Die Perlenfischerin
 - Sabine Weiß - eBook

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8,99

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Historische Romane
703 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-6140-7
Ersterscheinung: 29.03.2019

Die Perlenfischerin

Historischer Roman

(11)

Norddeutschland, an der Wende zum 13. Jh.: Bei der Zerstörung der alten Handelsstadt Bardowick wird die kleine Ida vom Rest ihrer Familie getrennt. Fortan wächst sie bei einer Einsiedlerin am Ufer des Flusses Ilmenau auf. In der Natur findet Ida Trost, und sie entwickelt ein Talent dafür, kostbare Perlmuscheln zu finden. Als sie Jahre später mehr über ihre wahre Herkunft erfährt, macht Ida sich gemeinsam mit ihrer Jugendliebe, dem Slawen Esko, auf die gefahrvolle Suche nach ihrer Familie. Ihr erstes Ziel: das noch junge Lübeck ...

Rezensionen aus der Lesejury (11)

moni2506 moni2506

Veröffentlicht am 20.04.2019

Wieder mal ein toller historischer Roman aus der Feder von Sabine Weiß

In „Die Perlenfischerin“ entführt uns Sabine Weiß in die Welt der Flussperlmuschel und das noch junge Lübeck an der Wende zum 13. Jahrhundert. Erschienen ist der Roman im März 2019 im Lübbe-Verlag.

Bardowick, ... …mehr

In „Die Perlenfischerin“ entführt uns Sabine Weiß in die Welt der Flussperlmuschel und das noch junge Lübeck an der Wende zum 13. Jahrhundert. Erschienen ist der Roman im März 2019 im Lübbe-Verlag.

Bardowick, 1189: Das Leben im beschaulichen Bardowick meinte es bisher gut mit Ida und ihrer Familie. Doch Heinrich der Löwe kehrt in diesem Jahr zurück nach Deutschland und rächt sich bitter an den Bewohnern von Bardowick, die ihn einst die Aufnahme verweigerten. Die kleine Ida wird von ihrer Familie getrennt und wächst fortan bei einer alten Frau direkt an der Ilmenau auf. Dort entwickelt sie eine Begabung für das Perlentauchen. Erst später soll sie erfahren wo ihre wahre Wurzeln liegen und zusammen mit ihrer großen Liebe, dem Slawen Esko, macht sie sich auf die Suche nach ihrer Familie.

Ich gebe zu, dass ich ein bisschen Angst hatte, dass dieser Roman mir zu kitschig werden würde, denn der Klappentext deutet keine besonderen geschichtlichen Ereignisse an, verspricht aber ein gewisses Familiendrama. Meine Sorge war vollkommen unbegründet. Ich habe von Sabine Wei mal wieder einen einwandfreien historischen Roman geliefert bekommen.
Der Schreibstil ist gut und der Einstieg in die Geschichte wunderbar gewählt. Man kann sich diese aufstrebende Stadt Bardowick kurz vor ihrer Zerstörung wunderbar vorstellen und ist umso geschockter von den Ereignissen, die kurz darauf folgen. Allgemein sind die Beschreibungen in diesem Buch wieder wunderbar. Es entstehen lebendige Bilder vor dem inneren Auge und es ist egal, ob es Lübeck, die Umgebung rund um Bardowick oder auch Estland ist.
Von Beginn an wird einem auf geschickte Art und Weise geschichtliches Wissen vermittelt. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt und die Informationen aufgesaugt. Lübeck ist ganz nah an mir dran und Lüneburg auch nicht all zu weit weg. Ich finde es toll etwas über die Vergangenheit meiner Gegend zu erfahren. Bisher war mir nicht bewusst, dass hier die ein oder andere Schlacht statt fand.
Darüber hinaus deckt die Autorin hier ein breites gesellschaftliches Spektrum ab. Von der naturverbundenen Kräuterfrau über angesehene Handwerker und Bürger einer Stadt bis hin zu reichen Kaufleuten und Adeligen ist hier alles abgedeckt. Und auch der Konflikt zwischen Christen und Slawen spielt eine Rolle. Es werden einem einige slawische Bräuche näher gebracht, insgesamt merkt man aber, dass das Christentum dabei ist sich durchzusetzen.
Hierbei schafft der Roman es zu jedem Zeitpunkt spannend und interessant zu sein, ohne einen mit den ganzen Informationen zu erschlagen, denn auch die Geschichte der Flussperlmuschel wurde geschickt und unaufdringlich eingebaut. Man merkt, dass die Autorin sich intensiv mit der Zeit auseinandergesetzt hat und die Recherche hier enorm gewesen sein muss. Diese Annahme wird durch das ausführliche Nachwort sowie dem Glossar und Kartenmaterial gestützt und auch das von mir geschätzte Personenverzeichnis fehlt nicht.
Ich habe mit den Protagonisten mitgefiebert, insbesondere mit Ida, die von ihrer Familie getrennt wird, und Esko, den es über die Ostsee bis nach Estland verschlägt. Des Weiteren gibt es Personen zum lieben und hassen, Personen, deren Verhalten einen enttäuscht oder auch Personen, die einen mit ihrer Stärke überraschen.
Man merkt, ich habe nicht wirklich etwas an diesem wunderbaren Roman auszusetzen. Das Ende war vielleicht einen Tick zu dramatisch und hier passiert sehr viel auf wenigen Seiten. Dies fällt aber nicht groß ins Gewicht, wenn man sich die ganzen Punkte anschaut, die ich vorher aufgezählt habe.

Fazit: Ein wunderbar erzählter historischer Roman, mit viel historischem Wissen und einem breiten Spektrum an Themen, der gut recherchiert wurde und bei der Fülle an Informationen noch zu unterhalten weiß und das Mittelalter zum Leben erweckt. Empfehlenswert für alle die historische Romane lieben, bei denen man etwas über vergangene Zeiten lernen kann.

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Tine13 Tine13

Veröffentlicht am 19.04.2019

Spannungsreicher historischer Roman aus der Perspektive einer bürgerlichen Familie im 13. Jahrhundert

Bei der Zerstörung der alten Handelsstadt Stadt Bardowick wird Anfang des 13. Jahrhunderts die Familie des Baumeisters Gerold Ostmann, von Herzog Heinrich aus ihrer Heimat vertrieben. Mutter Magda wird ... …mehr

Bei der Zerstörung der alten Handelsstadt Stadt Bardowick wird Anfang des 13. Jahrhunderts die Familie des Baumeisters Gerold Ostmann, von Herzog Heinrich aus ihrer Heimat vertrieben. Mutter Magda wird bei dem Überfall schwer verletzt und ihre kleine Tochter Ida ist wie vom Erdboden verschluckt. Sohn Bendix bleiben seine Schuldgefühle, da er nicht besser auf die Schwester geachtet hat! Während die Familie als Vertriebene, am Ende in Lübeck landen, wird die verletzt im Fluss treibende Ida, von der alten Heilerin Neslin gefunden und aufgezogen. Das sechsjährige Mädchen hat jegliche Erinnerung an die Geschehnisse verdrängt und beginnt ihr freies Leben in den Flussauen zu genießen. Die alte Kräuterfrau schätzt die Natur und lehrt Ida die Suche nach den wertvollen Perlmuscheln…..


Im spannungsreichen Roman „Die Perlenfischerin“ von Autorin Sabine Weiß, ergänzen sich fiktive Charaktere mit historischen Geschehnissen und bekannten Personen der Zeitgeschichte auf gekonnte Weise. Man erfährt im Laufe des Buches sehr viel über das Leben der einfachen Bürger, deren schwere Schicksalsschläge, das Ausgeliefertsein des im Rang höherstehenden Adels und die daraus folgende Machtlosigkeit. Es wird fühlbar, wie grausam diese Zeit war und wie wenig Wert ein Menschenleben damals besaß, jeder Bürger war nur eine Schachfigur als Spielball der Reichen und Mächtigen.
Die Autorin versteht es, den Leser mit bildreichen, teils liebevollen, aber auch grausamen Szenen, einem abwechslungsreichen Ortswechsel und natürlich mit einer Flut von Emotionen, an das Buch zu fesseln.
Die junge Frau auf dem Cover entspricht meiner Vorstellung von Ida perfekt und im Innenteil ergänzt ein Stadtplan von Lübeck und eine Karte der Örtlichkeiten die Übersicht. Gleich auf den ersten Seiten gibt es einen Hinweis zu den Personen der Handlung, sehr hilfreich, so mag ich das!
Das Buch macht gleichzeitig auf ein längst vergessenes Naturgut aufmerksam, dass auch heute vereinzelt noch in unseren Flüssen verborgen sein kann, die Perlmuschel! Sie zu Schützen und eine Denaturierung der Fluss und Auenlandschaft Deutschlands anzustreben ist ein weiteres Ziel des Romans.


Das Buch hat mich wirklich begeistert und ich habe die Zeitreise ins 13. Jahrhundert sehr genossen! Ich liebe auch seine Botschaft, die Natur mehr zu schätzen und zu schützen. Das sollte unser Anliegen für eine bessere Zukunft sein, ohne Ausbeutung und Zerstörung nur wegen Profit und Gier! Das lehrt uns die Geschichte und die geht ja bekanntlich immer weiter, hoffentlich!

Sehr empfehlenswerte Lektüre:)

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Nati Nati

Veröffentlicht am 14.04.2019

Ein gut recherchierter historischer Roman

In ihrem neuen historischen Roman „Die Perlenfischerin“ führt Sabine Weiß die Leser zum Anfang des 13. Jahrhunderts. Die Handelsstadt Bardowick wird von Herzog Heinrich mit Gewalt eingenommen und zerstört. ... …mehr

In ihrem neuen historischen Roman „Die Perlenfischerin“ führt Sabine Weiß die Leser zum Anfang des 13. Jahrhunderts. Die Handelsstadt Bardowick wird von Herzog Heinrich mit Gewalt eingenommen und zerstört. Wer kann. flüchtet aus der Stadt. In diesen Kriegswirren wird Ida von ihrer Familie getrennt. Das alte Wurzelweib Neslin findet das kleine Mädchen mit Brandwunden übersät am Ufer der Ilmenau auf. Sie nimmt sie mit nach Hause und pflegt sie gesund. Ida hat keine Erinnerungen mehr an ihre Familie und so bleibt sie bei Neslin, die ihr zeigt im Einklang mit der Natur zu leben. Im Laufe der Zeit lernt Ida das Tauchen nach kostbaren Perlmuscheln, die nicht nur als Zierrat Verwendung finden, sondern auch als Heilmittel gelten. Als Neslin spürt, dass ihr Leben zu Ende geht, erzählt sie Ida, was sie in Bardowick über ihre Familie herausgefunden hat. Nach dem Tod von Neslin macht sich Ida gemeinsam mit ihren Jugendfreund, den Slawen Esko, auf die Suche nach ihrer Familie.

Sabine Weiß hat es wieder geschafft, einen großartigen historischen Roman zu schreiben. Es ist ihr wieder meisterlich gelungen die verworrenen politischen Verhältnisse der damaligen Zeit in eine spannende Geschichte einzubinden, so dass ein anschauliches Bild entsteht. Der flüssige Schreibstil macht das Lesen zum Vergnügen, so dass die Seiten nur dahin fliegen. Die Charaktere sind vielfältig gezeichnet und entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter.

Bevor ich dieses Buch gelesen habe, war mir nicht bewusst, dass es in Deutschland früher Flussperlmuscheln gab und auch heute noch kleine Vorkommnisse vorhanden sind, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Sabine Weiß hat dieses Buch all denen gewidmet, die sich für konsequenten Naturschutz einsetzen, um die Flussperlmuscheln zu retten.

Mich hat dieser lesenswerte, gut recherchierte historische Roman von der ersten bis zur letzten Seite wieder überzeugt und in längst vergangene Zeiten entführt.

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vebe vebe

Veröffentlicht am 13.04.2019

Es lebe dasd Leben! Ein Plädoyer für Respekt, Achtung und Toleranz

Mit der „Perlenfischerin“ hat die Autorin ihren bisher weitaus besten mittelalterlichen Roman vorgelegt, an den allenfalls noch die „Hansetochter“ heranreicht. Sabine Weiß besticht erneut durch ihre spannende, ... …mehr

Mit der „Perlenfischerin“ hat die Autorin ihren bisher weitaus besten mittelalterlichen Roman vorgelegt, an den allenfalls noch die „Hansetochter“ heranreicht. Sabine Weiß besticht erneut durch ihre spannende, kurzweilige und informative Erzählweise, wobei die Fakten erneut hervorragend recherchiert sind. Dabei ist das Lokalkolorit von Lüneburgs und Umgebung keinesfalls nur für Insider von Interesse.Es soll inzwischen Leserinnen geben, die sich einen Spaß daraus machen, die Fakten im Internet nachzurecherchieren, um der Autorin eine Ungenauigkeit nachzuweisen. Bisher hatten sie jedoch keinen Erfolg - welch Wunder.

Besonders hervorzuheben sind auch die dezent und respektvoll dargestellten Sexszenen, die es dem Leser überlassen, sich Einzelheiten vorzustellen. Hier geht sie offenbar bewusst einen anderen Weg als andere Autorinnen, wie z. B. Gabaldon, die ihre teilweise grenzwertigen Sexszenen in einem Nachwort mit einem behaupteten „Leserwillen“ rechtfertigt.

Respektvoller Umgang mit der Natur, Achtung und Toleranz scheint indes das Hauptthema und das leidenschaftliche Plädoyer des Romans zu sein. Das geht auch aus der Widmung des Romans hervor; er ist all denen gewidmet, die sich für den natürlichen Erhalt der Flüsse und Bäche einsetzen. Und dies zieht sich durch das ganze Buch. So wird beschrieben, wie Handelnde in dem Roman Pflanzen segnen, bevor sie sie ernten, Tieren danken, dass sie sich als Nahrung für den Menschen opfern etc. Respektvoll werden auch Riten von Naturreligionen beschrieben, wogegen das Machtstreben und die Christianisierung der christlichen Kirche durchaus kritisch gesehen wird – zu Recht!

So ist der Roman ein durch und durch gelungenes Werk, das vor allem - aber nicht nur - Naturliebhaber und Bardowicker mit Vergnügen und Interesse lesen werden. Einziger Wermutstropfen ist erneut die Überfrachtung mit geschichtlichen Fakten, die mit ihren vielen Ottos und Friedrichs den Leser eher verwirren als informieren. Zurückzuführen ist dies vermutlich auf das profunde Wissen der Autorin, die definitiv nur einen Bruchteil dessen verarbeitet hat, was sie selber weiß. Im übrigen ist sie in guter Gesellschaft. Auch bei Gablé steigt man durch die vielen Williams und Johns nicht durch.

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Venatrix Venatrix

Veröffentlicht am 11.04.2019

Ein gelungenes Mittelalterepos - unbedingt lesen!

Bardowick, ein kleines Städtchen an der Ilmenau, dessen Bewohner durch den Handel zu bescheidenen Wohlstand gekommen sind, wird Ende des 12. Jahrhunderts von einem Ritterheer zerstört. Es ist die Zeit ... …mehr

Bardowick, ein kleines Städtchen an der Ilmenau, dessen Bewohner durch den Handel zu bescheidenen Wohlstand gekommen sind, wird Ende des 12. Jahrhunderts von einem Ritterheer zerstört. Es ist die Zeit der Intrigen und Kriege zwischen Staufern und Welfen um die Vorherrschaft in den Deutschen Landen. Leidtragende sind immer die Menschen, die zwischen die Mahlsteine der Politik geraten.

Familie Ostmann, bestehend aus dem Ehepaar Gerold und Magda sowie den Kindern Bendix und Ida, ist eine davon. Auf der Flucht aus der brennenden Stadt geht die kleine Ida verloren. Während sich Gerold und der Rest der Familie in Lübeck eine neue Existenz aufbauen können, wächst Ida, als Waise bei Neslin, einer alten Einsiedlerin, am Rande eines Weilers im Einklang der Natur auf. Kurz vor ihrem Tod enthüllt Neslin Ida die wenigen Informationen zu ihrer, Idas, Herkunft und vererbt ihr das Waldgrundstück am Flussufer. Gemeinsam mit Bauernsohn Esko und der Magd Kethe bricht Ida auf, um ihre Familie zu suchen.

Meine Meinung:

Sabine Weiß ist wieder ein großartiger historischer Roman gelungen. Eingebettet in die Zeit der Kreuzzüge, Raubritter, Intrigen und der Christianisierung der angestammten Bevölkerung „mit Feuer und Schwert“, erleben wir die Höhen und Tiefen der Familie Ostmann. Wir können teilhaben an den Schwierigkeiten, die die Flüchtlinge beim Aufbau einer neuen Existenz haben. Wir leiden sowohl mit Ida als auch mit den Verwundeten der diversen Kämpfe.

Die historischen Hintergründe sind penibel recherchiert. Der rote Faden durch das Buch sind die Flussperlen, die Ida in Flussmuscheln findet. Das wird Ida letztlich als Wilderei ausgelegt, da Flüsse samt Inhalt Eigentum des Adels und/oder Klöstern ist. Auch Bruder Bendix weiß die wertvollen Perlen zu schätzen, verdient er sein Geld ja als Goldschmied.
Sehr fein und detailliert sind die Standesunterschiede, unter denen Ida und ihr späterer Gemahl Esko zu leiden haben, dargestellt. Man heiratet nur innerhalb seines Standes. Es sei denn, eine vermögende Bürgerstochter „muss“ heiraten und ein verarmter Ritter braucht Geld. Da verschwimmen dann die Grenzen…

Für uns moderne Leser ist es kaum auszuhalten, über die begrenzten Rechte von Frauen zu lesen. Die Zeugenaussage eines Mannes ist mehr wert als die einer Frau, Frauen dürfen nichts erben, Frauen dürfen nicht unbegleitet aus dem Haus, Frauen dürfen dies nicht und das nicht. Man erwartet von ihnen, dass sie ein Kind nach dem anderen zur Welt bringen, den Haushalt führen, den Ehemann zu hofieren und seine Launen zu ertragen. Deshalb bin ich sehr froh, im hier und heute zu leben.

Die Autorin gibt ihren Lesern eine wichtige Botschaft auf den Weg mit: Achtet die Natur, betreibt keinen Raubbau. Das wird sehr subtil eingeflochten, als Esko den herzoglichen Wald bewirtschaftet. Er lässt, zum Unwillen seiner Arbeiter, nicht dem gesamten Wald abholzen, sondern nur ausgesuchte Bäume. Auch Ida erntet nur jene Muschel, bei denen sie sicher ist, dass sie Perlen enthalten. Während die Glücksritter die Muschelbänke zerstören und nur stinkendes Muschelfleisch hinterlassen.

Im Anhang finden wir ein Glossar über die wichtigsten Begriffe aus dem Mittelalter und Abbildungen von Karten, sodass wir uns sowohl zeitlich als auch örtlich orientieren können.

Fazit:

Ein gelungenes Mittelalterepos, das auch sozialkritische Töne anklingen lässt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Autorin

Sabine Weiß

Sabine Weiß - Autor
© André Poling

Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitet nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium als Journalistin. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Historischen Roman, der zu einem großen Erfolg wurde und dem viele weitere folgten. Im Sommer 2017 erscheint ihr erster Kriminalroman, „Schwarze Brandung“. Unabhängig davon, ob sie gerade einen Krimi oder einen Historischen Roman schreibt: Sabine Weiß liebt es, im Camper auf den Spuren ihrer Figuren zu reisen und direkt an den Schauplätzen zu …

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