es aber trotzdem empfehlen.

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j125 j125

Veröffentlicht am 29.12.2019

Klasse gelesen, aber inhaltlich nicht mein Favorit

Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit den Charakteren, allen voran mit Charlotte. Ich konnte viele ihrer Handlungen einfach nicht nachvollziehen. Vielleicht versteht man sie eher, wenn man selbst Mutter ... …mehr

Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit den Charakteren, allen voran mit Charlotte. Ich konnte viele ihrer Handlungen einfach nicht nachvollziehen. Vielleicht versteht man sie eher, wenn man selbst Mutter oder Vater ist, ich weiß es nicht. Für mich jedenfalls war so manches nicht nachvollziehbar. Sie liebt ihr Kind sicherlich und ich verstehe, dass man sich für sein Kind das bestmögliche Leben wünscht und auch wenn Geld nicht alles ist, hilft es bei diesem Wunsch. Aber Charlotte blendet alles andere vollkommen aus und das kann ich nicht begreifen, die Liebe zum Kind hin oder her.

Die anderen Charaktere taten mir meistens Leid. Willow tat mir nicht wegen ihrer Krankheit leid, obwohl diese sehr schlimm ist, sondern wegen dem, was sie durch diese Krankheit durchmachen muss und wegen der Gefühle, die das Verfahren in ihr auslöst. Aber auch Willows Schwester, Charlottes Tochter aus einer früheren Beziehung, tat mir so unfassbar Leid. Sie existiert beinahe nicht mehr, weil sich alles nur noch um Willow bzw. den Prozess dreht. So oft wollte ich ihre Mutter daran erinnern, dass sie noch ein Kind hat und das dieses Kind auch Liebe und Aufmerksamkeit braucht, selbst wenn es schon 13 Jahre alt ist.

Das Thema ist - wie immer - nicht einfach. Picoult hat es wieder sehr informativ rübergebracht und zwingt den Leser dazu, sich Gedanken zu machen. Wie hätte ich mich entschieden, wenn ich gewusst hätte, dass mein Kind mit der Glasknochenkrankheit auf die Welt kommen wird? Würde ich einen Gerichtsprozess anstreben und wie würde ich den Konflikt lösen, wenn mein Partner/meine Partnerin eine andere Ansicht vertritt als ich? Bis zu letzt war ich mir auch nicht sicher, welches Ende ich mir für das Buch wünschen würde (obwohl ich durchaus eine Meinung zu dem Gerichtsprozess an sich hatte).

Das Ende (insbesondere der Teil nach dem Gerichtsprozess) hat mir nicht ganz so gut gefallen. Es vermittelt eine ziemlich starke Botschaft, aber es ist auch so... sinnlos was passiert. Man arbeitet auf etwas hin und dann ist es egal, weil eben passiert was passiert.

Gelesen war es aber wirklich toll. Schon beim letzten Hörbuch der Autorin konnten die Sprecher überzeugen. Hier waren es noch ein paar mehr und ich bin wieder angetan. Ich werde vermutlich die weiteren Bücher der Autorin auch hören. Gewöhnungsbedürftig war nur, dass sich die Geschichte an Willow richtet und sie direkt angesprochen wird (z. B.: "Du warst damals 5 Jahre alt. Hast XY geliebt. Wir waren eine glückliche Familie, denn...").

Wertung: 3 Big Ben. Gut gelesen, aber inhaltlich nur mittelmäßig. Da gibt es für mich bessere Bücher von Jodi Picoult.

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Buchstabenpoesie Buchstabenpoesie

Veröffentlicht am 13.10.2019

Leseempfehlung! Mein Top-Buch im Jahr 2019!

*Inhalt*
Charlotte und Sean sind glücklich, als ihre Tochter Willow mit Knochenbrüchen auf die Welt kommt. Ihre Tochter Willow, die schon in der 17. SSW OI, die sogenannte Glasknochenkrankheit diagnostiziert ... …mehr

*Inhalt*
Charlotte und Sean sind glücklich, als ihre Tochter Willow mit Knochenbrüchen auf die Welt kommt. Ihre Tochter Willow, die schon in der 17. SSW OI, die sogenannte Glasknochenkrankheit diagnostiziert bekommen hat. Natürlich gibt Charlotte alles, um Willow ein relativ unkompliziertes Leben zu ermöglichen. Dabei muss Willow’s große Halbschwester Emilia immer häufiger zurück stecken, denn jeder kleine Ausflug endet meistens mit einem Krankenhausaufenthalt, da Willow sich etwas gebrochen hat. Als die Familie einen Ausflug in einen Freizeitpark unternimmt, endet diesmal alles anders. Denn die Familie hat den Arztbrief vergessen, der bescheinigt, dass Willow OI hat und daher die vielen Knochenbrüche ausweist. Doch die Polizei hat einen anderen verdacht. Sie vermuten, dass man Willow Gewalt antun würde und beschuldigen Sean und Charlotte. Sean ist so aufgebracht, dass er Klagen möchte. Doch der Anwalt kann nichts für ihn tun und gibt ihm lediglich den Rat Piper, Charlottes beste Freundin und Gynäkologin zu verklagen. Charlotte zögert nicht lange und geht der Klage nach. Charlotte verliert sich immer mehr in dieser Klage und gibt dafür nicht nur die Freundschaft zu Piper auf, auch Emilia verändert sich in dieser Zeit drastisch, Willow fühlt sich ungeliebt und die Beziehung zu Sean schein zu zerbrechen. Lohnt es sich wirklich für mehr Geld alles aufzugeben?

*Beschreibung*
Ich so so so begeistert von dieser Geschichte! Dieses Hörbuch hat mich für sich eingenommen und ich habe die Stunden damit wirklich genossen. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen bzw. Hörbuch gehört, was mich so begeistert und fasziniert hat. Ich musste einfach immer weiter hören um zu erfahren, wie es um Willow und ihre Familie steht. So tat es einem richtig leid mitzuerleben, wie glücklich die Familie war und dass durch die Klage alles Stück für Stück in die Brüche geht. Aufgrund dieser Brüche passt der Titel nicht nur zu Willow und ihrer Erkrankung, sondern auch zu den Geschehnissen innerhalb der Familie. Das Cover ist nett gestaltet, würde mich in der Buchhandlung allerdings eher nicht ansprechen. Es passt auch nicht so wirklich zu den Handlungen in diesem Buch. Dafür aber hervorragend zu den anderen Büchern der Autorin.

Die Charaktere sind fantastisch! Wer Willow nicht in sein Herz schließt…ich weiß auch nicht. Sie ist so herzallerliebst und niedlich. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge, ist liebevoll, begeisterungsfähig und überaus sympathisch. Ihre Krankheit ist zwar tragisch, aber trotzdem scheint es, als habe sie ein glückliches und zufriedenes Leben, welches durch ihre Krankheit nur manchmal in den Schatten gerückt wird. Man kann so gut mit Willow mitschwingen und sich in sie hineinversetzen. Sie muss sich schrecklich gefühlt haben, als sie das Gefühl hatte, dass Charlotte sie nicht mehr haben möchte. Dennoch kann man als Leser und Zuhörer immer wieder in Erfahrung bringen, wie große die Liebe ihrer Familie zu Willow ist.
Auch Emilia ist ein herzensguter Mensch, die ihre Schwester zwar über alles liebt, aber auf der anderen Seite auch immer noch ein 12-jähriges Mädchen ist, welches Leben möchte und versucht mit seinen Freunden und Freundinnen mitzuhalten. Klar kommen da auch hin und wieder negative Gefühle bezüglich Willow auf, aber wenn es drauf ankommt, dann hält Emilia zu ihrer kleinen Schwester. Sie erzählt sie liebevoll über Willow, dass man weiß, Emilia könnte ihre Schwester niemals hassen. Jeglicher hass den Emilia hat produziert sie in diesem Buch auf sich selber. Denn egal was Emilia macht, ihre Eltern haben nur Augen für Willow. Die Bedürfnisse von Emilia geraten dabei immer mehr in den Hintergrund.
Sean ist wohl der klügste und liebste Vater den ich kenne. Wie er zu seiner Tochter steht, wie er zu ihr hält und sich um alles kümmert ist umwerfend. Er ist um einiges objektiver als Charlotte und findet für jede Situation die richten Worte. Vor allem versteht er etwas unter dem Wort „Gerechtigkeit“. Mit seinen Handlungen und Sichtweisen konnte ich mich gut identifizieren. Seine Frau Charlotte hingegen ist eine „Über-Mutter“. Sie ist sehr nah an Willow dran, traut ihr nur wenig zu und bemuttert sie sehr. Natürlich ist auch dieses Verhalten nachvollziehbar und ich kann auch verstehen, dass sie klagt um die Behandlung von Willow zu finanzieren. Aber doch nicht zu diesen „Konditionen“. Sie hat damit das Leben von Piper zerstört, Emilia auf die falsche Bahn gelenkt und ihre Freundschaft zu Emma zerstört. Sie hat Willow an sich selber und der Liebe zur Familie zweifeln lassen und am Ende nichts daraus gemacht…

Das Hörbuch wurde unfassbar gut vertont! Insgesamt gibt es sechs verschiedene Perspektiven. Jeder Perspektive ist eine andere Stimme zugeteilt worden. So können sich die Hörer optimal auf die Handlung einlassen und waren unmittelbar im Geschehen, ohne lange darüber nachdenken zu müssen, um wen es gerade geht. Besonders interessant fand ich es, dass alle Perspektiven Willow angesprochen haben. Das Ende dieses Hörbuches war unheimlich intensiv und ein krönender Abschluss, der einen schon etwas zu Tränen gerührt hat. Das Ende hat diese tolle und wirklich besondere Geschichte abgerundet! Man hatte immer wieder kleine Zeitsprünge zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, die allerdings gut aufeinander aufgebaut haben. So hat die ganze Verhandlung einen Sinn ergeben und man hat die Geschichte von Willow und ihrer Familie kennen gelernt.
Die Autorin hat einen guten Schreibstil. Die Verhandlungen waren gut recherchiert und man hatte auch das Gefühl, dass sich Jodi Picoult gut mit der OI auseinander gesetzt hat und bestens Bescheid wusste. Das Buch war durchweg von einer leichten Spannung durchzogen. Somit wurde das Buch zu einem Page-Turner der ganz besonderen Art. Denn Jodi Picoult beschreibt hier nicht nur die Themen Familie, Liebe und Gerechtigkeit. Es geht vor allem um Kinder mit Behinderungen, Abtreibung und Gewissenskonflikte. Es geht um das Leben innerhalb dieser Familie und wie man nicht nur dem Kind mit Behinderung gerecht wird, sondern auch den weiteren Kindern oder gar sich selber als Elternteil. Wie weit geht man um an Geld zu kommen und würde man dafür wirklich das Leben des behinderten Kindes aufgeben?

*Meinung*
Für mich ein ganz besonderes und fantastisches Buch, dass das Leben mit einer Behinderung schildert und dabei auf einem schmalen Grat der Moral wandert. Keine Frage - dies ist ein *5 Sterne* Buch und wenn ich könnte würde ich mehr geben. Bei diesem Hörbuch hat einfach alles gestimmt! Die Thematik, die Charaktere, die Relevanz für unsere Gesellschaft und die Vertonung! Top! Unbedingt lesen!

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Carolinchen Carolinchen

Veröffentlicht am 02.07.2019

rührt zu Tränen

Inhalt
Charlotte und Sams Tochter Willow leidet unter der Glasknochenkrankheit. Sie haben ein anstrengendes, aber glückliches Familienleben. Bis Charlotte beschließt für Willows Behandlung zu klagen. Das ... …mehr

Inhalt
Charlotte und Sams Tochter Willow leidet unter der Glasknochenkrankheit. Sie haben ein anstrengendes, aber glückliches Familienleben. Bis Charlotte beschließt für Willows Behandlung zu klagen. Das bedeutet aber auch, dass sie aussagen muss, dass ihre Tochter besser nie geboren worden wäre. Kann eine Familie so etwas aushalten, oder wird sie daran zerbrechen; wie Willows Knochen?

Eigene Meinung
Geschrieben ist das Buch aus vielen verschiedenen Sichten, was auch gut so ist, denn so bekommt man einen kompletten Eindruck davon, was die Beweggründe jedes einzelnen und seine Gefühle dabei sind. auch für jene die im Laufe der Geschichte unsympathischer werden, hat man so mehr Verständnis.

Es tat richtig weh zu sehen, wie durch die Klage alles zu Bruch geht. Alle leiden unterschiedlich und sehen sich im Recht. Und dennoch würde am liebsten jeder die Zeit zurückdrehen.

Jodi Picoult hat einen umfassenden Einblick in das Leben mit einem behinderten Kind gegeben. Wie verändert sich die Beziehung der Eltern zueinander, zum gesunden Kind, oder zu Freunden? Wo muss man zurückstecken und wo wird es unfair? Wie fühlt man sich, wenn man als Schwester immer hinten anstehen muss?
Und sie führt gute Argumente für und gegen die Abtreibung behinderter Babys an. Ein gewagter, aber meiner Meinung nach gelungener Spagat bei einem so schwierigen Thema.

Willow und ihre Familie haben mir das Herz gebrochen. Es war schön und zugleich unglaublich traurig ein Teil ihrer Geschichte zu sein. Vor allem am Ende wird einem noch einmal der Boden unter den Füßen weggerissen. Allerdings hat mich das zweigeteilt. Man hätte es auch gerne vorher enden lassen können, statt noch einmal wie erzwungen auf die Tränendrüse zu drücken.

Fazit
Ein tolles Buch, das einem wirklich das Herz zerreißt. Jodi Picoult hat eine schöne Balance geschaffen in der Debatte, ob behinderte Kinder abgetrieben werden dürfen, oder nicht.

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Autor:in

Jodi Picoult

Jodi Picoult - Autor
© Olivier Favre

Jodi Picoult, geboren 1967 auf Long Island, studierte in Princeton Creative Writing und in Harvard Erziehungswissenschaften. Seit 1992 schreibt sie mit sensationellem Erfolg Romane. Sie wurde für ihre Werke vielfach ausgezeichnet, beispielsweise mit dem New England Bookseller Award. Ihre Romane erscheinen in 35 Ländern. Jodi Picoult gehört zu den erfolgreichsten und beliebtesten amerikanischen Erzählerinnen weltweit. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Hanover, New …

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