Die Optimierer
 - Theresa Hannig - eBook

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6,99

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Science Fiction Romane
304 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-3976-5
Ersterscheinung: 29.09.2017

Die Optimierer

Roman

(68)

MEHRFACH PREISGEKRÖNT! Ausgezeichnet mit dem Stefan-Lübbe-Preis 2016 und dem Seraph 2018 für das beste Debüt.
Im Jahr 2052 hat sich die Bundesrepublik Europa vom Rest der Welt abgeschottet. Hochentwickelte Roboter sorgen für Wohlstand und Sicherheit in der sogenannten Optimalwohlökonomie. Hier werden alle Bürger von der Agentur für Lebensberatung rund um die Uhr überwacht, um für jeden Einzelnen den perfekten Platz in der Gesellschaft zu finden.
Samson Freitag ist Lebensberater im Staatsdienst und ein glühender Verfechter des Systems. Doch als er kurz vor seiner Beförderung beschuldigt wird, eine falsche Beratung erteilt zu haben, gerät er in einen Abwärtsstrudel, dem er nicht mehr entkommen kann. Das System legt alles daran, ihn zu optimieren ... ob er will oder nicht.
Mehr zu Theresa Hannig auf ihrer Homepage: www.theresahannig.de

Rezensionen aus der Lesejury (68)

Rosecarie Rosecarie

Veröffentlicht am 30.08.2020

Freiheit ist eine Illusion

Wir schreiben das Jahr 2052. Inzwischen hat sich eine Bundesrepublik Europa gebildet, welche eine Optimalgesellschaft propagiert und auszuleben versucht. Hierfür gibt es die Agentur für Lebensberatung. ... …mehr

Wir schreiben das Jahr 2052. Inzwischen hat sich eine Bundesrepublik Europa gebildet, welche eine Optimalgesellschaft propagiert und auszuleben versucht. Hierfür gibt es die Agentur für Lebensberatung. Sie empfielt den BürgerInnen, welchen Tätigkeiten sie nachgehen sollen und, falls sie sich für keine Tätigkeit eignen, dann ist man vom Arbeiten freigestellt. Jeder an seinen Platz. So lautet das Motto der Optimalgesellschaft, die den Kapitalismus und die soziale Marktwirtschaft abgeschafft hat. Denn das Leben in einer Optimalwohlgesellschaft ist das beste Leben, das man kriegen kann. Oder...?

Die Welt, die hier dargestellt wird ist sehr fortschrittlich. Kontaktlinsen, die alles zum Wohl der Gesellschaft aufzeichnen und mit denen man so ziemlich alles bedienen und steuern kann, was man im Leben eben so tut und braucht.

Was es im Jahr 2052 alles gibt. So viel neue nützliche Technik, die einereits das Leben leichter macht, aber auch die Überwachung eines jeden Menschen. Es waren richtig coole Ideen dabei.

Samson ist Lebensberater. Ein Traumjob, denn er hilft den Menschen ihre Plätze in der Gesellschaft zu finden und das macht glücklich. Seine Lieblingsbeschäftigung ist es, dem Amt Optimierungsvorschläge zu senden und sei es auch nur, dass ein Bild schief hängt. Optimierungsvorschläge zu senden gibt nämlich Sozialpunkte. Samson hat schon richtig viele. Bald sind es genug, dass es für eine Beförderung ausreicht.

Samson ist ein Vorzeigebürger und absolut überzeugt vom System. Um ihn herum sind einige nicht so begeistert von den Einschränkungen und der Überwachung, aber er versteht einfach nicht, warum. Das fand ich total besonders. Dass die Hauptfigur so regelkonform und abgeneigt gegenüber irgendwelchen Systemgegner*innen ist. Er scheint nichts Falsches an der Kontrolle und Überwachung und der merkwürdigen Strafen zu finden, die ja nur zum Schutz der BürgerInnen existieren. Man hat das Gefühl, er ist blind für das alles, was nicht stimmt, was irgendwie freiheitseinschränkend ist. Auch wenn ihm immer mehr Unrecht geschieht oder seinen Liebsten, er findet das System gut und richtig. Total interessant und spannend.

Ich mochte Samson. Die Autorin hat ihn ganz wunderbar gezeichnet. Seine Entwicklung ist so spannend und ich hab seine ganzen Korrekturvermerke geliebt. So banal, was er da manchmal vermerkt :D

Der Kritik, dass Samson naiv handelt, kann ich nicht zustimmen. Denn wenn man in einem System lebt und es einem in diesem System überwiegend gut geht und man eben auch dahingehend sozialisiert wurde, dann gibt es keinen Grund, das System zu hinterfragen. Beispiele gibt es sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit zu Genüge, deswegen empfinde ich Samson als sehr authentisch. Denn die allermeisten Leute leben regelkonform, sonst gäbe es auf der Welt deutlich mehr Aufstände und Revolutionen. Angepasst zu sein, ist eine Überlebensstrategie...

Die Geschichte ist fiktiv und hat einige gesellschaftskritische Momente. Es wird aber nicht in irgendeiner Form belehrend dargestellt, sondern neben den positiven Seiten der Technik und des Wunsches eines perfekten Systems auch auf die Schattenseiten hingewiesen. Auch der (zu Recht) viel kritisierte Kapitalismus wird von zwei Seiten beleuchtet. Aber nur, wenn man gut aufpasst. Man kann sich aber auch einfach zurücklehnen und eine spannende Geschichte genießen.

Eine wichtige Message ist die über vermeintliche psychische Erkrankungen. Wie hier teilweise mit Diagnosen rumgeworfen wurde - hoch spannend! Psychisch erkrankt ist jemand, der oder die nicht ins System passt... Aber vielleicht ist auch das System krank...?

Das Ende war überraschend und erfrischend und vielleicht auch ein wenig erschreckend. Der letzte Satz des Buches hat es nochmal in sich gehabt. Bzw. das Buch endet mit einer Frage. Einer sehr guten Frage... Kann ich so jetzt erstmal nicht beantworten :D Dieses Buch regt zum Nachdenken an, ist spannend geschrieben und mit vielen interessanten Ideen gespickt. Außerdem gibt es einen Realitätsbezug, der irgendwie beunruhigend ist. Der letzte Wow-Effekt hat mir für die vollen fünf Sterne zwar gefehlt, aber ich vergebe sehr gerne sehr gute vier Sterne. Ich bin so gespannt auf den zweiten Teil

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Kamdra Kamdra

Veröffentlicht am 22.04.2020

Jeder an seinem Platz

Meinung / Fazit :

Samson ist Lebensberater der Befürworter dieses System. Er sammelt Sozialpunkte damit er für sich eine bessere Lebensbedingung schafft. Durch eine Verkettung unglücklicher Zufälle verliert ... …mehr

Meinung / Fazit :

Samson ist Lebensberater der Befürworter dieses System. Er sammelt Sozialpunkte damit er für sich eine bessere Lebensbedingung schafft. Durch eine Verkettung unglücklicher Zufälle verliert er seine Sozialpunkte.

Was passiert ohne Punkte?



Mich hat das Hörbuch von Anfang bis Ende gefesselt, es ist spannend und man möchte nicht aufhören es zu hören.

Ein sehr guter Einblick in unsere Zukunft (die erschenkend ist), was passieren könnte mit künstlicher Intelligenz.

Wer solche Themen gerne liest, dem kann ich dieses Buch nur Empfehlen.

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Jenny12 Jenny12

Veröffentlicht am 15.04.2020

Spannende Dystopie der nahen Zukunft

Die Optimierer ist eine Dystopie, die in München im Jahr 2052 spielt. Roboter sorgen für Wohlstand und Sicherheit in der sogenannten Bundesrepublik Europa, die sich von dem Rest der Welt abgeschottet ... …mehr

Die Optimierer ist eine Dystopie, die in München im Jahr 2052 spielt. Roboter sorgen für Wohlstand und Sicherheit in der sogenannten Bundesrepublik Europa, die sich von dem Rest der Welt abgeschottet hat. Alles wird vom Staat überwacht und kontrolliert. Jeder an seinen Platz ist das Motto und die Grußformel des Landes.Und genau so wird es umgesetzt. Was nicht für gut befunden wird, wird vom System optimiert.
Traum oder Albtraum?

Eine wirklich fesselnde Idee hat Theresa Hannig in diesem Buch umgesetzt. Der Protagonist Samson Freitag , der als Lebensberater in der Geschichte tätig ist, ist ein Musterbeispiel dafür, was Manipulation aus einem Menschen anrichten kann. Meine Sympathien für ihn hielten sich ehrlich gesagt ziemlich in Grenzen, da in mir die Rebellin geweckt wurde. Dies und der spannende Schreibstil der Autorin ließen die Seiten dur so dahinfliegen und schnell hatte ich das Buch ausgelesen.

Was das Ende betrifft, konnte ich dann doch ziemlich überrascht werden und der Anfang für eine interessante Weiterführung lässt mich mit freudiger Erwartung zurück.

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Squirrel Squirrel

Veröffentlicht am 23.07.2019

Die Jagd nach Sozialpunkten

Samson Freitag ist ein Lebensberater in der Bundesrepublik Europa (BEU). Jeder an seinem Platz, d.h. jeder Bürger bekommt dank eines Lebensberaters den passenden Beruf zugewiesen. Ein Vertrag bindet den ... …mehr

Samson Freitag ist ein Lebensberater in der Bundesrepublik Europa (BEU). Jeder an seinem Platz, d.h. jeder Bürger bekommt dank eines Lebensberaters den passenden Beruf zugewiesen. Ein Vertrag bindet den Bürger 10 Jahre, erst nach Ablauf dieser Frist, kann sich der Bürger der BEU einen anderen Lebensberater wählen und einen anderen Beruf bekommen. Sollte die Lebensberatung schlecht ausgehen, der Bürger in keinen Beruf aufgrund seiner Lebenseinstellung passt, so wird er in die Kontemplation abgestempelt und kann von nun an sein Leben im Nichtstun genießen. Man scheidet aus der Arbeitswelt aus, man kann tun was man will, Hauptsache man geht keiner Beschäftigung nach. Der Staat kümmert sich weiter, man bekommt ein Grundeinkommen.
Sollte man jedoch weiter abrutschen und unterhalb einer bestimmten Grenze an Sozialpunkten fallen, wird man ein Piretist und landet schnell im Internat. Aus diesem Internet kehrt selten jemand zurück in die Normalität.

Es läuft gut für Samson Freitag, er steht kurz vor einer Beförderung, ihm fehlen nur noch wenige Sozialpunkte. Er lebt ganz nach dem Motto, jeder an seinem Platz.

Mit seiner Mutter gibt es allerdings oft Streit, da sie sich für diese schöne neue Welt absolut nicht begeistern kann. Ein weiterer großer Kritikpunkt ist das Fleischverbot, es gibt Synthfleisch. Alles andere ich schlecht für Umwelt, schlecht für den Körper und schlecht für das gesamte Wohlbefinden. Fleischkonsum wird schwer geahndet, man kann im Gefängnis landen. Außerdem verliert man sehr viele Sozialpunkte.

Ein Tag in seinem Berufsleben lässt die Karriere von Samson plötzlich tief rutschen. Eine ehemalige Kundin hat Selbstmord begangen. Von da an geht es steil bergab mit dem sonst so kompetenten Lebensberater.
Ihm bleibt nichts anders übrig, als sich ruhig zu verhalten, um neue Sozialpunkte zu sammeln, damit er sein Leben wieder in den Griff bekommt.

So schön es anfangs auch klingen mag, eine vollständige Überwachung ist für keinen gut.
Die Vorstellung, sich seinen Beruf nicht selber aussuchen zu dürfen, ist erschreckend. Genauso sieht es mit den Sozialpunkten aus. Da flucht man oder beschimpft jemanden und schon verliert man Punkte.
Der Schreibstil gefällt mir sehr, Theresa Hannig hat ein interessantes Debüt geschrieben.
Die Fortsetzung „Die Unvollkommenen“ wartet schon auf mich. Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt und ob man von den Charakteren aus „Die Optimierer“ weiteres erfährt.


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Tynes Tynes

Veröffentlicht am 01.07.2019

Optimiert?

Also das Thema fand ich echt spannend und auch erschreckend, wenn man mal genauer drüber nachdenkt...
Ich denke, soweit entfernt sind wir wahrscheinlich gar nicht mehr von einer solchen Realität.
Insgesamt ... …mehr

Also das Thema fand ich echt spannend und auch erschreckend, wenn man mal genauer drüber nachdenkt...
Ich denke, soweit entfernt sind wir wahrscheinlich gar nicht mehr von einer solchen Realität.
Insgesamt fand ich es gut geschrieben, der Schreibstil war flüssig und leicht zu lesen.
Von Samson hätte ich mir noch mehr Details gewünscht, welche ihn greifbarer machen.
Die Story hat sich an manchen Stellen leider auch gezogen, weil nicht viel passiert ist.
Dadurch fiel es mir besonders abends im Bett schwer, am Ball zu bleiben.

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Autorin

Theresa Hannig

Theresa Hannig - Autor
© Olivier Favre

Theresa Hannig wurde 1984 in München geboren. Sie studierte Politikwissenschaft, Philosophie und VWL und arbeitete als Softwareentwicklerin, Beraterin für IT-Sicherheit und als Projektmanagerin von Solaranlagen. Mit ihrem Debütroman „Die Optimierer“ gewann sie den Stefan-Lübbe-Preis 2016 und den Seraph 2018 für das Beste Debüt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Nähe von München.

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