Die Romanfabrik von Paris
 - Dirk Husemann - eBook

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9,99

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Historische Romane
480 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-9434-4
Ersterscheinung: 30.10.2020

Die Romanfabrik von Paris

Historischer Roman

(44)

Paris 1850. In der Romanfabrik von Alexandre Dumas schreiben siebzig Angestellte die beliebten Folgen von "Die drei Musketiere" und "Der Graf von Monte Christo", die als Fortsetzungsgeschichten die Zeitungsleser begeistern. Doch im jüngsten Werk ist etwas faul zwischen den Zeilen, denn es ist gespickt mit Staatsgeheimnissen. Um seinen Ruf zu retten, muss sich Dumas ausgerechnet mit seiner größten Kritikerin verbünden: der deutschen Lehrerin Anna Moll, die ihn wegen freizügiger Texte angezeigt hat.
Gewinner der Abstimmung zum "Buch des Jahres 2020" bei WDR 2

Rezensionen aus der Lesejury (44)

Zauberberggast Zauberberggast

Veröffentlicht am 07.01.2021

Spannende Unterhaltung mit - statt von - Alexandre Dumas

Die Romane "Der Graf von Monte Christo", "Die drei Musketiere" oder "Der Mann in der eisernen Maske" sind weltberühmt und haben als Abenteuerromane und Populärliteratur des 19. Jahrhunderts ihren angestammten ... …mehr

Die Romane "Der Graf von Monte Christo", "Die drei Musketiere" oder "Der Mann in der eisernen Maske" sind weltberühmt und haben als Abenteuerromane und Populärliteratur des 19. Jahrhunderts ihren angestammten Platz in der Literaturgeschichte. Ihr Autor, Alexandre Dumas der Ältere (nicht zu verwechseln mit seinem Sohn A. D. d. Jüngere, der "Die Kameliendame" schrieb), war mir zwar durch sein Werk, nicht aber so sehr durch sein Leben bekannt. Ich wusste wenig bis nichts über seine Biografie. Nach der Lektüre der "Romanfabrik von Paris" und des lohnenden Nachworts ist mir die Lebensgeschichte von Alexandre Dumas aber nun schon sehr vertraut - von 0 auf 100 sozusagen. Wir kommen durch “Die Romanfabrik von Paris” ganz nah an die Persönlichkeit Dumas heran - selbstverständlich im Rahmen einer fiktiven Geschichte, die sich nur an die Realität anlehnt.
Worum geht's? Wir schreiben das Jahr 1851 und Alexandre Dumas lebt als Schriftsteller in seinem Schlösschen, dem “Chateau Monte Christo” außerhalb von Paris. Dort entstehen im Rahmen der "Romanfabrik" seine beliebten Romane, die er von Lohnschreibern aufschreiben lässt, die Ideen und Geschichten aber kommen von ihm. Die fertigen Werke publiziert er als Fortsetzungsgeschichten in der Zeitung. Er hat es neben großer Popularität auch zu vielen Neidern und einigen Feinden gebracht. Die LeserInnen aber lieben seine Geschichten, in denen es um Rache und Liebe, Intrigen, Mord und Totschlag geht. Auch der Humor und der Genuss haben in den Abenteuerromanen ihren angestammten Platz und versüßen so manchem Franzosen den harten Alltag. Der Bonvivant Dumas gibt das Geld, das er durch seine Schriftstellerei verdient, gerne mit vollen Händen aus - für Reisen, Essen, Luxus, etc. Der gutherzige Lebemann Dumas ist ein erfolgreicher Glücksritter und liebt das Leben, wobei er auch gerne neue Ideen für seine Abenteuerromane sammelt.
Die deutsche Gräfin Anna von Dorn ist die weibliche Protagonistin des Romans. Nach dem Tod ihres adeligen Mannes kommt sie als Privatlehrerin nach Paris. Sie sitzt im Rollstuhl - warum, sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Als sie bei einer Familie, in der sie unterrichtet, die Fortsetzungsromane von Dumas kennenlernt, ist sie empört. Die lose Moral und mangelnde Gottesfürchtigkeit sind für die belesene Lehrerin ein Graus. Sie stellt Dumas zur Rede und muss dabei feststellen, dass die beiden ungleichen Personen ein gemeinsamer Gegenspieler verbindet: der Magnetiseur Lemaitre.
Mit einer actiongeladenen Handlung, allerlei Intrigen, plötzlichen Wendungen und ganz vielen Zufällen ist dieser historische Roman ein amüsanter Parforceritt durch das Europa des mittleren 19. Jahrhunderts. Neben Paris spielt die Handlung auch in Brüssel, London und Moskau. Wie es sich für einen richtigen Abenteuerroman gehört, jagt ein Handlungselement das nächste. Der Leser hat kaum Zeit zum innehalten, aber dafür ist dieser Roman auch wirklich nicht gedacht. Gelegentlich schon sehr abgedreht, ist die Handlung aber stets unterhaltsam und lebendig. Ich habe durch dieses Buch selbst Lust bekommen, die Romane von Dumas, die ich nur als Verfilmungen kenne, einmal zu lesen. Fazit: Ein sehr lesenswerter historischer Abenteuerroman für lange Wintertage (der zufällig auch im Winter spielt)!

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kristall kristall

Veröffentlicht am 05.01.2021

Abenteuerlich

Das Buch spielt im Jahre 1850. Alexandra Dumas arbeitet gemeinsam mit seinen Angestellten an den Fortsetzungen seiner Romane für Zeitungen. Doch plötzlich finden sich zwischen den Zeilen geheime Botschaften. ... …mehr

Das Buch spielt im Jahre 1850. Alexandra Dumas arbeitet gemeinsam mit seinen Angestellten an den Fortsetzungen seiner Romane für Zeitungen. Doch plötzlich finden sich zwischen den Zeilen geheime Botschaften. Gemeinsam mit der Lehrerin Anna Moll, die ihn offen kritisiert, versucht er das Geheimnis zu ergründen. Die Idee zum Buch fand ich originell und das Buch selbst ist spannend und abenteuerlich mit einem sehr guten Schreibstil geschrieben. Die Figuren sind interessant und auch das Cover passt. Das Buch hat einen hohen Unterhaltungswert, weshalb ich es gerne empfehle.

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speedy208 speedy208

Veröffentlicht am 04.01.2021

Musketier-Verschnitt trifft auf "in 80 Tagen um die Welt"

Das atemberaubende Tempo erinnert etwas an die 3 Musketiere, die Reisen an Jules Verne & Kapitän Nemo. Soweit so gut. Es fehlt die "Ruhe", die normalerweise ein historischer Roman aufweist. Aber dazu zählt ... …mehr

Das atemberaubende Tempo erinnert etwas an die 3 Musketiere, die Reisen an Jules Verne & Kapitän Nemo. Soweit so gut. Es fehlt die "Ruhe", die normalerweise ein historischer Roman aufweist. Aber dazu zählt der Roman nicht. Eher eine Allegorie zum Heute, zum spontanen Reisen, wohin man auch will, und zwar schnell. Die Figuren sind nicht fassbar und fallen durch ähnliche Anfangsbuchstaben auf (Schmaleur, Schuwalow, Seamur , Simes oder Alexandre, Anna, Alice). Wäre die Story fesselnd - und von einem einzigen Autoren verfasst! - könnte man die Vorwegnahme der Erfindungen (Rollator und Reisegeschwindigkeit Concorde, beide Mitte 1970er) akzeptieren.

Cover und Klappentexte machten mich neugierig, versprühten irgendwie etwas Pariser Charme. Aber weit gefehlt. Je länger ich las, desto mehr, hatte ich das Gefühl, der Autor hatte keine Vorstellung von seiner Story. Wenn schon ⅔ des (470 S.-)Buches Ende Dezember 1851 spielen, ⅓ wenigstens schon Januar 1852, und dann gleich an 3 Schauplätzen, da frage ich mich, ob der Autor seine Helden mit der Concorde fliegen liess, die 100 Jahre später in Betrieb kam. Baden-Baden, Paris, Brüssel, London bis St.Petersburg in knapp 30 Tagen? Unwahrscheinlich. Hätte er statt Dezember die Jahreszeit (Winter) genommen, ok, ich hätte mich nicht daran gestossen. So aber kam die Story wie Gelee vor, das auf dem Tisch liegt, Klassiker von Jules Verne, Tolstoi usw. daneben samt namhafter Persönlichkeiten und Museen als Garnitur. Eine gehbehinderte Heldin auch unglaublich, wie die Szene, wo ihr der Russe den Rollstuhl abtrotzt. Oder Dumas im Newgate-Castle. Viele Episoden, die keinen roten Faden ergeben. Und am Ende hat die Heldin sogar einen Rollator! Nicht ganz nachvollziehbar oder durchdacht. Dank des Nachworts, weiss ich jetzt auch, warum mich die Story enttäuscht: der Autor Husemann hat die Story mit einer Co-Autorin geschrieben! Da verwundert mich der Tenor nicht. Schade. Kein Vergleich zum "Bücherdieb” oder “Seidendiebe”. Obwohl etwas künstlerische Freiheit erlaubt ist, habe ich mich an der Story verschluckt.

Der Roman passt irgendwie zum Titel: Romanfabrik. In einer "Fabrik" wird am laufenden Band produziert wie hier Abenteuer an Abenteuer, ohne Atempause. Alles wird nur angerissen (Zensur, Pariser Gendarmen, die Dumas nach London verfolgen) und am Ende "billig" gelöst. Kommt mir so vor, wie die Klatschpresse, die einen guten Ruf ruiniert und nichts dagegen tut. Und am Ende jeder Metropole ist der Mord(versuch), wie eine Melodie. Damit hat sich der Roman das Label "historischer Roman" verwirkt. Und wozu gehört dann der Roman? Eine Art Hommage an den Schriftsteller, also eine Art Bio oder schlicht Abenteuerroman, aber nicht historisch genug.

Eins muss man den Roman zugute halten: er macht deutlich, wie ein Erfolg neue Ideen fördert, und dass es auch in der Literatur schon früh "Massenproduktion" gab. Daher hätte diese Idee besser umgesetzt werden können, nach der Devise: "Weniger ist mehr".
Ich wurde das ganze Lesen hindurch das Gefühl nicht los, als ob der Roman nicht aus freien Stücken, sondern auf Drängen des Verlages aus vorhandenen Ideen-Bruchstücken zusammengesetzt worden wäre. Einem Flickerl-Teppich gleich. Dieser kommt mir sehr lustlos und blutleer vor. Ein Scharlatan der besonderen Sorte als Equipment des Roman-Personals? Warum nicht. Nur hätte ich gern am Ende gewusst, warum sich Lemaître gleich an 3 Regierungen/Staaten/Grossmächten rächen wollte und wofür? Dass ihm eine Karriere aufgrund seiner Hautfarbe verunmöglicht wurde? Ein schwacher Grund. Wenn schon eine Hommage an den Verfasser der "3 Musketiere" im Stoff verwoben, dann bitte etwas spritziger, humorvoller, aber nciht so seicht. London oder St. Petersburg - er war ja in 3 Teile, Paris, London, St. Petersburg aufgeteilt - waren überflüssig bzw. der Roman wäre spannender gewesen, wen er nur um oder in einer Metropole gespielt hätte. Dann wäre die Story kurzatmiger gewesen. So kam sie mir wie selbst in einer "Romanfabrik" gewoben vor.

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Winniehex Winniehex

Veröffentlicht am 04.01.2021

Jagd durch Paris

Paris 1850. In der Romanfabrik von Alexandre Dumas schreiben siebzig Angestellte die beliebten Folgen von Die drei Musketiere und Der Graf von Monte Christo, die als Fortsetzungsgeschichten die Zeitungsleser ... …mehr

Paris 1850. In der Romanfabrik von Alexandre Dumas schreiben siebzig Angestellte die beliebten Folgen von Die drei Musketiere und Der Graf von Monte Christo, die als Fortsetzungsgeschichten die Zeitungsleser begeistern. Doch im jüngsten Werk ist etwas faul zwischen den Zeilen, denn es ist gespickt mit Staatsgeheimnissen. Um seinen Ruf zu retten, muss sich Dumas ausgerechnet mit seiner größten Kritikerin verbünden: der deutschen Lehrerin Anna Moll, die ihn wegen freizügiger Texte angezeigt hat. (Klappentext Buch/ Verlag)

Anna Moll ist aber kein unbeschriebenes Blatt, denn die gnädige Frau ist eigentlich eine Gräfin aus Karlsruhe die in Paris nach einer Anstellung suchte. Aber Sie ist sehr streng mit den moralischen und Sitten des 19. Jahrhunderts verbunden und würde jede Sünde in die Hölle schicken ohne Hoffnung auf Besserung. Die Geschichten, die Sie in der Tageszeitung von Dumas liest, sind Ihr zuwider und Sie will ihn mit jeder Möglichkeit zum Schweigen bringen. Aber ist Dumas wirklich für alles verantwortlich oder könnte es sein, dass da doch mehr hinter steckt als beide zuerst annehmen.
Mir gefiel die Umsetzung der berühmten Protagonisten sehr gut. Der Schreibstil ist flüssig und die Charaktere sind gut umgesetzt. Anna Moll war mir Anfang etwas zu schwierig, wurde aber dann nach und nach immer besser. Dumas hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass der Autor die Figur nicht wirklich gut recherchiert hat. Ansonsten finde ich die Jagd durch Paris wirklich super an den Leser gebracht.

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Philiene Philiene

Veröffentlicht am 25.12.2020

Abenteuer wie bei den drei Musketieren

Alexandre Dumas hat spannende Abenteuerromane geschrieben. In diesem Roman wird er selbst zum Helden. Die Romanfabrik spielt 1851 in Paris. Der Leser wird in die Romanfabrik von Dumas geführt und von dort ... …mehr

Alexandre Dumas hat spannende Abenteuerromane geschrieben. In diesem Roman wird er selbst zum Helden. Die Romanfabrik spielt 1851 in Paris. Der Leser wird in die Romanfabrik von Dumas geführt und von dort aus startet eine spannende Geschichte. Wir lernen die Leherin Anna kennen, die zwar die größte Kritikerin von Alexanders Romanen ist, dich aber trotzdem mit ihm verbünden muss.
Der Roman führt uns quer durch Europa und zu vielen interessanten Schauplätzen.
Der Roman ist spannend und rasant erzählt und muss sich nicht hinter den Abenteuerromane des 19 ten Jahrhunderts verstecken. Der Autor hat einen bildhaften Schreibstil und so entstehen Orte und Charaktere vor dem inneren Auge aufleuchten und die Geschichte lebendig machen.
Wer spannende, historische Romane liebt ist hier genau richtig.

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Autor

Dirk Husemann

Dirk Husemann - Autor
© Günter Blaszczyk

Dirk Husemann, Jahrgang 1965, gräbt als Wissenschaftsjournalist und Archäologe Geschichten aus. Er studierte Ur- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie und Ethnologie in Münster und schreibt Reportagen und Sachbücher, zum Beispiel über die älteste Stadt der Welt in Syrien, die letzten Geheimnisse von Stonehenge oder Fleischdoping bei den antiken Olympischen Spielen. Sein Debütroman "Ein Elefant für Karl den Großen" wurde in mehrere Sprachen übersetzt. 

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