"Die fremde Königin" - Das Historienepos um Otto den Großen geht weiter

Ein persönlicher Steckbrief der Autorin zu ihrem neuen Buch

Porträt Rebecca Gablé
Bestseller-Autorin Rebecca Gablé

Name: Rebecca Gablé

Titel des Buchs: Die fremde Königin

Lieblingssatz aus dem Buch: Es enthält rund 17.000 Sätze. Da kann ich mich einfach nicht entscheiden.

Die Stelle im Buch, die am schwierigsten zu schreiben war: Der Unfalltod eines kleinen Jungen, den der Held hilflos mit ansehen muss. Puh.

Der optimale Soundtrack zum Buch: Für die Adelheid-Kapitel: Sarah Blasko – As Day Follows Night. Für die Gaidemar-Kapitel: Steven Wilson – The Raven That Refused To Sing.

Der perfekte Ort, um das Buch zu lesen: Sofa, ersatzweise Lieblingssessel, mit einem frei wählbaren Heißgetränk oder, je nach Tageszeit und Geschmack, einem schönen Glas Wein.

Welchem Prominenten würden Sie Ihr Buch gern überreichen und welche Widmung stünde drin? Seit wir uns vor ein paar Jahren kennengelernt haben, bekommt Frau Bundesministerin Andrea Nahles immer ein Exemplar meines neuen Buches. Vielleicht schreibe ich dieses mal hinein: »Powerfrauen in der Politik haben in Deutschland eine lange Tradition«.

Was darf beim Schreiben auf keinen Fall fehlen – abgesehen von Rechner, Schreibmaschine oder Stift? Der Duden, die Excel-Tabelle, die mir zeigt, welche Figur wann wie alt ist, und meine Lieblings-Waringham-Tasse mit Kaffee.

Was ist schöner: den letzten Satz zu Ende gebracht zu haben oder das fertige Buch in Händen zu halten? Der letzte Satz.

Wer oder was hilft, wenn es mal schwierig ist, weiterzuschreiben? Ein langer Spaziergang und/oder laute Musik.

Was war zuerst da: die Story oder eine Figur aus dem Buch? Die Figur.

Wie wichtig sind Freunde, Familie, Berater beim Schreiben? Es ist toll, sie zu haben, aber nicht unabdingbar. Letztlich schreibt jede/r allein.

Lieber akkurat durchplanen oder erst mal drauflos schreiben? Erst planen, aber nicht zu akkurat. Ein bisschen kreatives Chaos muss schon sein.

Welche Farbe hätte das Cover auf keinen Fall haben dürfen und warum? Creme- oder pergamentfarben. Das ist überstrapaziert.

Wer das Buch liest, fühlt sich nach der letzten Seite…? Von lieb gewordenen Freunden verlassen und in einer schnöden Wirklichkeit gestrandet, die dem Vergleich mit der Romanwelt nicht standhält, hoffe ich doch.

Die Autorin - Ein Porträt von Margarete von Schwarzkopf

Rebecca Gablé und ihre Bücher
Rebecca Gablé und ihre Bücher

»Ein Übersetzer muss vor allem eines können: seine eigene Sprache beherrschen«. Dies war ein Credo von Rebecca Gablé, als sie noch unter ihrem Namen Ingrid Krane-Müschen Werke aus dem Englischen ins Deutsche übersetzte. Heute arbeitet sie nicht mehr als Übersetzerin. Aber ihr Motto von einst lässt sich genauso gut auf die Romane übertragen, die sie unter ihrem Pseudonym seit mehr als zwanzig Jahren veröffentlicht. Mit Kriminalromanen fing es an, doch heute ist sie vor allem wegen ihrer historischen Romane berühmt und erfolgreich. Genau vor zwanzig Jahren erschien der erste Teil der Waringham-Reihe, »Das Lächeln der Fortuna«. Im Mittelpunkt stehen fast vierzig Jahre aus dem Leben von Robert Waringham vor dem Hintergrund des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich. Diese Schicksalsjahre zwischen 1360 und 1399, die damit verbundenen historischen Ereignisse und ihre Auswirkungen auf das individuelle Leben einer Handvoll Menschen faszinierte viele Leser, sodass es nicht wundert, dass die 1964 in Wickrath geborene Autorin diesem ersten Teil der groß angelegten Familiensaga über die fiktive Familie Waringham noch vier weitere Fortsetzungen folgen ließ. Fortsetzung folgt.

Das provoziert natürlich die Frage, weshalb sich eine deutsche Schriftstellerin immer wieder so ausgiebig mit bestimmten Kapiteln der englischen Geschichte befasst, zuletzt mit Königin Maria I., der ältesten Tochter Heinrichs VIII., die als »Bloody Mary« in die Chroniken einging. Aber dass diese Königin eine im Grunde tragische und nicht nur grausame Figur war, zeigt Rebecca Gablé in ihrem Roman »Der dunkle Thron«, deren fiktiver Held einmal mehr ein Nachkomme der Waringhams ist. Dazu meint Rebecca Gablé: »Meine Vorliebe für das englische Mittelalter und für die englische Geschichte bis Ende des 16. Jahrhunderts geht auf mein Literaturstudium zurück. Und ich habe mich in meinem Studium in Düsseldorf ausführlich mit der Geschichte und Kultur des Mittelalters beschäftigt. Beides kommt in meiner Vorliebe für die Ereignisse der englischen Geschichte zusammen. Sie ist zudem wunderbar überschaubar und nicht, wie die deutsche Geschichte, hoch komplex mit der Aufsplitterung des Landes in Hunderte von Grafschaften und Herzogtümer, mit einem komplizierten Lehnssystem und einer oft undurchschaubaren Politik. Zudem wimmelt es in der englischen Geschichte zwischen 1300 und 1550 von sehr ambivalenten Gestalten, die ja schon Shakespeare zu seinen Dramen angeregt haben. Das liefert wunderbare Vorlagen. Aber natürlich gibt es auch eine Fülle faszinierender Gestalten in der deutschen Geschichte. Ich habe mich allerdings lange nicht an sie herangetraut«.

Rebecca Gablé auf der Golden Hinde in London
Rebecca Gablé auf der Golden Hinde in London

Das hat sich inzwischen geändert. In »Die fremde Königin« beschäftigt sich Rebecca Gablé zum zweiten Mal mit einem wichtigen Kapitel deutscher Geschichte, das lange vor der Epoche spielt, die sie in ihren Waringham-Romanen schildert: im zehnten Jahrhundert. In »Das Haupt der Welt« ging es um den Sachsenherzog und König des Ostfrankenreiches Heinrich und seinen Sohn Otto I., um die Unterwerfung der slawischen Stämme und um den Familienzwist zwischen Otto und seinem Bruder Heinrich, der ebenfalls die Nachfolge des Vaters anstrebte. Heinrich, der Liebling der gemeinsamen Mutter Mathilde, war »unter dem Purpur geboren«, das heißt, zu der Zeit, als sein Vater schon als Herrscher regierte, was ihn eigentlich als Nachfolger privilegiert hätte. Doch Otto wurde schließlich gekrönt, und ein neues Kapitel deutscher Geschichte begann mit der Thronbesteigung dieses Mannes, der als Otto der Große in die Annalen einging.

Dieser Roman, in dem es auch um die Freundschaft Ottos mit einem slawischen Fürstensohn und um seine Eheschließung mit einer englischen Prinzessin ging, rief geradezu nach einer Fortsetzung. Und die liegt nun vor, ein großes Sittengemälde über das zehnte Jahrhundert, von dem die Autorin sagt, dass es fälschlicherweise oft als das »dunkle Mittelalter« bezeichnet wird. Rebecca Gablé beansprucht bei ihren historischen Romanen aber nicht Geschichte so zu schildern, wie sie eigentlich gewesen ist, sondern »wie sie gewesen sein könnte«. Damit folgt sie der Tradition des Schriftstellers Robert Ranke-Graves, einem Urenkel des deutschen Historikers Leopold Ranke. Robert Graves wurde durch sein Werk »Ich, Claudius, Kaiser und Gott« berühmt, einem Roman über den Kaiser Claudius. Fiktion und Realität sind hier eng miteinander verknüpft, aber um Geschichte lebendig werden zu lassen, muss man, so Rebecca Gablé, »auch den Mut haben, Figuren zu erfinden, deren Sichtweise und Handlungen neue Perspektiven und eine andere Interpretation bestimmter Vorkommnisse eröffnen«. Und natürlich muss sie auch den historischen Figuren Freiheit verleihen, Dinge zu sagen und zu denken, die nicht durch Dokumente belegt sind. Sie sagt dazu: »Ich bemühe mich, ihre Charaktere so zu beschreiben, wie sie nach meiner Deutung wahrscheinlich waren, aber dessen ungeachtet werden sie zu Geschöpfen meiner Fantasie mit einer eigenen Ausdrucksweise und Körpersprache, mit Dialogen und Emotionen«.

In der Silvia-Schmiede in Wermelskirchen mit Verleger Stefan Lübbe und Schmied Juan Manuel Herrera Luzón (links).
mit Verleger Stefan Lübbe und Schmied Juan Manuel Herrera Luzón (links) in Wermelskirchen

Vor allem sprachlich diesen Figuren gerecht zu werden, bedeutet eine große Herausforderung. »Ich lasse meine Figuren niemals in einer antiquierten Kunstsprache reden, versuche aber natürlich, überflüssige moderne Redeweisen zu vermeiden. Meine Recherche, die alle Sparten umfasst wie Waffenkunde, Speisen, Mode, Kunst, Musik, Haushaltung und Alltag, beschäftigt sich natürlich auch mit der Sprache der jeweiligen Epoche. Ich kann zum Beispiel im frühen Mittelalter meine Charaktere nicht von ›Sekunden‹ sprechen lassen, sondern ich bezeichne das mit ›Herzschlag‹, der ungefähr die Dauer einer Sekunde beträgt. Das sind alles Feinheiten, auf die ich genau zu achten versuche, weil ich mich selbst oft ärgere, wenn ich in historischen Romanen auf solche Ungenauigkeiten stoße«.

Den Ausschlag für ihren jüngsten Roman über die Frau Ottos I., Adelheid von Burgund, die im 11. Jahrhundert heiliggesprochen wurde, lieferte ein historisches Detail. Adelheid war in erster Ehe mit Lothar, König von Italien, verheiratet, mit dem sie eine Tochter namens Emma hatte. Nach nur drei Jahren Ehe starb Lothar wohl an den Folgen eines Giftanschlags. Markgraf Berengar von Ivrea wollte die junge Witwe zwingen, seinen eigenen Sohn zu heiraten, und als Adelheid sich weigerte, nahm er sie gefangen und sperrte sie auf seiner Burg Garda ein. Die Chronisten berichten, dass die junge Frau für sich und ihre Tochter mit den eigenen Fingernägeln den Weg in die Freiheit grub. Sie konnte fliehen, suchte Unterschlupf auf der Burg von Canossa und heiratete 951 Otto I., der ihr zu Hilfe geeilt war und Berengar besiegte. »Dieses Bild von einer jungen Frau, die sich ihren Weg in die Freiheit gräbt, hat mich so beeindruckt, das ich begann, mehr über Adelheid zu erfahren und das Buch allmählich Gestalt annahm. Oft fängt es bei mir mit solchen starken Bildern an, die den Stein ins Rollen bringen. Adelheid war eine zutiefst beeindruckende Frau, aber fast noch erstaunlicher war, was ich während meiner Recherchen über diese Epoche herausfand: Es gab in jenem Jahrhundert auffallend viele mächtige und einflussreiche Frauen, Äbtissinnen und Fürstinnen, die ihre Zeit geprägt haben«. Auch Theophanu, die Frau von Adelheids Sohn Otto II., die in Sankt Pantaleon in Köln begraben liegt, war eine kluge und bedeutende Frau, eine oströmische Prinzessin, die nach dem Tod ihres Mannes den kleinen Otto III. aufzog. Nach ihrem frühen Tod übernahm Adelheid diese Aufgabe.

Rebecca Gablé mit ihren Lesern
Rebecca Gablé mit ihren Lesern

Die Entstehung eines Romans von mehr als 1000 Seiten bedeutet außer dem Entwickeln eines Plots, der Strukturierung von Figuren und der Recherche, die auch während des Schreibens weitergeht, vor allem eine große physische Anstrengung. Was treibt die Autorin, die wahrscheinlich in ihrem nächsten Roman wieder einen Waringham in den Mittelpunkt der Handlung stellt, immer wieder zu diesen Leistungen an? Ist es auch die Erwartungshaltung ihrer Leser oder vor allem auch die eigene Freude daran, aus großen Ereignissen große Unterhaltung werden zu lassen?

Sicher das alles, aber ein Anreiz ist auch, dass »sich viele Menschen für Geschichte interessieren und wissen wollen, wie die Welt früher war oder wie wir zu der Gesellschaft wurden, die wir heute sind. Sachbücher zu bestimmten Themen sind da sehr hilfreich, und mich würde reizen einmal eine Romanbiografie zu schreiben, die eine enge Verbindung von Realität und Fiktion bedeutet, ähnlich wie Stefan Zweig sie geschrieben hat. Doch viele Menschen lesen lieber einen Roman, der ihre Fragen an die Geschichte auf unterhaltsame Weise zu beantworten versucht. Unterhaltung heißt ja nicht Oberflächlichkeit, denn wenn man dieses Genre ernst nimmt, dann darf man nicht schludern und Fakten verdrehen. Gleichzeitig tauche auch ich in eine Zeit ein, die mich selbst interessiert und kann versuchen, durch die intensive Beschäftigung und das Schreiben meine eigenen Fragen zur Entstehung unserer heutigen Gesellschaft und unsere Probleme und Ängste zu beantworten. Für mich bedeutet Schreiben immer auch eine Reise in die Welten, die ich selbst gerne erlebt hätte und denen ich dank meiner Recherchen, vor allem aber durch meine Charaktere, egal, ob das der fiktive Panzerreiter Gaidemar oder Adelheid von Burgund, einer der Waringhams oder Königin Maria I. von England sind, ein kleines Stückchen näherkomme«.

Das Buch - "Die fremde Königin"

Die fremde Königin
"Die fremde Königin" von Rebecca Gablé

Eine alte Regel, die gleichermaßen für das Kino wie für einen Roman gilt, lautet:

»Fang mit einem Knaller an und höre niemals mit einem Flüstern auf«.

Rebecca Gablés neuer Roman über die »Fremde Königin« beginnt mit einer starken Szene. Das Ende des Werkes soll nicht verraten werden. Nur so viel kann man sagen: Das Buch endet nicht mit einem Flüstern!

Der Anfang steigt ein in jene dunkle Zeit, da Adelheid, Witwe von Lothar, König von Italien, der nach nur drei Ehejahren als Folge eines Giftanschlages starb, in einem Verlies in Garda gefangen gehalten wird. Markgraf Berengar von Ivrea möchte die königliche Witwe mit seinem Sohn Adalbert verheiraten, um so an die Krone Italiens zu gelangen. Aber Adelheid, Tochter von König Rudolf II. von Burgund und seiner Frau Bertha von Schwaben, ist aus einem besonderen Holz geschnitzt. Die erst neunzehnjährige Mutter einer kleinen Tochter namens Emma lässt sich sogar durch die höchst unangenehmen Umstände ihrer Gefangenschaft nicht zu dieser Eheschließung zwingen. Im Gegenteil – Adelheid sinnt auf Flucht. Und damit beginnt Rebecca Gablés großer Roman über eine der bedeutendsten Frauen des frühen Mittelalters. Mit ihren Fingernägeln gräbt sie sich einen Fluchtweg aus der Burg Garda und kann zusammen mit ihrer Tochter entkommen. Sie flüchten zur Burg Canossa, einem Ort, der 100 Jahre später eine besondere Rolle in der Geschichte von Papst- und Kaisertum spielen sollte.

Der Lebensweg Adelheids, die im Jahre 1097 heilig gesprochen wurde, ist voller Widersprüche und dramatischer Ereignisse. Ein Stoff, aus dem Romane sind, allerdings nur wenn sie von Autoren wie Rebecca Gablé verfasst werden, die Gespür für solche umfassenden Themen besitzen und die Balance zwischen Realität und Fiktion zu halten verstehen. Adelheids Schicksal nach ihrer Flucht klingt, als sei dies der Phantasie eines Dichters entsprungen, ist aber historisch belegt. Sie ruft Otto I. zu Hilfe gegen Berengar, der von Otto besiegt und von dem klug agierenden König zu seinem Stellvertreter ernannt wird. Ein geschickter Schachzug Ottos, um sich Berengar nicht weiter zum Feind zu machen. 951 heiratet Adelheid den fast zwanzig Jahre älteren Otto in Pavia und hat mit ihm vier Kinder Nur zwei davon überleben das Kindessalter, Mathilde, die spätere Äbtissin von Quedlinburg, und ihr Sohn Otto, der als Otto II. seinem Vater nachfolgt. Es ist eine spannende Zeit, in der Adelheid an der Seite Otto I. herrscht, der den Rat seiner klugen und aufgrund ihrer Mildtätigkeit beim Volk beliebten Frau oft und gerne einholt. Die beiden gelten als eines der großen Herrscherpaare des frühen Mittelalters.

Mehr als 1000 Seiten umfasst Rebecca Gablés Roman über diese Epoche. Ein geschickter Schachzug ist, dass sie die Protagonisten selbst zu Wort kommen lässt. Doch hat sie dem Gebot des historischen Romans folgend auch mehrere fiktive Figuren der Handlung beigefügt, unter anderem Gaidemar, ein Bastard aus königlichem Geblüt und Neffe Ottos, der sich als Panzerreiter, den Vorläufern der Ritter des Hochmittelalters, seine Sporen verdient. Gaidemar gleicht durch seine liebenswürdige und charmante Art seinen englischen »Vettern«, den Waringhams. Ähnlich wie die Waringhams steht auch dieser fiktive Held als Zeitzeuge im Zentrum des Geschehens. Es hätte diesen Gaidemar wirklich geben können, und sein Werdegang spiegelt unter anderem den Alltag der »normalen« Menschen jener Zeit wieder, ihre Probleme, Ängste und ihren Glauben. Damit agiert Gaidemar als interessanter Gegenpol zu den Herrscherfiguren.

Rebecca Gablé zeigt anschaulich mit ihrem Roman, dass es das sogenannte dunkle Mittelalter nie gegeben hat. Nach »Das Haupt der Welt« ist auch dieser Band erneut eine fesselnde Reise in eine Zeit, die uns auf den ersten Blick fern zu sein scheint und doch mehr mit uns gemein hat, als man glauben möchte. Vor allem die Architektur des 10. Jahrhunderts widerspricht jeglicher These vom »dunklen Mittelalter«. Leider sind von den prächtigen Bauten der Ottonischen Renaissance nur wenige erhalten geblieben. Doch immerhin hat Sankt Pantaleon in Köln die Stürme der Jahrhunderte weitgehend überstanden. Hier ruht auch die Königin Theophanu, die mit Adelheid und Ottos Sohn, dem späteren Otto II., verheiratet war. Durch diese Beziehung kommt es zu einer Annäherung zwischen Ostrom und dem römisch-deutschen Kaiserreich, die auch kulturelle Früchte trägt. Auch sie stirbt viel zu jung, und nach ihrem Tod übernimmt Adelheid, die 999 mit 68 Jahren stirbt, die Erziehung und Regentschaft für den 980 geborenen Otto, der als Otto III. schon im Alter von drei Jahren zum deutschen König gewählt wird.

Aus einer wahren Flut von packenden Ereignissen, zu denen vor allem die für Otto I. siegreiche Schlacht auf dem Lechfeld 955 gegen die Ungarn zählt, hat Rebecca Gablé einen aufwühlenden Roman geschaffen. Er ist genau recherchiert, langweilt den Leser aber nicht mit einer Last unnötiger Details und lässt Raum für eigene Interpretationen. Rebecca Gablé entwirft ein gewaltiges Sittengemälde jenes Jahrhunderts, das dem obersten Gesetz der Literatur folgt: Lesen soll Freude bereiten. Jenes abendländische Europa um 950, zunehmend geprägt vom Christentum, zudem sich dann auch Slawen und Magyaren bekannten, war die Wiege des Hochmittelalters und letztlich damit die Wurzel der deutschen Geschichte bis heute. Außergewöhnlich an jener Epoche ist, und das hat die Autorin besonders fasziniert, dass damals so viele mächtige Frauen das Sagen hatten. Nicht nur Adelheid, sondern auch ihre Schwägerin Judith oder ihre Tochter, die als Äbtissin von Quedlinburg ihre Epoche prägte. »Die fremde Königin« ist ein fesselnder Roman über ein Zeitalter großer Frauen und kämpferischer Männer, ein vielseitiger Blick auf die Weltgeschichte und ein gelungener Versuch, hinter die Kulissen zu blicken und zu erkunden, was die Menschen damals bewegt hat – nicht nur die Herrscher, sondern vor allem jene, die von der Geschichtsschreibung meist übergangen werden: die »Untertanen«.

von Margarete von Schwarzkopf

Video

Im Interview: Rebecca Gablé - »Die fremde Königin«

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"Die fremde Königin" von Rebecca Gablé

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Was fasziniert uns an historischen Romanen, Marco Schneiders?

Marco Schneiders, Leitung Programm
Marco Schneiders, Leitung Programm

Wie erklären Sie sich die Faszination historischer Romane?

Historische Romane bieten die einzigartige Möglichkeit, das eigene, bekannte, moderne, von Alltagsnebensächlichkeiten geprägte Dasein für den Zeitraum der Lektüre zu verlassen und in eine andere Epoche mit deren ganz speziellen Eigentümlichkeiten versetzt zu werden. Eigentümlichkeiten, die natürlich – wir bewegen uns ja im Bereich der Unterhaltungsliteratur– von Abenteuer, Spannung und großen Emotionen geprägt werden. Aber, und dies ist der zweite große Aspekt dieses Faszinosums, wir lernen auch enorm viel über das Leben vergangener Epochen. Und dies nicht auf dem Wege trockener Wissensvermittlung, sondern eingebettet in eine romanhafte Geschichte, mit all der Dreidimensionalität des Lebens, die ein sachlicher Bericht oder gar eine akademische Betrachtung kaum erreichen können.

Was kennzeichnet die Romane von Rebecca Gablé?

Rebecca Gablé ist eine große Figurenzeichnerin. Ich kenne nur ganz wenige Autorinnen, die sich so intensiv und tiefgründig mit ihren Charakteren beschäftigen. Diese Charakterzeichnung geht weit über die Beschäftigung mit den Hauptfiguren hinaus. Rebecca Gablé kennt ihr gesamtes Romanpersonal bis in die kleinsten Verästelungen des Charakters hinein, und dies gibt den Figuren ihre einzigartige Authentizität. Das Ergebnis ist Lebensnähe – und Lebensnähe im Roman halte ich für den größten Beweis von Kunstfertigkeit und Empathie. Außerdem: die Recherche. Wer auch nur am Rande mal mitbekommen durfte, wie ausgiebig Rebecca Gablé recherchiert, auf welch breiter Quellenbasis ihre Romane fußen, wie viel Lektüre, wie viele Reisen erforderlich sind, der gewinnt eine Ahnung davon, welcher Herkulesarbeit es entspricht, einen fundierten, das Tatsächliche widerspiegelnden historischen Roman zu schreiben.

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Rebecca Gablé?

Rebecca Gablé nimmt ihre Leserinnen und Leser ernst. Sie ist vernetzt mit ihren Fans, sie ist keine Autorin in weiter Ferne, eingeschlossen im Arbeitszimmer, sie kommuniziert über ihre Social-Media-Kanäle mit den Menschen, die ihre Bücher lieben, die Fragen haben, Hintergründe erfahren möchten, an den Recherchen interessiert sind usw. Teil des »Gablé-Kosmos« zu sein, ist für viele Leserinnen und Leser außerordentlich wichtig.

Was schätzen Sie persönlich an Rebecca Gablés Romanen?

Zum einen die bereits erwähnte Figurenzeichnung, das empathischste Element, das man nach meinem Dafürhalten als Autorin/Autor überhaupt in einem Roman entwickeln kann. Und ein Element, das man nicht »redaktionell betreuen«, also lektoratsseitig entscheidend mitformen kann. Es muss von der Autorin, es muss vom Autor kommen. Zum zweiten gibt es ja die gern gewählte Formulierung, Leserinnen und Leser historischer Romane würden »in eine andere Epoche versetzt werden«. Bei Rebecca Gablé verhält es sich so: Ich schlage ihren neuen Roman auf, lese zweieinhalb Seiten und BIN in London, Canterbury, York, auf Teneriffa, in Corvey oder Magdeburg. Ihre Bücher sind wie eine Zeitmaschine.

Rebecca Gablé mit Lektorin Karin Schmidt
Rebecca Gablé mit Lektorin Karin Schmidt

Lektorin der ersten Stunde: Karin Schmidt

Wie kam das erste Manuskript ins Haus?

Der erste Roman kam als unverlangt eingesandtes Manuskript ins Haus - und natürlich ausgedruckt, nicht digital. Vor gut zwanzig Jahren war das ein üblicher Weg.

Sie haben zunächst bei vier Kriminalromanen zusammengearbeitet, bevor mit »Das Lächeln der Fortuna« der erste historische Roman erschien. Wessen Idee war der Genrewechsel?

Es brauchte gar keine Idee, denn die »Fortuna« lag schon fertig in Rebecca Gablés Schublade. Während unserer Zusammenarbeit an den Krimis hat sie mir davon erzählt, und natürlich wollte ich sofort lesen.

Waren Sie begeistert oder eher skeptisch?

Begeistert - wie eine Million anderer Leser nach mir.

Wie gestaltet sich das Lektorat bei Rebecca Gablés Romanen? Bekommen Sie das Manuskript sukzessive oder erst dann, wenn die Autorin den kompletten ersten Draft fertig hat?

Üblicherweise lese ich zumindest parallel oder immer dann, wenn ein Teil fertig ist. Falls es - wie etwa bei der »Fremden Königin« - zeitlich sehr eng ist, bearbeite ich auch schon die fertigen Teile, während Rebecca Gablé noch schreibt.

Rebecca Gablé ist geschätzt für ihre akribischen historischen Recherchen. Wie bereiten Sie sich auf das Lektorat vor, lesen Sie sich in Fachliteratur über die jeweiligen Epoche ein?

Ich lese viel über die Zeit und die historischen Figuren, ganz verschiedene Quellen. Glücklicherweise macht es das Internet einem da heute leicht. Aber die Historikerin und Fachfrau ist unangefochten Rebecca Gablé. Und ich kenne keinen anderen deutschen Autor von Historienromanen, der so genau recherchiert.

Verändert sich die Zusammenarbeit, wenn man sich so lange kennt?

Ja, man wird natürlich vertrauter; man weiß, wie der andere arbeitet. Und das gibt mir dann auch die Sicherheit, die ich brauche, um schon zu bearbeiten, während die Autorin noch schreibt. Das ist wirklich etwas Besonderes - und das geht nur, wenn ein Autor so großartig und verlässlich schreibt wie Rebecca Gablé.

Rebecca Gablé und Karin Schmidt
Rebecca Gablé und Karin Schmidt

Was schätzen Sie an der Schriftstellerin Rebecca Gablé am meisten?

Ach, da weiß ich kaum, wo ich anfangen soll. Sie kann einfach toll Figuren zeichnen und Geschichten erzählen. Eine Geschichte wird ja immer über eine Figur erzählt und durch eine Figur interessant, und sie braucht oft nur wenige Pinselstriche. Ihre Helden sind identifizierbar, für Leserinnen oft auch verliebbar. Sie hat eine klare, einfache Sprache, nicht verkrampft altertümelnd. Also wenig Attitüde, und es ist leichter für den Leser. Und obwohl sie so gründlich recherchiert und sich absolut auskennt, ist sie nie belehrend und versucht nie, ihr Wissen zum Selbstzweck unterzubringen.

Vermag Rebecca Gablé Sie noch zu überraschen?

Auf jeden Fall und immer wieder. Und ich freue mich auf viele zukünftige Überraschungen.

Interview

Im Interview erzählt Rebecca Gablé über ihren Roman "Die fremde Königin" | 27.04.2017

Mit »Die fremde Königin« erscheint nun Ihr zweiter historischer Roman, der in Deutschland spielt. Was war die Initialzündung für einen Roman, der in der Zeit Ottos des Großen spielt?Die Neugier aufs deutsche Mittelalter. Da saß ich eines Tages und überlegte, worüber ich meinen nächsten Roman schreib...

Mit »Die fremde Königin« erscheint nun Ihr zweiter historischer Roman, der in Deutschland spielt. Was war die Initialzündung für einen Roman, der in der Zeit Ottos des Großen spielt?
Die Neugier aufs deutsche Mittelalter. Da saß ich eines Tages und überlegte, worüber ich meinen nächsten Roman schreiben wollte, und mir kam in den Sinn, dass ich zwar die Sockenfarbe der Könige des englischen Mittelalters kannte (na ja, in Einzelfällen …), aber über das deutsche Mittelalter bestenfalls einen groben Überblick hatte. Ungefähr zur selben Zeit fiel mir ein Buch über »Die deutschen Herrscher des Mittelalters« in die Hände, und als ich es las, entdeckte ich so etwa ein potenzielles Romanthema pro Seite. Mit Otto dem Großen habe ich begonnen, weil viele Historiker in seiner Regentschaft den Anfang der deutschen Geschichte im engeren Sinne fest machen. Seine facettenreiche Geschichte konnte ich aber in »Das Haupt der Welt« nicht vollständig erzählen, das hätte jeden Rahmen gesprengt. Darum war für mich immer klar, dass ein zweiter Roman über diese faszinierende Epoche folgen würde, und hier ist er nun.
Wie fühlte es sich an, ins Ottonische Zeitalter zu reisen?
Beschwerlich. Es ist uns noch viel ferner als das Hochmittelalter mit seinen Rittern und Minnesängern und edlen Damen. Das 10. Jahrhundert war eine raue Zeit, und vieles, was wir gerne darüber wüssten, liegt im Nebel. Der Umgang der Menschen miteinander, ihre Werte und ihre Art, Konflikte zu lösen – »zu beseitigen« träfe es wohl besser – ist oft abstoßend aus heutiger Perspektive. Und trotzdem. Es geht eine enorme Faszination von dieser Epoche und ihren Menschen aus. Zwischen all dem Befremdlichen entdecken wir immer wieder Vertrautes und berührend Menschliches, und außerdem entdecken wir im Reich Ottos des Großen die Samenkörner, aus denen das Europa wuchs, welches wir heute bevölkern.
Beschreiben Sie bitte Ihre reale Hauptfigur, Königin Adelheid.
Adelheid war eine klasse Frau, ich war manchmal ganz atemlos vor Bewunderung. Der Begriff der »starken Frauenfigur im historischen Roman« wird ja vielleicht manchmal ein wenig überstrapaziert, aber es ist Fakt, dass Adelheid sich als junge Witwe und Mutter mit neunzehn Jahren buchstäblich mit bloßen Händen einen Weg aus dem Verlies gegraben hat, wo der Mörder ihres Mannes sie eingesperrt hatte. Sie war aber noch mehr als unbeugsam und tatkräftig. Sie war – und das hat mich wohl am meisten interessiert – machtbewusst und fand es kein bisschen anstößig für eine Vertreterin ihres Geschlechts, ins politische Geschehen einzugreifen. Otto verdankte seine Kaiserkrone nicht zuletzt ihrer klugen Politik und das wusste er selbst ganz genau: Auf seinen Wunsch hin wurde Adelheid mit ihm zur Kaiserin gekrönt.
Und wie würden Sie Ihre fiktive Hauptfigur charakterisieren, den Panzerreiter Gaidemar?
Gaidemar ist ein Bastard und in der Obhut pflichtbewusster, aber liebloser Pflegeeltern aufgewachsen. Den Makel seiner unehelichen Geburt und die Ungewissheit über seine Herkunft trägt er wie eine Last auf den Schultern. Seine Identität findet er in seiner Rolle als Panzerreiter, bis er als Folge einer Intrige auch das verliert. Durch seine Begegnung mit Adelheid und die Horizonte, die sie ihm eröffnet, erfindet er sich nach und nach neu und lernt, dass auch der tapferste und raubeinigste Panzerreiter irgendwann den Mut finden muss, seinen Panzer einmal abzulegen.
Welche Nebenfigur hat Sie in DFK besonders fasziniert?
Prinz Liudolf, Ottos erwachsener Sohn aus erster Ehe. Er war in gewisser Weise eine tragische Figur, denn sein Vater hat ihm nie viel zugetraut, und als der König Adelheid heiratete und neue Prinzen zur Welt kamen, sah Liudolf seine Position so bedroht, dass er gegen den übermächtigen Vater rebellierte. Damit ist er gründlich auf die Nase gefallen, aber er ist wieder aufgestanden und hat weiter an sich geglaubt. Das hat mir besonders an Liudolf gefallen.
Welcher Figur im neuen Roman gehört Ihr Herz am meisten?
Gaidemar.
Was haben Sie durch die Arbeit an »Die fremde Königin« gelernt, was sie vorher nicht schon wussten?
Oh, jede Menge. Die Entdeckung kleiner Details finde ich immer besonders spannend, zum Beispiel, dass Soldaten sich eine Zwiebel des Bergknoblauchs – Allermannsharnisch genannt – unter den Gürtel steckten, um sich vor Verwundungen in der Schlacht zu schützen, oder dass der Gesandte des Kalifen von Cordoba Löwen und Kamele als Geschenke mit an Ottos Hof brachte, oder dass Otto pausenlos im Schlaf gesprochen hat. Solche Einblicke in die Lebenswelt meiner Figuren machen diese Menschen in meiner Vorstellung real, und das wiederum erleichtert es mir, sie als glaubwürdige und echte Personen zu schildern.
Wie recherchieren Sie?
Ich lese zeitgenössische Quellen und historische Fachliteratur.
Ist es für Sie wichtig, die Schauplätze Ihrer Romane zu besuchen? Und wenn ja, wann reisen Sie dorthin – vorm Schreiben, um sich inspirieren zu lassen, oder hinterher, um zu überprüfen?
Recherche vor Ort finde ich für beide Zwecke wichtig. Ich mache meine Recherchereise meistens, wenn der Roman so ungefähr zur Hälfte fertig ist, um meine geografischen oder topografischen Schilderungen zu überprüfen, aber eben auch, um die entsprechende Landschaft auf mich wirken zu lassen. Aus dem 10. Jahrhundert sind nur sehr wenige Bauwerke erhalten, und selbst Landschaften haben sich teilweise stark verändert. Trotzdem, in Mainz am Rheinufer zu stehen und mir vorzustellen, dass Gaidemar an derselben Stelle gestanden und die gleichen bizarren Wolken am Himmel beobachtet haben könnte, bringt mich meinen Figuren und meiner Geschichte näher.
Unterscheidet sich die Recherche im eigenen Land von der Recherche Ihrer in England angesiedelten Romane?
Eigentlich nicht. Das Wetter war genauso abwechslungsreich. Nur konnte ich die Menschen teilweise schlechter verstehen, weil die Reise auch nach Bayern führte – landschaftlich wundervoll, sprachlich für mich als Rheinländerin eine Herausforderung. Dafür fuhren aber die Autos auf der richtigen Straßenseite.
Sie schreiben seit 20 Jahren historische Romane. Wie hat sich die Recherche in diesen zwei Jahrzehnten verändert? (Google Earth und Co?)
Natürlich hat das Internet die Methoden der Recherche revolutioniert. Google Earth ersetzt keine Recherchereise, ist aber trotzdem oft eine große Hilfe, zum Beispiel beim Ermitteln von Entfernungen. Und die Websites von Universitäten rund um den Globus und historische Blogs sind wahre Fundgruben.
Was ist besser, was ist schlechter geworden?
Besser ist der Zugang zu Informationen und zu einem weltweiten antiquarischen Buchmarkt, der das Schreckgespenst Fernleihe (erst wartet man wochenlang auf das Buch, dann muss man es zurückgeben, wenn man es am dringendsten braucht …) weitgehend gebannt hat. Schlechter geworden ist die Zuverlässigkeit der Informationen, die man findet. Denn dem Internet darf man ja nichts glauben, ohne es zu überprüfen, und das erweist sich manchmal als schwierig.
Wie gelingt es Ihnen, Fakten und Fiktion so wunderbar zu verschmelzen?
Wenn ich den Hergang einer historischen Begebenheit nachlese, entdecke ich darin Türen, durch welche meine fiktiven Figuren und meine erfundene Geschichte sich in die historischen Ereignisse einschleichen können. Zum Beispiel: Ein Chronist schreibt, dass Adelheid während ihrer Gefangenschaft eine geheimnisvolle Botschaft erhielt, wie sie aus dem Verlies entkommen könnte. Aber wer der Bote war, bleibt im Dunkeln. Das ist die Tür, durch welche Gaidemar die Bühne betritt. Damit ist der Kontakt zwischen Historie und Fiktion hergestellt und entwickelt sich ganz natürlich weiter, indem Gaidemar als Adelheids Begleiter, Leibwächter, später als ihr Vertrauter die historischen Ereignisse erlebt, die der Roman erzählt, und die wiederum Einfluss auf Gaidemars persönliche Geschichte nehmen.
Wo erlauben Sie sich als Schriftstellerin dichterische Freiheit bei Ihren realen Personen?
Niemals, indem ich sie irgendetwas tun lasse, das den bekannten Fakten widerspricht. Trotzdem »erfinde« ich meine historischen Figuren, dichte ihnen Gefühle und Charaktereigenschaften an, denn ansonsten wären sie ja so leblos wie Marmorstatuen. Wir wissen zwar, dass Adelheid und Otto geheiratet haben und (mindestens) vier Kinder bekamen, von denen zwei starben. Wir wissen hingegen nicht, ob sie sich gemocht oder sogar geliebt haben, wie ihr persönliches und politisches Leben aussah, wie sie den Tod ihrer Kinder betrauerten. All das muss ich aber erzählen – also erfinden – damit die Figuren interessant werden.
Wie schwierig ist es, sich in seine Figuren hineinzuversetzen?
Das fällt mir relativ leicht, denn in dem Moment, da ich von diesen Figuren erzähle, sind sie für mich reale Menschen, in die ich hineinschauen kann. Schwierig ist es manchmal, über die Kluft von Hunderten von Jahren hinweg zu begreifen und nachzuempfinden, warum Menschen bestimmte Dinge getan haben, warum zum Beispiel Otto – eigentlich ein maßvoller Mensch, der nicht zu Gewaltexzessen neigte – nach der Schlacht an der Recknitz seine 700 Gefangenen abschlachten ließ. Das war strategisch sinnlos, politisch unklug und aus heutiger Sicht unmöglich zu rechtfertigen. Damit tue ich mich dann gelegentlich schwer. Aber es hat ja auch niemand behauptet, Schriftstellerei sei ein leichter Beruf …
Wie gehen Sie mit den gewaltigen Stoffen der jeweiligen Epochen um, im neuen Buch konkret mit dem Ottonischen Zeitalter?
Die Stoffmenge ist schon manchmal ein bisschen beängstigend. Ich nutze die Biografien meiner Figuren, um den Zeitabschnitt und die Schwerpunkte dessen, was ich erzählen will, auszuloten. Ihre Lebenswege sind immer mein roter Faden im Labyrinth der Historie.
Was ist Ihr innerer Antrieb historische Romane zu schreiben?
Meine unstillbare Neugier auf die Vergangenheit. Es ist wohl eine persönliche Neigung. Andere Kollegen schauen in die Sterne und fragen sich, wie es wäre, fremde Galaxien zu erkunden. Diese Kollegen schreiben Science-Fiction. Ich sehe eine Burgruine auf einem Bergrücken und frage mich, was die Steinmetze zu Mittag gegessen haben und was die leibeigenen Bauern wohl davon gehalten haben, all die Steine auf den Berg schleppen zu müssen, statt ihre Ernte einzubringen. Wenn ich aber in die Sterne schaue, denke ich: »Ja, sehr hübsch«, und sonst nichts.
Ihre Romane sind auch geprägt durch starke Frauenfiguren in einer von Männern dominierten Welt. Wunschdenken oder Anliegen oder dichterische Möglichkeit?
Keins von den dreien. Ich behaupte, dass es jede Frauenfigur, von der ich erzählt habe, genauso gegeben hat bzw. haben könnte. »Die fremde Königin« ist allerdings erst mein zweiter Roman mit einer historischen Hauptfigur weiblichen Geschlechts, und meine erfundenen Hauptfiguren sind immer Männer. Denn von ein paar Ausnahmen abgesehen – zu denen auch Adelheid zählt – waren es eben die Männer, die agierten, Frauen, die reagierten. Macht wurde von Männern ausgeübt, Politik und Gesellschaft von Männern bestimmt. Den »starkenFrauen« blieb meist nur die Rolle der Löwenbändigerin – in meinen Romanen ebenso wie in der vergangenen Wirklichkeit.
Gibt es ein generelles Thema, das sich durch Ihr Werk zieht?
Ich glaube nicht.
Gehen Sie als Schriftstellerin historische Themen anders an als Ihre männlichen Kollegen?
Aber klar. Ich recherchiere gründlicher und schreibe besser … Nein, nein, im Ernst: Es gibt ja eine große Bandbreite historischer Romane. Zum Beispiel solche, in denen sich Gemetzel an Gemetzel reiht, sonst zwischenmenschlich aber wenig passiert. Die werden tendenziell eher von Männern geschrieben. Oder es gibt die Schmonzetten im historischen Kostüm, die mehrheitlich von Frauen geschrieben werden. Das weite Feld dazwischen, vom historischen Kunstroman bis zum akribisch recherchierten und intelligent erzählten historischen Unterhaltungsroman, wird von Autorinnen und Autoren gleichermaßen und mit ähnlichen Herangehensweisen bestellt.
Wenn eine gute Fee Ihnen einen Tag Zeitreise schenken würde, wohin würden Sie reisen?
Wirklich nur einen Tag? Hach, da fällt die Wahl schwer. Aber momentan wohl auf das Lechfeld unweit von Augsburg, an einem schwülheißen Sommertag des Jahres 955, dem 10. August. Dort siegten nämlich Otto der Große und das deutsche Heer über die gefürchteten ungarischen Reiterkrieger, die ihnen zahlenmäßig haushoch überlegen waren, womöglich gar 10 : 1. Aber niemand weiß, warum und wie Otto die Schlacht gewinnen konnte, es gibt nur Theorien. Ich würde gern zuschauen, um es herauszufinden, auch wenn es wahrscheinlich ein ganz schön schauriger Tag wäre.
Wie finden Sie Ihre Themen?
Ich glaube, es ist andersherum, meine Themen finden mich. Immer wieder passiert es mir, dass ich in einem Buch, einer Fernsehdoku oder während einer Reise auf ein Ereignis oder eine Person treffe, die meine Neugier wecken und einfach nicht mehr aufhören wollen, meine Gedanken zu beschäftigen. So wie z.B. die neunzehnjährige gefangene Königin Adelheid, die sich einen Weg in die Freiheit grub. Wer war diese Frau?, wollte ich wissen. »Die fremde Königin« ist das Ergebnis meiner Spurensuche.
Was passiert, wenn eine Idee zu einem neuen Roman heranreift: Setzen Sie sich hin und schreiben direkt los oder erstellen Sie zunächst ein Handlungs- und Personenregister?
Zuerst mache ich eine Recherche, beschaffe mir Literatur zu der Figur und der Epoche, über die ich schreiben will, und lese. So ein, zwei Monate lang. Während ich ein klareres Bild von meinem Thema bekomme, stellen sich erste Ideen zu Figuren und Handlung ein, die ich sofort aufschreibe, damit ich sie am nächsten Tag nicht wieder vergessen habe. Wenn die erste Recherchephase abgeschlossen ist, entwickele ich meine Figuren – fiktive wie historische – und schreibe für jede ein Dossier, vermutlich so ähnlich wie die, welche die NSA von uns allen anlegt: umfangreiche Biografie, äußere Erscheinung, Psychogramm und so weiter. Parallel dazu entsteht das Handlungsgerüst, aber nicht zu detailliert, denn da lasse ich gern Platz für spontane Ideen. Und dann fange ich an zu schreiben.
Inwieweit lassen Sie sich durch Filme oder Bücher beim Schreiben Ihrer Romane beeinflussen?
Überhaupt nicht. Historische Filme sind oft hübsch anzusehen, wimmeln aber meistens von Anachronismen. Historische Romane aus der Epoche, über die ich gerade selber schreibe, lese ich nie. Ich will nicht versehentlich bei einer Kollegin oder einem Kollegen eine Idee klauen, weil ich nach ein paar Wochen vergessen habe, woher sie stammt, und denke, es sei meine eigene. Und ich kann mich auch nicht auf eine Erzählung einlassen, wenn ein Teil meines Gehirns die ganze Zeit denkt: »Wie hat er/sie wohl dieses oder jenes erzählerische Problem gelöst?«
Was ist für Sie als Schriftstellerin ein absolutes Tabu?
Für mich kommt eine absichtliche Verfälschung gesicherter historischer Fakten nicht infrage. Aber »Tabu« ist ein schwergewichtiges Wort und verträgt sich nicht sonderlich gut mit der Schriftstellerei, denke ich. Andere Kolleginnen und Kollegen glauben, dass die Freiheit des Erzählens über gesicherte Fakten hinausgehen muss, und sie haben für ihre Haltung genauso plausible Gründe wie ich für meine.
Wie dürfen wir uns Ihre Arbeitsweise vorstellen? Arbeiten Sie nach einem festen Zeitplan?
Einen festen Zeitplan gibt es nicht, aber der Vormittag ist häufig mehr dem Lesen von Recherchematerial gewidmet, während das Schreiben eher in die zweite Tageshälfte fällt. Wenn es richtig gut läuft, kann es auch schon mal bis in den späten Abend gehen, aber ich schreibe niemals mehr als 10 Seiten am Tag.
Wie belohnen Sie sich, wenn Sie ein Buch beendet haben?
In Stephen Kings Roman »Misery« hat der Schriftsteller Paul Sheldon ein festes Ritual: Er gönnt sich immer ein Glas Champagner und – eigentlich Exraucher – eine Zigarette zur Belohnung für ein fertiges Manuskript. Aber auf dem Weg zur Post mit dem fertigen Werk wird er von seinem größten, leider psychotischen Fan gekidnappt und durchlebt eine Zeit des Grauens. Ich habe diesen Roman Ende der 80er Jahre als unveröffentlichte Hobby-Autorin gelesen und mir geschworen: Selbst, wenn du jemals eine erfolgreiche Schriftstellerin werden solltest, wirst du dir niemals solch ein Belohnungsritual zulegen. Dabei ist es geblieben.
Wer ist Ihr erster Leser, ihre erste Leserin?
Mein erster Testleser ist immer mein Mann. Aber schon lange bevor ich die ersten Worte schreibe, ist er in den Prozess der Recherche, der Ideen- und Figurenentwicklung eingebunden. Es ist eine enorme Bereicherung, über den Stoff und die (historischen) Figuren diskutieren zu können – der Gegenentwurf zum »stillen Kämmerlein«. Dieser Austausch hat mich schon oft inspiriert und zu verblüffenden Einsichten geführt. Außerdem hat mein Mann ein Adlerauge für fragwürdige Zeichensetzung und für Wortwiederholungen – eines jeden Schriftstellers Fluch.
Früher traf ein Schriftsteller seine Leserschaft höchstens bei Lesungen oder auf Buchmessen, heute bekommen Sie unmittelbar und direkt ein Feedback über die sozialen Netzwerke. Wie gehen Sie damit um?
Ich finde das wunderbar. Leserzuschriften per Mail waren schon ein Fortschritt gegenüber dem Brief, denn die Mail war spontaner, schneller und näher am Leseerlebnis. Aber der Austausch in sozialen Medien hat noch einmal eine andere Qualität und wird manchmal zum echten Dialog. Ich empfinde es als großen Gewinn, so nah und unmittelbar mit meiner Leserschaft kommunizieren zu können.
Schriftsteller zu sein war einst ein einsamer Job. Inwieweit haben Facebook, Twitter und Instagram das Alltagsleben der Schriftsteller verändert?
Sie bringen Schreibende und Lesende näher zusammen. Dass ich z.B. mein Publikum nach seiner Meinung zu einem Buchtitel und Umschlagentwurf befragen kann, ist großartig. In praktischer Hinsicht, weil Verlag und Autorin ein Stimmungsbarometer bekommen, um die Vorlieben ihres Zielpublikums abzulesen, aber genauso in persönlicher Hinsicht, denn, wenn ich erlebe, mit wie viel Engagement meine Leserinnen und Leser sich bei solchen Gelegenheiten einbringen, beflügelt mich das regelrecht. Die sozialen Netzwerke bringen aber auch Schreibende und Schreibende näher zusammen, was genauso wichtig ist. Es findet ein reger Austausch über alle möglichen Themen rund ums Schreiben statt, berufsrelevante Artikel werden geteilt usw. Das Schreiben selbst ist trotzdem immer noch ein einsamer Job, vor allem, wenn man vor schwierigen Entscheidungen steht – aber die Entscheidung aufzuschieben und stattdessen ein wenig auf Facebook herumzutrödeln, kann sehr tröstlich sein.
Sie haben langjährige Kontakte zu Ihrer Leserschaft. Wie sieht für Sie der typische Leser/die typische Leserin Ihrer historischen Romane aus?
Ihn oder sie gibt es nicht. Laut Facebook-Statistik sind etwa 40% meiner Leser unter 35, der Rest etwas reifer an Jahren, 69% weiblich und 31% männlich. Natürlich sind die Nutzer sozialer Netzwerke nicht repräsentativ für die gesamte Leserschaft, aber diese Zahlen sind ein Indiz für eine heterogene Leserschaft. Und ich freue mich darüber sehr, weil es mein Anliegen ist, Historie so zu erzählen, dass sie für männliche und weibliche Leser, für solche mit und ohne historische Vorkenntnisse gleichermaßen interessant ist.
Stellen Sie sich vor, »Die fremde Königin« würde verfilmt. Welche Schauspielerinnen und Schauspieler wären Ihre Wunschkandidaten?
Daisy Ridley als Adelheid, Richard Armitage als Gaidemar und Mads Mikkelsen als Otto.
Manche Autoren haben Fotos von Schauspielern oder Porträts beim Schreiben als Inspiration in ihrem Büro aufgehängt. Visualisieren Sie Ihre handelnden Personen?
Ich habe damit experimentiert, weil ich neugierig geworden war, nachdem ich mit Kolleginnen und Kollegen darüber diskutiert hatte. Ich habe aber festgestellt, dass es meine Phantasie in ein unangenehmes Korsett zwängt, wenn ich ein zu klares Bild von meinen Figuren habe. Ich visualisiere sie in meinem persönlichen Kopfkino, aber das Bild muss abstrakt bleiben, damit die Figur lebendig werden kann. Eine »fertige« Adelheid mit Daisy Ridley zu besetzen, ist kein Problem. Aber mir zu Beginn ein Foto von Daisy Ridley auf den Bildschirm zu holen und zu sagen: »So soll meine Version von Adelheid aussehen« – das blockiert mich komplett, denn diese Adelheid würde immer eine Unbekannte für mich bleiben.
Wie verhält es sich bei Ihnen mit dem berühmten 1. Satz?
Mein erster Satz ist immer eine wörtliche Rede. Das hat einen abergläubischen Grund: Bei »Das Lächeln der Fortuna« habe ich es so gemacht, und da hat es sich bewährt. Darum bin ich dabeigeblieben. Es hat aber auch einen erzähltechnischen Grund, denn eine wörtliche Rede ist gut dazu geeignet, die Leser mitten ins Geschehen zu transportieren. Und »mitten im Geschehen« ist genau, wo ich meine Leser zu Beginn eines Romans haben möchte. Natürlich ist der erste Satz so eminent wichtig, dass man sich ewig den Kopf darüber zerbrechen könnte und Gefahr läuft, niemals anzufangen. Ich überliste mich da selbst und sage mir: »Los, komm, schreib den, der gerade dein Favorit ist. Du kannst ihn ja später noch ändern.« Das habe ich aber sonderbarerweise noch nie getan.
Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Billy Wilder hatte ein Schild mit seinem obersten Gebot über dem Schreibtisch hängen: »Thou shalt not bore« – Du sollst nicht langweilen. Ich habe diesen Satz als Bildschirmschoner. Im historischen Roman nicht zu langweilen, heißt: niemals schulmeisterlich über die Vergangenheit zu erzählen, keine historischen Fakten um ihrer selbst willen in den Roman zu schmuggeln, wenn sie keine Bedeutung für die Handlung haben, und vor allem die Menschen aus der Vergangenheit als echte und glaubwürdige Persönlichkeiten zu schildern, mit denen die Leserschaft sich identifizieren kann.
Wie sollte ein perfekter Roman enden?
Mit einem Happy End. Ich bin eine entschiedene Verfechterin des glücklichen Romanendes, weil das wahre Leben oft schon bitter genug ist. Aber es darf kein zuckersüßes Ende sein, ein paar Fragen sollten schon offen bleiben, damit der Leser und die Leserin noch ein wenig in der Geschichte verweilen und wünschen, das Buche wäre ein bisschen länger gewesen.
Über welche historische Figur würden Sie gerne schreiben, wer reizt Sie?
Für meine nächsten zwei bis drei Romane habe ich konkrete Pläne und weiß deswegen auch schon, wer die historischen Hauptfiguren sein sollen, aber darüber möchte ich jetzt noch nichts verraten.
Vor 20 Jahren wurde mit »Das Lächeln der Fortuna« der Grundstein für die erfolgreiche, mittlerweile 5-bändige Romanreihe um die englische fiktive Familie Waringham gelegt. Könnten Sie sich für ihre deutschen historischen Romane eine ähnlich lange Erscheinungszeit vorstellen?
Auf jeden Fall. Momentan beschäftigen mich andere Themen, aber wenn zum Beispiel Adelheids illustre Schwiegertochter Theophanu eines Tages in meinem Kopf vorstellig wird und sagt: «Hallo, ich bin ein Romanstoff und habe dich gefunden«, werde ich sie nicht hinauswerfen.
Sie haben mit dem Schreiben von Kriminalromanen begonnen. Hätten Sie sich 1997 vorstellen können, dass Sie für so lange Zeit dem Krimigenre fernbleiben?
Na ja, genau genommen habe ich nach 1997 noch zwei Kriminalromane geschrieben, aber eigentlich war mir zu der Zeit schon klar, dass ich mit dem historischen Roman so etwas wie meine literarische Heimat gefunden hatte.
Könnten Sie sich vorstellen, nach all den Erfolgen im historischen Roman, irgendwann das Genre wieder zu wechseln?
Auf jeden Fall. Ich liebäugele schon lange damit, einen oder vielleicht sogar eine Serie historischer Kriminalromane zu schreiben, also beide Genres miteinander zu verbinden. Und einen Schauerroman will ich auch unbedingt noch schreiben.
Die Presse überhäuft Sie mit hymnischen Besprechungen und vielen Superlativen. Empfinden Sie das beim Schreiben eines neuen Romans als Bürde oder als Ansporn?
Während des Schreibens denke ich eigentlich überhaupt nicht an die etwaige Resonanz auf den Roman, an dem ich gerade arbeite. Ich setze mir quasi Scheuklappen auf, um die reale Welt auszusperren, und konzentriere mich nur darauf, mir selbst eine möglichst gute Geschichte zu erzählen. Aber generell gilt natürlich, dass Erfolg zu Erwartungsdruck führt, nicht zuletzt dem Erwartungsdruck, den ich mir selbst mache. Das gehört halt dazu. Augen auf bei der Berufswahl.
Arbeiten Sie bereits an einem neuen Projekt? Und wenn ja, wo geht die Reise hin?
Nach Waringham.

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  • Jagdfieber
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  • Das Lächeln der Fortuna - Erweiterte Ausgabe
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