Fräulein Ella und die Liebe
 - Anna Moretti - eBook

ab
26.02.2021
erhältlich

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8,99

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Frauenromane
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7517-0170-9
Ersterscheinung: 26.02.2021

Fräulein Ella und die Liebe

Roman

(61)

Berlin, 1894: Als die junge Ella von Burow mit einem Aufklärungsbuch erwischt wird und in der Gegenwart des jungen und sehr sympathischen Arztes Max seltsam reagiert, diagnostiziert der Familienarzt frei nach Freud „sexuelle Triebhaftigkeit“. Es beginnt ein turbulenter Reigen um Ellas „Heilung“ und eine romantische Annäherung zwischen Ella und Max nimmt ihren Lauf …
Als Hardcover unter dem Titel Effi liest nominiert für den Delia-Literaturpreis.

Rezensionen aus der Lesejury (61)

Gavroche Gavroche

Veröffentlicht am 04.10.2019

Effi

Bei dem Titel und dem Cover musste ich - natürlich - sofort an Effie Briest denken. Und diese Anspielung ist sicherlich auch gewollt. Das Buch spielt am Ende des 19. Jahrhunderts und Effi ist eine - für ... …mehr

Bei dem Titel und dem Cover musste ich - natürlich - sofort an Effie Briest denken. Und diese Anspielung ist sicherlich auch gewollt. Das Buch spielt am Ende des 19. Jahrhunderts und Effi ist eine - für die damalige Zeit - überaus emanzipierte und fortschrittliche junge Dame. Nachdem sie mit 18 Jahren aus ihrem Mädchenpensionat fliegt, weil sie ein überaus ungehöriges Buch entdeckt hat, bekniet sie ihren Vater regelrecht. Ihre Tante darf sie dann in Frauenfragen unterrichten und sie darf studieren. Eine romantische Begegnung gibt es auch in dem Buch, jedoch bleibt es recht züchtig. Der Schreibstil passt wunderbar in die Zeit wie auch die Geschichte. Mir hat es gut gefallen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

jasbr jasbr

Veröffentlicht am 04.10.2019

Auf in die Vergangenheit

"Eine romantische Komödie" - das trifft auf das Buch auf jeden Fall zu. Denn Schmunzeln muss man beim Lesen permanent, was einfach am Setting und der damaligen Gesellschaft liegt.

Denn Effi gehört zur ... …mehr

"Eine romantische Komödie" - das trifft auf das Buch auf jeden Fall zu. Denn Schmunzeln muss man beim Lesen permanent, was einfach am Setting und der damaligen Gesellschaft liegt.

Denn Effi gehört zur feinen Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts. Deswegen geht sie eigentlich auf ein Internat, bei dem sie auf ihr Leben als zukünftige gute Ehefrau vorbereitet werden soll. Wäre da nicht ihre Neugier und ihr Wissensdurst. Denn als sie ein Buch findet, fliegt sie vom Internat, da es nicht für junge Frauen geeignet ist. Das stachelt Effi aber erst recht an, herauszufinden, was es damit auf sich hat.

Wenn man heute lebt, erscheint vieles von damals einfach absurd. Denn alles was mit Sex oder generell der Liebe zwischen zwei Menschen zu tun hat, ist total verpönt und darf nicht angesprochen werden. Es kommt deswegen zu der ein oder anderen kuriosen Situation, die von der Autorin gekonnt erzählt werden. Vor allem im Bereich der Medizin musste ich mehr als einmal lachen, denn hier scheint Kokain das Wundermittel gegen alles - von Müdigkeit zu Kopfschmerzen - zu sein. Heute undenkbar!

Die Sprache hat mir auch super gefallen, denn man hat wirklich das Gefühl, aufgrund der Ausdrucksweise in den Dialogen, in die Vergangenheit zu reisen. Auch das Verhalten der einzelnen Personen wirkt sehr authentisch, sodass man sich im Berlin von 1894 wiederfinden kann.

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht von Effi, die auch die Hauptperson ist. Eine mindestens genauso große Rolle spielt aber der Arzt Max, den sie im Zug kennenlernt. Seine Perspektive wird durch Briefe an seinen Bruder veranschaulicht, was eine gute Mischung war.

Natürlich darf aber auch die Romantik nicht fehlen. Hier kommt dann aber auch mein Kritikpunkt. Denn während sich die Liebesgeschichte an sich noch spannend verhält, wird sie dann schnell vorhersehbar. Am Ende geht dann auch alles irgendwie zu schnell, sodass es etwas aufgesetzt war.

Insgesamt hatte ich beim Lesen aber sehr viel Spaß. Von mir gibt es daher 4 Sterne!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

NiKe NiKe

Veröffentlicht am 01.10.2019

Romantische Komödie und mehr

Das wunderhübsche Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht und nach der Leseprobe war klar, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte handelt von ... …mehr

Das wunderhübsche Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht und nach der Leseprobe war klar, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte handelt von einer jungen Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert in Berlin. Effi ist für ihre damalige Zeit ungewöhnlich wissbegierig und bekommt gleich zu Beginn genau dadurch Ärger: Sie findet bei einem Klassenausflug ihres Mädchenpensionats ein Buch, welches für diese Zeit sehr ungewöhnlich das Thema Liebe und körperlichen Genuss zum Thema zu haben scheint. Ob dies tatsächlich so ist, kann Effi nur vermuten, denn sie bekommt keine Gelegenheit, das Buch zu lesen, sondern handelt sich allein dadurch, dass sie es an sich nimmt, schon eine Menge Ärger ein. Aber ihre Neugier ist natürlich geweckt und sie lässt sich in ihren Bemühungen, mehr über das Buch und die Liebe und was es sonst noch zu wissen gibt zu erfahren, nicht aufhalten.
In all dem Trubel, den sie verursacht, begegnet sie selbst der Liebe, was sie sehr viel mehr durcheinander bringt als ein Buch es jemals könnte und bekommt eine geheimnisvolle Krankheit.

Ich habe das Buch sehr genossen. Schon die Aufmachung war toll. Zu Beginn gibt es eine Aufzählung der zur Geschichte passenden historischen Ereignisse, die in dieser Zeit stattfanden. Dann gibt es zu jedem Kapitel passende Zitate anderer Autoren/bekannter Persönlichkeiten.
Die Geschichte selbst wird abwechselnd aus Effis und Max Sicht erzählt, wobei Max, der junge Arzt, der Effis Herz erobern möchte, seinen Anteil in Form von Briefen an seinen jüngeren Bruder wiedergibt, was für mich das Lesen sehr auflockerte und mich noch weiter als sowieso schon in diese Welt hineinzog.

Die Liebesgeschichte nimmt allerdings nicht den größten Teil der Handlung ein. Hauptsächlich geht es darum, wie Effi es schafft, sich in dieser Zeit, in der Frauen sehr unterdrückt, "klein" und "dumm" gehalten werden, zu behaupten. Sie möchte emanzipiert ihren eigenen Weg gehen, studieren, eine sinnvolle Aufgabe haben und sogar Auto fahren und geht dabei ihren eigenen Weg, auch wenn sie dabei selbst immer mal wieder zweifelt und ängstlich ist.

Ich war vom ersten bis zum letzten Satz wirklich begeistert von diesem Buch und konnte es kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil ist flüssig, die handelnden Personen gut beschrieben und die Entwicklungen, die die wichtigsten von Ihnen durchmachen, war gut nachzuvollziehen. Sogar Max, den ich zunächst eher einfältig fand, hat sich zum Ende hin sehr zum Positiven verändert.
Das Nachwort, dass die Handlung dann auch noch historisch zurechtrückt, hat das Buch noch richtig abgerundet, so dass ich es nun vollends zufrieden zurück ins Regal gestellt habe und herzlich gern weiterempfehle.

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Janette Janette

Veröffentlicht am 28.09.2019

Berlin 1894

Inhalt

Berlin, 1894. Alles beginnt mit einem Buch, das die achtzehnjährige Elena Sophie von Burow, genannt Effi, zufällig entdeckt. Der Inhalt ist so skandalös, dass Effi aus ihrem vornehmen Pensionat ... …mehr

Inhalt

Berlin, 1894. Alles beginnt mit einem Buch, das die achtzehnjährige Elena Sophie von Burow, genannt Effi, zufällig entdeckt. Der Inhalt ist so skandalös, dass Effi aus ihrem vornehmen Pensionat fliegt, noch bevor sie die erste Seite gelesen hat. Sofort reist ihre Tante an, denn es ist wohl höchste Zeit, Effi in die Gesellschaft einzuführen und einen Ehekandidaten zu finden. Effi hingegen sucht Antworten auf ihre Fragen. Ob der junge und sehr sympathische Arzt Maximilian von Waldau Effi weiterhelfen kann?


Meine Meinung

Die Autorin Anne Moretti hat hier einen ganz besonderen Roman aufs Papier gebracht. Sie hat sich mit den damaligen Sitten und dem guten Verhalten auseinander gesetzt und hat auch gut über Sigmund Freud geforscht, der zu derzeit noch eher unbekannt und eng mit dem Berliner Arzt Wilhelm Fließ befreundet war.
Teilweise waren die Ansichten und das Verhalten der Personen für mich schon bizarr, weil ich so ein Leben nicht kenne. Eine junge und eigenwillige Frau war damals eine Schande für die Familie – heute sehe ich das für selbstverständlich an, auch wenn es das natürlich immer noch nicht weltweit so ist.
Und über die damalige Ansicht der Ärzte konnte ich nur lachen. Teilweise wirken sie regelrecht verblendet.
Die Charaktere haben mir gut gefallen. Aber allen voran Effi. Sie ist eine junge Frau, die gerne später mehr sein möchte als die Dame des Hauses und mit dem Wissen nicht mit den Männern mithalten kann. Sie kämpft dafür, dass auch sie eine Bildung genießen kann, die übers Stricken und über das führen eine wohlhabenden Haushaltes hinaus geht. Aber anderseits hat sie auch Angst, dass ihr dieses Wissen schaden kann. Sie ist für ihren Stand ziemlich aufgeweckt, wissbegierig und hat einen Dickkopf, den sie versucht durchzusetzen. Und doch lässt sie sich immer wieder mal von den Ansichten einiger anderer verunsichern.
Der junge Arzt Maximilian von Waldau war mir ganz zu Anfang ziemlich sympathisch doch als er, dann seinen neuen Chef Dr. Fließ und seine Ansichten kennen lernt verliert er bei mir ziemlich viele Sympathiepunkte, was aber daran liegt, dass ich die Ansichten des Arztes überhaupt nicht nachvollziehen kann, teilweise sogar einfach nur lächerlich finde. Immer wieder hab ich innerlich dafür gedankt, dass ich nicht in so einer Zeit aufgewachsen bin.
Und mein heimlicher Favorit in der ganzen Geschichte ist Effis Tante, sie ist unverheiratet und ziemlich clever.

Der Schreibstil der Autorin, ist lebendig und sehr humorvoll, was dem Leser, das Lesen sehr angenehm macht und man der Geschichte gut folgen kann. Es ist aus Effis Sicht und auch der Sicht von Maximilian geschrieben. Wobei aber die Sicht von Maximilian durch Briefe an seinen jüngeren Bruder wieder gegeben wird. Anhand der Briefe erfährt der Leser, was der junge Arzt denk und fühlt. Daran musste ich mich erst gewöhnen, zumal auch nie eine Antwort von seinem Bruder abgedruckt wurde aber nach ein paar Seiten habe ich mich daran gewöhnt und mich auch nicht mehr davon stören lassen. Die Ansichten und Gefühle von Effi waren für mich persönlich auch einfach viel interessanter, weil Maximilian mir persönlich einfach zu verklemmt war, was aber früher ja wohl ganz normal war.

Der Roman hat mir gut gefallen und ich kann hier nur eine Leseempfehlung für alle aussprechen, die einen authentischen und doch humorvollen Roman mit paar Schmetterlingen in Bauch lesen wollen, der in Berlin 1894 spielt.

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Buecherliebe99 Buecherliebe99

Veröffentlicht am 23.09.2019

Top-Empfehlung!

Effi findet ein geheimnisvolles Buch in ihrem Pensionat und kann ihre Neugierde darüber kaum in Zaum halten. Doch bevor sie überhaupt ein Kapitel in dem Buch lesen kann, wird sie aufgrund eines ungeheueren ... …mehr

Effi findet ein geheimnisvolles Buch in ihrem Pensionat und kann ihre Neugierde darüber kaum in Zaum halten. Doch bevor sie überhaupt ein Kapitel in dem Buch lesen kann, wird sie aufgrund eines ungeheueren Zufalls von der Schule verwiesen und muss zurück nach Berlin zu ihrem Vater. Dort lässt ihr dieses Buch keine Ruhe und auch die Frage, warum das Buch für sie verboten ist, bringt sie zum Grübeln. Als sie schließlich auf Max, einen jungen Arzt, trifft glaubt sie durch ihn an Antworten zu kommen, doch es ergibt sich für Effi alles ganz anders, als sie eigentlich dachte. Denn nicht nur erweckt Max Gefühle in ihr, die sie vorher nicht kannte, Effi entdeckt auch Dinge, die Mädchen ihres Standes normalerweise verborgen werden..

Die Protagonistin von „Effi liest“, Elena von Burow, lebt und wirkt Ende des 19. Jahrhunderts und muss sich somit durch sämtliche Gepflogenheiten und Dos und Dont’s der damaligen Gesellschaft quälen. Dazu gehört nicht nur ein schwebender Gang und eine gehobene Ausdrucksform, sondern auch die Tatsache, dass gewisse Themen nicht für die Ohren junger Mädchen bestimmt sind. Effi, die aber alles wissen möchte und ihre Neugier kaum stoppen kann, prescht zu diese Themen mit Mut und Entschlossenheit (und auch ein wenig Witz) hervor und erstaunt nicht nur einen gewissen gut aussehenden Max, sondern auch den Leser. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive Elenas/Effis erzählt, weshalb man sich gut in Effi hineinversetzen kann und ihre Gefühlslage nachvollziehen kann. Mir war sie wirklich überaus sympathisch, da sie keine launische Zicke war, sondern es einfach nur satt hatte, dass alle über sie bestimmen möchten aber keiner ihr Gehör schenkt und ihr zutraut, sich auf neue Dinge einzulassen.

Der Schreibstil von Anna Moretti hat sehr viel zur Geschichte beigetragen. Sie hat das Geschehen mit vielen Worten ausgeschmückt und man hat sich gefühlt, als würde man selbst neben der schnarchenden Tante Auguste mit Betty und Johanna beim Kaffekränzchen sitzen und für die Zeit brisante Themen diskutieren. Das Berlin des 19. Jahrhunderts war ebenfalls sehr gut beschrieben, mir haben besonders die Eindrücke gefallen, die man zum Beispiel bei einem Spaziergang durch den Tierpark gewonnen hatte. Der Zeitgeist und die Fortschrittlichkeit im 19. Jahrhundert wurden wirklich gut herausgearbeitet, zum Beispiel auch durch die medizinischen Belangen, die durch Briefe zwischen Max und seinem Bruder in die Geschichte eingebettet wurden.

„Effi liest“ war für mich mehr als eine romantische Komödie. Es hat durchaus Spaß gemacht, das Buch zu lesen aber noch mehr hat es mich beeindruckt. So sehr, dass ich gleich nach der letzten Seite den Namen „Anna Moretti“ gegoogelt habe und fast schon ein wenig enttäuscht war, dass die Geschichte rund um Effi und das Tabus-Brechen im 19. Jahrhundert ihr Erstlingswerk war. Und dieses Erstlingswerk kann sich mehr als zeigen lassen! Hut ab an Anna Moretti und ich hoffe sie weiß, dass hier nun jemand sehnsüchtig auf ihre nächste Veröffentlichung wartet.

Meine Bewertung: 5/5

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Bastei-Lübbe-Verlag. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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Autorin

Anna Moretti

Anna Moretti - Autor
© Olivier Favre

Anna Moretti lebt in Süddeutschland, wo sie als Journalistin arbeitet. Schon in ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich intensiv mit dem Leben von Frauen um die Jahrhundertwende. Wenn sie einen Wunsch frei hätte, würde sie gern eine Weile in dieser Zeit leben. Aber nicht als Frau, dafür ist ihr die damalige Kleidung viel zu unbequem. Lieber als Katze, die alles beobachten kann. 

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