Die Unschuldigen
 - Michael Crummey - Hardcover

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22,00

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Hardcover
Gegenwartsliteratur
351 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8479-0052-8
Ersterscheinung: 28.08.2020

Die Unschuldigen

Roman
Übersetzt von Ute Leibmann

(10)

Der elfjährige Evered und seine zwei Jahre jüngere Schwester Ada wachsen unter kargen Bedingungen auf. Sie sind die Kinder von Fischern, die allein inmitten der kanadischen Wildnis leben.
Als ihre Eltern sterben, sind die Geschwister auf sich allein gestellt; sie wissen nur das von der Welt, was sie von Mutter und Vater gelernt haben. Also führen sie deren hartes Leben nach Kräften weiter. Bis die Loyalität der Geschwister auf die Probe gestellt wird und sie für ihre Zukunft kämpfen müssen.

Rezensionen aus der Lesejury (10)

Lieblinglesen Lieblinglesen

Veröffentlicht am 22.10.2021

Leben am Ende der Welt

Die Geschichte beginnt mit der Beschreibung des entbehrungsreichen Lebens einer fünfköpfigen Fischerfamilie Ende des 18. Jahrhunderts in Neufundland in einer einsamen Bucht.
Als die kleine, halbjährige ... …mehr

Die Geschichte beginnt mit der Beschreibung des entbehrungsreichen Lebens einer fünfköpfigen Fischerfamilie Ende des 18. Jahrhunderts in Neufundland in einer einsamen Bucht.
Als die kleine, halbjährige Schwester und danach auch Mutter und Vater an einer Krankheit sterben, bleiben der elfjährige Evered und seine neunjährige Schwester Ada allein zurück. Sie übernehmen das harte Leben der Eltern ohne wirklich alles zu kennen, zu können und zu wissen, was diesen Leben von ihnen verlangt.
Die einzigen anderen Menschen außer ihrer Familie, die sie in ihrem kurzen Leben gesehen haben, war die Hebamme aus dem weitentfernt gelegenen nächsten Ort Mockbeggar, die ihre kleine Schwester mit auf die Welt geholt hat, des Weiteren nur die Seeleute des Versorgungsschiffes, das zweimal im Jahr irgendwann im Frühling und Herbst vorbeikommt, aus der Ferne, da es wegen des flachen Wassers weit vor der Bucht ankern musste.
„Beinahe zwei Monate verbrachten sie in einem Schwebezustand, verkrochen im grauen Halbdunkel der Hütte, ohne jedes Bedürfnis oder Interesse, das über die Gesellschaft des anderen hinausging.“ (S. 43) Doch als der Frühling naht, nehmen die Kinder ihr Leben wieder auf und versuchen, die Arbeit ihrer Eltern weiterzuführen, da sie nicht wissen, was sonst geschehen soll.
Nach dieser entbehrungsreichen Zeit ankert endlich das Versorgungsschiff vor der Bucht und Evered rudert hinaus, ganz wie sein Vater es immer alleine tat. Er erfährt, dass sein Vater Schulden beim Eigner des Schiffes hatte und dass er diese nun übernehmen und neue machen muss, um weiter mit Ada hier zu leben. Mit haltbaren Lebensmitteln kehrt er zu seiner Schwester zurück.
Die Jahre vergehen mit allen mühevollen Arbeiten, die im Laufe der Jahreszeiten getan werden müssen, fischen, die Fische verarbeiten, den Acker bestellen, Beeren sammeln, Fallen aufstellen, usw. Mehr schlecht als recht kommen die Geschwister über die Runden, sind sogar oft dem Tode nah. „Das Land in ihrem Rücken öde und leer, nach Osten und Westen nur Einsamkeit und als einzige Gesellschaft die Toten, oben im Firmament. Und tagein, tagaus keine Menschenseele.“ (S. 121)
Bis das Buch im Alter von 17, bzw. 15 Jahren der Kinder endet, ankern außer dem überlebenswichtigen Versorgungsschiff nur zwei weitere Schiffe vor der Bucht. Deren Besatzungen sind freundlich zu den Kindern und helfen ihnen sogar.
Das Buch schildert die Lebensumstände der beiden Kinder in aller Härte, ohne zu beschönigen. Auch die oft unausgesprochenen Konflikte zwischen den Heranwachsenden, die ihr Leben zusätzlich beschweren, werden nicht ausgeklammert. Manche Erlebnisse sind nichts für zartbesaitete Kinderseelen, so dass der Roman meiner Meinung nach erst für ältere Teenager und junge Erwachsene geeignet ist.
Darüber hinaus ist er aber so gut erzählt, dass er einen Sog entwickelt: Der Leser möchte immer wissen, wie es mit den beiden weitergeht, ob es weitergeht …
Michael Crummey schreibt über das Erwachsenwerden unter schier unvorstellbaren, harten, entbehrungsreichen Umständen, dass man sein eigenes wohlbehütetes Leben wieder sehr zu schätzen weiß.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

FroileinWonder FroileinWonder

Veröffentlicht am 10.06.2021

Fesselnde Mischung aus Entwicklungs- und Historischem-Roman

Beschreibung

Evered und seine Schwester Ada sind elf und neun Jahre alt als ihnen eine Krankheit zunächst die Schwester, dann Mutter und Vater nehmen. Fortan leben Bruder und Schwester alleine auf einer ... …mehr

Beschreibung

Evered und seine Schwester Ada sind elf und neun Jahre alt als ihnen eine Krankheit zunächst die Schwester, dann Mutter und Vater nehmen. Fortan leben Bruder und Schwester alleine auf einer kargen Insel an der Küste Neufundlands. Sie sind die Kinder von Fischern und haben trotz ihres bereits erworbenen Wissens kaum die nötigen Kräfte, um der Kälte und den Gefahren der kanadischen Wildnis zu trotzen. Die Geschwister sehen sich einem harten Überlebenskampf gegenüber, der durch die Pubertät und ihre auflebende Sexualität zusätzlich verkompliziert wird.

Meine Meinung

Inspiriert von einem Zeitungsartikel eines Geistlichen der auf seinen Reisen auf ein isoliert lebendes Geschwisterpaar traf, die Schwester augenscheinlich schwanger von ihrem Bruder, hat Michael Crummey seinen Roman »Die Unschuldigen« geschrieben. Seine fiktive Geschichte handelt von Evered und Ada Best, die als Kinder eines Fischers in einer verlassenen Bucht leben und durch eine Krankheit ihre unschuldige kleine Schwester Martha sowie Mutter und Vater verlieren.

Evered und Ada sind in Abgeschiedenheit auf die Welt gekommen und nun vollkommen auf sich gestellt, denn die nächste Stadt haben sie nie gesehen und sie kennen von dort nur Mary Oram, die nur als Geburtshelferin für kurze Zeit in ihre Bucht kam.

Das wenige Wissen der Geschwister stammt von ihren Eltern und so beginnt ein harter Überlebenskampf der ihnen alles abverlangt. Das Leben im Einklang mit Natur und Jahreszeiten, immer in der Hoffnung genug Fisch zu fangen, um die Schulden im Kassenbuch des Beadle, den die jährlich einlaufenden »Hope« zusammen mit den lebensnotwendigen Vorräten an Mehl, Melasse und sonstigen Gütern mit sich bringt, zehrt an Bruder und Schwester, die weder schreiben noch lesen können und kaum etwas vom Leben und Glauben wissen. Obwohl sie immer wieder in Not geraten und der Hunger seine Klauen in ihr Fleisch gräbt, bleiben sie aus Angst vor dem Unbekannten lieber in ihrer einsamen Heimat, in der auch ihre unschuldige Schwester begraben liegt.

Michael Crummey bannt mit seinem poetisch anmutendem Schreibstil eine eindringliche Überlebensgeschichte in der rauen Natur Neufundlands im 18. Jahrhundert auf das Papier, die mir tief unter die Haut gegangen ist. Das Setting beschreibt er dabei so bildhaft, dass ich das salzige Wasser des Atlantischen Ozeans auf der Haut spüren und den tosenden Wind an den Haaren reißen fühlen konnte.

In dieser fein abgestimmten Komposition eines historischen Romanes, der sich mit den Ingredienzien eines Entwicklungs-Romanes vermischt, bestimmen die leisen Töne, in denen der Tages- und Jahresablauf der Geschwister vergegenwärtigt wird, welcher zumeist aus Warten und Hoffen besteht, die Melodie. Das isolierte Leben von Evered und Ava wird aus beiden Perspektiven geschildert, in denen die Pubertät und die damit aufkeimende Sexualität eine Rolle spielt. Das loyale und unschuldige Geschwister-Verhältnis wird durch ihre Triebe, Emotionen und ein nicht gekanntes Schamempfinden nachhaltig beeinflusst und verändert. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Bruder und Schwester wirkt authentisch und bekommt vor dem beeindruckenden Setting der kanadischen Wildnis eine besondere Note.

Die stille Tiefe der Geschichte wird einige Male durch spannende Ereignisse wie angeschwemmtes Strandgut, die Gefahren eines Wetterumschwungs oder Besucher aufgelockert. Diese Einwebungen geben der Harmonie des Romans den letzten Schliff und sorgen für die notwendige Abwechslung.

Fazit

»Die Unschuldigen« bietet eine fesselnde Mischung aus Entwicklungs- und Historischem-Roman, die mit einer subtilen Dramatik und der atemberaubenden Schönheit der rauen Natur Neufundlands besticht.

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Bookworm_BW Bookworm_BW

Veröffentlicht am 07.01.2021

Leben und Überleben. Aufwachsen unter extremen Umständen.

Was für ein eindringlicher und besonderer Roman, der um das Jahr 1800 in einer kleinen, abgelegenen Bucht in Neufundland spielt!

Es geht um den 11-jährigen Evered und seine um zwei Jahre jüngere Schwester ... …mehr

Was für ein eindringlicher und besonderer Roman, der um das Jahr 1800 in einer kleinen, abgelegenen Bucht in Neufundland spielt!

Es geht um den 11-jährigen Evered und seine um zwei Jahre jüngere Schwester Ada.
Die beiden Kinder von Fischern wachsen in ärmlichen Verhältnissen in der kanadischen Wildnis auf.
Die Familie lebt vom Kabeljaufang im eiskalten Atlantik und vom Tauschhandel des gesalzenen Fisches in lebensnotwendige Waren, der alljährlich im Frühjahr mit dem ankommenden Versorgungsschiff getätigt wird. Trotz mühevoller Arbeit und großem Fleiß wachsen die Schulden an.

Als kurz nacheinander erst die Mutter und dann der Vater stirbt, müssen sich die Geschwister fernab jeglicher Zivilisation alleine durchschlagen.
Das Versorgungsschiff „Hope“ ist erst in einigen Monaten zu erwarten.
Ihr eiserner Überlebenswille verleiht ihnen Kräfte und sie führen das harte Leben ihrer Eltern weiter und kommen mit dem, was sie von ihren Eltern gelernt haben in der erbarmungslosen Einöde ganz gut klar. Lesen und Schreiben können sie nicht, ist aber in dem herausfordernden Alltag und täglichen Überlebenskampf auch kein Defizit.
Sie haben keinerlei Luxus, von Telefon, Strom oder fließend Wasser können sie nur träumen, und können sich nur auf sich selbst und den Bruder bzw. die Schwester verlassen.
Sie werden älter, haben keine Zeit, Kind zu sein und bewahren sich dennoch ihre „kindliche Unschuld“.

Obwohl das Versorgungsschiff in regelmäßigen, aber sehr großen Abständen vor Anker geht und es Alternativen wie Dorfleben, Schulbildung und Familiengründung gäbe, beschließen die Geschwister, weiterhin als Fischer in der Bucht zu bleiben, vom Fischfang zu leben und mit eiserner Disziplin die Schulden des Vaters abzutragen.

Mit dem Schiff kommen lebensnotwendige Vorräte, es triggert aber auch Bedürfnisse, Hoffnungen, Wünsche und Träume, die nicht nur mit dem Leben in dieser unwirtlichen Gegend und in der Zweisamkeit mit dem Geschwister zu tun haben.
Fremde und Seefahrer öffnen ihre Augen und erweitern ihren geistigen Radius, können aber das eintönige und isolierte Leben in der Bucht auch aufwühlen und in Unruhe bringen.

Aber eines Tages ereignet sich ein einschneidendes Erlebnis und werden basale Werte wie Zusammenhalt, Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit und Vertrauen in Frage gestellt.

Michael Crummey verwendet kein Wort zu viel und keines zu wenig.
Er schreibt intensiv, präzise, atmosphärisch und bildgewaltig, so dass man die Protagonisten, deren Handlungen und die rauhe, majestätische Natur vor sich sieht.
Der Gegensatz zwischen der elenden Plackerei, dem kargen Alltag und der Schönheit der Natur wird dem Leser anschaulich vor Augen geführt.

„Die Unschuldigen“ ist ein faszinierender, nachdenklich stimmender und nachhallender Roman, den ich sehr gerne weiterempfehle!
Man könnte ihn einen beklemmenden und beeindruckenden Survival- und Coming-of-Age-Roman nennen, wollte man ihn einordnen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Dajobama Dajobama

Veröffentlicht am 20.11.2020

Die Unschuldigen

Die Unschuldigen – Michael Crummey
Das war mal wieder ein herausragendes, ganz besonderes Leseerlebnis – auf gewisse Weise ein Highlight!
Neufundland, um 1800. Nach dem Tod der Eltern bleiben zwei Kinder, ... …mehr

Die Unschuldigen – Michael Crummey
Das war mal wieder ein herausragendes, ganz besonderes Leseerlebnis – auf gewisse Weise ein Highlight!
Neufundland, um 1800. Nach dem Tod der Eltern bleiben zwei Kinder, Ada und Evered, alleine in einer kleinen Hütte in einer Bucht zurück. Beinahe komplett von der Zivilisation abgeschlossen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten führen sie das harte, entbehrungsreiche Leben ihrer Eltern weiter, um ihr Überleben zu sichern.
Mit einer starken, eindringlichen Erzählstimme führt Crummey seine Leser durch mehrere Jahre im Leben der Geschwister. Sie kämpfen ums Überleben, leiden Not und sind doch mit ihrem armseligen Dasein zufrieden. Es darüber hinaus eine bedeutende Zeit in ihrem Leben, denn sie werden erwachsen. Sie wissen nur das, über das Leben, über Liebe und alles was dazugehört, was die Eltern ihnen darüber erzählt haben – und diese waren sehr schweigsam. Ada und Evered sind so überzeugend unschuldig dargestellt, in ihrer geschwisterlichen Liebe zueinander. Unschuldig und menschlich.
Diese fundamentalen Themen vor der Kulisse des wilden Kanadas machen den Roman zu einem kraftvollen, außerordentlich berührenden Leseerlebnis. Mich konnte es vollkommen überzeugen. Mit Sicherheit ein Buch, das länger im Gedächtnis bleibt. 5 Sterne.

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kupfis_buecherkiste kupfis_buecherkiste

Veröffentlicht am 19.09.2020

Ein Buch, das nachhallt

Mitten in der kanadischen Wildnis lebt ein Ehepaar mit seinen zwei Kindern Evered und Ada. Geprägt von Wechsel der Jahreszeiten, passt sich die Familie der Natur an. Was sie nicht selbst an Nahrung fangen ... …mehr

Mitten in der kanadischen Wildnis lebt ein Ehepaar mit seinen zwei Kindern Evered und Ada. Geprägt von Wechsel der Jahreszeiten, passt sich die Familie der Natur an. Was sie nicht selbst an Nahrung fangen oder anpflanzen können, wird einmal im Jahr gegen gefangen Fisch eingetauscht. Ansonsten ist das Leben autark und fern von anderer Zivilisation.

Als beide Elternteile innerhalb kurzer Zeit sterben, sind die beiden Geschwister auf sich allein gestellt. Mit dem kläglichen Wissen, dass ihre Eltern ihnen vermittelt haben, bzw. mit dem, was sie aufgeschnappt haben, müssen sie Tag für Tag ums Überleben kämpfen. Zwar wäre es ein Einfaches, mit dem Versorgungsschiff in das nächstgelegene Dorf zu kommen, um dort zur Schule zu gehen, oder eine eigene Familie zu gründen. Doch das lehnen die Geschwister ab. Erst als Ada schwanger ist, ändert sich die Situation grundlegend.

Dieses Buch hat mich durchaus fasziniert. Wie schafft es eine Familie, die einerseits Schulden abbezahlen muss, gleichermaßen mit dem nötigsten, was die Natur bietet, das eigene Überleben zu sichern und zusätzlich die Schulden abzubezahlen? Es ist ein Weg, der sehr start mit der Natur verknüpft ist. Die Gezeiten ändern sich, jede Jahreszeit bietet Vor- und Nachteile, und kann ganz besondere Schätze freilegen. Für manchen Schatz bedarf es viel Mut, über das Eis zu gehen, um ein gestrandetes Schiff zu plündern.

So schwebt über dieser Geschichte immer wieder die Frage, ob dieser Lebensweg der richtige ist. Denn die Einsamkeit ist ein gewichtiger Faktor, der nicht ausser acht zu lassen ist. Zwar freuen sich die Geschwister über den Besuch verschiedener Seefahrer, und doch ist ihnen klar, dass dies auch den Frieden in der Bucht zerstören kann.

Beide Geschwister müssen aufgrund ihres Wissensstandes ihre eigenen Erfahrungen machen. Bis zum eigenen Tod konnten die Eltern trotz des einfachen Lebens ein gewisses Maß an behütetem Schutz aufrecht erhalten. Und doch hat es die Geschwister in Gefahr gebracht: der Winter ist streng, und wer nicht weiß, wie damit umzugehen, stößt schnell an die Grenzen der Witterung.

Aber beide Geschwister gehen ihren eigenen Weg, arbeiten mal mehr, mal weniger gut zusammen. Es sind die Erfahrungen, die sie trotz der eigenen Gefühle und Widerstände teilen müssen. Grenzen müssen überwunden werden, neue Wege entdeckt, und Gewohnheiten geändert werden.

„Die Unschuldigen“ ist ein düsteres Buch, aber auch ein Buch, das nachdenklich stimmt. Zwischendurch habe ich mich schon gefragt, ob man so naiv sein kann, dass man manche Situationen nicht so kombinieren kann, dass man gewisse Zusammenhänge nicht erkennt. Und doch musste ich mich genauso fragen, ob es mir in der im Buch beschriebenen Situation so viel anders gegangen wäre?

Das Cover spiegelt die Stimmung im Buch übrigens sehr gut wieder. Es gefällt mir sehr gut.

Es ist eins dieser Bücher, die man zur Seite legt, wenn sie fertig sind, und noch lange nachwirken.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autor

Michael Crummey

Michael Crummey - Autor
© Chris Miner

Michael Crummey stammt aus Buchans, einer Bergarbeiterstadt in Neufundland. Er hat mehrere Gedichtbände und Romane verfasst, die oft in Neufundland und Labrador spielen. Er lebt mit seiner Familie in St. John’s, Neufundland.

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