Anne Scheller - Autor
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Autorin

Anne Scheller

Anne Scheller wurde seit ihrer Geburt 1980 quer durch Niedersachsen, länger nach Bayern und immer wieder nach England verweht, bevor sie schließlich wieder in der Lüneburger Heide landete, wo sie mit ihrer Familie zwischen Heide und Kiefernwald lebt. Seit zehn Jahren schreibt sie Kinderbücher und bereist so schöne Orte wie Flusenbek –allerdings nur in der Fantasie.


Interview

Anne Scheller spricht im Interview über ihr neues Kinderbuch "Fjelle und Emil - Monterstmäßig beste Freunde" | 20.03.2010

„Fjelle & Emil – Monstermäßig beste Freunde“ - können Sie bitte kurz zusammenfassen, wovon Ihr neues Kinderbuch handelt?Emil ist ein Junge mit einer Liebe für die Backwaren der elterlichen Bäckerei und natürlich für seinen besten Freund Fjelle. Und Fjelle – ist ein Monster. Aber kein gruseliges,...

„Fjelle & Emil – Monstermäßig beste Freunde“ - können Sie bitte kurz zusammenfassen, wovon Ihr neues Kinderbuch handelt?
Emil ist ein Junge mit einer Liebe für die Backwaren der elterlichen Bäckerei und natürlich für seinen besten Freund Fjelle. Und Fjelle – ist ein Monster. Aber kein gruseliges, böses Monster-Monster, sondern ein liebevolles, kuscheliges Wesen, das seine große Kraft für und nicht gegen andere einsetzt. Und dann ist an Fjelle noch etwas Besonderes: Gefühle hauen ihn um. Ist Emil oder jemand anderes glücklich, wird er SUPERglücklich. Ist jemand traurig, wird er SUPERunglücklich. Ärgert sich jemand, gerät er in SUPERgroße Wut. Die Flusenbeker sind daran gewöhnt und nehmen Fjelles Gefühlsausbrüche gelassen hin. Doch dann kommt ein neuer Direktor an die Flusenbeker Grundschule. Er kann Monster nicht ausstehen und reagiert mit Hass und Ablehnung auf Fjelle. Klar, dass der darauf SUPERkrass reagiert und Emil und die restlichen Flusenbeker ganz schön auf die Probe stellt …
Neben den Protagonisten Fjelle und Emil schließt man als Leser schnell weitere liebenswerte Figuren ins Herz. Welche Nebenfigur haben Sie denn am liebsten gewonnen?
Ich mag vor allem das alte Monsterehepaar Rumold und Roberta und Fjelles Geigenlehrerin Frau Streich. Sie sind ein wenig wie Großeltern für mich. Ich habe ja leider keine mehr …
In welcher Figur aus Ihrem Buch steckt am meisten von Ihnen selbst?
Ich esse gern, vor allem Süßes. Das habe ich mit Fjelle und Emil gemeinsam. Aber eigentlich bin ich einfach ich und die Figuren sind ebenfalls sie selbst.
Hatten Sie einen bestimmten Ort vor Augen, als Sie Flusenbek erfunden haben?
Ich habe an mein Heimatdorf in Niedersachsen gedacht. Hier ist es ähnlich ruhig und idyllisch wie in Flusenbek. Leider haben wir keine Monster. Oder? Manchen Leuten muss ich vielleicht noch mal genauer auf den Zahn fühlen …
Wem möchten Sie die Geschichte von Fjelle und Emil besonders ans Herz legen?
Jedem, der Gefühle hat. Oder fühlt sich da etwa jemand ausgeschlossen?
Welche Botschaft möchten Sie Kindern mit Ihrer Geschichte gerne mit auf den Weg geben?
Gefühle kommen und Gefühle gehen. Und zwar von selbst. Und besonders leicht dann, wenn du dich nicht dagegen wehrst. Glaubst du mir nicht? Dann stell dir mal vor, du bist in einem Wellenbad oder bei ordentlichem Seegang im Meer baden. Du stehst im Wasser, bewegst dich nicht, lehnst dich gegen die Wellen … klatsch – platsch – wusch! Sie schlagen gegen dich und werfen dich fast um! Dann aber hüpfst du vor jeder Welle hoch und lässt dich tragen. Es geht auf und ab, ja, aber es ist nicht mehr so heftig. So ähnlich ist es mit Gefühlen. Sie kommen und gehen wie die Wellen. Das ist ganz normal. Und wie jeder Seegang beruhigen sie sich auch irgendwann wieder. Versprochen!
Wer ist Ihr erster Leser/Ihre erste Leserin?
Die wunderbaren Lektorinnen bei Bastei Lübbe.
Wie finden Sie Ihre Themen für Ihre Kinderbücher?
Themen sind überall. Manchmal springen sie mich einfach an. Das kann ein Zeitungsbericht sein, ein Erlebnis, das jemand erzählt, ein Witz, ein Name auf einem Grabstein, Moos im Wald … irgendetwas! Häufig überlege ich aber auch gezielt, worüber ich schreiben könnte. Dann liste ich zum Beispiel Themen und Schauplätze auf, die mich besonders interessieren, oder Themen und Schauplätze, die für Kinder emotional besonders ansprechend sind. Und dann wird sehr lange gegrübelt, kombiniert, verworfen, probiert, ausgearbeitet, assoziiert und mit Lektorinnen diskutiert, bevor eine wirklich brauchbare Idee steht.
Testen Sie Ihre Kinderbücher in der Zielgruppe?
Normalerweise nicht. Gelegentlich lese ich meinen Söhnen vor. Bei Fjelle und Emil habe ich das sogar gemacht. Aber in der Regel schreibe ich einfach für mich.
Welches war Ihr Lieblingsbuch als Kind?
Ich erinnere mich leider nicht daran, was ich als Kind mochte, aber ich lese bis heute (bis auf ganz wenige Ausnahmen) nur Kinder- und Jugendbücher. Ich mag zum Beispiel viele Bücher von Kirsten Boie. Die Reihe Artemis Fowl des Iren Eoin Colfer ist ein Knaller. Aber ganz, ganz oben auf meinem Podest steht Harry Potter. Ich habe die Bücher alle viele, viele Male gelesen. Sie machen mich jedes Mal SUPERglücklich.
Wie geht es mit Fjelle und Emil weiter?
Ich darf im Sommer Fjelles und Emils zweites Abenteuer schreiben. Es wird unterirdisch … nicht unterirdisch schlecht, sondern wirklich unterirdisch. Ich freue mich SUPERdoll darauf, Fjelle und Emil erneut zu besuchen!
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